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Die Demokraten „bleiben fest".
mittag finden ferner Sitzung« der Deutschnationalen und oi
Deutschen Volks
partei statt.
Mehrere Blätter glauben, daß
trotz deS gestrige»
Lia Wer «scheitert« Versuch
FraktionSbeschlusse« der Demokraten noch nicht bas letzte Wort in der Trage der RegierungSerweiterung nach recht» gesprochen worden sei. Die Deutsche Ta-
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ft. Konstanz. 16 .Ott. Unter allgemeiner Beteiligung der Bevölkerung fand an dem Denk, mal Les Grafen Zeppelin eine machtvoll« Kundgebung statt. Oberbürgermeister Möricke hielt eine eindrucksvolle Ansprache, in der er den Grafen Zeppelin feierte. Aach der Kranzniederlegung und dem Absingen des Deutschlandliedes wurde ein Telegramm an Dr. Eckener verlesen: Dem Schiff, dem ausgezeichneten Führer und der tapferen Mannschaft zm glänzend verlaufenen Fahrt namens der gesamten Bevölkerung der Stadt Konstanz die herzlichsten Grüße.
werden, Schranken gegen da« aufzurichten, was bemscher Geist und deutsche Tatkraft zur Bewunderung «und zum Nutzen der ganzen Welt geleistet haben. Aber auf die Dauer kämpfen sie vergebens.
Die „Germania" sagt: Der Ozeanflug de« Zeppelins weckt in Deutschland neben der Genugtuung über den Erfolg tiefe Wehmut über die noch immer drohende Gefahr, di« über der deutschen Luftschifffahrt infolge des Versailler Vertrages schwebt. Wie werden sich die Kulturvölker jetzt nach dem großen Zeppelin-Erfolg, der einen wichtigen Kultur fort- schritt darftellt, zu der kulturfeindlichen DettragS- besttmmung stellen?
Das „B. T." betont: Mit dem Siegeslauf des Zeppelins kündigt sich eine neu« Zeit an. Die Völker rücken durch die Luftbrücke ganz von selbst einander näher. Wir hoffen, daß sie auf diesem Wege auch politisch sich besser verstehen lernen.
Der „Vorwärts" sckgießk seinen Artikel mit den Worten: Der erfolgreiche Flug des „ß. Z. 126“ weist den Blick in eine Zukunft, die mehr dem Fortschritt und dem Wohle der Menschen dienen soll als die Vernichtungswut der kriegerischen Zeilen, die hinter uns liegen.
Ein« Botschaft des L. A. 128 an da» amerikanische Bett.
Newhork, 15. Oft. Während „L. Z. 126“ über Newhork kreiste, wurde ein Fallschirm mit einer Botschaft Dr. Eckeners an die Bevölkerung New- hvrks und an das amerikanische Volk abgeworfen, die noch in ben Nachmittagsblättern veröffentlicht wurde. Darin heißt «S: „Newhork! Mir grüßen Dich! Angesichts der Silhouette dieser herrlichen Riesenstadt neigen wir den Bug unsres Luftschiffes und grüßen bas ganze amerikanische Voll mit aufrichtiger Freud«. Wir hegen die zuversichtliche Hoffnung, daß unsre Fahrt über den Ozean 1 eine Epoche freundschaftlicher und ftuchtbarer Zusammenarbeit zwischen unsren beiden Völlern an- bahnen wird, eine Epoche gemeinsamer Weiterentwicklung des unsterblichen Werkes des Grafen Zeppelin, des Eroberers der Lüste. In diesem Sinne wollen wir Hand in Hand an der Aufgabe arbeiten, durch rieberbrückung von Zeit und Raum alle Nationen immer enger miteinander zu verbinden. Der Kommandant und die Mannschaft des „L. Z. 126“ übermitteln der Bevölkerung von I Newhork und dem ganzen amerikanischen Volke | ihre besten Wünsche und Grüße.
st. Berlin, 16. Oft. Bei dem Reichstag ist von deutschnaftvueler Seite eine kleine Anfrage eingebracht worden, in der im Hinbllck auf die Pressemeldungen, daß Frankreich die Zerstörung der Zeppelinwerft verlangen wolle, die Reichsregierung gefragt wird, was sie zu tun gedenke, um Deutschland die Zeppelinwerst zu erhalte,' und z. gleich eine Milderung der ungerechten interalliierten Luftverkehrbedingungen zu erreichen.
einer Schnelligkeit von 55 bis 60 Meilen die Stunde. Wir änderten unseren Kurs von der direkten Linie ab. als wir auf der Fahrt von den Azoren nach Lakehurst waren, weil wir fanden, daß wir in sich erhebende Südwestwinde und in ein Heines Tiefdruckgebiet steuerten. Am Montag abend machten wir 45 Meilen die Stunde. Wir steuerten nach Neuschottland in einen südöstlichen Wind und kamen dann in schneller Fahrt längs der Küste südwärts, wobei wir zwischen den Kreuzern „Milwaukee" und „Detroit" hindurchfuhren, ohne einen zu fehen. Ein günstiger Wind trieb uns nach Lake- Hurst, nachdem wir Boston und dann Newyork mit einer durchschnittlichen Schnelligkeit von 90 Meilen passiert hatten. So, meine Herren, sind wir jetzt hier."
