St. 197 (L MM
Marburg a. g., Freitag, den a August
59. Fahrs. 1921
Berliner Deoisenkurie
20. August
21. Sugxft >
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Aewyotk 1 Dll 1
Einheit
Amsterdam 1 $L
Italien
Bari, 1Fr
Schwei, 1 Fr.
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Oesterreich 1 Är. * 100 000 Budapest 1 Xt. / (Ein*.
EM. BekmmtmmhwMn.
IS.
14.
Marburg, den 20. August 1924.
5049
IXr. ILir
100 tia*.
Meisters (Vertraut.)
Besetzung der Stelle des Soarkassenrendanten und Aufhebung «inet Sekretärstelle bei der Sparkasse.
Der Stadtverordueteu-vorftehet. Rohde.
[ auszustoßen. Auch für die Kartoffelernte ist die Witterung sehr ungüstig. Die Knolle» können sich nicht entwickeln und es tritt leicht Fäulnis ein.
Sachsenberg, 20. Aus. Don einem Bienen- swwarm überfallen wurden die Gänse des Müllers MLann in der ll. Butzmühle. 15 Stück wurden tot- gestochen und waren nachher dermaßen mit Stacheln bedeckt, daß man fle zum menschlichen Genuß nicht mehr gebrauchen konnte, sondern begraben mußte. Di« restlichen zwei Gänse find durch Stiche erblindet. Dieser Fall kann manchem Imker, der die Versicherung seiner Bienen gegen Schaden in den Wind schlägt, rur Warnung dienen.
Merrbausen, 20 »ug. Die von hiefiger Gemeinde bei der Firma Fr. Rinkert in Sina bestellten br« neuen Glocken trafen vor einigen Ta«« ein. Am Bahnhof Reustadt wurden ste von einem mit vier Dferden bespannten Wagen abgeholt, durch Reiter, Radfahrer und die Schuljugend hierher geleitet und Mufik und Glockengeläut in unser Dorf gebracht.
Gönnern, 20. Aug. Mehrere Burschen von hier vertrieben fich am Sonntag die Zeit mit Revolverschießen im naben Wald. Bei einer entstandenen Ladehemmung hantierte einer derselben so unvorstch- tia mit seiner Waffe, daß sich dieselbe entlud und die Kugel dem Bruder de» Betreffenden in den Hals drang. Die Verletzung war so schwer, daß der Bedauernswerte bereits am nächsten Tag starb.
* Der zweite Bundestag der grüßte« nationalen Standesorganifation der Angestellten in Deutschland, des rund 350 000 Mitglieder zählenden De Werkschaftsbundes der Angestellten (®. D. A.), wird in der Zeit bom 22. bis 25. August abgehalten. Die alte freie Stadt Frankfurt a. M., die Stadt des Handels, der Sozialpolitik und des Rechts wirb die aus allen Teilen des Reiches entsandten Vertreter des Bundes in ihren Mauern begrüßen. Vertreter der Reichsregierung, des Reichstages, des Reichs- wirtfchoftsrates und anderer Behörden haben, wie uns in letzter Stunde mitgeteilt wird, ihr Erscheinen zugesagt.
von der Börse. ----
I Berlin, 21. Aug. Aach der Festigkeit der letzt« Tage machte sich heute besonders zu Beginn des Verkehrs ein empfindlicher Rückschlag bemerkbar, welcher auch von einem Aachlasten deS bisher etwas lebhafter als sonst gewesenen Geschäftes begleitet war. 8s handelt sich dabei mehr um große Pofitionslösungen umfangreicher Engagements in verschiedenen Aktiengattungen, die seinerzeit auf den erfolgreichen Abschluß der Londoner Konferenz eingegangen Ware«, also um politische Beweggründe, obwohl man in dieser Hinsicht die Zweifel an einer Annahme der Londoner Abfachungen durch den Reichstag stärker betonte. Bei den infolge der allgemeinen Zurückhaltung kleinen Um« iahen bekundete die Börse dann eine bemerkenswerte Widerstandskraft, ohne daß aber leichte Kurserholungen die schwache Verfassung wesentlich bessern konnte. Arn Geld- und Devisenmarkt ist die Lage unverändert geblieben.
