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Marburg a. 8V Freitag, m 17. Skiober
59. zatzg. 1924
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<1a Ejr W W WW 8W MM MDAAGDGd Mekger für (das Mer kurlWsKe) SberWen - Amtliches Berkündigungsblatt des KretleS Marburg
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Die pvWfche Be-eutuns -er Zeppelin-Fahrt
Anlatz der großen Zeppelinretse werde es nicht mit sich bringen, datz man darauf verzichte.
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f fh. Washington, 17. Dht. In einer An- Mache bei einem Essen zu Ehren der Offiziere Z. 126 sagte der Marinesekretär Wilbur, ,Er wünsche, datz das Luftschiff ein Friedenssymbol ®erbe zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten und allen anderen Ländern. In Erinnerung an den Engelsgesang von Bethlehem habe kr L. Z. 126 Les Angeles genannt. Dr. Eckener Enviderte, daß das Schiff ein Friedenssymbol fei, W von hervorragenden deutschen Persönlichkeiten tum Ausdruck gebracht worden. Der Marine- Mretär brachte einen Trinkspruch auf den Präsi- Renten der deutschen Republik und den Präsiden- «n bet Vereinigten Staaten aus.
fk. Paris, 17. Okt. „Chicago Tribüne" weidet aus Newyork: Die deutschen und ameriha« wschen Offiziere, die an der Zeppelinfahrt teilge- kommen yaoen, wurden gestern vom Präsidenten »oolibge empfangen. Daraus waren sie Gäste M einem Frühstück, das der Staatssekretär der Ptotine gab. Die Deutschen werden sich nach ®«ron begeben, um mit der Zeppelin-Goodyear- kcsellschaft über die Ueberführung von allem zum Lau von Zeopelinen nötigen Materials und vtone zu verhandeln.
$ e r I i n, 17. Okt.
In den Berliner politischen Kreisen bildet gegenwärtig der ungeheure Erfolg, den das Luftschiff „L. Z. 126" mit seiner glänzend geglückten «merikafahrt erzielt hat, das Tagesgespräch. Gelb ft die ernste Regierungskrise, in der sich das Keich gegenwärtig befindet und die möglicherweise innerhalb der nächsten 48 Stunden zu ernsten politischen Rückwirkungen führen wird, tritt fmz in den Hintergrund angesichts der großen ebeutung, die der Amerikafahrt des Luftschiffes auch in politischer Hinsicht zukommt. Schon jetzt Hegen aus Amerika zahlreiche Stimmen vor, aus denen hervorgeht, daß die glänzende Leistung des Luftschiffes innerhalb Amerikas eine ungeheure Propaganda für Deutschland eingeleitet hat, die inveifelios zu einer politischen und wirtschaftlichen Annäherung zwischen Deutschland und Amerika außerordentlich viel beitragen wird. Das Interesse Amerikas an dem Wiederaufbau Deutschlands ist mit einem Schlage wachgerufen, und man sieht aus den zahlreichen Kunoebungen der amerikanischen politischen Oeffentlichkeit, daß men dort die Bedeutung Deutschlands wieder zu schätzen beginnt. Es ist ein offenes Geheimnis, daß Amerika bereits anläßlich der Londoner Konferenz feinen ganzen Einfluß in die Wagschale geworfen hat, um die Bedingungen der Londoner Abmachungen zugunsten Deutschlands wenigstens abzumildern. Diese Bestrebungen werden wesentlich dadurch gefördert, daß "die amerikanische öffentliche Meinung gerade durch die glanzvolle Leistung des „L. Z. 126" von der Uebergeugung durchdrungen wird, wie außerordentlich wichtig ein in feinen ungeheuren wirtschaftlichen Leistungsfähigkeiten ungehemmtes Deutschland für die Weltpolitik ist. In den unterrichteten Berliner Regierungskreisen hat man den Eindruck, daß nunmehr ein erheblicher Fortschritt in der Befestigung der Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten eingetreten ist, der den außenpolitischen Interessen des Reiches in der nächsten Zukunft von größtem Nutzen fein wird.
