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Marburg a. E, SvmmMg, een L oktobrr

LLöabrs. 1924

Anzeiger für (das früh« kurteMche) SberhEen - Wittes Derkünbimnmsblall des Kreises Marburg

Sie teutsch-ftmzöfifchen SandelsverlMsGerhandlungen

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fangt* möchten zu Ergebnissen führen, di« für beide Länder annehmbar sind und sich als ersprießlich erweist «. Die französische Regierung darf über­zeugt sein, bah die Dechandlunge« deutscherseits in der feste« Absicht und mit dem ehrlichsten Wunsche, zu solchen Ergebnissen zu kommen, t»<t* kc« geführt werde«.

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21rtilel 2 erklärt, daß alle Kriege bet« | Goten sind, außer im Falle des Widerstandes Agen Angriffsakte in Llebereinstiurmung mit dem r Aötterbnnd laut den Bestimmungen des Pattes

für die Annahme de» Protokolls gesprochen halten. Man hofft, dah in der heutigen Vormittagssitzung die Abstimmung über das Protokoll erfolgen kann. Am Nachmittag wird dann die Neuwahl der sechs nichtstän­digen Ratsmitglieder erfolgen, woraus der Präsident de Motta die Schlußrede halten und die Völkerbunds­versammlung ihre diesjährige Tagung abschlieben wird.

Französisches Entgegenkommen bei den Bitt« schaftsoerhandlungen.

Qu. Berlin, 2. Oft. Die französische Regierung hat den Dvrschlag der Reichs re- qierung, über die weitere Erhebung der 26 Pro­zentigen Einfuhrabgabe ein Gutachten der Trans­ferkommission einzuhvlen, ohne weiteres angenom­men. Dieser französische Schritt steht im Zusam­menhang mit den Bemühungen HerriotS, der deutschen Regierung bei den Wirtschaftsaerhand- lungen in weitgehendstem Umfang« entgegenzukom­men Die französische Diplomatie arbeitet gegen» tnärtig mit Hochdruck daran, Deutschland zu einer Annäherung an Frankreich zu bringen, die be- ('«*>'rf auf wl isch f sicher Grün la e f«-*g eren werbe. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, daß Hrr- riot noch weiter geht und direkte Zugeständnisse in der militärischen Räumungsfrage in Aussicht stellt, um die deutsche Regierung zu bewegen, auf dfe französischen Angebote einzugehen. Aus den Kreise« des Auswärtigen Amtes erfahren wir hier­zu, daß diese verlockende Pvlittk Frankreichs für die ganze zukünfttge Entwicklung von ungeheurer Tragweite ist, und daß die deutsche Regierung bei den soeben beginnenden Wirtschaftsverhand- lungen mit größter Vorsicht Vorgehen muß. Eine praktische Derständigung mit Frankreich erscheint sehr möglich, aber es ist unwahrscheinlich, daß Deutschland auch nur einen Teil der französischen Angebote anzunehmen vermag, weil sonst die Gefahr einer ungünstigen Beeinflussung der deut­sche« Beziehungen zu den anderen europäischen Mächten besteht.

Md deS Protokolls.

3n Artikel 3 wird die Gerichtsbarkeit Ars internationale« ständigen Gerichtshofes mitt gewissen Vorbehaltungen als oblig.ttori,cy

London. 1. Okt. Wie Reuter erfährt, haben die Vertreter der Morgangesellschaft und der Bank von England die Unterhandlungen über die deutsche Koldanleihe so gut wie abgeschlossen. Die Rechtssachverständigen der Bank von England bestätigten, dah die Bedingungen der Anleihe mit dem Dawes-Bericht und dem Londoner Ueberein- kommen im Einklang stehen. Der amerikanische An­teil der Anleihe wurde endgültig auf 100 Millionen Dollar festgesetzt. Die Anleihe wird wahrscheinlich Mi te Otkober in allen Ländern gleichzeitig aus» gegeben. Der endgültige Verteilungsschlüssel ist noch nicht bestimmt. Die britische Quote werde wahrscheinlich zwischen 10 und 15 Millionen Pfund Sterling betragen. Augenblicklich unterhandeln holländische, schweizerische und schwedische Bankiers mit dem Reichsbankpräfidenten Dr. Schacht hl London.

