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Deutsche Fragen vor dem Völkerbund

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Genf: Der norwegisch« Delegierte Nansen befindet in Sigmaringen, um mit Reichskanzler Dr. Marr Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu sprechen.

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st. Ravensburg, 20. Sept. Zu der Ber­liner Abendblättcrmeldung aus Frlcdrrchshasea über die techuifchen Schwierigkeiten, die sich nach den letzten Fahrten des Z. R. III er, geben haben sollen, teilt die Zeppeliuwerfi mit, duz die Angaben dieser Nachrichten unrichtig seien. Bisher seien alle Termine innegehalten wor­den, die für die Probefahrt angrsetzt waren. Die grohe Fahrt über Deutschland werde voraussichtlich Mitte nach st er Woche angrtre« ten werden und nach Rückkehr von dieser Fahrt wird der Abfahrtstermin nach Amerika beschlossen ek den.

ungskonferenz ist universell gedacht. Am Montag wer« den die heute vom Zwölferausschuß angenommenen Ar­tikel in offener Sitzung des dritten Derfammlungsaus- schusses beraten.

Weiter wird bekannt, daß die Abrüstungskon­ferenz in Genf stattfinden soll. Vorläufig macht aber noch die Frage Sorge, ob bas Protokoll ratifiziert werden wird. Die Ablehnung der englischen Presse läßt befürchten, daß das englische Parlament ablehnt. Frank­reich aber will sich auf keine Abrüstungskonferenz eln» lassen, ehe England ratifiziert hat. Ehe bas also ge­schehen ist, ist an eine Einladung nicht zu denken.

Der Eintritt Deutschlands ia.de« Völkerbund gesichert?

Qu. Berlin. 20. Sept. Don einer maßgebenden Persönlichkeit des Auswärtigen Amtes erfahren wir, daß der Eintritt Deutschland- in den Völkerbund bereits eine feststehend« Tatsache sei. ES handele sich jetzt aller­dings um sehr wichtige grundsätzliche Auseinandersetzun­gen mit den Völkerbundmächten, die sich um die Frage der Gleichberechtigung. Deutschlands drehen. Die Ver­handlungen darüber befinden sich in einem günstigen Stadium. Es ist allerdings nicht anzunehmen, baß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund noch in btefem Jahre erfolgen wirb. Wahrscheinlicher ist. bah die grundlegenden Vorbereitungen hinsichtlich der Form und des Charakters b«S deutschen Zulassungsantrages zum Völkerbund noch rneh» al» ein Vierteljahr in An­spruch nehmen werden.

fk. Berlin, 20. Sept. Der .Vorwärts" meldet aus

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Genf, 19. Sept. Der Völkerbunbsrat hielt heute vormittag ein« öffentlich« Sitzung ab, in der zum ersten Male der frühere französische Ministerpräsi­dent B r i a n b Frankreich vertrat. Die Tagesordnung war behäuft mit verhältnismäßig zahlreichen wichtigen Fragen: 1. Die Frag« der Staatsangehörigkeit der Deutschen in Polen, b.h. da- deutsch-polnische Abkom­men von August diese- Jahre-: 2. verschieden« Saar­fragen, 3. der Bericht de- JurtstenkmniteeS über die Frage der Hinzuziehung interessierter Staaten zu den Debatten de- AateS über die MMärkontrolle in den be­siegten Staaten, ein Bericht der Militärkvmmifsion beS Völkerbundes über die Kontrollfragen und 4. die Jrakfrage. "

Die Behandlung der deutsch-polnischen Fragen wurde schnell erledigt. Der Berichterstatter für diese Fragen, Suza-Danta-, stellte mit Befriedigung fest, daß die Verhandlimgen zwischen der deutschen und der polnischen Regierung nach dem Schiedsspruch de- belgischen Schiedsrichter- Kaekenbeck am 30. August zum Abschluß eines Abkommen» geführt hätten.

Folgende Saarfragen standen auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung de» VölkerbundrateS: 1. Entwick­lung der lokalen Gendarmerie und die Frage der fran­zösischen Besatzungstruppen, 2. Kontrolle der auS Deutschland in daS Saargebiet eingeführten Waren, 3. Bestätigung der zeitweiligen Vertretungen in der Re­gierungskommission de- SaargebietS und 4. Unterrichts­wesen im Saargebiet. Alle dies« Fragen, mit Aus- nähme der reinen Derwaltungsangelegenheit, der Er­nennung von stellvertretenden Mitgliedern zu der Regie- rungskommissivn, gingen auf Beschwerdenoten der Reichsregierung an den Völkerbund zurück. Keine dieser Fragen wurde im Sinne der deut­schen Wünsche gel öst.

