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Sir. 263 (2. Stolt)
s« liberale Seift
Es wäre durchaus falsch, die Niederlage der liberalen Partei mit der Niederlage des liberalen ©ei» stes in England zu verwechseln. Man kann sogar lagen: die konservative Partei in England hätte bei den letzten Wahlen nicht so viel Wahlbezirke erobert (bie Mehrheit der Stimmen im Lande hat sie sa Nicht), wenn nicht so viele Engländer davon über» xeufit wären, datz diese Partei vom liberalen und sozialen ©eist durchdrungen ist. Das ist ja das Eigentümliche des englischen Parteiwesens, daß keine Partei sich hermetisch gegen die Grundsätze der anderen absperrt, das) jede Partei vielmehr den Eeist der andern aufsaugt ohne deswegen von ihrer Selbständigkeit etwas einzubiitzen. Eines war frei» Nch in diesem Wahlkamps zn beklagen: der noble aentlemanlike Ton, in dem früher die Parteien auch hn Kamps der lleberzeugungen von einander sprachen, war an vielen Stellen verschwunden.
A Ein deutscher Professor der Volkswirtschaft, der England in den siebenziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vielfach bereist hatte, erzählte einmal, wie angenehm überrascht er gewesen sei, als in einer Wahlversammlung der Redner von „unfern andersgesinnten Freunden" sprach und als sich her» «usstellte, datz unter diesen Freunden die politischen Gegner zu verstehen waren. Diese feine Ausdrucksweise ist verschwunden, aber geblieben ist doch die Achtung vor dem Gegner und das Gefühl, daß es ein Gebot der Klugheit ist, dem Gegner den guten ©lau» •*.n nie abzusprechen — selbst dann nicht, wenn der Anschein gegen den guten Glauben sein sollte. Man hält es für klüger, den, Gegner den Rückzug — etwa wie Zurücknahme einer fauchen Behauptung — zu ■& .chtern, als sie ihm zn erschweren. Ein gut Stück dessen, was man den englischen „cant" nent und was rotr sehr schlecht mit Heuchelei übersetzen, ist in dieser Vorsicht des Engländers begründet, die sich auch auf das Privatleben erstreckt. Es wird gewiß in Eng» fanb snamentlich durch Verschweigen) nicht weniger
59. Saftrg. 1924
Marburg n. L., Freitag, »en 7. November
gelogen als in anderen Ländern, aber es ist hier auch leichter als anderswo, eine Lüge und sogar eine wissentliche Lüge zurückzunehmen, solange nur der ©egner nicht etwa das unglückliche Wort „Sie haben gelogen" ausgesprochen hat.
Nach der Erledigung der Wahlen, regt der Brief Sinowjews die öffentliche Meinung keineswegs mehr sehr auf. Das Verhältnis zu Ruhland hängt auch tatsächlich nicht von dieser Polizeiepi'ode ab, in der ziemlich unerquickliche Bespitzelungen der neben der Politik herlaufenden Polizei, die sich als Selbstzweck fühlt und immer Stoff zur Rechtfertigung ihrer Existenz braucht, eine große Rolle spielen. England hat de» Kommunismus nie gefürchtet und war über ihn stets am besten unterrichtet, just weil es ihn duldete und ihm eine Freistätte gab, wo er sich weniger geheimnisvoll bewegen konnte als irgendwo anders. Der Schutz, den England vor dem Kommunismus hat, beruht vor allem auf der außerordentlichen Opferwilligkeit, die der Engländer von feinen reichen Klassen in Steuerangelegenheiten vor sich sieht. Wenn Stanley Baldwin heute der populärste Mann in England ist, wenn Niemand, auch kein Arbeiter ihm Stellung und Reichtum neidet, so darf man nie vergessen, daß dieser Großindustrielle während des Krieges sein Vermögen absci)ätzen ließ und 25 Prozent davon dem Staate als Opser überließ. So etwas wirkt tiefer auf ein Volk als Reden. Ich kann mich nicht entsinnen. etwas Aehnliches aus Frankreich oder aus den angrenzenden Ländern gehört zu haben.
