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Ur. NS (1 Statt)

Marburg a. £., Semiabrab, (en 11. Sktober

59. Mrg. 1924

Pmißticher Landlag.

Sitzung vom Freitag, den 10. Oktober.

Di»evrSstdent Dr. Pvrfch eröffnet die Sitzung um I*/ ii^r vormittags. Das HauS nahm zunächst in Metter und dritter Lesung einen vom Zentrum Borge- Geftsenttourf zur Aenderung des Stempelsteuer« tin.

Hirsch (Soz.) begründet darauf den von den «»»iatdemokraten .Demokraten und dem Zentrum ge- emgebrachten Llrantrag auf Annahme eines Geienes zur Aenderung der Personalabbauver« »rdnung dahin, daß zum Abbau eines Dahlbeamten «g Zustimmung der Aufsichtsbehörde erforderlich sein Das Gesetz soll mit Wirkung vom 1. September M4 ^wirkend in Kraft treten. Der Redner pro­testiert gegen die beamten» und volksfeindliche Haltung tz«r Deuitchncutonalen in dieser Frage. Man könne Wirklich fragen, ob man in Preußen noch in einem AeckUsstaate lebe. (Lärm und Unruhe rechts.) Wenn noch heute halbwegs geordnete Zustände in Preußen herrschten, so verdanke man das in erster Linie der Sozialdemokratie. (Großer Lärm rechts.)

Abg. Lüdecke (Dntl.): Der Vorredner hat uns »orgeworfen, wir hätten den ersten zur Abbauverord- «ung vorgelegten Gesetzentwurf zu Fall gebracht. Das ist nicht richtig. Wir haben ihn in wesentlichen Teilen «genommen. Jetzt rufen Sie (zu den Sozialdemo­kraten) nach der Aufsichtsbehörde, die im Widerspruch ga den bestehenden Gesetzesvvrschriften ihrerseits Be­schlüsse von Stadtverordnetenversammlungen außer straft sehen soll. Deichsrecht geht doch dem Landesrecht vor. Die Unterstellung, daß mit der Abbauvervrdnung politischer Mißbrauch getrieben werde, ist nur eine Ausrede.

Abg. Daumhoff (Z.): CS Hal sich leider als nötig herausgestellt, Schutzbestimmungen gegen den Ab­bau von Beamten aus politischen Motiven in die Per» fvnalabbauverordnung aufzunehmen.

Abg. W e y e r « Herford (D. Dpt.: Zur Derhtnde» rung politischen Mißbrauchs sind genügende Grund­lagen vorhanden. Die Abbauverordnung ist kein Dis» Hiplinärgesetz, sondern sie soll Ersparnisse herbeiführen. *©er Antrag wird wohl auch einem Ausschuß über- Wiesen werden. Dort mag man seine rechtliche und politische Tragweite prüfen.

Abg. König »Weißenfels (Komm.): Wir sind «ch durchaus für Abbau, d. h. für den Abbau aller reaktionären bezw. antirepublikanischen Beamten. Wir stimmen dem Antrag zu und sind mit einer Ausschuß- beratung einverstanden.

f Abg. Bartels (Dem.) findet es merkwürdig, baß der Vorredner sich auf den Boden der Demokratie stellt. Der Abgeordnete Hirsch ist etwas zu weit ge­gangen, wenn er das Verdienst, daß die Beamten heute bas Kvalitionsrecht besitzen, allein für seine Partei 11 reklamiert. Demokraten und Zentrum sind ebenfalls stets lebhaft dafür eingetreten.

Der Antrag wird darauf dem zuständigen Aus­schuß überwiesen.

Die zweite Lesung des F o r st e t a t s wirb darauf fortgesetzt.

Abg. Brandenburg (6.) fordert, daß der Der» . kaut des Forstes durch die Bildung einer nach lauf» «ännrfchen Grundsätzen arbeitenden Betriebsgesellschakt möglichst einträglich für die Staatskasse gestaltet werde.

