59. SSW. 1924
Marburg tu £, Sommdtag, beo 23. Sktobrr
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Ameiger für (das Wher kurWWe) SberhMn - Amtliches BerkündigMMlatt des Kreises Marburg
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TeichswehrmhiistdrS. baß er^ diesen Entschluß gicht haltW. DerGedanke «, 93t$atitiqyj A unter besiegten I satzuvg in Limburg rückt am 23, Oktober ab; aus
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gefaßt habe. Gleichzeitig bekennt sich aber Dr. Gehler öffentlich zu der Auffassung, daß es richtig gewesen wäre, die Degierungskvalition nach rechts zu erweitern, so tote man sie früher nach links erweitert halle. DaS ist nun ein harter Schlag für die Streng- gläubigen in der Demokratenpartei. Sie haben doch den Konflikt um dieser Tage willen heraufbeschworen und wollen ihre linksorientierte Prinzipientreue zur Wahlparole machen. Wie können sie baS, wenn einer chrer Besten da» Gegenteil für richtig erklärt? Soweit sehen wir noch nicht das glückliche Ende ab. Vielleicht fordern noch die demokratischen Tempelhüter selbst Herrn Gehler auf, um der Reinheit der Lehre willen die heiligen Hallen zu verlassen.
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y«wen worden, daß diese nach Rücksprache mtl ihren xchrrischen Parteifreunden die Partei verlasieu würden. ■T? größer ist nun die Freude über eine Erklärung
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Berlin, 22. Oft. Der Reichskanzler hat dem badische« Staatspräsidenten Köhler nachstehendes Telegramm gesandt: Nachdem die badischen Häfen Karlsruhe und Mannheim bereits durch den Weg« fall der Binnenzollinie von den schwersten wirt« schriftlichen Fesseln befreit worden waren, sind heute auch die BescchungStruppen gemäß den Londoner Dereinbarungen zurückgezogen worden. Ra- mens der Reichsregierung spreche ich Ihnen meine aufrichtigsten Glückwünsche hierzu aus, die ich auch den beiden Städten zu übermitteln bitte. Möge die Befreiuirg von der Besetzung der 2ln^mg zu einem neuen Aufschwung in der Entwicklung dieser für bas badische Land und di« Rheinschiff- fahrt so wichtigen Hafenplätze bedeuten.
Berlin. 22. Okt. Der Reichsminister für die besetzten Gcbe«, §öf le, s nd e an der Ob«b:n- ge'.wcister von Dortmund, Dr. E! ch h o f f folgendes Telegramm: Zu dem heutigen Tage, an dem die Besatzungstruppen in Durchführung der londoner Vereinbarungen Dortmund und andere Teile des besetzten Gebietes geräumt haben, rufe ich der Stabt Dortmund itnd den übrigen geräumten Gebieten die herzlichsten Glückwünsche zu und danke ihnen gleichzeitig für die in den schweren Zähren bewiesene vaterländische Gesinnung.
An den badischen Staatspräsidenten telegraphierte der Minister Höfle folgendes: Anläßlich der Räumung der Häfen Karlsruhe und Mannheim spreche ich der badischen Staatsregierung und den beteiligten Städten die herzlichsten Glückwünsche aus. Zch hoffe .daß das Wirtschastsleben nach Wegfall der Hemmungen bald wieder zu feiner früheren Blüte gelangt.
Berlin, 22. Okt. Wie der Amtliche Preuß. Pressedienst mitteilt, hat der preußische Ministerpräsident namens der preußischen Staatsregiervng an die Oberpräsidenten in Münster und Koblenz und die Regierungspräsidenten in Arnsberg. Düs- eldorf. Köln und Wiesbaden Telegramme gesandt, n denen er die von der militärischen De>eyung rei gewordenen Devölkerungsteile freudig und herzlich begrüßt. Die in langer und schwerer Zeit ü> Reich und Staat gebrachten Opfer, welche die Bevölkerung mit vorbildlicher Standhaftigkeit und Treue auf sich genommen habe, sicherten ihr den nach besten Kräften in die Tat umzusetzenden Dank des ganzen Volkes. Die heute voN-ogen« Erleichterung möge auch den noch leidenden Gebieten zuteil werden.
