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1531
K
Marburg a. L, Seimerötag. den 2$. Oktober
Ur. 250 (2. NM
von E.
einem stolzen Blick auf den schmucke»
(Fortsetzung fol-tz
Doktor »uch Dilles
ftino mit Butschen.
1912 wurden weitgehende militärische Beratungen abgehalten. Pvincarö vertraute Iswolski damals an. baß auch mit dem englischen Generalstab und Admiralstab ständig vertrauensvoll Fühlung gehalten würde. LS ist im Nahmen einer Zeitungsbesprechung auch nicht annähernd möglich, alle Einzelheiten über die Umtriebe triebe der Kriegsparteien in Paris und Petersburg anzudeuten. Einwandfrei geht aus den Aufzeichnungen, die ohne den russischen Umsturz genau so im Grab der Archive schlummern würben, wie es die Akten in Paris und London tun, hervor, das mit zwecksicherem Fanatismus nichts anderes vorbereitet wurde als der Krieg in dem Umfange und mit der Zielrichtung, wie wir ihn schaudernd erlebt haben.
Einen Mann „frei von jeder Furcht vor Verantwortung" nennt Iswolski seinen mitverschworenen Poincare. Und eben dieser Poincars entblödet sich nicht, heute noch in der Presse und in öffentlichen Reden Deutschland der Kriegsanzettelung zu beschuldigen, bas Gegenstand einer Weltverschwörung war, wie sie die Geschichte noch nicht erlebt hat. Verbrecher sind am Werke gewesen^ Einst wird der Tag kommen, an welchem auch eine deutsche Reichsregierung vor dem Richterstuhl der Geschichte diese Verbrecher bei Namen nennt und das deutsche Volk von dem Fluche dieser niederträchtigsten Lüge der Geschichte sowie von den Folgen dieses Fluches befreien wird.
„In het Tat — ich möchte meiner Großmut-er und meiner Schwester guten Tag sagen", erwiderte Don Gian unentschlossen. „Doch nein — das muß warten", setzte er hinzu, seinen Gefühlen als Mensch Zwang intuend — „Sebastiano, du soll stder Frau Marchese und Donna Loredana sagen, daß ich mit dem Herrn Doktor ausgehen mußte. Ist die Gondel zur Stelle?"
„Ich werde sie sogleich bestellen, Signor Marchese."
litärattaches, der al» überzeugter Freund Deutschlands dringend den Ausbau der deutschen Heermacht anriet. Wie diese Mahnungen mißachtet worden find, wie man s-.ch mit den Ministerien und dem Parlamente zu einem unzureichenden Kompromiß verständigte, ist bekannt. Die Folgen erleben wir heute. Maslows Mitteilungen bestätigen wieder die Tatsache, daß es an weitsichtigen und unterrichteten Männern auch im alten Deutschland nicht gekehlt bat. An der Soffnungsselig- keit und dem sträflichen Optimismus der maßgebenden Stellen find alle diese Warnungen abgeprallt.
eingebracht: Der Landtag wolle beschließen, dem Ministerpräsidenten. dem Minister des Innern, dem Minister für Handel und Gewerbe und dem Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten das Vertraue« zu entziehen.
36g. Bachem (Dntl.) bringt die Zustände im Ruhrgebiet zur Sprache. Dort dringe die Franzosi- flerung immer weiter vor. Die Tätigkeit der Pazifisten hn besetzten Gebiet stelle nichts anderes dar als den planmäßigen Aufmarsch der Fremdherrschaft. (Unruhe links.)
36g. Dr. Meyer- Ostpreußen (Komm.) will bas Mißtrauensvotum auch auf den Justizminister ausdehnen.
36g. Dr. ® i em er (D. D. P): Unsere Fraktion kann diesem Mißtrauensvotum nicht beitreten. Am 7. Dezember fällt daS Volk die Entscheidung. Diese wollen wir abwarten.
2lbg. Dr. Meyer- Ostpreußen (Komm.) erklärt, di» kommunistische Fraktion werde für den Antrag der Deutschncftivnalen stimmen.
Der Haushalt für das Staatsministerium wird nach den Ausschußanträgen bewilligt.
Die Abstimmung über das Mißtrauensvotum findet am Donnerstag statt.
Es folgt die Beratung des Haushalts des Finanzministeriums.
Die Ausschußanträge und der ganze Finanzhaushalt werden angenommen.
