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Nr. 224 (2. Aalt»

Marburg a. L, Millwech, »en 24. September

59. Sabrg. 1924

Magistrat ge-

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:p?br.

Marburg, den 20. September 1924.

350

Der komm, Landrat. I.A.: Bleek.

Mit dieser Regelung hofft man au erreichen, daß

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tdlüschisfer aus der Verbdkduirgsbrücke »mischen Gondeln hin und her eilen. Da fallen die zwei

Voranschläge und anderes.

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dem Magistrat man sehr ein-

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bet Feststellung des Haushaltsplans für die Armenkasse und die Stadtfürsorgekafle (ordentliche Ver­waltung) in 1924 war man einverstanden.

Zur Neufeststellung des Voranschlags für die auher-

!lm 8 Ubr 20 Minuten macht der Ballon mit seiner Spitze wieder eine energische Drehung seeeinwärts, falt aber gleichzeitig ziemlich rasch erwa 400 Meter crt Damvfschifsstege Jmmemstadt entfernt auf dem badischen Gebiete zum See ab. Man sieht, wie die

in 3? ;ort p.

Schönstadt, den 5 September 1924.

Die WegeooMeibebörde. Henseling, Vürgermeiste'

Die Müll- und Kanalgebühren.

Es bandelt sich um Nachträge zur Ordnung betr. Erhebung von Beiträgen zu den Kosten der Kanali- und zum Ortsstatut betr. die Einrichtung einer Muvabfuhranftalt, -

Durch Beschlüsie aus dem Avril d.Js. war festge­setzt worden, daß die Müllgebühr und die Kanalbe- nutzungsgebühr im Interesse der Vereinfachung der Verwaltung von dem Hausbesitzer eingezogen werden sollte. Seitens des Sausbesitzervereins ist hiergegen Stellung genommen worden. Es' haben wiederholt Verhandlungen mit den Vertretern des Sausbesitzer­vereins stattgcfunden. Das Ergebnis dieser Verhand­lungen führte zu der Einigung auf der Grundlage daß an sich der ».ausbesitzer die Müll- und Kanalbenutz­ungsgebühr zahlt, daß aber in denjenigen Zöllen in denen er nachweist, daß er ohne gerichtliche Klage die Gebühr von einem Wohnungsinbaber nicht erstat­tet erhalten kann, er von der Gebühr frei zu stellen ist. und daß in diesen Fällen dann der Inhaber der gebuhrpflichtiaen Räume die Gebühr zu tragen hat

ersparten Zinsen'getilgt wird. Die Genehmigung er­folgte vorbehaltlich der Nachprüfung der einzelnen Er­fordernisse des Saushaltsausschusies.

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lieft** aus

Bekanntmachung.

Die Megevarzellen Kartenblatt 10 Nr. 56/32 und 57 32 in Gröhe von zusammen: 14 qm und KartenblattS Nr. 55/36 in Gröhe von lar 11 qm sämtl. in der Ge­markung Schönstadt sollen eingezogen werden.

Einwendungen hiergegen find genüg §57 des Zu» ständigkeitsgesetzes binnen 4 Wochen bei der unterzeich. neten Wegepolizeibehörde geltend zu machen.

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AmtlikbeBekanntmalbungen

des Lrmömtsamtrs Marburg.

In einem Gehöfte der Gemeinde Obereisenbausen, Kreis Biedenkopf, ist die Maul- und Klauenseuche aus» gebrochen.

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Der der Ausfüllung der Bescheinigungen A und B tnb die Sinderungsoründe, besonders die Frage 3, 5 und 9 genau und umgebend zu beantworten. Es ist an­zugeben, wie für die zurückgelassenen Kinder gesorgt wird. Heber die Bestrafungen ist in Zweifelsfällen die Staatsanwaltschaft um Auskunft zu ersuchen. Die amt- liche Auskunft wird kostenlos erteilt. Zuständig ist die Staatsanwaltschaft des Landgerichts, zu' dessen Bezirk der Geburtsort des Bestraften gehört. Ergeben sich Zweifel, ob der Gewerbetreibende mit einer anstecken­den Krankbeit behaftet ist, so hat der Antragsteller durch eine Bescheinigung des Kreisarztes nachzuweisen, dah ein solcher Hinderungs-Grund nicht vorliegr.

