I
I -I
i
ff. London. 7. Oft. Die „Time," betont gegenüber der Befürchtung, dah die Anleihe den deutschen Wettbewerb steigern fönne, der vbystologische Wert der Anleihe höher sei, als tbre wirtschaftliche Möglichkeit und dab Deutschland ein Jabr nach dem formellen Inkrafttreten des Dawes-Berichtes den Alliierten 50 Millionen zahlen müßte. Das sei 10 Millionen Pfund Sterling mehr als die Anleihe betrage. Der Zweck der Anleihe sei, die Finanzen Deutschlands zu heben, um die Guthaben im Ausland, die in der Inflationszeit drrtbin gebracht wurden, »urückzubolen.
führen, deren Abschluß bi« Donnerstag erwartet werde. Der Delegiert« der belgischen National- bank sei jetzt auch in London eingetrvffen und erörterte mit dem Gouverneur der Dank von Eng» land die belgische Quote. Großbritannien messe der belgischen ebenso wie der französischen Beteiligung groß« Wichtigkeit bei. Wie verlaute, erklärte der Gouverneur der Bank von England, Montagu Norman, bah die Anleihe die bestgesichertste in Europa sein werde.
anempfehlen werd«, baß der Antrag auf Zulas- sung zum Dölkerbund ohne irgendwelche Vorbehalte gemacht werde.
Pari«. 6. Oft. Die französische Regierung hat dem Botschafter v. Hoesch heute di« Antwort auf da« Memorandum betreffend den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund überreicht.
ff- Paris, 7. Oft. Zu der französischen Note über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund schreibt „Journal": Kerriot erklärte, er zögere nicht festru- strllen, daß, wenn Deutschland in den Völkerbund etn- trete, es sofort den Rang einer Großmacht einnehmen werde, das nicht zum mindesten besage, dah Frankreich stch nicht widersetzen werde, daß Deutschland im Völkerbund einen ständigen Sitz erhalte. Es könne sogar bedeuten, dab Deutschland an den Kolonialmandaten teilnehmen werde.
Rom. 6. Okt. Mussolinis gestrige Rede in Mailand, in der u. a. ai»ch die Gründung dreier neuer Aniversitüten in Mailand, Flor».iz und Bari ankündigte, wirb von der Presse lebhaft besprochen.
„Popolo d'Jtalio". „Messagers" und „Secolo" billigen Form und Inhalt dieser Rede.
„Givrnale b'Italia" schreibt, daß stch Mussolini außerhalb oer Verfassung gestellt und die konstitutionellen Parteien direkt herausgefordert habe.
„Eorriere della Sera" meint. Mussolini habe niemals seinen antiliberalen Geist so fiat offenbart, wie In dieser Rede. Es sei verwunderlich, daß Mitglieder der konstitutionellen Parteien eine solche verfassungswidrige Rede mit Beifall begleitet haben.
„Stampa" überschreibt ihren Kommentar: Gegen die Verfassung, und führt aus, daß dicsRede dis offene Sabotage des monarchistischen parlamei:- tarischen Regimes sei und das offene Bekenntnis zu einer Parteiregierung, welche auf der Gewalt uße und gegen die Gesetzlichkeit sei.
„Giustitia" findet, baß Mussolini zuviel rede und immer nur neuen Brennstoff liefere für Polemiken, ohne jemals ein« Lösung zu bringen.
Lal?Än ÄL'l» äÄfflRrtiW Amtlich. *nb OMwitHge ««jeiS.n 0,10 «old,
aellamta 0,55 Sefta
Die Sozialdemokratie hofft auf Neuwahlen.
