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SbechsWche Jeitung

Anzeiger für (das früher kuMjsiM) Oberhessen - Amtliches Nerkün-isunssblatl -es Kreises Marburff

tM »Qherheffisch« Zeitung- «scheint s«ch«mal wöchenttich. Sejugspteis Monatlich 2 Mark muschNetzlich Zustellunzsa- Mr. Durch bi« Poft 2,25 Mk. - Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Sntaj een Dr.T. H i tze roth. Druck der Univ.»Luchdruckerei oo» Joh. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernspr. 55, Postscheckkonto: Rr.501» w Amt Frankfurt a. Main.

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Roch einmal -le Mstlmmnns.

»ie 3*. »nd Neinsager der Deutschnationale«.

.^Erlin, 29. Aug. Bei der entscheidenden Ab- 'Dnmung über das Reichseisenbahngesed stimmten von beutschnationalen Reichstagsfraktion für das jMcsetz folgende Abgeordnetete:

' Bachmann, Baecker-Berlin, Dr. Barth, Bazille, °Eevrens, Diener, Fürst Bismarck, Christ, Döbrich, Aemsch-Dresden, D o r s ch - H e s s e n, Dr. v. Droan- der, Fletchen, Dr. Cerecke, Glaser, öaense-Tbüringen, varlwig, Harb. Dr. Hoetzsch, Hülsen, Julier, o. Kem- M.,Dr. v. Kcudell, Dr. Klönne, Koch-Düsseldorf, Krü- Gr-öopp. uabe, Lambach. Dr. Lejeune-Jung, Leopold, dra» v. Merveldt, D. Mumm, Neuhaus-Düsseldorf, guU Dr. Reichert, Freiherr v. Richthofen-Breslau, ^vvel. Schröter-Liegnitz, Siller, Dr.Martin Sphan- . ">. Schenk Frhr. v. Stauffenberg, D. Stratbmann, 5 Tirvitz, Vcidt, Vogt, Wallraf,- ferner von den «Uten der Fraktion: Dr. Maretzky und Sachs. Als »unk waren seit längerer Zeit gemeldet: Fran Bohm, fj Lugenberg, Lind und Weilnböck. Diese konnten och an der Abstimmung daher nicht beteiligen.

Hinter der Führung der Abgeordneten Hergt und Westarp haben gegen die Vorlage ge-

Mmmt:

Berndt, Brekelmann, Bruhn, Budiubn, v. Dewitz, Geruch-Prenzlau, -Graf zu Eulenburg, Dr. Everling, ®rt v. Freytagh-Loringboven, Geister, Cok, v. Gold- «er, Eraef-Tbüringen, Haag, Dr. Hanemann, Sart- ?°nn. Hemeter, Hensel-Ostpreußen, Hergt, Jandrey, oerncr, Laverrenz, Logemann-Hannooer, Lohmenn- ^chlesw.-Holstein, Malkewttz, Manzke, Martin, Frau »ueller-Otfried, Dr. Oberfobren, Oblen, Dr. Philipp, e-. ^uaatz, Rieseberg, Roth-Württemberg, Schiele, Klange. Schmidt-Hannover, Schmidt-Stettin, Frau c"®. «chultz-Bromberg, Schulze-Frankfurt, Frau v. m ^Dr. Steiniger. Stubendorf, Thomsen, Trevi- d- Wege, Dr. Wenner, Graf v. Westarp, Dr. Wien- -^Wischnövski, Woli-Oppeln, Wolf-Stettin, Wormit. te das Reichsbahngesetz stimmten also insgesamt g^utgHebet der Fraktion, dagegen stimmten 54 Mit-

Ium L öevteiMr.