Zu der wichtigen Frage de- Ausbaues der lokalen Gendarmerie und der Abschaffung der französischen Besatzung gab der Berichterstatter de- Rate» für Saarfragen, Salandra, zunächst einen Ueberblick über die in der deutschen Rote vom 30. Mai er­hobenen Beschwerden, wonach die Fortdauer der französischen Besatzung dem Versailler Vertrag widerspreche und die künftige Volksab­stimmung gefährdet. Hierauf verla- Salandra die Ant­wort. Solange nicht 3000 Gendarmen tm Saorgebiet vorhanden feien, könne man^zur Aunrecht«r» Haltung der Ordnung die französ ischen Truppen nicht entbehren. Die Gendarmerie werde bis zum 31. März 1925 dann 755 Mann betragen. Der weitere Ausbau stoße aber auf finanzielle und budgetäre Schwierigkeiten. Salandra schloß seinen Be­richt mit der Erklärung, daß der Rat gegenwärtig keine neue Beschlüsse fassen könne, aber die Aegierungskom- miffion auffordert, ihr Programm eines weiteren Aus­baues der lokalen Gendarmerie für daS Haushalts­jahr 1925/26 mitzuteilen. Der Dölkerbundsrat billigte den Bericht Salandas.

Die zweite Saarfrage, die der französischen Kontrolle der Ei fuhr deutscher Waren in daS Saargebiet war ebenfalls durch eine deutsche Rote aufgeworfen. Die deutsche Regierung steht auf dem Standpunkt, daß bis zum 10. Januar 1925 die deutschen Waren ohne Einschränkung zollfrei für den lokalen Verbrauch einge­führt werden können und daß die Kvntingentierungs»

und Einschränkungsmaßnahmen dem Friedensvertrag widersprechen. Die Degierungskommission »rklätt, bah die Kontingentierung auf Grund der VerbrauchSzifsern der vorhergehenden Jahre notwendig sei, well damit die Anhäufung von deutschen Waren im Saargebiet, die über die gegenwärtigen Derbrauch-bebürfnisse hinauS- gehen und die im Vertrag vorgesehene Unterordnung de- SaargebteteS unter da» sranzdstsche Zollsystem be­einträchtigen, verhindert werben müssen.

Salandra schlug vor, baß die RegierungSkommission die Bestimmungen über die zollfreie Einfuhr deutscher Waren bi» zum 10. Januar 1925 die weitherzigste Auslegung geben möge. Der Rat nahm diesen Antrag an. nachdem Lord Parmovr noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, baß im Versailler Vertrag keinerlei Klausel über bie Kontingentierung der etnzu- führenden deutschen Waren vorhanden fei und der Ver­trag auch keine Einschränkung aufgrund des Verbrauchs in den früheren Jahren vvrsehen. Die englische Regie­rung wünsche hierauf besonders hbrzuwecken und darau­ben Schluß zu ziehen, daß bie von der Regierungskom- Mission vorgesehene äußerst liberale Handhabung der Kontrollmaßnahmen für bie Einführung deutscher Waren tatsächlich im liberalsten Sinne durchgeführt werden rnüffe. ((Deutschland erhält also auch da, wo es unzweifelhaft Recht hat, nur die Zusicherung .libe­raler" Behandlung! So steht der .Völkerbund" aus! D. Red.)