Auf der anderen Seite ist ganz unverkennbar, daß zwischen Deutschland und Frankreich wegen der erfolgreichen Zeppelinfahrt eine neuerliche ernste Spannung eintreten wird. Die französische Regierung Herriot übt zwar die größte Zurückhaltung und vermeidet es aufs peinlichste, ihre Mißstimmung gegenüber Deutschland zum Ausdruck zu bringen, aber umso heftiger spricht sich die französische Presse aus, die von der französi- fchen Regierung verlangt, daß sie aus der Zerstörung der Zeppelinwerft in Friedrichshafen bestehe. Im Berliner Auswärtigen Amt verfolgt man mit einiger Besorgnis diese Entwicklung der französischen Opposition gegen die Aufrechterhaltung des deutschen Luftschiffbaues, doch ist man geneigt, die Dinge nicht allzu pessimistisch zu sehen. Tie deutsche Regierung wird selbstverständlich ihre gesamte Energie anwenden, um die Erhaltung ber Zeppelinwerft zu erreichen, und sie wird allen erdenklichen Einfluß aufbieten, um die französische Regierung zu einem Verzicht auf die Verrichtung der Friedrichshafener Anlagen zu ver- onlaffen. Man hält es hier für sehr wahrscheinlich, daß schon in nächster 3et wegen dieser Frage ernste Auseinandersetzungen bestehen, aber man klaubt, der Entwicklung der Dinge mit Ruhe ent- Mgensehen zu können. Die französische Politik stheint übrigens viel zu klug zu operieren, als daß sie aus dieser Frage einen Streitfall konstruieren würde, der alle bisher in den Hintergrund gestellten Prestigeangelegenheiten wieder peroortreten lassen würde. Es ist auch nicht an- Mnehmen, daß Frankreich allein die Forderung auf die Vernichtung der Zeppelinwerften offiziell Sr Geltung bringen wird. Vielmehr hat mau den deutschen diplomatischen Kreisen den Eindruck. daß die französische Regierung durch Fühlungnahme mit den anderen Mächten ein einheitliches Vorgehen der Alliierten in dieser Frage her- -beizuführen wünscht. Nach Lage der Dinge kann Man aber voraussehen, daß diese Schritte keines- zu einer einheitlichen Forderung der alliier- jkn Mächte auf Zerstörung der Friedrichshafener i»nlagen führen werden.
Die Leistungen von „2.3.126".
Newhork, 16 .Okt. Aach einer offiziellen Aufstellung Dr. Eckeners und des Kommandeurs Klein betrug die Fluglänge des „L. Z. 126" 5066 englische Mellen, die Flugdauer 81 ©tun» ben 17 Minuten, die Durchschnitlsgeschwindigkeit 62,32 englische Meilen und die höckste Höhe 3680 t 1 - e'e- N w'ork f'og das Luftschiff in einer Durchschnittshöhe von 400 Metern. Die Betriebs- stofftanks waren bei der Landung noch ein Viertel voll, was für eine Fahrt von weiteren 1800 Knoten genügend gewesen wäre. Dr. Eckener erklärte, die dr h losen W tterberlchte hätten es ermögl chi, den Störungsgebieten auszuweichen oder schneller zu verlassen. Das Luftschiff durchfuhr die Nebelgebiete in schneller Fahrt mit 50—60 Meilen Geschwindigkeit. Die Aeronautische Kommission in Washington hat Dr. Eckener und Kapitän Steele eingeladen, der heutigen Sitzung tm Marineamt br izur ahnen. Beide werden offiziell über den Flug berichten.
Der Begeisterungsjubel.
