OLschekUHe Jettuns
4
Marburg a. L, öeanabrnd, den n September
-ir. 216 (2. Blatt»
verboten.)
Westkirch.
suchen sollen?
- f
r
ri
■BHF*
Nur 4 Pfennig kestet MAGGI Fleischbrüh-Würfel
Schaumpon A
mit dem schwarzen Kopf > fc jjf Das altbewährte Kopfwaschpulver
tn tade»
des Kohlensyndikates werden fortgeführt, ohne dass man „heute schon sagen kann, ob überbaust das Rubr- koblensyndirat in seiner bisherigen Gestalt aufrecht er-
do.ss auch die Ruhrkohle um mindestens 10 billiger werden und dass dadurch der Absan Kohlen wieder eine Besserung erfahren wird die Verhandlungen über die Umgestaltung
rechnen, Prozent deutscher
Auch
Entscheidung: das 11. Korvs und das Garde-Reserve- toips gingen von Ramur nach Ostpreussen ab, das 3. »nd 9. Reservekorvs lagen in der Gegend vor Aut-
Internat. the-fta- bahnung
| 1 ! ?L I t 4 s I jh 4 W 1
..Danke."
„Allo das ist alles, was Sie mir über den rnhste käsen Mantelfetzen sagen können? Es ist iminec-
deutsche Kräfte waren
Sie fehlten bei der
- :
I
11
II
Als die Dämmerung hereinürach, war Olten i» Ravenhorst.
Er rief die Dienerschaft zusammen.
„Besinnen Sie sich, wer ist am Abend des vorletzten Freitag hier auf dem Hof gewesen?"
„Der Herr hat in diesen Wochen überhaupt keinen Besuch bekommen", versicherte Friedrich.
„ES handelt sich auch nicht um Besuch für Herrn von Ilefeld, sondern um jede Person, Mf an dem Tlbend hier verkehrt hat."
Die Leute besannen sich. Ein Stallknecht h-ttt« Besuch von seinem Bruder bekommen, der in Ek- kernförde diente; sonst erinnerte sich niemand, eine« Fremden gesehen zu haben, eine fremde weibllch« Person schon gar nicht, nicht auf dem Hof, nicht mr Haus, nicht im Garten.
*'(ls Olten anfing, ungeduldig zu werdeen, kam pfeifend, mit roten Backen, Frettchen, IlefeldS kleiner Groom, von der Landstraße. Er hatte die Fahrgelegenheit verschmäht. Breitspurig stampft« er daher, stolz darauf, daß sein Herr wieder frei werden sollte. ..
reichte er den Ort, schwang sich auf, versteckte sich im leeren Packwagen, und sobald der Zug sich wieder in Bewegung setzte, schlich er auf dem Trittbrett zu dem ersten Wagen vorn. Es war Rächt, Sturm und Regen. Niemand sah ihn. Er lugte Lurchs Fenster. Da saß Max Heefemann auf der anderen Seile des Abteils, den Kopf nbge- wandt. Tobi riß die Kupeetüc auf. Im Sprung schon holte er zum Hieb aus. Dem Ueberfallenen blieb nicht Zeit, sich umzuwenden, so rasch fiel der Schlag. Ohne Laut war er gegen die Tür
(Nachdruck
Ser SeMtfnk
Kriminalroman von Luise
68. Fortsetzung.
Was hätte ich im Hörster Forst
wetpen, da» 7. Reservekorv» vor Maubeuge, eine Division der 3. Armee vor Eivet fest. Die Oberste Heere»- Icitung zu Luxemburg verfügte über keinerlei Reserven mehr. Die Verschiebung von groben Teilen der 6. und 7. Armee vom linken nach dem rechten Flügel kam zu svät und konnte in den verhängnisvollen Entscheidungsstunden der Marneschlacht leider nicht mehr wirkstnn werden.
