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Marburg o. £, 6omti6M dra IS.

darauf hin. daß ein

FmnkreiK und Rußland

Herriot

Regierung Kerenskis,

Anerkennung der Sowjet^

wurf vier Punkte

4 das Versprechen

nachdem das französisch«

Rüglands mitzuardeiten

Vertrauen genügend Sicherheiten erlangt hab«.

,Münchener Neuesten

etir

Nachrichten", der.Hanrwverfche Kurier" und die .Leip« Stgar Neuere» Nachricht«" schließ« in ihr« Trettag- rnorgenausgchb« den zweiten ScU ihrer Deröffewi- lichungen <nu$ den Verfallt«» Geh«4makten

ziebungen wiederherzustellen; S. Aufforderung, die Schuld- und Entschädigungsfrase zu regeln;

Ott Reuter meldet au<

Oft Die T. 11 verbreitet eine

fk. Paris, 18. Okt.Mafin" berichtet davon, dah der bekannte Außenpolitiker desTeinps", Her­bette. nach Wiederaufnahme der diplomatischen Be­ziehungen mit Rußland Botschafter in Moskau werden soll. Nach demSoir" ist es auch möglich, daß er den Poften des Botschafter» in Angora erhält.

einem Brief

weift dieSoff.

regierens; 2. Aufforderung,

den sind.

fk. London

Berlin, 18. tt In einer redaktionellen Be­merkung zu den Nachrichten Aber die gestrigen Verhandlungen zur Beilegung der RegterungSkrife

Paris, 174. Okt DasJournal" berichtet, daß zahlreiche Nachfragen nach dem franzö- sischen Anteil für die deutsche Anleihe be­stehen, die nicht nur vom Jnlande, sondern auch vom Ausland«, z. B. von englischen Dersickert'.ngs- gesell^chaften kommen. Das verkürzt in erheb­lichem Umfange den Anleiheteil, der schließlich in französischer Hand bleiben wird. Der Nettopreis der Obligationen stellt sich auf 88 Franken. Am Mittwoch wurden die Obligationen mit ge­bandelt. standen gestern auf 92 und wurden nach Börsenschluh gefragt.

Peking: Der Dampfer der franzdsischen Schiff# fahrtsgesellschaft MessagerieS MartimeS8han# tillh" ist am 28. September in Hongkong mit 18 Br eguet»Doppeldeckern, die an eine französisch« Firma in Nintschwang gesandt waren, angekom­men. Den Behörden von Schanghai wurde mit# geteilt, daß der Dampfer nach Nintschwang fahre und dann nach Shanghai zurückkehren werde. Der Dampfer fuhr nach Dolnh und lieferte die Flugzeuge ab, die hierauf mit der Bahn nach Mulden Weller# geleitet wurden. Die Flugzeuge, die vom Erkun# dungsthv sind, waren in der Obhut eines stanzö- sikchen Fliegers, der erklärte, daß eS sich um Ser# kehrsflngzeuge handele. Dem Berichterstatter der .Dimes" zufolge ergab sich, daß die Flugzeuge zu militärischen Zwecken bestimmt sind, fctnige Apparate waren mit Maschinengewehren verleben. Diese Kriegsmateriallieferungen werden in diplo­matischen Kreisen einer scharfen Kritik unterworfen. Auch Japan beteiligt stich an den Kriegsmat trial- lieferungen nach China.

bleiben die Liberalen vom Wahlkampf fern. Ju 6 von diesen Kreisen werden die Konservativen einen heißen Kampf mit der Arbetterpartei zu be­stehen haben, während sie in dem siebenten Wahl­kreis auf {eine Opposition zu rechnen brauchen. Ramfah Mac Donald hat gestern morgen Birmingham derlasfen nnd feine Reise nach Süd# wales fortgesetzt. Seine Anhänger, die in vielen Orten auf ihn warteten, mußte er vertrösten, er könne jetzt wegen Heiserkeit keine Reden halten. Der Ministerpräsident kam gestern abend in Abera# von, seinem Wahlkreis tn SüdwaleS. an, wo er vor­aussichtlich bis zum Wahltage, also bis zum 29. Oktober bleiben wird. (Sa scheint, daß er im all­gemeinen in den Industriestädten, die er auf sei­ner Reise von Glasgow her durch Nord- und Mittelengland besucht hat, gut empfangen worden ist. Die Liberalen und die Konserva­tiven machen große Anstrengungen, um sich die Stimmen tfer Landwirte zu sichern. Die Liberalen versprechen den Pächtern, ihre Stellung dadurch zu verbessern, daß sie die Pachbedingungen sicher gestalten und den Landarbeitern Gelegenheit geben, sich Land für sich selbst zu bebauen. Der konservative Führer Baldwin wollte sich gestern abend über die Pläne äußern, die der landwirt­schaftlichen Industrie Hilfe bringen sollen.