L a k e h u r st, 15. Okt. Unter brausendem Jubel der dichten Menschenmenge beendete „Ö, Z. 126" wohlbehalten seine Fahrt. Das Luftschiff ist in bester Verafsung. Die Marineoffiziere gratulierten Dr. Eckener aufs herzlichste. Während „L. 3 126“ noch in der Lust schwebte, und sich die Besatzung mit den Tauen beschäftigte, lehnte sich Dr Eckener aus der Führergondel und rief dem versammeften Korps der Berichterstatter entgegen: ,,2ck bin von freudigem Stolz erfüllt, es war eine wundervolle Fahrt!" Die zur Aufrechterhaltung der Ordnung aufgestellten Marinesoldaten und Ma» trofe: wurden so von der Begeisterung mitgeris- fen, daß sie fast ihre Disziplin vergaßen und In den Begrüßungsjubel mit wildem Geheul ein- stmmrtcn.
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Berlin, 16. Okt. Wie die Blätter hören, wird die Mannschaft des „ß. Z. 126“ unter Führung Dr. Eckeners mit Ausnahme der als Instruktoren in Amerika verbleibenden Luftschifführer und Monteure Anfang November nach Deutschland zu» rückkchren. In der Zwischenzeit dürften die offiziellen Abnahmeverhandlungen mit der amerita» Nischen Marineleitung beendet fein. Die künftigen Führer teilten bereits in ihren Berichten über die Probefahrt des Luftschiffes in Europa dem Ma- tincminiflerium mit, daß die vertraglich von den Bereinigten Staaten verlangten Bedingungen hinficbtlicb des Aktionsradius, der Tragkraft und der Höhcnfchr.en vollkommen erfüllt seien. Durch die Amerikasahrt wurde ferner die Flugmanöve- rieifähjgkcit des Luftschiffes hinreichend erwiesen.
Schwerin, 16. Ost. Das Schwerinsche Staaten inisteriurn hat folgendes Telegramm an die Zeppelinwerke in Friedrichshafen gesandt: In stolzer Freude über deutsches Können beglückwünschen die Mecklenburger die Zep» p/linwrrke zu ihrer großen Tat
Berlin. 16. Ost. Der ReichSwehrmi» n ist er richtete anläßfich der glücklich vollendeten Amerikafahrt des „ß. Z. 126“ folgendes Telegramm an den Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen: Trotz aller schmerzlichen Gefühle, die im dertschen Volke durch die Abgabe seines stolzen Schiffes erweckt worden sind, überwiegen in dem Augenblick, da „L. Z. 126“ die große Fahrt über den Ozean glücklich durchgeführt hat. in jedem Deutscher, der Stolz auf diese unvergängliche Nuh- ni»ötat deutscher Techniker und Luft fahre c. Das chelc des Volkes schlägt heute heiß wie seit langem »ich', fu die Erhaltung und Förderung der deutschen Luftfahrt. Dafür gebührt dem Luftschiffbau Zeppelin und allen seinen An e'eilten und Arbeitern neben den herzlichsten Glückwünschen tief» fthlter Dank.
■~'t r\'r vorläufige Reichs- Wirtschaft s r crt hat folgendes Telegramm an ®r. Eckener abgehen lassen: Zur glücklichen Landung Ihnen und der Besatzung auftichfigste Glückwünsche. Möge deutscher Erfindergeist, Technik und ■■■'’ Können, im Zeppelinluftschiff zur höchsten Sei» hing vereint, unserem Vaterlande die Kraft der» .. . WBwirlschaft die stärkste Förderung zu geben. v Siemens, Präsident des vorläufigen ReichswirtschaftSrateS.
Berlin, 16. Ott. Der Deutsche Städtetag hat an Dr. Eckener folgenden Funkspruch gerichtet Namens des Deutschen Städtetages herzliche Glückwünsche. Mit der Ehre hat das Zep- oelinschiff zugleich dem deutschen Volk für die Zukunft Glück verheißen.
Berlin, 16. Ott. Die städtischen Behörden haben an Dr. Eckener nach Lakehurst folgenden Funkspruch ergehen lassen: Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung Berlin beglückwünschen den kühnen Piloten des ,L. Z. 126“ zu feinem großen Erfolge.