Rewyork, 1. Okt. Professor Bonn, der die Sicherheit der kommenden deutschen Anleihe vor dem Bond Klub erörterte, erklärte: Deutschland wird seine Verpflichtungen halten. Es erscheint mir, wir verlieren zu viel Zeit in den Erörterungen der technischen Fragen. Die Regelung auf der Linie des Dawes-Planes kann nur erfolgreich sein, wenn wir zu einer wirklichen Zusammenarbeit kommen.

Artikel 4 enthält die Einzelheiten Über das lichtungsverfahre« durch den Rat und Schsichtungskommission.

Art. 5 behandelt mit dem gestern angrnomme- Zufatz die Sachlage bei Streitfällen, die eigenen Zuständigkeit anderer Sfaa- unterliegen. Artikel 6 betrifft die Rolle der lkerbunbsverfammlung bei derSchlich- von Streitfällen.

Art. 7 regelt die präventive« Maßnahmen, die Ker Rat bei einem Konflikt ergreift zur Klärung Kes Konfliktes und Aufrechterhaltung des statt'L Mo während des Verfahrens.

Aach Arttkel 8 verpflichten sich alle Staaten, jeder Handlung zu enthalte«, die eia« A n - ffsdrvhung bedeutet.

Artikel 9 empfiehlt zur Verhinderung von Kriegsfällen die Errichtung entmilitarisierter Zo- Nen.

Artikel 10 definiert den Angriffsstaat.

Artikel 11 stellt die Sanktionsverpflichtung der Signatarmächte auf.

Artikel 12 behandelt die Vorbereitung der wirtschaftlichen und militärischen Sank­tionen.

In Arttkel 13 wird die vorherige Mitteilung mi- ütärischer Verpflichtungen an den Rat und das 'i \ ' Tech: der Sonderabkommen geregelt

Artikel 14 verleiht dem Rat das Recht der r Aushebung der Sanktionen.

Arttkel 15 legt den Angreiferstaaten die Re - rtionskoste« auf, garantiert aber ihre i ! Unabhängigkeit

Artikel 16 behandelt das Verhältnis der Signcr- tarmächte mit den Nichtsignaturmächten.

Artikel 17 enthält die Verpflichtungen zu der kellnahme an der Abrüstungskonferenz.

Arttkel 18 regelt die Abstimmungsverhältnisse tat Rat bei den Entscheidungen.

Artikel 19 verändert das Protokoll seine aus f ; dem Dölkerbundspatt erwachsene« Verpflichtungen Und Rechte.

- i Arttkel 20 verweist jeden Streitfall über die Auslegung des Protokolls an Öen internationalen ständigen Gerichtshof.

-3ttitel 21 enthält die Bestimmungen über die Ratifizierung das Inkrafttreten der Prv- [ tokoll und die Abrüstungskonferenz.

Das Protokoll wttd in einem einzigen i Exemplare in dem Archiv des Döllerbundsfekre- Ewiats niedergelegt.

. Oirrhttzisch« Zeitung" erscheint sech«nal wSLenSich. kei«g,pr«i, monatlich 8 Mark « Uhr. Durch die Post 2,25 Mk. Mir ausfallende Wentmem infolge Stretke^oder elementaler Erei> M- Dr.T. Hitzeroth. Druck derUntv.-Bachdruckerei von Joh. Sug. Koch, Stetti 21/28. Fernspr. I timt Frankfurt -. Main.

