Einzelbild herunterladen
 

3

-L'.-

W

tam#

st. M a sunt)

Marburg n. L, Freitag, den 29. August

59. Sahrg. 1924

t

6

der Alle Front machen wollt«, nicht .einverstanden.

Der

Uni

wer

0.11

O.u

6»

men. And in Ihrem eigenen Interesse rate ich Ihne«: geben Sie bas Lugen aus." Forts, sslgr.

0.11

0.8|

gingen die deutschen Truppen inmitten diese« Wirr- sals zurück bei glühender Augustsonne, im Lüden ge­deckt gegen die Narew-Armee durch die Kampfgruppe Scholh (20. Armeekorps ufto.). Und merkwürdig —

en -chuh- lltg»

V.4 «-A Ml 0.2|

rechten Plätze: General von Hindenburg, aus dem Ruhe­stand berufen, als Oberbefehlshaber im Osten, General

die „siegreiche" Riemen-Armee folgte ganz langsam und blieb nach einigen kurzen Märschen ganz stehen. Sie hielt die vor ihr a^iehenden deutschen Truppen für erledigt und nicht mehr für kampsfähig, wollte die Festung Königsberg angreifen und wartete hierzu die Ankunft des DelagerungsgeräteS ab.

Hände der Sieger, die ihren durchschlagenden Erfolg mit 15 700 Mann Verlust nicht zu hoch erkauft hatten. Rennenkampf, vor dessen Front nur b$e Hauptresoren der Festung Königsberg und die 1. Kavalleriedivision gewesen waren, schickte sich erst am 29. August an, seinen in höchster Bedrängnis schwebenden Kameraden zu Hilfe zu eilen. Seine Deiterdlvisionen waren, sengend und mordend, bis Braunsberg — Barten stein und Rössel gelangt. Jetzt aber machte die Riemen»

Die deutsche Oberst« Heeresleitung war mit der Fühinmg des General- v. Prittwitz, der jetzt hinter

Daher wurde Prittwitz seiner Stelle enthoben. Jetzt kamen die rechten Männer zur rechten Zeit an die

«Was tragen Sie für einen Anhänger?" fragte 0er Gendarm Hete. „3ft bas ein Geschenk des Sedlinski? Das muh ich konfiszieren. Hartmann, nehmen Sie dem Fräulein mal den Anhänger ab."

zum 21. die Meldung einlief, datz das 20. Armeekorps hart von großer Lleberlegenheit bedrängt wurde, ent­schloß sich General v. Prittwitz, nach Westen hin, mit dem Ziel »hinter die Weichsel" anzutreten. So lag Ostpreußen schutzlos vor den Russen, die den Krieg mit Mord, Brand, Gewalttat führten. Eine allgemeine, zum Teil wilde Flucht der unglücklichen vstpreußifchen Bevölkerung setzte ein. In mustergültiger Ordnung

»Kennen Sie dieses Zehnmarkstück?"

Der Schmied warf einen Blick aus die Münze.

»Nee!"

»Aber diese« Anhänger kennen Sie?" .'-fe.

Der Beamte ergriff das Kettchen. Dann setzten I sich die beiden mit dem Gefangenen in Bewegung. I Hete stand erst wie ein Steinbild, dann rannte

zur Tür, schrie wie rasend ben fortschreitenden Männern nach:

»Ihr sollt ihn nicht wegführen! Warum ihn? Warum mein Konrad? Weil ich eine arme Dem bin un er ein armer Bursch? Holt doch der Frau i ‘Baronin ihren Schatz weg! Holt den vornehmen I Herrn wenn Ihr Richter sein wollt und nicht I Leuteschinder i" ,

I »Hete. Hete!" Die Mutter klammerte sich an sie. Was ihr Kind sagte, das waren ja Beam- tenbrle.digüngen, war Auflehnung ge en das Gesetz, das streng ist mit armen Leuten. 2lm~Ende schlepv- ten sie ihr auch noch ihre Hete fort wie den Schwiegersohn. Mit Gewalt hiett sie der Dirne den Mund zu. »Am Himmels willen, sweig still sweig man doch bloß still!"

