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Anzeiger Midas früBcr kmAMA) Oberhessen - Amtliches Verkündigungsblatt -es Kreises Marburg

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Die große politische Debatte, in welcher die SkeichStagSparteien zu den Londoner Abmachungen «on zu Worte kommen sollen, ist in vollem Zuge, yedoch haben die bisherigen Verhandlungen man­cherlei Enttäuschungen hervorgerufen. Man hatte »ssenbar, insbesondere von der deutschnativnalen Vppvfition, einen stärkeren und leidenschaftliche- een Schwung erwartet. Dem entsprach das Inter­esse, das man im ganzen Hause und auch seitens her ReichSregierung, wie von Seiten der auslän­dischen Vertreter der Rede des ersten Redners ter Opposition, des deutschnativnalen Mgeocdne- len Hergt, entgegenbrachte. Im Verlaufe der Ausführungen verließen der Reichskanzler und die Minister die Plätze. Inzwischen waren sehr wich- gge Verhandlungen mit Vertretern aus dem Sande, chSbesondere mit Vertretern des besetzten Gebie- Itf zu führen, di« die Anwesenheit des Kanzlers und des Außenministers notwendig machten.

Der Abgeordnete Hergt sprach die A b l e h -1 ru n g gegenüber London aus, jedoch nicht in einer -mm. die keinerlei Möglichkeiten mehr offen lieh, i M erklärte, daß sich die Deutschnativnalen über die Folgen dieser Ablehnung klar seien, aber er meinte »ich, daß diese Ablehnung nicht« weiter bedeute, ti« daß von neuem Verhandlungen auf-

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C” wir gegenüber dem Verhalten der deutschen De- in London, gegenüber dem Ergebnis der

Rach debatteloser Aeberweisung von Anttägen Nationalsozialisten und Kommu­nisten auf Einstellung der Sttafverfahren gegen Rbg. Dr. Roth (Ratlfoz.) und Stetter (Komm.) »v den GeschäftSorönungSauSschuß wird dem Ael- Wenausschuß ein kommunistischer Antrag über- ^es?n. der verlangt, daß der entscheidenden Ab- mmmung über die Gutachtengesetze auch die sonst, den Sitzungen ausgeschlossenen Abgeordneten werden.

Dann ttitt das Haus in die Besprechung °er Regierungserklärung mit der ersten Beratung der Gutachtengefetze verbunden, ein.

Abg. Hergt (dnatl.) erinnert daran, daß vor Londoner Konferenz der deutschnationale Red- e> klärt habe, die Zeit für ein Vertrauens- oder Mißtrauensvotum sei erst nach der Rückkehr der

Die Debatte über die Resierunsserklarung

SM lehnt das Londoner Abkommen ab. - Sie Regierungsparteien für Annahme.

Delegation zu Gunsten Herriots einen Druck aus-, Übte, hat an Deutschland viel gut zu machen; er fängt damtt schon mit nachträglichen Erklärungen an. Trotzdem hätte die deutsche Delegation bei

Sitzungsbercht.

23. Sitzung vom 25. August 1924

I Abg. Dr. Kaaz (Z.) betont, alle Parteien seien I einig in der Auffassung, bah bas Londoner Derhand- I lungSergebnis weder mit den Wünschen, noch den be- I rechtigten Forderungen des deutschen Volkes überein- I stimmten. Trotz schwerster Bedenken gegen die Durch- I führbarkeit des DawesgutachtenS in einzelnen Teilen werden meine Freunde dteHaltung der Regie- Irung billigen und die Vorlagen annehmen. Dieser Entschluß ist unS nicht leicht geworden, aber ein Rein I würde in diesem Augenblick eine internationale außen- I politische Anmöglichkeit darstellen. ES würoe bedeuten I die Zerschlagung der letzten Kräfte der deutschen Wirt- I lchaft: es würde vor allem bedeuten die Preisgabe des I besetzten Gebietes. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum). I WaS in London vereinbart wurde, ist kein Desinitivum. I sondern ein Anfang. Wir werden die Regierung in I emer Entschließung ersuchen, au- dieser Grundlage ener- I gisch weiterzuarbeiten, vor allem auch im Interesse I des altbesehten Gebiets. Trotz der bekannten Ste!° I lungnahme Herriots hat General de Metz bereits wiederum Fühlung mit den pfälzischen Separatisten

I genommen für den Fall einer Ablehnung des Londoner I Abkommens. (Hört.hört). Ans leitet bei unserer Po- I kitik das Bestreben, die deutsche Reichseinheit zu sichern. I (Beifall im Zentrum).