Qu. Berlin, 7. Okt. Inr Lager der S o - Lialdemokratie sieht man dem Ausgang der
Eine neue NeNMgmigsrett MuWinis
Mailand, 5. Oft. Die konstitutionelle Dereini» aung veranstaltete einen Empfang zu Ehren Mussolinis. Senator G r e p p t rühmte in einer Rede die äußere und die Finanzpolitik der nationalen Regierung, die von Mussolini erneuert worden sei, und sprach ihr das uneingeschränkte Vertrauen auS. Mussolini, der lebhaft begrüßt wurde, führte u. a. aus:
Der Faschismus habe die Mitarbeit im Kabinett unter dem Vorsitz Giolittis oder anderen Ersten Ministern nicht annehmen können: man wäre sonst aus der Sackgasse, worin man sich befand, nicht herausgekommen. Gegenüber denen, die davon phantasterten. daß er Herrschaftsträume hege, betonte Mussolini, daß niemand ein ergebenem und treuerer Diener der Dynastie sei als er. „Wenn ich an Träumen von dieser Größe gelitten hätte, würde ich auch die Kraft gehabt haben, sie zu verwirklichen. Wer ich habe niemals einen derartigen Ehrgeiz besessen. Wenn ich den Staatsstreich beging, so wurde die Monorchie erhalten. Die Armee blieb außerhalb der Umwälzung, ich habe auch die Kirche und die Verfassung erhalten und in Wahrheit eine Koalitionsregierunggeschaffen. Wöh- renf der Zeit, in der die Regierung die Vollmacht hatte, wurde Großes geschaffen. Die Gesetze über die Staatsbeamten, die vor dem Ausstand standen, wurden vollkommen reformiert, ebenso tote die llnterrichts- und richterlichen Gesetze. Was die soziale Gesetzgebung betrifft, so hat die nationale Regierung das Washingtoner Mkommen vor Großbritannien und Frankreich ratifiziert. Die äußere Politik wurde von allen Seiten so gerühmt, dah ich cs nicht nötig habe, meine persönlichen Vemerkungen hinzuzufügen."
Mussolini wies in diesem Zusammenhang auf die Erfolge der italienischen Politik, auf Fiume, auf das Jubaland und den Dodekanes hin. Wichtige territoriale Errungenschaften seien erzielt und darüber hinaus Freundschaftsverträge und ein Handelsvertrag mit Düdslawien sowie ein Wkommen mit dgr Tschecho- Slowakei geschlossen worden. Das italienische Ansehen im Stromgebiet der Donau fei wie im Mittelalter vermehrt worden. Sodann wies Mussolini auf die Anerkennung Rußlands durch Italien hin, die Grgebniffe von unberechenbarer Tragweite haben könne und bereits habe. Die Ergebnisse der Finanzpolitik der Regierung seien glänzend. Es genüge, darauf aufmerksam zu machen, daß der Hafen von Triest die Zahlen des Dorkriegshandels erreicht habe, und dah im -Hasen von Genua täglich 2000 Eisenbahnwagen. "00 mehr als vor dem Kriege, zur Verladung kämen.
Im weiteren Verlaus seiner Rede hob Mussolini die Haltung der faschistischen Partei hervor, die sich niemals erlaubt habe, ihm Vedingungen zu stellen. Hätte sie es getan, würde er sie zurückgewiesen haben. Er sei der Meinung, dah es besser für eine Ration sei. eine Regierung von mittelmäßigen Köpfen zu haben, sofern diese Regierung 5e = ständig sei, als eine Regierung von Gelehrten, wenn ie nicht stetig und allen Launen der parlamentarischen Körperschaft ausgesetzt sei.
touwoNen in England.
London, 7. Oft. Der Premierminister erklärte in einer Unterredung mit William Steeb, 'N der augenblicklichen nationalen und internatior nalen Lage wäre es von den Gegnern der Regierung klüger gewesen, anders zu handeln, al» st, ent, schloffen zu sein schienen. Die Liberalen und Kon. servativen könnten natürlich, wenn sie es wünschten den russischen Vertrag zu Fall bringen, ob ste jedock fähig sein würden, ihn durch ein anderes Ueberein kommen zu ersetzen, sei eine andere Frage, abei wenn sie nicht gegen den Grundsatz eine» Vertragt seien, weshalb hätten ste dann keinen Versuch ge< macht, an die Arbeiterregierung heranzutreten, um 2u sehen, was am besten im allgemeinen Jnteressi geschehen könnte? Keine derartige Annäherung sei erfolgt: wenn sie erfolgt wäre, so würde stch die Re, gierung keineswegs unwillig gezeigt haben, mit ihnen zu beraten. — „Evening Standard" erblickt in dieser letzten Aeußerung Mac Donalds eine bemerkenswerte Andeutung einer möglichen Ueberein- kunft der Regierung mit den Liberalen.
fk. L o n d o n, 7. Okt. Der Premierminister erklärte in einer Unterredung, die Liberalen und Konservattven könnten, wenn ste wollten, den rus- sischen Vertrag zu Fall bringen, ob sie aber fähi- sein würden, ihn durch ein anderes Uebereinkonu men zu ersetzen, sei eine andere Frage. Wenn st die Arbeiterpartei zur Regelung dieser Frage hinzu gezogen hätten, wäre es möglich gewesen, zu einet Einigung zu kommen.