„Serr Kommissar", flüsterte Hete, „wenn er sein Schauer hat. so wie fetzt, so kann keinS mit dem Herrn Tobi was anfangen."
Im selben Augenblick riß sich Tobi mit einem gewaltigen Sprung nach rückwärts los und warf ich, einen grellen Pfiff ausstoßend, in die Büsche. Auf den Pfiff hin schnellte der Jagdhund vom Boden und rannte auf drei Beinen seinem Herrn nach. Wie ein Spuk verschwanden beide im Dickicht Rach kaum einer halben Minute hörten die Zurückbleibenden auch nicht mehr das Aufsetzen r >ret Füße noch das Rausche» der von ihnen gekreisten Zweige.
„Wohin laust er denn?" fragte Olten in einem Gefühl der Verantwortlichkeit für den Schwachinnigen.
» Run. nach Brake, nach Haus, mit sein kran- 'en Hund "
»Findet er sich denn dorthin?"
„Aber gewiß doch. Er is gar nich so Lumn* der Herr Tobi, wie man glaubt."
„Das scheint so." «
Nachdenklich sah Olten in die Richtung, in der der junge Heesemann verschwunden war.
„Ich muh man machen, daß ich heimkomme". 1 noch unterdessen neben ihm das Mädchen. „Mutter wird all schelten. Nochmals schönen Dans Herr Kommissar, und guten Abend."
„Guten Abend, Fräulein Meier."
(Fortsetzung foLjt'
11. Ermäßigung der Beherbergungssteuer.
12 Erhöhung der Vergütung sür nebenamtliche« Um terricht an den städt. Schulen.
Bewilligung einer Unterstützung für die anderweit« Unterbringung der Reichsbanknebenstelle.
Beschlußfassung über die Nuwahl eines Oberbürger-
für dir
öffentliche Sitzung der Stadwerordneten-VersammlunW am Dienstag, de« 26. August 1924, nachmittag» 5 UN int Sitzungssaal des Rathauses.
1 Mitteilungen.
2 . Wahl der Vertreter für den Städtetag der ProviM Hessen-Nassau und des Freistaates Waldeck.
8. Feststellung der Jabresrechnung und Entlastung de» Rechnungsführers:
a) der Volksschulkassenrechnung,
b) der Armenkaffenrechnung, c) der Stadthauptkaffenrechnung für 1922.
4. Wableiner Bezirkspflegerin.
5 Aufnahme eines kurzfristigen Darlehns.
fi. Ermäßigung des Zuschlags auf das EchulgeiD St auswärtigen Schülerinnen der Gewerbeschulr f«e Mädchen.
7. Einrichtung elektr. Beleuchtung in de« Klassenzinw ment der Gewerbeschule für Mädchen.
8. Angliederung einer Hausbaltungsabteilung cm Mo Gewerbeschule für Mädchen.
S. Aenderung des Straßen- und Baufluchtlinienvlan» Blatt Dammelsberg.
10. Verlängerung der Geltungsdauer der Getränkesteuerordnung.
»»Sic — Sie haben mein' Don erschossen — Siel — Wenn mein Don stirbt! — Sie!" Die Stimme überschlug sich und brach in Aufregung.
»Hetzen Sie Ihren Hund nicht auf Leute, denen Sic Achtung schuldig sind, dann geschieht ihm kein Leid "
Tobi sprang stumm auf, bückte sich nach etwas im Dunkeln. Olten erkannte den Lauf einer Vogel- flinke. Blitzschnell schlug er ihn beiseite und rang mit dem jungen Menschen um das Gewehr. Er war ein starker Mann. Doch mußte er all seine Kraft einsetzen, und nur vielleicht dem Umstand, d .ß Tobi in seiner blinden Wut über eine Tannen- wuizel stolperte, dankte der Kommissar es, daß er ihm die Flinte entreißen konnte.
„Allen Respekt, junger Mann! Sie haben mehr Kraft, als man Ihrem schmächtigen Dau zutraut. Die Flinte konfisziere ich. Ich finde nicht, daß Sie sittlich reif genug sind, um Ihnen eine Feuerwaffe anzuvertrauen. And jetzt antworten Sie mir!"