! Da stieß Hete ein paar kurze schrille Schreie ! aus; ihre Augen verdrehten sich, sodaß fast nur das Weiße zu sehen blieb. Rückwärts warf sie sich auf den Stubenboden und schrie und schrie und lachte dazwischen, daß es weit durch die Nacht gellte, bis zum Herrenhaus von Horste, bis in das Arbeitszimmer des Gutsherrn...

Am nächsten Morgen stand der Schmied wieder vor dem Staatsanwalt.

/»Konrad Sedlinski, leugnen Sie noch immer, an dem Mord des Herrn von Heefemann betei­ligt gewesen zu sein?"

Konrad stand herausfvrdemd mit dem Kopf im Nacken, ein dreistes Lächeln lag auf seinen Lippen. »Jawoll. Herr Staatsanwalt, bas leugne

Am so wichtiger waren unter dieser Lage die Dor- xänge auf dem russischen (östlichen) Kriegsschauplatz. Ker slel planmäßig dem österreich.-ungar. Heere, an sich als Hilftruppe das deutsche 6 (schlesische) Lanbwehrkorpz Wohrsch befand, die Auf- S-be zu, die Hauptmasse der Russen dadurch zu binden, e» auS Richtung beiderseits von Lemberg her nach Sudostpolen vorstieß. Die Grenzen der preußischen Provinzen Schlesien, Posen, Westpreußen wurden durch Mvache Landsturm- und Ersatztruppen gedeckt. Zum Schutz von Ostpreußen war die 8. Armee Prittwitz be- »estmnnt .die rund 130 000 Mann umfaßte (1., 17., 20. Armeekorps 3. Reservedivision, 1. Kavalleriedivision), b*e Festungsbefatzungen von Königsberg, der Weichsestilätze und der Befestigungen im Masurischen Seengelände. Die Aufgabe der 8. Armee sollte je nach Lage durch Angriff ober in der Verteidigung ge- wst werben. Immerhin lag der Rechnung der deutschen «Obersten Heeresleitung di« durch die Vorgänge der! Vergangenheit gut begründete Annahme zu Grunde, ”p o'e Aussen, langsam und schwerfällig, vorläufig vstpreußen noch nicht ernsthaft gefährden könnten. .,^ber eS kam anders — hatte doch Rußland bereits Mt Fruhiahr 1914 die Mobilmachung in Gang gesetzt. So wurde eS ihm ohne weitere« möglich, sofort bei Kriegsausbruch zwei Armeen gegen Ostpreußen einzu- fegen von Osten her die 1. Armee (Aiemen-Armee) «lter Rennenkampf, 4 Armeekorps und 5 Kavallerie-1 «Visionen, gegen Gumbinnen — Golbeh, mit ben Re- fervedivisionen rund 175 000 Mann stark; von Süden Ger gegen Allenstein die 2. Armee (Rarew-Armee) «mtcr Samsonow, 51/, Armeekorps und 1 Kavallerie-1 Histon ungefähr 150 000 Mann, zusammen 325 COO Karn. Außerdem waren weitere russische Gruppen »«! Schaulen, bei Warschau, bet Grodno nahe der deutschen Grenze in Bildung begriffen; alles zu­sammen 750 000 Mann, gegen etwa 160000 Deutsche, Wl« man die zu erwartenden Verstärkungen an Land- Mehr- und Festungstruppen noch rechtzeitig heran-1 dringen konnte. I

Sonnenberg.

8«* Zehnjährigen Erdenken — 28.—zi.«ngust 1914.