Es folgt der Haushalt des Ministeriums für Kunst und Volksbildung. Eine Reihe von Rednern verzichtet auf bas Wort.
Der Kultushaushalt wird mit den Ausschußanträge» angenommen.
Es folgt der Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung.
Der Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung wird nach den Ausschußanträgen angenommen.
Es folgt der Gesetzentwurf über die Feststellung des Haushaltsplanes für 1924, der nach kurzer Debatte angenommen wird.
Nächste Sitzung Donnerstag 12 Uhr. Dritte Beratung des Haushalts, Denderung der Schiedsmanns ordnung, Personalabbauverordnung.
Die Gondel lag bereit vor dem offenen Haupt- portal des Palastes. als Windmüller und kein Gastgeber die Treppe in die Halle hinabstiegen. Ersterer blieb darin stehen, scheinbar in den Anblick der malerischen Schönheit der Architektur dieses ISnigllchen Raumes versenkt, während der letztere dem Portal zuschritt.
Agoftino, der Portier, trat aus seiner Log« ! heraus und blieb halbwegs stehen in dem Gefühl, oaß et dem Gast des Hauses die Ehre zu erweisen hatte. Er hatte nichts gegen den Gast einzuwenden; dieser fremde Herr war schon frühzeittg herabgekommen, hott esich mit ihm über die Frau Principessa unterhalten und ganz seine Ansicht über den sonderbaren Fall geteilt Er hatte ihm auch ein schönes, sehr schönes Trinkgeld dafür gegeben, weil er die letzte Rächt so lange seinetwegen hatte ausbleiben müssen.
Windmüller grüßte den Portier freundlich, fast vertraulich. „Ein hübscher Mensch, der Gondoliere," bemerkte er, auf die schlanke Gestalt tut weißen Matrosenanzug und blauer Schärpe deutend, der, das Ruder in der Hand, mit abgezogenem Strvhhut auf der Poppa des Fahrzeugs stand.
DEr ist mein Sohn, Signore," erwiderte Ago-
stbehen konnte", fuhr Sebastiano geschmeichelt fort. „Er hat es wohl selbst nicht gewußt. Er erzählte auch, daß es in dem Palaste eine Trappola geben sollte, eine Falle für — Menschen—“
„Ansinn! Eine Oublirtte hier im Hause> fiel Don Gian ein.
„Warum Ansinn?" fragte Windmüller. „Diese menschenfreundlichen Vorrichtungen gegen unbequeme Zeitgenossen waren namentlich in der Renaissance sehr beliebt. Ich kann Ihnen in Rom wenigstens zehn Paläste nennen, wo Ouklietten sistiert haben, von den Bergschlössern ganz zu schweigen—"
„Gewiß, Signor", rief Sebastiano. Auch hier in Venedig gibtS solche TrappolaS! Hat man im Palazzo Eandiani nicht eine gefunden, als man den Aufzug dort anlegte? Gefüllt mit Skeletten! Der Herr Marchese werden sich erinnern, welches Aufsehen der Fund machte — es sind noch keine drei Jahre Herl"
„Ja, ja, ich erinnere mich!" gab Don Sian unbehaglich zu. „Aber hier im Hause! Davon müßte ich doch etwas gehört hoben!"
„Wer hatte es im Palazzo gewußt, Herr Wa^> cbeft? Kein Mensch. Mein Großvater selig hat noch von feinem eigenen Großvater gehört als ein ein großes Geheimnis."