London, 18. Okt. Der politische Berichter­statter desStar" schreibt, eS sei im siberalen Hauptquartier kein Geheimnis, daß man die N i e - derlageMaeDonalds.Elhnes und 5« n - dersons je in ihren Wahlkreisen für wahr­scheinlich ansieht. Die Waliser Wählerschaft des Ministerpräsidenten sei besonders enttäuscht über die Verschlimmerung der Lage der Bergbau­industrie seit der ^iegierungsübernahme durch die Arbetterpartei.

Widerspruch erhoben haben. Tatsache aber sei, daß die russischen Emigranten sich für eine Naturalisierungs- Möglichkeit in Frankreich ausgesprochen haben. Es müsse bewirkt werden, daß die Kommission nur konsul­tativen Charakter habe und daß der endgültige Be­schlug über die Formel, unter der sich die russisch-fran­zösische Anerkennung vollziehen solle, dem Minisierrat zusteht.

Nach demJournal" enthält der Telegramment-

Ou. Berlin, 17. Ott. Wie wir von best- infvrmierter Seite erfahren, dürste bei einem weite­ren reibungslosen Fortgang der gegenwärtig im Gonge befindlichen abschließenden MilitÜrkontrolle der interalliierten Generalinfpektion in Deutschland mit einer baldigen Beendigung der Kontrollmaß- nahmen zu rechnen sein. Das Programm der Kon­trollorgane sieht für den Monat November die letzten größeren Durchsuchungen vor und hat be­reits für Anfang Dezember den Schluß der Jn- spettivnen in Aussicht genommen.

kontroll« ab. Den Vorberatungen über die Ein­richtung und die Befugnisse der Kontrollkommissionen, wie sie in Artikel 203 bis 210 d«S Versailler Frieden»# vertrageS enthalten find, lag ein Entwurf zu Grunde, der den Kommisiionen viel weitergeh«rde Befugnisse gewähren sollt«. Der deutschen Heeresverwaltung sollt« beispielsweise untersagt werden, eine Bestellung von Kriegsmaterial ohne vorherige Mitteilung an die ver­bündeten Regierungen und ohne deren Billigung zn machen. Am 17. März 1919 wandt« sich Präsident Wilson bei der Beratung dieses Entwurfs im Ober­sten KriesSrat dagegen, dah für die Wirkfamkett der Konlrollkommissionen und b«S interalliierten Ober­kommandos kein« Zett grenz« angegeben sei. Dadurch werde der Anschein erweckt, als wolle man sie dauernd bestehen lasten. .DaS würde nicht der Friede fein, sondern eine bewaffnete Gewaltherrschaft der Alliierten, und meine Regierung würde niemals zustimmen können, eine Abmachung dieser Art anzunehmen. Ich selbst würde, wenn ich sie annähme, meine Befugnisse, toi« in der Versassung der Vereinigten Staaten festgelegt sind, überschreiten." Llohd Georg« sagt«, bies« Bestimmung werde eine ewige Quelle der älneuhe und eine Erniedrigung für alle Länder sein. 1870 wär« «S unerträglich für Frankreich gewesen, wenn ihm Deutsch­land die Bedingung auferlegt hätte, baß nicht eine einzige Flinte von Frankreich ohne seine Erlaubnis bestellt werden dürfe. .Ich weiß nicht, tote die Deut­schen beschaffen sind, aber ich weiß so viel, dah Frank­reich und Großbritannien lebhaften Groll empfinden würden, wenn ihnen eine derartige Bedingung auf­erleg! würde." Rach seiner Meinung bilde dies« De# dingung eine sozusagen dauernde Beleidigung /unb ersiille auch nicht den vorgesetzten Zweck. Marschall Fvch erwiderte unter anderem, wenn die Ablieferung oder Zerstörung von Kriegsmaterial Deutschland« er­füllt sei, würden die dafür eingesetzten Kommissionen aufhören. Die Lleberwachung der Ausführung anderer Friedensbedingungen mühte nach seiner Meinung toi« in normalen Zeiten durch die Militärattaches und ähnliche Organisationen ausgeüöt werbe». Wenn be« Oberste Rat in der fraglichen Bestimmung eine un­nötige Demütigung des Feindes erblicke, so habe et nichts dagegen, wenn sie toegbleibe.

