Einzelbild herunterladen
 

L

Marburg tu L, Mttsvch, den 29. Mob«

59. Skchro. 1924

L;

»

E

3

Ingei Z

rdi88^.

Die Stimmung gegen die Demokraten.

ne

itige

ulein ittg«*

i= j?

1

s:

al

t 15 Ibr.

?«

;tLXä

L^Ü ertes

«chrs kommen. Nach der durch die Londoner Ab- »achuagen eingetretenen Beruhigung tm Wirt­schaftsleben sei die nächste Aufgabe, die noch dor- degenden Schwierigkeiten schrittweise zu beheben tod bei den kommenden Handelsvertragsverhand-

Auch Graf Bernstorfs verzichtet.

Wie aus München berichret wird, hat Graf Bern­storfs, der jetzt bei Starnberg wohnende frühere deutsche Botschafter in den Bereinigten Staaten, au eine neuerliche Aufstellung als Deichstagskandidat ver­zichtet. Bernstorff gehörte den Demokrat en an.

Minden, 27. Olt. Regierungspräsident Dr. Ha­gemeister in Minden ist aus der Demokratischer! Partei ausgetreten und hat sich der Deutschen Dolkspartei angeschlossen.

Rud°Z

ArbtiKrmkKi und Eewje«

Herr Sinowjew hat Mac Donald wider Willen einen guten Dienst erwiesen, indem er am 24. Sep- , tember einen Brief an die englische kommunistische i Partei richtete, der Instruktionen für den Umsturz i der englischen Regierung und der Ordnung enthält. Dieser Brief geriet selbstverständlich in die Hände der englischen politischen Polizei, und Herr Gregory, Che der russischen Abteilung im Fvreign Office hat in Abwesenheit, aber wohl kaum ohne Bvrwtssen Mac e Donalds dem russischen Geschäftsträger in London, [ Rakowski, die diplomatische Unkorrektheit dieses Der« , haltens eines hervorragenden Mitgliedes der Sow- 1 ietregierung unter die Aase gerieben. Der Vorfall , entlastet die Arbeiterpartei vom unbedingten Antreten für den sehr unbequemen englisch-russischen Dertrag. den die konservativen so scharf bekämpfen. Den Kon- ; servativen aber wi-d durch daS feste Auftreten des Foreign Office gegen Moskau ein« im Wahlkamp viel gebrauchte Waffe entwunden.

Gleichzeitig sind die englischen Äommuniften durch &ie Enthüllung, daß sie ihre Instruktionen und ihre 1 Geldmittel aus Moskau beziehen, in den Augen der Engländer stark kvmprvmttiert. Das lärmende Ein­dringen der Kommunisten in Wahlversammlungen hat die Wöhler der anderen Parteien, nicht zum wenigsten die Arbeiter, schon sehr verdrossen und gereizt. Auch den Arbeitern liegt daran, daß die Wahlversammlungen der Konservativen und Liberalen nicht gesprengt wer­den, denn sie wissen sehr gut, daß jede gewaltsame Sprengung der Labourparth Stimmen nicht zuführt, sondern ihr solche entzieht. Die Arbeiterpartei ver­sinkt ihre vorjährigen Erfolge gerade dem geistigen Kampf, den sie geführt hat und von dem sie nicht abgehen will. Die Methode des geistigen Kampfes hat -hr Äeberläuker aus dem konservativen und dem li- beraten Lager zugeführt, und sie kann nur verlieren, tre^n Qn^eIte 6er geistigen Mittel die terroristischen