Die Wohnungsverhältnisse der städtischen Forstarbeiter sind nach wie vor fast durchtveg mangelhaft.

Abg. Schmelzer (Z.): 3m besetzten Gebiet haben die Franzosen durch ihre Abholzungen leider einen sehr fühlbaren Ausfall in den Einnahmen herbeigeführt. Den durch die Franzosen geschädigten privaten Wald­besitzern sollte wenigstens eine kleine Sntschäbigmrg gewährt werben.

>* Abg. Held (D. Dpt.) bedauert die Abholzung großer Waldflächen, wie sie vielerorts geschchen sei. Man müsse hier sehr vorsichtig sein. Redner bringt eine Anzahl Beschwerden vor. u. a. auch darüber, daß die Beschlüsse deS Landtags vom Ministerium nicht ausgeführt worden seien. Der Personalabbau sei in der Forstverwaltung falsch durchgeführt.

Dr. v. Winterfeld (Dntl.) erklärt, bah der Minister nicht das Vertrauen seiner Freunde habe.

Landwirtschaftsmintster Dl. Wendorff erklärt, daß der Haushalt durch die finanziellen Röte bedingt sei. Gerade die Einnahmen auS den Staatsfvrsten seien es gewesen, die uns über die schwere Zeit hinwegge­holfen hätten. Mehr als l1/* Millionen Festmeter Holz seien den Franzosen und Belgiern zum Opfer ge­fallen. 3n den Koblenzer Verhandlungen sei erreicht worden, daß die Forsten im besetzten Gebiet seit Sep­tember wieder nach preußischen Grundsätzen verwaltet werden. Wehr als 140 Forstbeamie seien ausgewiesen gewesen. 3hnen gebühre der Dank der Dtaatsregierung. Wie groß der durch den Forleulenfräß entstandene Schaden sei, sei noch nicht festgestellt. Etwa 200 000 Hektar dürften allerdings vernichtet sein. Wünsche auf wirtschaftliche Besserstellung der Fvrstbeamten feien wertlos, solange die Hände deS Ministers durch Bx- foldungsverordnungen gebunden seien.

Abg. Skjellerup (Komm.): Auch im Forst» haushalt fallen wir von einer Katastrophe in die an­dere. Der Minister hat sich zu rechtfertigen versucht, aber ohne Erfolg.

Bartels (Dem.): Würden die Deutschnationalen dem Minister Dr. Wendorff ihr Vertrauen bekunden, so würde ich seiner Amtsführung sehr skeptisch gegen« überstehen. Die weiten Flächen OedlandeS. die volks­wirtschaftlich nutzbar gemacht werden können, dürfen nicht länger brachliegen.

Darauf wird Die Beratung abgebrochen.

Nächste Sitzung Mittwoch, den 15. Oktober, 1 Uhr. Weiterberatung und Antrag der Kommunisten auf Amtsentfehung des Präsidenten Leinert.

Schluß 5 Uhr.

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SaS EM ter Sragttie in Seorsim

Wie aus den neueren Nachrichten über den georgi­schen Aufstand und seine llnterdrückung durch die Bol­schewisten hervorgebt, hat es stch um ein sehr grotzange- legtes, teilweise wahrscheinlich von Frankreich geförder­tes Unternehmen gebandelt, das aber mit ganz unzu­länglichen Mitteln unternommen worden ist. Die an­fänglichen Erfolge sind bald infolge der bolschewistischen Gegenwirkung vernichtet worden. Sn verhältnismäßig kurzer Zeit die Volschewistien sprechen von drei Ta­gen ist der im Anfang die Sowietbebörden völlig überraschende Aufstand niedergeworfen worden. Die Rache der Bolschewisten ist natürlich ungeheuerlich. Hunderte von Erschießungen und Hinrichtungen sorgen dafür, daß der Bolschewismus in Zukunft tatsächlich die Alleinmacht in diesen entlegenen Eebirgsländern er-

