Einzelbild herunterladen
 

MSMtSAI

MardMg n. L, Arastag, ten 16. Srptrmbrr

OöscheWchs Jettunv

Anzeiger für (das Mer huWtbe) MB - Amtliches Nerklmdigmmsblatt

«reifes Marburg

k

ftotff ausdrücklich auf die deutsch« Denkschrift

Garantiepaktprojekt.

ii-

li

j

StuhtNon» m» let «ikerbm».

f

»ncuuiqjen axierninm ui »^uqqHono zögern müpe. a D«=

wies dabei auf die Gefahr hin, d<ch der Völkerbund cnhct werden konnte. Man erwartet, daß bis dn- le Ausnahme Deutschland» «scwittXM der vorheri-1 hi» eine Kvmpromißfvrmel zu dem Äejolutioastext

.1

1 ; | il

gen Regelung der Militärkontrolle verschleppen «müsse, nachdem Deutschland ein Ausnahmegesuch eingereicht habe. Da» wäre eine Schlapp«, der sich die deutsch« Regierung, nachdem bereit» in London die sofortige Ruhrräumung nicht durchgesetzt wurde, nicht aussetzen tonne. 3m übrigen Wünsche er sich der grüßten Zurück­haltung zu befleißig««, um etwaig« Verhandlungen nicht

Murray gefunden ober ein Unterausschuß mtt der Beratung dies« sehr heiklen Frage beauftragt wer­den wird.

r

-

ä

1

I I i

L 1

ß i

rm. ZI?

den könne. Die Sitzung mußt« auf morgen ver> tagt werden, ohne daß öie Generaldebatte be-

e«nf 16. Sept. Denesch hielt gestern als Präsident de» AnterausschusseS des 3. Ausschusses, der aus Grund der Resolution Herrivt-Mac Donald

Genf, 15. Sept. 3n einer von den gegenwärtig weilenden Mitgliedern der BölkerbundSvereine ^berufenen Versammlung hielt der Präsident der «eutschm Liga für den DSllerbund, Graf Vernstorff, «neu Vortrag, in welchem er mrknüpfend an feine Vorlegungen auf dem Kongreß der Ddlkerbundsverein«

Ltzon u. a. die Frage des deutsch«» 'Beitritt» zum oUet6unö behandelt«. Sr erinnert« an Ne beiden ^rdingungen «e Deutphl«md stelle» müsse: «ntritt ^7. Großmacht, b. h. mtt einen, stündige* Lotsitz und Derlei Unterzeichnung de« Versailler Vertrages. 2~er obgleich er stet« «bt Anhänger b«S -Beitritt« ge- r? ?rt sei. frag« auch er sich, ob nm» nicht angesichts rr öffentlich«, Meinung in Deutschland zögern müst«.

Di« Reis« Youngs nach Pari«.

Paris, 15. Sept. Owen Poung, d« g-. stern von Berlin in Paris angekommen ist, wird morgen bet Reparativnskmnmission offiziell Be­richt erstatten über die Maßnahmen, die hinsicht­lich der Ausführung des Dawesplanest getroffen wurden. Rach der HavaSagentur ist ei wahrscheinlich, daß in den nächsten Tagen die Mit­glieder der Reparationskvmmissivn und verschie­dene Persönlichkeiten, namentlich das ehemalige amerikanische Mitglied des Sachverständigenaus­schusses, Robinson, dgs sich in Paris aufhält, mit Owen Poung Besprechungen haben werden.

Sdntote redet

Französische Sedanseier.

Am vergangenen Sonntag wurde in Sedan ein Kriegerdenkmal eingeweiht, bei dem Pvincare die Festrede hielt. Er wies auf die früheren deut­schen Sedanfeiern hin. Bei ihnen habe es sich nicht um die Feier eines Erfolges in einem Verteidi­gungskrieg zur Befreiung des überfallenen hei­matlichen Bodens, zum Triumph der Gerechtigkeit gehandelt, sondern um die Feier der Vernichtung eines Volkes und der Aufrechterhaltung der Vor­herrschaft. Diesmal hätten die Deutschen auf offe­nem Felde kapituliert und den Marschall Fvch um Gnade angesleht. Bismarck und Moltke seien weni­ger ritterlich gegen Rapolevn unb Wimpffen ge­wesen, als die Verbündeten gegen Deutschland.

