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Warburg c L, Frrttag, den 21 Oktober

» Mtg. 1924

Anzets« fflt <das früher kurbefsischrf SbrrhMn - AmMKes Verkündigungsblatt des AretteS Marburg

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unertrünfcht ist, sich bemühen, dre Welt über Stand der deutschen Ausrüstung irrezusühren.

7200 steigern konnte, müssen die Zeche« wieder den allgemeinen Absatzverhält- Ruhrbergbau anpassen. Da diese zur schlecht sind und der wirkliche Absatz die Hälfte der Beteiligungsziffer beim

Berlin. 24. Ott. Wie dasBett. Tageblatt" hört, wird der aus der demokratischen Par­tei ausgeschiedene Professor Gerland von der Deutschen DollSpartei an zweiter Stelle in Er­furt aufgestellt werden.

Berlin. 24. Ott. Wie mehrere Blätter mel­den, hat der Reichsminister Hamm der Wahlkreis- oiganisation der demokratischen Partei für Ober» bahcrr und Schwaben, die ihm erneut die Svihen- Icndtdatur angetragen hat, mitgeteilt, daß er mit Rücksicht auf seine durch die aufreibende politische Tätigkeit der letzten Jahre stark angegriffene Ge­sundheit die Kandidatur ablehn«. Er sei jedoch bereit, der demokratischen Sache nach wie vor seine Kraft zu leihen.

Der Präsident von China entflohen.

ft. Tokio, 24. Ott. Nach einer Meldung

Im Reichstage ist der Parteivorstand der Deutschnationalen Dolkspartei zusammengelreten, em den am Montag stattsindenden Vertretertag her Landesvorsitzenden vorzubereiten.

In einer Bemerkung zu dem Artikel desSag, fe dem die Frage eines Wechsels in der Leitung her Deutschnationalen Vvllspartei angeschnitten vird, erklärt es dieKreuzzeitung" für dringend erforderlich, daß di« Führerstage umgehend er­ledigt wird im Interesse eines einheitlichen Aus­baues der Wahlagitation. DieDeutsch« Zeitung", die sich in ihrem Leitartikel mit den gleichen Fra­gen beschäftigt, bezeichnet den Rücktritt HergtS von der Leitung der Deutschnationalen Partei als eine «nabweisbare Notwendigkeit.

6200 auf sich nun Nissen im Zeit sehr nur etwa

unmöglich, aus einer Versammlung in Glasgow rede», wo es »u einem wüsten Getümmel kam.

Agentur Kakusai aus Tientsin istTsaokun, Prä­sident von China, mit unbekanntem Ziel aus Pe­king entflohen.

Paris, 23. Ott. Havas berichtet aus Peking: Nach den letzten Telegrammen ist T f ch i u m e n - Kow noch nicht wieder eingenommen, aber feine Einnahme soll unmittelbar bevorstehen, da die Truppe« Wupeifu» den Feind zurückgeworfen hätte».

Sie Arbeit«! bet KonkMommiiitva

Berlin ,23 .Oft. In der Woche vom 13. bis 18. Oktober wurden von den Interalliierten Konttvllkvmmissivnen aufgesucht: 24 Truppenein­heiten, 31 Heeresanstalten und Verwaltungsstel­len, 42 Polizeistellen, 30 Firmen und Fabrikbe­triebe. Außerdem fand ein nicht angesagter Besuch bei einem Truppenteil in Dessau statt. Unter den der Kontrolle unterzogenen Fabrikbettieben befan­den sich folgende Firmen: Auer, A.-G., Berlin. Berliner Maschinenbau-A.-G. vorm. Dchwartz- kopff. Druckenmüller in Tempelhof, Kölle u. Hensel in Wittenau, Verein Freiburger Uhrenfabriken in Freiburg (Schlesien), Hugo Schneider A.-G. in Leipzig, Phönik in Hörde, Stcchlwerk Decker in Willich, Mannesmann-Röhrenwerk« in Witten usw.