Sedan. Wer in die Jahre bis etwa zum Weltkriege zurückdenkt, für den hatte das Wort »Sedan" einen eigenen Klang. Man mutz sagen, -ast in den letzten Jahren vor dem Kriege dreser Mlang etwas verloren hatte. In Deutschland war Man so friedfertig geworden, daß man es für po- Atifch unklug nicht nur, sondern auch für moralisch Mlfechtbar hielt, das friedfertige Frankreich durch tzie Erinnerung an seine Niederlage noch mehr zu Heilen. Bor 1806 troff ja die deutsche Literatur Auch von sanften Friedensbotschaften. Es wieder- jolen sich eben immer die-gleichen Erscheinungen. Für uns Aeltere aber hatte Sedan einen hellen Klang. Man feierte in ihm doch das Ergebnis des Denzen Krieges 1870/71. Für das Volk war Sedan «ehr als die Kaiserkrönung in Versailles. Dort «ar es, wo der Erbfeind entscheidend geschlagen »ar. Alles andere hatte sich 1870/71, wenn auch zücht mühelos, so doch wie von selbst ergeben. Weit Gefehlt, daß der friedfertige Deutsche die Niederlage Gefeiert hätte. Er freute sich des Ergebnisses für «hn. Er feiert«, daß die Geschichte ihm einmal die Möglichkeit zu geschloffener, staatlicher Entwicklung Gegeben hatte.

Und heute? Es wird niemand auf den Eedan- len kommen, Sedan zu feiern. Hinter uns liegt ein verlorener Krieg. Um uns starrt Not und schwere käst, und fast will es scheinen, als ob nirgends ein Ausweg wäre. Eben erst haben wir uns dem Lon­doner Pakt beugen müffen, und sollten Sedan Aiern? Wenn wir Tannenberg feiern oder der Aage von Lüttich, Namur und Antwerpen gedenken, jener stolzen Tage, wo die deutsche militärische Schlagfertigkeit ihre Triumphe feierte, das ginge «och an, um uns an ihnen der Kraft, die trotz allem te uns steckt, wieder und wieder bewußt zu werden.

Und dennoch. Frankreich wurde 1870/71 ent­scheidend geschlagen. Wer wollte bezweifeln, daß «hm die Niederlage gleichzeitig der erste Schritt zum Aufstieg geworden ist? Unablässig hat es an einem Inneren und äußeren Wiederaufbau gearbeitet Xnter der Devise: Immer daran denken, nie davon ttöen! Darum wollen auch wir immer daran den- Jen und nicht soviel davon reden. Eine Mahnung, Me gerade in den letzten Jahren nicht unberechtigt >mmer daran denken wollen wir, daß wir von »er Geschichte zu fordern haben u n s e r R e ch t. Auch oebon gab dem deutschen Volk nichts anderes »s fein Recht gegenüber einem Gegner, der Jahr- Hunderte hindurch kein anderes Ziel kannte als cs «cht zu jenem Rechte kommen zu laffen. Sedan ist «rs ewige Mahnung, daß auch für uns wieder Tage »es Rechtes kommen werden, liegt auch die Zukunft «och io dunkel vor uns.

I^ine deutschnationale Eondererklärung be- > Di« deutschnationalen und nationalliberalen Ber- ^.^-.Baverns: v. Tiroitz, Bachmann, Sachs iebii " tbmann der Abgeordnete Weilnböck fet. schon seit längerer Zeit wegen Krankheit i, ,mit Rücksicht auf die schwebenden Der- , URBCn über die Schaffung des

Erblocks und angesichts der Tatsache, dah das tk'un er!irf,e Ergebnis von London durch die Re- aU ' ?, "?.ch deren bestimmten Erklärungen unter «Umständen fichergestellt worden wäre, wozu ja tem' teJ^s,:,erfanung. Artikel 45, eine Handhabe biete, ^^wersier Bedenken bei der entscheidenden Ab- ""U'nuug mit ga gestimmt.

- Die Demokraten lehnen ab.

Itii," ' *n 30. Aug. Wie dasBerl. Tgbl." mit-

X. i V* beute vormittag die demokratische ch»tagsfraktio» M einer Sitzung rusam-

Die Lüge von -er Kriegsschuld.