Die unumwundene Erklärung gegen Moskaus Um­triebe schafft nun Luft und vermindert die Gefahr eines Wahlbündnisses zwischen Konservativen und Liberalen. Dadurch steigen allerdings die Aussichten für das Zu­standekommen einer rein konservativen Mehrheit, die stark genug ist. mit der takitschen Unterstützung des Übrig bleibenden liberalen Häufleins eine unabhängige Regierung zu bilden. Rach dem gesamten Gang des Wahlkampfs ist eine absolute Mehrheit der Arbeiter- Partei nicht wahrscheinlich. Die Arbeiter würden auch wohl nicht die Unterstützung der Liberalen haben öon einigen Ueberläufern abgesehen, di« an der libe­ralen Mee verzweifeln und in den Sdeen der Labour­parth den Leitgedanken der Zukunft sehen. Mac Donald wird den Winter über gewiß lieber als Führer einer sehr aussichtSvvllen, innerpolitisch starken, pofitionsbereiten Opposition im Unterhaus sitzen als in der Rolle eines jederzeit gefährdeten Premiermini» sters, der sich im Laufe von wenigen Wochen abregieren und dann auch von seiner Autorität als Führer der Opposition viel einbüßen müßte. Die parlamentarische Lage der Arbeiterpartei wird übrigens auch in der Oppvsitionsstellung dadurch erleichtert, daß sie nicht ttehr mit Feuereifer für den Dertrag mit Rußland und ür die Gewährung einer englischen Anleihe an die Sowjets einzutreten braucht.

Die Reichsausstellung in Wembley schließt nächstens ihre Tore. Sie hinterläßt ein recht bedeutendes Dfi- zit. Die Kosten der Prachtbauten, die man dort für einen Sommer errichtet hatte, waren aber zu hoch, um durch noch so große Mengen von Eintrittsgeldern in 6 oder 7 Monaten gedeckt werden zu können. Ein warnendes Beispiel für Ausstellungen in Deutschland: das Hauptgewicht nicht auf äußerlich prunkvolle Bau- ten mit Diesenkuppeln und Türmen, sond.rn mehr auf praktische Schutzräume und deren Inhalt zu legen. Trotzdem kann die architektonische Wirkung auch bei einfachen Bauten Berücksichtigung finden. Wembley glich allerdings einer orientalischen Feerie, Wan sah daran den ziemlich naiven aufs Aeutzerste gerichteten Geschmack des englischen »man in th« street". Es ist unter Umständen gut, nicht so viel Geld zu haben, um diesem Prunkgeschmack zu fröhnen. Deutschland ist vor dieser Gefahr gesichert, und ihm wäre zu wünschen, daß eS mit weniger Geld Geschmackvolleres und Er­tragreicheres leist«.

thri

en w

-n ui (hi ret% !en toiC® R-jen-H L MtiJ

ff. Berlin, 29. Ott. DerLok.-Anz." meldet aus Hannover, daß die sozialdemokratische Partei die bisherige Liste für den Reichstag nicht geändert habe, während auf der Landtagsliste der Ober­bürgermeister von Hannover, Leinert, der bei den letzten Landtagswahlen im Februar 1921 Spitzenkandidat war, g e st r i ch e n worden sei.

Die amtlichen Stimmzettel.

Berlin. 29. Okt. DieBoss. Ztg." meldet: Auch für die Preußenwahlen werden amtliche Stimmzettel ausgegeben. Aus Gründen der lleber- fichtlichkeit ist entschieden worden, daß zwei Stimm­zettel, einer für die R e i ch s t a g s w a h l und einer Ar die L a n d t a g s w a h l, hergestellt werden, die ich durch die Farbe unterscheiden und den Aufdruch Reichstagswahl" resp.Landtagswahl" tragen. Bei der Wahlhandlung müssen beide Stimmzettel in denselben Umschlag gelegt werden.

Heriufsetzung de» Wahlalters.

fk. Berlin, 29. Ott. Blättermeldungen aus München zufolge hat der Verwaltungsausschuß des bayerischen Landtags einen bauernbündlerischen An­trag aufHinaufsetzungdesWahlalters a u f 2 5 I a h r e und der Wählbarkeit auf 30 Jahre angenommen und zwar gegen die Stimmen der So­zialdemokratie, des Zentrums, der Demokraten und Bolki'chen.