Obwohl auf allen Seiten strenges Stillschweigen über den Inhalt der Vereinbarungen gewahrt wird, will man in der City wissen, daß man sich im we­sentlichen auf einen Zinsfuß von 7 Prozent und einen Ausgabekurs von 97 Prozent für die Londoner Abschnitte der Anleihe geeinigt haben soll. Der diplomatische Berichterstatter des Daily Telegraph" schreibt über die Stimmung in englischen Finanzkreisen folgendes: Man hat bis­her zwischen dem englischen Vettrag zur Aufbrin­gung der Reparationsanleihe und den englisch- deutschen Handelsvertrag sverhand ! u n g e n keine unmittelbare Verbindung herge­stellt, obwohl in den Verhandlungen über den Han­delsvertrag eine ernste Schwierigkeit entstanden ist, weil die deutschen Sachverständigen darauf bestan- den haben, daß Hochschutzzölle auf die englische Ein­fuhr nach Deutschland erhoben werden sollen. Dr. Luther wird, wenn er hierherkommt, in der Lage seiit, festzustellen, daß in Bank- und Geschäftskreisen im allgemeinen eine erhebliche lleber- raschung und Verstimmung darüber be­steht, daß das Deutsche Reich in dem Augenblick sich dazu entschließen sollte, Englands Handel mit Prohibitivzöllen zu belegen, in dem England eingeladeen wird, eine Anleihe zu erleich­

fl. Paris, 2. Ott.Matin" schreibt zu den Handelsvertragsverhandlungen mit Deutschland' Die Deutschen können gewiß die Industrien von Elsaß-Lolhringen dadurch stark schädigen, daß sie die Zollfreiheit nicht mehr gewähren. DaS seien starke Trümpfe. Man dürfe aber nicht vergessen, daß auch Frankreich Trümpfe in den Händen habe. Es fei ihnen täglich möglich, den Ekport von Ciscneizen zu sperren, von dem die deutsche Schwer- inousttie abhänge.Journal" siehl aus der ge­strigen Rede des deutschen Botschafters, daß sich Deutschland bei den Verhandlungen entgegenkom­mend verhallen würde.

Paris, 2. Okt. Die nächste Sitzung für die deutsch-französisch n Handelsvertragev?: Handlungen ist für heute nachmittag im französischen Han­delsministerium angesetzt. Man ertoartet eine größere Rede des Handelsministers Rainaldh, auf die Staatssekretär Dr. Trendelenburg antworten wird. '

fl. Paris, 2. Ott. Zu den gestern er­öffneten Handelsvertragsverhandlungen schreibt ein Herriot nahestehendes Blatt: Herriot habe sicher Recht in der Annahme, man müßte endlich zum Frieden mit Deutschland gelangen. Der Irr­tum hab: -'der iarin bestanden, er mühte über Lon­don teilen, um nach Berlin;u gelangen. Man hätte eher in Berlin sondieren müssen, um nach London zu gelangen. London hätte sich nach Rücksprache dem direkten französisch-deutschen Abkommen ge­beugt in der Voraussetzung, daß in dem Vertrag keine Klausel vorhanden sei, die die englischen Intereffen verletze. Die jetzt beginnenden Ver­handlungen würden Gelegenheit geben, die Srpa- ratdvlstik Frankreichs zu zeigen.

ft. Senf, 2. Okt. Die Rachtfitzuna der Lölker- -vndsversammlung ging um übt zu Ende, nach- _«em noch Zahle (Dänemark) und Henderson (England)

M Senser 66W und 6ontW : Protokoll.

Genf, 1. Ott. Die VölkerbundSver- Sammlung trat heute vormittag um 1030 Ahr Infam men, um unter lebhaftem Beifall die Bettchte f fton P o l i t i S und B e n e s ch über das im ersten i !«nd dritten Ausschuß auf Grund der Refosittlon - Herrivt-Mac Donald ausgearbeitete SchiedS- " =«Rb Sanktionsprotokoll entgegenzunehmen.

