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Sir. M Marburg a. 8, DsmEttlag, dm 6. Membtt 59. Mrs. 1924

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Anzeiger für (das früher kurheWchef Sderbeffen - Amtliches Nerküvbigungsblatt -es «reifes Marburg

DI« ^vlerhesjifch« Zeltuag erscheint Je4«eel r$<6«etft*. Fe$«yptei« wenetlt* 1 Mark ee»f*tI«Nlt* Ziftellllng«,«» Hit. Dnrch bi« von 2,25 3RL güt auefeUenbe Sammern Infolge Streit» »bet elementar Ereiantffe (eia Stfak.tietlag Dr.l-Hit,etotdDruck bet llniv.-Duchbruckkrei een Ioh. Sag. Koch, Markt 21/23__Femlpr. 56, Poftscheckkon»: R 1.5015

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kn^?m\;r,x 8* lft 'S'« |mil ",on b,i l 6ie ZonlMTlianMungen at« Unterlage 81«. In der georgMen geage »»gewiesen »,(. gibt "n 531 Wahlmünnern über 300 Anhänger von nenben Listen aus, die nunmehr einer Prüfung' Volkskommissariat des Aeußer« einen Bericht

der

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der Sowjetunion dar Recht darauf versage, wohl der Sowjetunion das Trans!/recht durch Rigaer Frtedensvertrag garantiert sei.

fl.R ewyork, 6. Roo. Die Blätter melde« folgende endgiltige Zahle« der Präfidentschasts- wählen: Coolidge 3 7 9, Davis 139, La« folette 13 Stimmen.

Regierung der Sowjetunion bekannt. Nachdem liefe die Mitteilungen der finnlSndifcheu Botschaft in Stockholm als Aeutzerung von Meinungen ansieht, die der Erklärung des sinnländischen Ministers des Aeutzeren, Prokope, widersprächen, welche die Sow« jettegierung als befriedigend anerkannt hat. Die Sowjetregierung sieht in diesem Schritt der finn- ländischen Regierung eine Verletzung der üblichen internationalen Formen. Nach dem Bericht ist der Zwischenfall, der als erledigt betrachtet wurde, neu­erdings wieder Gegenstand eines Kampfes gewor« den.

Ae ntitt vreuMe Amdrswahlordiums

Berlin, 5. Nov. Durch das neue preußische Landeswahlgesctz und die soeben fettiggestellte neue preußische Landeswahlordnung ist eine mög­lichst weitgehende Angleichung des preußischen Wahlrechts an das Reichswahlrecht rngestrebt wor­den. Beachtlich sind jedoch die nachfolgenden Ab­weichungen von den geltenden Bestimmungen des Reichstagswahlrechts, die der Amtliche Preußische Pressedienst veröffentlicht:

Rach der neuen preußischen Wahlordnung ist das Wahlrecht zum preußischen Landtig ausdrück­lich an das Vorhandensein eines Wohnorts in Preußen geknüpft. Rur preußische Staatsbeamte, Arbeiter und Angestellte in preußischen Staats­betrieben sowie die zu ihrem Haushalt gehöriges Personen lind auch dann zum preußischen Landtag wahlberechtigt, wenn sie zwar außerhalb des preu­ßischen Staatsgebietes, aber nahe der Landesgreuz« wohnen.

Wichtig ist ferner, daß die KreiSwahlvorschlSg» von mindestens 500 Wählern des Wahlkreises un­terzeichnet sein müssen, dagegen di« Landeswahl­vorschläge von mindestens 1500 Wählern belie­biger Wahlkreise. Die Unterschrift von 20 Wühler« genügt in beiden Füllen bet Wahlvvrschlägen von Parteien, die schon im letzten Landtag vertreten gewesen sind; dies sind folgende Parteien: 1. Deut- che Demokratische Partei, 2. Deutsche BolkSpartet, 3. Deutsche Zentrumspartei, 4. Deutsch-Hannover« che Partei, 5. Deutschnationale Dolkspattei, 6. Kommunistische Arbeitsgemeinschaft, 7. Kommunisti­che Partei Deutschlands, 8. Polen, 9. Sozialdemo­kratische Pattei, 10. Unabhängige Sozialdemokra­tische Partei, 11. Wirtschaftspartei des Deutsche« Mittelstandes.