Auch dieW e st m m i n st e r E a z e t t e" betont dre besondere Niederträchtigkeit, mit der Mac Donald versuchte, aus seinen Schwierigkeiten her­auszukommen und die Verantwortung für den gan­zen Zwischenfall dem Foreign Office aufzubürden. Wie jeder andere Minister, sei auch er vollkommen verantwortlich für Handlungen in seinem Amts­bereich. Das Ganze sei eine Tragödie der Un­gereimtheiten und Doppelzüngigkeit. Es sei klar, daß Mac Donald ein Komplott erfunden habe, um die ungeheuren Fehler zu decken.

D a i l y T e l e g r a p h" schreibt, man sei zur­zeit Zeuge einer Demoralisation, wie man ste hof­fentlich niemas wieder im öffentichen Leben Eng- ands beobachten werde. 4

ochenkÄ »llung » tilL W®

WMbkwcgung

Der Wahlaufruf der Deutschnationalen.

fk. Berlin, 29. Ott. Die Deutschnationalen veröffentlichen nunmehr ihren offiziellen Wahl­aufruf. ES heißt darin, daß sie für schwarz- weiß-rot kämpfen und daß in diesem Kampf die Parole laute: Christlich-vSlkisch-natio- nal-sozial. DL beste StaatSfvrm für das deutsche Bolk sei die konstitutionelle Erb-Monar- chie. lieber die Staatsfvrm soll zur gegebenen Zeit «rf gesetzlichem Wege durch Bvllsentscheid ent­schieden werden. Als nächstes Ziel werde erstrebt, Wiederherstellung eines gesunden Förderalis- mus und Beseitigung der Alleinherrschaft des Parlaments. Lieber die DaweS-Gefetze wird te dem Ausruf gesagt: Die Dawesgesehe sind jetzt bindendes Recht. Ihre Ausführung verlangt die wachsame mannhafte Vertretung des deutschen, Standpunktes, damit Reich und Volk nicht in wirt­schaftliches Elend versinke. Der Aufruf verlangt dann weiter Bekämpfung der jüdischen Vorherr­schaft und vor allem den Kampf gegen die marxi­stische Sozialdemokratie und spricht sich zum Schluß gegen eine Zersplitterung im nationalen Lager aus.

$ ®er bisherige stellvertretende Dorsihende der ^-nvkratischen Partei. Professor G e r l a n d, . aus der Demokratischen Partei ausgeschieden ist, Etaatsminister a. D. Koch ein Schreiben Schiet, indem er entschieden in Abrede stellt, baß die ^litt a-*^c nach wie vor eine Partei der

L e fei. Dem stehe entgegen, daß ein so prominentes

ArM imd die bttititic BrrkckMMk

Großadmiral v. Tirpitz, der in letzter Zeit wie­der durch sein Hervortreten den Willen bekundet hat, aktiv an der Weitergestaltung der Verhältnisse mitzuwirken, hat seine Erinnerungen, die auch von Gegnern als eines der wenigen Kriegsdokumente von bleibendem Wert anerkannt werden, mit dem «atze geschlossen:Das deutsche Volk hat die See mcyt verstanden." Er hat damit sicherlich >n den Wesenskern unseres Unglücks hineingeleuchtet. Das deutsche Volk hat tatsächlich in seiner inneren Aus- retfung nicht mit seiner äußeren Machtentwicklung und Wirtlchaftsgeltung Schritt gehalten. Es ist kein Weckvolk geworden, das mit Würdegefühl, Sinn für Maß und Stil und politischem Fernblick der großen Aufgaben, die durch das Schicksa an dieses heran- ebracht worden sind, hätte Herr werden können, uch das neue Tirpitz-Buch, aus welchem augen­blicklich die ersten Auszüge in der Presse erscheinen, ist auf den gleichen Ton kritischer Einstellung ge­stimmt. Allerdings dürfte.das neue Buch nicht in dem Maße auch breiteren Kreisen zugänglich sein, wie es das Kriegserinnerungsbuch in seiner weit zurückgreifenden, aber klar aufgebauten Gestaltung geworden ist. Das neue Tirpitzbuch, das im Cotta- Verlage unter dem TitelDer Aufbau der deutschen Weltmacht" erschienen ist, umfaßt im wesentlichen polrtische Dokumente. Die Einzelschriftstücke, die

