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die KriegSschuldlüge?
jetzigen Tagung eine Einladung ergehen au lasses einverstanden und stimmte der von Mac Donall argcregten Einberufung einer Dvllkonserenz übet die AbrüstungSftag« zu.
ist btt Wunsch bet britischen Regierung, Klauseln bisset Art zu unterzeichnen. Aber bevor sie «inen zu grosse« Schritt vorwärts unternimmt, müssen bte Klauseln in der geeigneten Form aufgestellt werben. Die wesentlichste Voraussetzung der Sicherheit unb bei Friedens ist bte Gerechtigkeit. Man must bet Ge- rechtigkeit baS Wort erteilen vor der Leidenschaft. Da» ist Schi«d»verfahrenl Mac Donald erklärt«, daß parallel mit dem Problem de» Schiedsverfahren» da» Problem der Rüstungen lauf«, unb erklärt« vor allem unter Bezugnahme auf gewisse Vorwürfe, die anlätzltch der Flottenschau von Sptthead erhoben wurden, daß Vkgland da» Flottenabkommen von Washington unterzeichnet habe. Gr beglückwünschte den anwesenden dänischen Ministerpräsidenten, batz feine Erklärungen über Abrüstung allen Ländern der Welt den Weg gebahnt hätten. Landabrüstungen seien aber fchwerer zu verwirklichen al» Seeabrüstungen, und ein« internationale Konferenz, die nicht sorgfältig vorbereitet sei, die nicht über einen guten Mechanismus verfüge, wäre zu Wttzerfolgen verurteilt. Hier könne der Völkerbund helfen. Di« Londoner Konferenz, fuhr Mac Donald wörtlich fort, hat so badur chden Weg gebahnt, der zur vernünftigen Methode der nationalen Politik zurückführt und st« trägt dazu bei. auszusprechen, toi« unsere Arbeit durch ein Mitwirken Deutfchland» im Völkerbund« erleichtert würde. Die Grundlage für die Vorarbeiten zum Schiedsgerichtsverfahren sieht Mac Donald in dem DblkerbunbSpakt selbst, der zu einer Zeit geschaffen wurde, tn der man noch nicht die RachkriegSprvbleme vorauSsah und den man vielleicht nicht abändern, aber auf jeden Fall genau studieren und erforschen müsse. Leien wir sorgfältig den Pakt, sagt Mac Donald, er ist schärfer al» untere Freunde meistens glauben. Wenn man ihn verliest und omf die gegenwärtigen Umstände unb Probleme anwendet, können wir unS seiner bedienen für eine Politik, die unS schließlich baS gibt, was wir suchen: die Sicherheit. Die englische Regierung hält an dem Pakte fest. Sie wünscht nicht die Autorität deS Völkerbünde» zu verringern. Sie wünscht vielmehr seine Autorität, soweit es mit der Existenz unb dem Funktionieren deS Völkerbundes zu verantworten ist, auS- zubehnen. Unsere Aufgabe ist e». die intern a t i o - nale Abrüstungskonferenz vorzubereiten. Hier werden wir Reden halten und unsere Ansichten auS- sprechen. Wir haben ein Pakt Projekt, da» von den Kommissionsmitgliedern auSgearbeitet und von verschiedenen Regierungen kommentiert wurde und wir verfügen ebenfalls über ein ausgezeichnetes Glement für eine Beratung tn dem von einer amerikanischen Gruppe ausgearbeiteten Plan. Alle diese bisherigen Vorbereitungen wollen wir einer Kommission übergeben, die die Abrüstungskonferenz vvrbereiten soll unb noch vor dem Ende dieser Versammlung, bevor wir auseinandergehen, können wir einen bedeutenden Fortschritt verwirklichen und gewissermaßen bi« Einwilligung aller erlangt haben. Mac Donald schstrtz mit bet Versicherung, baß bei einer derartigen Arbeit, daS national« Interesse sich mit dem allgemeinen Interesse decke unb warnt nochmals vor den trügerischen Sicherungen militärischer Art.
Funkmeldung.
t ft. Senf.5. Sept. Der franzbsisch« Ml- nisterprüsident gab gestern ht seinem Hotel ein große» Diner, an welchem die französische Delegation, der Präsident de» Völkerbundes, bi« Füh- rerr der Delegationen, der Vertret« des Völker- bundsfekretarkats. die Spitzen der französischen Kolonie usw. teilnahmen.
stunk Meldung.