Berlin, 22. Olt . Der Reichspräsident richtete anläßlich der Räumung des Gebietes von Dortmund und Hörde an den Oberpräsidenken der Pro- ti z Westfcl n folgender Telegramm: Dec Bevölkerung der nunmehr von fremder 'Besatzung befreiten Gebiete der Provinz Westfalen übermittele ich namens? des Reiches herzlichste Grüße. Mit dem ganzen deutschen Volke gedenke ich heute in höchster Anerkennung und mit aufrichtigem Danke der festen und würdigen Haltung unsrer Landsleute. die auch unter dem härtesten Druck und un:e' de« chwersten Opfern dem Vaterlande die Treue bewahrt haben. Möge für das nunmehr befreit« Gebiet eine Zeit ruhiger Erholung und gedeihlich««,
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Die Reichswahlleitung.
Berlin, 22. Oft. Der Reichsminister des Innern
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I Völkern etwas beinahe Natürliches. Die französische Politik seit Kriegsende ist trotz Herrn Herriot bis in unsere Tage hinein auch nicht dazu angetan, Liebe und Freundschaft für Frankreich zu erwecken. Trotzdem findet sich in deutschen Schulbüchern auch nicht ein Anflug etwaiger Haß- und Dergeltungspropaganda. Die Schulbücher im siegreichen Frankreich, bas zur I Wege deS Hasses nicht den geringsten Grund hat. I find dagegen, wie es die Schulbücher selbst für die Kinder zeigen, mit aufreizenden DarsteMngen. die den Hast gegen die "deutschen pflegen sollen, angefüllt. DaS Schulbuch .Die Lektüre der Kleinen" herausgegeben durch M. Fournier .Paris, Duchhandlting Gebalge, das ausdrücklich »zum Gebrauch in den unteren Klaffen" bestimmt tst, enthält beispielsweise eine ganze Reihe von Lesestücken über den großen Krieg, die mit Dildem »ersten. Man sieht Verstümmelte in eine Schulklasse eintreten. Daneben steht ein Bild. daS darstellt, wie deutsche Soldaten auf Kinder schießen, die, angeblich in Lothringen, Soldaten gespielt haben. Eine Reihe von Fragen sind daran geknüpft, z. B. .Warum legt der deutsche Soldat auf daS Kind an?“, »Wen bemerkt man in dem kleinenHause?" (Sie Eltern), .Würde ein französischer Soldat ebenso handeln?' In einem anderen Lesestück über die Kathedrale von Reims heißt es von den Deutschen „Sie nehmen auf üichtS Rücksicht, die Elenden. Sie haben Kinder. Frauen, Greise getötet Sie habe« unseren Verwundeten den Rest gegeben. Sie haben unsere Hospitäler und Lazarette bombardiert Sie haben unsere Häuser angesteckt Sie schrecken vor keinem Verbrechen zurück, um uns zu schaben." 2st das etwa keine Haßerziehung. Herr Herriot? Kehren Sie vor Ihrer eigenen Tür. Sn Deutschland ist Ihr Besen nicht nötig. Die Aufforderung Herriots zeigt aber die ganze Verlegenheit daS ganze Pharisäertum der französischen Politik, die glaubt, im AuSlande kenne man ihre Praktiken nicht deshalb könne man andere anschwärzen.
Hoetzsch und die „Kreuzzeitung“.