Berlin, 23. Oft. Vor einigen Tagen gab die Verwendung einiger alter unbrauchbarer Ge­schützrohre als Arttllerieziele auf dem Schießplatz Königsbrück bei Dresden den Pariser Blättern Ver­anlassung zu der Falschmeldung, in dec Dresdner Kaserne seien zwanzig moderne schwere Ge­schütze gefunden worden. AeuerdingS wird von derselben Presse die Tatsache, daß die Inter alli» ierrte Militärkommissivn bei dem Besuch des Bor» sigwerks in Tegel in der Herstellung begriffene Stahlflaschen festgestellt hat, als Anlaß benutzt, um die Nachricht zu verbreiten, die Interalliierte Mili- tärkvmmission habe in dem genannten Werke meh­rere tausend Granaten gefunden, die von der deut- fdxn Regierung entgegen den Bestimmungen des Veisailler Vertrages bestellt worden seien. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie gewisse Kreise, denen der glatte Verlauf der Generalinspektion

Karlsruhe, 23. Oft. Auf das Telegramm des Reichskanzlers Marx anläßlich der Räumung der badischen Häfen Karlsruhe und Mannheim hat Staatspräsident Dr. Köhler den Dank des - Landes in folgendem Telegramm zum Ausdruck gebracht:Für die austichtigen Glückwünsche namens der Reichsregierung danke ich Ihnen herz­lich. Die nunmehr befreiten Landesteile werden stets dankbar der wirksamen Unterstützung des Reiches gedenken und bunt') verdoppelte Anstren­gungen die Schäden der Besetzung zu überwin­den ttachten." Das Glückwunschtelegramm deS Reichsministers für die besetzten Gebiete wurde mit folgendem Telegramm beantwortet:Herz­lichen Dank für die freundlichen Glückwünsche Möge Ihre Hilfeleistung auf wirtschaftliches Aufblühen der befreiten Landesteile sich bald ecfüllen."

RmiWcker ÜnnMno

Sitzung vom 23. Oktober.

Vizepräsident Dr. Pörfch eröffnet die

London, 23. Oft. Llond George legte gestern in einer Wahlversammlung die Haltung dar, die von den Liberalen gegenüber einer konservativen Re­gierung eingenommen würde, falls die Wahlen die Konservativen wieder zur Macht zurückfiibren. Wenn eine solche Regierung, erklärte Lloyd George, etwas Gutes vorschlägt, so würden wir uns diesem Guten nicht deshalb entgegenstellen, weil die zufällig von einer konservativen Regierung vorgeschlagen wurde. Wenn sie aber Dinge vorschlage, die wir mihbilligen, so werden wir gegen sie stimmen. Das ist die einzige Art, in der man sein Urteil abgeben kann und der einzige Weg, auf dem ein Parlamentsmitglied seinen Mählern gegenüber seine Pflicht tun kann.

London, 23 Ctt. Liberale Knights haben einen Aufruf an die liberalen Wähler unterzeichnet, in dem aufgefordett wird, zur Unterstützung einer starken autisozialistischen Politik für die konservativen Kandi­daten zu stimmen. Sie nennen das Programm des konservativen Führers Waldmin evf-'.n Plan, der eine gesunde fortschrittliche Reform gewährleiste.

London. 23 Ott. Die Zusammenstotze in den Wahlversammlungen nehmen im ganzen Lande an Heftigkeit zu. In einer konservativen Wahlversamm­lung im Londoner Stadtteil Lambeth kam es zu einer ernsten Schlägerei Ein Mann erhielt dabei eine Schnittwunde. Mehrere andere Personen wurden mit chweren Gegenständen geschlagen. Robert Horne war

um 12.20 Uhr. Nach Erledigung kleiner Vorlagen tritt baS Hau» in die Fortsetzung der dritten Beratung des Gesetzentwurfes zur Preuh. Persvnalabbauverordnung ein. Der Vorlage liegt ein Urantrag der Demokraten. deS Zentrums und der Svzialdemottaten zugrunde, wonach der Abbau von Wahlbeamten der Zustimmung der Aufsichtsbehörden bedürfe. Dei den bisherigen Versuchen, die Vorlage zur Verabschiedung zu bringen, 1 stellte sich dreimal Deschluhunfähigkeit deS Hauses , heraus, da die Deutschnationalen und die Deutsche Dolkspartei sich an der Abstimmung nicht beteiligten. Dei der heutigen Abstimmung wurden nur 196 Stimm­zettel abgegeben, sodah daS Haus wiederum, also zum vierten Male beschlußunfähig ist. Zur Deschluhfähig- keit fehlen 13 Abgeordnete. Die Sitzung mutz abge­brochen werden. Vizepräsident Pörfch beraumt die nächste Sitzung aus eine Minute später an.