Frau Abg. Volke (Ruth Fischer) (K.) zwetfelt I nicht daran, baß das Eachverstänbigen-Gutachten in I Deutschland burchgeführt wird, nachdem so lange di» Reklametrommel dafür gerührt worden sei. Am eif­rigsten zeigte sich dabei der unbezahlbare Lakai der deutschen Bourgeoisie, die Sozialdemokratie. (Heiter­keit rechts). Die sozialdemokratische Einstellung zeigt sich am besten in einem Bild des .Vorwärts". Da schaut bas ganze deutsche Volk beglückt zu einer ans- gehenben Sonne auf, die das Zeichen des Dollars trägt. Die Rednerin zeigt unter großer Heiterkeit den Abge­ordneten der Rechten die Zeichnung des .Vorwärts". Die amerikanischen Demokraten und Sozialisten be­zeichnen das Dawesgutachten als den größten Wahl­humbug der Schwerindustrie. Die Sozialdemokraten glauben trotz ihrer amtlich bescheinigten Altersverkal­kung (Heiterkeit rechts) doch nicht daran, daß Mac Donald ein Apostel des Friedens sei. Er zeigt den Delegierten Flottenparaden und der Elou der Wembly. ausstellung ist ein ganz modernes Bombenflugzeug, das offenbar Friedensmanifeste abwerfen soll. Das viele Friedensgerede soll nur darüber hinwegtäuschen, daß neue Kriege vorbereitet werden. Reichskanzler Marz erzählt überall, daß Herriot so ein friedliebender Kerl sei. Solche Kindergeschichten sollte man nicht einmal in der Kinderstube des deutschen Volkes, im deutschen

Delegation erklären müssen, bei einer Fortsetzung der Ruhrbesetzung tonne Deutschland sich mir einem Diktat fügen (Sehr richtig rechts). In dieser Frist I von einem Jahre kann allerhand passieren, wenn I man neue deutsche Verfehlungen konstruiert. Es I kann auch ein französischer Regierungswechsel ei re­tteten. Am 1. Oktober sind wir verpflichtet, in handelspolitische Verhandlungen mit Frankreich I einzutreten. And dabei steht noch der Feind Im I Land (Hört, Hört rechts). Solange noch ein Fran- zrse widerrechtlich im Lande steht, müssen alle han-

I delspvlitischen Verhandlungen abgelehnt werden (Beifall rechts). Die französische Zusage für eine I Räumung des Düsseldorfer Gebiets ist viel zu un- I bestimmt. Mac Donald hat in seinem Brief an I Herriot den Rechtsstandpunkt so betont, wie es I eigentlich die deutsche Regierung hätte tun müllen (Sehr wahr rechts). Durch die jüngsten Crklä. i tungen Herriots in der französischen Kammer ist in rechtlicher Beziehung eine gewisse Besserung

I eingetreten, nicht aber in tatsächlicher Beziehung. @3 röcht sich jetzt die in der letzten deutschen Rote ausgesprochene Zustimmung zur Militärkontrolle. Mac Donald ist in diesen Dingen rücksichtsloser als sein Vorgänger. Die Konstruktion deutscher I Verfehlungen auf diesem Gebiet kann alle Rän» mungszusagen nichttg machen. Der Reichskanzler I cW treuer Rheinländer hätte für die alt besetzten I Gebiete erreichen müssen, daß die schikanöse Aus­legung de« RheinlandabkvmmenS aufhört. Es ist für deutsches Ehrgefühl unerträglich, wenn für höhere deutsche Beamte in diesem Gebiet gewisser-1 meinen ein Agrement der französischen Behörde I «forderlich ist. Wir wollen dort doch deutsche Be­amte und keine französischen Knechte (Beifall). Die Kriegsschuldfrage hätte an den Anfang der Lon­doner Konferenz gestellt werden müssen. Ich hätte tiefe Frage als Anterhändler aufgestellt und wenn I die anderen mich nicht hätten hören wollen und hinausgelaufen wären, so würde ich dennoch vri- ter gesprochen haben (Lebhafter Beifall rechts, Lachen link«-. Bei den ersten Vorbereitungen des I Gutachtens hätte man Helfferich hinzuziehen sol­len; vielleicht wäre es besser geworden (Beifall rechts und Rufe: Statt dessen Breitscheidt). Der Redner kritisiert dann die Einzelheiten des Dawes- gutachtens. Die deutsche Souveränität und die I