Der Sohn dieses Stanley Baldwin ist zur Arbeiterpartei übergegangen. Auch diese Freiheit, mit der in «.iner Familie die verschiedenen Generationen verschiedenen politischen Parteien angehören können, ohne daß es deshalb zum Haß ober zur väterlichen Verfluchung kommt, ist ein Stück Schutz gegen Extremismus. Der Kommunismus, der wie jeder Er- tremismus im ©runde eine kindliche Anschauung ist, wird deshalb England nicht gefährlich. Die russische Frage wird vdm nüchternen Standpunkt aus erwogen werden! Kan» man Rußland Geld borgen?
Und darauf erwidert Stanley Baldwin vorläufig nein, wobei zu bedenken ist, daß Mac Donald auch nur sehr bedingungsweise ja gesagt hatte.
------ch------
Marburger Nabtzeldmg
Marburg, 7. November (Nebelung).
• Graf Luckner im brennenden Hotel. Der durch seine Vorträge wohlbekannte Graf Luckner schwebte kürzlich in größter Lebensgefahr. In dem Gasthause, in dem der Graf übernachtete, brach Feuer au?, das sich rasend schnell ausbreitete. Da Graf Luckner einen gesunden Seemannsschlaf hatte, war es schwer, ihn zu wecken. Als er erwachte, war die Gefahr bereits groß. Kurz entschlossen sprang er aus seinem im zweiten Stock gelegenen Zimmer, ohne Schaden zu nehmen.
• Borkriegseigentum in Südafrika. Die Südafrikanische Interessenvertretung e. B. macht nunmehr letztmalig darauf aufmerksam, daß dis Frist zur Geltendmachung von Ansprüchen am 31. Dez. abläuft. Wenn die Anträge noch rechtzeitig in Südafrika eintreffen sollen, muß die am 25. November regierung abgelehnt ist, verfallen nicht rechtzeitig an- von hier abgehende Post benutzt werden. Da eine Fristverlängerung von der Südafrikanischen UnionS- gemeldete Ansprüche. Einzureichen sind außer den südafrikanischen Wertpapieren auch die braunen Ablieferungsbescheinigungen deS Reichsfinanzministeri- ums. Ferner sind auch die Ansprüche auf Vorkriegsforderungen geltend zu machen, soweit dies nicht schon geschehen ist.
• Zur Aufwertung von MÜndelver« mögen. Eltern, Vormünder, Pfleger, Beistände sind verpflichtet, darauf zu achten, daß die durch die dritte Steuernotverordnung vorgesehene Aufwertung der Rechte und Forderungen nicht versäumt wird, die zu dem von ihnen verwalteten Vermögen der Kinder und Mündel gehören. Eine Vernachlässigung dieser Pflicht kann sie ersatzpflichtig machen. Bor allem dürfen sie die bis zum 31.
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Dezember 1924 laufende Anmeldefrist nicht verstreichen lassen. 1. Bei Sparkassenguthaben hat di« Anmeldung bis zum 31. Dezember 1924 bei de, Sparkaste zu erfolgen, bei der da- Guthaben besteht. In der Anmeldung ist anzugeben, daß ei sich um Mündelgeld handelt, damit eine bevorzugt« Berücksichtigung stattfindet. 2. Hypotheken, Grund- schulden und Rentenschulden werden ohne Anmeldung auf 15 Prozent aufgewertet. Die durch Hypothek gesicherte Forderung kann aber In besonderen Fällen höher aufgewertet werden, wenn die For- derung auf den Beziehungen zwischen Unterhalts- berechtigten oder unterhaltspflichtigen Personen oder auf den Beziehungen au» der Auseinandersetzung zwischen Miterben, geschiedenen Ehegatten, Erben und Pflichtteilsberechtigten oder Eltern und Kindern beruht oder wenn es sich um eine Restkaufgeld, forderung handelt, die nach dem 3. Dezember 1918 begründet worden ist. Bei den zu Kinder- und Mündelvermögeu gehörigen Hypotheken werden diese Voraussetzungen häufig vorliegen. Der Antrag auf Aufwertung der Hypothekenforderung über 15 Prozent hinaus ist bi» zum 31. Dezember 1924 bei dem Amtsgericht zu stellen, in dessen Bezirk das Grundbuch geführt wird.