Sn der .Kreuzzeirung", die bereits als neuen Rund- schauer für die Außenpolitik den Gouverneur a. D Dr. Schultz-Everth eingesetzt hatte, nimmt der jehi von einer Balkanreise zurückgekehrte Professor ®r. Hvetzsch bewegten Abschied von den Lesern. Fast zehn Jahre lang hat er die viel beachteten Wvchen- artifel über die außwärtige Politik geschrieben und jiermit, da er ein besonderer Kenner des OstenS ist. dem Blatte eine Beachtung verschafft, auf die es sonst nicht mehr sehr viel Anspruch hatte. Trotzdem muh er gehen — weil er als Reichstagsabgeordneter bei der Entscheidung über den Londoner Pakt mit 3a gestimmt hat. Toleranz ist ja nie die starke Seite der Konservativen gewesen, und in dem bevorstehenden Wahlkampf scheint sie ihnen erst recht hinderlich. Aber man kann den bekannten Spruch umkehren: „Bei engem Sinn verengert sich der Kreis".
Di« Auflösung des Preußischen Landtages.
Außerordentlich schnell und glatt hat sich der Gedanke durchgesetzt. daß eS daS einzig Richtige sei, mit den Neuwahlen zum Reichstag die zum preußischen Landatg zu verbinden, die ja so wie so auf dem Aussterbeetat stand. Alle Parteien erklärten sich im Ael- testenrat damit einverstanden, bas Staatsministerium schloß sich dem an, und schon am Mittwoch gegen Mit» tag faßte das Plenum deS Landtage« den Entschluß, sich aufzulösen, allerdings nicht sofort, sondern erst am 6. Dezember, dem Tage vor der Neuwahl. Das ist natürlich nicht so zu verstehen, daß nun bis zum letzten Tage im LanbtagSgebäube wilde Wahlreden gehalten werden sollen (ein schrecklicher Gedanke!), sondern man will nun die wichtigsten Vorlagen, vor allem den Etat und die Novelle zum Wahlgesetz verabschieden und sich bann vertagen. Die Abgeordneten werden ja auch draußen im Wahlkampf als Redner dringend gebraucht. Sie haben jedoch bei diesem Modus den Vorteil, biS zum Schluß die Rechte der Volksvertreter zu genießen, also auch .unverwundbar" gegenüber dem Staatsanwalt zu fein. Darauf dürfte eS besonders den Kommunisten angekommen sein, unter deren bisherigen Deichstagsabgeordneten ja die Justizbehörden bereits fürchterliche Musterung gehalten haben. Die preußische Regierung bleibt ebenso wie die Reichsregierung im Amt. Aus den Reihen der Volkspartei war der Wunsch aufgetaucht, daß sie sich nur noch als Geschäftsregierung bezeichnen und verhalten möchte, da es mit der .großen Koalition" nun doch wohl zu Ende fein werde. Aber die Neigung dazu ist im Preußenkabinett gering. I
Antrag auf Wahlpflicht in Preuße«. |
Sn der Dienstag-Sitzung verhandelte man über die Novelle zum Landeswahlgefeh. 3n einer Entschließung wird das Staatsministerium ersucht, binnen zwei Monaten nach Verabschiedung des Gesetzes einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die W a h l p f l i ch t für die Wahl zum Landtag einführt. Einen Antrag der Demokraten, wonach die Kreiswahlvorschläge von min- bestens tausend Wählern unterzeichnet sein müsse, während die Unterschriften von zwanzig Wählern solcher Parteien genügen sollen, die im letzten Landtag ver- I treten waren, hat der Ausschuß ab gelehnt. Der Antrag wurde mit der vom Abgeordneten Garnich I (D. D. P.) beantragten Aenderung angenommen. I daß statt lausend gesetzt wird f ü n f h u n d er t. Aach kurzer Aussprache wurde daS Gesetz in zweiter und dritter Lesung angenommen, wobei die verfassungsmäßige Zweidrittelmehrheit festgestellt wurde.