Es folgten die üblichen Phrasen von dem groß- n:ütigen Frankreich. Deutschland solle endlich die Versuche einstellen, durch Aufrollung der Schuld- srage am Versailles-Vertrag zu rütteln. Dieses Bollwerk der Gerechtigkeit dürfe nicht angetastet c ei'-en.

Der Vergleich der Riederwerfung Deutschlands durch zehnfache Aebermacht in vierjährigem Kampfe und mit allen Mitteln der moralischen Dolksver- gistung mtt dem glänzenden militärischen Siege MoltkeS in offener Feldschlacht sollte selbst kritik­lose Franzosen nachdenklich stimmen. Daß Poin» cnre die Bchairdlung des nieder gen offenen Deutsch­lands Großmut nennt, ist der Höhepunkt dieser an Geschichtsverzerrung und bewußter Verlogenheit un- übertrefflichen Sonntagsrede des Mannes, zu wel­chem sich immer noch ein sÄhr bettächtllcher Trll FranlreichS bekennt.

englischen und französischen VöllerbundSdelegier- len gemeinsame Beratungen ab, wobei eine grunb» sätzllche Einigung zwischen den Franzosen und Engländern erzielt wurde. Die SinigungSsormÄ wird dem Unterausschuß als DerhandlungSbasiS morgen unterbreitet werden. Die Vereinigung sieht auf Grund des Völkerbundpaktes das vbllgatvrische Schiedsgerichtsverfahren und militärische Sanktt­onen gegen den Staat vor. der das Schiedsverfah­ren «richt anerkenne» würde. Eine Abrüstungs­konferenz würde erst dann stattfinden, wenn eine derartige vertragliche Vereinbarung angenommen wäre. Ja den Kreisen der französischen ©ele­gierten äußert man sich über diese vorläufige Eini­gung sehr befriedigt und weist darauf hin, daß das etwaige Protokoll dieser Vereinbarung auf jeden Fall die Verpflichtung der gegenseitigen Hilfeleistung enthalten würde. Der Beratung ging eine längere Debatte im Unterausschuß des 4. Aus­schusses voraus, der den juristischen Teil der Re­solution Herrivt-Mac Donald zu behandeln hat, in der die französischen Delegierten eingehende Vor. schlüge der Auslegung des Paktes machten, die, wie sie erklärte«», alle Löch« im Pakt endgül- ttg verstopften.

S t. P a u l, 15. Sept. Sn dem auf dem Konvent der amerikanischen Legionen «»erlesenen Brief des Präsi­denten Covltbge sagt« dieser: Wir sind in unserer Hoffnung auf die großen Ergebnisse, die durch das Zufannnenwirken der Völler auf dem Wege des Frir- d««S erreicht sind, gerechtfertigt wie nie zuvor. Auf dem Wege, der zur Beseitigung der Kriege von dieser Well führt, iS ein äußerst wichtiger Fortschritt ge- macht worden.

Warschau, 15. Sept. Sn Lemberg ist gestern eine massenhaft besuchte Volksversammlung abgehalten worden, in der unter Bezugnahme auf die Erklärung de« Außenminister«. Grafen Skrzynfki. in Genf in einer Resolution schärfstens gegen den Gedanken pro­testiert wurde, jemals eine ukrainisch« Universität in Lemberg zu errichten. Die Derwirllichung einer der­artigen, für den Staat mörderischen Sdee, bedeute einen Kamps um den nationalpolitischen Charakter Lemberg zu entfachen.