Der treffliche Plan des Graten Schlieffen, im Falle IeS mit unvermeidlicher Sicherheit zu erwartenden 'Zweifrontenkrieges zunächst schnell und gründlich mit dem Feind im Westen, also hauptsächlich mit den Fran- jofen, abzurechnen, dann erst zur Entscheidung auf die Russen loszugehen, schiene sich gut anzulasken. Aller­dings war Schliefffens hochgemuter, wahrhaft grchzügi- ,er Entwurf, den linken Flügel der Westfront schwach, dafür aber ben zur Umfassung bestimmten rechten Mügel um so stärker zu halten von den Nachfolgern des Altmeisters wesentlich verschoben und hierdurch seiner Wucht beraubt worden. Gleichwohl ergab sich allent­halben im Westen die taktische Ueberlegenheit der Deut- jchen. Lüttich erlag gleich bei Kriegsbeginn einemi feien Handstreich. Der rechte Flügel des französischen 'HeereS wurde auS dem Obereliaß wie au» Deutsch- ;Lothringen wieder hinauSgeworfen, die Deutschen stan- Sen vor Ranch und Spinal. In den Ardennen und !«r der Sambre wurden die Franzosen, bei MonS die Engländer geschlagen. Der deutsche Westflügel er­reichte die Gegend von St. Quentin und Amin», nach ferrzer Gegenwehr erlag die Festung Namur. Die veutsche Mitte war mit dem Westflügel zusammen im Marsch aus Paris und gegen die untere Marne.' Der Krieg im Westen versprach binnen kurzer Zeit Erfolge I die alle Erwartungen weit übertrafen. Schon erwog die französische Heerführung den weiteren Rückzug inS Innere Frankreichs, bereits bangte daS englische Ober- femmanbo um feine Verbindungen mit den Kanal-1 Häfen.

g.inn zu fingen: »So leben wir. so leben wir, so leben wir alle Tage!"

I Alle Geschwister fangen eS mit, Hete. die Kon- rad im Arm hielt, sogar Vater und Mutter Meier, und Mutter Meier weinte dabei vor Rührung, weil

I ™ an ihre eigene Verlobung dachte. Die Wände des Häuschens dröhnten, und die Eulen

I des Waldes flüchteten erfchrocken.

Ein lautes Pochen an der Haus- und Küchentür unterbrach den rauhen Iubelgefang. Als Vater Meier erfchrocken öffnete, standen zwei Gen dar- I men im Türrahmen.

I”?m ^amcn teS Gesetzes, Konrad Sedlinski, Sr« find verhaftet!" . j

«A^r ~ aber", stammelte Meier und wurde blaß wie die Küchenwand, »er is ja man eben lvsgekvmmen."

SedlinÄi machte sich von Hete frei, höhnischen Trotz im Gesicht. I

-Geht das all wieder los? Was soll ich dem» nu verbrochen haben?"

»Das werden Sie wohl am besten wissen," meinte der erste Gendarm und zog die Handschellen her- vor, um sie dem Schmiedsgeselien umzulegen. I

Sete stieß einen wilden Schrei aus.

^big, ©nuteten. Den Heesemann sein I 4.OD können sie mir nich anhängen, so gern sie I ™$ten- vms nich geht, geht nich, sagte der vchse da wollte die Viehmagd ihn melken. Na Denn also mit Gott für König und Vaterland. Herr Wachtmeister. Das muß wahr fein: ein Vermögen spar ich ar. Futter un Logi; ir/Sta ts- kosten. Ei, so hab' dich doch nich, Mauseken. Die Armbänder da werden sie mir bald wieder ab­nehmen müssen."

General Prittwitz beließ daS 20. Armeekorps Scholtz, »azu einige Lanbwehr-unb FestungSlruppen, bei Sol- «u—Niederburg—OrtelSburg gegen die Narew-Armce «Szugehen. Am 20. August kam eS in der Linie Gol- «>h — Gawaiten — Walierkehmen — Gumbinnen zur Die Flügel der Deutschen blieben siegreich »e Mitte konnte gegen die sehr starke russische ßtel- feng keine Fortschritte erreichen. Als in der Nacht

(Nachdruck verboten)

St» Sobftin».

Kriminalroman von Luise Westkirch.

55. Fortsetzung.

..Ist'S dir gar leid?"

. -Me und gar nix. Bloß - bleib du mit! Laß «ich nich stecken!"

„©nuteten, dummes!"

|L Sie kamen dann endlich zum Kaffee. Frau Meiers Gesicht war schon unfroh geworden. Sie wnn e w.iklich nichts tefür, versicherte sie, wenn W) Kaffee ihr heut nicht zum Ruhm gereiche. Ge­wärmter Kaffee sei eben kein frischer.