Hamburg, 16. Ott Der Verein deutscher Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine übermittelte dem Führer des Luftschiffes „ß. Z. 126“, Eckener, folgendes drahtlose Telegramm' Der Verein deutscher Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine beglückwünsch« seine bchnbiechenden Kameraden und erfolgreichen Kri kurrenten in der Luft zum Gelingen der ersten trai S< tlcntischen Zielfahrt
Dresden, 16. Ott. Die sächsische Re- gUrung sandte der Zeppelinwerft in Friedrichshafen folgendes Telegramm: Zum neuesten Erfolg deutscher Leistungsfähigkeit und un- gebrrchcner deutscher Tatstaft der sich in ber erfolgreichen Fahrt und glücklichen Landung des aus Ihrer Werft hervorgegangene „2. Z. 126* ar.-'drückt spricht Ihnen die sächsiche Regierung die herzlichsten Glückwünsche aus.
Aus die glückliche Landung des „ß. Z. 126“ setzte heute Vormittag allgemeines Glockengeläut ein während die staatfichen und städtischen Gebäude Flaggenschmuck anlegten.
Das Ausland über die Zeppelinfahrt
London, 16. Oft. Die 'Blätter veröffentlichen eingehende Berichte über die Ankunft des Luftschiffes „L. Z. 126" in Amerika. Während .Daily Telegraph" daraus hinweist, daß die Durchschnitrsge- schwindigkeit deS deutschen Luftschiffes 62 Meilen in der Stunde betragen hätte und daß die 5000 Meilen des deutschen Luftschiffes einen neuen Weltrekord barstellte, erklärt »Daily Mail“, bas deutsche Luftschiff, das 5000 Meilen m 80 Stunden und 45 Minuten zurückgelegt hätte, sei langsamer (?) als baS britische Luftschiff ,A. 34“, daS von Amerika nach Schottland in nur 75 Stunden geflogen sei.
Die .Westminster Gazette“ schreibt in einem Leitartikel, ber Erbauer und die Mannschaft des »L. Z 126" verdienten alle die Glückwünsche, mit denen sie überschüttet worden sind, nicht etwa, weil sie getan hätten, was niemand vor ihnen geleistet habe (denn bas englische Luftschist .A. 83 fei größer gewesen als bas „ß. Z. 126“ und das englische Luftschiff „3t. 34“ sei bas erste Luftfchtft gewesen. bds nach Amerika geflogen sei. und habe die Rückfahrt in kürzerer Zeit vollendet, alS .L. Z. 126“ zu der äleberfahrt gebraucht habe — allerdings fei die Strecke von Newferfeh nach Pulham em wenig kürzer als bieienige von Friedrichshafen nach Aewyvrk), sondern weil sie einen weiteren Beweis dafür abgelegt hätten, baß eine Lustreife zwischen Amerika und Europa nichts BerwunderlicheS mehr sei. Ein Luftschist könnte also unter günstigen Bedingungen die Reise in viel besserer Zeit als der schnellste Dampfer zurücklegen, obgleich englische Piloten gezeigt haben, baß eS das Flugzeug noch besser machen könnte. (Die englischen Flieger Alcock und (Broten hätten seinerzeit seinerzeit den Atlantischen Ozean ht 60 Stunden und 12 Minuten überflogen.)
London, 15. Okt. Wie der amtliche englische Funkdienst meldet, bringen die Zeitungen ausführliche Berichte über die Ankunft des L. Z. 126 in Amerika. Die Heldentat ruft natürlich die Leistung des britischen Luftschiffes R. 34 in Erinnerung, das über den Atlantischen Ozean hin- und zurückfuhr. Die Hinreise wurde damals in 108 Stunden zurückgelegt. Auf der Rückkehr nach England fuhr R. 34 aber weit schneller, sodaß er auf dem Flugplätze von Pulham 75 Stunden nach feiner Abreise von Amerika gelandet ist.
