Einzelbild herunterladen
 

SM. = , !>'

W

fit 230 (2. Statt)

Untere Eufttreujcr fm Wellkriege.

Tine zeitgemäße Erinnerung.

J Wehmütige Erinnerung unk» paterlänbifcher Schmerz »ereinen sich mit berechtigtem Stolz, wenn wir in befett Tagen daS Riefenluftschiff L. Z. 126 (auch 33- 2k. III genannt) vor seiner Leberführung nach Amerika auf seinen Probefahrten staunend betrachten: «in Meisterstück an Technik, das alle Erfahrungen auf -em Gebiete deS LuftkreuzerwesenS zur höchsten Vvll-- lommenheit auSgeftaltet hak. Die .Oberhessische Ze.» " tung hat in der Rümmer vom 24. September eine Erinnerung an die allererste Versuchsfahrt Zeppelins tm Juli über dem Bodensee geschildert. Damals hatte te« gewaltige Erfindung Zeppelins noch mit mancherlei Schwierigkeiten, vielen Zweifeln, selbst Mißtrauen zu tämpten Entdeckerschicksall Aber der zähe Wille des elfen, sturmerprobten Grafen überwand alle technischen und finanziellen Hindernisse. Der Siegeslauf seiner Lebensarbeit fetzte sich, über Enttäuschungen und Rück­schläge hinweg, ungehemmt fort, und, als im August 1914 die große Entscheidung des Weltkrieges gekommen war. sah sich bas Deutsche Reich im Lustkreuzerwefen tes die führende Macht.

Bei Kriegsausbruch standen der deutschen Obersten Heeresleitung folgende Luftkreuzer zu Aufklärungs- «nd Kampfzwecken zur Verfügung: Z. VI biS IX, sowie 6.Sachsen" für den westlichen, Z. IV und V, sowie EL. (Schütte-Lanz) II für den östlichen Kriegsschauplatz. Wiese Kreuzer, in Hallen nahe der ReichSgrenze unter* Gebracht, wurden nach Bedarf den Armee-Oberkom- WandoS zum Gebrauch überwiesen. Außerdem besaß tee deutsche Kriegsflotte vier für den Seekrieg gebauie Luftkreuzer, deren Aufgabe es war, für Nordsee und Vstsee den Erkundungsdienst, die Unterstützung der Rriegsschiff-Geschwader beim Seekampf, den Angriff Mittels Bombenabwurf gegen feindliche Flottenteile, WSken und sonstige wichtige Ziele durchzuführen.

Aus diesen verhältnismäßig klein« Anfängen, die Übrigens trotzdem an Zahl wie namentlich an tech­nischer Vollendung und Leistungsfähigkeit unseren Sein* -en von Anfang an wesentlich überlegen gewesen sind, hat sich int Laufe der Kriegsjahre der Luftkreuzer fir den Land- und Seekrieg in geradezu riesenhafter Weise auSgeftaltet. Die Technik aller deutschen Luft- Keuzerwerke stellte sich auf Grund der unmittelbaren Xriegserfahrungen die Aufgabe, die Geltungen 'der Luftkreuzer in Bezug auf Erreichung größerer Höhen, Gesteigerter Geschwindigkeit und Vermehrung der Trag­fähigkeit (Bemannung und Mitnahme der Abwurfmuni- #on» zu heben, um die feindlichen Abwehrmahnahmen « erschweren und die Wirksamkeit der eigenen An* Griffskraft zu vermehren. So stieg zuletzt der Raum­inhalt der Kreuzer bis 55 000 Kubikmeter: Zahl und Stärke der Maschinen wuchsen von 3 mit je 180 Pferde* sträften bis auf 5 mit 240 Pferdekräften-Leistnng an. Die erstrebte größere Leistungsfähigkeit wurde 1917 «reicht: Höhen bis 7000 Meter, in die kein Abwehr- Geschütz hinaufreichte, und Stundengeschwindigkeiten von 10- 1Ö0 Kilometern. Die erste große Leistung war tee höchst wirkungsvolle Anteilnahme des Z. VI (Cöln) en der Eroberung von Lüttich am 5. August 1914. Dann folgten Bombenwürfe auf Antwerpen, Ostende, Malais, Ranch und andere sranzösifche Plätze. Er- D»lg und Eindruck waren überall bedeutend. Im ganzen pihrten dieH eere sluftsch iffe" so lautete Die amtliche Bezeichnung 317 Kriegsfahrten' aus- wvvon 204 erfolgreich, d. h. mit Spreng- oder Brand- Wirkung, vollzogen wurbett. Im weiter« Kriegs* ,-erlauf wurden Paris und die großen Heeres- und Waterialsammlungsstellen Nordfrankreichs, demnächst die Kanalhäsen die lohnendsten Angriffspunkte. Die Mesamtzahl der in den Heeresdienst eingestellten Luft* keujer betrug 50, davon 37 System Zeppelin, 10 ,Schütte-Lanz. 2 Parseval, 1 Marine. Hiervon gingen .verloren durch Abschuß 17, durch Sturm, Brand, Blitz 9.