Genf, 5. Sept. In der Rachmittagsfitzung deS Völkerbundes nahm als Redner zu dem von Mac Donald aufgeführten Problem Stellung der polnische Außenminister Skozhnski und betont in langen Ausführungen den Friedenswillen des rolnifchen Volkes und verteidigt nachdrücklich das System der Sonderverträge, das nicht aufgehoben werden könne, solange die Solidarität der Völker nicht die notwendigen Garantien bieten. Der hol- lünoi^che Minister des Acußeren, Karn sbsck. schloß sich den Ausführungen Mac Donalds an. wonach der Völkerbundspakt olle'Grundlagen nr das Schiedsverfahren und de Regelung der Sicherheitsfrage bietet. Ger dänische Ministerpräsident Stau- ning stimmt der Auffassung Mac Donalds zu. Carlten-Australien will, daß die diesjährige Völ- kerbundSversammlung etwas Positives in der Ab- '.üstungsfrage leiste. Er sei mit oem Vorschlag, den Mac Donald gemacht habe, an Deutschland zur
Genf, 4. Sept. Vor Beginn der heutigen Sitzung der Völkerbundsversammlung. in der M a c vonalb daS Wort ergreift, wartete bereit« eine «oß> Menschenmenge vor dem Bersammlungsge- J6.ibe auf die Ankunft des englischen Ministecprä- stbenten. Dor dem Reformationsgebäude und an allen Türen wird heui« bte Kontrolle strenger als jfcnft gehandhabt. Der große Sitzungssaal ist bis Mus den letzten Platz beseht; noch nie war eine 'Sitzung so überfüllt wie die heutige. Zahlreiche stöefncher muhten sich mit Stehplätzen begnügen.
Präsident Motta eröffnete die Versammlung Im 11 älhr 10 Min., indem er mitteilt, daß die Debatte der Abrüstungsfrage gilt und dem »•r.c: englischen Delegierten, Premierminister Mac Daocld, das Mort erteilt.
Mac Donald, im schlichten, graue: Straßen-
-nzug, besteigt unter minutenlangem stürmischem jdeifall die Rednertribüne. Di« Delegierten erst- .i. sich von ihren Sitzen. Unter feierlicher kttlle und größter Aufmerksamkeit beginnt der Mi- R'stcrfrSfibent. immer wieder von stürmischem Bei- |cfl unterbrochen, seine einstündig« Rede. Er spricht größter Lebhaftigkeit, manchmal mit beschvö- der und eindringlicher Stimm«, an den vichtig- Stellen mit den Fäusten auf den Tisch schlu- mit oft hinreißendem rednerischem Schwung, der spontanes Händeklatschen auslöst; ab und zu an die ftanzöfische Delegation gewandt, in gespannter Aufmerksamkeit seinen Ausfüh- fvlgt. ;
KMschrt zum SoHolfftnleg.
Der 63. deutsche Katholikentag, der diesmal tw der »Diaspora" abgehalten wurde, nämlich in Hannover hat eine« sehr starken Besuch gehabt und in jeder Be-
Gleichzeitig müst« bi« Frage bet Entwaffn M*g gelöst toetbtn.
Wenn bi« Kommission mit ihrer Arbeit fertig fei, sollte «tn« international« Konferenz einberufen werben, deren Voraussetzung eS sein müsse, bat sie in Europa stattfinbet und baß alle Staaten an ihr teilnehmen.
Wa» ben Völkerbu nb betreffe, so könne er sein Ziel nicht erreichen, wenn et nicht alle Staaten umschließe, auch jene Staaten, bi« man al» bte bedrohenden Staaten bezeichnet.
Deutsch la nb dürfe bah er nicht außerhalb beS Völkerbünde» bleiben. »Wir können uns nicht den Luxu» erlauben, daß wir ohne Deutschland arbeiten. Richt eine einzige Diskussion über Abrüstung, Friede, über die kleinen Staaten, keine einzige große Frage, bte wir hier behandeln, kann gelöst werden mit dem bedrohlichen leeren Sitz tn der Versammlung.
Auch Rußland mutz herangezogen werden.