zum großen Teil noch unveröffentlicht sind, werden durch Einleitungen, Zwischensätze und Fußnoten zu einer Einheit verbunden.

Die Absicht des neuen Buches richtet sich gegen die Unzulänglichkeit der politischen Führer vor dem Weltkriege. Tirpitz weist an der Hand zahlreicher Dokumente und unter Heranziehung auch bereits anderweitig erschienener Veröffentlichungen nach, daß die Vorkriegsstaatsleute den Sinn der welt­politisch eingestellten Flottenpolitik nicht verstanden haben, daß sie sich insbesondere durch die englische Gegenpropaganda haben bestimmen und im eigenen Urteil beeinflussen lassen. Besonders wichtig ist die Herausarbeitung dör Stellung.des Marinestaats­sekretärs in der Frage des Marineabkommens mit England. Ti/Pitz ist durchaus mit der Festlegung einer Flottenstärke-Beziehung nach den Anregungen englischer Staatsmänner einverstanden gewesen. Er wünschte die defensive Sicherung von 10 : 18, die auch Churchill anerkannt hat. Das Nichtzustande­kommen einer Vereinbarung führt Tirpitz auf die Scheu Bethman-Hollwegs zurück, irgendwie auf feste Zahlen einzugehen. Bethmann-Hollweg hat, seiner Natur entsprechend, in Angst vor allem Positiven, einen Nebel über die Verhandlungen verbreitet, ver­schiedentlich Reichsmarineamt und Auswärtiges Amt bei den Verhandlungen ausgeschaltet und mnerpolitllch die Ressorts und den Reichstag gegen­einander ausgespielt.

M o s k a u. 28. Okt. Bei einer Unterredung mit Pressevertretern erklärte Sinowjew u. a., der ihm zugeschriebene Brief sei eine Fälschung. Dieser angebliche Brief spreche von einer militäri­schen Sektion der englischen kommunistischen Partei, die nicht existiere. Diese Partei habe dringender« Aufgaben und zwar die Gewinnung der Mehrheit der englischen Arbeiter. Daß ihr dabei Erfolg ! winke, beweise die Tatsache, daß die Bourgeoisi« solche Mittel ergreifen müsse wie eine Dokumenten­fälschung. Es sei nicht schwer zu verstehen, warum einige Führer des liberal-konservativen Blocks z« solchen Mitteln griffen; schwerer aber sei die Hand­lungsweise des Foreign Office zu verstehen. Sinow­jew schlug dann vor, die Angelegenheit durch eng­lische Gewerkschaftler untersuchen zu lassen. Weiter teilte er mit, daß laut Nachrichten aus ziemlich glaubwürdigen Quellen die Fälschung aus polnischeq- Kreise stamme.