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^Selbst in bett demokratischen Reihen war bi« ®t* J®^ng der Herren Gehler und Sparr er so Der»
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Eschhofen sind die französischen Posten bereits zuu rückgezvgen worden. Vom 23. Oktober ab wird bet gesamte Kreis Limburg von der Besatzung voll« kommen frei. \ ■,
Limburg, 22 .Okt. Die Liebergab« de, Bahnhöfe Limburg und Eschhofen der Strecke Gießen-Koblenz von der französisch-belu gischen Regie an die Reichsbahndirektion Frank« furt vollzog sich am 19. Oktober planmäßig und reibungslos. Bis zur völligen Rückübertragung der Regiebahn an di« deutsche Reichsbahngesellschast. die am 16. November erfolgt, bleiben die Personen«! und Gütertarife der Regie weiter bestehen; jedoch erfolgt die Einziehung der Fahrgelder und Frachten nicht in Franken, sondern in deutsche« Gelds. Im übrigen ist das französische Personal auf der Strecke Frankfurt—Limburg abgelöst und wird die Strecke von deutschem Personal, das derr Reichsbahndirektion Frankfurt unterstellt ist, gefahren. Zurzeit herrscht eine achttägige Sperr« für Annahme von Waggontransporten mit Ausnahme von Mehl; auch die Annahme von Stückgütern ist für acht Tage beschränkt. Limburg unb Eschhofen gelten vom 23. Oktober 1 Uhr mittags ab zum unbesetzten Gebiet gehörend.
Limburg, 22. Okt. Heute mittag haben die Franzosen dze Stadt Limburg endgültig geräumt. Am 1.45 Uhr wurde als letztes der beschlagnahmten Gebäude das als Kaserne benutzt« Gymnasium dem Magistratsrat Kloke übergeben. Irgendwelche Zwischenfälle haben sich nicht ereignet. , 1
f! Paris, 23. Okt . Wie HavaS aus Mainz berichtet, ist, nachdem nunmehr die Städte Mann« heim. Karlsruhe, Remscheid. Vohwinkel und Limburg, sowie die Häfen von Emmerich und Wesel geräumt worden sind, die 40. Division, bi« am Rhein stand, nach Frankreich zurückgeschickt worden. Sie wird durjch die 38. Division ersetzt, die aus dem Ruhrgebiet zurückgezogen wird.
Dortmund frei.
Dortmund, 22. Okt. Heute mittag waren der Stadt« und Landkreis Dortmund- Hörde von französischen Truppen frei, deren Abzug sich überall reibungslos vollzog. In der Stadl Dortmund ist der Abmarsch fast unmerklich vor sich gegangen. Auf dem Dienstgebüude des Reichskommissariats, in dem die Franzosen die Kommandantur errichtet hatten, weht heute die schwarzrotgoldene Reichsflagge wieder.
Dortmund. 22. Okt. Anläßlich der Befreiung Dortmunds von der französischen Besatzung hat der Magistrat 25 000 Mark zur Unterstützung für kinderreiche und bedürftige Familien zur Verfügung gestellr.