Amerika» Lage sei besonder» bevorzugt. 68 könne sich erlauben, von den Problemen fern zu bleiben. Auch habe die Lage in Europa in den letzten Jahren keine besondere Anziehungskraft auf Amerika auSüben können. Trotzdem aber habe man die Amerikaner stets bereit gefunden, wenn man ihrer bedurft hätte und sie hätten besonder» glücklich auf die Lösung der Londoner Problem« eingewirkt.
Mac Donald kam am Schluß seiner langen Ausführungen nochmals auf daS Problem der Sicherheit zurück und warnte nochmals eindringlich, besonders auch die kleinen, neu auS dem Kriege hervorgegangenen Staaten davor, sich der gefährlichen Täuschung hinzu- geben, datz Pakte und Verträge, die auf militärischer Grundlage beruhten, Kriege verhindern und ihre E?l- stenz schützen könnten.
Mac Donald» Rebe wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Der Präsident der Versammlung, M o t- t a, dankte Mac Donald für feine Ausführungen und vertagte hierauf die Sitzung auf den Nachmittag.
Genf, 4. Sept. In feinen Ausführung« n über die L«Zweckmäßigkeit aller mtlitärischen Sicherungen unb seiner Kritik über den Garantiepakt, vor allem der Definition der Begriffe »Sicherheit und Angriff", erklärte Mac Donald unter beträchtlicher Bewegung in der Verscrmlung. daß e» sehr schwer sei, die Verantwortung festzustellen. Der Absatz über die Stelle, in der Mac Donald den Beitritt Deutschland» in den Völkerbund anregt, hat folgenden Wortlaut: Deutschland kann nicht nutz e r h a l b des Völkerbundes bleiben. Wenn ich eine Formel gebrauchen kann, die man hoffentlich nicht mißverstehen wird, so möchte ich sagen, da tztoir ihm nicht gestatten würben, draußen zu bleiben. Auch kann Deutschland in seinem eigenen Interesse nicht fernbleiben. Verhandlungen mit einem isolierten Berlin können nie wirksam sein. Die Londoner Konferenz hat neue Beziehungen zu Deutschland und den anderen europäischen Staaten geschaffen, und diese Beziehungen können jetzt sanktionier! und besiegelt werden durch Deutschlands Erscheinen tn dieser Versammlung. Der Völkerbund hat die ernste Aufgabe übernommen, wieder ein europäisches System zu schaffen, und dieses System wird niemals bestehen, solange unsere früheren Feinde nicht ausgehört haben, unsere Feinde zu fein, statt diesem System unsere Mi'- arbeit zu widmen. Ich hoffe, daß dteS sofort geschehen kann, trotz der Schwierigkeiten und trotz der technischen Einzelheiten, die anscheinend noch bestehen. Lassen Sie uns eine neue Aera derLiga beginnen, wie ich hoffe, daß wir eine neue Aera in Europa beginnen werden. — Lieber die Beziehungen Rußlands zum Völkerbund lauten die wichtigsten Sätze Mac Donalds folgendermaßen: Die russische Regierung glaubt an Revolutionen und an die Auflösung de» Alten als die wesentliche Voraussetzung ür die Schaffung von etwas Neuem. Unter diesen Lim- tLuden ist eS begreiflich, daß der Völkerbund für sie wenig Anziehendes hat: denn wir sind für die Evolution. Auch Rußland hat sich verändert. Es schließ: Verträge ab und arbeitet mit diplomatischen Methoden Bei seinen weiteren Ausführungen über die künftige internatnationale AbrüstungSkon- erenz betonte Mac Donald ebenfalls die Notwendigkeit der Mitwirkung Deutschlands. — Die Ausführungen Mac Donalds über die englischen Vorschläge für ein Schiedsverfahren und die Einberu- üng einer internationalen Konferenz hatten in den wefentlichsten Teilen folgenden Wortlaut: Wa» wir brauchen, ist ein Schiedssystem, das vollständig eingerichtet ist, das