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-ir.228 ' Marburg tu 8., Montag, dm 29. SAembrr ». Sahrg. 1921

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Anzeiger für (das früher hirhtfjfftbe) SberhMn - AmtiiKes AerkünbioumZblaN des «reifes Marburg

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Eine bedeutsame Rede des deutschen Außenministers.

Berlin, 27. Sept. Stresemann hielt heute in einer Versammlung der Deutschen Volks- mrtei im Bliithnersaal in Berlin eine Rede, in bei h u. a. aussührte, die -deutsche Außenpolitik se 'charakterisiert durch das Zustandekommen der Eonboner Abmachungen. Es sei Vieles nicht er­reicht worden, aber man solle demgegenüber die ßauptgesichtspunkte der neuen Lage doch nicht ge­ring einschätzen.

Die Verhandlungen wegen der Anleihe seien nach manchen Schwierigkeiten soweit gefördert, haß voraussichtlich in der nächsten Woche die Ent­scheidung zu erwarten sei. Die Beteiligung von Zehntausenden von Zeichnern in den Vereinigten Staaten und in England sei ein nicht zu unter­schätzendes Moment für das damit festgelegte Jn- kresse an einer gesicherten Entwicklurm der beut» Jchen Wirtschaft. Die Räumung bes Ruhrgebiets ti eingeleitet, die Räumung des Sanktionsgebie­ts sei zugesagt und von erheblich politischer vnd moralischer Bedeutung seien die Er­klärungen, die die englische Regierung in beiden gölten abgegeben habe. Deutschland erleide ande­rerseits eine weitgehende Einschrän­kung seiner Souveränität inbezug au hie Reichsbahn und die Reichsbank. Entscheidend Pi aber vor allem die Entspannung der Meltpolitschen Lage, die auch dazu führen fcürfte, daß die Verhandlungen wegen industrieller Kredite für die deutsche Wirtschaft erfolgreich fein

Könnten.

i Bedeutsam sei für die deutsche Entwicklung fand) das Aufhören der Bestimmungen des Ver- PMer Vertrags über die einseitige Meistbe- Wustigung gegenüber Deutschlands. Es beginne feine Aera der Handelsvertragsverhandlungen mit den verschiedensten Ländern. Für Deutschland Mrd es darauf ankommen, die Idee der Meistbe- vünstigung auf der Grundlage eines maßvol­len deutschen Zollschutzes durchzuführen. Ten Wünschen mancher Interessenten aus eine an- tz-messene Erhöhung der Zölle könne im Staats» imb Wirtschaftsinteresse nicht nachgegeben werden, benn die deutsche Wirtschaft sei daran interessiert, gerade wegen der Verpflichtungen Deutschlands. Kit allen Mitteln auf die Hebung des Exports Hnzuarbeiten.

# Der Minister gab dann der Hoffnung Ausdruck, Daß sich' dem Aufhören der einseitigen Meistbe- ninftigung auch das Aufhören anderer Beschrän- fctngen Deutschlands anschließe. Wenn man von Deutschland verlange, daß es die Fahrt für fremde Luftschiffe freigebe, dann müsse man ihm auch ent» tzegenkommen inbezug auf die Entwicklung verdeutfchenFlugzeuge.die heute künst­lich hintan gehalten werde. Was Deutschland auf diesem Gebiet zu leisten vermöge, beweise die Großtat des neuen Zeppelin, auf die bas deutsche Volk mit Stolz bliche. Deutschlanb lasse das größte unb erfolgreichste Zeppelinschiff bet JESelt bauen, das ber Menschheitsentwicklung neue Lege weist unb soll bann gezwungen werden, xustschiffhallen niederzureißen. Das sei ber Seist von Versailles» gegen ben Deutschlanbsich wenbe unbgegenben sich mit ihm bie zivilisierte Welt mindestens in dieser Frage einmütig toe n b e n sollte.