In der Nachweisung selbst müssen die Sandelsgegen- stande (die AngabeGroh- und Kleinvieh" ist zu ver« meiden, es ist anzugeben Pferde. Kälber und beiol.), bic Hilfsmittel (ein- oder zweisvänniges Pferdefuhr- S usw), der Betriebsumfang, die Höbe des Be­triebskapitals, der Wert des Jahresumsatzes und der Schätzung verdiente jährliche Ertrag möglichst eingehend bezeichnet werden. Der Jahreser­trag ist auch nach der Gemeindesteuerliste anzusühren.

Auherdem ist dem Antrag ein beantworteter Frage­bogen nachfolgenden Musters beirusügen:

1. wird das Wandergewerbe während des ganzen Jahres betrieben?

2. wird das Wandergewerbe nur als Nebengewerbe (von Landwirten, Gewerbetreibenden, die neben dem stehenden Gewerbe auch noch das Wanderge­werbe betreiben), betrieben?

3a. Gestattet der körperliche Zustand (Eebrechtichkeit, Krankheit, hohes Alter) nur einen zeitweiligen Be­trieb?

3d. Ist der Antragsteller Kriegsbeschädigter?

4. Wird das Wandergewerbe mit Fuhrwerk (Hand­wagen Hundekarren, Einspänner, Mebrspönner) be­trieben?

5. Wird Begleiter mitgefübrt oder wird sonstige Hilf« gebraucht?

6. Gestatten die Vermögens- und sonstigen Verhältnisse des Antragstellers ihm, das Wandergewerbe in grö­berem oder nur in kleinerem Umfange auszuüben? Die Gründe für einen geringeren Steuersatz «kör- oerliche Gebrechen, hohes Alter, Mittellosigkeit usw) sind besonders hervorzuheben. Ferner muh die Nach­weisung über die Statsangebörigkeit, den Wohnsitz, die Nummer des Gewerbescheines für 1924 und den (auf Reklamation etwa herabgesetzten ober nachträglich er­höhten) Steuersatz Auskunft geben.

Meine Verfügung vom .5 8. 1924 I I. Nr. 7673 be­treffend Erhebung von Verwaltungsgedühren bet der Entgegennahme von Wandergewerbescheinanträgen er» nche ich besonders zu beachten.

Marburg, den 17. September <924. (35t

Der komm. Landrat. 3. A.: Bleek

meldet, steht noch nicht fest, ob die beiden Königs­gräber der dritten Dynastie, die kürzlich von der Abteilung für Altertümer bei Sakkara ausgegraben wurden, einen bisher in Aegypten unbekannten Baustil enthalten. Die Fassaden der beiden Gräber sind mit kanelierten Säulen ohne die üblichen Reliefs und Hieroglyphen geschmückt. Die Wände weisen hingegen zahlreiche Hieroglyphen und In­schriften auf, die die Besucherzahlen bis zum Jahre 1500 v. Chr. angeben. Die Gräber selbst sind fast 6000 Jahre alt. Ihre kanelierten Säulen sind also um 2500 Jahre älter als die dorischen Säulen des Parthenon. Die Gräber stellen daher nicht nur die ältesten Bauwerke der Welt dar, sondern liefern auch den Beweis, daß die dorischen Säulen Aegypten stammen. Die Königsgräber sind feinem Sandstein erbaut und weisen einen kommen entwickelten Baustil auf.

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Die Ortspolizeibebörden des Kreises werden ange­wiesen, die Sausterbändler und umberziehenden Ge­werbetreibenden durch öffentliche Bekanntmachung auf» zufordern, die Anträge auf Ausfertigung von Wander- mwerbescheinen für 1925 sofort zu stellen, da nur dann rechtzeitige Ausstellung möglich ist.