Glückwunschtelegramm«.
Berlin, 15. Ost. Der Reichspräsident! hat an Dr. Eckener In Lakehurst folgendes Telegramm gerichtet:
Nach glücklicher Ozeanfahrt begrüße ich mit dem deutschen Voll und der Regierung Sie und die tapfere Besatzung des Luftschiffes aufs herzllchste. Die Tat wird als eine Großtat in der Geschichte fvrtleben. Möge „L. Z. 126“ auch auf den weitere., Fahrt.n ein Kü n d«r des deu tschen KSn- n e n s sein. Möge er seinem Berufe, den freien und friedlichen Wettbewerb aller Völler zu fördern, mit bestem Erfolg dienen.
Berlin, 15. Oft. Der ReichSt a gsprä - i s i d e n t hat an Dr. Eckener in Lakehurst folgendes Telegramm gerichtet:
Kommandant Dr. Eckener, Lakehurst, Amerlla. Dem Schiff und den Meistern zum Siege deutscher Arbeit über Wind und Wellen ein heirnatfrvheS Glück auf! Wallraf, Reichstagspräsident.
Stuttgart, 15. Oft. Aus Anlaß der glück- I liehen Landung des „L. Z. 126“ hat die Würt- tembergische Staatsregierung folgendendeS Glücks I Wunschtelegramm an den Luftschiffbau Zeppelin In I Friedrichshafen gerichtet:
Zu dem herrlichen Sieg deutschen Erfindergeistes, deutscher Technik und deutschen Wagemuts! herzliche Glückwünsch. Württemberg gedenkt heute I mit Stolz seines großen Sohnes, des Grasen Zep-1 Pelin, und dankt den Männern, die in seinem Geiste I das Wunderwerk schufen, und denen, die es in I stolzer Fahrt vom schwäbischen Meere über den I Atlonfic führten, für ihre unvergleichliche Leistung. I Möge die Welt, die voll Bewunderung vor dieser Leistung steht, dafür sorgen, daß die Menschheit nicht durch underständllche ZerstörungSfordernng um diese hohe Errungenschaft des menschlichen Geistes ärmer gemacht wird. Möge „L. Z. 126“ I nicht der letzte, sondern der erste einer großen Reihe von stolzen Ozeanfteuzern oeS Luftschiffbaues Zeppelin in" Friedrichshafen sein. Württem- bergische Staatsregierung.
Darmstadt, 15. Oft. Der hessische Land- t a g hat an den Führer des Luftschiffes „L. Z. 126“ folgendes Telegramm entsandt:
-Berlin, 15. Oft . Sämtliche Blätter begrüßen !>eute in ihren Leitarttkeln den wohlgelungenen Flug des Zeppelinluftschiffes über den Atlanttschen Ozean als einen beispiellosen Erfolg des deutschen Wagemuts und der deuffchen Technik.
Die „Kreuzzeitung“ schreibt, daß die Fahrt des „L. Z. 126“ den Beweis erbrachte, daß das mit
Dr. Eckener, „L.Z. 126“, Lakehurst. U.S.A. Hessischer Landtag hat mit begreiflicher Freude »eben die Kunde von der glücklich vollbrachten Großtat der ileberquerung des Atlantic aufgenommen. Hessische Volksvertretung sendet namens des hessischen Landes Ihnen und allen Ihren Mitarbeitern, den kühnen Pionieren deutschen Geiles und deuffcher Technik, Dank und Grüße. Möge neues Glück aufblühen aus Ihrem Werk für die Menschheit. Der Präsident des hessischen Landtages, Di. Adelung.
München, 15. Oft. Die bahrische Staats» regiciung hat an die Zeppelinwerft in Friedrichshafen folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: Die bayrische Staatsregierung gibt ihrer stolzen Freude über dis glückliche Ozeanüberquerung durch „L. Z. 126“ Ausdruck und sendet wärmste Glückwünsche ür olle Beteiligten zu dieser wundervollen Bewährung deutschen Könnens.