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Paris, 15. Okt. Die Abendblätter geben die in Paris vorliegenden Nachrichten über die Ankunft und die letzte Reifeetappe des Zeppelin- luftschiffes L. Z. 126 wieder, ohne sich jedoch über die Bedeutung des Fluges zu äußern. Nur der radikale „Paris-Soir" schreibt, nunmehr fei eine Luftreife beendet worden die in der Geschichte der Luftfahrt einen Raum einnehmen werde. Es gäbe nur einen Präzedenzfall, der mit dem Zeppelinflug vergleichbar sei, nämlich der Flug, den ein englisches Luftschiff im Jahre 1919 unternommen habe, dem es gelungen sei, die Reise von England nach Amerika und zurück auszuführen. — Die nationalistische „Liberte" verschwendet etwas Ironie, indem sie die Meldung über die Ankunft des Zeppelins mit der Ueberschrift versieht: „Vopage Kolossal", wobei „kolossal" natürlich mit einem „k" geschrieben wird.
P a r i s, 15. Okt. Das Abendblatt „La Presse" schreibt zu der Ankunft des Zeppelin in Amerika, es handele sich um ein sensationelles Ereignis, das es der Luftschiffahrt ermögliche, einen riesigen Schritt vorwärts zu tun. Die Fahrt ehre die Zeppelinwerft von Friedrichshafen, aber sie mache es Frankreich zur Pflicht, die ftrickteste Beobachtung des Versailler Vertrages hinsichtlich des Baues von deutschen Luftschiffen zu fordern.
Zur letzten Frage äußert sich auch der .^Temps" n feinem Leitartikel. Er verlangt, daß man den deutschen Manövern nicht zum Opfer fallen dürfe, die jetzt dadurch unternommen würden, daß man i)ie Zeppelinreife dazu benutze, um von einer Förderung der Lustschiffahrt durch die Friedrichshafener Zeppelinhallen zu sprechen. Es könne unter keinen Umständen davon die Rede fein, eine o gefährliche Sache in den Händen der Deutschen zu lassen. Unter diesem besonderen Gesichtspunkt oroie auch aus anderen Erwägungen heraus, müsse der Friedensvertrag von Versailles vollkommen ailfrecht erhalten werden. Die Kampagne zu Gunsten der deutsche« Lustschiffahrt aus
Madrid, 16. Oft Zur Landung des „L. Z. 126* erklärt „El Debate“, baß der Flug deS ZevPeltnS nach Amerika für die fpanifch-amerikanischen Länder ein Ereignis von größtem Interesse fei. Das Blatt fügt hinzu, datz mit dem Gelingen des Fluges die Durch- führbarkett des PlaneS eines Flugdienstes Sevilla—Buenos AireS bewiesen fet
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Aewyvrk, 16. Ott. Die Zeitungen füllen ihre Spotten mit Berichten über die Ankunft de» Zeppelins. Ganze Seiten zeigen ausgezeichnete Photographien, die an allen Ecken der Stadt während des UeberfliegenS ausgenommen wurden. Die Blätter heißen das Luftschiff wlMvmmen und rühmen die bemerkenswerte Tat.
Der eWorld“ bringt die Ankunft deS Luftschif-, feS mit der Aeberzeichnung der deutschen Anleihe ist. Verbindung und bezeichnet beides als Vorboten'i für die Wiederherstellung der zerbrochenen Freunde I schäft. Das Blatt erflärt: Wir hoffen, daß die, Anleihe und Eckeners großes silbernes Zeichen dem' Beginn einer schnellen internationalen Verständigung einleiten. Amerika verlange, daß est Deutschland erlaubt werde, weiterhin Luftschiffe zu bauen, um auf diese Weife Deutschlands Wiederherstellung zu unterstützen. Das Blatt erklärt, di« Zerstörung der Friedrichshafener Werst, die, als die Ktziegsleidenschaften hochschlugen, beschlössest wurde, würde ein Akt des Vandalismus fein.