Srimkretch pteteftietl

Der feierliche Protest der Reichsregierung ge­gen die Schuldlüge hat im.Auslande ein verschie­denartiges Echo geweckt. Die ftanzösische Regie­rung übermittelte ihrer Press« eine Erwiderung, die auf die verletzte Neutralität Belgiens und auf di« anfängliche Zurückziehung der ftanzösischen Truppen von der Grenze hinweist. Hiermit hat eS bekanntlich eine besondere Bewandtnis aber all die Einzelheiten aus den Tagen des Kriegsaus­bruchs beweisen ja für die Frage der eigentlichen Kriegsschuld überhaupt nichts. Auch die römische Tribuna" lehnt die Erklärung der ReichSregiecung ab und meint, der psychologische Augenblick sei so ungünstig gewähtt worden wie nur möglich. Dies ist uns nun allerdings unverständlich; wenn biS- her das böswilllge Ausland aus solchen deutschen Protesten herauszulesen suchte, daß Deutschland sich seinen ReparattvnSverpflichtungen entziehen wolle, so fällt dieser Einwand doch in dem Augenblick fort, da Reichsregierung und Reichstag sich zur Durch­führung des Londoner Abkommens verpfllchtet ha­ben. Der Augenbllck war also durchaus richtig gewShlt. lieber den Erfolg allerdings können wir uns nicht ganz den Hoffnungen hmgeben, die von den Deutschnationalen darauf gesetzt werden. Im­mer wieder ist in der letzten Zeit die merkwür­dige Erscheinung zu Tage getteten, daß die Par­teien der Rechten, die sonst immer den Macht­standpunkt theoretisch und prattifch vertteten, so großen Wert auf dieBetonung des Rechtsstand­punktes legen. Leider gilt aber doch in der Poli- tik noch mehr als im Privatleben das Dichterwott: Sei im Besitze und du wohnst im Recht. DaS heißt hier: wer unterlegen ist, hat unrecht. Die Siegervölker wollen die deutschen Leistungen und lehnen deshalb jede objektiv« Prüfung der Schald- frage ab. Ganz kühl schreibt in diesem Sinne derTernps", die Frage der Kriegsschuld hänge mit den Reparationen garnicht zusammen und Bis­marck habe doch 1871 die These aufgestellt, kv-si der Besiegte zahlen müsse. Wir werden dieses Wott in unserer Propaganda gegen die Schuldlüge ver­werten können und müssen in der Arbeit fortfahren, aber einen baldigen Erfolg dürfen wir uns nicht versprechen. >

Pari-, 1. Sept. Auf die Erklärung des Reichs­kanzlers Dr. Marx über die Kriegsschuldlüge wird vom Quai d'Orsay folgende Mitteilung ver- öff entließt:

Die französische Regierung hat noch kein'« offi­zielle Mitteilung von der öffentlichen Erklärung erhal­ten. die der deuffche Reichskanzler über die Derant- wortlichkeit am Kriege abgegeben hat. Die französische Regierung wird, wenn diese Mitteilung an sie gelangt, unverzüglich die notwendige amtllche Antwort nach Berlin gelangen laffen. Schon jetzt protestiert bie Preffe gegen eine These, die sich nicht nur an den offensichtlich bestehenden Tatsachen, sondern auch an den formellen Ausdrücken des Versailler Vertrages stößt: d. h. an einer causa jubicata, an den Ausdrücken, wie sie Lloyd George im Namen der Alliierten am 3. März 1921 gebraucht hat. Die öffentliche Meinung der Welt weih, daß genau vor zehn Jahren Deutichland plötzlich ein heldenmütiges Land angegriffen hat, das feine Neutralität schützen muhte, und daß Frankreich, das, um feinen Friedenswillen zu beweisen, in spontaner Weise seine Truppen 10 Kilometer von seiner Grenze zurückgezogen hatte. Diese Tatsachen leugnen, hiehe, der Sache des Friedens einen schlechten Dienst erweisen."

Natürlich beschäftigt sich auch die französische Presse sehr eingehend mit den Ausführungen, die der deutsche Kanzler über die Kriegsschuldlüge gemacht hat, und man ist sich nicht bn klaren, waS mit einer der­artigen Diskussion es könne sich doch nur um die Einleitung einer solchen handeln erreicht werden soll. DerM a t i n" betont, daß zwischen Deutschen und Franzosen die Möglichkeit der Verständi­gung bestehe, aber nur unter der Bedingung, dah man nicht von Gefühlen oder von der Geschichte spreche. Das Organ der Linksliberalen. ,O e u v r e". erklärt, dah solche Worte vom parlamentarischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Standpunkt aus nur unheilvoll wären. Wenn das deutsche Boll die Hohenzollern, Tirpitz und Ludendorff rein waschen wolle, würde es baS Vertrauen der Welt nicht wiedererlangrn. Der .Temps", der ebenfalls die Worte Dr. Marx zurückweist, ist der Meinung, die Erllärung im Reichs­tage habe keine andere Bedeutung, als die Deutsch- nationalen zu befriedigen.