Man habe bie Lonboner Abmachungen in Zu- «umnenhang gebracht mit ber Stellung Deutsch- ßsnds zu ben Genfer Verhanblungen bes Dölker- vimdes. Vor ber Lösung ber Reparationssrage, o habe insbesonbere Herriot ausgeführt, würbe )er Eintritt Deutschlanbs auf Schwierigkeiten ge- totzen haben. Infolgebessen war es logisch unb olgerichtig, daß auch in Englanb bie Völkerbunds- rage nicht erörtert worben sei. Es fei tief be»

: säuerlich, daß anläßlich des Mißverständnisses Pbet bie Unterhaltung mit bem um bie deutsche Ead;e hochverdienten Lord Varmoor ein Heil der deutschen Presse es wagte, die deutschen Delegierten der Un- Wahrhaftigkeit zu zeihen. Inzwischen habe Lord Parmoor in chevaleresker Weise Mitteilen lassen, daß er keinen Zweifel daran habe, daß die Darlegungen des deutschen Außenmini- tters durchaus den Tatsachen entsprächen, eine Er­klärung, für die man bem verdienten Führer ber Englischen Delegation beim Völkerbunb nur bank- var fein könne.

& Im übrigen fei bie Stellung der Mächte gegen­über Deutschlands gekennzeichnet durch die Auf­forderung MaeDonaldsin Genf bezüglich des Eintritte Deutschland» in den Völkerbund. Die deutsche Regierung könne dem englischen Mini- herpräfibenten für die Worte, bie er bei biefer Ge­legenheit gegenüber Deutschland und gegenüber wanchen anderen brennenden Froaen der Gegen- wart gefunden habe, nur dankbar sein. Die Frage »es Beitritt» Deutfchland» zum Döl- A e r b u n b fei von so »infchneidender Be­deutung, baß sie naturgemäß nur nach der Vor- Nähme gründlicher Untersuchung ber ßuropäifchen Lage erfolgen könne. Die Art unb Meise, wie manche Blätter auf ben sof or­igen bedingungslosen Eintritt Deutschland» gedrängt haben, entsprächen in «einer Weise den deutschen Interes- f < n. Für die Erwägungen der beutschen Reichs- *e£ierung käme in Betracht, daß dem Völkerbund bedeutsame Aufgaben gegeben seien, bie spezielle *eile be» deutschen Volke» beträfen. Millio- ?cn von Deutschen seien vom Vater- »ande Iosaltritfen und lebten in fremden

Staaten, teils unter fremder Bedrückung, teils in neugebitbeten Staatswesen, auf bie ber Völker­bunb Einfluß habe. Der Kampf für bie Rechte biefer beutschen Minberheit, ber Kampf für bie rechtlichen Verhältnisse im Saargebiet unb bar« über hinaus bie großen Fragen ber Militär- Kontrolle, ber allgemeinen Abrüstung unb bie schiebsgerichtlichen Fragen feien Dinge, die auch bie Lebensinteressen Deutschlands berührten. Wenn Deutschland bie Möglich­keit gegeben sei, ohne Aufgabe feiner grunbsätz- lichen außenpolitischen Einstellung im Völkerbunb mitzuwirken, so sei bie Frage bes Beitritts nicht eine Parteifrage, fonbern eine Frage, bie kühl unb nüchtern vom deutschen Standpunkt abgewogen werden müsse. Die Zeitungsnachrichten von hefti­gen Kämpfen über diese Frage im Reichskabinett seien von Anfang bis zu Ende erfunden. Strefe« mann betonte, er habe selten einmütigere Sitzun­gen erlebt, als bie beibcn Sitzungen, in denen sich bas Reichskabinett mit dieser Frage beschäftigte. Man fei sich einig darüber gewesen, baß Deutsch­land bereit fei, bem Völkerbund bei 5 u t r e t en , wenn ihm völlige Gleich­berechtigung neben den anderen Großmächten gewährleistet würde. Die deutsche Regierung habe ihre Auffassung in einem Memoranbum niebergelegt, das den am Völkerbundsrat beteiligten Regierungen über­geben werde, von bereit Antwort die endgültige beutsche Stellungnahme abhänge, eine Stellung­nahme, von der der Minister aber hofft, daß sie zur Bejahung ber Mitarbeit im Völkerbund füh­ren werde.