mm. Operngastsviel. Zu den für den Winter geplanten Overngastsoielen gab am Montag ,.M ifltion“ den Auftakt. Von alle den zahlreichen Overn des Ambroise Thomas bat ihn „Mignon" als einzige überdauert und sich bis heute durch die Fülle ihrer musikalischen Gedanken, ihre reizvollen Melodien, ihre Originalität und ihrem in gewissem Sinne auch dramatischen Gehalt in der Gunst des Publikums erhalten Dazu tragen vor allem die flüssige, sinnliche Melodieniührung, die reiche Instrumentation (Satte, Kastagnetten viele Holzbläser) die gefühlvollen Arien, Duette. Terzette und Quartette, die wirkungsvollen Tanz- und Zigeunerszenen bei. Die Musik erscheint niemals trivial und überschreitet nicht die Grenzen guten musikalischen Geschmackes, sie erhebt sich zuweiler zu effektvoller realistischer Tonmalerei, wie in de, Brandszene und Schlußszene des 3. Aktes. — Mit be. gründet ist die Beliebtheit der Over ,m Stoff des Textes der der Geschichte des „Mignon" aus „Wilhelm Meisters Lehrjahren". Bei willkürlicher Veränderung
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Schrelbstnbs
Schönsiegel RadolfipIflUl, . Alicbriftu aller Irl Unlilflitlfiete Diktate Verelnsreitaiiröfa Zwiilldtetrtne
(Nachdruck verboten.)
Dos RvWimmr.
f Venezianischer Roman
.von E. von Adlersfeld.Dallestrem.
, 37. Fortsetzung.
/ Nachdem der große Salon, der die Front des Hauses einnahm, genügend bewundert worden war, gelangten sie dahin, wohin Windmüller von vornherein gestrebt, in eine lange, schmale Galerie der Westseite, die mit alten, wertvollen Gobelins behangen, mit Waffen und Büsten auf Marmorkon- jolen geschmückt war. Diese scheinbar mit besonderem tzuteresse betrachtend, trat Windmüller wie von ungefähr an eines der geöffneten Fenster nach dem Sackkanal.
i „Ah, der Palazzo Terraferma — nicht?" fragte et hinüberdeutend. „Ich kenne nämlich den Marchese — von Rom her. Schade, daß er sein schönes Hans hier nicht bewohnt. Ein liebenswürdiger Herr — und seine Schwägerin, die Principessa, eine jo schöne Dame!"
„Sicher — sicher!" gab die Frau eifrig zu. „Und ^jung schon Witwe! Nun, man sagt, sie tröstet ganz gut in Rom. Sie ist jetzt zum Besuch der eiten Marchesa hier — oder war da, was weiß Ich. ES ist ihr wohl zu still in diesem einsamen HauS. Nun, schließlich will die Jugend auch ihr Recht haben."
„DaS will sie — daS will sie!" bestätigte Wind- Wflller. „So, so! Also die Frau Principessa war hier! Wohl erst unlängst? Ich sah sie doch erst Vorige Woche in Rom!"
„Jh — wie lange istS her? Zwei — drei Tage erft, da sah ich sie dort an jenem Fenster im Piano Mobile", plauderte die Frau, indem sie auf eines der offenen Fenster deS Rosazimmers deutete. „Es toar am frühen Nachmittag, und sie hatte den Hut Bvf, einen schönen, schillernden, grauseidenen Reise- ‘gtontel an und zog sich gerade die Handschuhe i^uS. Wahrscheinlich war sie eben angekommen und 'ßch wunderte mich, warum sie gleich in die unbewohnten Zimmer gegangen ist."