Moskau, 28. Ott. (Russische Telegraphen­agentur.) Der von einem Kuraufenthalt im Süden: Rußlands zurückgekehrte Präsident des Rats der Volkskommissar (Rykow) sagte in einer Sitzung^ der Zentralexekutive, daß das Zentralexekutiv- * komitee in der Frage des Vertrags mit England fest- gestellt habe, daß die von der Sowjetunion ge­machten Konzessionen den äußersten Punkt erreicht hätten. Zu der Angelegenheit des Sinowjewbriefe»' erklärte Rykow, daß die Sowjetregierung die Brief« der Komunistischen Internationale nicht kontrollier«: und daß ste nicht für den Briefwechsel verantwort­lich sei. den diese mit den verschiedenen kommunisti» schen Parteien führe, doch jetzt handle es sich nicht - um diese Frage, sondern darum, daß mit absoluter! Sicherheit festgestellt werde, daß der fragliche Srief, niemals geschrieben und niemals vom Präsidenten' der Kommunistischen Internationale, Sinowjews unterschrieben und abgeschickt wurde. Es sei ein«: freche Fälschung während der Wahlkampagne Eng­lands und bezwecke den Kampf gegen die englisch« Arbeiterpartei, gegen die Sowjetunion und gegen den Vertrag mit England. Außerdem habe man Grund zu der Annahme, daß die Fälschung das Ziel verfolge, die sich günstig gestaltenden Beziehungen zwischen Frankreich und der Sowjetunion zu schä­digen. Es sei klar, daß die reaktionären burger-! lichen Klassen versuchten, die öffentliche Meinuntz gegen Sowjetrußland zu mobilisieren.

London, 28. Okt. MacDonalds Red«' in Cardiff über die Sinowjew-Angelegen» heit, die heute am letzten Tage des Wahlkampfes in den Blättern weiterhin den Hauptplatz ein»; nimmt, hat in der antisozialistischen Presse einen Sturm der Entrüstung gegen den Premierminister hervorgerufen. DieTimes" schreibt: Mae Donald habe eine Handlung begangen, die nach den bestehenden Regeln des britischen öffentlichen Le» bens vollkommen unverzeihlich sei. Er, das verant­wortliche Haupt eines großen Staates, habe versucht,! sich isi einer schwierigen Lage zu decken, indem eri Andeutungen darüber gemacht habe, daß seine Be»i amten ohne seine Befugnis gehandelt hätten. Al»! otaatsfefretär des Aeußern habe er eine sehr wich»! tige Note, die in seinem Namen an eine auswärtig«: Macht gesandt wurde, desavouiert. DieTimes-' schließt:Wir haben eine bewegte Geschichte gehabt; aber niemals bisher ist ein, Minister der Krone f«' tief herabgestiegen, daß et das Beamtentum, da»- keine Macht hat, sich öffentlich zu verteidigen, An-^ griffen auf eine Politik aussetzt, für die der Minister verfassungsmäßig allein verantwortlich ist.

. u® a * 1Expreß" schreibt, der Premier» Minister müsse stets die Verantwortlichkeit für di« Handlungen seiner Untergebenen übernehmen, ins» iesondere in Fällen, wie den des Sinowjewsbriefes,! wo er selbst deutliche und bestimmte Anweisungen,! die sie auch getreu und genau durchgeführt hätten, gegeben habe. Mac Donald habe durch seine Hand» lung bewiesen, daß er unfähig sei, die Pflichtet»' semes hohen Amtes zu erfüllen und die Verantwort» nchkett dafür zu tragen. Mac Donald habe feiner! Partei am Vorabend der Wahlen einen vernichten­den Schlag zugefügt. Er sei für die Nation eine noch größere Bedrohung als die rote Gefahr selbst.

"DaGhr0nicle" schreibt es sei verwerf­lich von Mac Donald den Tadel auf Männer abzu» roalsen, die sich nicht verteidigen könnten und für deren Handlungen er die volle Verantwortlichkeit i übernommen habe.

Moskau, 28. Okt. Wie die russische Telegraphen« agentur mitteilt, begibt sich eine Delegation der Moskauer Sowjets nach Deutschland und England, um Verhandlungen über die Finanzierung der Untergrundbahn in Moskau und über eine Kredit­gewährung für die En! Wicklung des Autotraspott- wesenö in Moskau zu, führen. ' :

London, 28. Ott. »Daily Telegraph" bericht aus Brüssel, daß vier Delegierte der Sowjet­regierung soeben in Belgien eingetrofsen und in Verhandlungen mit den führenden 3n» bußriellez geteetg tzjM tencc h ders"tz-»t«n.