Am 15. Oktober d. Js. find mir sämtliche bis dahin eingegangene Anträge in der bisherigen Weise in einer Nachweisung mit den nötigen Bescheinigungen, und un­ausgezogenen Photographien, deren Korngröße minde- tens Ich cm betragen muh. oorzulegen. Für Personen, die eine» Wanderaew er beschein für 1924 besisen, genügt das Formular C oder D, wenn sich die Verhältnisse nicht geändert haben.

I hierher und bekämen sofort Wohnung, die anderen müßten warten. Bürgermeister Mueller betonte, dah die Behauptungen des Vorredners nicht rich- ttg seien. Stadtv. Abel pflichtete dem Stadtv. Wagner bei und wies auf viele Beschwerden hm: die Wohnungssuchenden würden zum besten gehalten. Ihm schloß sich der Stadtv. Thiele an. diese Sachen müßten an die Öffentlichkeit. Bgsir. Mueller erwähnte, dah 1200 Wohnungs­suchende da feien, was von Stadtv. Wagner be­stritten wurde. Der Stadtv.-Bvrsteher er­innerte an die gesetzlichen Bestimmungen und an die Neuwahlen. Es wurde schließlich beschlossen, daß die Mitglieder der Kommission von ihrem Amt entbunden werden.

Verschiedene Vorlagen.

Als Schiedsmannstellvertreter wurde Karl Eck­hardt wiedergewählt.

Ferner genehmigte man nach längerer Aus­sprache, in der verschiedene Wünsche laut wurden,! die Einführung praktischer Kochkurse bei der Ge­werbeschule für Mädchen und bei der gewerblichen Berufsschule. In der letzten Sitzung hat man sich bekanntlich schon ausführlich mit dieser Sache be­schäftigt. Es wird erwartet, dah der Start Zu­schüsse gibt. Eine Eingabe der Frauenvereine hatte auch die Vorlage befürwortet.

Das Erdgeschoß des Anwesens Pfeiffers Gar­ten soll nach einem früheren Beschluß der städti­schen Körperschaften dem Kreisausschuß zwecks Un­terbringung des Arbeitsamtes überlassen werden. I Damals war in Aussicht genommen, daß der Kreis-t Ausschuß selbst die Kosten der baulichen Umände- rung, etwa 2000 Mark, tragen solle. Da jedoch die I Stadt Eigentümerin d-S Gebäude 1 Ist, t un ^u? die-1 fer Regelung leicht eine Differenz entstehen. Der Krefsansschuh hat daher beantragt, dah die Stadt die Arbeiten auf eigene Kosten ausführt und hat anheimgegeben, die Miete dementsprechend zu be- Es erfolgte Zustimmung.

Ferner beschäftigte man sich mit dem Ortsstatul betreffend die Erhebung von Beiträgen und Schul- gelo für Vie gewerbliche Berufsschule. Stadtv. W i l d h a ck bemängelte, daß die Vorlage jetzt erst komme. Es wurde erwähnt, daß die Rück-ahlrm- gen verteilt erhoben würden. Es erfolgte Zu­stimmung.

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2n einer Eingabe, die Stadtv. Trieschmann überreichte, wurde angefragt, was geschehen sei, daß Marburg fernerhin nicht mehr zu den teuersten Städten des Reiches gerechnet werden dürfe, wie die neueste Statistik zeige. Bürgermeister Mueller beantwor­tete die Anfrage kurz dahin, dah der Magistrat ge­meinsam mit der Kreisverwaltung sich schon mit die­ser Frage befasie. Die Anfrage wurde 1 überwiesen.

Bei dem folgenden Punkte besprach

gehend einen Antrag, den Sparausschuh um zwei Mit­glieder zu vermehren. Der Antrag wurde schließlich abgelehnt.

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(Zu seinem 75. Todestag am 25. September.)