vollständig funktioniert. Bevor man das gewünschte Ziel erreicht, hat man eine Llebergansperiode zu durchschreiten und niemand kennt besser die Lasten dieser Llebergansperiode als mein lieber Freund Her» riot und ich. Wir haben furchtbare Verantwortungen geerbt, die vielleicht zu schwer für unsere Schultern in&. Aber wir können immerhin vorwärts gehen. Wir sind, und das muh ich mit Vorsicht und Lleber- legung sagen, Anhänger des Schiedsverfahrens. Wir müssen mit mehr Erfolg als bisher die Gerichtshöfe, die an einem Schiedssystem arbeiten müssen, revidieren und vollständiger als es bis jetzt geschehen ist, die Gegenstände, die ihnen unterbreitet werden, kennen, erforschen und die Verpflichtungen der Staaten dem Schiedsverfahren gegenüber präzisieren. Ich möchte Vorschlägen, Laß der Artikel in der Fassung des Internationalen Gerichtshofes über die fakultative Klausel (d. h die fakultative Klausel über die Llnterwerfung unter den obligatorischen Schiedsspruch) Gegenstand der sorgfältigsten Llntersuchung einer von uns ernannten Kommission wird, um am Ende der Versammlung in präziserer Horm als jetzt aufgestellt zu werden. Ss
ziehung einen glänzenden Verlauf genommen. 3« früheren Zeiten, als die fcnfeffionellen Gegensätze bet uns schärfer aufeinander prallten und unsere katholischen Mitbürger sich über Zurücksetzung im Staat« manchmal mit Recht beklagten, hat man von der anderen Seite die Katholikentage gerne verkappte Zentrumsparteitage genannt und ihnen vorgetoorfen. dal sie Religion unb Politik unzulässig durcheinander mischten. Heute kann dieser Vorwurf nicht mehr erhöbe« werden. Es fehlt ja au chdie Grundlage, der konfessionelle Haber, dessen Beseitigung unS als eine de» besten KriegsvermSchtnisse heilig sein soll. Auch bi« andere genannte Voraussetzung ist nicht mehr vorhanden, da ja bereits zum zweiten Wal ein ZentrumSsühret Reichskanzler ist unb das Zentrum auch an Der preußischen Regierung teil hat.
Trotzdem bietet jede Beschäftigung mit kulturellen und sozialen Problemen selbstverständlich auch Ve- rührungspunkte mit der Politik, und man wirb, wenn man die spezifisch katholischen Prograrnrnpunkte bei Tagung ben Beteiligten zur weiteren Durcharbeitung überläßt, doch vom überparteilichen Standpunkt au< die Punkte hervorheben dürfen, die zur allgemeinen Politik Beziehung haben. Sv war ausfallend di« Schlußrede des Fürsten Löwenstein, in der er die deutsche Regierung aufforderte, den Beitritt Deutsch» lands zum Völkerbünde davon abhängig zu machen, daß der Pap steingeladen werde, einen mit allen Rechten ausgestatteten Vertreter dahin zu entsenden. Man kann sehr gespannt darauf sein, wie sich der Reichskanzler Marx, der ja auf dem Katholikentage mehrer» Reden gehalten hat und dabei stürmisch gefeiert wurde zu diesem einigermaßen heiklen Vorschlag verhalten wird. Zunächst liegen ja wohl der Gesamtheit bet Deutschen einige andere Bedingungen für den Eintritt das Reiche» in den Völkerbund näher.
Eine zweite Frage von großem kulturpolitischem Gewicht, die auf dem Katholikentage eingehend erörtert, wurde, ist Die Schuldfrage. Reichskanzler Mar« und Domkapitular Leicht, also die Führer des Zentrum» M und der Bayerischen Volk^-artei, habe« höchst nachdrücklich die konfessionelle Schute und den Einfluß der Kirche auf die Schule verteidigt. Wem fälle dabei nicht der gerade jetzt tobende Kantpf uni de» Bürgerblock und die Vorliebe des (in Hannover ebene falls laut gefeierten) Dr .Wirth für die Sozialdemokratie ein. Do richtig es auch ist, datz das Zentrum in den letzten Jahren mit der Sozialdemokratie politisch zusammengearbeitet hat, ohne seinen Standpunkt ’n Der Schulpolitik aufzugeben, fo muh doch andererseits beachtet werden, daß jetzt die Zeit der Konsolidier-- .g beginnen soll, in der er nicht nur Wirtschaft»- und finanzpolitische, sondern au ch kulturelle Fragen, teV«