Der Sparer- und Hypothekrengläubiger-Schutz- ^rband ruft jetzt des öfteren seine Mitglieder zu Protestkundgebungen auf. In einer solchen, die tti der Berliner Stadthalle stattfand, ereignete sich *In Zwischenfall, der die wachsende Mißstimmung die Demokraten kennzeichnet. DieZeit" veröffentlicht einen Bericht über diese Kundgeb- ^9 und schreibt:Unter den Ehrengästen als Vertreter der geladenen Parteien bemerkte man «: ?n Vorsitzenden des Aufwertungsausschusses, Vf *6g, Dr. Steiniger (Deutschn.) und den fruhe- erbc««^ Abg. Stadtverord. Streiter (D. Vpt.) als ?pezialisten auf dem Gebiete der Militärrenten- fftforge, schließlich den früheren Staatssekretär

beträgt ffit den 10 gesp. Zeilenmillimeter 0,08 Eoldmark. Amtlich» und axswätliae An,eigen 0,10 Sei«*:

Srt« BaÄÄ Pl°tz°°r.chris..nLv^ «uf!ch'l°g. Sam«eIanieiÄattlS^eZ. 0,35 Selk«.

Rabatt gilt al, Barrabatt und ver,allt wenn di« Zahlung spater al« 5 Tag» erfolgt Stiege werden berechnet,! ebenso Auskunft durch kle Seschaftrftelle und Zusendung der Angebot». Erfüllungsort Marburg. 1 S.-9RL = Dell« j

Parteimitglied wie Hummel gerade jetzt den Latz geprägt habe: Die Demottatische Partei sei keine Partei der Mitte, sondern eine Linkspartei, und daß Reichsminister Koch selbst ausgesührt habe, Wenn es zu einer Spaltung komme, so stehe die Demokratische Partei links, sie stehe neben und an der Seite der Sozialdemokratie. Damit geb« die Partei trotz aller Wahlaufrufe die Politik der Mitte auf. Ferner bestreitet Professor Gerlanb, daß die Partei irgend etwas getan habe, um zum mindesten die Auswüchse des Pazifismus zu bekämpfem Sie habe Schönaich und O u i d d e trotz ihres Auftretens weiter in der Partei geduldet; das unter Mitleitung Kochs stehende Banner »Schwarzrotgold" habe Basch in seiner provo­katorischen Rebe geschützt und zum Schluß begeistert die Internationale mit angestimmt. Die Dölkerbundsagitation innerhalb der Partei habe For­men angenommen, die vom außenpolirifchen Standpunkt aus unbegreiflich seien. Zede Tagung der Partei­instanzen sei ausgefüllt gewesen mit Verhandlungen über unerhörte Angriffe gegen Getzler und seine Amtsführung. DaS sei Pazifismus in Reinkultur gewesen. 3n der Wirtschaftspolitik fei die äußere Einigkeit eine leere Form gewesen, und Herr Koch werde am besten wissen, wieeinig* die Partei in der Frage der Schutzzölle gewesen und noch sei. Der Brief schließt damit, daß eine solche Politik der Mitte vielleicht richtiger als eine Politik der Halbheiten zu bezeichnen sei.

3» brrfassungsmäßigen Verordnung und friedlichen 00 w « Entwicklung rollen, mögen sie von links oder von

V* -Oberhefstsche Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zustellung,,e- MV- Duritz die Post 2,25 Mb Für ausfallende Nummern infolge Streik, oder elementarer Ereignisse kein Ersatz -Verlag »,Dr.T.Hitzer»th.Druck derUnio.-Buchdruckerei von Joh. Bug. K-ch, Markt 21/23. Fernspr. SS.-Postscheckkunt»1 Str.5015 Amt Frankfurt a. Main.

Dieliberale Vereinigung".