London, 6. Okt. Heute nachmittag faßte der Mini st errat über die Stellung der Regieruna am 8. Oktober anläßlich der Debatte über den Miß. trauensantrag wegen des Falles Campbell Beschluß.
Delhi, 6. Okt. Wie verlautet, verweigerte die Regierung von Angora dis Ausstellung von Pässen für die Mitglieder der indischen Kalifat-Abordnung. Dis Fübeer der Kalifatbewegung, die die britische Re- giekuna beschuldigt hatten, ihnen im Wege zu sein, seien über dieses Ergebnis ihrer Bemühungen außerordentlich enttäuscht. Der Arbeitsausschuß de, Zentral-Kaljfat-Komitees nahm eine Entschließung an, in der der britische Premierminister vor jeder Einmischung in die Kämpfe im Hedschas gewarnt wird.
fk. L o n d o n, 7. Okt. Die heutige Morgen« preffe erwartet mit Bestimmtheit für morgen den S t u r z der Regierung und die darauf folgen, den Neuwahlen. „Daily Telegraph" zufolge bedeutet der gestern gefaßte Beschluß des Kabinetts, daß in der morgigen llnterhaussitzung eine groß« Debatte erwartet werde. „Times" schreibt, das Ka. binett habe gestern einen folgenschweren Beschluß gefaßt, infolgedessen sofortige Neuwahlen unvermeidlich blieben, es sei denn, daß die Liberalen ihren Standpunkt vollkommen aufgeben. Es verlautete jedoch gestern von unterrichteter Seite, daß der liberale Antrag unter keinen Umständen zurück- gezogen werden würde. Die Annahme, die Ar- betterpartei wünsche Neuwahlen und eine Aus- losung des Parlaments, laffe darauf schließen, daß dis Wahl am 8. oder 15. November stattfinden nieroc. Mac Donald werde auf der heute vormittag stattflndenden Arbeiterparteikonferenz den Wahl, feldzug eröffnen.
Der Bürgerkrieg in China.
Paris, 4. Oft. Havas berichtet aus Schanghai.' Bei Sunkräng. 22 Meilen südwestlich von Schangha' fmd heftige Kampfe im Gange. Die Truppe: der Provinz Fukien und Kiangfu greifen an. Auf den- Frontabschnitt bei Liu-Kwang-Ts» herrscht Ruhe.
Schanghai. 4. Ott. Das Hauptquartier Tschang- tso-lms m Mulden berichtet, daß Tschang-lso-lins Trup. Pen wahrend ihres Marsches gegen Jschol den Ort Tschiseng besetzt haben. Die Tichilitruppen haben sich zurückgezogen. Ferner toirö berichtet, daß durch einen Luftangriff von Flugzeugen Tschang-tso-lins auf bi< e.üblichen Truppen. Kasernen und Eisenbahnzüge in del Rahe von Schanghaikwa ernster Schaden angerlchtei wurde.
London, 5. Oft. Einer Pekinger Dlüttermel» düng zufolge hat der französische Dampfe» „Ehantillh" die für Tschangtfolin bestimmten Flugzeuge in Dairen gelandet, wo Tschanglsvlins Vertreter sie erwarten.
Peking, 5. Oft. Einem amtlichen Pekinger Bericht zufolge haben die Regicrungstruppen an der Front von Schanhaikwan Hungtfchuangtwu eingenommen.
" o ndon, 6. Oktt Nach einer Reuterrneldung aus Mukden berichtet Tschangtsolins Haupt- quartier, daß ein Teil der dritten Brigade den Rückzug der Tschilitruppen abgeschnitten habe. Die Truppen von C h a p e n g, südwestlich von Lmgyam, hätten eine gemischte Brigade gefangen genommen. Die 9. Division der Tschilitruppen, oeren Front durchbrochen wurde, würde durch die Jentientruppen verfolgt, wobei zahlreiche Ee- chütze, Gewehre, Munition sowie Vorratslager er obert wurden.
