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Marburg a. £, .Stornos, den 13. SlloSer

Kt. 240

die Höchstdauer der Besetzung für die übrigen Teil«

Jarres bleibt auf seinem Posten.

erngekvmmen, 2equivalente Vvrzusehen. um einen Aus­gleich der von der Gesetzgebung der beiden Ländern ab­hängigen Dellimmungen zu ermöglichen. Die deutsch« Delegation wird am 5. November eine Liste der Pro­dukte übermitteln, für die sie die Meistbegünstigung, also den Minimaltarif, nicht fordert. Mrw wirb also auf dem Wege der Differenzierung die Kategorien bestimmen, die den Minimaltarif oder mittleren Turif genießen sollen. Die französisch« Delegation ihrerseits wird eine Liste der Produkte vorlegen, für die sie di« Anwendung eines Zolls, der geringer ist als der Mini»

für die Leitung der Reichsbahn bestimmt sind, emp­fiehlt es sich, künftig in allen Fällen die Anschrift: Hauptverwaltung der Deutschen ReichSbahngesell- schast, Berlin W. 66, zu verwenden. Die Haupt Verwaltung hat ihren Sitz in Berlin W. 66, Voß- streße 35. Dem Reichsverkchrsministerium obliegt

Pari-, 12. Oft. Zum Abschluß der ersten Phase der deutsch- französischen HandelSver- tragsverhandlungen schreibt Hanas, offenbar beeinflußt: Deutschland hat zuerst die allge­meine Meistbegünstigung verlangt, die man auf Grund der französifchen Gesetzgebung von 1919 un-

Qu. Berkin, führenden Kreisen

des Gebiets mit Zustimmung der in Betracht kvm- menden Regierungen abgekürzt werde.

die neu errichtete Deutsche Reichsbahnge­sellschaft den Betrieb der ReichSeifcnb ahnen. Mit diesem Tage geht die oberste Leitung in vollem Anttange auf die Hauptverwaltung der Desell- schaft über. Bei Zuschriften und Be'chv-e/dei, die

London, 11. Oft Zu den abgeschlossenen Der» trägen betreffend die Anleihe für Deutschland verlautet, daß in England die öffentliche Zeichnung der Anleihe wahrscheinlich am Mittwoch und in den Bereinigten Staaten am Dienstag beginnt.

fk. London, 13. Okt.Daily Telegraph" be­richtet aus Newyork, daß der Anteil Amerikas an der deutschen Anleihe (22 Millionen Pfund Ster­ling), der morgen zur öffentlichen Zeichnung auf­gelegt werde, nach Schätzung der amerikanischen Danken, deren Büros am vergangenen Sonnabend mit Anträgen von Spekulanten und Geldgebern wegen Zuweisung von Obligationen bestürmt wor­den seien, bereits mit 200 Millionen Pfund Ster­ling überzeichnet tvorden sei. Den Fragestellern sei mitgeteilt worden, daß die Schuldscheine vom Bankhaus Morgan u. Co. an mehr als 300 Ban­ken Amerikas verteilt würden und daß sie ihrer­seits dann ihren bekannten Kunden zugeteilt würden und zwar mit der Maßgabe, die Papiere j

möglich bewilligen konnte. Schließlich ist man über«

maltarif, fordern wird. Andererseits habe sich di« deutsche Delegation gegen die Fortsetzung der freien Einfuhr gewisser Produkte aus Elsah-Lothringen ausge­sprochen. Aach Ansicht der deutschen Delegierten hätte dieses Ausnahmeregime nur vorübergehenden Cha­rakter gehaßt und nur dazu dienen sollen, die An­passung des Wirtschaftslebens Elsah-Lothringens an Frankreich zu erleichtern. Aach Hi nJfahren müßt« setzt Elsaß-Lvthringen ein Absatzgebiet für seine Pro­dukte in Frankreich gefunden haben. Wenn man so, fährt Havas fort, auf eine Diskussion der Grundfötz«

Sie rmWsnmzöMm MMasist MchMlungkn

Paris, 11. Okt. (Amtliches Kommuniquee.)