Genf, 15. Sept. In der heutigen Vormit- tagssihung des Ausschusses der Versammlung (Tech­nische Organisationen) trat der Präsident der Völ- kerbundskommission für geistige Zusammenarbeit, der französische Philosoph Bergson, lebhaft da­für ein, daß man das Anerbieten der ftanzösifchen Regierung annehme, die ein internationales Insti­tut für geistige Zusammenarbeit auf Kosten Frank­reichs fn Paris einrichten und der Kommission zur Verfügung stellen wolle. Bergson suchte vor allem die Bedenken zu zerstreuen, die dadurch entstan­den waren, daß das Institut in Paris und nicht «g. Genf errichtet werden solle und erklärte, daß bet internationale Charakter der neuen Einrichtung in Paris nicht im geringsten gefährdet werden würde (!). Der englische Delegierte Mur ah wies dem­gegenüber auf die absolute Notwendigkeit hin, durch Garantien den internationalen Charakter d-.s künf­tigen Instttuts von vornherein einwandfrei sicher zu stellen und brachte hierzu eine Reihe von Vor­schlägen ein. die u. a. darauf ausgehen, daß die Bedang des Instituts von Genf aus erfolgt und zwar unmittelbar durch das DölkerbundSfekre- tariat, und die ähnliche Beziehungen zwischen Genf mrd de» Instituten in den anderen Ländern vor­sehen. Die Debatte über die Resolution wird fort­gesetzt.

Genf .15 .Sept. Die weitere Debatte des zweiten Ausschusses stand unter dem Einfluß der Bedenken, die der englische Delegierte in seiner Eigenschaft als Berichterstatter der Kommission ausgesprochen hatte und die vor allem der Möglich- kett galten, daß öas Institut für geistige Zusam­menarbeit in Paris ein französisches Institut wer-

5. BilkrrbmMasung.

Genf ,15. Sept. Der sechste Ausschuß (po­litische Fragen) genehmigte heute den von Ransen -erstatteten Bericht des ersten Unterausschusses, der mit der Prüfung der Tätigkeit der Völkerbundskom« miffion zur Bekämpfung des Sklavenh? n- delS Beauftragt wurde.

Genf, 15. Sept. Die holländische De­legation hat der VöllerbundSverfanrmlung einen Anttag zugehen lassen, in dem sie eine neue Prü­fung der anläßlich des Korfu-Zwischenfal­les vom Iuristenkomitee des Völkerbundsrats ge­gebenen Auslegungen des DSllerbunbSpaktrS an­regt

Genf, 15. Sept. In den Kreisen der tücki­schen Delegation wird Beftdtigt, daß die Türkei bei den Verhandlungen im Völkerbund auch eine Volksabstimmung im Mofful-Gebiet verlange«« wird. Von türkischer Seite wird jedenfalls be­stätigt daß die türkische Regierung während die­ser Sage der DölkerbundSversammlung kein Ge­such zum Beitritt zum Völkerbund einreichen wird.

Genf, 15. Sept. Das gegenwärtig hier wei­lende Komitee der unterdrückten Völ­ker, das feinen Sitz in Paris hat und die Interes­sen der Ukrainer, Weißrussen und Lttauer verte«, digt, protestiert in einer Mitteilung an die Presse gegen die optimistischen Darlegungen die Bei pol­nische Außenminister kürzlich über den Minderhei­tenschutz gegenüber der ukrainischen Bevölkerung abgegeben hatte, und legt bar, daß sowohl die Sprachsreiheit als auch die Gründung der itfrii- nischen Universität in Krakau in polnischem und nicht in ukrainischem Sinne geregelt wurde. 3 einer anderen Mitteilung wird allgemein gegen die polnischen LlnterdrückungSmetho- oen protestiert und auf Grund des Artikels 19 des Völkerbundspaktes eine neue Prüfung der un- anwcndbaren Verträge gefordert, wobei das Ko­mitee erklärt, daß die acht Millionen Mfrainer und drei Millionen Weißrussen unb Litauer sich niemals damit abfinden werden, unter polnischem Joche zu blriben.

Genf, 15. Sept. Heute nachmittag nahm das österreichische Komitee des VöllerbunbsrateS. in dem, wie man weiß, England, Frankreich, Italien, Oesterreich und die Staaten der Kleinen Entente vertreten sind, zu dem Bericht des Finanzkomi­tees über die österreichische Finanzierung Stel- lujig. Wie man erfährt «bestätigt es sich, daß der österreichische Haushalt auf rund 195 Millionen Goldkronen erhöht werden soll. Was die Verwen­dung des Anleiherestes für Investierungszwecke be­trifft, so dürften etwa 50 Millionen Goldkronen zur fügung gestellt werden.