Die letzte wichtige vaarfrage, bie auf der heutigen Tagesordnung stand, war die Frage der französi­schen Schulen im Saargebiet. Auch sie ging auf eine deutsch« Rote zurück, die den DölkerbundSrat aufgefordert hatte, daß bie französischen Schulen nur für die französischen Kinder zugänglich seien, aber nicht ein Instrument der französi­schen Propaganda für bie beutschen Kinder sein dürfte. Die Regierungskommission hatte in langem Darlegungen, denen sich aber da» saarländische Mitglied der RegierungSkommistion nicht anschließen konnte, daS System der französischen Schulen unter Deteisigung deutscher Schullinder ausführlich verteidigt. Ein Der'cht Salandras kommt zu dem Schluß, daß es sich hier um eine Frage der Auslegung (!) der Bestimmungen des Friebensvertrages handelt, und daß derartige Aus- legungsfragen der Zuständigkeit der RegierungSkommil- slon unterliegen. E- kam jedoch ch» der heutigen Sitzung nicht zur Verlesung (!) diese» Bericht-, da in* zwischen eine neue deutsche Rote eingetroffen war, in der nachdrücklichst bie beutschen Forderungen wieder­holt und aut die Gefahr hingewiesen wird, daß da» Ver­fahren der RegierungSkommistion in der Schulfrage ge­nau wie in den anderen Fragen, so z. D. in der Trup- penbcfehungsfrage zu einer Verstärkung beS französischen Einflüsse», der bereits im Frie­densvertrag hinreichend gesichert sei, führt.

ES toitrbe beschlossen, die ganze Frage aus die nächste Tagung de- VölkerbundSrates im Januar zu verschieben.

In geheimer Sitzung beschäftigte sich der Rat so­dann mit der Frage der Militärkontrvlle in den besieg­ten Staaten und nahm zunächst zu dem Bericht her Juristenkommission über die Heranziehung interessier« ter Staaten, der bekanntlich im ablehnenden Sinne erlolgt war, Stellung.

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Aus ten Wien Miet.

Koblenz, 19. Sept. Die in der Sitjung vom 18. September von der Rheinlandkommission be­schlossene Liste über die Zurücknahme von Auswei­sungen, die sich auf 654 Namen für die französische Zone beläuft, ist der deutschen Abordnung über­geben worden. Die Verhandlungen zwischen den alliierten Dienststellen und den Vertretern der Deutschen Regierung werden bezüglich der Auswei­sungsfrage fortgesetzt. In Kürze werden weiter» Erleichternngsmatznahmen seitens der Rheinland­kommission getroffen werden.

Düsseldorf, 18. Sept. Die zuständige Stelle teilt mit, daß der im Düsseldorfer Schupoprozetz zu 5 Zahre« Zuchthaus verurteilte Hauptmann Pohl morgen i« Freiheit gesetzt wird.

Paris, 19. Sept. Das Handelsministerium gibt amtlich bekannt, datz vom 21. September Mit­ternachts ab die östliche Zolllinie im besetzten Ge­biet aufgehoben und die deutschen Zolltarife, sowie die deutsche Eeschgebung für alle Abgaben im be­setzten Geviet wieder in Kraft treten. Es wird fer-

zur UmWung tts RMKabüE

Die Ansprüche der Deutschnationalen.

Wie man aus B « r l i n mitteilt, find bie Forderun­gen. bie bie deutschnationalen Führer hinsichtlich der (Beteiligung bet Partei an ber Regierungskvalitton tm Reiche aufgestellt haben, noch nicht formuliert. Die Jrstll.gr ng dürfte erst auf der beutf<5natiunnlet< Bertre- tertagung erfolgen. In den parlamentarischen Kresten verlautet jedoch, daß bie Deutschnationa.'en aus bie (Neu­besetzung des Reichskanzlerpostens bestehen werden und für chre Mitglieder mindesten» drei Ministerportefeull- leS tm Reichskabinett beanspruchen. E« dürfte einiger­maßen feststehen, baß für di» veutfchuattonalen «ne

Teilnahme an einem lediglich umgebildeten Kabinett Marx nicht in Frage kommt. Insbesondere foa nach anderen Meldungen Dr. Marx selbst nicht bleiben.

Berlin, 19. Sept. DerLokalanzeiger" schreibt zur Frage der Regierungserweiterung durch den Ein­tritt der Deutschnationalen in das Reichskabinett, er habe sich in deutschnationalen Kreisen erkundigt, ob der Partei der Rücktritt des derzeitigen Kanzlers er­wünscht wäre und habe erfahren, daß bei den Deutsch- nationalen keine Neigung bestehe, bei ihrem Eintritt in die Regierung die Ersetzung des Reichskanzlers und des Außenministers durch andere Persönlichkeiten zu verlangen, dab ste aber allen Wert aus eine ihrer Stärke entsprechende Vertretung tm Reichskabinett legen. Was Deutschlands Eintritt tn den Völkerbund betrifft, fei die Partei bereit, sich mit der Formel Mac Donalds in seiner Genfer Rede abzusinden: dab sich die Frage der Kriegsschuld erst in 50 Jahren end­gültig werde lösen lassen. Das würde bedeuten, dab Deutschland von der Kttegsschuld entlastet wäre. Dann dürfe es aber guch sonst nicht als Paria unter den anderen Nationen dastehen. Die Deutschland ent­ehrende Militärkontrolle Müsse aufhören.

tm Preußischen Handelsministerium künftig kein Platz mehr fein darf und dab die Patteivolitik Halt ru machen hat vor Staatsbetrieben, tn denen es auf sach­liche und hochwertig« Arbeit ankommt.