Die „Newyork Times“ erklärt, das Luftschiff könne begrüßt werden, sowohl als ein Zeichen dest Triumphes des deutschen Genies, als auch eist Zeichen ftiedlicher Arbeit. Während der lieber« fahrt über den Ozean habe sich das Luftschiff al» geeignet für die Personenbeförderung und de« Export wertvoller Güter erwiesen.
Die „Herold Tribüne" führte aus, die Ankunft des Zeppelins in dem Augenblick, als di« Kinder auf dem Schulwege begriffen waren, fei ei» denkwürdiger Anblick für die jungen Augen und ein glückliches Omen für eine neue Zeit gewesen.
Da» Schicksal bet 3eppelim»ecft.
Paris, 16. Ott. Das „Journal" schreibt über das Schicksal der Zeppelinhalle in Fried- richshcftn' Die Anwendung der Vorschriften de» Friedensvertrages hat in Deutschland eine diel» leicku übt teilte Erregung hervorgerufen, da bis jetzt wegen der Vernichtung der Halle noch keine Ent- fchci^'t a getroffen wurde. Das Blatt will wissen, daß eine skandinavische Macht ein Angebot zum Ci» feitf der Friedrichshafeiner Ein- • '(fitngen gemacht habe. Außerdem bestehe ja in Fr nftcick eine Gesellschaft, die die Patent« erworben habe und die Bedingungen setzten a!«1 Datum der Verwertung der Patente den Amerikaflug deS „ß. Z. 126“ fest. Ferner scheine es, daß die Friedrichshafener Zeppelingesellschast bereit sei. Frankreich auf Reparationskvnto einen ähnlichen Zeppelin zu liefern, wie denjenigen, der jetzt in Amettka angekommen sei. AebrigenS bemerkt das Blatt, daß, wenn man die Halle umreiße, es den Deutschen ein Leichtes sei, ähnliche Hallen außerhalb der Grenzen zu konstruieren.
Berlin, 16. Okt. lieber die Pläne der *ku» gegiün'etn amerikanischen Goodyear-Zev- peli n-Company teilen die Blätter mit. daß -V: Gesellschaft in Amerika nicht nur ein» Anz chl großer moderner Luftschiffhallen, sondern auch eme Werft errichten will. Die Gesellschaft wird sowvÄ von der Zcppelinwerft, alS auch von der Zeppelin- hallengesellschast Lizenzen erwerben. Es ist ter Bau von etwa 10 Pafsagierschiffen gepl int. Die einzige Hclium-Erdgasquelle soll weiter Gutgebaut werden, um die Füllung der zu bauenden Luft- fchifft mit Hesiumgas zu ermöglichen. In Berlin sollen in nächster Zeit Verhandlungen mit der in Spenicn gebildeten Zeppelinges.llschaft beginnen.
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fk. Paris, 17. Okt. „Journal" sck cibt übet die Frage des Schicksals der Zeppelinwerft: Die Kontrollkommissionen würden zwar die Durchführung des Versailler Vertrages verlangen, doch könne die deutsche Regierung sich in der Angelegen- beit an die alliierten Mächte wenden, die dann" im Obersten Kriegsrat, der feine Ansicht in letzter Zeit wiederholt geändert habe, entscheiden werden. Richtig fei, daß eine französische Gesellschaft Patente von der Zeppelingesell^chaft erworben habe, um Handels» und Verkehrslinien einzurichten. Die « ftanzösische Gesellschaft habe vorgeschlagen, daß Deutschland auf Reparationskosten Zeppeline bgi;e. Hierdurch würde das Bestehen der Werft um etwa 2 Jahre verlängert.
fk. Washington, 17 .Ott. Wie bas Ma- tineemt mitfoilt wird das Zevpelinluftfchiss ,8. Z. 126“ den Namen „Los Ange'oS" erhalten.
ff. London, 16. Ott. Reuter meldet aus Washington, daß nunmehr 2 200 000 Ji al» deutsche Reparationszahlungen an die Vereinigten Staate« gutgeschrieben würden, wenn das Luftickiff von der Regierung formell übernommen worden sei.