3nbuitrie Im Wien Miet

Sin« Rede Dr. Zarres'.

Auf der Kölner Messe hat bet der Tagung deS Verbände« rheinischer Industrieller der Innenminister, Dr. Jarres, eine Rede gehalten. Gr führte folgende« auS: Während seines Aufenthalte« in der Rhein- Provinz habe er in den letzten Tagen erschütternd« Eindrücke von dem Stande unserer Industrie ge­wonnen. Alte Firmen hätten sich entschließen müssen, ihre Betriebe wenigstens zeitweise stillzulegen, weil sie ihre Qualitätsware nicht mehr absetzen könnten. Auch die Klag«« der Landwirtschaft, namentlich deS Westen«, seien nur allzu begründet. Was er dagegen hier in der Versammlung gehört habe, habe wesentlich optimistischer geklungen. 8t persönlich sei der Auf­fassung. daß zu einem zu großen Pessimismus keine Veranlassung vorliege. Sine Inda- strie, die die furchtbaren Schwierigkeiten, namentlich der beiden letzten Jahre, mit Erfolg überwunden habe, habe da« Recht, auch Vertrauen in die Zukunft zu habe» in einem Augenblick, da die Verhältnisse sich ffcherl'ch festigen. Minister Dr. Jarre« sprach dann über do» Londoner. Abkommen. Er glaube, man werd« später anerkennen müssen, baß diejenigen recht han­delten. die sich M einem Ja durchgerungen haben. Wenn man die Bilanz au« dem Ganzen ziehe, so sei e» ein besonder« wertvoller Aktivposten, bah es gelungen ist, die Gefahr wirtschaftlicher Bindungen in London abznwenven und unsere Wirtschaft völlig frei zu erhallen.

Die rheinische unb deutsche Wirtschaft ist »ich« verloren so lange der Geist ht ihr bestehe« bleibt, dem sie chr Wachstum in der Vergangenheit und dem st« ihren Bestand i» den letzten Jahren zu verdanke» hat. e e

Köln, 15. Sept. Zu Ehren der anläßlich bet 8e> Öffnung der Kölner Messe eingetroffenen zahlreich«^' Vertreter der in- und ausländischen Press« becan* staltete» das Messeamt und der Verein Kölner Preis« einen zwanglos« Begrüß ungsabeud. Die herzliche»

Ar Amnrstir.

Berlin, 15. Sept Hinsichtlich der Durchführung der auf der Londoner Konferenz vereinbarten Amnestie ist ru bemerken, nachdem aus deutscher Seite die Lon­doner Amnestievereinbarungen deutsches Reichsgesetz geworden und in Kraft gerieten sind und auch ftan- zösischerseits General de Doutte die Divisionen ange­wiesen bat, die politischen Gefangenen sofort in Frei­heit zu setzen, find die Grundlagen für die Durch­führung der Amnestie geschaffen.

"Tatsächlich wird die Amnestie auch auf beiden Sei­ten durchgeführt. 3m ganzen find bisher, wie auch die ranzöfische Regierung der deutschen Regierung mttge- teilt bat, 145 Straf- und llntersuchungsgefangene der Freiheit wiedergegeben und 760 schwebend« Verfahren niedergeschlagen worden. -Weitere 100 Entlassungen "leben unmittelbar bevor. Hieraus gebt hervor, daß die Durchführung der Amnestie sich nunmehr ht vollem Gange befindet, da« die Dinge sich zunächst nicht so

schnell entwickelt haben, wie t» den Wünschen und Be

Alles einig-mil Weile.