In ber inneren Politik stehe bie Frage ber Regierungsumbildung im Vordergrund des Interesses. Die Erklärung ber Reichstagsfrak­tion ber Deutschen Volkspartei kennzeichneten bereit Auffassung, die mit ber Idee bes Vürger- blocks nichts zu tun habe. Die Deutsche Volks- Partei arbeite noch heute in Preußen und Sachsen mit ber Sozialdemokratie zusammen und werde sich nicht dahin drängen taffen, dieses Zusammenarbei­ten grundsätzlich abzulehnen. Die Bewälti­gung ber großen Probleme erfordere blefe Zusammenarbeit. Es dürfe nicht verkannt werben, bah die Forderung der Deutsch- nationalen nicht dieselben feien wie bie, die sie kurz nach bem errungenen Wahlsieg erhoben haben. Es sei jetzt doch zwischen einer großen Anzahl Mit­glieder der deutschnationalen Reichstagsfraktion unb ber Regierungsparteien eine Mebereinftimmung er­folgt über die Notwendigkeit ber Annahme des Sachverständigengutachtens. Die Tatsache der An­nahme des Gutachtens fei die Grundlage der heu­tigen Außenpolitik. Stelle sich die deutschnationale Vvlkspartei auf ben Boden dieser Tatsache, so fei es falsch, sie von ber Mitwirkung an den Re- glerungsgeschäften auszuschließen. Diese Mitwir­kung fei wünschenswert zur Konsolidierung ber innrrpolitifchen Verhältnisse. Da, wo die Deutsch- nationale Partei in einzelnen Ländern am Staat mitwirkt. wie es z. B. in Bayern und Würt­temberg ber Fall ist, hat bie Regierungspolitik gerade in ben großen außenpolitischen Entschei­dungen nicht Befehdung, sondern Unterstüt­zung erfahren. Für Oie Innen- unb Außenpoli­tik ist beshalb bie Mitwirkung unb Mitderant- wvrtu ng ber Deutschnationalen ersprieß­licher als das Hinabstoßen ber Deutfchnalwnalen in eine dann wohl eintretende hemmungslose Oppo- ition.

Die Politik ber Deutschen Volkspartei, die in immer weiteren Kreisen Verständnis finde, fei die Idee der realen Macht nach außen und bie Mit­wirkung weitester Kreise des Volkes am Staat nach innen. Falsch fei es, wenn Herriot glaube, Deutsch­land innerpolitische Ratschläge geben zu müssen und verlange, daß es sich lossage vom alten Deutsch­land. Deutschland wolle nicht diesen bewußten Gegensatz zwischen altem und neuem Deutschland.

Herriot und die deutsche Demokratie.

Qu. Berlin, 29. Sept. In Berliner Regie- rungskreifen werden bie Steuerungen, die der rcmzösische Ministerpräsident Herriot dem Ver- reter be»Vorwärts" gegenüber über bie Lage in Deutschland gemacht hat, sehr abfällig beurteilt. Man sieht in ber Erklärung Herriots eine Ein­mischung in bie innerpolitischen Verhältnisse Deutschlanbs, bie ihren Zweck bei ben beutschen Parteien durchaus verfehlen müssen. Wenn Her­riot glaubt, ber beutfdjen Demokratie baburch zu nützen, baß er sie aufforbert, von denjenigen Par­teien, bie nach feiner Ansicht republikseinblich eien, energisch abzurücken, so erweise er ihr ba= >urd) einen schlechten Dienst. Gerabe in biefem Zeitpunkt, wo die Frage ber Regierungsumbilbung auf uet Tagesordnung stünde, belaste Herriot bie reutsche Demokratie in einer Weife, bie ihre Außenpolitik nicht fördern könne. Zu diesem Zeitpunkt fei äußerste Zurückhaltung von amt­licher französischer Seite geboten gewesen. Der Reichskanzler habe ebenfalls die Steuerungen Herriots als wenig taktvoll angebracht empfun­den, umsomehr, als zu erwarten stände, daß sie von ben Rechtsparteien ausgiebig gegen bie bis­herige Politik ber Reichsregisrung ausgenutzt,

werben würde. (Wir hatten die Aeußerungen Herriot» bereit» am Samstag in diesem Sinne kommentiert. D. Red.)

können, die nach den Informationen der Reichs, regierung zur Auflegung der Anleihe in der zwei ten Hälfte des Monats Oktober führen dürsten, i

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Die Aussichten der deutsch-französischen Wirt- schaftsverhandlungen.