Aus der Tagesordnung der neuen Sitzung steht die dritte Beratung des Haushaltsplanes. Bei dem jetzigen beschleunigten Verfahren der parlamentarischen Ar­beiten ist für jede Fraktion nur eine halbe Stunde Redezeit vorgesehen.

Abg. H e i l m a n n (Soz.) wirst der Rechten Wahl­mache vor. Sie wollen die letzten Tage des Parlaments noch benutzen, um die Wähler zu täuschen. Der Redner bezeichnet den Umfall der Deutschnationalen vom 29. August als tückisches Manöver. Gegen Abkommandie­rung von vier Dutzend Abgeordneten für die Annahme der Dawesgefetz haben sie sich vier Ministersitze ver­sprechen lassen, ein 6timmenfauf, wie er schmählicher noch niemals im deutschen Parlament erfolgt ist. Als der Redner den Deutfchnationalen vvrwirft, sie hätten Erzberger in den Tod gehetzt, ertönten laute Pfuirufe der Rechten. (Abg. Doh sRat.-Soz.s ruft: Frecher Jude!) 3ft Herr Hergt eigentlich noch 2hr Führer? (Zuruf bei den Deutschnationalen: DaS geht Sie gar* nichts an!) Ist Herr Hergt schon den Weg gegangen, den der au8 der Chef red alt ion der Deutschen Tages­zeitung hinausgedrängte Abg. Becker gegangen ist? Die deutschnationalen Manöver sind an der Festigkeit der demokratischen Partei gescheitert. Der Redner begrüßt den Beginn der Räumung deS Ruhrgebiet rS als Frucht der demokratischen Erfüllungspolitik. Er tritt für die Farbe schwarzrvtgvld ein. Wilhelm II. hätte vor zwanzig Jahren endmündigt werden müssen Aber daS deutsche Bürgertum war zu schwach: eS ließ sich vom Glanze blenden. 3m letzten Augenblick habe die Demokratie daS deutsche Volk noch vorn Abgrund zurüc;gerissen. (Lachen und Widerspruch rechts.)

Abg. von der Osten (Dntl.) weist die Angriffe des Vorredners gegen seine Partei zurück. Abg. Dr. v. Lampe (D.D.P.): Die Wahlrede deS Abg. Heitmann war geboren aus dem Aerger, daß die Dinge im Reich nicht so gelaufen find, wie feine Partei wünsche. Es ist ein schwerer Fehler gewesen, dah man seinerzeit Schwarzweißrot in die Ecke geworfen hat.

Abg. Schwerins (Z.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abgeordneten von der Osten und die rücksichtslose Sprache der deutschnationalen Presse. Das Zentrum werde weder nach rechrö noch nach links wählen. Die Deutsche Vvllspartei treffe der Vorwurf, ohne Grund die jetzige Kttfe herbeigeführt zu haben. Bei der Sozialdemokratie sei anzuerkennen, daß sie sich fünf 3ahre dem Staat zur Verfügung gestellt habe.

Abg. Dr. M e h e r - Ostpreußen (Komm.) wendet sich gegen die Politik der anderen Parteien, die er als heuchlerisch bezeichnet. Die Sozialdemokratie werde ihre verlorene Position in der Arbeiterschaft nie wieder­gewinnen.

Abg. Dr. Schreiber-Halle (Dem.): Nach drei Jahren großer Koalition in Preußen, die von der Demokratischen Partei herbeigeführt worden ist. kann man mit Oenugtuuung feststellen, baß diese Koalition das größte deutsche Land vor politischen Krisen bewahrt hat. Die Wählerschaft hat kein Verständnis für doppel­züngige Politik der Deutschnationalen in den letzten Monaten.

Abg. Daschowski (Pole) richtet heftige Angriffe gegen den preußischen Staat, dem er vorwirfl, er vergewaltige die polnische Minderheit in Oberschlesien. (Die Rechte und die Mitte des Hauses protestieren mit lauten Pfuirufen.)

Abg. Dr. Stessens (D. D. P.) bezeichnet die Aeuherungen des polnischen Redners als tief be­schämend und protestiert gegen die unerhörte Behand­lung der Deutschen in Pvien.

2lbg. Dr. Schwerins (Z.) polemisiert gegen den Abg. von der Osten.