Berlin, 12. Ott. Wie dieBoss. Ztg." hört, haben die Reichstagsabgeordneten Dr. Scholz und Dr. Gutting namens der Fraktion der Deutschen Volkspartei dem Reichskanzler gegenüber eine Erklärung abgegeben, in der es: unmöglich bezeichnet wird, daß sich das Mindcr- heitskabinett Marx parlamentarisch behaupten könne, wenn die Demokraten und das Zentrum den Rechtsblock ablehnten.

Ou. Berlin, 13. Oft. Wie vir hören beab­sichtigt die Reichsregierung, die S ch u tzxz v l lv o r - l a g e vorläufig noch nicht zur Verabschiedung zu bringen. Da infolge des ungünstigen ErnteauS- falleL die Rotwendigkeit einer erheblichen Levens­mitteleinfuhr besteht, wünscht die Reichsregierung, die Schutzzollvvrlage solange zurückzustellen, bis sich die Einährungsverhältnisse im kommenden Jahr genügend übersehen lassen. Von demokratischer Se:te ist behauptet worden, die Reichsregierung be­absichtige die vollständige Zurückziehung der Schutz- zostvotlage, da sie zu der Erkenntnis gelangt ?et, 6aß man angesichts der ungünstigen Ernte vor einer gänzlich neuen Lage stehe. Soweit wir un­terrichtet sind, kommt jedoch eine gänzliche Zu­rückziehung der Schutzzollvvrlage vorläufig nicht in Frage. Das Reichskabinett hat nach dieser Rich­tung hin noch keinerlei Beschlüsse gefaßt, sondern sich lediglich darauf eingestellt, das Inkrafttreten der Schutzzollvorlage noch um einige Zeit hinaus­zuzögern.

neben der Aufsicht über die Reichsbahngesellschast j aufgrund des Reichsbahngesetzes die Wahrneh­mung der Eisenbahnhoheitsrechte des Reiches ein­schließlich der Privatbahnaufsicht, sowie im bisheri­gen Umfange die Angelegenheiten der Wasser­straßen und des Lust- und Kraftfahrwest'.".?. Die Geschäftsräume des Reichsverkehrsministeriums be­finde u sich in Berlin W. 6, Leipzigerstrahe 125.

Sst SMrims ter teuMm WMe

Qu. Berlin, 13. Okt.

Das Interesse der politischen Kreise konzentriert sich augenblicklich vollständig auf die Frage der UntcrbringunJ der deutschen Anleihe auf den inter­nationalen Märkten. Mit überraschender Schnellig-,

dey Händen der Spekulanten fernzuhalten. $ie; Zetchnung wird am Dienstag Vormittag 10 Uhr eröffnet und wird sofort mit einer riesigen Ueber» zetchnung geschlossen werden.

fk. L o n d o n, 13. Okt.Times" berichtet au» Newyork, die amerikanische Finanzwelt sei so zuversichtlich, daß der amerikanische Anteil an den Schuldscheinen in großem Umfang überzeichnet werde. Es sei bereits erörtert worden, daß in der nächsten Woche mit der ^Auflegung anderer ans- ländischer Anleihen zu rechnen ist. Darunter be­findet sich eine Anleihe von 150 Millionen Dollar für Frankreich und 100 Millionen Dollar für Del giert und insgesamt 100 Millionen Dollar fiu

»n Dr.<r. H't,.r-th.-Druck d«Änt°..Buchdrucker-l °°n J°h. »L K.ch, M-rtt 21/23. - Fernspr ch.W«: «i.SOli Jeder Kab'aft gM Rabatt uS100°fc 0,35 Salb«.,

gwt grttntfult «benjo Auskunft durch bte Seschäft-stelle unb Zündung Ersiill.Lt

Die Einhettsfront der Rechtsparteien.

Die Deutsche Bolkspartei hat dem j Reichskanzler die Erklärung abgegeben, daß sie ihren Rücktritt aus der gegenwiirti- -en Regierungskoalition vollzie­he n w i r d, wenn die Deutschnationalen nicht zur Mitnahme an der Regierung zugelassen werden, «ch volksparteilcher Auffassung haben die Deutschnationalen durch ihre Erklärung vom Frei­es alle Voraussetzungen erfüllt, die fchon im Mai von Zentrum und Demokraten für