„Was es meinetwegen auch bleiben darf", sagte Windmüller. „Mich interessiert es mehr, wieio und wo die Leute hier im Hause ungesehen und ohne die Trepven zu benützen, in die verschiedenen Stockwerke kommen und ebenso das Haus verlassen konnten. Ich fürchte, ich werde die fremden Herr- ch asten in der Rolle des Architekten doch noch inkommodieren müssen. Später. Es eilt jetzt nicht. Ich werde jetzt einmal ausgehen, und wenn sie mich begleiten wollen. Herr Marchese, so solls mir recht sein. Nötig ist es nicht, falls Sie etwas anderes Vorhaben, Ihre Verwandten begrüßen wollen oder —*
SuStant, Deutschland mit der Völkerbund
Auf einer gemeinsamen Sitzung des Zentralexekutiv» komiteeS der Sowjetunion hielt Tschitscherin, Rußlands Außenminister, eine Rede über die internationale Lage, der Sowjetunion und kam in vielem.Zusammenhänge auch auf den Völkerbund zu sprechen.' Als reine Erfindungen bezeichnete er die Meldungen über angebliche Beziehungen zum Völkerbünde. Ein Eintritt in den bestehenden Völkerbund würde für Rußland die Aufgabe feiner nationalen Selbständigkeit und eine Unterwerfung unter die Politik der Ententestaaten bedeuten. 3n demselben Sinne müsse Rußland auch einen Beitritt Deutschlands zum Völkerbünde bewerten, daS dadurch in Kombinationen verwickelt und zum Feinde Rußlands werden könnte. Uneigennützig ist Tschitscherins Interesse an Deutschland keineswegs. Trotzdem bleiben blechen seine Ausführungen bemerkenswert, we'l ähnliche schwerwiegende Bedenken Deutschland auch hat. Deshalb die Umfrage der deutschen Regierung, über deren Ergebnis Dr. Stresernann in Frankfurt am Mam einiges mitzuteilen hatte. Offen ist aber noch die wichtigste Frage: die Nichtbeteiligung Deutschlands an Exekutionen. Tschitscherins Aeußerungen sollen unzweifelhaft gerade nach dieser Richtung einen Druck auf Deutschland ausüben. Dessen bedarf es aber nicht, da eS für unS eine Lebensfrage ist, daß unser Vaterland nicht zum europäischen Kriegsschauplatz werden darf.
nigstens hier in Venedig nicht und obendrein in Räumen, die so abgeschlossen sind wie diese.
„Wir müssen uns also anderswo nach einem Ausgang umsehen, denn es steht außer jedem Zweifel ,daß Donna Tenia einen solchen gekannt — und benutzt hat".
„Mit Verlaub, Signor — warum steht das außer Zweifel, wenn die Signora Principessa doch nur Exn Aoostino zu Wecken brauchte ,um durch die Tür hinauszugehen, die sie zu benützen wünschte?" fragte der Majordomo.
„S^m — da sie das aber nicht getan hat. >v haben jedenfalls gute Gründe sie bewogen, diesen ein« fachen Weg nicht zu wählen," erwiderte Wmd- mürfei trocken. »And da die Signora Principessa sich auch nicht gut drei Tage land ohne jede Nahrung im Hause verbergen kann, so liegt es ganz nabe, daß sie es eben auf einem nur ihr bekannten Wege verlassen hat —“
"Mozu aber auch eine Tür gehört", warf Don Dian achselzuckend ein.
»Lder ein Fenster!"
„Signor Dottvre, die Fenster i'm ersten Stock toaien alle geschlossen, und die des Erdgeschosses finb sämtlich vergittert!" rief Sebastiano, über die Hartnäckigkeit des Gastes in seinem Innern empört. „Bleiben nur noch die Keller auf den Landseiten
doch dort kommt keine Ratte hinaus, wenn sie einmal drin ist. Mein Großvater selig, der schon Majordomo im Palazzo Terraferma war und uns Kmacn oft davon erzählte, wie herrlich es zu femei Jugend darin zugegangen, kannte auch alle fcie ollen Legenden und Geschehnisse aus früherer 3et1 und verstand schön davon zu reden. Don geheimen Zimmern hat er gesprochen, und daß fcfe Leute aus den drei Stockwerken zueinander gelangen konnten!, ohne die Treppen zu benützen —"
»Llh!" rief Windmüller aufmerksam.
,3a, aber er sagte nicht, tote und wo das pe-
MarbMM AOtzeistW
Marburg, 23. Oktober (Eilbhardt).
* 234er-Tag. Ehemalige Angehörige des Ref.-Inf.-Regts. 234 und seines Ers.-Batls. veranstalten am 1. November in Eisenach eine größere Wiedeisehenöfcier. Anfragen find an Kamerad Martin Ludwig, Eisenach, Georgenstraße 8, baldigst, spätestens bis 25. ds. Mts., zu melden
* F ü ' Wandergewerbetre ike n de. Den We.nd.rg. werbetre Senken wird dringend empfohlen, den Antrag auf Ausstellung der neuen, auf daS Kalenderjahr 1925 lastenden Wandergewerbescheine möglichst schon im Oktober zu stellen, da bei der Menge der Anträge und wegen der er» erforderlich werdenden Ermittelungen die Ausfertigung längere Zeit in Anspruch nimmt und sonst die Aushändigung der Scheine zu Beginn des neuen Jahres nicht gewährleistet werden kann. Bei der Antragstellung ist ein 6 mal 9 Zentimeter großes, scharf auSgeführtes und lediglich die Person des Antragstellers wiedergebendes Lichtbild abzugeben und die gesetzliche Verwaltungsgebühr von durchschnittlich 6 bis 8 Goldmark zu entrichten.