Das heute Rächt endgültig redigierte Protokoll, Has bei Beginn der heuttgen Versammlung allen Elegierten überreicht wurde, führt den Titel »Pro- tekull fiir ftiedliche Regelung der internationalen Ännflifte. Der endgültige Text, dessen einzelne Artikel, sowie die neu eingereichten Abänderungen, He der Berichterstattung über die Kommissionen bereit« mitgeteilt worden sind, enthält eine Prä­ambel und 21 Artikel. Die Präambel lautet:

Die Anterzeichneten sind beseell von dem festen Millen, den allgemeinen Frieden und die Sicherheit ttr Völker, deren Existenz. Anabhängigkett oder .Gebiete bedroht sein können, zu sichern. Sie an« «kennen die Solidarität, die alle Mitglied« der Leltgemeinschaft vereinigt, und erklären, daß ; ttr angreifende Staat einen Bruch dieser Solida- Itidt und ein internationales Verbrechen begeht tob wünschen die volle Anwendung des Dölker- ' kndpattes für die friedliche Regelung der Streit- flile. das zwischen den Staaten vorgesehene Sy­stem zu erleichtern, die Bekämpfung der inter- . «tuirnalen Verbrechen sicherzustellen und rrch Ar- : tief S des Völkerbundspattes die nationalen- r stunzen auf das Mindestmaß zu beschränken, das tot der nationalen Sicherheit und der Ausführung Her durch eine gemeinsame Aktton notwendig ge- »or denen internationalen Verpflichtungen zu ver­einbaren ist. Sie sind daher hierzu gebührend er* Nächtigt, über folgende Bestimmungen übereinzu- \ fceune«:

Arttkel 1 bestimmt, daß die Protokollverpflich- Mngtn für alle SignatarmLchte bindend

Berlin, -1. Okt. Der Reichskanzlei erklärte einem Redaktionsmitgliede der ,©e»l mania, daß er eine Erweiterung der Regierung»! Koalition unter Zusammenfassung aller Pariere wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte Mmtz,

tern. um Deutschland» finanziellen und wirtschaft­lichen Wiederaufbau zu fördmc«. Die Meinung in der City über diese Frage ist außerordentlich schroff, und die llederzegung gewinnt rasch an Durchschlags­kraft, wonach da» Entgegenkommen, das man frem­den Regierungen, sowie fremden Notenbanken uni Industriekreisen gewährt, die auf dem Londoner Markt Kredite suche«, nicht so großzügig gehandhabt werben solle, wenn man durch diese Kreditgewäh­rung nicht zugleich entsprechende Vorteile für bat englischen Exporthandel zu erreichen vermag.

Rewyork, 1. Okt. Nach einer Meldung au» Chicago sprach die Versammlung der Bankiers de» mittleren Westens, die ein Jahr zuvor gegen euro­päische Kredite war, jetzt dafür aus. George Reynolds, der Vorsitzende bet Continental Eorn- metcial Nationalbank, sagte, bie Lage in Europa habe sich infolge des Dawes-Planes so geänbert, daß bas amerikanische Volk nunmehr bie Kreditwünsche als angemessen betrachte. Die deutsche Anleihe sei hnreichend gesichert und könne mit Aussicht auf Er­folg aufgelegt werde«.

Berlin, 1. Okt. Wie den Blättern mitge­teilt wird, ist die Nachricht, daß der Reichs­kanzler heute bereits die Parteiführer der Deutschnationalen empfangen werde, unridi» tig. Der Reichskanzler wird prorgen die Partei­führer der Regierungsparteien empfangen und in den nächsten Tagen chie Parteiführer der Sozia» bemohraten und der Deutschnationalen.

sk. Berlin, 2. Okt. Die Besprechungen de» Reichskanzlers Dr. Marx mit den Parteien übet die Frage der Regierungserweiterung nehmeq. wie verlautet, heute nachmittag mit einer ftcnfa renz der Führer der Regierungsparteien bei dem Reichskanzler ihren Anfang. Am Freitag sollen die Besprechungen mit den Sozialdemokraten uni am Sonnabend die Besprechungen mit de. Deutschnationalen stattfinden.

üm dir driitzchr Anlridr.

Ausgabekurs 97 Prozent, Verzinsung 7 Prozent.