Qu. Berlin, 29. Sept. Die beutsche Delega­tion, bie mit ber Führung ber Wirtschaftsverhand­lungen mit Frankreich beauftragt ist, wird nun­mehr Berlin verlassen, um sich nach Paris zu be­geben. Wie wir aus dem Auswärtigen Amt er­fahren, hält man deutscherseits bie Aussichten einer Verständigung mit Frankreich hinsichtlich des abzuschließenden Handelsvertrages nicht für ungünstig. Man ist der Meinung, bah bie fran­zösische Regierung aus praktischen Grünben von selbst auf bie Durchführung ber fechsunbzwanzig- prozentigen Ausfuhrabgabe verzichten wirb unb baß sich eine Basis der Verstänbigung finben las­sen bürste. Die beutsche Delegation wirb ein groß­zügiges Programm mitnehmen, bas ein weites Felb ber deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehun­gen bietet unb wichtige Vorteile für Frankreich enthält. Wir glauben zu wissen, baß bie beutsche Regierung bem französischen Export nur in dem Falle bas Meistbegünstigungsrecht zugestehen wird, wenn Deutschlanb von Frankreich bie gleiche Behandlung erfährt. Man nimmt an, baß die deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen einen starken Einfluß auf den Gang der 'Verhand­lungen mit England nehmen werden, die bekannt; li-'"gegenwärtig auf einem toten Punkt angelangt sind.

Die BramtsNgehälter.

Berlin, 27. Sept. Der Reichsminister der Finanzen empfing am Freitag Vormittag die Vertreter der Spitzenvrganifationen. bie we­gen einer Erhöhung der Bezüge der Be­amten und Angestellten vorstellig wurden. Nach eingehender Erörterung der Lage der Be­amten und Angestellten, der allgemeinen Wirt- fckasts- und Finanzlage des Reichs sowie aller übrigen in Betracht kommenden Verhältnisse konnte^der Reichsfinanzminister bei voller Würdi­gung der Ausführungen der Organifailonsvertreter zur Zeit eine Erfüllung ber vorgetragenen Wün­sche. nicht in Aussicht stellen. .Insbesondere würde zu einer Zeil, wo von der Reichsregierung auf allen Gebieten ein Preisabbau erstrebt, bie Um­satzsteuer und die Eisenbahntarife herabgesetzt, die Kohlenpreise und die Bankprovisionen ermäßigt, würden, eine Erhöhung der Beamtenbezüge die­sem Bestreben geradezu entgegenwirken Es fei auch eine wirtschaftliche und slnanzielle Anmöglichkeit, auf der einen Seite die Ein­nahmen des Reichs durch die Herabsetzung ber Umsatzsteuer und der Eisenbahntarife zu ver­ringern und auf der anderen Seite durch Gehalts­erhöhungen die Ausgaben zu vermehren. Schließ­lich dürsten unmittelbar vor Aufnahme der Tätig­keit ber demnächst zu errichtenden Goldnotenbank keine Maßnahmen getroffen werden, deren Rück­wirkung auf. die endgültige Goldwährung sich nicht übersehen lasse.

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Bsn ösr KZyaMsnskommWsn.