Von Gallieni, dem Gouverneur von Paris, beraten, fetzte Ioffre am 5. Sevtember von Paris heraus die neugebildete Armee Maunonry zur Umfassung des deutschen Westflügels an in der sicheren Hoffnung, hierdurch die deutsche Eesamtfront von Westen nach Osten bin aufzurollen und das deutsche Heer vernichtend zu schlagen. Die deutschen Heeresbewegungen kamen diesem französischen Plan entgegen, denn die Oberste Heeresleitung legte auf Paris keinen Wett und zog auch die rechte FlLgelarmee (1. unter Kluck) über die Marne, um. Patts nut schwach beobachtend, den linken französischen Flügel umklammernd anzu- greisen. Es ist das unvergänglich hohe, über alles Lob erhabene Verdienst des Generals v. Kluck, dab er biefe_ Gefahr sofort erkannte und den gewaltigen Ent- schlub fand, mit seiner ganzen Armee auf das Norduser der Marne umzukehren. In heibem Ringen gelang es ihm, obwohl die Korvs seiner Armee der bedeutenden Entternungen halber natürlich nur stückweise eintreffen konnten, die Armee Maunourv bis nahe vor die Pariser Werke zurückzudrängen. Deutsches Ungestüm und deutsche Schnelligkeit erfochten hier einen glänzenden Erfolg. Der erhoffte Vernichtungsschlag der Franzosen, der zu früh und mit zu geringen Kräften angesetzt worden war, erlitt einen völligen Zusammenbruch.
Und trotzdem ging die Schlacht zu llngunsten der Deutschen aus. Durch den Abmarsch der Armee Kluck auf das nördliche Marneufer klaffte eine 30 Kilometer breite Lücke zwischen dem linken Flügel der Armee Kluck und dem rechten Flügel der Armee Bülow. Sie konnte allerdings eine Zeitlang durch die Reiterkorvs Marwitz und Nichthofen geschlosien, aber doch nicht auf die Dauer gegen das ganze englische Heer und gegen den linken Flügel der Armee Franchet d'Esverey behauptet werden So sah sich Bülow auf dem rechten Flügel so bedroht, dab er in llebereinstimmung mit dem Abgesandten der Obersten Heeresleitung, Oberstleutnant Hentsch, die Rücknahme der 2. Armee hinter die Marne befahl. Hiermit gingen nicht nur die Erfolge Klucks, sondern auch die grobe Vorteile verloren, die der linke Flügel der 2. und die 3. Armee im Sumpfe von St Eoud in der Mitte der Schlachtfront über die Armee Fach erzielt batte. Irrtümer und Mihdeutungen hatten ihr unheilvolles Spiel getrieben Nirgends waren die Deutschen geschlagen. Im Gegenteil, nie vorher und nachher hatte eine bessere Armee, die selbst Fach ein „stahlhartes Werkzeug" genannt batte, auf deutscher Seite gekämpft. Am 9 und 10. September ging sie, nicht ohne Verlust, zum Stellungskampf an die Aisne und vor Verdun zurück. Das wat die bittere Wendung.
Die Franzosen haben diesen überraschenden Ausgang der Marneschlacht ein „Wunder", wir ein „Unglück" genannt. Er war in der Tat beides. Da» Wunder lag darin, dab ttotz mehrerer Teilniederlagen des französisch-englischen Heeres der Eesamtverlauf doch günstig für die Entente ausfiel. Unser Unglück aber ergab sich daraus, dab durch Unstimmigkeiten zwischen Heeresleitung und ArmeefLhrungen Klarheit und Einheit des Sandelns versagten.
Noch immer wird, obwohl die Zusammenhänge längst genaue Klärung gefunden haben, lebhaft ge= tritten, ob die Marneschlacht 1914 wirklich eine ent- chcidende Niederlage gewesen ist, und ob mit dem
IT
Zur Jagd bin ich von Herrn von Quast seit meiner Heimkehr noch nicht geladen gewesen, also feit drei Jahren nicht."
Olten zog sein Notizbuch hervor. „Ihr alter Friedrich behauptet, sogar acht Tage nach dem Morde sei der Mantel noch heil gewesen. Wenn 6ic den Zipfel also nicht vom Mantel verloren haben während Sie chn trugen, so müßte er ab» ßerissen worden sein, während Sie ihn nicht tru- Sen. Sagen Sie, haben Sie ihn jemals zum Ausbessern ooer aus einer anderen Ursache fortge- keben, etwa verliehen?"
„Nein, meines Wissens hat er unberührt in ■einem Kleiderschrank gehangen, seit ich ihn zum ta?kn Mal nach Heesemanns Tod auf einer Reise >ach Kiel getragen hatte."