- HIMI II III

hält Wie es beißt, haben hinter dem Aufstand auch sehr reale Wtrtfchaftsinteressen der Westmächte gesteckt, die stch auf die Manganlager und die Oelgewtnnung erstreckten. Auch das Eingreifen de« Völkerbunde«, da» als höchst unglücklich bezeichnet werden muß, dürfte mit diesen wirtschaftlichen Machenschaften rusammenhängen.

flut SvlMMm»

Moskau. 8. Ott. Die zweite Sitzung beS All­russischen Zentral-Sxekuttv-KomtteeS wurde eröffnet. Auf der Tagesordnung standen Refe­rate über die Ergebnisse der Hilf« der Volkskommis­sariate für die Hungernden und für die Opfer der Äeberschwemmung in Leningrad und die Einteilung Mittelasiens auf nationaler Grundlage. 3n einem Referat des Vertreters beS Volkskommissariats für die Landwirtschaft wurde darauf hingewiesen, daß die 11t- fachen der Mißernte nicht nur die Weltverhältnisse, sondern auch die zurückgeblieben« Form deS landwirt­schaftlichen Systems feien. Zwölf Distritte mit einer Bevölkerungszahl von 7 Millionen und einer Aufbau- fläche von 6 Millionen Dehjatinen hätten eine Miß­ernte zu verzeichnen. 8 Millionen Dehjatinen dürften ausfallen. Während im 3ahre 1921 46 Prozent der Bevölkerung der Sowjetunion unter der Hungernot gelitten hätten, feien eS heute nur 6 Prozent. Die diesjährige Produktion belaufe sich auf 1717 Millionen Pub gegen 1824 Millionen im Vorjahre. Die Re­gierung verausgabte zur Hilfeleistung für die Bevölke­rung der betroffenen Gebiet« 70 Millionen Rubel, hauptsächlich für Meliorationsarbeiten und zur Vervoll­ständigung deS toten und lebenden Inventars. 3n einem Referat über die lleberfchwemmung in Leningrad teilte Kalinin mit, daß die Regierung für den Wieder­aufbau der zerstörten Stadtteile und der Industrie 16 Millionen Rubel zur Verfügung gestellt hat. Die Ex­ekutive billigte die Regierungsmaßnahmen, die zur Wiederherstellung der Ordnung in Leningrad unter­nommen worden find.

Moskau, 8. Oft. Eine besondere WohnungS» kommission der hiesigen Sowjets ist inS Ausland abgereift, um stch mit dem westeuropäischen Wohnungs­bau bekannt zu machen. Die Kommistivn besucht Berlin und London.

KrlegsStulk und AnaWnanzen In btt Tschtchofstwakti

Fast in sämtlichen durch die Gnade der Entente« sieget neugeschaffenen Staaten Europas ist das Veuteprinzip zur Grundlage des staatlichen Daseins gemacht worden. Mir deutschem Eisenbahnmaterial, mit deutschen Gruben- und Industrieanlagen ist der polnische S5:aat ausgestattet worden. Die baltischen Länder haben sich unter dem Deckmantel einer Bo« denreform den Grundbesitz ihrer deutschstämmigen Bürger entschädigungslos angeeignet. Südslawien hat stch an sogen. Reparationen, Sachlieferungen der verschiedensten Art gesund gemacht. Italien hat das reichsdeutsche und österreichische Eigentum in Masten gestohlen, von den Beutezügen Frank­reichs gar nicht zu reden. Auch die Tschechoslowakei hat eine berüchtigteBodenreform" auf Kosten der deutschen Bewohner des Landes durchgeführt.