Die Beschaffung der Stimmzettel ist zur Auf­gabe der Kreiswahlleiter gemacht. Bei der Aus­wahl der Wahlrüume ist in erster Linie auf di« Benutzung von Schul- und ähnlichen Räumen der Gemeinden Bedacht zu nehmen. Gewühlt wird bei den beiden Wahlen mit Wahlzettelumschlag.

Reu geregelt ist das Wahlrecht der Seeleute. Rach den neuen Bestimmungen können Seeleute, die vor der Wahl aus einem deutschen Seehafen mit einem Seefahrzeug ausfahren oder am Wahllag oder in den nachfolgenden 5 Tagen in einem deut­schen Seehafen einfahren «nd sich durch ihr See­fahrtsbuch ausweisen, ihr Wahlrecht in der Zeit vom 10. Tage vor dem Wahltage bis zum 5. Tage nach diesem » einer Hafenstadt, lall« sie

mittag im Handelsministerium wieder ausgenom­men worden. Die beiden Delegationen tauschten

Tas ungelöste Rätsel des raten Briefes.

Als letzte Regierungshandlung ha: Mac Do- I nal und seine Ministerkollegen die Bereinigung der Briefangelegenheit in Angriff genommen, die zu der Riederloge der Arbeiterregierung in erster Linie beigetragen hat. Das Ergebnis der Bemü- Hungen ist dürftig und blamabel. Der Original­brief konnte nicht festgestellt werden und die Rich­tigkeit der Abschrift war nicht einwandftei nach­zuweisen. Die neue Regierung dürste den mysteri­ösen Brief, der seine Schuldigkeit getan hat, zu den Akten legen. Sie dürfte auch Vorsorge tref­fen, daß die in dem Briefe zutagegetretenen und durchaus wahrscheinlichen 'Bestrebungen in keiner Weise verwirklicht werden. Das Inselland selbst hat sich als immun gegen rote Vergiftungsversuche erwiesen.

polnische Regierung unterstützt da» 851 ommisa« riat de» Aeußere« wieder die ursprüngliche For­derung der Regierung der Sowjetunion über da» Durchlässen der Holzflöße auf der Memel nach Sowejtrußland. Die Sowjetregierung behartt dabei auf dem internationalen wirtschaftlichen Charatter des Memelbasstn», den auch die polnische Regie­rung anerkannt habe, indem sie di« Notifikation der Memelec Konvention zur Kenntnis nahm. In der Note wird weiter darauf hingewiesen, daß Polen seinen Holzttansit auf der Memel laut dem Memeler Statut verwirklicht hat, gleichzeitig jedoch

Moskau, 5. vioj. Zn einer

Ar Lase laMno

London, 5. Nov. Au» Peking wird

meldet, daß der Präsidentschaftskandidat Tuanschi- jui die Behörden der Provinz Jnngtse telegraphisch ersucht habe, General Wupeifu in dieser Provin» nicht an Land gehen zu lassen. Nach einer Mel­dung aus Tientsin hat die Kavallerie des Gene­rals Fenghushiang den Zcntralbahnhof von Tient­sin nach schwachem Widerstand besetzt. Die Trup­pen seien alsdann zum Ostbahnhof, der im Fremden- viertel liegt, mit der Absicht vorgerückt, di edott befindlichen Mannschaften de» Generals Wupeifu z« entwaffnen.

Paris, 5. Nov. Havas meldet aus Tient­sin, daß nach der Besetzung des Ostbahnhofe» durch Kavallerie des Generals Feng Auhsiang ficB im Innern des Bahnhofes ein Feuer gefechi entspannen habe, das aus Befehl des General» der Tschlli-Truppen eingestellt worden fei

ff. London, 6. Nov. Reuter meldet au« Pe­king, daß ein neues Abkommen dem ehemalige« Kaiser von China vorgelegt wurde, welches die Br- chrünkung der Vorrechte des Kaisers und die Hof­haltung, die dieser in beschränktem Maße noch auf­recht erhielt, vorsieht. Der ehemalige Kaiser soll di» Freiheit genießen, zu leben wo et will; aber bi» Republik wird für seine Sicherheit verantwortlich ein.