Eintritt der Deutschnationalen in die Regie- rung gefordert wurden. Wenn also Zentrum und Demokraten sich jetzt wetterhin ablehnend verhal- "n. so würde das auch den Voraussetzungen tetdersprechen, unter denen sich Deutsche Volks- Partei sowie Zentrum und Demokratc» zur Regie- «MMkoalition zusammenfanden. Rach Ansicht der Dolkspartei sollte die nach den Maiwahlen zu- tonde gekommene Minderhettsregierung nur ^nen provisorischen Charakter tragen und durch

Bürgerblockregierung ersetzt werden, sobald deutschnationaler Seite dazu die Voraussctz-1 geschaffen sein würden. Wenn also die eqtsregierung nicht zustande kommt, so würde »ornlt die bisherige Regierung gesprengt sein. Es ur-en dann N e uw a h l e n als einziger Aus- **9 übrigbleiben.

Entschluß der Deutschen Volkspartei ^rkt wie eme Erlösung für das politische Leben, man auch nach der Haltung der Deutschen . ochsportei in den letzten Wochen kaum daran ^tfeln durfte, daß sie diesmal wirklich fest auf ta;+etk- Standpunkt verharrte, so ist doch jetzt erst

Erklärung volle Klarheit geschaffen. Es Verdienst, das die Deutsche Volks- K/fLis?« d^rch ihren Standpunkt erworben hat.

Moßen nationalen Parteien haben sich werb/n tl^sunden. Innerpolttische Grundlagen den einzigen gangbaren stellt uus dem Wirrwarr der Parteipolitik dar- E chrem Weigerungsfälle füllt die ganze Verantwortung auf Zentrum und Demokraten, ow.mt es zur Neuwahl, so wird das deutsche Bitt- ? num seine Stimmen nicht denen geben, die i , ch threr nationalen Bürgerpflicht^ »tzogen haben. L

.. ________ ___________ Wl ,,wllUpluö,vl Tie deutsch-französische Wirtschafts<

Cttober kaum mit einem Wlederzusamnientrltt des Dr. Marx entschlossen, die entscheidenden Vor- k o n f e r e n z hat heute den ersten Abschnitt ihre, Reichstages zu rechnen sein wird. Bevor nicht die Handlungen mit den Parteien nicht eher wieder auf- Arbeiten durch Vereinbarung Über die allgemeine, Regierungsfrage geregelt ist, wird die Reichsre- zunehmen, bis der Erfolg der Anleihe sichergestellt Richtlinien beendet. Sie hat das Verfahren für du gierung kaum in eine Einberufung des Parlaments *R- Obwohl die deutschnationalen Führer die weiteren Sitzungen festgelegt, in denen sie zur Va einwilligen können, da sonst die sofortige Reichs- Rutsche Volkspartei ersucht haben, ihrerseits ihren ratung der Einzelheiten übergehen wird. Um oo, tagsanslösung kaum vermieden werden kann »ic 9an,3en Einfluß aufzubieten, um eine Verzögerung Eintritt in diesen Verhandlungsahchntt. die not. Bemühungen de-i Reickskanifer^ der Regierungsverhandlungen zu verhindern, durfte wendigen Vorbereitungen treffen zu können und

ä k nnl die Dcuffche Volkspartei damit einverstanden ieder der beiden Delegationen Gelegenheit zu geben*

nnn»?wahrscheinlich noch die sein, daß jetzt eine V e r h a n d l u n g S p a u s e ein- ihre Sachverständigen zu Rate zu ziehen, ist dtt ganze kommende Woche andauern. tritt, die dazu benutzt werden kann, um auf dem nächste Sitzung der Konferenz auf den 5. November

Wege unverbindlicher Vesprechungen einen Kom- im Handelsministerium in Paris angesetzt worden.

Vorläufig keine Verabschiedung der Schutzzoll- promiß anzubahnen. Paris, 11. Okt. Havas meldet: Die erst,

Vorlage. | Nicht ohne Sorge beobachtet man zur Zeit die Ph « se der deutsch-französischen Wirtschastsver.