pEtton. sondern wie Harzarbeure. (Sehr richtig, links) Durch eine Ablehnung würbe der Reichstag die öffent­liche Meinung der ganzen Welt gegen Deutschland ein­nehmen und Deutschland isolieren. Die Stärke der Deutschnativnalen beruht nur aus der Stärke der Kom­munisten, die hier die gleiche Taktik betreiben. Wir wünschen die schnelle Durchführung des Dawesgutach» tens: aber ein Preis für die beutschnaiionale Zustim­mung, der Preis deS Bürgerblocks wäre zu hoch, denn er gefährdet nach unserer ganzen Heber- zeugung das Friedenswerk. Dieser Reichstag mit seinem kommunistisch.deutfchnatio- nalen Block ist arbeitsunfähig. Gr muß weg. Der Wahlkampf muß den Entscheidungskampf bringen zwischen den Freunden einer demokratischen und friedlichen Entwickelung und ihren Gegnern. Wir wollen kämpfen und wir werden siegen. (Beifall bei den Soz.st

fenen. sondern die Völler haben miteinander zu doner Verhandlungen angenommen haben. Die Deutsch­verhandeln. Mac Donald, der auf die deutsche nationalen, die ablehnen wollen, ohne andere Wege ~ ~ zu zeigen, handeln nicht wie eine verantwortliche Op»

größten Dank verpflichtet. Wir wünschen eine Hart Stellung der Regierung zum Völkerbund und zur Dk>- rüstungsfrage im Sinne der Denkschrift von Schütting und Montgelas. Das Landon er Abkommen befriedigt uns nicht, aber wir betrachten eS als eine wichtige Etappe auf dem Wege zu einer be|-~ seren Zukunft. Reben diesem Reparationsabkommen brauchen wir nun ein zweites Reparationsabkommen zwischen den deutschen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. (Beifall bei den Dem.)

Reichskanzler Dr. Marx wendet sich scharf gegen einige Bemerkungen des Dbg. Hergt. die gegen den Reichspräsidenten den Vorwurf enthalten, er hab« seine Amtsbefugnisse überschritten und parteiisch ge­handelt. Diese durchaus grundlosen Angriffe leien eine bedauerliche Verletzung der notwendigen Achtung vor der Staatsautorität und dem Staatsoberhaupt. Dem Abg. Wulle gegenüber betonte der Reichskanzler, die deutsche Deichsregierung versäumt kein« Gelegercheii, Aufklärung über die Kriegsschuldfrage zu schaffen. Das kann aber itur auf dem Wege streng historischer und wissenschaftlicher Forschung geschehen. (Gelächter recht). Mit diesem Gelächter werden Sie die Welt nicht überzeugen. (Beifall bei der Mehrheit). Di« Vertreter der Opposition waren nicht in der Lage, einen anderen Weg als das Dawesgutachten zu zeigen. Ehe Sie das nicht kennen, muß ich mir Ihre Kritik verbitten. (Lärm rechts.) Abg. Wulle hat sich schlecht unterrichtet gezeigt, wenn er behauptet, wir hätten,uns in der Frage der Duhrräumung mit einem unverbind­lichen Versprechen begnügt. Tatsächlich ist die Zusag« der Ruhrräumung nicht nur in dem bekannten Brief« des französischen und des belgischen Ministerpräsidenten gegeben, sondern ist auch durch verschiedene protokod- larische Feststellungen Gegenstand des Vertrags gewor­den. Die deutsche Deichsregierung ist entschlossen, tu voller Loyalität und in friedfertiger Gesinnung das Dawesgutachten durchzusichren und sie rechnet dabei auf die Anterstützung des Reichstages. (Beifall). Wir

Reichstag, erzählen. (Heiterkeit). Die Opposition der Deutschnationalen dient nur dein Zweck, größere inner­politische Vorteil« h«rauszufchlag«n. Es ist deshalb ganz falsch, wenn bi« kommunistische Oppositton mit der der Deutschnational«« und Völkischen aus eine Stuf« gestellt wirb. Wir werden im Wahlkampf« der deutsch«« Arbeiterklasse unser SvzialisierungSprogramm Vorlage« und ihnen sagen, Rettung bringt nicht Conbon, Rettung bringt Moskau. (Lebhaftes Händeklatschen der Kom­munisten. Mzepräsident Dr. Dell rügt diese Art der Beifallsbekundung).