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«nufiffAtn Finanzen.

Berlin, 19 .Sept. Im Hauptausschuh M preußischen Landtage» sprach Finanzminister d. Richter über die Steuerquellen Preußens. Eine Scheidung zwischen dem Reich und den Ländern in steuerlicher Hinsicht fei notwendig. Die Ter» mdgenssteuer und bi« gesetzllche Regelung der Ein­kommensteuer, sowie die Deranlagung müsse beim Reich« bleiben, dagegen sei ein engere» Zusammen- wirlen zwischen dem Reich und den Ländern und ein Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer wenig­stens Mr die Gemeinden, um diesen wieder zur wirklichen Selbstverwaltung zu verhelfen, erforderlich. Die bann notwendig werdende Herabsetzung de» RetchSeinkomm Steuer» taris» könne allerdings gewissen außenvollllfchea Bedenken unterliegen. Anerträglich sei für Preußen bie Regelung der finanziellen Frage auf dem Weg» oer Gesetzgebung und unter Ausschaltung von ReichSral und Reichstag. In der Reichseinkom- mensteuer und in der Amsatzsteuer hätten sich nichts unw esentsiche Mehrbettäg«. al» im monatlichen Dor-, anschlag vorgesehen, ergeben. Dagegen wfosen di« HauSzinSsteuer und die Grundvermögenssteuer Mindereinnahmen auf. Die Hilfsaktion zur De- Hebung der Unwetterfchüden erfordert auch erheb­liche Mittel. Die Steuergesetzgebung solle ver­einfacht werden. Weniger, aber ertragreich« und gerechte Steuern müsse da» Ziel sein. Der ORt* nister schloß mit dem Hinweis, daß mit der Still- legung der Rvtenpresse wieder Terttauen in unsre Zuknnlt zurückgekehrt sei. Die von der Landwirt- schäft behauptete Doppelbesteuerung sei insofern un­erträglich, als dasselbe Objekt nach verschiedene^ Grundsätzen erfaßt werde, wie dies bisher bei bet ReichsvermbgenS- und bei der preußischen Druno- vermAgenSsteuer ber Fall ist.

Die eene preußische Stiidteortzeee«.

Berlin. 18. Sept. Der LandtagSausschuß für T'.ri7>allnngsreform hat beschlossen, bah die neu«, Slädtecrdnung am 1. April 1925 in Kraft trete® soll . Sechs Monate später müssen in ganz Preuße« die Gemeindewahlen durchgeführt sein. Der Aus-, schuß beschloß ferner, daß dem Bürgermeister ber rheinischen Städteordnung ein suspensives Beto ge» aen Beschlüsse der Stadtverordnetenvers,a-.m'ung c.btr. werben soll, die das Gemeind Untere)?» t»- Gemeindewohl verletzen. Frl's /.1An «her Beschluß nach zwei Wochen wiedecholt wirb, muß er ausgeführt werden.

Vor dem Ende be# Personalabbaus. .. t

Derlln. 20. Sept. Die von den verschiedenen Parteien eingebrachten Anträge, den Personal­abbau zu beendigen, konnten in der letzten Reichs» tagssitzung wegen der sozialdemokratischen Obstruk­tion nicht mehr verabschiedet werden. Der Reichs­tag wird sich nunmehr bald nach seinem Wieder­zusammentritt aufs neue mit diesen Anträgen be­schäftigen, und in parlamentarischen Kreisen wird allgemein damit gerechnet, datz die Anträge eine grotze Mehrheit finden und datz demnach das Ende des Personalabbaus unmittelbar bevorsteht.