London, 30. Sept. Zn hiesigen Finanzkreisen verlautet, daß morgen eine Besprechung des Reichs­finanzministers Dr. Luther mit den Vertretern englischer und amerikanischer Banken in London er­folgen wirb. Die Verhandlungen übet die Anleihe sollen soweit gediehen sein, daß der deutsche Reichs- finanzminifter in der Lage ist, seine offizielle Zu- sttmmung zu den Bedingungen zu erteilen, die zwischen den deutschen Unterhändlern unter Füh­rung von Dr. Schacht und den ausländischen Häu­sern ausgearbeitet worben sind. Auf englischer Seite wirb bie Bank von Englanb als wich­tigstes Ausgabeinstitut für bie Anleihe die führende Rolle spielen.

Pari», L Oft. Die deutsch-französischen Ha«- belsvertragsverhanblungen würben heute nachmit­tag nach 3 Uhr mtt einer formellen Sitzung tot Uhrensaal des Ministeriums des Aeußeren eröffnet. Botschafter v. Hösch stellte de» Minifterpräfibenten Herriot, der die Sitzung fettete, bie Mitglieder der deutschen Delegation vor, worauf franzöfischersett» bie Delegation durch den Ministerpräsidenten vor­gestellt mürbe. Ministerpräsident Herriot begrüßte die deutsche Delegation und erklärte in seiner An­sprache, daß er die jetzt beginnenden Verhandlungen als eine weitere tSappe auf dem Wege zum Friede« auffaffe. Botschafter v. Hösch erwiderte darauf und erklärte, daß die Derhcnchlungen deutscherseits mit dem aufrichtigen Wunsche, zu einem Einver­ständnis mit der französischen Regierung zu gelan­gen, geführt würden, in der Hoffnung, daß dadurch die normalen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, insbesondere aber der Warenaustausch, gefördert würde. Rach Beendigung der Sitzung fand eine Unterredung zwischen den beiden Delega­tionsführern Handelsminister Raynaldq und Staatssekretär Trentelenburg statt, um sich über die Arbeitsmethoden zu verständigen.

DK Erweiterung »er Regierung^ koultlion.

Der nächste Schritt.

Die Entschließung des deutschnationa» l e n Vertretertages eröffnet die Bahn für bie Verhandlungen- zwischen dem Reichskanzler und der Deutschnationalen Volkspartei. Sie sier-r in vorsichtiger Weise davon ab, Ansprüche und Min­destforderungen vor aller Oeffentlichkeit zu for­mulieren und damit die Pattei von vorn herein auf bestirnte Richtlinien festzulegen. Natürlich werden trotzdem die Abgeordneten, die zu Unter­händlern ernannt sind, ihre bestimmten InsE i tionen mit den Voraussetzungen vereinbar auf denen das jetzige Kabmett bestehen muM <1* von wird letzlich die Entscheidung abhängen. Drik Deutsche Volkspartei wird voraussichtlich jedes Zugeständnis machen, das mit den Interessen bet augenblicklich einzig möglichen und zweckmäßi­gen Politik vereinbar ist, aber schließlich müssen auch Zentrum und Demokraten nunmehr au» ihrer Reserve heraustreten und genou erkennen lassen, was sie eigentlich wollen. Was bisher vor- lag, ivaren lediglich mehr ober minber private Kunbgebungen der Presse oder einzelner, meist linksgerichteter Abgeordneter. Die Demokraten treten am Dienstag zur Fraktionssitzung zusam­men, von der Seite des Zentrums ist überhaupt noch keine Verlautbarung oder Ankündigung eines Verhandlungstermins erfolgt. Im allfeiti- gen Interesse wäre es wünschenswett, wenn der bisherige fchlepende Gang der Entwicklung ei« wenig beschleunigt würde, damit das Parlament, wenn es am 15. Oktober Zusammentritt, auf jeden Fall eine arbeitsfähige Regierung vor sich sieht und nicht durch eine Fortdauer der Krise in bei Erledigung seiner notwendigen Aufgaben beein- trächtig! wird.