(Nachdruck verboten.)

Sa« Motoimimt.

Venezianischer Roman von E. von Adlersfeld-Ballestrem.

11. Fortsetzung

v Natürlich hatte er das vvrauSgesehen, und vb- ^ßvohl ihm noch reichlich Zeit blieb bis zum Abgang Zuges, so machte er sich doch gleich d suchte dann die alte Marches- auf, sich darüber verständigte, daß kein

tsiDiltel unangewandt bleiben dürfe zur Rettung Deiner Ehre. Die alte Dam« wollte es zwar Iterrchaus nicht glauben, daß Donna Tema die Tat vollbracht haben sollte, und anfangs nichts davon Shoren, sie in die Angelegenheit hineingezogen zu wissen, aber schließlich konnte sie sich der Einsicht .Nicht entziehen, daß ihres Enkels ganzes künftiges .Leben auf dem Spiele stand, und fügte sich in das ^Unabänderliche mit Trauer und Bitterkeit im Her- tzen. i

i Don Gian unterließ es nicht, sich auch auf dem -8)ahnhof zu erkundigen, ob und wann Donna Tema ^gereist war. Der Schalterbeamte konnte sich aber »Deiner Dame ihrer Beschreibung erinnern, und der Mann «m der Sperre, der zum Frühzuge den Dienst Mehabt, vernetnte eS mit Entschiedenheit, die Sig- 5ioia Prtncipessa gesehen oder zum Bahnsteig zu* Melasse» zu hoben, den« er wohnte ganz in der »ühe des Palazzo Terraferma und kannte dessen Wewohuer zu genau, um sich getäuscht haben Wnnen.

k Gian wußte nicht, was er denken und glauben Ivllte. Sr hielt diese Aussage für sicher und zwei- Mlte keinen Augenblick, baß sie der Wahrheit en-* Wrc.ch, den« der Italiener hat ein geradezu er- HounlicheS Phhsiognomiengedüchtnis. Die Abieise dem Frühzuge war also in der Tat nur eine Mitte gewesen, um aus eine falsche Fährte zu Whren, ltzste sie doch auch die Rätsel, wie Donna

,ves nächsten '-eiseferttg u> Mit der er

Marburg a. 8., Mittwoch, den l. Sktvbor

59. Wrg. 1924

Die Verluste an Besatzungsperfvnal betrugen 52 Sole, kriegsgefangen wurden 21 Mann.