Es gehört nicht zu den alltäglichen Erscheinun­gen, daß zwei Kabinettsmitglieder durch das off«» jiöfe Tclegrphenbüro ihre Einigkeit verkünden toffen. Wenn die Herren Marx unb Dr. Strese« mnn!'. das jetzt für nötig halten, so können sie auf das törichte Sensationsgeschwätz der Linkser siin- »rifen, die durchaus eine Kabinettskrise konst.. ic- mn wollten, um ihre Genfer Privatpolitik zu tei­len. Aber es kommt noch etwas hinzu: Der Auf­schub der Entscheidung über den Kriegsschuldprotest und die Völkerbundsfrage. Bis Samstag Mittag «klärten dieamtlichsten" Stellen, daß diese Dinge «m 15. September beraten werden sollten, am Übend jedoch wurde plötzlich vom 22. September und von der Teilnahme des Reichspräsidenten ge- dnochen. Es ist nur natürlich, daß gar mancher ßch über die Gründe dieses Aufschubs den Kopf zer­koch und daß besonders d i e Leute, nach deren Meinung Dr. Stresemann es so sehr eilig mit der Vfendung der Kriegsschuldnote haben sollte, nun eineNiederlage" des Außenministers witterten. Man darf wohl der offiziösen Erklärung darin Mauben, daß die Einigkeit sich auch auf das Tempo bezieht: auf dasmit Weile". Weder dürste Marx kn Eintritt in den Völkerbund noch Sttesemann Ne Notifizierung überstürzen wollen. Zu dieser Frage ist die Erklärung der drei bekanntesten beute sthen Vorkämpfer in der Kriegsschuldaufklärung, Professor Delbrück, Graf Montgelas und Dr. Rohr­bach, doch ernster zw werten, als die sonstigen Pro­teste gegen den amtlichen Protest. Denn diese drei begnügen sich nicht mit dem negativen, sondern stellen selbst drei klar formulierte Lehrsätze zum Kriegsschuldthema auf, die sie vor aller Welt zu beweisen sich erbieten.Vorwärts" undVoff." brückens nach aber zittert nicht ihrGenfer Herz" dabei? Sicher aber ist, daß mit der Verschlep­pung der Entscheidung weder in der Kriegsschuld­stage noch in den anderen schwebenden Fragen bet Kabinettsumbildung kaum etwas gewonnen wer­ben kann.

Das Dementi.

Berlin, 15. Sept . 3n den Erörterungen der Presse wurde in der letzten Zeit wiederhott von Gegensätzen zwischen dem Reichskanzler Jtttö dem Außenminister gesprochen. Ge­genüber diesen Behauptungen sind tpir zu der Er­klärung ermächtigt, daß den beiden Persönlichkei­ten von diesen Gegensätzen nichts bekannt ist. Die ron dem Reichsaußemninister seinerzeft mit den Führern der deuffchnativnalen Opposition geführ­ten Verhandlungen wegen der Erkläruugder Kriegsschuld erfolgten tot Einverständnis mit Nm Reichskanzler und dem Kabinett. Die heute stgleich nach der Rückkehr deS Reichskanzlers er­folgte Aussprache ergab erneut, daß über die Ge- Damtpolitik, sowie besonders in den Fragen der Notifizierung der Kriegsschuld und des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund keinerlei Mei- P> u n gsverschiedenheiten zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsaußenminister besteht ^vder bestanden hat.

jt Berlin, 15. Sept. Am Schlüsse der Kabinetts- Dung ßat eine Besprechung stattgefunden über die jütische Lage, die ht der Sitzung vom 23. 9. aus- ?"Iich behandelt werden soll. Die vorläuftge Aus- Vtoche, die auch die beiden Fragen der deutschen ftnegsschuldbelastung und des Völkerbundes betraf, er- Do die vollkommene Uebereinstimmung der An- tocaanaen des Kabinetts.

*- «. Berlin, 16. Sept Zn der offiziellen Er- tiorsng, nach welcher die Aussprache, die gestern mor- fcn zwischen dem Reichskanzler und dem Aubenminister r-tfsrfunben bat, ergeben bat, daß besonders in der Sraoe der Rotiftzierung der Kriegsschnldfrage und des ®i«tritt5 in den Völkerbund keinerlei Meinnngsver- Dtedcnheiten vorhanden feien, bemerkt die8er- b die Reichsregiernn« bat zwar erklärt, daß sie «v Widerruf der Kriegsschuldfrage den fremden Mach­et amtlich zur Kenntnis bringen werd«. Rn« bat sich «er inzwischen deutlich gezeigt, dab die Rotiffzierung

Augenblick untunlich ist; deshalb wird die Roti- «Jiwtiüa einstweilen nicht erfolgen. Die Kriegsschnld- F88e dürfte damit einstweilen als erledigt gelten und J lange vertagt werden, bis sich ein geeigneter Anlah * ihrer Wiederaufnahme ergibt, z. B. wenn die matte des Eintritts in den Völkerbund aktuell wird.