London, 15. Oft. Wie Reuter ans New- tzvrk meldet, bewerkstelligte „L. Z. 126“ seine Landung in wundervoller Weise. Er zog geradeaus Wer das Flugfeld bis zur äußersten Ecke desLan- dvngsplatzes, wo er sich herumdrehte und dann bas Feld in einer weiten Entfernung umkreiste. €t flog dann mit dem Bug gegen den Wind und »achte erst vor der Halle Halt. Dis Reise von Friedrichshafen nach Lakehurst bauerte 81 Stan» ben 25 Minuten.
Newhork, 15. Oft. „L.Z. 126“ überflog den Mittelpunkt der Stadt Boston bei niedriger Fahrt. Das Geräusch der Maschinen des Luftschiffes brachte hunderte von Menschen auf die Straße. Die Lichter in den Gondeln waren deutlich zu sehen.
R e w y o r k. 15. Oft. „L. Z. 126“ nahm seinen Deg in niedrigem Flug über den Mittelpunkt von Dewhork und den Hudsonfluß. Er wurde von den vabriken und den im Hafen liegenden Schiffen
schrillen Sirenenrufen begrüßt. Eine zahllose Menschenmenge auf den Straßen und Dächern brach w begeistert« Begrüßungskundgebungen aitf und »chwenkte di« Hüt«, ÄS das Luftschiff, begleitet br>n mehreren Flugzeugen, glitzernd in der Sonne *ber sie hinwegfuhr.
Newhork, 15. Ott. „L. Z. 126“ ist urt 2 pH 45 Äin. mitteleuropäischer Zeit von New- dr'rk nach Lakehurst wettergefahren.
den letzten Mitteln der Technik gebaute Luftschiff elbft die von der Schiffahrt gefürchteten Herbst- ^irme aus dem Atlantic nicht zu scheuen braucht.
• >ro$ Nebel und Sturm erreichte das Luftschiff i as Ziel und widerlegte damit den Einwand vieler Theoretiker, daß ein Luftfahrdienst über den Ozean nur in den coommermonaten möglich fei.
Me „Zeit“ betont: Wir dürfen stolz daraus sein, daß deuffche Hände es waren, di« dieses Meister-
Berlin, 15. Dht. Die demokratisch« Fraktion haft mit übergroßer Mehrheit folgende Entschließung gefaßt:
Die demokratische Fraktion hält daran fest, daß die gegenwärtige Krise ohne Not heraufbe- schworen wurde und daß schwerwiegende Gründ« der Außen- und Innenpolitik die Beibehaltung der jetzigen Regierung erfordern. Die Regierung hat die Pflicht, sich vom Reichstag die Zustim- mung für die Fortführung der bisherigen Außen- und Innenpolitik geben zu lassen und darf erst bann abtreten, falls wider Erwarten der Reichstag sie dazu zwingt. Entsprechend ihren bisheri- fien Beschlüssen vermag die Fraktion eine em» eitige Erweiterung der Regierung nach rech!« nicht mit ihrer Verantwortung zu decken.
Qu. Berlin, 16. Okt. Das Zentrum hat geszeitung teilt mit, bah die beutschnationalen FtHr-ne in letzter Stunde den Versuch unternommen, die fl"tr beut« früh 9.30 Uhr, also vor der Besprechung ba» bürgerliche Einheitsfront wieder herzustellen, in- Neichskcmzlers mit den Parteiführern, ,um Reich,«, dem es seine Bereitwilligkeit zur Erweiterung I Kanzler gebeten worben sind.
ber Regierung nach rechts unter der Voraus- Der .Berliner Lokalanzeiger "erklärt, in rechtSstehen- setzung aussprach, daß die Demokraten in diesem den parlamentarischen Kreisen rechne man mit bet »alle in ber Regierung verbleiben. Die Demo- Wahrscheinlichkeit, daß das Zentrum Mtt ber Boiks- | kraten, auf denen nunmehr die Verantwortung Porte: und den Deutschnationalen auch ohne aktiv« i für eine eventl. eintretende Reichstagsauslösung Teilnahme der Demokraten in eine Koalition geht. Für ruhte, find bei ihrem ablehnenden Beschluß ge- diese Auffassung fei die Erwägung maßgebend, baß di« biieben, indem sie erklären, eine Bürgerblockpoli- Demokraten nicht beabsichtigen, in eine grundsätzlich« tik werde zu schwere außen- und innenpolitische Opvvsitton zu der kommenden Regierung zu treten, diel- Folgen nach sich ziehen, als daß die demokratische mehr m ben meisten sachlichen Fragen vor allem m bet Partei einer solchen Lösung ihre Mitwirkung ver- Außenpolitik «in« ®üigerblod-3legienmg unterstütz« leihen könne. Damit war die Krise wieder an I würden.
z. R. in in Lakehurst selanöei
Glatte Landung - Sudelnder Empfang
Dr. Eckener über die Fahrt.