„Sie — Sie sollen--Meinen Don will ich
wiederhaben," stammette Tobi. Tränen traten ihm in die Augen.
Olten sah ein, ehe er über Dons Schicksal beruhigt war, würde der Schwachsinnige nicht Rede stehen. Die Browningpistole in der einen Hand, und immer Tobias' Flinte im Auge behaltend, untersuchte er vorsichtig die Verletzung.
„Ein ganz leichter Streifschuß am Oberschenkel. Ihr Don wird auf seinen Füßen heimlaufen können, wenn auch nur auf dreien. Nun antworten Eie mir. Wie kommen Sie hierher?"
Tobis Gesicht nahm einen verstockten Ausdruck an. Er sah stumm über Olten hinweg in das Waldeskunkel.
„Wie kommen Sie hierher?"
Da lachte Tobi und begann zu fingen: „Geh' du man immer wieder hin, wo du gewesen bist."
Olten faßte ihn am Arm, schüttelte ihn. „Sie stehen vor Ihrer Obrigkeit. Spielen Sie nicht den Blödsinnigen! Antworte» Diel" — — - -
Antels, imt RarktnaKrichten.
Frankfurter Eetreidrmarkt
vom 21. August.
Getreide, Hülsenfrüchte und Biertreber ohne Sack, Weizenmehl, Roggenmebl und Kleie mit Sack je 100 nilogr. Die Preise verstehen fich Nir alsbaldige Lieferung tn Rentenmark, frachtfrei Frankfurt.
Weizen (Wetterauer) 22.00—22.50; Roggen 18.00 bis 18.50; Sommergerste für Brauzwecke 22.00—23.00; Hafer 19.50—20.00; Weizenmehl sübd. Spezial 0 33.00 bis 34.00: Roggenmehl 26.50—26.75; Weizen- und Roggenkleie 11.25—11.75 Mark. J
„Ach ja, Herr Kommissar, schönen Dank. Sie sind sehr gütig. Das heißt, schlimm war das ja nicht. Der junge Herr Tobi ist doch man ein Kind!"
»Sie riefen aber um Hilfe."
„Er hat mich verjagt. Er stand da so mit eins im Dunkeln. Aber — aber zum Fürchten iS der ja nich."
»Hat er Ihnen denn schon öfters im Wald aufgelauert?“
-Was denken der Herr Kommissar! Niemals. Das is doch so'n weiten Weg von Brake nach Horste. Ich weiß gar nich, wie er bloß daher kommt."
Das war auch Olten ein Rätsel. „Aber früher. Äs sie noch in Brake waren — da hat der junge Sjerr Tobias Sie mit LiebeSanträgen belästigt?''
„Ach nee, eigentlich nich. Er snackte woll ab und an dumm Zeug, Herr Kommissar, ganz wir» rtgen Kram. Recht verstehen könnt ich das keinmal t
„Was sagte er denn heut Abend zu Ihnen?“
_. den Saum ihrer Schürze glatt. „Och,
D^r Kommissar, das war ganz was Dummes."
»Wiederholen Sie die Worte.“
„ "®t lagte. weil daß er nu Herr auf Brake todr mäßt ich alles tun, was er wollte —“
t "Sod das sagt er? And was antworteten Sie darauf?“
^^lacht. Was sollt ich sonst
”®t ^urde zornig und faßt mir an, und ich fdjrte auf — und da kamen Sie, Herr Kommissar."
Olten wandte sich zu dem jungen Menschen, der noch immer, taub und blind für alles um ihn her, am Boden kniete und sein?« verwundeten Hund liebkoste.
„Herr Tobias?"
st^ der Junge auf, hob die geballte Faust.
Olten erschrak vor dem Feuer von Haß und Wut in seinen Augen. Sie schienen in ihrem eigenen Licht zu phvsphvriszieren.
dte Schuldfmgk.
Delbrück gegen Branting in der Schuldfrage.
Marburger
Marburg, 22. August (Ernting).