Rach einer kurzen Auseinandersetzung zwischen dem Abg. Schreiber-Halle und Dr. von Campe war die allgemeine Aussprache zur dritten Lesung des Haushalts beendigt.

Die einzelnen Etats werden hierauf tn schneller Folge angenommen, woraus der gesamte Haushalt in der Dchlußabstimmung gegen die Kommunisten beruh« chiebet wird.

Freitag 10 LIhr kleine Vorlagen und Anfragen, namentliche Abstimmung über den Mihtrauensautrag der Deutschnationalen gegen den Ministerpräsidenten Braun, Minister Severing, Handelsminister Siering und den Landwirtschaftsminister Mendorfs.

Schluß 4.1b Ähr. ? ?

Kvhlcnsyntzikat beträgt, wirb bei den Zechen bi« Förderung vorerst hinter den Ziffern vor der Be­setzung zurückbleiben müssen, sodaß nur eine diesen Verhältnissen entsprechende Belegschaft beschäftigt treiben kann.

Ungetreue Beamte.

Köln, 23. Oft. Die Kriminalpolizei hat sechs Personen, darunter drei hiesige Zollbeamte, unter der Beschuldigung des Bettuges, Vergehen» gegen das Tabaksteuergeseh und Beamtenbestechung festgenommen. Die Höh« des zum Schaden de» Fiskus unterschlagenen Bettages ist noch unbekannt«

Anschlag auf einen Expreßzug.

Mainz, 23. Oft. Nach einer Meldung de» Echo du Rhin" aus Aachen soll gestern ein An­schlag auf den Expreßzug OstendeBerlin ver­sucht worden sein. Die Attentäter hätten eine Weichenstelle mit Draht auf den Schienen be­festigt, um den Zug zum Entgleisen zu bringen« Glücklicherweise hatte der Heizer eines in entgegen» gesc-tzter Richtung vorbeisahrenden Güterzuges di« Gefahr bemerkt und das nächste Stellwerk be­nachrichtigt. fodajß bet Expreßzug rechtzeitig zum Stehen gebracht werben konnte.

Ans Soeern

Aus dem bayerischen Landtag.

M ü n ch e n, 22. Okt. Der bayerische Land- tag hat die Winterarbeit mit einer Beratung des Aeltestenrates, dem am nachmittag Sitzungen sämt­licher Fraktionen folgen, wieder ausgenommen Der Doppeletat kommt morgen vormittag während der Plenarsitzung zur Aussprache, in der Finanzmini­ster Kr ausneck den Etat mit einer längeren Rede dem Hause vorlegem-wird. Die Plenarsitzun­gen werden nach der Rede des.Finanzministers ver­tagt und sollen erst am 4. November wieder sufge. nommen werden. Am 4. November soll das Plenum das G e m e i n d e w a h l g e s e tz seinerseits bvtaten, obaft damit gerechnet werden kann, daß die Ee» mcindewahlen in Bayern gleichzeitig mit der Reichstagswahl am 7. Dezember abgehalten werden können. Wie verlautet, wurde der Anspruch der Sozialdemokraten auf den Posten des et»-.

KjOfciVniü*« 3»Hun« «scheint sechsmal wöchentlich. - Bezugspreis ewnatti* 2 Mart ausfchlletzNch ZustrSunqsqe- r. Durch bi« Pest 2,25 Mt. Für ausfallende Nummer« infolge Streik, oder elementarer Ereianiüe kein TrfatzPerlig M<Dr.k. Hlt,«r»th. Druck derUnio.-Buchdruckerei von Seh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernfpr. S5, Posticheckkonf: Nr.SUl', Amt Frankfurt a. Main.

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Rückgabe von Zechen.

Essen, 23. Oft. Wie nunmehr endgültig fest­steht, werben bie ZechenViktor Ickern" und König Lubwig" am 27. Oktober, nachts 12 >.lhr, b. h. im letzten Augenblick, ber ber f - -Mischen Regierung burch bas Lvnboner Abkon.me,: gelassen ist. von ber französischen Verwaltung ben Eigen­tümern zurückgegeben. Wie von ben brutschen Z< chenverwaltungen mitgeteilt wirb, beabsichtigen s.e. am 29. ober 30. Oktober ben Betrieb ber Zechen aufzv nehmen, svbalb bie im Interesse ber Be­legschaft und einer georbneten Betriebsführung not­wendigen Anordnungen und Feststellungen über ben Stand ber Werksanlagen unter imb über Tage ge­treten worben snd. Wehrend b.e Regie über einen unbeschränkten Absatz verfügte und daher die Ar­beitet zahl auf der ZecheViktor Ickern" von 6500 aus 10 500 und auf ZecheKönig Ludwig" von

preußischen Landtagsfraktion, D. Winkler, betraut Zugleich wurde der Erohadmiral o. Tirvitz ein stimmig rum Mitglied der Parteileitung ernannt*