* Der Landesausschuß für den Be - zirksverband Eassel tritt am Dienstag, den 11. November, im Ständehaus zu einer Sitzung zusammen, die der Erledigung laufender gesMst- licher Angelegenheiten gewidmet ist. Der Korn» munallandtag dürfte zusammen mit den durch die Reichstagsauflösung zu erwartenden Landtagswah»
(Nachdruck verboten.)
Dar Rosaziauner.
Venezianischer Roman
von Adlersfeld.Balle st rem.
26. Fortsetzung
Windmüller hatte nur flüchtige, wenn
Sem Balkankriege -um Mlkriege
Die Folgerichtigkeit der von der Ententepolitik geforderten Vorkriegsentwicklung, die bewußt auf den Weltkrieg bingesteuert wurde, stellt sich immer unanfechtbarer heraus. Der Balkan bot einen bequemen und natürlich erscheinenden Angelpunkt, um den Kriegs- bobel anzusetzen, mit welchem in erster Linie Frankreich und Rußland, der Unterstützung Englands gewiß, die Vollendung ihrer Ziele betrieben. Zunächst galt es für Rußland den gesamten Balkan unter all-slawischer Parole zusammenzufassen. Einererziert wurden die balkanischen Vasallen Petersburgs im ersten Balkankriege, auf dem Kriegsschauplatz gegen die Türkei.. G. von Ma ssow, der als Militär-Attache sich längere Zeit in den balkanischen Hauptstädten auf gehalten bat, veröffentlicht in der „Deutschen Rundschau" eine Reihe bemerkenswerter Einzelheiten, die für die Richtigkeit der oben angeführten Behauptungen zeugen.
So bezeichnete bei Ausbruch des ersten Balkankrieges der serbische Gesandte in Sofia, Herr Svalaiko- witsch, während des Krieges serbischer Gesandter in Petersburg und eifriger Panslawist, Mafsow gegenüber rund heraus die damalige Sage als Folge der österreichischen Balkanvolitik und als Vorspiel für die Generalabrechnung Rußlands mit Oesterreich. Als Hauot- aft solle bann der Krieg Rußlands gegen Oesterreich folgen, in dem die Balkanstaaten bereits zur Heeres- folge verpflichtet seien. Deutschland habe, fuhr er bezeichnenderweise fort, die Wahl, Oesterreich-Ungarn sich selbst zu überlassen — oder mit ihm unterzugehen. Denn hinter Rußland stehe Frankreich und wahrscheinlich auch England. Der Krieg gegen die Türkei brachte nicht die erhoffte Zusammenschweißung der Balkan- taaten. Der Streit um die Beute, besonders um die triftige Zone Mazedoniens führte zum zweiten Balkankriege, in welchem sich alle Balkanstaaten gegen Bulgarien wendeten. Der König von Bulgarien berief Radoslawoff zur Regierung und schwenkte damals chon aus dem Ententelager ab, da er die Hinterhältigkeit der russischen Freundschaft erkannt batte. Bei der Verabschiedung Masiows vom Zaren der Bulgaren im Jahre 1913 sagte Zar Ferdinand: „Dieses Mal galt die Einkreisung mir. Dasselbe Geschick wird, das weiß ich bestimmt, binnen kurzem Ihrem Vaterlande bevorstehen, richtet Euch darauf ein, Ihr werdet nicht nur Frankreich und Rußland, sondern auch England und die ganze Welt gegn Euch haben, denn Eure Vernichtung i st beschlösse n."