X „Run, sie wird wohl dort immer wohnen, wenn
sie nach Venedig kommt," meinte Windmüller unschuldig.
„Wer wird denn in den Prunkzimmern wohnen!" wehrte die Frau diese unerhörte Zumutung ab. „Die Frau Principessa hat ihre Wohnung drüben auf der anderen Seite, im dritten Stock, gerade über den Zimmern der alten Marchesa! Sie hatte aber doch wohl gewechselt, denn ich sah sie am Abend, gerade als ich schlafen ging und das Fenster schloß, im zweiten Stock am Fenster. Sie hatte ein schwarzes Kleid an, ganz mit Füttern bestickt, die im Mondschein nur so funkelten. Ich hatte das Licht schon ausgelöscht und stellte mich hinter den Vorhang, um sie anzusehen.. Was sah sie prächtig aus! Ich konnte sie gut sehen, denn sie bog sich zum Fenster heraus und goß dann eine Wasserflasche in den Kanal, und ich sah dabei die Ringe an ihrer weißen Hand funkeln."
„Eine so große Dame und gießt selbst ihre Wasserflasche aus?" fragte Windmüller.
„Ja, ich meine, sie muß eine Vorliebe dafür haben, denn ich sah fies noch zweimal in derselben Nacht und an demselben Fenster tun", rief die Frau mit gutmütigem Lachen.
„Nein, so etwas!" rief Windmüller mit gutgespieltem Staunen. „Zweimal noch?"
„So ists, Signor! Es war eine heiße Nacht, und ich konnte nicht schlafen und dachte mir. wenn das Fenster offen wäre, könnte es auch meinem Mann nicht schaden, der zwar fest, aber unruhig schlief. Es war der Schirokko, Signor, der Schirokko! — Also, ich stand leise auf, und wie ich ans Fenster trete, sehe ich drüben, oben in der zweiten Etage, Licht, und das Fenster offen stehen. Und wer steht darin? Die Frau Principessa wieder mit der Wasserflasche in der Hand und gießt sie aus! Dann trat sie ins Zimmer zurück und nach einer kleinen Weile kommt sie wieder und schüttet dieselbe Flasche nochmals aus, indem sie sie schwenkte, wie um sie auszuspülen. Dann machte sie den Fensterladen wieder zu".
„Ah — sie hat vielleicht auch nicht schlafen können —"
„Sie war ja noch angezogen, Signor, nicht in dem funkelnden schwarzen Kleide, sondern in einem an
deren Stratzenkleide — mich dünkt, es war grau. Und eS mutz doch Mitternacht vorbei gewesen sein. Nun, es geht mich ja nichts an. Mein Mann Pflegt immer zu sagen: Filomena, sagt er immer, laß die Leute tun, was sie wollen, und halte den Mund dazu".
„Ein sehr weiser Manu, ihr Gatte, Signora!" lobte Windmüller mit einem leisen Lächeln über den Erfolg dieser Lehre.