Dieser parteiamtlichen Meldung der Deutschnatio­nalen Bollsvartel ist hinmuffioen, dah diese Neuord­nung der Parteiführung nur provisorisch ist, und da« bie baldige satzungsmähige Neuwahl die Ernennung des Großadmirals von Tirpitz rum Parteiführer brin­gen wird.

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Berlin, 23. Oft. Wie dieZeit" nnlleilt. Helt der geschästsführende Ausschuß ber Deutschen Vvllspartei gestern in Berlln eine Sitzung ab. Heren Haupttell ben Vorbereitungen zum Wahl­kampf galt. Bezüglich ber Wahlparole herrschte Völlige Eimnüttgkett. Die Deutsche Dolkspartei wirb ben Wahlkampf selbständig führen ohne An- fthnung nach links ober rechts.

^^.^EEgenprei» beträgt für de« 10 gtfp. Zetlenmillimeter 0,03 Sold mark. Amtlich« u«N *1- Bet schwierigem Satz, sowie b. PIatzvorfchrtf1«»S0°/, Austria,. 6eeraie(e«ietae« 100/. Seb« Rabatt gilt al. Barrabatt und verfällt, wenn dl. Zahlun, 5 «i

ebenso Auskunft durch di« Seschäftsstelle und Zafendunz btt Angebot«, krfülluagöort 3

Keine Spaltung bet Deutschnationalen Partei.

Qu. Berlin. 24. Okt. Von führender deutsch- )tottonaler Seite wird mikgeteitt, daß die Gerüchte |ber ein« angebliche Spaltung der Deutschnatio- palen Partei, die im Zusammenhang mit einer Weiterung der dem alldeutschen Führer, Iustizrat Dr. Claas nahestehendenDeutschen Zeitung" entstanden waren, jeder Grundlage entbehren. Die Deutschnattonale Partei wird in voller Geschlossen- tzeit in den Wahlkampf einziehen und an ihrer Pa­role der Wiederherstellung der Monarchie und des Lufbaues Deutschlands auf nationaler und völki­scher Grundlage festhalten. Zu der Frage der vus- Oärtiflen Politik nimmt die Mehrheit der deutsch- nationalen Führerkreise nach wie vor eine absolut ablehnende Haltung gegenüber den Londoner Ab­machungen ein und fühlt sich an keinerlei Abmachun­gen mit der Deutschen Dolkspartei gebunden.

Riitftritt 5llg1S - Tirvitz RMvlgrr?

Die Deutschnationale Dolkspartei teilt barteiamtlich mit:Der Parteivorst and ber -^utschnationalen Volksvarlei hielt gestern im Relchs- *°6 eine Sitzung ab, in der an erster Stelle die Frage ?es Wahlkampfes erörtert wurde. Der 'ts , fctioe Parteivorsitzende, Staatsminister Hersts erklärte ^sivrechend feiner bekannten öffentlichen Ankündigung, M er den Parteivorsitz niederlege, nachdem fc-, Verhandlungen über die Regierungsbildung ihr E*16 gefunden haben. Der Parteivorstand nahm mit ten Bedauern den Entschluß des hochverdien-

t? Parteiführers zur Kenntnis, und sprach ihm den Sei* für seine erfolgreiche und selbstlose

tie m>9, CU5- und richtete an ihn die einmütige Bitte, r ."yölieb der Parteileitung auch weiterhin feine ber Bartei zur Verfügung zu stellen, die unter Jjj. £Ut stärksten Partei Deutschlands geworden sei 6.1, Parteiführung wurde bis zur fatzungsmähigen

wabk der Parteiinstanzen der Vorsitzende der

Frankreich» Furcht vor ben deutschen Neuwahlen.