Als der braune Trank in den Tassen dampfte, wurde es aber doch gemütlich. Die Kinder schwelg- «n in großen Stücken Topfkuchen, den Mutter noch ethg gebacken hatte, und Konrad zeigte feinen I iZl t>°n feinem rückständigen Lohn ge- selbstverständlich. Mit Andacht wurde er blaiÄ^^^^°''rE>anb zu Hand unter dem Hängelampe, die die Eigentüm- kchkeit hatte, zu rußen, wenn sie leuchten sollte Das *"r auch der Grund, weshalb Mutter Meiers Diensiherrfchast sie als Hochzeitsgeschenk ver- rerwandt hatte. Meiers brauchten sie ja nicht an» I iustecken. und bei Tage dvkorierte sie gut

Meier erzählte von früheren Zeiten. In Drake r>2t er von Heefemann ungerecht behandelt wor- I .tlL Er konnte das nicht verwinden und es bil- I ^ie ein Band zwischen ihm und seinem Schwieger-1 »der hatte auch Unrecht erlitten durch die -eesemannfche Sippe, gerade wie er und sein ’«ö. Er ging schließlich in den Keller und holte

Qn.e Äasche Stachelbeerwein herauf. Damit wurde I S^1’D^cn k>as Brautpaar und dessen Glück. I jüb?, bekam ganz flimmrige Augen. Der dreizehn-

‘ti’e Muschi, der eine schöne Stimme hatte, be-1

Auf den Wahlkreis Oberheflen, der die 3 Kirchen, kreise Marburg-Kirchhain-Frankenberg umfaßt, ent» lallen im ganzen 6 Abgeordnete, in jeder der drei oben genannten Gruppen je 2 sowie je 2 Ltellver- lreter. Die Wabl selber findet nach den Grundsätzen der Verhältniswahl statt, das beißt: die Anzahl der Aogeordnetttisttze werden ans die aufgestellten und zu- gelassenen Wablvorschläge nach der Stimmenzahl, die' bei der Wabl auf sie entfallen, verteilt. Da wir in Oberbessen mehrere Wablvorschläge haben, die in die-

Tagen veröffentlicht werden, so entstebt für jede. Wahlberechtigte Gemeindeglied von 25 Fahren, da, on der Kirche bat, die Frage: welchem Wahl- Vorschlag soll ich meine Stimme geben? Die Antwort aus diese Frage ergibt stch sachlicherweise aus der an­deren: wofür sollen denn die Vertreter Oberheflen, im Landeskirchentag eintreten, für Abänderung oder weiteren Ausbau der nunen Kirchenverfaffung?

I Aus dem Geist und Inhalt der neuen Kirchenver. I lafsung sei im Einzelnen noch folgendes hervorge» I hoben: Die Verfassung hat nichts geändert an dem Bestand und dem Umfang der vorhandenen Kirchenge, meinden, denn solche Aenderungen können in Zukunf» nur , im Einverständnis aller Beteiligten in die Weg«

I geleitet werden. Und erst recht bat die Verfassung nichts geändert an dem Bekenntnisstand der hessischen Kirche und ihrer Gemeinden, sondern grundsätzlich be»

I tont, daß die Bekenntnisse unverändert fortbauern und I in Geltung bleiben Nutzer dieser grundsätzlichen Siel- lungnabme. wonach die neu verfaßte Kirche die unbe, streitbare Rechtsnachfolgerin der bestehenden ist, batte stch die Verfassung des weiteren damit nicht mehr zr bechäftigen, denn ihre Aufgaben lagen nicht auf inner» > kirchlichem, sondern auherkirchlichem Gebiet. Es kann nicht stark genug betont und unterstrichen werden, daß Glaube und Versasiung zwei verschiedene Dinge sind, die sich von einander unterscheiden wie sich ein Bild von seinem Rahmen unterscheidet. Die Der- foffung hat es also nur mit dem Rahmen des kirch»

I lichen Lebens zu tun, mit den Fragen des Rechtes, I der Ordnung, der Einrichtung, der Verwaltung ufw., I kurzum mit allem, was an der Kirche menschliche« Rechtes ist. In diesen Fragen des Rechtes und sei | Organisation batte aber da die Verfaflung nicht uuv die Ausgabe, etwa nur die Lücke der Vergangenheit, die bischöfliche Stellung des Königs, wieder r» schließen, sondern sie mutzte sich darüber hinaus auch fragen: wie baue ich unter gänzlich veränderten Vev

I bältniffen der Gegenwart dem kirchlichen Leben ei« I Haus, das eingerichtet ist für die kommenden Jahr­zehnte. Und das ist klar, von diesen Gesichtspunkten aus konnte das neue Saus des gesamten kirchlichen Lebens, die neue Kirchenverfassung, nicht nur gebaut werden aus den Bausteinen der Vergangenheit, son­dern es mutzten auch einige neue hinzu gefügt werden.