K bevorstehenden Verhandlungen zwilchen den bürgerlichen Reichstagssralttionen mit größter Auf- werbsamkeit entgegen. Angesichts der ernsthaften Komplikationen, die in den letzten Tagen in der innenpolitischen Lage der Neichsregierung aufgetreten sind, hat sich, wie wir hören, der sozialdemokratische Parteivorstand bereits entschlossen, schon jetzt mit allen Mitteln die Vorbereitun- 8en 3u einem Wahlkampf zu treffen, für den die Sozialdemokratie mit Hilfe der Sozialisten Englands und Frankreichs große Geldmittel auf« f <. Zubringen hofft. Für den Fall, daß eine Rechtsboa lition trotz aller bestehenden Schwierigkeiten doch noch zustande kommen würde, glaubt die Sozialdemokratie mit einer nur ganz kurzen Dauer einer solchen parlamentarischen Konstella- üon rechnen zu können, und wird daher ihre Wahlvorbereitungen auf alle Fälle fortführen.
London, 6. Oft. „Westminster Gazette" nennt die Stellungnahme Englands zu dem in Genf entworfenen Protokoll die größte außenpolitische Frage, vor der das Land augenblicklich stehe. Das Protokoll sei natürlich nur ein Skelett des Planes für den Frieden und die Abrüstung, der keine Lösung des europäischen Problems bringen würde, wenn sich nicht Deutschland und zuletzt auch Rußland anschliehen -»würden. Glücklicherweise scheine die Hoffnung begründet, daß Deutschland bald im Völkerbund sein werde.
ff. Paris, 7. Okt. In Harzebrouck hat der französische Delegierte bei dem Völkerbund eine Rede gehalten. Er berichtete über den Verlauf der Völkerbundsverhandlungen und erläuterte das Friedensprotokoll, das er die zukünftige Charta der Welt nannte. L o u ch e u t sprach dann über die Abrüstung. Die endgültige Konferenz werde kommen, sobald die Entwaffnungsfontrolle des Völkerbundes gegenüber Deutschland beendet sei. Von der Feststellung dieser Entwaffnung hänge die Möglichkeit ab, daß auch die anderen Staaten ihre Rüstungen herabsetzen. Das Wettrüsten muß aufhören. Es ruiniere die Völker und treibe zu neuen Kriegen. Er gehe nicht so weit zu behaupten, daß in Genf alles schon erledigt und der Frieden sichergestellt sei. Er sei sicher, daß Frankreich den Wege erkannt habe, den man gehen müsse, wenn man endlich den Ftteden erreichen wolle.
Berlin ,6. Oft. Zur Frage der Hebet* gäbe der sranzösisch-belgifchen Regieeisenbahnen an die Deutsche Reichsbahn wird mitgeteilt: Die Verhandlungen zwischen.der Deutschen Reichsbahngesefifchast und der Reglever» Wallung wegen Hebergabe der Regiebahnen sind nunmehr so wert zum Abschluß gebracht worden, daß als Termin für die Hebergabe der 16. Rovember festgesetzt wurde. Da in den Londoner Abmachungen iXs spätester Termin der 7 .Dezember festgelegt war, bedeutet dies für die Deutsche Reichsbahn und die deutsche Wirtschaft eine willkommene Regelung. Im wesentlichen besteht Einigkeit über Einzelftagen der technischen Hebergabe. Deutsches ReichSbahnpersvnal wird sich einige Zeit vor dem Termin zwecks Einar- beitung an eine alte Dienststelle in das Regiegebiet begeben. Die Hebergabe der Regiebahnen in der Dortmunder Zone wird gemäß den getroffenen Abmachungen in London bereits vor dem Hkbergabetermin der Regiebahnen erfolgen. Es ist dafür der 19. Oktober in Aussicht genommen.
---*---
Ostpreußen zum Eintritt in den Völkerbund.