nicht vorliegen, steht doch fest, daß die W i e- Lerroa61 Coolidge« mit ungeheurer Mehrheit erfolgt ist. Wahrscheinlich sind

Frankreich zur amerikauische« Präsidentenwahl.

fk. P a r i s, 6. Oft. Zur amerikanischen Präsi­dentenwahl schreibtPetit Paristen": Obwohl wir uns nicht in die inneren amerikanischen Angelegen­heiten einmischen, noch Partei für Republikaner und Demokraten zu ergreifen suchen, können wir er­klären, daß die Wiederwahl von Coolidge in Frank­reich mit lebhafter Befriedigung aufgenommen wer­den wird. Mit Coolidge und seinem unmittelbaren Mitarbeiter General Dawes und Staatssekretär Hughes wird die Leitung der Staatsdepartements die gleiche bleiben, und wir wissen, daß diese Politik ihr Ziel und ihre Methode nicht ändern kann. Petit Journal" führt den neuen Erfolg der Repu­blikaner auf zwei wesentliche Ursachen zurück, näm­lich auf die Gleichgültigkeit bet Wähler unb auf bas Auftreten bet Partei des Senators Lafolette. Der republikanische Sieg bedeute die Anerkennung der Politik von Coolidge und General Dawes. Europa sei General Dawes für seine Tätigkeit bei der Repa­rationsfrage zu Dank verpflichtet. NachChicago Tribüne" bedeutet die Wahl ein schuhzöllnerifches System für die Großindustrie, die amerikanische Ein­mischung auf ein Minimum zu beschränken, die Wei­gerung, dem Völkerbund beizutreten und internatio­nale Verpflichtungen zu übernehmen, schließlich auf eine feste, aber nicht brutale Forderung der Rück­zahlung der von den alliierten Länderkontrahenten Kriegsschulden mit dem Wunsche, die Schuldner zu einer Regelung zu führen wie England. Das alles sei eine amerikanische Politik, die der neügewählte Präsident offiziell befolgen werde.

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DasEcho de Pans" läßt von seinem Berliner Vertreter Lärm schlagen über die Behandlung der Militärkommission in Deutschland und natürlich c-uch wieder über versteckte Rüstungen. So un« :innig unb leicht widerlegbar das alles auch ist, so bann man doch ohne viel Mühe den Anlaß und d> .7 Zweck der Hebung feststellen. Geärgert haben sich die Herren, als sie bei ihrer feierlichen Aus­grabung auf den Schießplätzen in Spandau-Ruh- bben bet der die deutschen Arbeiter streikten, nur alten Stacheldraht und verrostete Patronenhülsen sanken - und daß dies von der deutschen Presse mit einigem Bebagen erzählt wurde. Vielleicht halte man auf die Empfindlichkeit unserer unge­ladener. Gäste wirklich etwas mehr Rücksicht neh­men sollen Aber sie würden dann einen anderen Anlaß zu ihrerEntrüstung" gesucht haben. Die Hauptsack» ist ihnen doch der Zweck: die Militär­kontrolle als noch nicht endgültig abgeschlossen hinzustellen und sie deshalb ad infinitmn auszu­dehnen Hiergegen gilt es Protest zu erheben. Und die schnöde Behauptung, daß die Deutschen die Militärkontrolle lächerlich machen, ist mit der Festellung zu beantworten, daß das ganze System der Industriespionage, die mit der Kontrolle ver­bunden ist, und des Durchschnüffelns unserer Reichswehr und Schutzpolizei vom deutschen Volk als Demütigung und Gefahr auf das schwerste em­pfunden wird.