„Im Kleiderschrank, sagen Sie? Und der Klei- brrschrank sicht in Ihrem Schlafzimmer?"
„Ja."
„Ist Ihnen denn in Ihrem Schlafzimmer, seit den Mantel zum letztenmal trugen, etwas Un» kewöhnliches aufgefallen — etwas, das Sie nicht 'rcht begriffen, das Sie fremd anmutete?"
„In meinem Schlafzimmer?"
„Etwa, daß ein Gegenstand anders stand, als p*6 ober Ihr Friedrich ihn zu stellen pflegen, ein von feinem Platz gerückt, eine Decke verfcho- war, der Schrankschlüssel sich nicht drehte wie ttwöhnlich?"
„Rein."
„Es kann auch nur ein Geräusch gewesen sein, die unbewußte Empfindung: hier ist jemand Sevesen."
Ewerten. Beträchtliche 1
der rückwärts gebunden.
Rückzug aus bet Marneschlacht bet ganze Krieg für uns verloren wat. Beides ist zu verneinen. Zn einet Niederlage ist sie erst dadurch geworden, dab die Gntenteprefie mit einem alles Übertönenden Geschrei vor der Welt vettündete: „Die Unbesiegbarkeit der Deutschen ist gebrochen. Der Steg ist unser." Da ober die moralische Seite hn Kriege alles ausmacht, konnte der Ettolg nicht zweifelhaft sein. Die deutsche politische Reichsleitung aber tat nichts zur Abwehrung dieses Eindruckes, sondern schwieg und lieh die Dinge treiben, anstatt unter Ausnutzung des hochgemuten Volksgeistes von 1914 jetzt schon die vollste Entfaltung deutscher Kampfkraft auf dem Boden natkonater Erhebung zu bewitten. Damals war es noch Zeit, später nicht mehr.
Hier liegt die wahre Bedeutung der Marneschlacht. Dankbar bewundern wir die deutschen Helden, die hier unter den allerschwersten Bedingungen gefochten haben. Wir neigen uns ehrfurchtsvoll vor der Asche bet deutschen Toten, die unter den Schollen französischer Erbe von Patts bis Verbun ruhen. "Ehre ihrem Angedenken! F. I.
SMstag für AMMM und
Fulda, 5. September.
In der alten Bonifatiusstadt haben sich zur ge. meinsamen Tagung des Städtetages für die Provinz Hessen-Nassau und den Freistaat Waldeck eine recht tattliche Schar Bürgermeister. Stadträte, Stadtverordneter aus vielen Städten eingefunden. Ihnen zur Ehre haben viele Gebäude, öffentliche und private, Flaggenschmuck angelegt. Freitag, kurz nach 11 llhr vormittags, wurde die Tagung im groben Stadtsaal durch den Vorsitzenden des Hessisch-Waldeckischen Städtetages, Oberbürgermeister Dr. Antoni, Fulda eröffnet.
Srm zchiMrimn öctenkcn ter Ramkilblllchl 1914
— 6. bis 12. September. —
Eine Siegesfette sondergleichen eröffnete int August 1814 den Weltkrieg auf deutscher Seite. Die Festungen Lüttich und Namur sowie mehrere kleinere Plätze waren mit verblüffender Schnelligkeit in die Hände der 'Deutschen gefallen. Vom 23. bis 30. August wurde das dem deutschen Einbruch entgegenroirtenbe französisch- englische Heer unter Joffre-French auf der Front St. Quentin—Longwv geschlagen und hinter die Marne getrieben. Der französische Vorstob nach dem Ober» elsab war gescheitert, der grobe Angriff nach Deutschkotbringen bis hinter die Meurthe und Mosel zuttick- geiporfen, allerdings ohne dab die deutsche 6. und 7. Armee die Festungsfront Nancy—Evinal beroättigen tarnten. Im Osten hatte Hindenburg die Russen bei Tannenberg bis zur Vernichtung geschlagen, in Süd- «stpolen das österreich-ungarische Heer den Feldzug »usstchtsvoll eröffnet. Fürwahr, überraschend erfreu» kichc Hoffnungen auf den nicht fernen Sieg der Mittelmächte eröffneten sich. Schon schien der grundlegende Plan des Altmeisters Schlieffen der Verwirklichung labe: Zuerst mit Frankreich und England abrechnen, dann zur Schluhentscheidung auf die Russen los.