So ist die neue Verfassung in den Rechtsstagen det einzelnen Gemeinde über die alte Presb.- u. Gnnob.» Ordnung von 1885 hinausgegangen dergestalt, datz sie

I in 8 4 sagt: „Mitglied der Kirchengemeinde ist jever evangelische Christ, der in ihrem Bereich seinen Wohn» sitz bat, wenn er nicht aus der Landeskirche ausge- rreten ist", während es früher hieb: „Mitglied der Kirchengemeinde ist derjenige, welcher 1. seinen Wohn­sitz in der Gemeinde hat und 2. dem Bekenntnis der­selben angehört". Damit war jeder Reformierte, der in eine ausschließlich lutherische Gemeinde zog und ebenso jeder Lutheraner, der in eine ausschließlich reformierte Gemeinde kam, wenn er nicht übertreten wollte, dem Buchstaben des Gesetzes nach ein Rechts­christ zweiter Ordnung, der wohl Eastrecht in der be­treffenden Gemeinde hatte, aber nicht gleichberechtigt

„Jawoll, den hab' ich mein' Braut zur Ver­lobung gekauft."

»Mit diesem Goldstück haben Sie ihn bezahlt." I „Dazu kann ich nich nein un nich ja sagen. I Ein Zehnmarkstück sieht aus wie das andere." I „Dieses nicht. Das ist überhaupt nicht gültig. I GS hat einen Prägefehler. Das Ohr unter dem

Haar fehlt."

Der Schmied runzelte die Stirn und biß sich b$e I flirten. Die Tatsache schien ihm unangenehm. I „Wenn Goldschmied Becker das sah, bannt hätte er es mir man sagen können. Ich hab da I jedenfalls nix von gewußt."

I „Ja. das glaub ich Ihnen. Nun erzählen Sie I mir, wie Sie zu dem Goldstück gekommen sind." „Tja, das wird mir wohl mein Meister als

I Lohn gezahlt haben! Wie sollt ich sonst an einen Fuchs kommen? Es müßt denn sein, daß Eds Lüders ihn mit für das Reh gegeben hätte"

„Ich will Ihnen sagen, wo das Goldstück her- stammt: in Herrn von HeesemannS Portemonnaie I hat es gesteckt am Abend des Mordes — in dem I Ledet Portemonnaie, das leer am Bahndamm ge­funden worden ist."

Der Schmied schwieg.

»Was sagen Sie dazu, Sedlinski? Dollen Sie nun der Wrhrhett die Ehre geben, Ihre Betet- ligung an der Bluttat eingestehen?"

hob Sedlinski wieder den Kopf. Das trotzig« Lächeln kehrte auf seine bleichgewordenen Züge qUIuu«

»®en Gefallen kann ich Ihnen beim beste« •Juulen nicht tun, Herr Staatsanwalt."

»Benehmen Sie sich gebührlich!" brauste Brock­mann auf. »Mir tun Sie mit Ihrer Auslage feinen Gefallen, sie mag wie immer lauten. Jetzt erklären Sie mir, wie Sie an da-° Goldstück kam-

mb» ag» )tit .erbt ben.

Damit wäre ein Wort über die Versasiung selber W sagen. Auch die neue Kirchenverfaffung bat wie jedes andere Menschenwerk ihre Vorzüge und Mängel, llnd diese Vorzüge, oder Mängel werden mehr ober weniger stark empfunden je nachdem, welchen Stand- punkt der Einzelne selber zu den Grundgedanken der Verfassung einnimmt. Der wichtigste Grundgedanke bei neuen Verfassung aber heißt: Selbstänbigkeit Kirche und der zu ihr gehörenden Verbände. bos ist nicht nur ein für unsere Zeit notwendiger, son­dern ein auch durchaus richtiger Gedanke. Denn wer lebendige Gemeinden will, der muß ihnen auch eine gewisse Selbständigkeit geben, weil nur so das Ver» antworilichkeitsgefühl ihrer Glieder geweckt und ge- hoben werden kann. Von hieraus will die neue Ver» faffuns verstanden sein mit ihrem Lebensziel: Selbst- ständigkeit der Kirche, Selbständigkeit der Kirchenge- weiteren Ausbau der neuen Kirchenverfaffung?