.Rewyork, 15. Ott. Als Dr. Eckener unter Jubel bet Anwesenden in Lakehurst aus der ^abine des L. Z. 126 stieg, erklärte er: „Ein neuer . eitreord von 5000 Meilen eines ununterbrochenen fftufies!" Dr. Eckener fuhr bann fort: „Der erste »En unserer Reise war schön; ber le' ~ '
Berlin, 15. Okt. Im Reichstage ist heute vormittag ber Vorstanb bet Zenttumsfrak- Hon zu einer Sitzung zusammengetreten, an der auch ber Reichskanzler teilnahm. Aus den Be- sprechungen, die zwischen den Vertretern de» Zentrums und ber Demokraten ftattfanben, ergab sich, wie verlautet, baß ber gestrige Zen- trumsbeschlutz eine Aenderung in ber Haltung bet demokratischen Fraktion nicht herbeiführen werde. Tie demokratische Fraktion sei vielmehr nach roi« vor bet Meinung, daß bie Bildung eines Bürger- f ocks schwere innen- und außenpolitische Gefahren in sich berge und eine Beteiligung daran für sie unmöglich sei. Das Zentrum wird zu bet neuen Situation in einer heute nachmittag statt, finbenben Sitzung Stellung nehmen. Heute nach.
der Demokraten,
st. London, 16. Oft. Wie bet amtliche englisch« Funkdienst meldet, bringen bie Zeitungen ausführliche Berichte über die Ankunft des „L. Z. 126“ in Amerika. Die Reise des Luftschiffes wurde vom britischen Pnbllkum mit großem Interesse verfolgt Das Gelingen des Wagnisses wjrd in der Presse der Geschicklichkeit der Piloten und dem Schöpfer des Werkes zugesprvchen.
Ausgangspunkt angelangt. Das Zentrum [• mit}£?erm , öor Einet neuen Situation, dich bte Bildung einer Bürgerblockregierung untragbar erscheinen ließ. Der rechte Flügel des Zen. trums versucht nun unter allen Umstanden die Er- Weiterung ber Regierung nach rechts auch ohne 1 Demokraten hetbe^usühren. Er stößt jedoch auf den entschlossenen Widerstand des linken Flügelq, I ber bamit droht, die Mehrheit einer solchen Bür» gerblocktegierung, die lediglich auf 11 Stimmen" beruhen würde, bei den entscheidenden Abstim.
I mungen zu brechen.
I In den parlamentarischen Kreisen verlautet, I daß von beiden Seiten alle nur erdenklichen Wüt- tel angewandt wurden, um bie Taktik des Geg.
I ners durch feingesponnene Intriguen zu durch- I kreuzen. Der zweite Beschluß der Zentrurnssrak» tion, der dem ersten inhaltlich vollständig widersprach, ist offenbar aus dieser peinlichen Situa-
I tion entstanden und mußte nach Lage der Dingß I von vornherein als gegenstandslos angesehen I werden. Äm eindeutigsten war noch die Haltung der Deuffchen Volkspartei und ber Demokraten bie konsequent an ihren Auffassungen festhielte«.
I In ber linksstehenden Presse wird mit fieber« I Haftern Eifer der sofortige taktische Zusammen. I schluß aller demokratisch-republikanischen Grup» I pen propagiert. Selbst wenn vorübergehend ein< I Kompromißlösung zustande gebracht würde, s» würde doch infolge bes geschlossenen Auftretens ber Linksgruppen bie politische Machtfrage sehr bald wieder aufgerollt werden. Der Verlauf ber Verhandlungen über die Regierungsbildung hat
I jedenfalls gezeigt, daß bie Auseinandersetzungen vorläufig noch keine grundsätzliche Entscheidung
I über bie politische Konstellation in Deutschland I gebracht haben. Die entscheidenden Kämpfe werden erst bann beginnen, wenn bie Auslösung bet Reichstages erfolgt ist. -
Die Deutschnationale Volkspartei hat ber Auseinandersetzungen innerhalb der Regierungskoali- tion während der letzten Tage in völliger Zurück- Haltung gegenübergestanden und lediglich ein< passive Rolle gespielt. Diese sehr geschickte Tu!r- tik hat zweifellos zu einer weiteren Annäherung mit der Deutschen Volkspartei und dem rechten Flügel des Zentrums geführt, sodaß eigentlich praktisch nur die Sprengung der gegenwärtigen | Regierungskoalition erreicht worden ist. Diesß > Tatsache ist für bie Beurteilung ber gegenwärtigen Sachlage zweifellos von großer Bedeutung In ben maßgebenden parlamentarischen Kreisen hat man aber nicht den Eindruck, daß die Sprengung ber Regierungskoalition zu enter ernsten Zerklüftung der bürgerlichen Parteien führen wird, von denen lediglich die Demokraten eine ganz entschiedene Orientierung nach links vornehmen werden.