Johann Strauß, der große Wiener Musiker, ist am 25. September 1849 in Wien gestorben, so daß die musi­kalische Welt jetzt den 75. Todestag des Komponisten feiert. Strauß ist am 14 März 1804 in Wien geboren, erlangte also nur ein Alter von 45 Jahren. Er war zuerst Violinist bei dem anderen berühmten Kompo­nisten und Zeitgenossen von Johann Strauß, dem Wal­zerkönig Lanner Im Jahre 1824, also im Alter von 20 Jahren gründete er ein selbständiges Orchester, mit dem er bereits in Wien einen so ungeheuer großen Beifall fand, so daß er sich auf Kunstreisen durch die größten Städte von Europa begab, iteberall wurde er

'An einen abermaligen Aufstieg war unter diese «mständen nicht mehr zu denken. Die Nacht brach her- An, und es kam nun ein schwieriges Stück Arbeit. Galt W doch den Ballon wieder auf die Pontonbrücke, die «Zwischen herbeigeschleopt wurde, zu bringen. Es war «zwischen dunkle Nacht geworden. Als einziges Licht "lichteten nur die Mondsichel und einige Sterne. Bis bald elf Uhr gelang es endlich den tapferen Anstten- ungen der Mannschaft, den Ballon wieder zu sichern."

Es erfolgte die Genehmigung der Satzung des Jugendamtes und Wahl von Mitgliedern für besten Verwaltungsausschuh Stadtv. Weber vermißte in den Wahlvorschlägen die Arbeiter. Demgegenüber wurde betont, dah diesen Rechnung getragen sei. Stadtv. Abel schloh sich dem Stadtv. Weber an. Stabto. Althaus und Stadtv. Frau Rade wünsch­ten Vorschläge. Auch die Stadtv. Trieschmann und Jahrmärker betonten, dah hier keine Klassen­gegensätze geschallen werden sollten, das sei nicht be­absichtigt. Die Hauptsache sei, dah Leute hineinkämen, die lange Erfahrungen in der Jugendpflege hätten. Der Antrag des Stadtv. Weber, die Vorschläge zurück- zugeben, fand Annahme.

Dann genehmigte man noch folgende Vorlagen: Ankauf von Gelände am Ortenverg für die Anlegung zweier Wege, Nachtrag zu dem Austausch von Gelände an der Kirchsvitze und Ankauf eines in der Gemarkung Ockershansen gelegenen Grundstücks.

Dringliche Sachen.

Geschäftliche Mitteilungen.

25 Jahre »Pfälzische Rundschau"!

... Anläßlich ihres 25jährigen Erscheinens gibt da» führende Organ der besetzten' Rheinpfal» eine drucktech- nijch besonders ansprechend ausgeführte Jubliäums- nummer heraus, die um ihres Inhaltes und ihrer tech­nischen Aufmachung willen größte Beachtung verdient. r! ben Gedanken der Kulturvrovaganda ein»1

gestellte Seftnummer, zu der der Herr Reichskanzler, ReichsaiMnminister, der Herr Reichsminister mr die besetzten Gebiete und das bayerische Kabinett Grube und Beitrage sandten, unterstreicht den deutschen Charakter der Pfalz durch ein sinnvolles Zusammen- klingen von Wort und Bild in wirkungsvoller Weise, indem sie durch Veröffentlichung bisher unbekannter Dokumente aus der rheinisch-pfälzischen Geschichte, wie die Ratifikationsurkunde des Rheinbundes 1806 mit der eigenhändigen Unterschrift Napoleons I., die Hand- schriftlichen Texte der 1870 aus der Pfalz abgesandten Aclegtomme des alten Kaiser Wilhelm!., Bismarcks und Roons und ähnliche, die tiefen Zusammenhänge der Pfalz mit dem Reich betont, so daß die Jubiläums- nummer zu einer wahren Brücke geworden ist über den Strom, der unser ist. Wir wünschen dem aus Grenz- wacht im Westen stehenden Unternehmen viel Glück aus seinem weiteren Wegs

In dem Branchenverzeichnis im Bericht über die Edeka-Ausstellung ist bei den Firmen Cenovis und Adlermargarine infolge Fehlens eines Wortes eine «atzverstümmelung herausgekommen. Die Firma heißt wie uns mitgeteilt wirdCenovis", Nährmittelwerke G m. b. H. München. Generalvertreter Hugo Müller, Cassel. Mit den Adler-Margarinewerken in Frankfurt batCenovis" nichts gemein.

Vit tritt Md ttS tritt»Merlin.