Armee kehrt unb ging an die Masurischen Seen zurück. Die Tannerberger Schlacht hatte die dolle lieberlegen« heit der Deutschen über die Duffen in strategischer, taktischer, sittlicher Hinsicht erwiesen.

Es ist verständlich, dah um diese gewaltige Tat sich bas Gefühl des Unbegreiflichen, Märchenhaften, Außer­gewöhnlichen gewoben hat. So ist es gekommen, baß Sage und Aberglaube hier reichsten Boden fanden. Die Erzählung, daß viele Tausende von Russen in Ser unb Dumpf durch Ertrinken ben Tod gefunden haben, ist völlig gegenstandslos. Erstens gibt es gar keine nennenswerten Seen und Sümpfe im Bereiche deS Schlachtfeldes, zweitens haben die Russen überall da. wo sie an einzelne gefährlich« Stellen gerieten, recht- zeitig die Waffen gestreckt. Alle Bilder, Romane. Ge- ... ------- . dichte, die vorn Heere der ertrunkenen Duffen reden,

Ludendorff ihm zur Seite als Generalstabschef, ein Be- smd ebenso grundfalsch wie die Sage, datz das Todes- wahrer Generalstabsosfizier. der sich eben erst bei geschrei der Versinkenden den Schlachtendonner über- Lüttich auch als tapferer Truppenführer hervorgetan tönt haben soll. Allenfalls sind einige Dutzend Russen Patte- Die beiden Männer kannten «ich noch nicht und wie der Verfasser dieser Zeilen als Mitkämpfer wahr-' sahen sich auf dem Bahnhof zu Hannover zum ersten genommen hat. hn Wulging-See bei Dorvthowo (zwi- Mal. Als sie zu Marienburg die Heerführung über« schen Allenstein und Hohenstein) ertrunken *

nahmen, war ihr getoaltiger Plan fertig: „Gegen die Die andere Sage geht dahin, datz Hindenburg und Riemen-Armee nur schwächste Beobachtung, gegen die Ludendorff die Einkesselung der Russen bei Tannen- Rarew-Armee Alles Andere zum umfassenden, zum berg wie überhaupt den ganzen Feldzugsplan bereits einkrelsenden Dermchtungsangr'.ff." Dies war ein Snt- von langer Hand her festgelegt haben sollen. In

I Geistesarbeit, vereint mit einem Wahrheit wurden beide ganz überraschend zur Führung

Höchstmaß von Kühnheit: mit der Gesamtkraft auf im Osten berufen und sprachen sich, wie ich bereits

| ,. E ei"8 russische Armee los, wahrend die andere ruf- erwähnte, zum ersten Mal im Leben auf der Eilfahrt 6,e.\n unmittelbarster Nähe war und nur dorthin zu Hannover. Vielmehr ist die Tannenberger vo^ugehen brauchie um die Deutschen mit ungeheurer Schlacht eine vollständig .improvisierte" Schlacht ge-

I Lebermacht einzukesseln und zu erdrücken. Das aber boren aus dem Entschluß, die Darew-Armee da' an- fi i!“,,» w- x ®enie«, die Klar- zugreifen und durch Einklammerung vernichtend da zu

totoieriiff?nU6^vf 6 Handelns unter dem Druck der schlagen, wo man sie gerade sand - unbekümmert um

Ä »jungen 8U> e^alten. die nahe Riemen-Armee. Hierin liegt eine Großtat

or», T u*211'«ILr- 8?Fn Ö,C Tannenberger Schlacht, von allererster weltgeschichtlicher Bedeutung. Alle von bX lbXrbefnrlaIUM ^«17. Armeekorps. Laien aufgestellten Vergleiche mit Cannae, Leu'hen.