Aus dem Sawinkow-Prozetz, der kürzlich in Moskau beendet wurde, geht hervor, daß die finanzielle Sa- nierung bet Tschechoslowakei zu beträchtlichem Teiltz durch di« Kriegsbeute zustande gebracht worden ist, die "durch die tschechischen Legionäre aus Sibirien mit heimgeschleppt wurde. Man erwartete damals nach Beendigung der antibolschewisttschen Feldzüge, in den Legionären eine Schar zermürbter bedirf- tiger Soldaten.^ Groß war das Erstaunen in Prag, bie Legionäre nicht nur gut genährt und ge­kleidet, sondern mit ganzen Güterzügen voller Krtegsbeute, Automobile, landwirtschaftliche Ma­schinen, Textilwaren usw. heimkehrten. Ja sogar ganze Schiffe hatten die Tschechen au» Wladiwostock mitgehen heißen. Am bedeutsamsten war jedoch di« Herbeischaffung eine» großen Goldschatzes, der au, dem Lager des Admirals Koltschak stammte und der etwa 400 Millionen Eoldrubel betragen haben soll. Mit diesem gestohlenen Golde wurde die Legiobank und zahlreiche industrielle Unternehmungen be« gründet. Ein Teil der Gelder wurde dann von Ma« saryk wiederum zur gegenrevolutionären Propa­ganda in Rußland verwendet. Bisher ist unrecht Gut also recht gut gediehen.

8e(t5toirt|»aftH»t NMnMriichl.

Die russische Getreideernte ist in dem offi­ziellen Bericht der Sowjetregierung auf 2,8 Milliarde« Pud. geschätzt worden. Aber diese Schätzung, nach der die diesjährige Ernte etwa ebenso groß fein würd« wie die vorjährige, wird von allen Kennern der russi­schen Verhältnisse stark angezweifelt. In jedem Fall« hat die Sowjetregierung bisher eine Erlaubnis zur Ausfuhr von Getreide nicht erteilt. ES scheint nach allen aus Rußland vorliegenden Rachrichten sestzustehen, daß die Ernte in einem großen Teile des Riesen- reiches sehr schlecht ausgefallen ist und daß mtt einer Ausfuhr russischen Getreides nach Deutsch­land in diesem Erntejahr nicht gerechnet werde» kann. Die deutschen Getreidepreise, ins­besondere die Roggenpreise sind daher noch weite« gestiegen, und wenn auch neuerdings ein getolffer Stillstand in der Aufwärtsbewegung der Getreidepreis« eingetreten ist, weil die heutigen Preise einen starken Anreiz zum Verkauf bieten, so wird man sich bis auf weiteres, d. h. bis in den Dezember hinein, in Deutsch­land mit einer ungewöhnlichen Höhe der Getreidepreis« abfinden müssen. Die dadurch ansgeiibten Volkswirt- schaftlichen Wirkungen, insbesondere auf den Srvvrt, werden teilweise dadurch ausgeglichen, daß in allen Ländern die Getreidepreise eine beträchtliche Erhöhung erfahren haben und daß dadurch überall bas gesamt« Preisniveau gehoben worden ist. Run ist zu beachten, daß die Roggenpreise durchweg noch viel mehr gestiegen sind alS die Weizenpreise, und daß Deutschland (neben Rußland und Polen) in der Hauptsache Roggen ver­braucht, während die westlichen Konkurrenten auf dem Weltmarkt Weizenkonsumenten sind.

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der sie standen, in die Quadrate einzutragen. Doch das klappte nicht, und ich sah, daß die eingettniu« werten, einfach und doppelt unterstrichenen Wort« ihren besonderen Sinn haben mußten. NochmalS boS Datum durchprüfend, kam mir die Erleuch­tung: es enthält mehrere Buchstaben doppelt, einen, das r, dreifach, zwei Buchstaben, i und b, sogar vierfach, denn die Ziffern in 27 und 1912 sind natürlich gleichbedeutend mit den entsprechen­den Lettern der Alphabetteihe. Die Klammern und Lknterstreichungen konnten also nur die erste, zweite und dritte Wiederholung desselben Buch­stabens bedeuten, und so trug ich denn den Wort­laut deS BilletS nach dem Schlüssel des alpha­betisch geordneten Datums oder Buchstabenzelgers in die entsprechend bezifferten Quadrats ein, das zweite a, b, u, r einklammernd, das dritte einfach das viert« zweimal unterstreichend, las dann aber­mals, der richtigen Buchstabenfolge des Datumfl nachgehend, den Tert der Zusammenhänge ab und schrieb ihn so unter die Ehiffte, wie er vor Ihnen liegt."