De* Meieifleitpteto betrügt ffc den 10 gefo. Zeilenmillimeter (LOS SoIbmatL Amtliche «d aeieirHae «uetgei 0,10 matt Bei (»wtertgem Satz, sowie b. PlatzoorlchriffenSOft, «»llchlag. 6amme(oejelgea 100% Aufschlag. Reklame» 0,35 Seftm. 2«de* Rabatt gilt al, Barradatt und verfSllt, wenn die Zahlung später al, 5 Tage erfolgt Belege »erden berechnet , ebenso Anrknnst dnrch die Seschäft,stelle und Zufendnnz der Angebote. Erffillun^ort M-rbnrg. 1 (S.-KL = *°fM $»ör

Paris, 1. Ott. Entsprechend der am Ende btt Londoner Konferenz zwischen der deutschen und der ftanzösischen Regierung getroffenen Vereinbarung haben heute in Paris die wirtfchastllchen Verhand­lungen zwischen Deutschland und Frankrei begon­nen. Ministerpräsident Herriot hielt fügende Olnfprache: Die ftanzösische Regierung begrüßt die deutsche s$>clegation. die von dem Staatssekretär im Mirttchaftsminiftettum, Dr. Trendelenburg, geführt wttd, bei ihrer Ankunft in Frantteich. Wir stellen mtt Beftiekllgung fest, baß die deutsche Re­gierung mit ihrer Vertretung durch ihre versönliche Sachkenntnis qualifizierte Persönlichkeiten berufen hat. Frankreich seinerseits hat zur Mitarbeit an Sem zu vollendenden Werk Männer berufen, deren Slsahrung eine sichere Garantie für Me Methoden, mtt der Me Verhandlungen geleitet werden können, ist. Diese Verhandlungen müssen als Me logische Folge der Verhandlungen erscheinen, bie wir jüngst in London zu einem guten Ende geführt haben. Jetzt handett es sich, und das ist die Aufgabe, die Ihnen, meine Herren, gestellt ist, nunmehr darum, wellerzugehen, um zwischen Frantteich und Deutsch­land einen ständigen Austausch zu ermöglichen. D»ese beiden Länder, die starke Industrien haben und unaufhörlich Me Methoden der Wissenschaft entwickeln, leisten sich gegenseitig im Austausch der verschiedenen Erzeugnisse ihres Bodens und ihrer C* duftrie ungeheure Dienste. Diese Beziehungen in brr. Maße wieder herzustellen, daß sie be-bers-itS das Leben etträglicher gestalten, das ist hie Auf­gabe, zu der die beiden Delegationen berufen sind. Ich gebe Ihnen die Versicherung, daß wir auf Seiten der ftanzösischen Unterhändler mit voll­kommenster Aufrichtigkeit und Lohalltät ohne Hin­tergedanken und mit dem Willen, in weitherzigem Sinne Me Schwierigkeiten, die entstehen können, zu Iöf< n, verhandeln werden. Ich glaube sicher zu sein, daß meine Mitarbeiter bei den deutschen Un­terhändlern auf die gleiche Absicht stoßen wer­den. Rur ein gegenseitiger Wille, Billigkeit wal­ten zu lassen, wird eS gestatten, zu einem Ziel zu kommen und die unvermeidllchen Hindernisse zu überwinden. Mögen die gemeinsamen Anstren­gungen Aum Aufsteigen der neuen Zeit beittagen, die die ftanzösische Republlk mit innerster Heber- zeugung herbeisehnt.'

Botschafter v. H o e s ch antwvttete folgender­maßen: Herr Ministerpräsident, Eurer Erzellenz spreche ich für die liebenswürdigen Worte, mit denen Sie die deutsche Delegation begrüßt haben, meinen Dank aus. Ich kann versichern, daß es der ausrichtige Wunsch der deutschen Regierung ist, Me heute beginnenden wirtschaftlichen Vtrhand-