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Genf, 19. Sept. Denesch hat wiederum ber Oreste Mitteilungen über das Schiedsgerichtsverfahren Gemacht, bte sich tm allgemeinen mtt den bisher bekann­te» Einzelheiten decken. Aach feinet Darstellung enthält Artikel 9 bte wesentlichen Bestimmungen über bte Ab- ttlllungskonfeten, unb da» Inkrafttreten beS Proto- umr. Die Staaten, bte bte Abrüstung verweigern, sol­len auch auS ben Sicherheitsgarantien keinen Dützen <te6en. Die Konferenz soll sechs Wochen nach ber letzten verlangten Zahl ber Ratifizierungen einberufen ®«tbcn, spätestens aber am 15. Juni 1925. Erst nach Rn<bme bet Entscheidung ber Abrüstungskonferenz !?&a» Protokoll über ba» Schiedsverfahren unb die Auktionen in Kraft treten. Da» Protokoll tastet kei­nerlei aus dem Dölkerbundspakt etwachfen« Derpflich- j^-Sen an Staaten, die nicht das Protokoll unterzeich- °b«r Mitglieder des Völkerbünde» sind, bleiben ben /entimmungex be» Pakte» unterworfen. Die Abrüst-

vir Lichtem, M StWttetf.

Eine» der Hauptprobleme, die tn Genf gegen» Iktrttg zur Erörterung stehen, ist da» der Sicherung be» Weltfrieden». Gin Problem, groß tn der Idee gnb groß im Ziel, ein Problem .das die besten Geister aller Jahrhunderte schon beschäftigt hat, geb da» in Jahrhunderten doch noch nie zur- hmg gekommen ist.

' WaS sich jetzt in Genf abspielt, ist nur eine Wie­derholung historisch schon oft erlebter Torgänge. Wer möchte sagen, daß die Formeln und Para- Ephen, die man jetzt in Genf auf Grunb eines

mannten Sicherheitspaktes geprägt hat, wirk- die (Srfällung eines Menschheitswunsches seit 'yahrtausenden brächten?

k Selbstverständlich müssen wir, und gerade wir t, Deutschland, ein Tolk, das durch seine geogra­phischen Grenzen immer wieder der Gefahr eines Eingriffs oder eines TerteidigungskriegeS ausge­setzt sein wird, alle Bemühungen mit Aufmerk- samkeit verfolgen, di« darauf gerichtet sind, den Keim künfttger Kriege zu töten. Aber wenn man |r Genf beispielsweise daran ist, den Tölkerbund G seiner jetzigen Gestalt, zum Träger, zum Künder «md zum Gestalter der Idee der Sicherung des Weltfriedens zu machen, und:toenn man diesem Völkerbund auch die Mittel zum Tvllbringen über» ttgnen will, so kann in der Tat eine vollkom- Dtene Lösung nicht erzielt werden. Der Töl- Inbunb, wie er in Gens sich präsentiert, ist nur ein brüchiger Begriff, der stolze Tarne ist nicht Lösung, nicht Erfüllung. Wenn jetzt in Genf ganz offen «id zwar von Tenretern derjenigen Mächte, die heute die Herrscher des Kontinents und der Welt sind, jedenfalls über die reale Macht verfügen, um sich als solche aufspielen zu können. dem Verlangen nach Deutschlands Beitritt zum Tölker­bund Ausdruck gegeben wird, so kft das durchaus bezeichnend. Man soll sich nur einmal ansehea, Vie deutsch« Fragen dort alsRecht" behandelt werden. Ist Deutschland erst im Tölkerbund selbst, so soll es ganz einfach gezwungen werden, sein eigene» Todesurteil zu unterzeichnen^

Auch die in betonter Heimlichkeit gepflogenen Beratungen Über die Ausgestaltung der für die Sbrüstungsfrage einzusetzenden Kontroll- dmmission lassen ihrer Entwicklungsrichtung nach Sieder einmal außerordentlich deutlich den wahren Charakter dieser Genfer Raubversicherung auf Ee- «nseitigkeit in Erscheinung treten. Die alte Klas- Meinteilung der Völker in Sieger und Besiegte soll silr die Hinzunahme der Staaten in die Kontroll­kommission maßgebend sein. Auch diejenigen be­siegten Staaten, die bereits Mitglied des Völker- Kindes sind, Oesterreich, Ungarn, Bulgarien, dürfen keinen Vertreter in die Kontrollkommission ent- sinden, selbst wenn sie Mitglied des Rates wären. Sollte diese Form der Kontrollgestaltung Tatsache werden, so wäre damit wieder einmal der Völker­bundsgedanke dem Sinn wie dem Wortlaut nach zu einer Fratze entstellt. Soll doch in der Theorie be­kanntlich auf die Zwangsabrüstung in den niederge- «vrfenen Staaten die freiwillige Abrüstung in den 8egerstaaten folgen. Wenn die besiegten Staaten in Zukunft von jeder Kontrollmöglichkeit ausge­schloffen sind, so ist das der beste Beweis dafür, datz die Herren Sieger garnicht daran benken, ihrerseits mit der Abrüstung Ernst zu machen.