Die deutsche Kriegsffotte verfügte anfangs nur über ein Luftschiff. Allein es wurde mit so großem Eifer gebaut, daß nach und nach 73 »Marineluft- schiffe" eingestellt werden konnten. Sie haben sich in der Seeschlacht vor dem Skagerrak in hervorragender Weise betätigt, großes in der Erkundung, auch in der Feststellung von Seeminen gekeifte:, überhaupt sich überall beim Zusammenwirken mit den Kriegsschiffen bewährt. Die Hauptaufgaben aber lagen in den kühnen Angriffen gegen England. Betroffen wurden vor allem die Riesenstadt und Festung London, sodann die Herstellungsgebiele des englischen Kriegsmaterials Manchester, Nottingham, Parmvuth. Im ganzen kamen 41 Angriffe zu Stande. Nach einer Veröffentlichung der »Times" (London) fanden in der Zeit vom 20. Januar 1915 bis zum 17. Juni 1918 (der letzten Englandfahrt) 51 deutsche Bombenabwürfe an verschie­denen Stellen statt, wodurch etwa 550 Menschen ge­tötet und für eine halbe Milliarde Pfund Sterling Werte vernichtet wurden. Der größte deutsche Angriff auf London und Mittelengland spielte sich durch 12 deutsche Luftschiffe am 20. Oktober 1917 ab, wobei allein 26000 Kilogramm Bomben geworfen wurden. Auf der Rückfahrt geriet dieses Geschwader in einen furchtbaren Sturm: 4 Kreuzer wurden nach Frank­reich getrieben, wo 3 in Feindes Hand gerieten und einer im Mittelmeer verscholl, Leberhaupt waren die Verluste sehr groß: von 73 Schissen gingen 53 somit 72,5 Prozent verloren, während 389 Mann der Besatzungen umkamen, 147 gefangen wurden. Eng­land wehrte sich mächtig durch die Erfindung gewal­tiger Abwehrgeschütze, mehr noch durch schnelle und sehr leistungsfähige Kampfflugzeuge. Gegen Kriegs­ende ergab sich, daß das Kampfflugzeug dem Luft­kreuzer überlegen war, weil letztere zu große, leicht zu treffende Ziele boten. So trat schließlich der 2uft- kreuzer vor den neuesten Erfindungen der Großkampf- Flugzeugtechnik zurück.

Der Versailler Schmachfriede hat Deutschland seiner Luftwaffen leider gänzlich beraubt. Wir hoffen daß die Zeit wiederkehren wird, die uns dieses Kampf­mittel zurückgibt. Dem L. Z. 126. diesem wunderbaren Vertreter deutscher Technik, wünschen wir gute Fahrt nach Amerika, dem wir es im Frondienst übergeben müssen. Es wird drüben ein hehres Zeichen deutscher Geistes» und Schaffenskraft fein. F. 3.

---*---

Marburger ßtMzeitmg.

Marburg, 1. Oktober (Eilbhardt).

* Hessischer Eeschichtsverein. Nahezu 40 Mitglieder trafen am Freitag (26. Sept.) Nachmittag zu einer Wanderung über die Sßein- ftraße «ach-Goßselden. Dort gesellten sich noch einige Herren aus Eokseld-n, Wetter und den übrigen Dörfern hinzu, so daß eine stattliche Kaffeerunde im Gasthof Scheel versammelt war. Herr Staatsarchiv­rat Dr. E u t b i e r hielt einen Borirag über die Geschichte von Goßfelden, der vielen, bisher rn:be- kannten Stoff aus dem Staatsarchiv in Marburg verwertete und demnächst in denOberhess. Blät­tern" abgedruckt werden soll. Nach kurzer Befichti- gung der Kirche unter Führung von Herrn Pfarrer Naumann fuhren die Vereinsmitglieder 6.41 Ubr zurück. Bei gutem Wetter ist Anfang Oftober eine Autofahrt nach Kloster Heina geplant. Näheres wird die Zeitung noch bringen.

* Alexandriner! Am 14. Oktober be­gehen die Bereine des Alexanderbundes den Tag, a ndem vor 110 Jahren das Kaiser Alexander Garde-Grrnvdier-Regiment Rr. 1 geschaffen wurde, durch eine Feier im Marmorsaal des zoologischen Gartens in Berlin. Quartter für auswärtige Ka-

Tenia aus dem Hause gekommen sein sollte, keines­wegs.

Am frühen Morgen des folgenden Tages, dem frühen Morgen der Milchwagen, der Bäckerjungen und der Straßenkehrer, langte Don Gian in Rom an Er fand den Minister seiner wartend, denn er wurde sofort und ohne Meldung in dessen Pri- batkabinett geführt.