Auf dem Westkampfplatz streiften die Schwadronen her Reiterkorvs Marwitz und Richthofen bis trabe vor bü vorgeschobenen Wette von Patts. Die französische Regierung entwich, wie im September 1870, nach Bordeaux. Der lange Rückzug der französischen Trup- •cn batte den Halt erschüttert Der britische Mar- pdall French meldete seiner Regierung: „Ich kann nicht ftten, dab ich dem weiteren Verlauf des Feldzuges Hoffnungsvoll entgegensehe. Mein Zutrauen zur Fäbig- Heir der französischen Führer schwindet schnell dahin." Ur war bereits der Ansicht, das britische Heer hinter Hie Seine zurückzuführen. Rur dem persönlichen Ein- «tiifen Kitscheners, der aus London nach Paris geeilt »ar, gelang es, French zum Standhalten zu zwingen.
Das deutsche Westheer ging am Westflügel mit der 1. Armee Kluck in Eilmärschen auf Paris los. die l Armee Bülow rückte über Reims, die 3 Armee Hausen Ober Chalons südwärts vor. Die 4. Armee Herzog Albrecht durchschritt die Ostchampagne, die 5. Deutscher Kronprinz rang hart in den Argonnen. um den Hauptsatz Verdun abzuschnüren.
Da raffte sich die französische Oberleitung (Ioffre) Ät verzweifelten Gegenanstrengung auf. 33 Generale, vom Armeeführer bis zum Divisionsfübrer herab, würben _ wegen Unfähigkeit beseitigt und durch jüngere Kräfte ersetzt. Da Italien eine für die Entente wohl- rollende Neutralität übte und die Meurthe—Moselfront unbedingt haltbar schien, zog Ioffre alle irgend- ■ie entbehrlichen Kräfte nach Westen heran. „Man •irb sich an der Marne entscheidend schlagen", befahl *r. „jeder Schritt rückwärts ist ein Kiegsverbrechen." Eo stellte er in der Front Paris—Argonnen ein zum tnmen Teil frisches Heer zum Angriff bereit, das den ebenfalls zum Angriff herankommenden Deutschen um U überlegen war. Dazu kam, dab die Deutschen, vom «klerbesten Geiste beseelt und des naben Sieges gewib, b«rch die fortgesetzten Eilmärsche bart mitgenommen Waren, auch an Nachersatz, Lebensmitteln, Munition Rot litten, da der schnelle Vormarsch und die Zer- bvrung der Eisenbahnen den Nachschub empfindlich er-
hin etwas. Ich fahre nach Ravenhvrfi, um Ihr? Angaben zu ergänzen. Der Fall hat für mich nun Form angenommen. Cs ist wunderbar, wie leicht und natürlich nach solchem Prozeß die nodi i ehlenden Glieder sich zu ergänzen Pflegen. Ich' bin überzeugt, ich fasse bald das letzte Glied der Kette."....
„Das ja — allerdings — kurz vor meiner Ver- haftung. Aber mit dem Mantel hatte das nichts zu schaffen. Es war überhaupt nichts Irdisches."
„Erzählen Sie immerhin."
„Cs war lediglich ein seelischer Borganz."
„Die rein seelischen und die ganz weltlichen Vorgänge sind eng miteinander verknüpft. Bitte, erzählen Sie mir Ihr Erlebnis."
Da erzählte Ilefeld den Vorfall in jener 'Dämmerstunde.
„Ich hatte sofort die feste Gewißheit von einem Unglück, das sich mir ansagte, und zugleich auch, ja — das unbestimmte Gefühl von der Gegenwart einer anderen Person in der Stunde. So deutlich war diese Empfindung, daß ich sogar Licht anzündete, den Schrank öffnete, ja sogar aus einem der offnene Fenster in den Park sah. Der Mond schien hell, aber da war niemand weit und breit."
„Wann war das? Entsinnen Sie sich des Datums?"