Paris, 28. Sept. Die Reparationskommission hat, wie derTemps" meldet, nach teilweise sehr stürmischen Verhandlungen sich über das Ersparnis- Programm, dessen Durchführung nach Angabe des Generals Dawes sich als notwendig erwies, ge­einigt. Die Kommission, die bis jetzt Unterhal­tungskosten von 600 000 Eoldniark monatlich von Deutschland in Anspruch genommen Hai, will sich von nun an mit 300 000 Eoldmark begnügen. Um diesen Zweck zu erreichen, ist nach dem .Marin" a. bestimmt worden: Der Garantieausschrch wird auf­gelöst. Die finanziellen sowie die juristischen Sach­verständigen unb ber Nachrichtendienst werden eben­falls beseitigt. Die Personalabteilung wird eni- lassen und das Eeneralsekretariat in seinem Per- onalbestand wesentlich verringert. _ In den ein­zelnen in der Reparationskommisston vertretenen Delegationen wird nur noch der zweite Delegierte anwesend sein und demgemäß bezahlt werden. Die Reform soll bis zum 31. Dezember durchgeführt sein.

Die zweite Feststellung der Rcpko.

Qu. Berlin, 29. Sept. Am 5. Oktober wirb bie Reparationskommission bie zweite Feststellung hinsichtlich ber Durchführung ber Lonboner Ab­machungen zu machen haben. Bis zu diesem Ter­min muß bie Uebergabe ber Reichsbahnen an bie neue Reichsbahngesellschaft unb bie Errichtung ber neuen beutschen Golbnotenbank vollzogen sein. Wie wir hören, ist bie Durchführung ber Gesetze über bie Reichsbahnen unb über bie neue deutsche , Golbnotenbank in einem für Deutschlanb befriedi- ; genben Sinne geregelt. In ben Berliner Regie- rungskreisen stellt man fest, daß bie bebenklich- l ten Gefahren einer Benachteiligung Deutschlanbs 1 vermieden werden könnten. Insbesoabere betont s man bie wichtige Tatsache, daß bei der Ernennung ber Verwaltungsratsmitglieder ber neuen Reichs- j bahngesellsckaft bie beutschen Interessen volle Be­rücksichtigung gefunben haben unb baß von ber Berufung des Schweizer Bankiers Dubois, durch die die deutsche Dreiviertel-Mehrheit im Ver­waltungsrat gebrochen worden wäre, Abstand ge­nommen wurde. Rach ber Durchführung ber zwei- i ten Feststellung ber Repko werden nunmehr die ! Aulecheverhanolungen zu Ende geführt werden t

Die

"Berit», 27. Sept. Heute fand die erste 6it» , zung des Verwaltungsrats ber deutsche» > Reichsbahngesellfchaft statt, an der die von der Reichsregierung ernannten Mitglieder teil« ' nahmen; Präsident Münchrneher m-r am Erschein 1 neu verhindert.

Von bem OrganifationSkvmicke der Deut« ; scheu Reichsbahngesellfchaft begrüßte das Mitglied [ des Organisationskomitees. Staatssekretär Vogt, die . Anwesenden. Als Alterspräsident Übernahm Geh. > Kommerzienrat Arnhvld den Vorsitz der Versamm« - lung, die zum Präsidenten des VerwaltungSrateS = einstimmig Dr. v. Siemens, zum ersten Vize« s Präsidenten Staatssekretär ©fielet und zum : zweiten Vizepräsidenten Herrn W. A k w o r t h 1 wählte. Nach Erledigung weiterer geschäftlicher ( Formalitäten schritt man zur Wahl des Gene- i raldirektvrs. Die Wahl fiel einstimmig auf ! den ReichsverkeyrSminister. Generaldirektor des! i UnternehmensDeutsche Reichsbahn". Oes er. t Der Reichspräsident bestätigte die Wahl. Der 6a< : zung gemäß wählte der Verwaltungsrat den ve.-> : manenten Ausschuß, der sich aus Dr. v. Siemens, Staatssekretär Stielet. Sir Akworch, Staatssekre­tär Bergmann, Staatssekrkfär Fischer und dem Geh. Kommerzienrat Arnhold zuscnillssensetzt.

nächste Sitzung findet am 1. Oktober ssirft-

Berlin, 27. Sept. Nach einer BehaupiN.1^ derRoten Fahne" soll ein PersonalordnungSent- wurs der Reichsbahngesellschost be Be­amten zu Privatangestellten mit Vierzehntägigei Kündigung machen. Wie die Blätter erfahren, ist diese Behauptung unwahr. Die Deichsbahn­beamten bleiben lebenslänglich angestellt, wenn fit es bisher schon waren. Neue Beamte werden nach ben gleichen Grundsätzen wie bisher, also in der Regel lebenslänglich, angestellt. Nur bisher schon kündbare Beamte können auch künftig auf Kündigung enttoffen werden, doch beträgt die Kün» digungssrist mindestens einen Monat.