Paris, 17. Ott. Havas berichtet aus New- York: Nach einem heute in derNetvhork Times" erschienenen Artikel hätten fast alle Newhorkei Bankhäuser, die sich internationalen Finanzopera­tionen lridmen, Anleiheversuchen sowohl von euro­päischen Negierungen, als auch von europäischen Eiscnbahngesellschaften und verschiedenen großen Unternehmungen erhalten. Das Blatt glaubt, daß, wenn nur ein Teil dieser Anleihen bewilligt werden würde, die amerlkan fch«n Kapita isten aufgefordert würden, Bons in einem Gesamtbetrags von mehr als -'ner Milliarde Dollars zu zeichnen.

fk. London, 18. Okt.Times" zufolge ver­lautet, daß die Zeichnungen für den britischen Anteil der deutschen auswärtigen Anleihe 150160 Mil­lionen Pfund Sterling betragen, so daß also die An­leihe etwa 13 mal überzeichnet worden sei.

Kommunistische Theorie und Mxis

Da man in parlamentarischen Kreisen immer mehr mit Auflösung des Reichstages rechnet, haben sich -die Kommunisten bemüßigt gesehen, auf einem Vertretertag ihrer Abgeordneten de, Reichstages und der verschiedenen Länderparla, mente ein Wahlprogramm auszustellen, roonn da, Wort ,Meltrevolution" einmal nicht die Hauvt-

London, 18. Okt. Die Parteien sind fort­gesetzt mit der Vorbereitung der Neu­wahlen. beschäftigt. Der konservative Führer Baldwin soll in seinem Wahlkreis Bewdleh iNorchestershire- von rea Liberalen nicht bekämpft werden; er wird dadurch ohne Gegenkandidaten bleiben. In allen 7 Wahlkreisen von Sheffield

Mlldung, wonach der Reichskanzler am Mittwoch obend Mm Reichspräsedenten berufen worden wäre, «tt dem et eine längere Unterredung gehabt hätte. Di« Wirkung dieser Aussprache glaubt man in der zu einer Besprechung mit dem Reichskanzler geladenen Veut'chnationalen und in dem überraschenden ablehnen­den Beschluß der Zentrumsfraktion zu erblicken. 3m Anschluß an diese Meldung werden in mehreren Blät­tern Angriff« gegen den Reichspräsiden­ten gerichtet. Demgegenüber wird von zuständiger Leite fesigesiellt, daß der Reichskanzler selbstverständ» ltzh dem Reichspräsidenten über den Verlauf seiner Ver­handlungen zwecks Erweiterung der Regierung mehr« sech Bericht erstattet hat. Auch am Mittwoch obend hatte der Reichskanzler selbstverständlich dem Reichs­präsidenten über den Verlauf seiner Verhandlungen ^zwecks Erweiterung der Regierung mehrfach Bericht erstattet. Auch am Mittwoch abend hatte der Neichskanzler um eine Unterredung mit dem Reichs« fcärihvnten nachgesucht. Daß der Reichspräsident dabei den Reichskanzler in dem von der T. 11. angedeute- trn Sinne beeinflußt habe, ist falsch. Don der Einladung der Deutschnationalen eS wären übrigens auch die sozialdemokratischen Fraktionsführer vom Reichskanzler |s einer Besprechung gebeten worden hat der Aeichspräsident überhaupt nichts gewußt. Diese Be- Brechung, die am Donnerstag 91/, Lhr vormittags beginnen sollte, mußte hinausgeschoben werben, weil 8et Reichskanzler durch andere dringende Verpflicht, hmgen zurückgehalten wurde und dann di« Sntschlie- fcng des Zentrums die mit den Deutschnationalen und kn Sozialdemokraten beabsichtigten Unterredungen wttunüch erscheinen lieh.