ha, «e 6'ft»^6«e6rBn3a6e ba8 Eig Sedan sind gegenstandlos. Hindenburg und Ludendorfs bei ^gehende ö- russische Korps IM Seengelände handelten als wahrhafte Feldherren im Geist Moltkes, f und schlugen es bis zur Vernich- des Siegers von Königgräh und Sedan: .Es kommt, I 1 fe,6te Verfolgung luvwärts darauf an. in lauter Sonderfällen die in den Nebel

V Willenberg fort, um auf die Ver- der .ttngewißheit gefüllte Sachlage zu durchschauen das Das ?Refe^efo?v7m °^b-r zu drücken. Gegebene richtig zu würdigen, da« Unbekannte 7u er-

♦ .wurde nach der Mitte in Rich- raten, einen Entschluß schnell zu fassen und dann

bie 9iRunenQr6i8 t3n^ran9C3Dr9en; Zwischen Ware:, kräftig und unbeirrt durchzuführen." Diese Meister- r x !Caa « Tlllenstein gelangt. Dor ihnen wich schäft war ihnen eigen. Darum siegten sie mit Hilfe ^ftenanu*°'f ?®r&cn> fonbetn nach der vortrefflichen Unterführer und der über alles Lob

Westen auS. fodatz eS m die Westflanke der Russen zu I erhabenen deutschen Truppen, jene» stahlharten" t". ®t.u6un.9 öeS 20. Korps wurden die I Heeres, wie es Deutschland vorher noch "nachher nie

3. Aeserved,Vision, die mit der Eisenbahn auS SchleS- besaß. I

vi-9'?.?- berangezogene Landwehrdivision v. d. Goltz Wir neigen uns in diesen Gedenktagen der Tannen- MhmA8 ^^ungsbesatzungen gebildete gemischte Ab- berger Schlacht bewundernd und dankbar vor den sieg-

bei XÄ» Serangezogen. Diese Truppen hatten reichen Führern und Kämpfern, im Desonbe^. vor

H henstem einen sehr harten Stand und wurden dem Schatten der Braven, die dort ibr Leben für hie I unermüdliche 1. Armee- Rettung und für den Ruhm des Vaterlandes hingegeben

k ps. welches über Lsdau — Tannenberg ungestüm haben. Möge ein Funke ihres Heldengeistes über un.

vorgedrungen war feinen linken Flügel nach Norden fer Vaterland in seiner etzgnRofommen FI

herumschwenken lieh, während fein rechter Flügel, im rammen I F. I.

Süden durch die tapfere Brigade Mülmann gedeckt, be- ----*----

bartlub über Newenburg weiterstieß, um von Westen «f

5ec Ine russische Ruckzugslinie zu unterbinden. I l)l IN 001 <$!♦ sfllOOH I

So gelang es. datz am 29. August im Raum Hohen- *.<.» .s

stem-Muschaken- Willenberg-Ortelsburg. einem Wal- UUO WOtOIH 0tl)t 6$ ?

öigen, ziemlich wegelosen Gelände, die Masse des Rus- Am 31. August d- Is. sollen nach der neuen Kircken- fen5eetea eingeengt wurde, beraubt ihrer nach Polen Erfassung, die nach langen Beratungen zustande ge- I gehenden Ruckzugslinie. Rur Trümmer entkamen. Ln- !?/umen unb am 1. Juni in Kraft getreten ist die geheuer war die Vernichtung, vollständig der Zu-1 -^geordneten zum Landeskirchentag in Eaffel gewählt sammenbruch. Der russische Armeeführer erschoß sich 3UI Vertretung aller Glieder

selbst auf dem Schlachtselde, von Allen verlassen, ver- Landesklrche sind 8 Wahlkreise gebildet, die zweifelnd über die Schmach einer solchen Niederlage o?Abgeordnete zu wählen haben, und zwar 25 000 Russen lagen tot und verwunde 92 000 -ta. 9 ©™^en:l6 Pfarrer, 16 Mitglieder

«unter 3 l.„„Q„hlemb, ®,„„älc - w™ a,tog^ äJX.Ä "ft 16

231 MW und M Tro» 'fu"8", Sn SmlJ‘.XX* ' '