Seine Exzellenz, der Conte San Maurizio, war ttotz der frühen Stunde nicht allein. Ja einem Der tiefen Ledersessel, die um den großen Mttleftisch standen, sah ein öfterer Herr mit glattrasiertem Ges'cht und scharfen Zügen, der Don Gian be­kannt vorkam. ohne daß er ihn im Augenblick hätte nennen können. Er erhob sich zwar zu einer leichten Verbeugung beim Eintritt des jungen Dip- low.llten, aber da der Minister es anscheinend ver­gaß die Vorstellung zu übernehmen, so blieb Don Ginn auch vorläufig im Dunkeln über die Persön­lichkeit tiefe# Besuche? zu einer Stunde, d e die mei- sten Leute noch zur Rächt zu rechnen pflegen.

Ah da ist er ja! rief Exzellenz aus, als Gien eingetreten war. Er erhob sich nicht und streckte dem jungen Mann auch nicht die Hand entgegen, was dieser mit Recht als ein ernstes Zeichen seiner Angnade ansah das erste wahr­scheinlich von vielen folgenden. Aber er war ja daraus vorbereitet, daß er sich zu rechtfertigen hatte, sich rechtfertigen mußte, ehe er den Kopf wieder erheben durfte.

Ich habe Ihre höchst erstaunliche und peinliche Mitteilung erhalten, Marchese Terraferma", fuhr der Minister fort, und Don Gian zuckte wieder zusammen, denn bisher hatte fein Chef ihm seinen Titel niemals gegeben. ,Oinö Sie sich der Trag- aeite derselben bewußt?

Voll bewußt, Exzellenz, erwiderte Don Dian heiser vor innerer Erregung.Durch Ihre eigene Infin'ftion, sowie durch meine persönliche Auf­fassung. Vermöge dieser Erkenntnis war ich ge­zwungen, diesem Verdacht Worte zu geben, den ich sonst kaum ausgesprochen haben würde.

meradcn, auch mit ihren Frauen, durch Kamerad Petfchnkat, Berlin SW. 68, Markgrafenstraße 10.

" Einreise in das besetzte Gebt et. Wir werden von unterrichteter Seite darauf aufmerk­sam gemacht, daß es gefährlich ist, ohne polizei­lichen Ausweis das besetzte Gebiet aufzujuchen, da die französische Gendarmerie bei ihren sehr zahlreichen Revisionen, namentlich von Autos, von jedem rhne solchen Ausweis Betroffenen 25 Mk. Strafgeld-einzieht.

* IubiläumSlvtterie. In wenigen Ta­gen, nömljch am 10. Oktober, beginnt die Ziehung 1 .Klosse 24 (250.) Preußisch-Süddeutschen Klas­senlotterie. Der Hauptgewinn 1. Klasse beträgt 100 CCC Goldmark.

------

Aus btt tlmdtetnb.

Ober Walgern, 30. Sept. Zum Bürger­meister unsres Ortes wurde Herr Landwirt Thiele- mann gewählt. In der Nähe unsres Orts ge­riet ein von der Schmelzmühle kommendes Auto in ein Loch, aus dem es nur mit großer Mühe wieder entfernt werden konnte.

Witten.

Grünewalds Umtaufe.