Berlin ,28. Okt. Cm Ausschuß, in dem u. a. der Präsident des ReichSwirtschastsrates, Karl Friedrich Siemens, Reichsmini" er a. D. Schif - fer, Mitglied des DeichLwittschaftSrateS Haus Krämer, das Mitglied der Handelskammer Ber­lin Bruno Eis en führ, der Cehetme <Regie» rungsrat Vrenzel und der Leipziger Rechtsanwalt Dr. Zöphel vertreten sind, erläßt einen Aufruf zur Bildung einer Liberalen Vereinigung, die ohne eine neue Partei zu bilden, Sammelpuntt und Aufnahmestellung für die Anhänger des Per» fassungsireuen Liberalismus fein und zur Sicherung der Grundprinzipien eines demottatifchen Staa­tes beitragen soll.

AnMer ffit (das Mer lurheUM SbeMfm - AmMes Berffinbiguagöblatt des Kreises Marburg

Die Resolution des Zentrums.

Der Berliner Parteitag des Zentrums hat die auf ihn gesetzten Erioartungen durchaus bestätigt. Mgemeine Einigkeit da keine grundsätzliche Entscheidung zu fällen war. Das Treugelöbnis für Marx besagt ja nichts, so lange man nicht weiß, was der glaubt. WomöglichVolksgemein- schaft"; wenns aber die nicht gibt, bann Zusam­mengehen mit jeder Partei, die Marx'sche Politik mitmachen will. Alle Türen nach links wie nach rechts bleiben also offen. Das ist, wie ge- ßrgt, nicht überraschend, vielmehr konnte es gar- nicht anders kommen. Wenn die Zentrumspartei einig in den Wahlkampf gehen wollte, mußte sie t:e innerpolitischen Differenzen unterdrücken. Deshalb hat auch Dr. Wirth sich für seine Ver­hältnisse noch einigermaßen im Zaum gehalten und mehr das Einigende betont. Man hofft eben auf das Wunder, das am 7. Dezember geschehen und der Partei die grundsätzliche Entscheidung er­sparen soll.

Berlin ,28. Ott. Der von Reichskanzler Marx als Vorsitzenden und dem GefamtDorftand der Zentrumspartei unterzeichnete Wahl­aufruf erinnern an die Entspannung der außen­politischen Lage und an die jahrelangen Bewühun- gen des Zentrums, eine besonnene Politik im deut­schen Volke zu begründen, die auf die Erhaltung feiner Einheit, die Wiedererlangung seiner natio­nalen Freiheit und materiellen Wohlfahrt gerich­tet sei. Das Zentrum werde diese allein Erfolg derheihende und wahrhaft nationale Politik cirt- fchlvsfen weiter führen und werde mit allen denen Stfcmmertrirlen, d e den Wiederaufbau von etnt ®ti Wirtschaft auf dem Boden der bestehenden

»Slot» ikckklß unj litte*

Ke

an

H r fpät# 668t

lungen weitere gedeihliche Aussichten zu eröffnen. Dorum weg mit dem Radikalismus und der poli­tischen Zersplitterung! Das Zentrum sei für Fort- kgung der bisherigen nationalen Rettungsarbeit, * K für die Befreiung von Ruhr und Rhein, für den j Echutz der Weimarar Verfassung, für befestigte ro~ flrÄ : GfasWautontät und für wirtschaftliche.! und sozialen stfüÄ* | A^leich bei gerechter Lastenverteilung.

tintig ' ---

miatr ' Dernburg (Dem.). Bei der Nennung Namens und der von ihm vertretenen Par-

viumens uno uei uun

? erhob sich ein ungeheurer Tumult, der die Ver- - Mmlung aufzulösen drohte. Rufe wieD e r n - i rau-s!,Kapitalistenschiebe r", <T]eöer mit den Demokraten", u.a. er- ------y ; Bitten.

PProfessor ©erlaub, an die Demokratische Partei.