^Svarkassentagung. Am 25. d. Mts. tritt tn -Stuttgart zum ersten Mal eine Tagung von Vertretern der deutschen Sparkassen und der übrigen kommunalen Eeldanstalten zusammen. Gegenstand der Verhandlungen werden die Aufwertungsfrage, die Forderung und Anregung der Spartätigkeit, die Belebung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs usw. sein.
Die Hausbesitzer. Aus Hanau wird gemeldet; Der Hanauer Haus- und Erundbesitzerverein kündigt im Inseratenteil eines Hanauer Lokalblattes die Nerschenkung eines in der Stadt Hanau gelegenen Wohnhauses (9X2-Zimmer-Wobnungen) mit Hinterbaus und Hof an. Die Derfchenkung bezeichnet der Verein als einen Erfolg der Zwangswirtschaft und der auf dem Hausbesitz lastenden Steuern. Eine weitere Meldung aus Fulda lautet: Im Wege der Zwangsversteigerung kam das Wohnhaus Eeorgstr. 10 mit Hausgarten an Eerichtsstelle zur Ausbietung. Die auf dem Grundstück lastende Hypothek von 7200 Paviermark sind zu übernehmen. Der gemeine Wert des Grundstücks ist vom Katasteramt auf 10 000 Eoldmark festgesetzt. Das im Termin abgegebene Höchstgebot belief sich auf 1900 Eoldmark. (Wir wollen es uns schenken^ noch etwas hinzuzufügen.)
* Prüft d i e Brandversicherungen nach. Im Laufe des Jahres sind vielfach Blitzschäden an Gebäuden vorgekommen. Bei Feststellung dieser Schäden seitens der Hessischen Brandversicherungsan- i stakt zu Cassel hat sich nun oft herausgestellt, daß einzelne Gebäudeteile und auch ganze Gebäude über-1 bauet nicht versichert waren. Die Gebäude-Eigentümer erleiden in solchen Fällen großen Schaden und es ist daher für ste von Wichtigkeit, sich einmal genau den Brandverstcherungsschein anzusehen, um zu wiffen, ob sämtliche Gebäude und auch zum richtigen Werte vcrstchert sind.
Kopenhagen 1 Ät. Stockholm " “
ferenz; sofortige Freigabe aller Gefangenen und Rückführung aller Ausgewiesener; sofortige wirtschaftliche und militärische Räumung der Einbruchs- und Sank- tionsgebiete,' Wiederherstellung der wirtschaftlichen und Lerwaltungsdobeit im altbesetzten Gebiet, Räumungsfristen vom 10. Januar 1920 ab laufend; Sicherung gegen künftige Sanktionen; Ablehnung von Forderungen, die unerfüllbar find und gegen die Wurde und Unabhängigkeit Deutschlands verstoßen' Widerruf des Schuldbekenntnisses im Artikel 231 des Versailler Ver- trages^ Da diese Forderungen nicht erfüllt sind, wird die Partei die Unterschrift unter das Londoner Protokoll ablehnen. Eine etwaige Auflösung des Reichstags mit Neuwahlen hat die Partei in keiner TBetf« gu furchten. Wir muffen unfern Unterhändlern
Dorwurf machen, daß sie die Räumungsfrage nist m den Vordergrund der Verhandlungen gestellt haben. Ebensowenig ist von ihnen die Kriegss»uld- frage angeschnitten. Wenn auch die amtliche Bericht- crjtattung über London nur spärlich ist und bis jetzt verschweigt, was wir dort nicht erreicht haben, ebenso, welche Verpflichtungen wir eingegangen find, zumal auch in der Frage der Anleihe keinerlei Ergebnisse bis letzt erzielt sind, so erkennen wir doch, daß unsere Vertretung dieses neue Entente-Diktat hätte ablehnen muffen. In der daraus folgenden Aussprache, an der sich die Herren Böcking, Heinze, Schilling und Immanuel beteiligten, wurde zum Ausdruck gebracht, daß das Sachverständigen-Eutachten dem deutschen Volke in dieser Form unerträgliche Lasten auferlegt und undurchführbar ist.