Königsberg, 6. Okt. Der Ostdeutsche Hei- rnatdienst Allen stein, der Heimatdienst Westpreußen, Marienburg, der Ostdeutsche H e im a t bienft Tilsit und die Handelskammern Allen st ein, Elbing, Inster- b-u r g u n b 2 i I f i t richteten an den Reichskanzler eine Eingabe, in der es heißt: Die Bevölkerung der deutschen Ostprovinzen ist einmütig und wird es bleiben, die geraubten deutschen we biete zurück zuf ordern und für ihre Wiedergewinnung alles einzusetzen. Wir Ostpreußen im besonderen können niemals auf Solbau roie auf das Memel- iand verzichten und ebenso ist die B e- i e i t i g u n g des polnischen Korridors für uns eine Lebensfrage aus natio nalen roie aus wirtschaftlichen Gründen. Wir erhoffen und erwarten von der Reichs- regierung, daß, falls sie sich für den Eintritt in den Völkerbund entschließen sollte, sie eine Form findet, die unfereh ostdeutschen Hoffnungen und berechtigten Forderungen nicht die Möglichkeit der Verwirklichung nimmt.
Dl« Abdankung König 8it||M
Nach einer Haoasmelbung hat der König de, Hebjas abgedankt. Man wird in Europa über riefe Nachricht wohl zum Teil mit gleichgültigem Achselzucken hinweggehen, und sie ist für Die b ri fische Weltpolitik und somit auch für das ;esamte Abendland von nicht zu untere chätzender Bedeutung. Hussein war ein b<t» anderer Günstling Großbritanniens, und seiq
Das deutsche Memorandum.
London, 6. Oft. Wie die „Times" meldet, werde die britische Antwort auf das deutsche Memorandum bezüglich des Ein- ttitts Deutschlands in den Völkerbund nicht lange verzögert. Ein Meinungsaustausch zwischen "den alliiert ?n Regierungen in dieser Angelegenheit habe stattgefunden und Vereinbarungen über die olioe- mefnen Linien der Antwort seien so gut wie erzielt. Dan ertoarte, die britische Antwort werde sich tn der Richtung bewegen, daß die britische Regierung, während sie die Absicht der deutschen Regierung, die Mitgliedschaft des Völkerbundes nackzu- fuchrn, begrüßt, sich veranlaßt sehe, auf die Bot- wend gkeit hjnzuweifen. sich strikte an die Bedingungen des Versailler Vertrages zu halten und dah sie
Sir dEr MM
Das Anleihe-Abkommen gesichett.
Qu. Berlin, 7. Okt. Wie wir erfahren, hat das Reichskabinett den wesentlichsten Punkten des Anleiheabkommens, bas Reichsfinanzminister Dr. Luther betn Kabinett zur Begutachtung vorgelegt hat, angenommen. Danach ist auch bas Zuslanbekonnnen bes Anleiheabkommens grundsätzlich gesichert. Minister Dr. Luther bürste voraussichtlich am Mittwoch abermals nach Lonbon reisen, um ben Anleihe-Vertrag namens ber beut« 'Herr Regierung zu unterzeichnen.
London, 6. Oft . Der diplomatische Bericht- des --Daily Telegraph" schreibt, Dr. Schacht sei jetzt nach London zurückgekehrt, um die Verhandlungen für die Dawes-Anleihe zu Ende zu
Wo- soll werden ?