Ein Fund, der archivalisch einen anderen Na­men als den des Mathias Grünewald, Malers von Aschaffenburg, an dessen Stelle setzt, scheint jetzt die Wahrheit über den Maler bringen zu sollen. Statt Grünewald wird man offenbar in Zukunft den Schöpfer des Isenheimer Altars und der Mün­chner Disputation der heiligen Moritz und Eras­mus nennen muffen: Mathias Gothardt-Nichardt. Die Archive von Frankfurt a. M., die der Kunst­historiker W. K. Zülch zu diesem Zwecke durch­forschte, ergaben eine Persönlichkeit, die in ihrer Eigenart bis dahin oanz unbekannt geblieben war, sozusagen eine deutsche Ausgabe der großen italie­nischen Meister. Dieser Gothardt, der auch Nit- hardt genannt wird, stammte aus Würzburg. Er erscheint in den Urkunden in Zusammenhang mit den Orten Seligenstadt und Altkirch im Elsaß, die wenige Meilen von Isenheim liegen, ferner mit Halle, für das der sogenannte Grünewald die fetzt in München bewahrteDisputation malte. So­weit die Urkunden, die Zülch in den letzten Jahren veröffentlichte. Obwohl Geh. Rolfs daraufhin in einem eigenen Buche diesen Gothardt als Grün­wald anfprad), fehlte noch ein schlüssiger Beweis. Nun ist auch dieser da. Die Frankfurter Kunst- Historikerin Thiernan hat in einem Urkunden­funde die Verbindung des Mathias Gothardt mit dem Erzbischof Albrecht, dem Hohenzollernschen Kurfürsten von Mainz, hergestellt. 1516 ist Got- . Hardt schonder Kurfürsten von Mainz Maler und fordert von Albrecht Bezahlung. Nun wissen wir, daß Kurfürst Albrecht mehrere Werke des Grünewald besessen hat, und er selbst ist auf der Münchener Disputation im erzbischöflichen Ornate als Erasmus bargeftellt. Doch müssen mit den Jahren Zerwürfnisse zwischen dem großen Mäzen und feinem Hofmaler vorgefallen sein. Mindestens 10 Iahe stellte Albrecht ihn dem Dürer gleich. Dann kamen die Reformationswirren, und Got­hardt tut die Mainzer Hofkleider in seine Lade, als et städtische Dienste übernimmt. Die Bilder desGrünewald enthalten mehrfach ein Mono­gramm. Es wollte niemals recht auf Grünewald paffen, denn dieser stammte ans Aschaffenburg, und das Monogramm, das auch auf seinem Selbst-

&?rmww'rwiini i y-

Wir werden daraus zurückkommen, fiel der Minister ein.Wiederholen sie jetzt Ihren tele­graphischen Bericht mündlich.

Don Gian schöpfte tief Atem und trat eine Schritt näher, indem et den Fremden anscch. der (nltblüfig ein Notizbuch hervorzog und offen vor sich hinlegte.

Der Herr Doftvr ist eingeweiht, sagte der Minister, den Blick auffangend.Wenn einer dies Mysterium, wie Sie es etwas konfus schildern, lösen, das verlorene Dokument zurückbringea kann, so ist er es. Er hat die Güte gehabt, diesen Fall zu übernehmen. Sie möglicherweise von einer schweren Anklage zu reinigen. Sercaferma. Sie werden daher gut tun, etwaige Fragen des Herrn rückhaltlos zu beantworten!

Jetzt begriff Don Gian: es hatte ihm jemand einmal diesen Mann genannt und gezeigt als einen in Rom wohnenden deutschen Genilemann- Detektiv, der schon viele scheinbar hoffnungslose Fälle gelöst, manchem Verzweifelten die Hoffnung und das Leben wiedergegeben hatte. And gleich-- »eitig hörte Don Gian in dem diesmal fvrtgelas- senen Titel vor seinem Namen und in einem viel­st icht nur seinem empfindlichen Ohr bemerkbaren Anterton in der Anrede feines Chefs etwas heraus, das feine Lebensgeister wieder erfrischte- er hielt ihn nicht für einen Landesverräter, nicht für einen lästigen Beamten, sondern er glaubte an ihn. Eine reichte Röte stieg bei diesem Gedanken in sein blas­ses, übernächtigtes Gesicht, und ein dankbarer Blick leuchtete aus seinen Augen.

Windmüller, murmelte der Fremde, sich selbst vmstellcnd und dann plötzlich scharf aukblickend luhr er mit dem leisen, klaren Tonfall des Ge­bildeten fort:Herr Marchese, es sind vierund» zwanzig Standen, vielleicht 30 schon über dem Ver- schwinden ls?s Dokuments vergangen Zeil ge­nug, um seine Wiedererlangung unmöglich zu machen. Sie dürfen von mir keine Zrubelkünste erwarten, sondern nur die Möglichkeiten eines für solche Dinge geschulten Kopses. Wollen Sie, bitte, Ihre Erfahrungen von Anfang aa erzählen, auch

bilbniffe erscheint, enthält außer dem M und G eie N. Den Geburtsort kann das nicht bedeuten, bene ! der Maler Mathias, der einige Male in Aschaffen­burger Urkunden vorkommt, war von dorther ge­bürtig. Alles würde sich lösen, wenn das Mono­gramm bedeutete: Mathias Gothardt-Nithardt.