Abg. Dr. Eurtiu» (D.Dpt.) erklärt für sein« Fraktion: Wir halten «ine Ablehnung das Gutachten» für unmöglich. Wir werden ein­stimmig die Regierungsvorlagen onnehmen. Wir tun daS nicht freudigen HerzenS und find über da« Lon­doner Ergebnis in vielen Punkten enttäuscht und erblt- täuscht und erbittert Wir sagen dem Ausland, daß London nicht ein Abschluß sein darf, sondern daß wir daS uns fetzt verweigerte Recht noch fordern werden. Die Politik der Deutschnotionalen lehnen wir ab. Ihre sieben Punkte haben ihren Zweck erfüllt: setzt gehören sie der Geschichte an. Wir aber wollen Zukunftspolitik treiben. Wenn das Dawesgutachten aögelehnt wird, so zieht eine ungeheure unmittelbare Gefahr für untere Wirtschaft herauf. Die Annahme ist entschieden daS Reinere Hebel. Die mit der Ablehnung für Deutschland verbundenen Gefahren könnten wir nur auf unS nehmen, toenn das ganze Volk hinter der Ablehnung steht und wenn die Opposition einen besseren Weg zeigen könnt«, was nicht geschehen ist. Wenn die Deutschnattonaken ablehnen, so müssen sie sich über die innerpolitische« Konfeguenzen ihrer Haltung jetzt schon Rar werde«. Wir würden es sehr bedauern, wenn mich noch dieser Riß durch das Bürgertum gehen würde. Für die An­nahme des Londoner Abkommens sprich» aber auch der Umstand. daß London dieerste Etappe ist auf dem Weg deS Wiederaufstiegs und der Befreiung Deutschlands. Mit der Annahm« deS Londoner Abkonnnens werden den Poincaristen di« besten Trümpfe auS der Hand geschlagen. Ihrem Im­perialismus gegenüber ist jetzt ein anderes Frankreich da, das feine Hauptaufgabe in her inneren Konsoli­dierung Frankreichs sieht. Es darf auch nichi unter» schätzt werden, wa« die sofort geräumten Gebiet« für uns bedeuten. Die Räumung der Dortmunder Zone ist nicht bloß eine Geste, sondern sie bedeutet eine toich» ttge erste Etappe der Duhriäumung. Es ist die Auf« gäbe unserer Regierung dahin zu wirken, daß recht bald die weiteren Etappen folgen. Ruhr und Rhein sind die wirtschaftlichen Herzkannnern Deutschland«, ®f« Ablehnung de« Gutachtens würde fie al« Reparation»« Provinz Preisgeben und damit den Kampf um den Rhein auf geben. Dazu hat keine deutsche Regierung da« Recht, (Dettall). Deutschland hat nicht das Recht, ein leben» biges Glied von seinem Körper abzutrennen, nein, tolr wollen als ganzes Reich die Lasten der bisherigen ReparationSprovinz übernehmen. Rur so können wir den deu!scheu Rhein und die deutsche Freiheit wieder­gewinnen. (Lebhafter Beifall bei der Bpt.) I

Abg. Wulle (Rat.-Soz.) bezeichnet das Londoner Abkommen als ein zweites Versailles. Der Reichs­kanzler habe freilich bei einem Presseempfang den Wunsch ausgesprochen: .Zurück zum Versailler Ver­trag." Während 1919 noch der größt« Teil des deut­schen Volkes mit Recht den Versailler Vertrag al« Schanddokument bezeichnete, hat der Feind jetzt schon einflußreiche Kreise Deutschlands zu einer ganz an* beten Auffassung gebracht. Es darf im Ausland nicht die Meinung auskommen ,baß das deutsche Volk sich mit dem Versailler Vertrag abgefunden hat. Die Ra» tionalsozialisten lehnen einmütig die Gesehentwürf« a b. Sie erheben Protest gegen die ungeheuerlich« Versklavung Deutschlands, zu der uns die Katastrophen­politik der Erfüllung geführt hat. (Lebhafte Heilruf« der Nat.-Svz.)

Abg. Erkelenz (Dem.) meint, die nationalsozi­alistische Hetze in Frankreich und Deutschland arbeiten einander in die Hände. Wir Rheinländer sind de« Herren, die in London verhandelt haben, zum aller»

Dmcmmen werben müßten. Hergt erklärte die Cuffiffung des Reichskanzlers, daß die Hoffnun» feen des besetzten Gebietes nicht betrogen werden tfirfen, für falsch. Diese Aeußerung rief stürmi- ßhe Kundgebungen bei der bürgerlichen Partei hervor. Hergt erklärte, e« handle sich nicht um die besetzten Gebiete, sondern um ganz Deutschland.