®eLB2£l£"£!* b-trSÄ Nir den 10 gefp. Zotl-»-Emeter 0,08 Sold mark. Amtlich« exb auiwlttlge Anjtize» 0,10 «»ld. dei schwierige« S°ch. sowie b. Pl«tzv°rschritte«ro»/, Ansichlag. Sammela»,eigen 100«/, Aufschlag. Keklame, 0,35 Sold«. Stbtt Rabatt güt al, «arr-krtt und verfällt, wen, die Zahlnng später al, 5 Tage erfolgt. Leleqe werde« berechnet, ebenso Aurknnst durch die EefchastefteL« und Zusendung der Angebote. Arfüllungeort Rarburg, 1 ® -Rk. = »°|M Dollar

Peking, 17. Okt. Die Streitkräfte Tfchang tso-linS wurden über die große Mauer htn# auS zurückgedrängt.

London. 17. Okt. Wie Reuter auS Kanton meldet, ist die Niederlage der Freiwilligenverbänd« be­sonders auf eine Feuersbrunst zurückzuführen. Di« Zahl der Toten und Verwundeten ist noch unbekannt. Die Soldaten wurden von erregten Zivilisten ange­griffen. Einige Soldaten, die beim Plündern ergriff ex worden waren, wurden bfort enthauptet. Di« Be­völkerung versuchte mit den Wertsachen In daS euro­päische Viertel zu flüchten. Dies wurde jedoch nur denjenigen gestattet, die eine besondere Erlaubnis be­saßen.

fk. P a r i s, 18. Okt.Chicago Tribüne" meldet aus Hongkong, daß zwei amerikanische Kanonen­boote nach Kanton zum Schutze des Lebens und de» Eigentums der amerikanischen Bürger entsandt wor-

fk. Berlin, 18. Oft. ^Nach dem Empfang der ^ttttschnationalen Beauftragten durch den Reichskanzler trat die deutfchnationale ReichstagSfrak- *it>n zu einer Beratung zusammen, die jedoch bis tn ** späten Nachtstunden hinein noch zu keinen bestimm­en Vorschlägen an den Reichskanzler führten. Wie ^parlamentarischen Kreisen verlautet, werden die ^usichnativnalen am heutigen Vormittag dem Reichs- Mer bestimmt die Vorschläge ihrer Partei Vorträgen, bn den Wandelgängen des Reichstages spricht man daß der Reichskanzler den Deutschnationalen knitze im Kabinett zugestanben habe. AlS künftige nttrtschnationale Minister werden genannt, die Reichs-

Paris, 17. Okt. DerMatin" glaubt iu wissen, daß die Kommission d « M o n z i« gestern dem Mi­nisterpräsidenten Serriot den Entwurf einer De­pesche unterbreitet hab«, di« im gegebenen Augenblick von der französischen Regierung entweder an den Prä­sidenten des Rates der Volkskommissare Rakow oder an den Kommisiar für auswärtig« Angelegenheiten Tichitscherin, abgesandt werden soll. Die französische Regierung, di« sich der freundschaftlichen Beziehungen erinnere, die sie mit Rußland unterhalten habe, sei ge- nsgt. die Sowietregiervng anzuerkennen als die recht­liche Regierung aller der Gebiet«, von denen sie selbst anerkannt sei unb Frankreich sei infolgedessen bereit, Unterhandlungen mit ihr anzukniivfen, um »u einer Regelung der Streitfragen zu gelangen, die zwischen den beiden Ländern bestehen. Die gefundene Formel bedeute also, daß Frankreich den Wunsch hat, mit oer Sowietregierung durch Vermittlung offiziell akkredi­tierter Persönlichkeiten zu verhandeln. Die Kommission wird, wie bereits berichtet, vom kommenden Dienstag ab u. a. über die Fragen verhandeln, die sich auf die russischen Emigranten beziehen, mit dem Ziel, denen, die nach Rußland zurückkehren wollen, di« Rückkehr zu ermöglichen, und denen, die in Frankreich bleiben wollen ein beschleunigtes Naturalisierungsverfahren zu ermöglichen. Gegen dies« letzte Absicht soll nach dem ,Matin" bereits Maklakow, der Botschafter der

geordnete Kries und das Mitglied im Deichsrat Ostpreußen. FrHr. von Sahl.

Di« am Nachmittag erörterte Möglichkeit, da» Kabi- : durch deutschnationale Fachmänner, die nicht ausge-

"wchene Parteiführer find, zu ergänzen, wurde bald ^'gegeben, da st« sowohl auf deutschuationalen als auch **' der Deutschen Dvlkspartei auf Widerstand stießen.