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Die Wiederwahl des bisherigen amerikanischen Präsidenten Coolidge zeigt, daß die republikanische Partei In Amerika zur Zeit noch über den maßge- tzenden Einfluß verfügt und auf unabsehbare Zeit hinau» die amerikanische Politik vollständig beherr­schen wird. Al» Harding starb, taten die ameri­kanischen Republikaner sehr klug daran, Coolidge Jtt seinem Nachfolger zu machen, denn unter ihnen esindet sich kein Mann, der ebenso geeignet wäre, tzie Sympathien des amerikanischen Volke» zu ge­winnen, wie er, gegen den nicht einmal seine demo­kratischen Gegner ernste Angriff« zu richten ver- mochten. Wäre Präsident Harding am Leben ge­hlieben, so würde diesmal wahrscheinlich ein De­mokrat gewählt worden sein. Dieser strenge und verschlossene Mann, der überdies den Amerikanern zu sehr als Berufspolitiker erschien, hatte wiederholt die öffentliche Meinung gegen sich aufgebracht, und oft genug schien es, als ob die demokratische Par- tei, die zur Zeit des Tode» HardingS noch voll- fommen unter der Führung de» inzwischen eben- fall» verstorbenen Wilson stand, wieder die Ober­hand gewinnen werde. Mit dein Regierungsantritt EoolidgeS änderte sich jedoch di« ganze Sachlage. Während Harding sich um die Entwicklung der europäischen Angelegenheiten nicht mehr gekümmert hatte und die Vereinigten Staaten immer mehr bt ein« Politik der vollkommenen Isolation hinein- trieben, wußte Coolidge den Kontakt mit den euro- päischen Staaten wieder herzustellen und da» Ver­hältnis Amerikas zu England außerordentlich zu! befestigen.

mes" aus Patts: Der diplomatische Bettchterstat- ter desDaily Telegraph" schrelbt, sowohl der Schatzkanzler al« auch der Präsident des Han- dslsamtes würden sehr forgfältig die Ergebnisse der augenblicklichen deutsch-französischen Verhand­lungen über einen industriellen Zusammenschluß 1 rufen müssen Es würde schwierig für und auch unklug von Seiten der britischen Regierung sein, im augenblicklichen Stadium sich direkt einzu­mischen. Die Aufrechterhaltung der 26prozentigen Ausfuhrabgabe für deutsche Ware, die Zurückhal­tung weiterer Kredite, garnicht zu reden von der Wiederauferlegung der 33r/-prozentigen Abgabe für bestimmte auswärtige Einfuhren oder die Auf­wertung der Schuldensrage würden England in den Stand setzen, dieselbe Vorzugsbehanolung zu erhalten, die sie möglicherweise bereit seien, ein­ander ausschließlich zuzugestehen. Es sei bemer­kenswert, daß Belgien ein ausgesprochenes Wider­streben zeige, in den Fußtapsen der französischen Industriellen zu wandeln und sich an einer Kom­bination mit Deutschland zu beteiligen.

Kein« Verhandlungen zwischen französischen und deutschen Industriellen.

P a r i s, 5. Nov. Der lothringische Industrielle Francois de Wendel erklärt in einem an das Echo de Paris" gerichteten Briefe, daß die Nachricht über Verhandlungen zwischen französi­schen und deutschen Industriellen falsch ist.

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Sas SchlußllMim »er Mililürkonlrrlle

Qu. Berlin, 6. Nov. Wie wir von unter­richteter Seite erfahren, wird die abschließende Kontrolle der interalliierten Gene­ralinspektion nunmehr endgültig Anfang Dezember beendet sein. Die nationalistische fran- zöstsche Presse, insbesondere das ,Echo de Paris", veröffentlicht alarmierende Sensationsmeldungen über angebliche Unstimmigkeiten zwischen den Kontrollorganen und der deutschen Regierung, die dadurch entstanden seien, daß Deutschland die Kontrolle erschwere. Diese Meldungen, die ledig­lich den Zweck verfolgen, die Kontrolle noch zu verlängern, entbehren selbstverständlich jeder Grundlage. Da die regierungsfreundliche Presse in Frankreich aus den Sensationsberichten der nationalistischen Presse keinerlei Rückschlüsse zieht, glaubt man in den Berliner Regierungs- Kreisen annnebmen zu können, daß die franzö- ische Regierung diesen Machenschaften fernsteht. Bis zum gegenwärtigen Augenblick hat jedenfalls die französische Regierung in keiner Weise irgend­welche Absichten, den Abschluß der Kontrolle zu rerzögein, zu erben en gegeben.