Höchst geistvoll'" rief der Minister, welcher der Erklärung mit dem Stift In der Hand gefolgt war und das gleiche Resultat wie die ihm vor­liegende Entzifferung erzielt hatte.Und zu die< er Lösung, die vsnsere Experten vielleicht ein« Woche, und dann noch ohne Resultat beschäftigt hätte, haben Sie eine halbe Stunde gebraucht!

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selbst Ihre gesunde Aatur stark ins Wanken ge­bracht bat. Ja, ja, Sie haben Urlaub ich will mir meinen Sekretär erhalten und ihn nicht gleich in das Joch der Arbeit spannen Sie würden ja doch jetzt nichts leisten können. Rein, fassen Sie es nicht falsch auf: Sie haben mein dolles Berttauen und hatten es selbst im Augen­blick des ersten Schreckens, und niemand freut sich mehr als ich, daß Ihre Schuldlosigkeit, für die ich gleich und ohne Zögern eingetreten bin, so glän­zend bewiesen worden ist. Doktor Windmüller ist mein Zeuge, daß ich an Ihnen nicht gezweifelt habe,u nd wenn er erst sehen und prüfen wollte und mußte, so war dies nicht mehr, als auch ich zu tun verpflichtet war. Es ist Ihnen doch recht, Herr Doktor, daß der Marchese Sie begleitet?"

»Exzellenz sind mir damit zuvorgekommen ich hatte darum bitten wollen", erwidette Wind- miiller verbindlich.Hnt> nun lassen Sie uns keine Zeit vcrl-eren wir können den Mittagszug noch erreichen "

Cie haben jedenfalls aber noch Zeit, um mir einen Wink über den Schlüssel der Chiffre dieses wichtigen Billcts geben zu können", bemerkte der Minister, aus das im Kleide der Marchesa ge­fundene Schriftstück deutend, das auf seinem Schreibtische lag.

Gern", entgegnete Windmüller mit einem Blick auf die Ahr.Sie Sache ist eigentlich von größter Einfachheit wenn man sie erst weg hat. Das Datum warS, das mir auf die Spur half das Datum vom 27. Februar auf einem frischen Pa­pier mit ebenso ftischer Tinte geschrieben und tiefer Zettel in einem Kleide, das erst vor ein ,aar Tagen vom Schneider aus Paris gekommen ist. Ferner die von der Zofe beobachtete Eintei­lung eines anderen Papiers in Quadrate, das Nu­merieren derselben. Gut. Ich numerierte auch -- von 125, soviel Ziffern, als das Alphabet Buchstaben hat. And dann versuchte ich, die Worte der chiffrierten Botschaft in der Reihe, ip

(Nachdruck verboten.)

Sak Sofaihnmtt.

Venezianischer Roman

E. vtt> n Adlers selb-Ballest rem.

19. Fortsetzung

.Ich hoffe und glaube das nickt", erwiderte der Minister grimmig. .Ich habe vor kaum einer halben Stunde den Bericht des Chefs unsrer Ge- heimvolizei erhallen, baß sich an dem Verhängnis- kosten Tage, an welchem die Reise Terrafermas be» schloffen wurde, unter den Arbeitern, die hier im Ministerium eine neue elekttische Anlage zu machen hatten, ein Mann befand, der sich nach Angabe der Dienerschaft mehrmals in dem großen Hause verirrt haben wollte. So gab er wenigstens an, als er zu wiederholten Malen in diesem Teil des Palastes betroffen wurde. Der Wann, der Baftlio ® m rti zu h ißen vorgab, war den anderen Arbei­tern unbekannt und nach ihnen erschienen mit der Angabe, daß der Padrone des Geschäfts ihn nach- Sefcmdt habe, um gewisse Teile der Anlage nachzu- prüfen. Diese an sich recht unglaubwürdige An- tzcbe wurde indes anstandslos hingeuommen. und

zweifle nicht, daß dieser Mann es war, der wahrscheinlich mit Hilfe eines bestochenrn Indi­viduums in dem Hause einen bequemen ßau- fcherpvsten fand."