übrigen übt Hergt scharfe Krittk an den Lon­doner Verhandlungen, die. wie er besonders hervor­hebt, sicherlich einenanberrnVer lauf ge­kommen haben würben, wenn Deutsch- U-ationale dabeigevesen wären. Gegen

Aeußerung demonstrierte lebhaft die Linke feud ein Teil der bürgerlichen Parteien. Rach der Auffassung Hergt ist in London nur einige« an for» »ellen Verbesserungen, dagegen materiell nichts «reicht worben.

Die Ausführungen HergtS fanden mit Aus- «hmc verschiedener Zusammenstöße bei de« Lin- kn kaum größeren Widerstand. Hergt gab seine Stellung dahin zu erkennen, als er zusammenfas» ftnd sagte: „Ich kann nichts anderes erklären, als: Ker stehe ..ich, ich kann nicht anders! Diese Aeußerung weckte eine stürmische minutenlang« Heiterkeit, man will aus ihr entnehmen, daß das Ktzte Wort der Deutschnationalen noch lange nicht besprochen sei.

Der dann folgende sozjaldemokratische Redner Wfcrbing, der ehemalige Reichsfinanzminister, fpioch vor fast leeren Bänken. Er vertrat die An» »hme der Londoner Abmachungen, ohne aber ■eue Gedanken vorzubringen. Von den Deutfch- ■aticnalen ist zeitweise überhaupt nicht ein einziger Abgeordneter im Saal. HUferding hält die An- ■ehme der Londoner Abmachungen für notwendig, ta einen Schritt vorwärts zur Herbeiführung des siedens in Europa zu tun.

ihrem „Anannehmbrr" bleiben müssen, denn Deutschland muß an dem Rechtsstandpunkt fest- h-lten, der seine einzige Waffe ist.

Wir vermissen auch die richtige Ausnutzung brr Stellungnahme der Bankiers. Das Ausland legte den größten Wert auf eine freiwillige Unterschrift der deutschen Delegation. Da hätte die deutsche

fite „Qberhesslsche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zustellung; g« Üf)t. Durch die Poft 2,25 Mk. — Für ausfallende Kammern infolge Streik» oder ele nentarer Ereigniffe kein Ersatz. — Verlag tw Dr.T. Hltzeroth. —Druck derllnio.-Buchdruckerei von Joh. Lag. Koch, Markt 21/23. — Fernspr. 55, Postscheckkonto: Nr.5615 Amt Frankfurt a. Main.

I ivüv.ns zu, daß der Kanzler in London die Befrei» | zenfammer. Den Deutschnationalen bleibe daher ung der besetzten Gebiete nicht beendet, sondern > kein anderer Weg als die Ablehnung aller Gut» erst begonnen hat. Gerade dann wäre es aber I ochtengesehe. Wenn bann die Zweibrittelmehr- notwendig gewesen, die Waffe für den Kampf zu | heil nicht erreicht werde, so sei durchaus nicht alle» schärfen und sie nicht abzustumpfem Wir ton» I aus, sondern dann entstehe nur die Rottvendigkeit, nen es nicht billigen, wenn immer wieder das be- daß von neuem verhandelt werden muß. Schljeß- setzte Gebiet gegen ganz Deutschland ausgespielt lich würde auch das Ausland seine Geschäfts lie- wird (Lebhafte Zusttmmung bei den Deutschnatio» her abschließen mit einer Regierung, der auch die nalen). Wenn Dr. Sttesemann immer wieder su? Deuttchnationalen verpflichtet sind, als mit einer die Bedeutung der realen Machtverhältnisse ver» MinberheitSregierung, die sich stützt auf die Mitte wies, sc lag darin eine Verkennung der Sieghastig- und deren Unterschrift auch den internationalen feit des deutschen Rechtsgedankens, der Deutsch- Bankiers kaum besonders wertvoll erscheinen wird. landS einzige Waff eist (Gelächter und Zurufe Das Ziel unsrer Opposition ist die Herbei- links: „And das wagt Hergt!"). In der Rede führung neuer Verhandlungen mit einem für des Ministers klang die Drohung gegen Die deut- Deutschland günstigeren Ergebnis. Damit, daß sche Wirtschaft, man werde ihr bei einer Ablch- man dauernd Zwietracht in die Reihen der Deutsch- nung den Kredit sperren (Rufe recktS: „Erpessung nationalen zu säen versucht, verhindert man aus wäre das!"). Sv entsteht der Eindruck, daß Die parteipolitischen Rücksichten eine vernünftige Ein- gegenwärtige Regierung eine Regierung wider die heitSfrvnt. Die Arbeiter, die der sozialdemokra- deutsche Wirtschaft ist (Beifall rechts). Die deut-1 fachen Parole folgen, werden dies noch mit tiefem sche Delegatton ging unter verhältnismäßig gün- Schmerz bereiten. Unsre Parole ist: Für Einig- stigen Bedingungen nach London. Freilich konnte feit und Recht und Freiheit! (Lebhafter Beifall bei die deutsche Regierung als Minderheitsregierung den Deuttckmatjonalen).