Gens, 4. Sept. Dir Rede Mac Donald» Über die vicherheitssrage. machte aus die Dölkerbundsver- sammlung einen sichtlich tief en Eindruck. Die Absicht der englischen Regierung, die sich au» der Rede ergibt, wird folgendermaßen definiert: Anstatt de» Garantiepaktenttourfes de» Völkerbünde», der nur militärische Sicherheiten gegen an greifende Staaten ohne sofortige Abrüstung vorsieht, will Mac Donald durch eine internationale Konferenz, an der auch Amerika, Deutschland und R u ß la n d teilnehmen sollen, da» Abrüstungsproblem zur Annahme bringen lassen. Parallel mit der Abrüstung soll ein allgemeine» Schiedsgerichtsverfahren an die Stelle Der militärischen Sicherung deS Garantiepaktes gefetzt werden. Dabei solle Der unveränderte Völkerbundspakt selbst die Grundlage bilden. Sehr lebhaft wurde auch begreiflicherweise der Satz in der Rede Mac Donalds über Deutschlands Eintritt in ben Völkerbund kommentiert, umsomehr, al» hier schon seit Beginn Der Versammlung Gerüchte über Sonberverhandlungen in dieser Frage umgingen. Die Frage, die man sich allgemein stellt, ist die. ob eine Fühlungnahme mit Der deutschen Regierung den heutigen Darlegungen Mac Donalds vorauS- gegangen ist. Fast sensationell wirkten bei einigen Delegierten Mac Donalds Ausführungen über die F e ft - tellung der Verantwortung eines a n g r eien b e n Staates, die man als eine höchst beachtenswerte Kundgebung zur Schuldfrage bezeichnet und die bei verschiedenen Delegationen bereits eine große Aufregung hervorriefen. t
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Der SmeiaenpMl« beträgt für ben 10 geb. ZetlenmMimeter (108 Eoldmark, Amtliche unb auswärtige Anzeigen 0,10 OeÄ. mark. Sei schwierigem Sa», sowie b. Platzvoifchriften 60 Aufschlag. Sammrtanzeig« 100"/, «uslchlaa. Reklamen 0,35 ®rtb# Seber Rabatt gilt al» Barrabatt unb verfällt wenn die Zahlung später al» 5 Tagt erfolgt. Seien» werten ebenso Auskunft durch bte «eschäftestell» unb Zusendung der Angebote, «rsüllungeort Rardnrg, 1 «.«KL = “l» Della»
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Funkmeldung
ff. Genf, 6. Sevt Wie jetzt genau zu übersehen P, hab« auch die Aeußerung Mac Donalds, wonach bt« Frage, wer in einem Krieg« der Angreifer ist, erst in 60 Jahren durch ble Gerichtsschreiber urb nicht von denen am Kriege beteiligten Staatsmänner scsi« gestellt werden könnte, bei gewissen Delegierten einen peinlichen Eindruck bervorgerufen Mae Donald teilte abends Pressevertretern mit, daß di« Auffassung, er werde zur Kriegsschuldfrage Stellung nehmen, dadurch bervorgerufen wurde, datz ein lieber» seuungssebler gemacht worden sei. Es habe stch um ein einfache» Argument gehandelt, zur Bekräftigung der These, daß da» tn dem Garantie-Pakt vorgesehene System eut Feststellung de, Angreifer» unzulänglich fei
Funkmeldung.
a* e n f .5 Sept. Maado, der Schwieger« sohn Wilsons, besuchte gestern die Dölkerbunbsver- fammlung und stattete dem Präsidenten Mott» einen Besuch ab. Präsident Motta dankte Mrad« und sprach die Anerkennung der Schweiz und deck Völkerbundes gegenüber den Taten des Verstorbenen au».