Es darf al» sicher gelten, dab der Kabinettsrat, der "^ nächsten Dienstag unter dem Vorsitz des Relchs- ^fi-enten stattfindet, ht diesem Sinne beschlieben

ik Berlin, 16. Sept Wie dieSoff. Ztg." Höri, Reichskanzler Mar, honte wieder Str«

m Übungen der Reichsregierung im Ztoteresi« der Ge­fangenen entsprochen hätte, rührt daher, dab es einet gewissen Zeit bedurfte, bt» die wn französischer Seite ergangenen Anordnungen bt« in die letzt« in bet Durchführung der Amnestie beteiligte Instanz dnrchge- drungen und all« entsiaicdenen Zweifel durch RLck- ftagen geklärt waren. Die beteüigten deutschen Stel­len verfolgen die Durchführung der Amnestie ans da» genaueste unb werden eile etwa auftretenden Hemmun­gen zu beseitigen suchen.

Koblenz, 15. Sept In bet Amnestie, frage führten die in Koblenz unb Düsseldorf ge­führten Verhandlungen bisher zu folgende» Ergeb­nis: Bis zum 12. September wurden 145 von den französischen Gerichten verurteilte Deutsche aus dem Gefängnis entlasien, darunter der früher hi Et. Martin inhaftierte Bahnhofsinspektor Gottfried, der Schupob'eamte Breuer, der Kavallerieleutnont Andler und der Düsseldorfer Echupohauptmann Pohl. Ferner wurden 750 schwebende Verfahren niedergeschlagen.

Paris, 15. Sept. Der Handelsminister teilt offiziell mit, daß vom 21. September von Mitter. nacht ab in den besetzten Gebieten der deutsche Zolltarif wieder in Kraft tritt. Er fordert deshalb die ftanzösifchen Han- belsfreife auf, vor diesem ZeitpunN ihre Waren zn verzollen. Der Hanbelsminister erinnert daran, daß, wenn durch die Abänderung des Zollsystems Streitigkeiten zwischen den alliierten Eeschäftsletf ten und den deutschen Behörden entstehen, die-zu schaffenden Schiedsgerichten über die Stteitigkeiten zu entscheiden haben.

Essen, 15. Sept. Iw neubesetzten Gebiet wirb mit dem Abbauder Quartiere, soweit Be­amte der Regie und der Micum in Betracht kom­men, begonnen. Der kommandierende General ord­nete an, daß die Neubauten, die bisher von den französischen Behörden beschlagnahmt waren und auf Antrag allerdings zumeist freigegeben worden sind, überhaupt nicht mehr einer Beschlag­nahme unterliegen.

Die Bertteter der Kultnr.

ft. Oberhausen, 16. Sept. Gestern Abend gegen 10 Uhr richteten 810 französische Soldaten in den Straßen der Stadt verschiedene Zerstörun­gen an und mißhandelten einen von der Kranken- visitte heimkehrenden Sanitätsrot schwer. Als die Bevölkerung gegen die Unruhestifter eine drohende Haltung einnahm, sah sich die Polizei gezwungen^ --------

zwei der Soldaten in Schutzhaft zu nehmen, wäh­rend die übrigen flüchten konnten. Französische Gendarmerie nahm die beiden Festgenommenen dr weitere Gewahrsam und ist mit der Errnittelnust der Geflüchteten beschäftigt.

fk. Oberhausen, 16. Sept. Die Räumung von Oberhausen wird, rote maßgebende Steilen be richten, morgen endgültig beginnen.

zu stören. Zur Sicherheitsfrage, die auf der Tages- j________________,_______ ______

orkmung der Zusammenkunft stand, verwies Graf Bente: einen endgültigen Text borbereiten soll, mit den