_ »Daran zweifle ich auch nicht," meinte Wind- düster ttocken. Hoffen wir also, daß diefer Posten Eui Augenblick unbesetzt ist, denn da die Gehcim» prstzei nach dem schönen Grundsatz: Eile mit Weile, Men rätselhaften Basilio Mamerti jedenfalls erst hi Geist« dingfest gemacht haben dürfte, wobei es

auch bleiben wird, so hat der Mann inzwischen *nSFt Zeit gehabt, zu verduften. Allein, er liegt ufter dem Bereiche meiner Aufgabe, die jetzt wohl ,8'9 und allein darin besteht, die Marchesa Terra- ^erme zu suchen. Daß sie von Von der Seite, in

(Fortsetzung folgt) >

deren Auftrage sie ihre Fahrt nach Venedig unter­nahm, vermißt wird, wissen wir"

So sagten Sie,, u nterbrach ihn der Minister, darf ich fragen, wßk Sie zu dieser Information gekommen sind?"

..Gewiß dürfen Exzellenz fragen, erwidette Windmüller liebenswürdig,aber eigentlich dürfte ich darauf nicht antworten. Indes erkenne ich das Recht an, mit dem Exzellenz eine Garantie für die Zuverlässigkeit diefer Angabe verlangen können. Nun, ich habe an eben jener Stelle, welche die Marchesa Terraferma als politische Agentin be­schäftigt, eine kleine Aufgabe zu lösen oh, keine politische, nichts, was unsere Sache stört, nur ein ganz gewöhnlicher Fall von hm Kleptomanie. Da ich es für Kraftvergeudung halte, mir meine Zeit damit zu vertrödeln, so habe ich einen meiner Agenten in der hübschen und netten Rolle eines Kronleuckterreinigers, der gerade dott gebraucht wurde, eingefchmüggelt. Er ist ein intelligenter und geschielter Mann, mein Agent, der seine Ohren und Augen zu gebrauchen weiß ein hübscher Mensch außerdem, der diesen Vorzug bei Stubenmädchen und Kammerzofen zur Geltung zu bringen 6er- ftebt Die Hauptsache aber ist: er ist sehr zuver- lättjg in seinen Angaben, und er wird noch ein baar Tage mit dem Reinigen der vielen Kron­leuchter in dem Botschaftspalaste zu tun haben, obaf? die Nachrichten über die Marchesa Donna Tenia uns ganz warm erreichen werden Sie we­nigstens, Exzellenz, denn ich werde mich unverzüg­lich auf die Suche nach ihr begeben und als Aus­gangspunkt Venedig wählen, wo ich mir eine kurze Gastfreundschaft von dem Herrn Marchese erbitte.

®on Gian wollte sofort bejahend antwotten, aber ver Minister siel ihm ins Wort.

Sie sollen den Herrn Doktor begleiten, Terra- erma". rief er freundlich.Einmal dürste Ihre Anwesenheit dort an sich von Nutzen fein, und dann nllen Sie sich daheim bei den Ihrigen von dem Nervcnchock erholen, der, wie ich nur zu gut sehe.

15 Kapitel, jedes von einem hervorragenden Wachmann 6n bandelt tt. a. Prof. Tr. Franz Weber, Prof. Dr. Äug. Forel, Eva Gräfin v. Bandisfin, Dr. med. 3. Spier, Frau Gertrud 6 tiger, Dr. med. Hermann Faltin. Hfrat 1 r. Eugen To »na beiger ufw. ,

Iu keinem Bürger- oder Arbeiterhause sout« bte)«e fehlen! 718 lextieiten güt gebunden W* . betteoen durch Woeste 4 Wolf, Abt. B/4,