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$ a ’,n ■ 20. Aug. Durch die fortdauernden starken Regensalle sind Klein und Ohm stark ange- schwollen und ausgeufert. Wieder stehen große Wiesenflachen unter Waffer und die guten Ertrag ver- Ivrcchende Erummeternte ist auf vielen Grundstücken verloren. Eine groß« Anzahl von Besitzern werden wteder schwer geschädigt. Durch das ungünstig« Wetter wird die Einbringung der Ernte sehr verzögert und die auf den Feld»?« noch lagernden Früchte beginnen
H««burger Zuckermarkl vom 20. August.
Auslandszucker nahezu geschäftslos. Java lote Reifte Mof 24/6, Ende August bezw. «nfang 6e»L 21/9 sh, deutscher Kristall Rov.-De«. 19, ttchechlscher Feinkorn Roo -Dez. 20/6 sh, amerikanischer Eranulated per Aug. 5,10 Dollar
Berlin, 20. Aug. Aus Anlaß der Rede, die laut ^Stockholms Tidningen“ der Vertreter Schwedens im Völkerbund, Branting. gelegentlich einer Friedens- tzemonftratlo» gehalten bat und in der er auch die Frage der Kriegsschuld berührte, sendet Sans Delbrück an Branting eine« offenen Brief, in dem er der Behauptung Brantings entgegentritt, daß die Zentralmächte schuldig ‘ " Solitit im ___
usammsnstoßes bedeutete Delbrück schreibt:
„Es ist Ihnen also offenbar unbekannt, daß das Versailler Ultimatum vom 19. Juli 1919 etwas ganz anderes behauptet. Dieses Ultimatum behauptet, daß Deutschland mit Vorbedacht seit langer Zeit den Weltkrieg vorbereitet und entieffelt habe, um die Welt- Hegemonie zu erwerben. Wer über die Kriegsschuldfrage sprechen will, kann nicht umhin, zu dieser Behauptung Stellung zu nehmen, wenn er sich nicht dem Verdacht aussetzen will, daß er zu verdrehen wünsche." Delbrück wendet sich dann gegen die Aeußerung Bran- ttngs, daß die Regierungen der Zentralmächte Serbien aus Anlaß des Mordes von Serajewo zur Unter- »erfuug zwingen wollten und keine Rücksicht darauf «ahmen, daß damals, ebenso wenig wie später, bewie- ken werden konnte daß die serbische Regierung und Kre Politik in irgend einem Zusammenhang mit der Verschwörung stand, die zu dem Morde führte. Delbrück werft daraus hin, daß das Attentat von Serajewo von dem Ehef der Nachrichtenabteilung sm serbischen Eeneralstab organisiert worden und daß ber Mordplan erwachsen ist auf dem Boden der von her serbischen Regierung seit vielen Jahren planmäßig vorbereiteten und geförderten Agitation für die Los- reißung der südflawischen Provinzen von der habsburgischen Dovpelmonarchie.
Delbrück erinnert dann weiter daran, daß die Verabredungen zwischen dem russischen Botschafter in Varis, Iswolski, und Poincar« direkt auf die Entzündung des Weltkrieges binausliefen, damit Rußland Konstantinopel und Frankreich Elsaß- Lotbringen erobere. Die Behauptung Brantings, daß *uf Seiten der Entente kein Kriegs- rorlle vorhanden gewesen sei, was daraus hervorgebe, daß die Franzosen ihre Armeen zehn Kilometer hinter die Grenze zurückgezogen hätten, widerlegt Delbt ii ck damit, daß er auf das Telegramm des ßranzöfischen Kriegsministers an General Joffre bin- »cist, in dem er ihm mitteilt, daß diese Maßnahme 'gus diplomatischen Gründen getroffen worden sei, um im englischen Volke die Vorstellung zu erwecken, daß Frankreich der angegriffene Teil sei.
Schließlich wendet fich Delbrück gegen die Aeuße- rung Brantings, daß die Rubroperation verstanden werden muffe als der einzige Weg, Deutschland Nr Erfüllung seiner Verpflichtungen zu zwingen. Delbrück schreibt: „Es ist Ihnen offenbar nicht bekannt, doß Deutschland behauptet, seine Verpflichtungen bis Mr völligen Erschöpfung seiner Kräfte erfüllt zu haben. Beweise dafür bat Deutschland auch wiederholt ange- boten, unparteiischen internationalen Kommissionen >sw. zu unterbreiten. Frankreich aber bat jede solche schiedsrichterliche Untersuchung abgelehnt."
nächte schuldig seien, weil ihre Jahre 1914 die, Gefahr eines militärischen
SeschSstliche Mitteilung.