Die Erklärungen des Reichskanzlers Warr über die Kriegsschuldfrage werbe« den fremden be­teiligten Regierungen zu gegebener Zeit über­mittelt werden. Die Ministerpräfibenten von Frank­reich und England sind in diesen Tagen in Genf. Eine Leberreichung der Erklärung ist also im Augenbllck nicht möglich. Die Erllärung ist deshalb erfolgt, weil das Deutsche Reich durch die Annahme der Londoner Abmachungen neue schwere Verpflichtungen übernommen hat. Es galt zu zeigen, bah Deutschland sich trotz der Annahme des DaweSgutachtens un­schuldig am Beginn des Krieges fühl«.

mengetieten, in welcher die Frag« des Zolltarifs behandelt mürbe; außerdem beschäftigte sich die Frak­tion mit den Bestrebungen, die auf die Bildung eines Biirgerblocks abzielen. Die Beratungen, die nur einen vorläufigen Charakter trügen, zeigten, dah die Fraktion gegen eine etwaige Beteiligung an einer sol­chen Regierung sei.

Die Bertagung der nmenpoliiische« Verhandlungen.

Qu. Berlin, 2. Sept. Die Verhandlungen zwi­schen den Parteien und der Reichsregierung über die Beteiligung der Deutschnationalen an der Re­gierung find vorläufig bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages vertagt worden. Der Reichstag wird infolge der sozialdemokratischen Obstruktion wahrschein­lich schon in der letzten Septemberwoche zu­sammenberufen werden. Die Mittelparteien werden ihre Stellung zur Bürgerblockbildung wahrscheinlich da,on abhängig machen, wie sich die Sozialdemokratie im wei­teren Verlaufe der Verhandlungen zur Zollvorlage stellen wird. Bei einem grohen Teil der Demokraten besteht die Neigung, gegen die Zollvorlage ebenfalls mit allen Mitteln vvrzugehen. Die Parteileitung äußert jedoch Bedenken dagegen, weil sie sich sagt, dah auf diesem Wege das Zentrum und die Deutsche Bolkspartei zu einem umso engeren Anschluß an die Deutschnatio­nalen bewogen werden . Jedenfalls ist damit zu rech­nen, daß bei harten Kämpfen um die Zollvorlage die Mittelparteien schließlich auf die deutschnationale Unter­stützung zurückgreffen und alsdann auch einer engeren Zusammenarbeit geneigt fe'n werden.

England und die Anleihe.

London, 1. Sept. Zur Unterzeichnung des Lon­doner Abkommens schreibt die »Time s", das Interesse werde sich jetzt auf die Aussichten der 40 Mil­lionen Pfund Sterling-Anleihe konzen­trieren. lieber diese Anleihe werde selbstverständlich Deutschland verhandeln müssen. Die hauptsächlichen alliierten Regierungen hätten ihre Zentralbanken aufge­ordert. ihre guten Dienste hierbei zu gewähren. Von der Antwort der Banken werde viel abhängen, da man jetzt aber mitten in der Ferieniaison fei. werde es not­wendigerweise einige Verzögerung geben, bevor man über die Bedingungen und Aussichten der Anleihe.eine allgemeine Auffassung haben könnte.

.Dail-Telegraph" schreibt, es scheine, dah die Finanzhäuser in verschiedenen für die Anleihe in Frage kommenden Ländern nicht überzeugt seien, dgst die Sicherheit gut genug ist, wenn die militärische Besetzung des Ruhrgebietes fort bauere und wenn die Möglichkeit eines Einschreitens irgend einer Macht oder irgend welcher Mächte zur Auferlegung von 6ant! innen be­stehen bleibe. Dies sei ein schwieriger Punkt. Einen anderen bilde der ernste Schaden, de» wichtige bri­

tische Snbuftrieen unter gewissen Umständen auS- ^esetzt seien, nämlich durch den Abschluß von sran- ösisch-deutschen wirtschaftlichen Ab­mach i»n g e n, durch die der englische Außenhandel be­nachteiligt würde. Es müsse indessen betont werden, dah in keinem dieser Fälle die Lage sich der Kontrolle e. britischen Regierung entziehe.