Schon die ersten Berichte über die groß« Rede, hi« Wae Donald am Donnerstag vormittag in Senf vor dem Dvllerbund« gehalten hat. geben «in lebendiges Bild sowohl von d«m außerordentlichen oratorischen Erfolg deS englischen Minister. Präsidenten, als auch von der starken politischen Be. tzeutung seiner Ausführungen. LlnS Deutsche inter- «jfterl naturgemäß an erster Stelle da» PatoS, Mit dem Herr Mac Donald den Eintritt der Deutschen in den Völkerbund forderte, sowie die Lebhaftigkeit, die Herr Herriot beim Vetfallklatschen an dieser Stelle entwickett haben stfl. Aber e« ist ja keine Aeberraschung. baß die fveiden auf diesem Standpunkt stehen, und jeder- »ann weiß auch, welches die wesentlichsten Bedingt ngen sind, von denen di« deutsche ReichSre- gic'vng ihre Zustimmung abhängig macht. Mit größerer Spannung wurde die Stellungnahme Mac Donalds zu den Fragen der Friebenssicherung erwartet. er hat sie, nach den bisherigen Berich- trn zu schließen, sehr deutlich unb ohne Rücksicht »us die entgegenstehenden Auffassungen der Fran- zvien zum Ausdruck gebracht. Aamißverständlich »annte er den Garantievertrag, der auf militärischer Gewalt beruht, einen Keim zu neuen Kriegen und präzisierte scharf die Weigerung der englischen Regierung, sich an einem unbestimmten Vertrage zu beteiligen. Amso begeisterter legte sich der englische Premier für ben Gedanken des internattvnalen Schiedsgerichts und für eine SchiedsgerichtSkonfe- Kn» in» Zeug, die noch in diesem Jahre statt- stnden müßte. Mit diesem starken Dorstoß scheint Herr Mac Donald seine ftanzösischen Freunde einigermaßen überrumpelt und ganz gewiß nicht entzückt zu haben; und es wird diesen nur ein schwa- Her Trost sein, daß er wenigstens eine allgemein« Abrüstungskonferenz als zum Mißerfolg verurteilt »blehnte Ein starkes Argument für feinen Schiede« zerichtsvorschlag war dem Engländer der Sah, daß Ban Angriffsabsicht unb Kriegsschuld manchmal erst nach 50 Jahren feststellen könne. Ist das bereits die Antwort auf den deutschen Protest gegen
Genf, 4. Sept. Mac Donald verlieh zunächst Bewegung darüber Ausdruck, vor dem Forum Dölkerbundsversammlung sprechen zu können, unb Mitte, im Namen der englischen Regierung, baß sie ®e8 tun werd«, wa» tn ihrer Macht liege, um baS Enfehen unb ben Einfluß b«S Völkerbundes zu erhöhen.
Mac Donald polemisierte bann in längeren AuS- Ohrungen gegen den Garantiepaktsenttours •«8 Völkerbundes, der nicht geeignet sei, den Frieden P sichern. Man müsse sich darüber klar fein, wa» »^cherheit und wa» Aggression bedeute. Durch Der- p6gt und Pakte, die sich nur auf militärische Garantien Wftten und da» Prinzip der bewaffneten Macht au frech: hielten, sei der Fried« nicht zu sichern. Die» werde Pdmefcr Immer die ständige Gefahr neuer Kriege sch al - ***** Der Friede sei nur zu sichern durch ein System »®n Schiedsverträgen. Er, Mac Donald, schlage daher r&r, daß eine Kommission damit betraut werde, genaue Vorschläge darüber auszuarbeiten, und zu prüfen, welch«
Kompetenzen unb welche Instanzen das Schieds- ^richtsversahren haben könne. Er wünsche, daß dabei sonder» die fakultative Klausel der Satzung des ftän- *^Sen internattvnalenGerlchtshofeS über die obliga - fvrische SchiedSgerichtsba rkeit ausgebaut Die englische Regierung sei bereit, sich einem dchiedsgerichtsfystem, da» geeignet fei, den - * l« b « u zu rtfrqUffl. «lKuschlietzen.
m 26g MnflMg kl. L„ Anitas, ten 5. Stvvmbtt 5S.WkS.VSck
SbecheWche Fettuns
sw-wtsee für ldaö Miker kurWMe) Oberhessen-Bmtltckes Verkünötsumrsblatt -esKettfeS Marburg
Funkmeldung.
fk. Senf, 5. Sept. Mütter vollen wissen, daß die Dtskuftion der Mvssulfrage vor de« Vklkcrbund langwierig sein wird und eine Entscheidung vor ben nächsten Wochen nicht zu erwarten ist.
Funkmeldung
fk Genf, 5. Sept. In der heutigen Sitzung wird außer Herriot au chder belgische Minister- Präsident Theuni». Salandra (Italien). (Tschechoslowakei) baS Wort ergreifen.
Suntmelbun j.
ik. Genf, 5. Sevt. Der Genfer Eonderbeicht» erstattet des „Dail, Just" glaubt in der Lage tn jein zu melden, datz am Sonnabend die französische und belgische Delegation zu einer Gesamtsitzung zusammentritt, um große Linien für ein allgemeines Programm festzulegen. Diese bedeutsame Zusammenkunft werd« ein gemeinsame» Elsen zur Folge haben, bei dem sie beiden Premierminister Sieben halten werden.