Dvrtmund, 22. Okt. Auf dem Dortmunder
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Ate vereinbarte Mmrrmg
Vor vierzebn Tagen bat die Reoarationstommisston die tm Londoner Abkommen vorgesehene noeite Feststellung getroffen, in der die Innehaltung der Vereinbarung durch Deutschland verkündet wurde, nachdem tu der ersten Feststellung die Inkraftsetzung der notwen» !digen deutschen Gesetze «um Ausdruck gekommen HL । Serrragsgemätz haben die Franzosen nunmehr die Dort» wunder Zone und südlich der Rude einen schmalen Be- satzungsstreifen von Bobwinkel südwärts geräumt Ts bandelt sich um Innehaltung einer Bervflichrung, die strb als Folge der Innehaltung deutscher Lervilichtun- hingen ergehen bat, und tu Jubelausbrüchen, wie sie tn einem Teil der Presse tn verzeichnen sind, liegt nicht der geringste Grund vor. Der größte Teil des unter brutaler Vertragsverletzung besetzten Gebiete, befindet sich noch unter dem Zwang der französischen Baionette Verständlich ist es, wenn die Bevölkerung sich ihrer zu- ruckgewonnenen Freiheit freut und tm Stabttbeater zu Dortmund Wilhelm Tell über die Bretter geht Eine etwas eigenartige Auffassung von menschlicher und nationaler Würde verrät eine hn Volksmunde Gazette be Fach genannte Zeitung, die darauf vertraut, bau die Bewohner des besetzten Gebiete, von der glücklichen Eigenschaft des Menschen, Böses zu vergesien. ausgiebi. gen Gebrauch machen werden. Niemals kann und wird bas deutsche Volk vergeßen, was ihm in den vergangenen Jahren angetan ist und täglich noch angetan wird. e»st es doch geradezu die tieffte Quelle unseres nationalen Unglürfs. bah unser Volk immer wieder in blin. bet Vertrauensseligkeit die Lehren einer tausendjährigen Geschichte vergesien hat. Nicht viel davon reden aber immer daran denken, bas ist ein französisches Wort, das allerdings von der sonst so franzosenbe- geisterten Presie nicht gern zitiert wird.
Wie die Blätter melden, traten gestern die Mit- qlieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion und die Mitglieder deS ParteiauSschusses zu einer Konserenz im Reichstage zusammen. Hermann Müller erstattete Bericht über die gescheiterten RegierungSverhandlunger lkach kurzer Aussprache billigte die Frattion und der Parteiausschuß die Haltung deS Vorstandes. Der Par- teivorstaud wird den Wahlaufruf in den nächsten Tagen, veröffentlichen. Haupth^hnhof wurde heute früh ein Zug mit
fk. Berlin, 23. Okt. DieDeutschnationale französischen Truppen abgelassen: das Ziel dieses VolkSpartei hat für Montag den Parteivorstand.I noch von Regiebeamten gefahrenen Transportes $Le, Mitglieder der bisherigen Reichstagsfraktion, die wurde nicht angegeben. Sämtliche Büros der Mitglieder der Landtagsfraktion und die Vorsitzenden Eisenbahnbehörde in Dortmund sind von den Regte- h « 9» gemeinsamen Sitzung beamten und von Militär frei.
einberufen, tn der die Kandidatenliste besprochen toer-1 ffirhorfefh 99 cw .
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lichte Aufruf, der übrigens wegen des darin zum per für th und Ründeroth, sowie die Ge- Ausdruck kommenden Gegensatzes der Politik der oietsstreifen nordöstlich und östsich der Grenze des Deutschnattonalen dr den letzten Wochen einet Brückenkopfes von Köln geräumt. Aus Rcm- charfen Kritik unterzogen wurde, ist, wie die »Deutsche scheid zogen die Truppen in der Frühe ab. Die Allgem. Ztg." hött, nicht als Wahlaufruf anzusehen. I Truppen aus Vohwinkel fuhren mit der Dahn nach ZüL™ 2Ibtoru6 f®* öte Reichstagsauflösung zu Koblenz. Einige französische Eisenbahner bl-eben 9 ____ ____ zurück, die jedoch im Laufe des Tages abziehen
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's- Ausland und Reichslagswadl
Unsere demokratische „Weltpresse" bringt schon rote» Her spaltenlange Drahtberichte au, Paris und London, hr denen die merkwürdigsten Anstchten de» Auslandes iber die Reichstagsauflösung den deutschen Wählern »orgesetzt werden. Natürlich kann man allerlei au» diesen Stimmen lernen, aber zumeist doch tm Gegensatz in ihnen und nicht, wie die Linkspresse e» möchte, in Leberetnftimmung mit ihnen. Denn selbst die auslän- dtschen Blätter, die ernsthaft die Verständigung und den Weltfrieden wollen, geben immer von dem Stanb« »unkt des eigenen Lande» aus und können di» deutschen Verhältnisse nicht beurteilen. Sonst würden sie nicht den Parteien den Sieg wünschen, die am wenigsten nationale Energie entwickeln, sondern denen, big unter ' strenger Wahrung des deutschen Standpunkte, doch eine Mrige Außenpolitik mit dem Ziel des Ausgleiches der Tesensätze führen wollen. Eine ausgesprochene Links» sslitik würde ia sehr bald die Opposition der Rechten wieder so stärken, daß ein völliger Umschwung zu erwarten wäre. Nichts aber ist uns ebenso wie der Welt jetzt nötiger als Stetigkeit in der deutschen Politik.