Im Anschluß an diese Balkanerlebnisse und ange- pornt durch das Beispiel Bulgariens, das tatsächlich das ganze Volk zum Heeresdienst und Arbeitsdienst auigeboten hatte, drängte Manow in Deutschland ebenfalls zu völligen Ausnutzung aller für den Heeresdienst uerfügbarne Kräfte. Bestärkt wurde er in seiner Stellungnahme durch die Mahnung des schweizerischen Mi-
Die Kriegsschuldigen
Die Regierungskrise hat eine Frage wieder in den Hintergrund gedrängt, die vor kurzem auch von den maßgebenden Stellen für wichtig erachtet wurde, zum f Gegenstand einer politischen Aktion großen Stiles go- Macht zu werden: die Frage der Kriegsschuld. Lind f doch häuft sich, man kann fast sagen mit jedem Tage, das Material, das uns gegen den berüchtigten Schuld» Paragraphen nicht nur eine durchaus gesicherte Verteidigung, sondern, was erheblich wertvoller ist, einen git Erfolg durchzuführenden Angriff erlaubt Wir 11 können gegen einzelne, bestimmte Persönlichkeiten die L Anlage auf bewußte Kriegsanzettelung erheben und Kiese Anklage dokumentarisch beweisen. Poincarb gnS Iswolski, das sind die beiden Männer, die bt enger und geheimer Zusammenarbeit fast ein Jahrzehnt lang alle Maschen des Netzes geknüpft haben, d, das Deutschland dann, moralisch reinen Gewissens, aber belastet durch die Unzulänglichkeit seines Frie» Kensglaubens, hineingestvlpert ist.
„Dies i st mein Kr i eg", so brüstet sich Iswolski d, den ersten Tagen der Weltkatastrophe. Lord Bertie, Ker ehemalige englische Botschafter in Paris, hat diese Leußerung in seinen Tagebuchblättern ausgezeichnet. In k dielen Tagen erscheint nun ein fünfbändiges Werk, das in unantastbarer Sachlichkeit Friedrich Stiebe im Auftrag des Auswärtigen Amtes herausgegeben hat. gz handelt sich um eine Veröffentlichung aus den Ge- : hennakien der russischen Staatsarchive, die jetzt zum ersten Male in deutscher Llebersehvng erscheint und die betitelt ist „Der diplomatische Schriftwechsel Iswolskis 1911—1914“. (Deutsche Ver- kgsanstalt für Politik und Geschichte, Berlin W. 8). 3n vier Bänden sind die politischen Vvrkriegsereignisse ta Spiegel der Botschaftertätigkeit Iswolskis wieder- gegeben. Ein fünfter Band dient als Wegweiser durch die Dokumente der vorhergehenden Bände und entrollt : tn zusaminensassender Darstellung die Ereignisse und ; ihre inneren Verkettungen.
Zwei Monate vor Liebern ahme der Geschäfte des [ russischen Außenministeriums im Jahre 1906, versammelte Iswolski in Paris die russischen Botschafter in : Eer.Scn, Paris und Rom und stellte sie ausdrücklich auf Ke Politik des Bündnisses mit Frankreich ein, bas, ; die Iswolski damals betonte, durch ein Abkommen mit Gr.aland und Japan gestützt werden sollte. Damals vollzog sich die große Wendung in der russischen Po» ‘ Ritt, die Abkehr von der Ausdehnung im Osten, die : Trontnahme gegen den Westen. Am 16. Februar 1912 konnte Iswolski nach Petersburg berichten, daß der ecu ernannte französische Ministerpräsident und Außenminister Poincare am Tage nach seiner Ernennung । vertrauliche Erklärungen abgegeben habe, in welchen Frankreichs unerschütterlicher Entschluß niebergelegt toar. nötigenfalls die Verteidigung der Ansprüche auf • Olfaß-Lvlhringen und der französischen Lebensintereisen s eit bewaffneter Hand zu erzwingen. Das Ziel war | srstgclegt. Run galt es die Wege zu bereiten. - Wir erfahren, wie durch die Jntriguen Poincares tnb Iswolskis der zu maßvoller Friedenspolitik nei- ' genfce französische Botschafter in Petersburg, Georges l Louis, beseitigt wurde. Die persönliche Einflußnahme l Poincares auf den russischen Außenminister Sasanow. der damals noch eine schwankende Haltung einnahm, ; vmrde durch die Rußlandreise Poincares erstrebt. Vuk- sstche Zeitungsartikel, von