Jetzt, wo ganz Deutschland in Erwartung desZ. {6. HI" nach dem Horizonte blickt, obwohl der Luft- rieje bald erscheint, ist ein Rückblick auf den Bau von Luftschiffen ganz interessant. Bor 24 Jahren im Juli 1900 wagte sich der ersteZevv" in das lichte Wolkenmeer.So ist endlich der große, so lange er­wartete Aufstieg des Zevvelinschen Ballons. erfolgt", erzählt ein Zuschauer.Er bat den Flug hoch in die Lüfte gewagt und ist heil davon gekommen. Im Gro­ßen und Ganzen bat Graf Zeppelin mit seiner Kon­struktion einen Erfolg errungen, wenn auch, wie nicht anders zu erwarten ist, sich bei diesem ersten Fluge noch manches unvollkommen zeigte. Die Hauptsache, das Problem des lenkbaren Luftschiffes, ist, wenn auch noch nicht in seinen Details, doch in seinen Grundzügen der Lösung ganz nabe. Um halb 5 Uhr lichtete der i »König Karl", auf dem auch wir einen Platz gefunden, als Gastschift im Hafen die Anker und fuhr hinaus zur Ballonhalle. Rur wenige kleine Fahrzeuge hatten «ich eingefunden Das Uferwar leer. Ein ziemlich trall'ger Wind wie gestern wehte aus Südwest, als südlich %8 Uhr der Ballon langsam, die Spitze in der Richtung nach West, aus der Halle herausgezogen wurde. Dann nahm der kleine DampferBuchhorn" das Luftschiff und das ganze große Pontangerüst samt ,irka 100 Mann Turnern, Soldaten und dem übrig leitenden Personale ins Schlepptau, machte eine Dre- iung nach links und führte den Ballon etwa 300 Meter weiter von der Halle hinweg. Jetzt ward verankert, and rasch auf militärisches Kommando ordnete sich die Mannschaft.

An 18 Stricken ward der Ballon festgehalten, vis I die Luftschiftvasiagiere, fünf an der Zahl, in den beiden Gondeln Plan genommen hatten. Auf das Kommando fcos erhob sich das lange Ungetüm langsam erst tin I Meter. Dann machte es Halt und ging wieder ein Me­ter höher. Es war 8 Uhr 3 Minuten. Die Mondsichel stand hell und klar am Himmel. Eine leichte Dämme-1 wu8 senkte sich auf die sanft sich kräuselnde Wasierflöche Herab. I

Grade aufgerichtet ein feierlicher MomentI steht Graf Zeppelin im vorderen Schiffe, da erschallt! wieder ein Kommando. Die Haltestricke fallen. Eine I Sekunde reckt sich die Riesenzigarre, will sich etwas nach »orn ngigen, aber schon rollt bas schwere ausgleichende Gewicht an seinen Ort, die Motore haben eingesetzt, I rauschend drehen sich die Propeller, und unter lautem I Siibel der, zu schauenden Menge steigt majestätisch der! Ballon frei empor. Die Damen, worunter Prinzessin I Therese von Bayern, winken mit den Taschentüchern. Cine junge Dame neben mir weint heiße Tränen der Angst. Man sagt mir, es sei die Tochter des kühnen Grafen Zeppelin.

Inzwischen steigt der Ballon sehr rasch empor. Er I tzichtet seine Spitze südlich direkt der Schweiz zu und I fährt in der Höhe von etwa 400 Metern einige Minu-1 len in dieser Richtung. Man kann die Steuerung ge« I fron beobachten. Die Apparate arbeiten In diesem I Augenblicke tadellos. Nun macht der Ballon etne halbe I We rdung wieder nach Norden zu, steigt dann bis zur Höhe von 500600 Meter empor, und unter geschickter I Benutzung der Windströmung manövriert bet Ballon I langsam eine Schleife, etwa ben oberen Teil einer Acht beschreibend.