. Deutscher Sdelkraftstoff. Zwei für Autobefitzer interessante Merkblätter hat der Benzol-verband i« Nochum soeben berausgegeben. Eie erläutern bft viel su wenig bekannte Tatsache, daß deutsches Benzol dem ausländischen Benzin an Leistung und Ausgiebig- kett »eit überlegen ist. Die modernsten Höchste lelstungsmotoren der Rennwagen kaffen sich überhaupt nicht mehr mit Benzin betteiben, sondern nur mit B.-V-Motorenbenzol obti'lc mit durch Venzolzusatz veredeltem Benzin. v
--- Berantwortlich s. b. Schriftleitung: Haun» Georg Lich^ Für den örtlichen und Provinz. Teil: SBitMm Mßner«
Sprechzeit: 8—11 Uhr. 7,1—1 Uhr.
AUS tat Starteten.
Deutschnatiouale Bolksvartei.
Man schreibt uns: Zu Beginn bet Mitglieberver- »mmlung vom 18. August stellte bet 1. Vorsitzende, ytrr _ Buchhändler Sonnenschein, den neuen Partei- Hrtretät, Herrn Maiot a. D. Merkel, vor, bet einen ■ertrag übet „Frankreichs Gewaltpolitik" hielt, vorauf erstattete Herr Sonnenschein eingehenden Belicht übet die politische Lage, di« infolge bet Beendi- prng bet Londoner Konferenz in ein neues Stadium getreten ist. Die Partei, die von dem großen Ernst unserer wirtschaftlichen Lage voll burchdrungen ist und deshalb Verhandlungen über das Gutachten nicht von bernbetein abgelehnt bat, hatte für die Verhandlungen M London im Reichstag bet Regierung folgende 7 Mindestforderungen als Richtlinien aufgestellt: Ein- «dit«g als gleichberechtigte Teilnehmer an der Wen»
(Nachdruck verboten.)
Str TMind.
; Kriminalroman von Luis« Westkirch.
49. Fortsetzung.
Mährend er regungslos stand, seinen Betrach- tungen nachhängend, klang von jenseits der San» ectt ein leises Lachen von einer Frauenstimme, «tn Flüstern. Tuscheln, Rascheln. Jetzt ein ge- i tämpftcr Aufschrei und ein lauterer: „Hilfe!"
Die Sicherung der Browningpistole lösend, die tt immer bei sich trug, drang Olten durch das Dickicht vor.
»Halt! Steht! — Wer ist dort?"
Bei der ersten Bewegung, die er machte, schlug «in Hund an, und: „Faß — faß!" zischte eine zor» jWige Stimme.
|' Eine dunkle Mass« stürzte in weiten Sprüngen jöuf Olten zu. Der drückte ab. Mit einem Aus» j heulen knickte der Hund zusammen.
। Ein heiseres Aufkreischen der Wut und de" jDngst antwortete, und eine Gestalt warf sich über Den cm Boden liegenden Hund. In der tiefen ^Dämmerung sah Olten wie ein« Msion goldig leuch, »nbes Blondhaar, ein schmales, feines Gesicht Mo h.ttt er das schon gesehen? — Halb in bi# strannengestrSpp gedrückt aber stand ein Mädchen ,Das kannte er gut: Hetze. Tlud jetzt entsann er !flch auch des blonden Knabengesichts. Der junge Mobrns Heesemann war das. der Neffe des Ermor« toten, der Schwachsinnige.
Wie ein Rad drehten sich die Gedanken in tens Kopf. Unerwartet, ftemd, unbegreiflich war, as «r sah. Er wußte «S nicht gleich zu ordnen, ihen, abergleichgüMg — gleichgültig für fein« vsche war dies Abenteuer sicher nicht.
Gute« Abend» Fräulein Meier," sagte er. „Es ich bin eben zu rechter Zeit gekommen.
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78,75
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