Gold liegt in den Straßen Australiens.

Hier hat es sich mit geringfügiger Verände­rung bewahrheitet, daß das Gold auf den Stra­ßen liegt. In der australischen Stadt Melbourne wurden bei der Legung von Gasrohren Goldlager in den Straßen entdeckt. In ihrer freien Zeit be. fchäftigten sich nun die Erdarbeiter mit dem Gold* suchen und sollen schon eine ansehnliche Menge von Goldklumpen zusammengetragen Haden.

Billige Diamanten.

Augenblicklich sind in Rußland Diamanten seh» billig zu haben. Man kann bereits für 100. Dollar fehlerlose Steine von 1 Karat Gewicht er­stehen, gebliche aber schon für 50 Dollar. Die 5Ber- Käufer sind meist Mitglieder der verarmten zaristi. schen Aristokratie. Dazu kommt noch, daß die Ausfuhr nach dem Auslande mit ungeheueren Schwierigkeiten verknüpft sind, weil die Regie, rung den Export von Juwelen sehr streng bestraft.

^Berliner Börsen-Kurszettel

EeschLftrgang: fest.

29.9. 30.9. 29.9. 33.9.

Billionen Prozent

Drmamit Nobel Sibert. Farben

9,6 15,625

8,7

15,878

e>avciq 'rrnrhb. 91oeb

27,5

4,8

27,25

4,9

Silchlter Ttarbm. «äln-Pottweil.

15

8,375

15,5

18,75

,n*tlin.fianbfsa.

25,5

26,1

OberW. Rofsro.

42

41,5

rromm.-u.Priob.

4,75

4,875

D. Riedel

4,4

4,5

T'Arm fr. Ban?

9,4

9,4

«*eibemanb«t

20,5

5~eu*r*e Pank

10,5

10,625

«eia. Elektt.-.

8,2

8,25

'T'i5ont.» Stimm.

12,25

12,6

*-r»mann El.

12,75

12.5

t'resbnet Bank

6,875

7

El. Licht u.Krast

7,7

7,8

10,?">

11,25

OrIten & Euill.

23,25

23,5

r ii ^.Lnxemb B.

51,75

41,75

Mel. t.el. Untern.

13,5

13,5

^rraro.

53,5

55

Saniert El.

39

40.25

e>iro. Bcradau

78,25

71,9

6t em. & palrke

46,75

46,5

18

19,1

Eörl. Waäaon

3,6

IN- 'Fraunfohlc

1\5

15,6

Linke & 5>osm.

12

11,7z

^n'fctolttet Bw.

24,9

25,9

Rdlerwerle

2,2

2^3

ä!ä!knn-'M«rk«

39,25

38, 5

Perl -Karlsr. I.

65,25

68,75

oaurnfitte

5,75

6,125

L. Löwe & Eo.

56,9

59,75

Mannesmann

39

40,5

Orenll.<^ Kappel

16,875

17

10,3

10,7o

kiirfch, Kupfer

19

19,2

E iirn-Ind.

11,5

11,5

Rdein. Metall«.

7,6

8

Phönix SRernbau

41,5

41,5

Rordd. Mollk.

43

45

34,75

34,75

Stöhr. Kammg.

37,5

40

dünnes Nieb°ck

37,25

Kahlbaum

17,8

18,2,

Vn nbad). fyütte

1 ,125

17,8

Ebarl'ttb. Wass.

22,625

53,75.

TU*. tkaNmerke

48,75

48

Dt. Btl.-Teleqr.

19,5

19.5

A.»^. ff r Anitin

14,9

15

Schuitn.PatzenY.

21

21,7

Vnalo-Tont.-l^.