„Es war drei Tage vor meiner Vehastuno, und ich war nach diesem Erlebnis so gewiß, daß sie erfolgen würde, daß ich noch am selben Abend Frau von Heesemanns Brief verbrannte."
„Drei Tage vor Ihrer Verhaftung? Hm! Das Kan merfenster stand offen, als Sie eintrateo?"
„Beide Fenster."
^Hatten Sie sie geöffnet?" . z,
„Wohl Friedrich."
„Pflegten sie beide offen zu stche.i?"
„Ja."
„Der Mond schien hell, sagen Sie?"
„Tageshell."
„Aber soviel ich mich entsinne, treten die Büsche !>eS Parks dicht an die Fenster heran. Die Kammer liegt zu ebener Erde uue sehr niedr-g. Ein .geschmeidiger Mensch, auch ein Mädchen, würde rin Bruchteil einer Minute aus dem Fenster springen und im Schatten der Büsche sich verbergen können."
__59. Mra. 1924
halten bleibt. Die Berichte über die Förderung» «iffem hn Ruhrgebiet lauten im allgemeinen günstig, unb es ist mit Sicherheit zu erwarten, dab die wirt» jchaftliche Befreiung des Ruhrgebietes eine wettere Vermehrung der Produktionsziffern zur Folge haben wird. . Auf der anderen Seite gebt die Kohlenförde» rung in Polnifch-Ost-Oberschlesten fast ständig zurück, und es haben dott wegen Absatzmangel Feierschichten eingelegt und Erubenstillegungen uorgenommen wer- »•j?« P?u*r,n" zeigen sich in immer größerer Deut-
die schädlichen Folgen der Abtrennung Ost- ^berschlefiens von Deutschland, das unter polnischer ■ öerrf^aft zur wirtschaftlichen Verkümmerung verur- • L? *. T* bet französischen Zollregie
tni Rheinland und die am 9. September in Krait getre- tene Aufhebung der Rheinzollinie bedeutet für die deutsche Wirtschaft zweifellos einen erheblichen Fortschritt. Die Wiederherstellung des freies Verkehrs innerhalb, Deutschlands ist ein Schritt ostwärts zur wirtschaftlichen Wiederaufrichtung unseres Vaterlandes. — Langsam, wenn auch sehr langsam, beginnen auch die Ziffern der Beschäftigungsstatistff wieder anzuwachsen. Nach dem Bericht des Landesarbeitsamte» Berlin ist eine geringfügige Abnahme der Arbeitsuchenden festzustellen, wobei freilich dervorgehoben wird, dab diese Besserung sich zunächst nur in einigen Spezialberufsarten, wie z. B. in der Holzindustrie geltend macht, während die Allgemeinlage auf dem Arbeitsmarkt noch als durchaus ungünstig bezeichnet werden mub
An der Börse bat die Spekulation in Papiermattanleihen des Reiches, der Länder und der Gemeinden zu einer heftigen Krise geführt. Die Verluste, die durch die Kursrückgänge auf dem Anleihemärkte entstanden sind, haben sich in ähnlicher Weise wie seinerzeit bei dem Zusammenbruch der Frankenspekulation ungünstig ausgewittt, indem die Geschädigten gezwungen waren, ihre Verluste auf dem Anleihemarkt durch Verkauf anderer Werte zu decken, wodurch auf alle« Märkt i eine fühlbare Kursabschwächung dervorge- rufen wurde. Erwähnung verdient endlich die au feer» ordentlich- Steigerung der Getreidepreise, die im Anschluß an die Verteuerung der Weltmarktpreise — und verstärkt durch ungünstige Nachrichten über die Aussichten der deutschen Ernte infolge des regnettsche« Wetters —, in der letzten Woche eingetreten ist. Die Neichsregierung bat einer allzu starken und plötzlichen Aufwärtsbewegung der Eetreidevreise dadurch entgegenzuwirken versucht, dab sie das vor einiger 3eit aufgehobene Ausfuhrverbot für Getreide wieder fier« gestellt bat. Aber die Wirkung dieser Massnahme wird voraussichtlich sehr gering sein, und wir werden in der nächsten Zeit unter allen Umständen mit teueren Ge- treibenreijen rechnen müssen. Das ist umso bedenklicher, als hohe Eetreidevreise selbstverständlich dem notwendigen und zu erstrebenden allgemeinen Preisabbau entgegenroirfen.