Da» Zustandekommen eines nach rechts erweiterten T^tchSkabinettS soll von entscheidenden Stellen an die ?A-ngung geknüpft worden sein, baß der bemokra- -DeichSwehrminister Dr. Gehler trotz des Be- !>Auisse» seiner Frattion als Fachminister dem Kabi- weiter angehört.

Die demokratisch« Reichstagsfrattion gab tn einer ^ktionSsitzung von kurzer Dauer ihren Beschluß be« keinem Demokraten die Zugehörigkeit zu einem y°^inett zu gestatten, tn dem Deutschnationale eine ein- Stellung einnehmen. RetchSwehrminlster Dr. erklärte gleichfalls, dah er unbedingte Partei« wahren wolle. ES verlautet jedoch, dah man

^«ra werde, er möge im Lnteresi« bet Aufrechterhal- 0 bet Ordnung auch tn einem nach rechts erwei- «tr^Iabmett seiners Posten weite, verwalten.

XtlDUlflUHVvy wui vuhii ru« «vutnuiu/un«, uk iivuj ungeklärt ist Was sollte nun das Kabinett beschließen? Legen di« Reichstagsauflösung sträuben sich fast alle Parteien, zumal der Aufwand nutzlos vertan werden bürste. Ein demokratische» Blatt schreibt, die Krisen Würden sich so lange immer wiederholen, rot« dieser sseichstag am Lehen sei. Und wenn nun bet nächste ganz ähnlich ausfleht dann auch? Wollen di« Par- ftirn wirklich feststellen, daß sie in einem Reichstag, der bi? Stimmungen des Volks wiederspiegelt, keine re> Mrungssäksige Mehrheit zustandekriegen. dann erklären fte damit den Bankerott des Parlamentarismus. Das leßten sie ernsthaft bedenken! Den nicht im Parteigeist befangenen Bürger interessiert di« Zusammensetzung des Kabinetts immer weniger. Wenn nur ordentliche Männer da sind die vernünftig regieren und di« Wirt- ^art nicht stören! Eine Verlegenbeitslölung mit mehrerenFachministern", di« weiter rechts stehen, be­reitet zwar den Fraktionen Kopfschmerzen und Innere Kämpfe, würbe aber von bem großen Publikum mit Gleichmut ausgenommen werben. Wenn nut iroenb «was geschieht! Ein trübseliger Ausgang.

L., cberbtnitot Zeitung" erscheint sechsmal wSckxntlich. Bepigspret, monatlich t Mark ausschlietzlich Zustellung»q IrvL " Dur» bl« Post 2,25 Mk. Für ausfallend« Nummern infolge Streik» oder elementarer Ereignifs« fein Ersatz. Verlag 5.« D« L SitzerotH. Druck derUnio.-B»chdruckerei von Job. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernspr. 56, Postscheckkonto: Nr.501» Amt Frankfurt a. Main.

Ar SSmsst in torotto

Volksabstimmung über den Maeokkofeldzng.

Madrid, 18. Okt.Suetaldo" erklärt in einem Leitartikel, daß eine Volksabstimmung mit Sicherheit eine große Mehrheit für die Aufgabe des Marokkofelbzuges ergeben würbe, weil bie Natton bi« endlosen Blut- unb Eeldovfer satt sei.

AVT. verlangt den sofortigen Friedensschluß mtt Marokko unb bie Bildung einer Zivilregierung unter Primo be Rivera, die Wahlen ausschreiben und ver­fassungsmäßig« Zustände herstellen solle.