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Nom L l. 126.

Berlin, 27. Sept. Blättermeldungen aus Friedrichshafen zufolge haben sich nach einer offi­ziellen Mitteilung der Luftschiffleitung die Motoren und sänttliche Einrichtungen des L. Z. 126 auf der großen Probefahrt glänzend bewährt. Zur Klar- machung des Schiffes für die Ueberfahrt nach Ame­rika wird die gesamte Außenhülle nochmals genar nachgesehen. Außerdem wird einer ber Motorer vollständig auseinanbergenompten und wieder zu­sammengesetzt. Die Arbeiten nehmen etwa 61 Tage in Anspruch, so daß das Schiff von Sonntat in 8 Tagen an fahrtfertig sein wird. Der genau Termin der Ueberfahrt wird lediglich von den ein laufenden Witterungsberichten abhängen.

Friedrichshafen, 27. Sept. Bei der zwei tägigen Probefahrt bes L. Z. 126 fanden ausgiebig- Erprobungen des von der Telefunkengesellschaft ffii drahtlose Telegraphie für diesen Sonderzweck eigen, konstruierten Bordpeilers statt. Das Gerät bezweckt dem Schiff jederzeit durch bie Vornahme sogen. Peilungen die Ermittlung bes genauen Schiffs, kurses zu gestatten unb zwar werben hier zum Unterschied von den bei ber Seefahrt üblichen Peilungen auf kurze (Entfernungen solche auf Distanzen von 500600 Kim. zugrunde gelegt. So mu'ben u. a. angepeilt; bie Postsender von Königs. bc-.a, Stettin, Breslau, Berlin, Hannover, Frank­furt a. M., Leipzig, sowie sie Marinestationen oo» Friedrichsort und Norddeich. Die Ergebnisse bei Versuche, bie rechnerisch noch bem Verfahren Prof Wedemeyers ausgeführi wurden, befriedigte bii Schiffsführung in hohem Maße. Vorgeführt wur- den ferner Zielfahrten, bei betten das Schiff mit bestem Erfolge durch Einwirken des am Bordpeiler hörenden Funroearnlen auf den zu ftuernben Kuri gelegt und auf ihn gehalten wurde. Besonders die» letztere Verfahren dürfte dem Luftschiff bei ber in der kommenden Woche geplanten Uebersührung nach seinem Bestimmungsort jenseits bes Ozeans bei sich.''-.n Ansteuern der amerikanischen Küste sehr von R,:hen sein. Auch dir sonftioen funktechnischen Einrichtungen des Luftschiffe« traten sowohl in tele­phonischer als auch trleg, aphllcher Hinsicht in Wirk­samkeit unb »rwie'sn sich als in jeder Hinsicht zweck­entsprechend und hohe Sri-hingen verbürgend.

Berlin, 27. Sept. Wie bie Blätter aus New, pork melben, hat das Marineministrrium ber Ver­einigten Staaten nach dem (Empfang der Meldung, daß das Luftschiff L. Z. 126 bereit ist, in etwa einer Woche zum Fluge nach Amerika aufzusteigen, meh. reren Kriegsschiffen bie Weisung erteilt, auf bet Route des Luftschiffes zu kreuzen und bem Luftschiff nötigenfalls Hilfe zu leisten. Eins der Kriegs­schiffe trägt einen Mast, bet so eingerichtet ist, daß bas Luftschiff baran anfern kann.

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Som Völkerbund.

Genf, 27. Sept. Die hiesigen Tertreter ber frühe­ren georgischen Nationalverkammlnng Tschen« teli unb Chavehwilly richteten namenS ber g»> orgischen Nationalregierung ein« Not« an ben Völker-