Haltung der englischen Finanzkreise. Nach den aus Handlungen, die sich ausschließlich auf grundsätzlich« London vorliegenden Nachrichten dürfte der Erfolg fragen bezogen hatte, ist henke mittag durch die der deutschen Anleihe auf dem Londoner Markt nur Unterzeichnung eines Protokolls beendet war- sehr mittelmäßig sein, da sich die englische Finanz- den. Die deutsche Delegation wird nach Berlin wett mit der deutschen Anleihe noch immer nicht be- reisen, um mit den am Export nach Frankreich freunden kann. Dagegen lauten die aus New- intereffterten Kreisen zu beraten. Die französische« vorliegenden Meldungen außerordentlich opti- Delegierten werden das Gleiche tun. Am 5. No- mistisch. Unter anderem liegt sogar eine sehr über- vember werden die Verhandlungen in Paris wieder wiegend zuversichtliche Meldung vor, in der be= aufgenommen werden, um Entwürfe von Zoll, hauptet wird, daß die deutsche Anleihe in Amerika Tarifen auszuarbeiten.

um das Zehnfache überzeichnet wäre. In Parts, 11. Okt. Die Richtlinien, die von der Berlin hat man kaum einen Anlaß, derartige über- französischen und deutschen Delegation über das Er. triebene Erwartungen zu teilen, aber man glaubt kwbnis der Handelsvertragsverhand. ebenfalls mit einer erheblichen Ueberzeichnung der lungen ausgearbeitet wurden, werden morgen Anleihe durch die amerikanische Finanzwelt rechnen von den beiden Delegationsführern unterzeichnet zu können. werden.

, Die Hoffnung aufSchonzeit" bis zum Januar wird durch die neueste Erklärung der Deutsch- nationalen zerschlagen, die soforttge Entscheidung fordern. Auch der erste Vertreter der Volkspar- tri hat im Laufe der Verhandlungen nicht aber, wie es nach einer Agenturmeldung scheinen könnte, hinterher in einer besonderen Erklärung die Aeußerung getan, daß seine Partei nicht ksnger an der Regierung teilnehmen könne, wenn deren Erweiterung nach rechts unterbliebe. Da- 6ei wurde der Gesamtrücktritt des Kabinetts und Reichstagsauflösung vorgeschlagen, um die Mitte nicht auseinanderzusprengen. Immer natürlich mir für den Fall, daß sich das Zentrum nicht zu demRechtskurs" entschließen könnte. Danach Heiben also dieser und die Auflösung die einzigen Möglichkeiten. Werden Herr Wirth und die Ge­werkschaftler nachgeben, oder werden sie es auf feie Spaltung der Zentrumspartei ankommen las- stn? In ihrer fürchterlichen Verlegenheit hat diese sich sogar hinter die Demokraten verschanzt vnd erklärt, sie wolle abwarten, was die machen. Mrer das ist durchaus unklar geblieben, da auch die demokratische Fraktion sich spalten könnte, wenn der Staatsbürgerblock akut würde. Und so wird man vielleicht aus lauter Verlegenheit zu der einzigen Vertagung der Entscheidung kom­men, die noch möglich ist: zur Neuwahl.

59. 192T-

SWsWchs Aeittms

AMiger M (das früher kurWMe) OberMen - Amtliches Berkündigungsblatt des Kreises Marburg

l machen kann. Daß bet Anleihevertrag unter ver-I ----------

___ hältnismäßig günstigen Bedingungen schon jetzt zu-I London, 11. Ott. Der diplomatische Berichte- IO <vtnr)Ar «r,;, stände gekommen ist, ist eine Tatsache von größter statter des .Daily Telegraph" erwartet, daß je^t,

frpx. ortAXx, ' 4« -s politischer Tragweite, die voraussichtlich sich schon in nachdem die Anleiheverträge zwischen Deutschland uni

nicht x lf .C'' n)enigen Wochen zeigen wird. ' den beteiligten Banken unterzeichnet sind und d«

Z« die Zenttumsstaktton ben ber Regierung nahestehenden Kreisen Dawesplan damit praktische Wirksamkeit erlangte, di«

des Reichstages ssch m ihrer Sitzung am D:ens- hat man es für notwendig befunden, augenblicklich allmähliche Räumung des Ruhrgebiet« tag bereit erklären wird, mit der deutschnationalen den Streit um die Regierungsfrage in den Hinter-1 durch die französisch-belgischen Streitkräfte in Bern« Pa"ei in Vechondlungen über die Ambildung des gründ zu drängen. Die Gegensätze zwischen den be- auf die Teile des Gebiets beschleunigt werte, ReichskabinettS einzutteten. Voraussetzung wäre teiligten Parteien hatten sich am Freitag derart zu- die an erster Stelle geräumt werden sollen und da« jedoch, daß eine Rechtsorientierung ber Reichs- gespitzt, daß eine ernste Regierungskrise kaum mehr *