ReichSkabinrtt, das ftch aus Deutsch# nationalen, der Deutschen Dolkspar# tei, dem Zentrum und der Bayrischen Volkspnrtel zuf ammensetzr, mit An# terstützung durch die Wirts chaftspar# tel undd en Bayrischen Bauernbund auf dem Papier ein« Mehrheit von neun Stimmen haben wÜrbe. Dieftr habe zur Borausfetzung, daß alle Bänke der RegierungS- koalitivn besetzt sind und dah alle Angehörigen der Regierungsparteien autch geschlossen für die Re# gierung stimmen. Schon die Stimmenthaltung einer kleinen Grupp« von etwa 12 Abgeordneten würde genügen, um ein solches Kabinett zu Fall zu bringen. Aus dieser Feststellung ergebe sich, wie sehr entscheidendes Gewicht auf die Haltung der Demokraten gelegt werden müsse, für die so- Vvhl dem genannten Blatt, als auch dem Tageblatt zufolge allerhöchstens eine wohlwollende Neutral!« tüt gegenüber der Reichsregierung. keinesfalls aber eine offizielle Beteiligung an der Regierung in Frage kommt. Die Blätter nennen als mutmaßliche Reichsminister noch den Reichstags abgeordneten Schiele, der als WirtfchaftSminister in Frage komme und das Mttglied der Bayrischen Vofks- partef, Emminger, der das Reichsjuftizminisierium Übernehmen soll. Die Vizekanzlerschaft werde nach den Vermutungen der Blätter Hergt, das Reichs- Ministerium des Innern dem dcu-schnationalen Ab- geordneten Fryr. v. Gayl überfragen werden.

Die Sitzung be» Reichskabinetts verschoben.

Berlin, 17. Okt. Wie bie Blätter melden, würbe bie Sitzung des Reichskabinetts, bie beute vor­mittag anberaumt war, auf ben Nachmittag ver- Ichoben. Im Lauf« bes Vormittags fanben, ben Blättern zufolge, lebiglich vorbereitenbe Besprechungen be» Reichskanzlers mit einigen führenden Mitgliedern de» Zentrum» unb ber Deutschen Volkspartei statt. Auch mit bem Reichspräsidenten batte der Kanzler eine Unterredung.

Berlin, 17. Okt. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, bat bie bemokratische Fraktion des Reichstages beute nachmittag eine etwa einftünbige Sitzung abgebalten, ohne irgendwelche Beschlüsse zu fassen.

Die Deutsche Volkspartef ist um 4 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten, bat, diese aber als­bald wieder abgebrochen.

Die deutschnationale Fraktion hat bie für 5 Uhr einberufene Sitzung vorher abgesagt um sich aber erforberlichenfalls in den Abendstunden wieder zu versammeln.

Die Dentschnationalen beim Kanzler.

Berlin, 17 Okt. Nachdem sich die Unmöglichkeit ergeben bat, auf dem Wege der Verhandlungen mit den Fraktionen des Reichstags zu der notwendig ge­wordenen Erweiterung der Neichsregierung zu gelan­gen, bat der Reichskanzler nach Beratung mit den Reichsministern heute abend die Beauftragten der Deutschnationalen Dolksvartei zwecks Verhandlungen übet die Einbeziehung deutschnatio­naler Parteimitglieder in di« Reichsregietung emp­fangen.

. DaS politische Karussell

Wie oft find rofr nun eigentlich schon ta Kreise iterumgefobren? Wir mistens nicht, steigen schwinvelnb fem öolzvferd und blicken in die sich drehend« Welt Auein - - Vor 24 Stunden glaubt« man doch wenig- Lns das Eine festgestellt zu haben, was auch der «xichskanzler den Parteiführern feierlich verkünbete: Haß weitere Verhandlungen übet die Regietungs- «rweiterunB aussichtslos seien. Aber bald darauf war «ich das nicht mehr wahr. Mit grobem Entschluß trat Hgs Kabinett zusammen, und man wartete 122¥2 Etunben auf bie endliche Lösung des Rätsel«. Aber »e- kreißende Berg gebar ein Mäuslein: .Morgen ist Auch ein Tag". Und auch dieses starb, da der Kahi- Stctfrrot garnicht fortgesetzt wurde, vielmehr S«r Warr »Heber zu denaussichtslosen" Verhandlungen wh den Faiteifübtein zuriickkehrte. Eine Frage für sich ist es, Sh die augenblickliche Aussichtslosigkeit erst dadurch fceihcigefiibrt worden ist. daß, wie behauptet wird, der »(ichspröstdent Ebert in einet Unterredung mit dem Kanzler diesen bewogen bat, das Zentrum von dem glücken nach rechts zurückzubalten. Zweifellos ging 1 Mittwoch Abend di« allgemeine Ueberzeugung da­hin. daß die wohlwollende Neutralität ber Demokraten »tnüsen würbe, um bas Zentrum mit ber Rechten zu- Lnnnenzubringen. Di« ablebnenbe Haltung be» Par-

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