»k" unserer Reise war schön; der letzte Teil vollzog -wert schufen und deutsche Männer, die es bei bei schwerem Wetter. Von Dienstag 5 llhr bis | seinem einzigartigen Fluge führten. Es ist mög- ' ute 5 Uhr kämpften wir gegen bas Wetter mit lick, daß Haß und Rachsucht zunächst versuchen
Der deuffche Adler hat gesiegt. Neidlos oder euch voller Neid, je nach ihrer Einstellung zu Deutschland, stellen die Völker der Erde fest, daß ein deutsches Luftschiff es war, das den Flug über den Atlantic nicht nur gewagt, sondern auch glänzend durchgeführt hat. Man wußte es zwar schon lange, daß unser Land gerade auf diesem Gebiet der Luftbeherrschung die unbestrittene Führerrolle hatte, und auch der Beweis der Möglichkeit einer so langen Fahrt war bereits erbracht. Aber wieder einmal erleben wir an den Menschen — an den anderen wie an uns selbst — die Tatsache, daß nicht die Geistesgroßtat, sondern erst das offenbare, vollendete Faktum die Herzen ganz fortreißt. Wir wußten, unser „Zeppelin" wird bestimmt in Amerika unversehrt eintreffen, aber unser Inneres iitteite doch vor unendlicher Spannung. Nun löst die sich auf in Jubelrufe. Und so hat auch die Amerikaner als die nach uns am nächsten Beteiligten die Erregung von Stunde zu Stunde mehr gepackt, bis sie am Ende alle sonstigen „Sensationen" des Landes niederschlug. So zieht der Siegeslauf des ^Zeppelin" überall selbst die Widerstrebendsten in seinen Bann.
In 62 Stunden hat das Luftschiff, von der Girondemmündung bis Neuschottland, den Ozean Überquert, wozu einst Columbus 70 Tage und auch noch der neue Schnelldampfer (auf kürzerem Wege) fiU läge brauchte. Solche Zahlen prägen sich tief in die Köpfe der Menschen ein. Dabei war die Leberfahrt keineswegs so glatt und gefahrlos, wie der Mitteleuropäer nach dem hier herrschenden prachtvollen Herbstwetter annehmen mochte. Aber bas war gerade gut. Um so mehr stellt das Gelingen des stolzen Fluges einen Sieg des Menschengeistes über die Elemente dar. Die Wetterverhält- nisie über dem Ozean sind noch lange nicht so genau erforscht wie die europäischen. Als Dr. Eckener die Fahrt antrat und den Südkurs wählte, da wußte er, daß er auf UeberrafAungen gefaßt sein mußte. In der Tat war er durch oie Wetterlage gezwungen, von dem Ueberfliegen der Bermudas Abstand zu nehmen und einen Nordwestkurs einzuschlagen, in bei Tat hatte er mit starkem Wind und bei der Annäherung an die amerikanische Küste mit dichtem Nebel zu kämpfen, der stundenlang jede direkte Orientierung unmöglich machte — dafür faßte dann wieder der Wind das Luftschiff von hinten und verlieh ihm eine ungeheure Geschwindigkeit. Gerade bie ruhige Sicherheit, mit der sich der deutsche Führer des „Zepeplin" und seine deutsche Mannschaft über alle Hindernisse der Elemente hinwegpetzten, hat ihnen die uneingeschränkte Bewunderung der ganzen Welt eingetragen. Durch Hitze und durch Kälte arbeiteten sich die deutschen Maschinen hindurch, und wohlverdient klang das fünkentelegraphische Lob Dr. Eckeners für den Erbauer des Luftschiffes, Dr. Dürr, wie für den Konstrukteur der Motoren. Eine Kulturtat ersten Ranges ist vollendet. Und auf das Grab ihres eigentlichen Schöpfers, des Grafen Zeppelin, der geistig und moralisch den schwersten Kampf gekämpft, den größten Sieg errungen hatte, legt das deutsche Volk einen goldenen Kranz.