Politik vollständig auegeschaltet wird und die demo- vermieden werden konnte. In diesem Augenblick kratische Reichstagsftaktivn sich weiterhin an der $at die Zentrumsfraktion einen Ausweg geschaffen, Regierung beteiligt. Eine einseitige Rechttorien- '"dem sie ihre Veschlußfasiung bis zum Dienstag tierung werde das Zentrum nicht mitmachen. vertagte^ Rur durch diesen Zeitgewinn wird es _____ J möglich fein, im gegenwärtigen Augenblick eine Re- Der Reichstag bleibt oertaat gierungsfrife zu vermeiden, die sehr wahrscheinlich

-norr; 77 Betrogt. b;, Auflegung der deutschen Anleihe aus den inter-

., c y*.1 n :den unterrichteten nationaleil Märkten sehr ungünstig beeinflußt

parlamentarischen Kreisen verlautet, daß vor Ende haben würde. Wie wir hören, hat sich Reichskanzler

kett wird diese große finanzielle Transaktion, die di« Grundlage für die finanzielle Sanierung Deutsch­lands und für die Wiederherstellung der deutschen Zahlungsfähigkeit bildet, zur Durchführung gelan­gen. Zn den unterrichteten Kreisen rechnet man schon jetzt mit einem vollständigen Erfolg dieser An­leihe, die das erste Zeichen des zurückkehrenden Ver­trauens der internationalen Finanzwelt gegenüber . Deutschland darstellt. Mit der Unterbringung der j

< . ^"tsche Dollspartei Anleihe ist aber auch gleichzeitig mit einem roeit»

fei deshalb der Auffassung, daß der Reichstag nicht gehenden Umschwung in den finanziel- ert wieder zusammentrete, sondern möglichst rasch len und wirtschaftlichen Verhältnis- aufgclö't werde. Eleichzettig so le die Reichsre- sen in Deutschland zu rechnen, da nunmehr gierung ihre Gesamtdemission überreichen und bis auch die deutsche Privatindustrie umfangreiche An-1 _ .

zur Bildung des neuen Kabinetts die Geschäfte leihen und Kredite von dem Auslande her mobil-1 andere deutschen Anleihen, forttühren. v'~ -------1------- 1

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Das Spiel mit der Regierungskrise hat sogar noch eine Ueberraschung gebracht. Da am Montag der Aeltestenrctt des Reichstages und am 16. Okto­ber dieser höchstselbst zusammentreten sollte was nun wieder sehr zweifelhaft geworden ist, glaubte man an das baldige Ende des Rätsel­ratens. Statt dessen beschlossen am Samstag Abend die Koalitionsführer: Vertagung bis Diens­tag. Der Eindruck in Deutschland ist gewiß nicht erhebend. Aber für die Zeichnung der Anleihe im Auslande, die hauptsächlich am Montag ober Dienstag vor sich gehen soll, mag es günstig sein, daß nicht im selben Moment der Reichstag und das Kabinett auffliegen. So genügte ein Tele­gramm aus London, in dem unsere Unterhändler auf die schädliche Wirkung der Krise hinwiesen, um den Führern der Regierungsparteien den Vor- fdjfag der Vertagung akzeptabel zu machen. Der osfiziell dafür angeführte Grund das Zusam­menschmelzen der Zentrumsfraktion auf 35 Mann lag zwar auch vor, würde aber als einziger einen üblen Eindruck machen. Die Reichsgeschäfte sind doch wichtiger als Gewerkschaftsfeiern.

Dem Zentrum mag allerdings die Galgenfrist recht erwünscht kommen. Die Partei befindet sich kl einer fast verzweifelten Lage. Die Warnung feer Bayerischen Volkspartei vermehrt noch die Gorgen. Ob eine Filiale der Bayern auch wenn sie sich christlich-föderalistisch nennt und den Na­men Windthorsts auf ihr Banner schreibt in Norddeutschlcmb große ©efchäffe machen würde, N eine Frage für sich. Mehr Furcht haben die Zentrumsleute wohl vor dem Avichwenken ihres rechten Flügels zu den Deutschnatianalen. Sicher ist zweifellos, daß ein ausgesprochener Linkskurs feie Partei mit der Spaltung bedrohen würde. I Deshalb ist er auch keineswegs zu erwarten. Das Fatale ist nur, daß der Rechtskurs ebenso gefähr- nch erscheint, weil der Gewerkschaftsflügel ihn nicht mitmachen will. Was tun?