SmuT «1 lt,p- Doldmart Amtliche und au.oätlige eigen 0,10 Sol».,
Aks schwierigem etolj, sowie b. Platzvorschrifte»50°/, Aufschlag. Sammelanzetgeu 100’/. Aufschlag Reklame- 0,35 Soldm J ÄÄÄtal Sh.iÄTx bl‘ 3«bhmg i-ä.er «Umlage etioj &leae werden derechnet's et>ew|« Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Erfüllungsort Marburg, 1 E.-Mk. — *°l„ Dollair
Vie .-Dbeihesiische Zeitung erscheint sechsmal wdckentlich. — Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zustellungsge- >thr. Durch die Poft 2,2a Mk. — Für ausfallende Nummern infolge Streik, oder elementarer Eretgnisie kein Ersatz — Verlag ^»Dr.E. HitzerotH. — Druck derllniv-Buchdruckeret von Job. Aug. Koch, Markt 21/23. — Fernspr. 55, Postscheckkonto: Nr.5015 Amt Frankfurt a. Main.
Köstlich tst da» Geständnis der „Action Francaise", daß die bisher in Deutschland eingetretene Beruhigung für Frankreich gefährlich sei/ „denn die deutsche politische und finanzielle Anarchie sei eine der besten Garantien für Frankreich gewesen." Das ist doch wenig, stens ehrlich. Die Kommunisten, die sich als Franzosen- j jrcsier aufzusvielen lieben, erfahren daraus deutlich «nug, in wessen Interesse sie arbeiten; aber auch die i. rechtsradikalen hie am liebsten die ganze verfasiungs- f mäßige Entwicklung sprengen möchten, können nun |eben, wem diese am meisten im Magen liegt: den fran- | Bfischen Chauvinisten. — Aus der englischen Presie er- I fahren wir, daß auch die DieHards, die ganz rechts stehenden Industriellen, in Deutschland nicht ihre Ge- stnimngsgenosien sondern die Linke in Front zu sehen wünschen. Weshalb — das konnte sich die demokratische Presie wohl allein sagen; und es wäre klüger von ihr, solche Aeutzerungen zu unterdrücken Andere englische Stimmen 'auten: Die Deutschen könnten nun die Antwort auf die französischen Wahlen und auf die Politik Herriots geben. Das wird wohl auch geschehen — nur daß man nicht an die Worte -herriots denken wird, sondern an seine tatsächliche Politik und an die Secenträite, die in Frankreich noch so mächtig sind, daß ste lederzcik wieder die Oberhand gewinnen können. Die richtige deutsche Antwort auf London und Genf sowie auf die langsam eingeleitete Näuniung des Rrchr- «ebietes kann angesichts der vielen dabei noch offen ge- vliebenenbliebenen Fragen doch nur die sein: wir roer- tzeil mit aller Vorsicht den eingeschlagenen Weg weiter jeben. Wir haben jetzt keinen Anlaß zu radikalem Nationalismus, aber auch keinen zu vertrauensseligen Pazifismus. Ein klares, ruhiges Nationalgefühl mutz die Wählen und den neuen Reichstag beherrschen: das Ausland wird es zu begreifen und sich darauf einzu- »ichten wissen.