Unser Schift folgt langsam dem Ballon. Wie man I pon unten sehen kann, gebt alles gut und genau noch I fcem Willen der Lenker. Das Luftschift gleicht in die-1 far Höhe einem gewaltigen Walfische. Durch ein Fern- l Mr steht man, wie sich die Fahrenden oben in den Londeln ruhig gegenseitig verständigen. Der Ballon »acht noch einige Wendungen, dann gebt er plötzlich, I Allem Anscheine nach von einer starken Windströmung Behagen, in bet Richtung Nordwest direkt dem Ufer zu. I Dl die Kraft bet Schrauben vielleicht boch »u schwach ist?

direkt ins Wasser unb halten an der Eerüstung ben k Ballon über sich. Unglücklicherweise kommt der Bal­

lon auch noch mit einem Pfahle in Berührung, so baß ' die äußere Hülle unbebeutenbe Havarie erleidet und

der Pfahl abgesägt werden muß. Ballast war nicht ausgeworfen worden, und es mußten trgenb atmete Momente gewesen sein, welche die Luftschifter nach die I« immerhin gelungenen Fahrt zu so schnellem Ab­stiege veranlaßten. Rasch nahten von allen Seiten die Hilfskräfte.

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Mm-REim unb to»6areebfete,

Offenbach a. M., 18. Sept. Hier wird am 20. Sept, das Deutsche Ledermuseum eröffnet. Die Stadt Offenbach hat für das Museum die Villa ..Mainpfalz" in der Straße der Republik zur Ver- I fügunfi gestellt. Seine Schätze erstrecken sich auf alle Gebiete kunstgewerblicher Bearbeitungen des Leders durch alle Zeiten und Völker. Insbesondere verfügt das Mu'eum über wertvolle in Leder geschnittene und gepunste Reliquienschreine und Minnetäschchen usw. aus dem 13.16. Jahrhundert sowie über Dokumente und Schmuckkästen mit Randvergoldung [bes 16.18. Jahrhunderts, darunter des Schmuck­kastens der Königin Maria von Medice aus dem Jahre 1610.

Ulrichstein (Vogelsberg), 18. Sept. Auf bis­her i naufgeklärte Weise entstand in der Bürger­meisterei ein Brand, der rasch an Ausdehnung ge­wann. Durch den ffunkenflug wurde der Turm der nahen Kirche in Brand gesetzt und brannte in seinem oberen Teil völlig aus. Die Glocken stürzten ab und wurden anscheinend auch beschädigt. Das Kirck mschiff konnte durch das rasche Eingreifen der Feuerwehren gerettet werden. Auch die Orgel blieb ansch.inend unversehrt.

Es schloß sich eine vertrauliche Sitzung an, bet auch bet zurückgestellte fünfte Punkt bet Tagesordnung zu­gewiesen worden war.

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jtunfl unb WMM.

# ß o n b o n, 21. Sept. Wie Reuter aus Kairo

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StMenrömlenMimg

vom 23. September 1924.

Mitteilungen

J>urbe eine Eingabe des Bundes der Wvhnungs- Du senden bezüglich der Zusammensetzung des Woh- .DungSamteS und der Sprechstunden zur Verlesung faüölt werden. 9e' I orbenorbent(ithen Ausgaben'unb ' eTnnabmen "^"1924

t an den Magist-1 wurde beantragt, gemäß bem Magisttatsdcschluß bem

roetrer gegeben werden. Ebenso wurde eine >"i<er bem 15. September 1924 neu aufgestellten o.o. ®mgab« einer in der Ritterstraße wohnenden Voranschlag der Stabt Marburg für bas Rechnungs- Mlie, die Über den schlechten Zustand der Iahr J924 Zuzustimmen unb ferner zu beschließen, baß ^Defchwerde horrofon or .A x- r>UT l3ur Deckung bet erforderlichen Ausgaben eine Anleihe

führt, verlesen Auch diese Sache in Höhe von 640 000 A bei einem Kreditinstitut best-

Zm ru gegeben. S.adlv. Wagner hielt I möglichst aufgenommen unb ab 1. Avril 1925 mit iähr» j-j, für angebracht, dah die Stadtverordneten sich Iirf? 10 Prozent unter Zuwachs bet durch die Tilgung s^-mal mit den gegen das Wohnungsamt geriet -------------1--------