Der Kandidat der Linken, Senator Lafolette, der al» offizieller Kandidat der Deutschamerikaner j*"d der Arbeiter aufgestellt war, hat immerhin ^ine sehr ansehnliche Stimmenzahl man spricht -on über sechs Millionen Wählern auf sich vereinigt, wenn man berücksichtigt, daß Lafolette mit «ner politischen Neugründung, der progressiven Par- Jei, zum ersten Mal im Wahlkampf hervorgetre- |en war, so ist dieses Stimmenergebnls zweifellos «n Zeichen der unbedingten Existenzfähigkeit die­ser neuen Partei, die alle unzufriedenen Kreise in Ämcrifa vereinigt. Im Wahlkampf hat man La­stlette als einen Linksradikalen bezeichnet, wa» er in Wirklichkeit nicht ist. Die amerikanische Linke hat £e,|ig Einfluß auf di« Politik, und ein ausge- strochener Linkskandidat würde absolut keine Aus­sichten gegenüber den Kandidaturen der amerika- Jischen Dollarkönige gehabt haben. Für Lafolette k ^cn ^dc>ch die deutschen Amerikaner ein, die in >>n den Mann sehen, der den festen Willen dazu Mt, den Versailler Vertrag zu bekämpfen und für Mgere Beziehungen mit Deutschland einzutreten, .»egeii seiner Freundschaft gegenüber Sowjetrußland

Lafolette vielfach als Bolschewist verschrien wor- >n, ein Vorwurf, der sehr ungerecht ist, da sein geht treten für die Wiederaufnahme der Beziehun- zu Sowjetrußland mit parteipolitischen bolsche­wistischen Zielen nicht da» mindeste zu hin hat. I fefolette wird jetzt seine neue Partei auszubauen «rsuchen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß es 5m. fn den nächsten Jahren gelingen wird, einen «nschwung in die amerikanischen politischen Ver-1 »Sltnisse zu bringen, die auch unter EoolidgeS Füh­rung im Inneren nicht sehr viel zu wünschen übrig lleit werden.

I

Neubildung des englischen Kabinetts

Land ob , 5. Nov. Baldwin hatte neun Stun­den dauernd« Konferenzen über die Kabinettsbildung. Er erzielt« dabei so gute Fortschritte, daß die List« de- ncuen Kabinetts vorausstchtlich morgen nachmittag dem König unterbreitet und im Lauf« des Abends ver- ottentlnht werden kann.

London, 5. Nov. Der neue Premierminister V a l dw, n empfing ,m Laufe des Vormittags und des Nachmittags im konservativen Hauptquartier die Staatsmänner, die er gestern Abend brieflich oder tele- i fonisch zur Teilnahme an seinem Ministerium einge- laden hatte. Es befanden sich darunter Lord Curzon, Lord Vounger, Sir Robert Sarne, Churchill 'und Cham- berlain sowie andere. Konservative Kreise betonen dab Baldwin entschloffen ist, diejenigen auszuwäblen. die nach seiner Ansicht am Vesten für die verschiedenen Posten geeignet sind, und zwar unter Berücksichtigung nicht nur der inneren, sondern auch der Reichsoolitik.

DemStar" zufolge werden bis morgen Abend ver­mutlich die Namen der eigentlichen Kabinettsmitglie- der, etwa 20, bekannt sein. Churchills Teilnahme gilt jetzt als sehr wahrscheinlich. Nach Blättermeldungen wird Lord Curzon wahrscheinlich das Amt des Lord- vräsidenten im Geheimen Staatsrat angeboten werden. Voraussichtlich wird am nächsten Freitag ein Kronrat im Buckingham Palast abgehalten werden, bei welcher Gelegenheit die neuen Minister das Amtsstegel und ihr Portefeuille vom König erhalten und den Amtseid ab- legen werden.

L on d o n, 5. Nov. Nach Blättermeldunacn 6a* eine Anzahl liberaler Führer, darunter Lloyd George Siuneiman, Macleon und Mond, im Sause Asquiths ein« einstündige Konferenz abgehalten, um Pläne fist eine Neubildung bei Partei und für einen liberale" Provagandafeldzug zu beraten.