11

11,5

Dtich. Erdöl

35,875]

37,9

Dadiiche Anilin

18

18,75

Dts 5. Petroleum

15,5

16,75

^ Weitere Kursmeldungen :

Milliarden

Oesterr. Kr.*A.

0,3

0,3

Prozent

Wiener Santo.

0,225

0,22$

rVI, Rcichsanl.

561

680

Plamond

15,25

15.5

4°lo

SCO

1'50

Otanl M u. E.

22,9

22.68

-Vio

825

10ll0

Barmer Santo.

1.6

1,62»

3°,r

1450

1500

Mitteld.Ered.B.

1.625

1,7

T. Zwanysanl.

13.5

15,8

0-rf.M.Pok.LW.

3,1

3

Eckutz ieb.-Ant.

6750

7750

Hohmann, Pb.

5

5,2

Spar- Nr.-Anl.

410

550

Kali«. Aschersl.

14,9

15

4% Preutz.Kons.

CflO

1040

ßabmetjer & Eo.

8,5

12.5

S(8clo

1025

1250

Mansfeld. A-D.

3,6

3,9

925

1150

Peters Union

1,4

1,3

Billionen

Riittaerswerte

16,25

17,25

Prozent

Stettin. Sultan

15,375

15,8

4'/cklng.St.-R.14

5,3

5,875

R. Stock & Eie.

3,3

3,4

4CI, Uni. Eoldr.

7.6

8,1

$e-, D. Nickel«.

22,25

22375

4%, Kron.

£125

1,875

Soiit & Haffner

1,3

i,Ni

Anatolier H

7

7,125

Welterreaeln

17,5

18^5

Bagdad II

9,25

10

Zellstoff Waldh.

9

9r5

Verantwortlich f. d. Schriftlejtung: Hanns Georg Licht. Für den örtlichen und Provinz. Teil: Wilhelm Wißner. III!! ! MTRITT

Nicht übergehen was Ihnen vor Ihrer Ankunft iw Venedig ausgefallen oder nachttäglich .'ingefalleik ist. Sind Sie sicher, daß das Dokument noch ie Ihrem Besitze war, als sie in Venedig eintrafen?*- Ganz sicher, erwiderte Don Gian ohne Zögern. Ich habe mich davon noch überzeugt, als ick in der Gondel nach meinem Hause fuhr. Ich hatte, das Abteil gen; allein für mich, hab; mir das Essen aus dem Speisewagen bringen lassen und keinen Augen­blick geschlafen. Ich habe auch keinen Wein ge­trunken, sondern nur Mineralwasser, dessen Flasch« der Kellner vor meinen Augen geöffnet hat. Ich habe mich von dem Vorhandensein des Dokumente in seinem versiegelten Umschläge in der inneren, zugeknöpften Tasche meiner Weste überzeugt, als ichst mein Zimmer für die Nacht betrat, und war entschlossen, diese wachend zuzubringen -

Gut. Fangen Sie jetzt mit Ihrer Ankunft in (Venedig an, unterbrach ihn Doktor Wind» müder mit dem kurzen Ton eines Menschen, der es gewohnt Ist, zu befehlen und seine Wünsche geltend zu machen. Don Gian hatte etwas bei diesem Ton hinunterzuschlucken, denn dieser Mann war dock schließlich nicht fein Vorgesetzter; aber Don Gian war ein Mensch, der Selbstbeherrschung gelernt hatte, und überdies vernünftig genug, um sofort zu begreifen, baß der Mann dort genau fo einschneidend seine Interessen bertreten wollte und konnte wie die des Staates, der der erste Leid- ttagende in dieser furchtbaren Sache war. Er überwand daher, so schnell wie sie gekommen, die Auflehnung gegen den Kommandoton des fremden Aolhelfers und begann seine Erzählung, die nur ein paarmal durch dazwischengeworfene Fragen Doktor Windmüllers unterbrochen wurde.

(Fortsetzung folgt)

RäanefeldtsTee

: A A> aromatkciiuüdautgisbig,billig loVerbrauch

: Niederlage In allen Stadtteil*!