- ett Beschwerden befasse. Es kämen fremde Leute

in derselben enthusiastischen Weise gefeiert, unb überall Ion RA hie9^rernfnAitn« ,1"" lwurde es ein musikalisches Ereignis, wenn das Orchester

werden kann unb daß meiterhh^^A*^. ^behalten Don Strauß erschien. Johann Strauß bat insgesamt Refttomnn bet fteb2te M m;!9 Werke verfaßt, die bei Breitkopf u. Härtel verlegt

stattfinden fa'nn wie in ben I worben sind. Seht Vaterland ehrte ihn nach seinem

anbererfeits der fiaushefiker niAt o6ei Tobe durch ein Denkmal, das im Jahre 1905 im -Kat*

pfliÄtung^ batUs er ^nn hem ' bauspark zu Wien errichtet wurde und auf bem er mit

büfir erhält^Gs erfolate qnftlmn^«« W ^ Lanner verewigt wurde Es wurde dadurch zum äus^

Zustimmung. druck gebracht, daß diese beiden Männer sich einer

Uederschuß der Stadthauptkasse. Gleichwürdigkeit erfreuten. Das Denkmal stammt von

Nach bem Rechnungsabschluß der Stadtbamftkafse ftir bem Bildhauer Seifert und von dem Architekten Orley.

1923 hat sich im Ordinariurn em lleberschuß von Johann Strauß war nicht nur selbst ein hervorragender 107 900 <M ergeben Von dieser Summe find zunächst Musiker, die Oesterreich hervorgebracht hat. Sein Sohn die Ausgaben von rund 34 400 -M. für die Verstaut- Johann Strauß ist der Komponist derFledermaus", lichung bes Lyzeums abzusetzen, sodaß ein Restbetrag desZigeunerbarons", des berühmten WalzersAn der von 73 500 Jl verbleibt Aus diesem Betrag sollen schönen blauen Donau", der noch heute viel gespielt folgende Ausgaben gedeckt werden: Zur Verstärkung wird und zu den besten Musikstücken dieser Art gehört, bes Verfügungsverlags der Stadtverordneten-Ver- Auch andere vielgesvielte unb volkstümlich gewordene sammlung 20 000 C Für Zinsen für aufzunehmende I Weisen wieWiener Blut" usw. sind die geistigen Kin-

Kavitalien 26 000 M. Für Erhöhung bet Bezüge der der bes Sohnes bes großen Komponisten. Beamtengruvven 16 ab 1. Juni 1924 (2. Regelung) 6000 <M,. Bei Ausgabe-Titel VII für nebenamtliche Vergütung an bas Lehrpersonal unb sächliche Aus­gaben 5000 M-, zusammen also 57 000 Jl. Es ver­bleiben somit noch 16 500 t,H. Dieser Betrag wird vet- stättt um 23 000 cM, welche für den Umbau bes Lyzeums vorgesehen, aber wie vorstehend ersichtlich aus dem Ordinatum vorweg gedeckt werven. Insgesamt 39 500 Hiervon find wiederum 10 000 J*. abrusetzen, da das Stabtfiirforgeamt ursprünglich mit einem Min-

Cihunr» ®a9cöor&"un9 ^er ^uti9®n I netteren Feststellungen aber^ta"^ (Kto« beträgt.^ Der

~'6ung brachte Stadtv.-Dvrsteher Rohde em voraussichtliche Ueberschuß beträgt somit 29 500 JL ^chre brn des nach Einbeck verzogenen Oberbürger-1 Nach dieser Finanzlage braucht zunächst eine Steuer« i Leisters Trvje zur Verlesung, in dem dieser in | eihööung nicht einzutreten, wenn auch die Ueberwei- derzlichen Worten sich verabschiedete. Es sei ihm q5 Einkommen- und Köroerschafts-

feit« »Ich, m«gllch s,dm.g tilju»?.. ? a,e, _

2"h ®fe J16* Mmbmg Mio« ihm unb feinet ®e. lauteroneen ««eben unb bawuf bine-wiel-n & S ^,»ahlm stets eine angenehme Erinnerung bleiben. sich der Etat noch nicht endgültig feststellen lasse, er- Elfter I folgte auch hier die Zustimmung.

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