Die Sicherstellung der Anleihe bedeutet gleich-

zeitig auch die unbedingte Sicherung der Londoner Vevorftehende Ankunft.der deutschen Handels- Abmachungen. Darüber hinaus darf man anneh- delezation in Berlin.

men, daß nunmehr auch die französische Regierung Qu. Berlin, 13. Okt. Die deutschen Bevoll- ernsthafte Anstalten machen wird, um ihre Zusagen mächtigten, die gegenwärtig in Paris über ben

hinjrHtlich der militärischen R ä u m u n g deutsch-französischen Handelsvertrag unterhandeln,

des R u h r g e b i e t s zu erfüllen. Bekanntlich werden im Laufe der nächsten Wache nach Berlin

hat der franzöiische Ministerpräsident H e r r i v t kommen, um der Reichsregierung über die bisher er«

_______ auf ber Londoner Konferenz den deutschen Staats- zielten Resultate Bericht zu erstatten. Es sind be. Berlin, 11. Okt. Die Zeit" bezeichnet bie männetn die Versicherung gegeben, daß er bereit reite gewisse Erfolge zu verzeichnen. Man hat sich

Annahme, baß in Verbindung mit der Recheruna-° P-.- eine Verkürzung die Räumunasfristen in Er- vorläufig auf ein Kompromiß geeinigt, dessen Ein-

umbilbuna Reicksminttler Karres ons ^klung zu ziehen. Wir glauben zu wißen, daß die zelheiten noch nicht bekanntgegeben worden sind.

Posten scheibt werbe"ot« JX I Reichsregierung nach der erfolgten Zeichnung der Es steht nur fest, daß Deutschland weder die unum.

ree hnfipnTTorhmrtdi Anleihe offizielle Schritte unternehmen wird, um schränkte Mindestbegünstigung gewährt, wie diese

or t r- lieber in fern mit der franzsischen Reigerung in Verhandlungen von Frankreich ursprünglich verlangt wurde, noch

, al0 I^rdurgermeifter von Duisburg zurück- über die frühere militärische Räumung des Ruhr- aber auf der anderen Seite Frankreich das von ihm zukehren. Wann dies aber geschehen können, sei und Sanktionsgebietes einzutreten. Der diplo- verlangte Zugeständnis macht, daß gewiße franzö»

noch vollkommen ungewiß, unb es verstehe sich matische Mitarbeiter desDaily Telegraph" be- fische Industrien, besonders die elsaß-lothringischen,

drn st lbst, baß bies ihm absolut überlassen bleiben hauptet zu wißen, daß Frankreich und Belgien auf ihre Waren zollfrei nach Deutschland einfuhren dür. müsse. dem Wege freundschaftlicher Vereinbarungen mimen. Man glaubt in politischen Kreisen zu wißen,

----------- Deutschland in eine Abkürzung der Besetzung des daß dieses Kompromiß die Billigung der Reichs- Bon der Reichsbadnaefellfckaft Ruhrgebietes einwilligen würden. Trifft diese Be- regierung finden wird und daß nach der Rückkehr

'Worfln 11 o«. nr 11 ___. . hanptung zu, so wird es Deutschland allerdings der deutschen Bevollmächtigten nach Paris die wei«

in, 11. Okt. Am 11. Oktvoer u^^rn.mmt Iaußerordentlich intereßieren, welche Art von freund- teren Verhandlungen bald zu einem Abschluß schaftlichen Abmachungen hierbei in Frage kämen, j führen werden.

Man weiß, daß die Frage einer früheren militäri­schen Räumung des Ruhrgebiets mit dem Problem der deutsch-französischen Wirtschastsverhandlungen sehr eng verknüpft ist und man geht daher nicht fehl, wenn man diesefreundschaftlichen Verein­barungen" hinter dem in Aussicht stehenden deutsch­französischen Handelsvertrag sucht.