„Ich merke jetzt, wo Si ehinaus wollen. Aber Olten, erwägen Sie das Oeffnen und Schließen ibet Schranktür. Ich saß nebenan."
„Fanden Sie die Schranktür geschlossen?"
„Angelchnt, glaub ich."
„Aha!"
„Bedenken Sie doch, sie hätte im Mondlicht den Mantel heraussuchen müssen. Und wie sollte sie wissen, welchen ich gerade am Abend des Mordes getragen hatte?"
„Sie hat Sie ja im Wald von Seebergen gesehn, amt Ihrem Mantel, zwei Stunden vor dem Mord. Das Oeffnen und Schließen der Schranktür, das Schleichen durch die Stube allerdings — Hatten Sie einen Hund bei sich?"
„Einen Hund? Rein! Bruno, der Setter, war im Zwinger, und Waldmann meine ich draußen kläffen gehött zu haben. In der Stube war er nicht.
„Sehen Sie wohl! And Si eselbst waren in Gedanken vertieft."
„Aber ich habe das Mädchen nie gekränkt. Und ich bin eher gewohnt, daß die Menschen mir etwas zuliebe tun, als zuleide. Wie sollte sie dazu kommen, sich diese raffinierte Infamie auszudenken, um mich zugrunde zu richten?"
„Um den Verdacht von ihrem Geliebten abzulenken. An Sie hat Sie überhaupt gar nicht gedacht,"
E,^ach mil kochendem Wasser übergossen, ergibt her Würfel
IcMug auf den Namen MAGGI und die rofgsihe Packung. kräfti9e ^bkebbriibe zum trinken und lochen, zum Verbessern oder Verlängern von Soppen und Sollen aller ArL
—♦—
Nolkswjrtschaftliche WMnuberM.
Wenn Optimisten erwartet haben, dab sofort nach der Annahme des Dawes-Programms ein starker Kon- junkturaufschwung in Deutschland eintreten werde, so sind sie bis jetzt ziemlich stark enttäuscht worden. Die Geldknappheit hat sich auch in der letzten Woche in sehr störender Weise im deutschen Geschäftsleben fühlbar gemacht, und wenn die Leipziger Mesie in diesem Jahre nach allgemeinem Urteil der Messebesucher nur eine „stille Messe" gewesen ist. so ist das in erster Linie auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Geldkrise noch keineswegs überwunden ist. Soweit hier und da in der Presse Mitteilungen über bas Zustandekommen privater Kreditabkommen zwischen deutschen Groh- firmen oder Konzernen und amerikanischen Geldgebern aufgetaucht sind, so fiabeg sich diese Meldungen fast regelmässig als unrichtig, übertrieben ober ben Tatsachen vorauseilenb herausgestellt. Die so heih ersehnten Dollars sind noch immer nicht in Deutschland cingetroffen Obwohl es den Anschein hat, datz im Auslände, insbesondere in Amerika, das deutsche Geschäft grosse Beachtung findet, und dass vor allen Dingen der deutsche Exporthandel besseren Zeiten entgegengebt, so handelt es sich auch hier zunächst noch um Zukunftsmusik. Die Schwierigkeit der Lage besteht vor allem darin, dass einer Wiederbelebung des Geschäfts, und besonders des Ervortgeschäfts, unter allen Umständen ein allgemeiner Preisabbau der deutschen Waren vorhergehen muss, der natürlich zunächst den Warenbesitzern schmerzhafte Verluste bringt. — In der Urproduktion scheint die Preisabbaubewegung zuerst zum Durchbruch zu kommen. Nachdem die Koblen- preife in den übrigen deutschen Kohlenrevieren eine zehnprozentige Ermässigung erfahren baden, wird auch der Ruhrkohlenbergbau weitere Kohlenpreisherabsetzungen nicht vermeiden können. Die Verhandlungen über eine Neufestsetzung der Kohlenpreise im Ruarge- hict schweben noch, weil ja diese Frage im engsten Zusammenhang mit der Herabsetzung der Eisenbahnfrachten steht, deren Ausmass noch immer nicht env- giiltig feststeht. Man kann aber heute schon damit
6208
4 ;