Poincare veranlaßt, sorgten i für das weitere. Fieberhaft tätig waren die Wühler, t tm die Zusammenkunft zwischen dem deutschen und dem - russischen Kaiser in ihrer Wirkung auszugleichen. Eine Weiche rührige Tätigkeit wurde gegen die Bemühungen f Englands entfaltet, den europäischen Frieden durch ttne Verständigung mit Deutschland zu sichern. Man ■ scheute sich nicht, England mit offenem Bruche zu \ trotzen. Ein Reh politischer Zettelungen wurden über ; Italien ausgespannt, das man innerlich allmählich aus km Dreibunde löste. An die diplomatischen Bin- ömgen knüpften sich sehr weitgehende militärische Der» tobaiungen, Militär» und Marinekonventionen. Ge» > kezentlich der Reise Poincares nach Rußland im Jahre
. 3n Venedig gibt es den Staub der Städte nicht, ® denen der Straßenverkehr die Lungen der Ein- ^hner mit Bazillen und Bakterien füllt; man dort tagelang umherlaufen, ehe die Schuhe den verlieren. Aber natürlich wird auch der ^rottende Kehrricht in den Callen und auf den zu Staub und der Wind trägt ihn in die und wenn ihm Zeit gelassen wird, sich zu i dann wird er zu der feinen, schleitzratti-- Patina, die den alten Spiegeln und Stiftern von Murano, den Vergoldungen und Skulpturen das i L’^&n der Zeit verleiht, das dem Auge des Lieb- und Kenners so lieb und wett ist.
--Rein", sagte Windmüller, als sie, aus den f t!,igen westlichen Zimmern zurückgekehrt, in den Saal traten, der den Hauptteil der Nord- t*! einnahm, „nein, Donna Zfenia hat, welchen sie au chgewähst, diese Zimmer dazu nicht hie s” ist nicht eine Stelle des Fußbodens, a? herauf schließen liehe, denn der wenige Staub.
den zwei Tagen darauf gefallen ist, würde ■* hinreichen, ihre Spuren zu verwischen. We»
. _____ umfassende Blicke für die Einrichtung
Räume: er schien auch nur ein ganz geringes Interesse für die verborgenen Kämmerchen und Kinkel zu haben, die Sebastiano mit Wichtigst zeigte — seine Aufmerksamkeit galt vor allem chN steinernen Böden, auf denen wie ein ganz fencr, dünner Schleier die Staubschicht lag, die sich ™ der letzten Reinigung mit dem Besen ange- «wnnelt .
DreuMer Landtag
Sitzung vom 22. Oktober.
Vizepräsident Dr. von KrieS eröffnet die Sitzung um 11.15 Llhr. Auf der Tagesordnung steht als erster Punkt der Antrag aller Fraktionen auf Auf^ löfung des Landtages. Die Redezeit für jede Fraktion ist auf 5 Minuten, für die Fraktionslosen insgesamt nach dem Beschluß des Aeltestenrates auf die Hälfte der Zeit eingeschränkt worden. Das Wort zur Begründung des gemeinsamen Antrages auf Auflösung des Landtages wird nicht verlangt.
Ohne weitere Aussprache wurde der Antrag a u s Auflösung etnfttmmig angenommen. Der Antrag ist von allen Fraktionen gestellt und besagt in seinem Wortlaut:
Nachdem das Staatsministerium im Einvernehmen mit dem Aeltestenrat als Tag der Neuwahlen des Preußischen Landtages de« 7. Dezember 1924 bestimmt hat, löst sich der Landtag am 6. Dezember 1924 auf. Dr. v. Kries stellt fest, dah mehr als zwei Drittel des Hauses der Auflösung zugestimmt habe, dah also der Antrag mit der gesetzlich erforderlichen Mehrheit angenommen ist.
Die kommunistischen Anträge auf Aufhebung des Belagerungszustandes und Haftentlassung aller Kandidaten ufw. wird gegen die Linke einschließlich der Demokraten abgelehnt. (Pfuirufe links).
Hierauf setzt das Haus die zweite Beratung des Haushalte s des VolkswohlfahrtSmini- 9 er tum S fort. Nach kurzer weniger Besprechung toirö der Haushalt des Landtags nach den Vorschlägen des Hauptausschusses festgestellt.
Der Haushalt des Staatsrates wird nach den Aus» fchußanträgen bewilligt.
Zum Haushalt für das Staatsministerium und den Ministerpräsidenten hat die deutschna tivnale Fraktion das folgende M ihtrauensvotum
rSsm-
59. ddbtg. 1924