nur dann die nötige Stärke besitzen, wenn sie zu Hilferding (S°z.) vermißt ein« ge-

Der nationalen Opposition In das richtige Cßer* I nauete Erklärung des deuttchnationalen Redners 6a- hästnis kam. Unsre nationale Opposition wäre Die I ruber, tote hie Deutschnativnalen ihre ablehnende Hal- größte Stärke für die deutsche Delegation in Lon» I tung bei der entscheidenden Abstimmung betätigen don: ihr Hal sie die Erfolge zu verdanken, die sie I wollen. Das Londoner VerhandlunaSergebnls ist keine in gewissem Umfang erreicht hat. AIS wir die sozialdemokratische Lösung, keine Lösung vom Stand- Ausdehnung der Ruhrbesetzung auf ein weiteres bunft Arbeiterschaft. Trotz aller Mängel und Jahr 3te unannehmbar bekämpften, da standen T^ler des Gutachten« bietet es die einzige unmittel- tr-tr damit nicht allein. Das „Berliner Tageblatt" ^t^^^ e'' e'ner Lösung der b-^h-ndenSchtoie- „nö Mo n?. . . . rtgletten. Wir scheu darin nicht ein definitives Ende. , - f J ^"^Estwnrenz sagt ba.» sondern den Anfang zu neuen Fortschritten und zu

selbe, bis über Rächt die deutsche Delegation um» I neuen Derhandlunoen. die bas Problem lösen müssen, fiel. In London würbe viel zu viel Rücksicht das hier übrig geblieben ist. Reue Verhandlungen find auf die Person HerriotS genommen. Richt Per- aber erst möglich, nachdem wir da« Ergebnis der Lon-

beträgt für den 10 gesp. Zellemnilllm«t«r 0,08 Goldmark. Amtlich« «nb auswärtig« exirietn g io del», mark. Lei schwierigem Satz, sowie b. PIatzvor chrtften50°/, Ausschlag. EamMelanzeia«« 100»/. Ausichlaa Mefiae«« 015 Atta Sehet Rabatt gilt al, «arrabatt und verfällt, wem, Ä« Zahlung spät«, al. 5^k°g. «folgt. Kete^.^ ebenso Auskunft durch dl« Geschäftsstelle und Zusendung d« Angebot«. Erfüllungsort Marburg, 1 9 = */M

6.w« «Mrauensvotum sei erst nach der Rückkehr Der wrf' Äffchen Delegation gekommen. Die deutsche De» *siQ:ir,n ist zurückgekehrt und heute sind wir Deutsch. n!t fr*« Zonalen zu unferm Bedauern leider genötigt, hhS 7^ Regierung unser Mißtrauen nach den ■’dP 77,!chicdensten Richtungen hin auszudrücken (Bei- roi-H®3 F“ der Deutschnationalen). Mißtrauen empfin.

deutsche Steuerhoheit sei damit erledigt. DaS deut­sche Volk werde auf die Stufe eines afrikanischen »eicki ----- '' o»"> eui«r «rsvig- Rkgei Volkes herabgedrückt (Beifall rechts). Die

-cyen auheisn Politik -usammenzukommen- Wir versprochene Kredithilfe werbe nur eine Scheinblüte :<u durchaus den Bemerkungen Dr. Ärese- der Wirtschaft herbeiführen mit nachfolgendem Kat-

6ra-,‘i0n rn London, gegenüber dem Ergeb ic6» tfc^cneT Bechandlungen und nicht zuletzt gegen- “ Reben, die vorgestern von den drei Ver-

fc!:Ytn der Regierung hier gehalten wurden (Bei- bei den Deutschnativnalen). Diese Reden n.prit* «e'tCn Legen die nationale Opposition

•t-11 eiRllb es denn keine Möglichkeit, mit ‘ 15 iiöitaien Opposition zum Zwecke einer erfolg-

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