Lmoero?t0r!l 3)09 Endergebnis der Fabien ist noch nicht bekannt, aber an dem bie- |ertgen Resultat wird sich nicht viel ändern Die Solge des republikanischen Sieges war eine'große Muffe an der heutigen Börse. Dos Geschäft nahm ^nen außergewöhnlichen Umfang an. Der ©e- Crften 15 Knuten erreichte ^wooo Stuck Aktien. I

Newyork, 5. Nov. Coolidge erhielt in

*0 Staaten 270Wahlmänner stimmen und Eebt in weiteren 13 Staaten mit 88 Elektoral- mmmen an derSpitze der Kandidaten. Davis erhielt, soweit bisher sicher, 163 Stimmen. La ®0IIe11e 18 Stimmen. |

cro9oth, 5. Nov. Es steht nunmehr end-«

Rrltig fest, daß Coolidge mit großer Mehrheit nUedergewähIt worden ist. | __

eenm^9^6..5;.!9100- Funkspruch. Obwohl Paris 5. Nov. Die deutsch-französischen ^ue Wahlergebnisse aus den einzelnen Staaten Haudelsverttagsverhandlungen sind heute nach-

unterzoyen werden. Die nächste Sitzung findet veimutlich am Montag oormittag statt.

London. 6. Nov.Daily Telegraph" bettch- tet au« Patt«: In verantwottlichen französischen Kreisen äußere sich deutlich der Wunsch, in Eng­land nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, da j Frankreich in der Außenpolitik einen Weg ver­folge, der eine Vereinbarung mit der neuen kon­servativen Regierung in England erschweren würde. Insbesondere bezüglich der deutsch-fran- zösischen Beziehungen werde erklärt, die Haupt­frage des Augenblick« fei der Wiederaufbau Euro­pas. Den Interessen England» und Amerikas und ebenso Frankreichs werde am besten dadurch gedient, daß alle drei Länder sich auf demWege nach Berlin" zusammenfänden. Es werde be­stätigt, daß eine deutsch-französifche Verständigung notwendig sei, daß es aber wünschenswert sei, daß jede Vereinbarung zwischen Paris und Berlin in Uebereinftimmung mit London und Washington erzielt werde. In ähnlichem Sinne berichtetTi-

ES steht außer Zweifel, daß die nunmehr er- folgte Wiederwahl EoolidgeS zum großen Teil auf englische und möglicherweise auch auf französische Einflüsse zurückgeftthrt werden muß. Die großen amerikanischen Zeitungen sind bekanntlich sehr leicht i« beeinflussen, indem sie absolut keinen Skrupel darin sehen, von irgendeiner europäischen Groß­macht her vorausgesetzt, daß diese mit Amerika be- freunbet ist gegen entsprechen!»« Bezahlung ge­wisse Richtlinien entgegen zu nehmen. In diesem Falle hat auf alle Fälle England nicht damit ge­spart, die notwendigen Mittel anszuwerfen, um die Wiederwahl EoolidgeS zu sichern. Dec demokratische Gegenkandidat DaviS hatte von vornherein die denkbar ungünstigsten Aussichten, wett seine Per­sönlichkeit selbst in der demokratischen Partei sehr Irbhaft umstritten war und er einem Manne wie Coolidge gegenüber absolut kein Gegengewicht zu bieten imstande war. Zweifellos haben sehr viele! Demokraten für Coolidge gestimmt, weil ihnen ein kluger und republikanischer Politiker mehr zusagte Äs der bewegliche, geschäftsttichtige und zu allerlei Kompromissen hinneigende Davis, der dle Ge- tomacfloflgteU begangen hatte, den amerikanischen Faszisten, den Klukluxklan, Komplimente zu machen, «n deren Stimmen zu erringen.

Coolidge gewählt worden. Weder Davis noch La Follette haben die von den demokratischen bezw. progressiven Führern ermattete Stimmenzahl er» Auf den demokratischen Kandidaten entfallen voraussichtlich 150, auf La Follette 18 Wahl­männer.

Newvork, 5. Nov. Funkspruch. Die JRe» publican Tribüne" meldet, daß der Demokrat Smith mit 100 000 Stimmen Mehrheit zum Gouverneur des Staates Newoork ge­wählt wurde.

Moskau, 5. Nov. Im Zusammenhang mit dem durch die finnländische Botschaft in Stockholm ver­öffentlichten Bericht, in dem namens der finnländi- chen Vertretung mitgeteilt wird, daß letztere den Protest der Sowjetregierung wegen des Auftretens s- v- .. . ., M... .. . @bfell3 auf der letzten Session des Völkerbundes

die für dre Tarifverhandlungen als Unterlage die-1 in der georgischen Frage abgewiesen hat, gibt das