London, 30. Aug. DerManchester Guardian" schr-ibt in seinem Leitartikel, ein Teil der Londoner Preffe führe einen Feldzug gegen bie Zeich­nung der Reparationsanleibe in England. Es handele sich um die gleichen Blätter, die am lau­testen verlangten, Deutschland solle bis zum letzten Pfennig zahlen und welche Erwägungen hinter diesem Feldzug stecken, der unter der Losung Deutschland mutz zahlen, den einzig möglichen Plan zur Sicherung der Reparationen zerstöre. Es sei nicht deutlich, sei aber wichtig, sich klar zu machen, dah man, wenn durch diese Mittel die Anleihe sabotiert werden sollte, kein Recht haben würde. Deutschland dafür zur Verantwortung zu ziehen.

Funkmeldung.

ff. London, 2. Sept. Die Zeitungen veröf- fentlichen eine Mitteilung, wonach die deutsche An­leihe in Rewhorf, London und dem Ostlaude mit Einschluß Deutschlands am 15. 10. 24 zur Zeich­nung aufgelegt werden solle. Die Anleihe wird mit 8 Proz. verzinst werden. Amerika werde die Hälfte der gesamten Summe aufbringen, England zwei Fünftel und das Ostland ein Zehntel.

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Die ArbMeilfNW.

Ou. Berlin, 2. Sept. Der Reichsarbeitsmi- nisttr Dr. Brauns wird, wie gemeldet, sich zu e n r Konferenz über di« Arbett zell frag.' nach Genf begeben und dort mit den Arbeitsministern der anderen Länder zusammentteffen. Vorher finden noch Besprechungen mit den Vertretern der Spitzen­gewerkschaften statt, worin der Arbeitsminister Er­klärung abgeben wird über die Haltitng, die et in di s r Frage estrzmehmen gemen t Wie au3 unter­richteten Kreisen verlautet, stehl das Reichsarbeits­ministerium einer internationalen Vereinbarung über die ArbeitSzeitsrage nicht unbedingt ableh­nend gegenüber, wenn es sich auch durchaus vorbe- [t. einer solcher Vereinbarung nur dann beizu- lr t.n, w.n r die Souveränität Deutschlands dadurch in keiner Weis« beeinträchtigt wird. Di« Gewerk­

schaften werden von dem Ergebnis dieser Verhand« lungen voraussichtlich ihre wetteren Schritte in der Frage des Volksentscheide« abhängig machen. Sol l: die Haltung des Reichs, rbeitsmi« nisterS die Gewerkschaften beftiedigen und sich da- raus die Aussicht für eine annehmbare Regelung der Frage des Achtstundentages ergeben, so würde man den Volksentscheid für überflüssig halten und die bereits getroffenen Vorbereitungen rückgängig machen, andernfalls würden die Vorbereitungen lu verstärktem Mähe fortgesetzt werden.

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Sie Rmim-wniroMeimnMm oerW SeuiMmd.

Pari», 1. Sept. Rach einer Meldung desEch«. dc Paris" wird die Interalliierte Marine- Kontrollkommission in kurzer Zeit Deutsch­land verlassen. Im Mai 1923 hatte die Botschai- terkonferenz folgende Bedingungen gestellt: 1. Di« Reichsregierung sollte das angeforderte Ma­terial liefern: 2. Deutschland sollte darin eimvtlli» gen, dah auch die Kontrolle der Waffen, die an Land gebracht werden könnten, von der Milttär- kommission ausgeübt werden würde.

Angeblich wurde die Lieferung de» »an Frankreich verlangten Material» im Mai d. I. ausgeführt. Wei. tere Verhandlungen hätten auch den »weiten Punkt nunmehr befriedigend getlätt, Deutschland 68ttf sich auch dieser Bedingung gefügt.

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«ick dm dkfktzim Stbiri.

Fortsetzung der Micum-Liefernngen.