Die Sicherung de» Weltfriedens wird, und dar­auf läuft letzten Ende» ai$f> ttur die Aktion von Bens hinaus, lediglich mit technischen Mitteln betrieben, noch dazu mit Mitteln, die schon im Ausmaß und in ihrer Ausgestaltung unvollkom- teen find, geschweige denn, daß sie allgemein gültig wären, ober auch nur als allgemein anerkannt gel­ten. Mit solchen Methoden, wären sie auch noch fe wissenschaftlich erforscht und begründet und gei- Ng durchgebildet, wird man allein das Ziel nicht rneichen. ganz tm Gegenteil. Gin französisches tolatt hat gestern gefragt, ob nid# jede Friedens­konferenz gewissermaßen die Einleitung neuer Kriege Jet Auch heute brennt e» an allen Ecken, und Venn ber.Siegern" der Schreck de» letzten Krieges nicht noch allzustark in den Knochen läge, hätten sie sich schon längst gegenseitig in ben Haaren. Bis- pet hat sich weder in den Dechoden noch tn den Zielen auch in Genf nicht da» Geringste geändert, «och immer sichert man den Ftteden durch eine Güe Rüstuim. Roch immer bedrängt tfcr Mäch­tige den Schwachen.

Str Sali Sitring.

Sieben dem Fall ßetnert, der mtt Dem Nervenzu­sammenbruch Leinerts roobl seinen endgültigen Ab­schluß gefunden bat. gibt es jetzt auch einen Fall Siertng. Der sozialdemokratische preußische Handels­minister bat in der letzten Sitzung des Untersuchungs- ausschuffes, der sich mit den Vorgängen in der Pro­zellanmanufaktur befaßt, von seinem Parteifreund Hcilmann eine Charakteristik erfahren, der selbst seine schärfsten Gegner nicht viel hinzuzusügen haben. Heil­mann gab zu, daß Sienng eigenmächtig und rechts­widrig gehandelt habe, und daß er verschiedentlich die Unwahrheit gesagt hat. Wenn der Abgeordnete Heil- ntann dabei hervorhob, daß bet Minister sich oft ver­plappert habe und daß seine Sätze oft nachträglich korrigiert werden mußten, so ist das eine Entschuldi­gung, die den Minister eigentlich unmöglicher macht als die Krttik eines Gegners. Auch der demokratische Abgeordnete Riedel hat übet die Praktiken, die unter Sierings Leitung sich in der Manufaktur eingebürgert haben, ein vernichtende» Urteil gefällt. Sienng hat bei seinen Einläufen von dem Leiter der Manufaktur, Dr. Schneider,'einen Sonderrabatt von 33%^, erhal­ten; dir Qualität der Leistungen ist unter Schneider [tünbis zurückgegangen unb Sterins bat in bet Manu­faktur tatsächlich bemmgerofitet wie ein bekanntes Tier im Porzellanladen. Nach diesen Feststellungen werben bie übrigen Koalition-Parteien ben Sozialdemokraten zu Ckmflte führen, daß für einen Mann wie Siering

t^Durch »U Popb Mt. -Für en»fnllendeKummern infolge Stteik, »d«U«e»t-ret kttetMlfokein Erfo^ «ebe, Rabatt gilt al» ««radaii und »erfällU tomm «« Zahlung später al, 5 lege erfolgt. Belege werten bewdmet» j».r. Hi t,erlt!>.-Druck derUnip.^uchdruckenn-0^2-^Aug. Koch^Martt 21/23. - Fttaspr.te, Postscheckkonto. «r.SUU 7tz°'^Lu,vlnst dnrch die S^chäsi.stelle nnd Zusertnng »er «ngeiote.tfiO.itg.ort Mariurg. 1 = *°|« Doll«