Das Reichskabinett hat am Montag begonnen, sich mit ben Richtlinien bes Kanzlers für die Umbilbung ber Regierung zu beschäftigen. Die Demokraten verschoben ihre Fraktionssitzung vom Dienstag auf ben Mittwoch, ber bamit also zu einem ersten Tag kritischer Drbnung wirb. Besonders unerfreulich an der augenblicklichen Situ- htion ist die Spannung, die zwischen ber Deutschen Volkspartei unb bem Zentrum eingetreten ist unb burd) persönlich zuge,pitzte Polemik verschärft wirb. Es ist wohl selbstverftönblich, baß zwei so ausgeprägte Naturen unb Parteiführer, wie Marx unb Strefemann, nicht in allen Punkten übereinstimmen, aber bas gehört nicht in bie Oeffentlichkeit, solange bie sachlichen Differenzen nicht ein Zusammengehen unmöglich machen. An' fpielur.gen unb versteckte Drohungen, wie sie bie .Germania" sich gegen Dr. Strefemann lei« pet, entsprechen nicht bem Ernst ber Lage. Anbers ist wohl ber Artikel bes preußischen Zenttumsab- Kordneten Schwering zu bewerten, ber gleichzei- [e Neuwahlen im Reiche unb in Preußen fordert. Wenn sich tatsächlich die Auflösung des Reichstages als unvermeidbar Herausstellen sollte, dann wäre bas Zusammenfallen ber beiben Wahlakte in ber Tat vielleicht praktisch, aber ganz so weit, roie- bie auf Neuwahlen brennenbe Linkspresse es barstellt, finb wir boch noch nicht. Die „Germania" zitiert mit befonberem Vergnügen einen Artikel ber „Magbeburgischen Zeitung", worin bie Drohung ber Volkspartei mit bem Austritt aas ber gegenwärtigen Regierung abfällig kritisiert wirb. Zur selben Zeit bringt bas offizielle Organ ber Deutschen Volkspartei, bie „Zeit", einen Artikel, worin bie anberen Mittelparteien darauf hingewiefen werben, baß nach bem eige- Ftn ©eftänbnis bes „Vorwärts^ bie Zusage ber Eozialbemokrcttie zur Teilnahme an ber „Volksgemeinschaft" nicht ernst zu nehmen sei. Die Schärfe ber Auseinanbersetzuna hat sich also im letzten Augenblick vor ber Entscheibung gemilbert, und cs ist noch nicht ganz ausgeschlossen, baß bie Fraktionen ebenfalls bie Leibenschastlichkeit nicht übernehmen werben, mit ber in ber letzten Woche das Thema ber Regierungsumbilbung von ber Presse betjanbelt worben ist.
Das Reichskabinett ist zusammengetreten.
Berlin, 6. Okt. Wie bie Blätter melden, ist das Reichskabinett heute mittag zu einer Sitzung zusammengetreten, bie sich unter bem Vorsitz bes Reichskanzlers mit ber Frage beschäftigen bürste, in welcher Form bie näd)ftenJ5d)ritte fr ber Frage ber Regier ungserweite- rn n g erfolgen unb welche Folgen gezogen wer- * den sollen, wenn ber Gebanke ber Volksgemeinschaft sich nicht wirb verwirklichen lassen.
Keine Veröffentlichung der Richtlinien des Kanzlers.
fk. Berlin, 7. Okt. Wie den Blättern mit« geteilt wirb, werben bie Richtlinien bes Reichskanzlers für seine Besprechungen mit ben ver- fchieöenen Parteien nicht veröffentlicht werben.
*
*
ft .Berlin, 7. Oft . Das ReichSlabinett be- | sprach gestern, wie die Blätter melden, die Richt- Imien, die Reichskanzler Dr. Marx entworfen hat, auf die die Verhandlungen der Erweiterung der Regierungsbafis sottgeführt werden sollen. Den ^Blättern zufolge verlautet, dqß. der Reichs! rnz- kr die Beschlüsse der Fraktionen abwarten wolle, «n dann mit den Flügelparteien zu verhandeln.
'Wir „Oberhessische Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschkiehlich Zustellungsqe« Mit. Durch di« Post 2,25 Mk. — Für ausfallend« Nummern infolge Streik» oder elementarer Ereignisse kein Ersah. — Verlag Dr. E. - i t z « r o t h. — Druck der Univ.-Buchdruckerei von Joh. Lug. Koch, Markt 21/23. — Fernspr. 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
«r.M Rarburg a. L, SienAag, btn 7. ottebtt 59,3M 1924
DbrehsWchL Ieikrms
Anzeiger für Ms Mer kurbeNAt SberbMn - Amtliches Berkündigungsblatt des Kreises Marburg
Der Anzeiaenpr«!, betrogt für den 10 g«sp. Zeil«m»tllime!«r 0,08 «oldmark. Amtlich« unb omelrHa« Btttrf. Bei schwierigem Satz, sowie b. Platzvorschrift«n50", Aufschlag. Sammelanzeia«» 100'/ Auilchlaa.^le»».i»»i»
Jeder Rabatt gilt al, Barrabatt und erfüllt, wen» dl. Zahlung [pät« «U s8!«« ebenso Auskunft durch die Sefchäftsstelle und Zusendung der Angebote. Erfüllungsort Marburg, 1 = «|w Doll«,