Paris, 23. Ott. Die maßgebenden französisch«! Blättern betrachten bfe Entwicklung der innervolii jdjen deutschenKrisis hauptsächlich unter dem Gesichts teuft, daß mit einer Rechtsregierung nun »ehr so gut wie sicher zu rechnen wäre, und £ Mch/ifilacn sich dabei hauptsächlich mit der Flucht ' aus der Demokratischen Partei, die hier ' Aufsehen erregt bat. Die Kundgebung der l Ff ländischen Verbände wird in ben heutigen Mit- tass;eitungen ausführlich wiedergegeben. Mehrere ? Bl;v wie Figaro, Home lihre und Journe« rn- bustri.slle befürchten, daß die Bildung des Rechtsbtocks tob der Rechtsregierung den republikanischen und beinokratischen Elementen in Deutschland großen Ab­bruch tun würde. Home lihre schreibt u. a.: Demokraten geben sich immer als die Verteidiger der Republik aus aber ihr Aktionsprogramm ist eigentlich «lcich Null, und sie hüten sich sehr wohl zu sagen, daß , ie eine Rcaierunq unterstützen werden, wenn fte vie- ft'he Botitik verfolge rote der Reichskanzler !>atr Das Zentrum sei auch nicht mehr die große Partei von ehemals. Es blieben also nur noch die Sozialisten und Kommunisten. Von den letzteren sei überhaupt nick' W reden. Die Sozialisten haben zwar eine fkn.-e Begenoffennve begonnen, aber sie ^verlieren avße-- ttbentlid) durch die Schwäche ihrer Führer, und es ist Wen ganz leicht vorauszusagen, daß sie den Reckis- torfeien keinerlei ernsthaften Widerstand werden leisten Bnnen. *

ft- Pari», 24. Ott.Chicago Tribüne* meß»' det aus Tientstn, daß die 11. Division der Ratio» nalen Armee unter dem General Fenghutfiang, de« sog. christtiche General, in Peking revoltiert« uni die Stadttore besetzte. Die Stadt sei vollkommen isoliert. t

ff. Peking, 24. Oft. Der General Fengy« tfiang Hal gestern abend in voller Ruhe und um erwartet Peking besetzt. Die Kontrolle der Haupt» stadt ist völlig in seiner Hand. Alle Verbindunge» find abg^chnitten und bie Stadttore geschlossen. Fengyutstang ließ eine Proklamation anschlagen, nach der et keinen Krieg'filhren will, der da» Land ruiniere und den Verlust von vielen Menschenlebe» verursache. Gr will einen Kongreß zwischen der Re­gierung und der Gegenseite herbeiführen, um de» Krieg Einhalt zu tun. Sein« Truppen liegen al» Garnison in Peking, um die Ordnung aufrecht z» erhalten und die Ausländer zu schützen.

Englund im WMamvI

In England ist die Wnhlschlachi auf der ganzen Linie entbrannt. Die Reden der Führer bewegen sich bereits überall in Uebertreibungen und propa- gcindistifchen Behauptungen, wie sie eben nur wäh­rend des Krieges und vor der Wahl üblich sind. Im allgemeinen macht sich eine Scheidung der Geister in der RichtungHie sozialistisch hie bürgerlich" gel­tend. Jedoch tritt überall das Bestreben hervor, eine Koalitionsregierung möglichst hintan zu hal­ten. Man wünscht Klarheit und Vollverantwort­lichkeit der zur Herrschaft bestimmten Gruppe. Eie sind verschiedentlich seitens der liberalen Kandida­turen unterlaßen worden, um eine klare Entschei­dung zu ermöglichen. Als ein wenig erfreulicher, aber im Zuge der Zeit liege trder Fortschritt wird die Verwilderung des Wahlkampfes empfunden. Die Sprache der politischen Gegner nimmt mehr und mehr eine Färbung an, wie sie früher in England nicht Üblich war. Selbst zu Versammlungsspren- gungen ist es bereits gekommen, und zwar haben sich Gruppen gewerbsmäßiger Radaumacher und Versammlungssprenger gebildet, die diese Aufgabe als ein Geschäft ansehen und sich gegen Bezahlung zur Verabreichungschlagender Beweisgründe" zur Verfügung stellen. Der Eintritt der zahlenmäßig allerdings so gut wie bedeutungslosen Kommunisten in den Wahkampf wird als eine der Hauptursachen für die sich herausstellenden Mißstände angesehen.