„Er ist ein Mann, der die Welt gesehen hat, denn er war schon einmal in Mailand," verkündete Filomena mit berechtigtem Stolze. „Ebbene, er war der Ansicht, daß ich entweder geträumt oder mich geirrt haben müßte, und wir haben uns fast darüber gestritten. Nicht darüber, daß ich die Frau Principessa die Flasche ausgießen sah, sondern wo! Als ob ich nicht wüßte, was der zweite Stock und was der Piano nobile ist! Das merkwürdigste dabei ist bloß, daß ich selbst ganz irre geworden bin. Ich lag nämlich, nachdem ich die Frau Principessa eine Weile den Laden schließen gesehen hatte, immer noch auf den Schlaf wartend, in meinem Bette — bei offenem Fenster, Signor —, da hörte ich wieder über den Kanal herüber einen Laden aufmachen. Ich dachte, will sie schon wieder die Flasche auS- gietzen? Ich mutzte über den Gedanken lachen, weil ich doch gern wissen wollte, ob das wirklich eine Liebhaberei von ihr ist, stehe ich also leise auf und schaue hinüber, so, daß man mich nicht sehen konnte: denn man will doch nicht, datz jemand von einem glaubt, datz man spioniert! —
„Run, ich denke wirklich, ich sehe nicht recht, denn der Laden droben ist fest zu, und der darunter im Piano nobile halb offen, und die Signora Principessa lehnt sich zuisi Fenster hinaus, den Hut auf dem Kopfe und den Mantel an, gerade wie ich sie am Nachmittag zuvor gesehen habe. Es war eine so helle Nacht, Signor, der Mond am Himmel, wennschon er jetzt hinterm Hause war, daß ich ihr weißes Gesicht unter dem großen schwarzen Hute ganz deutlich sehen konnte, und es war auch Licht int Zimmer hinter, ihr. Sie schaute um den halb- offenen Fensterladen herum nach dem Kanal, machte dann schnell den Laden wieder zu und das Licht, da» durch die Ritzen schimmerte, erlosch gleich darauf.
Ich trat nun bis anmein Fenster heran, denn "ich war nun doch neugierig geworden, was mir keiner verdenken kann, Signor — Sie hätten es auch nicht
anders gemacht —"
„Sicher nicht," flocht Windmüller ermunternd ein.
„Nun ja, wenn eine so große Dame in der Nacht — es muh schon fast zwei Uhr gewesen sein — in» Hut und Mantel zum Fenster hinausschaut! Wi« ich also am Fenster stehe — am halbgeschlossenen hinter dem Vorhang, denn man will doch nicht zeigen, daß man ein bißchen neugierig ist — da seh« ich eine geschlossene Gondel am Palazzo entlang kommen! Aha, denke ich mir, jetzt wissen wir ja, wa- rum sie den Hut aufhat — sie will abreisen. Nun, hatte ich so viel gesehen, wollte ich auch noch zu- schauen, wie sie in die Gondel drüben am Portal steigt, — eine Principessa sieht man nicht alle Tage abreifen, das ist für unsereins gerade so, al» ob man im Theater wäre. — Nun, Signor, mögen Si emirs glauben ober nicht, die Gondel fuhr nicht zum Portal, sondern legte zwischen den beiden Fenstern dort, gerade wo die Lastra ist, an! Und dort blieb sie wie festgenagelt liegen — ein, zwei Stunden, was weiß ich! Nun warf ich einen Rock über, denn mich fing an zu frieren trotz der Joannen Nacht, und blieb am Fenster und wartete, denn wer kann denn einsteigen, wenn keine Tür da ist, um heraus« zvkommen, und wer durch eine Mauer kann, d«nt muß der Leibhaftige schon helfen! Es war mit ganz unheimlich dabei, Signor! Und was hatte die Gondel hier in der Nacht sonst zu tun, wenn sie nicht auf jemand wartete, so frage ich! Aber niemanl tarn, der Gondoliere saß auf seiner Poppa uni gähnte zum Erbarmen — ich dachte mir aber, bt bleibst auf beinern Posten und wartest, und toenit die Sonne drüber aufgehen sollte, denn wer hätte schon so etwas gesehen? Wie ein Steinbild stand ich hinter dem Fenster und wartete, hörte, wie bet Gonboliere leise vor sich hinfluchte, unb endlich fuhr er wieder davon! Nun, mein Mann hat den Kopf geschüttelt, wie ichs ihm erzählte unb wir stritten uns fast darum, unb dann sagte er, lasse die Leute tun, wa» sie wollen unb halte ben Munb dazu! Da» habe ich dann auch getan, Signor, bas habe ich red» lief)", schloß sie mit einem Seufzer der Erleichterung.
i :: .. (Fortsetzung folgt.)
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