Düsseldorf. 1. Sept. Zn der gestrige« Verhandlung der Sechserkornrnissio« mit der OKicum über bie Reparattonskohlenllefe- rungen während des im Londoner Abkontmen vor« gesehenen Provisoriums konnte Aebereinstinnnnng über die Hauptftage erziest werden, dah die Lieferungen fortgesetzt und zu d.n Preise« bezahlt werden sollen, welche in ben demnächsügen Verhandlungen der Regierung mit der Repara- ttvnskommissivn festgelegt werden. Da aber einig« Fragen der Durchführung sowie die Frage der Geldleistungen noch zu klären sind, wurde die Der« Handlung auf Dienstag vertagt. Eine Unter­brechung der Lieferungen tritt dadurch nicht da

Sude der »Rheinischem ArSettervartei".

Speyer, 1. Sept. Der Zentralausschutz der so­genannten Rheinischen Arbeiterpartei war zum 28. hierher berufen und seitens der französischen Dele­gation vom Staatsanwalt Sellin empfangen wor­den. Dieser eröffnete den Erschienenen, daß bk Rheinische Arbeiterpartei sofort aufzulösen sei. Die Auflösung muffe vollständig und restlos mit sofortiger Wirkung geschehen. Die Partei dürfe auch unter an­derem Namen nicht wieder auftteten. Die Auflösung müsse durchgeführt werden, ohne Rücksicht daraus, ob das Londoner Abkommen von der Berliner Regierung unterzeichnet werde. Die Mitglieder der Zenttal- Icitung würden für die strenge Durchführung der An ordnung haftbar gemacht.

Eine neue towmunistische Terrorgruppe int Ruhrgebiet

Herne, 1. Sevt. Am Sonnabend wurden ix Herne mit Hilfe des Bochumer lleberfallkomtnando» verschiedene Haussuchungen vorgenommen, wobei um­fangreiches Material zutage gefördert wurde. Es ban­delt sich um eine dort festgestellte kommunistische Terrorgruppe. Unter anderen wurden grobe Mengen kommunistisches Werbematerial, Augblätter, Munition, Waffen, Sprengstoffe, Spreng, und Sabotagevläne gefunden. Mehrere Ve» Haftungen wurden uorgenommen. Da die umfang» reichen Vernehmungen den ganzen Sonntag über an­dauerten, ist im Augenblick ein völliger Ueberblick über den Umfang der aufgetauchten Terrorgruppe noch nicht möglich. Es bandelt sich aber um eine ähnliche Öruppe, wie sie vor kurzem in Gelsenkirchen entdeckt wurde.

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Die Kümpfe in Marotte.

Paris, 30. Aug. Nach einer Haoasmelduna au» Madrid bat das Direktorium eine Kundgebung erlassen, in dem es die ungeheuren Schwierigkeiten unterstreicht, denen man bei der Verproviantierung der spanischen Truppen begegnet und bei dem Ver­such, die von dem Feinde eingeschlossenen Stellungen, bauvtsächlich an der Laulinie zu befreien. Die Kund­gebung bebt ferner hervor, datz die Riffpiraten nie­mals so reichlich mit Waffen und. Munition versehen gewesen seien. Auch verfügten sie über grobe Mengen Handgranaten, die von sehr weit her kommen müßten und die sie mit Hilfe einiger Sachverständiger ge­brauchten. Die Kundgebung betont, dah die spanischen Truppen ttotzdem guten Mutes seien.

, Funkmeldung.

fk. Paris. 2. Sept. DemSlatin wird aus Madrid gemeldet, das Direktorium habe der Preffe eine Mitteilung übergeben, in der erklärt wird, dah das Direktorium beschlossen habe, beträcht­liche Verstärkungen nach Marokko zu schicken.

r u n k n: e ' d u u g.

ff. London. 2. Sept. Reuter berichie- aus Gib­raltar: Die Stämme der Andjerra un'i Dadus nehm, n eine drohende Haltung ein. Der Postwagen von Tan­ger nach Tetuan wurde iterErannt. Sie Straßen nach den beiden Städten sind gesperrt. Einige Arbeiter von italienischer Staatsangehörigkeit, die an der Eisen­bahnstrecke TangerFr ec tätig waren, wurden ermordet. Das Geschützfeuer, das anläßlich tet Operationen im westlichen Abschnitt des spanischen Gebiets im Ganor ist. ist N Tanger und selbst & Gibraltar zu hören.