«mannte zum Deichswahlleiter den Präsidenten des Statistischen Reichsamtes, Geh. Regierungsrat Prof, f Dr -W a g e m a n n und zu seinem Stellvertreter das ! Mitglied des Statistischen Reichsamtes Geh. Degie» dungsrat Meisinger. Die Geschäftsräume des LeichswahlleiterS befinden sich Berlin W. 10, Lützow- «fer 8, Fernruf Amt Kurfürst 9509, Telegrammadresse Leichswahlleiter, Berlin W. 10.
fr Auslegung der Stimmlisten.
Verl in, 22. Okt. Der Reichsminister deS Innern hat bestimmt, daß die Stimmlisten und Stimmkarten für Me Aeichstagstoahl vorn 16. November bis einschließlich 23. November auszulegen sind. In Preußen werden die Listen mit Rücksicht auf die Regelung im hreußischen Wahlverfahren Dom 15. bis einschließlich & November ausgelegt. Näheres über Ort und Zeit her Auslegung geben die Gemeindebehörden bekannt. Einsprüche gegen die Stimmlisten müssen bis zum Ablauf der Auslegungsfrist erhoben werden. Wählen «nn nur, wer in die Stimmliste eingetragen ist oder l Abwesenheit vom Wohnort am Wahltage den : «timmschein sich rechtzeitig ausstellen ließ.
Die Bestimmungen über die Reichstagsauflösuug.
Der Artikel 25 der Reichsverfasiung lautet: „Der «tidjspräfibent kann den Reichstag auflösen, iedoch nur nnmal aus dem gleichen Anlatz. Die Neuwahl findet tzarestens am 60. Tage nach der Auflösung statt." Nach f Artikel 23 tritt der Reichstag zum ersten Mal soäte- ; Ms am 30. Tage nach der Wahl zusammen. Nach M ReichswaHlgesetz bestimmt der Reichspräsident den Mhltag. Der Reichsminister des Innern ernennt Jnen Reichswahlleiter und einen Stellvertreter. Die "tuauifteltung der Wählerlisten ist nicht mehr not- Mrdig, vielmehr werden sogenannte Dauerlisten ße= !"hrt. Die Fristen für die Auslegung der Wähler- «nen und für die Ansprüche gegen diese bat der Reichs- •tniiier des Innern zu bestimmen. Die Kreiswahl- Mschläge sind spätestens am 17. Tage vor dem Wahl- •®8 beim Kreiswahlleiter einzureichen, die Reichswahl- Mschläge am 14. Tage vorher. Mit der Reichstagr- Mflöfung entfällt automatisch die weitere reguläre ^atigkett des Reichstag», es hört die Diätenrablung auch, was für manche noch peinlicher ist, die Jm- Junität auf; das Recht der freien Eisenbahnfahrt •®hen sich allerdings die Reichstagsabgeordneten noch •or kurzer Zeit bis zu dem Tage nach den Neuwahlen *tiängett. Einzelne Organe de» alten Reichstag» ptihen allerdings nach der Beriasiung bi» »um Zu- •rimentritt des neuen Parlament» beheben; der Präsent und seine Stellvertreter, der Ausschuß für aus- ^titoe Angelegenheiten und der fogenannte ständige ^schütz, der die Rechte der Volksvertretung gegen» 5*.T der Reichsregierung wahren soll. Diese be» ptantie Zahl von Abgeordneten erhält auch werter «raten.
Herriet und dir nmIMe Saßerriekunn Duisburg, 22. Okt. Di« Hauptzoll. wwn nU^T^Un0lämter^}n DuiSburg-Ruhrort, das Zollamt in
W» inmwiljujrn ©ipUirn Hamborn und sämtliche Zollabfertigungsstellen im
Der französische Ministerpräsident Herriot hat an Duisburg-Ruhrorter Hafen sind der deutschen Bei- Deutschland die Aufforderung gerichtet, die Köpfe der I Wallung übergeben worden.
Schüler und Schülerinnen von Hatzgedanken fr» zu Himburg, 22. Ott. Di« französische Be-
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