DöscheWchv Aeituns
Ameisek U?LLas Mtt MWM) OöeshGrn - Amtlickos ArrkmchiDurrgMM -ss Kreises Masßttm
i«
M Goldmari, Amtliche enb auswärttge Anzeigen 0,10 Sold» »lag- Sommtionjelge« 100"Je Aarschiaa. Reklamen 0,35 Golds, iluxg später als 5 Tage erfolgt. Belege werden berechne^.
Zeitung" erscheint sechsmal wSchenStch. — Bezugspreis monatlich 2 Mark « ßoft 2,25 Mk. — Für ausfallende ÄHmmtta infolge Streik, oder elementarer ästet, »th.—Druck derUniv.-B»chdruckerei von Job- Aug. Koch, Markt 21/2&. — Feruspr.
RachklSnse zm Li
Stimme« wm drauhrn.
- i’er Deutsche, der sich über daS Ergebnis von Lon- I in Ruhe ein fachliche- Urteil bilden Will, wirb
-al die näheren Dachrichten und Erläuterungen über tatsächlich Vereinbarte abwarten, da ja in der des letzten Tages manches stnpilitiett worden ist, n<xf> garnicht in daS Bewußtsein der Oeffsenllich- eindringen konnte: zum andern wird er die parteiig beeinflußten Stimmen deS Inlandes möglichst sich fern halten und zunächst auf das ausländische hören. Natürlich darf auch das nur mit kriti- n Ohren geschehen. Die Lobreden der englischen tsmänner und Journalisten auf die Klugheit und iigunfl der deutschen Delegation werden bei uns t verfangen. Solches Lob hat immer einen fa» t Beigeschmack, und wir würden lieber hören, daß anderen sich über die Gerissenheit der Deutschen über ihre Erfolge beklagten. Etwas davon kann Man freilich in der franzöfifchen Oppvsitionspresle lesen. Wenn die Action francaise den Rückzug der französischen Mrmce beklagt, wenn »Echo de Paris" den französischen Vertretern nationale Würde und politische Intelligenz ^spricht, wenn gar der »Eclair" von einer der größten Niederlagen in der französischen Geschichte redet, oder fter .Jntransian" meint, Berlin habe Vorteile, Paris _xur Versprechungen heimgebracht, so lesen wir das ^erne. Wir sind uns freilich ganz klar, daß dieses >»ngcheuere Verdrehungen sind, die dem innerpolitischen jBeg:.er Herriot gelten, aber wir möchten doch glauben. Daß dieser gespielten Entrüstung ein Körnchen talfäch- «6er Enttäuschung zu Grunde liegt.
Herriot hat in seiner Ansprache vor den Bettre- ftrn der französischen Presse besonders den Sieg des Lchiedsgerichtsgedankens gerühmt ,und man wird unS te<6t verübeln können, wenn wir gerade deshalb und !:ch unseren bisherigen Erfahrungen mit dem Dölker- nid wie den Schiedsgerichten vorläufig diese Eni- icklung noch mit großer Skepsis betrachten. Gewisse osssnungen könnte man daran knüpfen, daß der fran» 'sische Ministerpräsident es 'immerhin riskiert hat. e Fortdauer der Ruhrbesetzung nicht mit der Eicher- st'sfrage zu verbinden, sondern ausdrücklich die Ruhr- tesetzung nur als Maßnahme zur Sicherung der Re- tzaration zu bezeichnen. Auch die Mitteilung Herrioks tocr die Räumung der Kölner Zone durch die Engländer läßt einigermaßen günstige Schlüsse auf das Schicksal des Ruhrgebietes ziehen. Dazu kommt die klleuherung des amerikanischen Präsidenten Evol id- ■ e. daß die Londoner Konferenz die wichtigste Errungenschaft feit dem Waffenstillstand fei und daß «s wenig Schwierigkeiten bereiten dürste, aus ameri- üllnischen Privatquellen die Mittel für die Anleihe auf« Dubringen. Das Londoner Schlußprotokoll hat ja, w'^e erst nachiraglich ausführlich bekannt war, die Durch- Nhrung des Dawciplanes von der Aufbringung der Anleihe abhängig gemacht, und der amerikanische Doi- ichafter hat noch ausdrücklich die Freiheit der deutschen Regierung festgestellt, die Anleihe bei Bankiers tzrer eigenen Wahl unterzubringen. Menn die eng- «sche Presse diesen Tatsachen besonderen Werk beiwißt, hat sie gewiß nicht unrecht: der Einfluß der Groß- jinanz. der in London von den politischen Dück- friten zurückweichen mußte, wird sich zweifellos Geltend machen, sobald nun das Finanzgeschäft beginnen k>IL Solche Tatsachen ebenso wie die bereits erfolgten ersten Schritte zur Räumung der widerrechtlich besetzten Gebiete werden im deutschen Volke eher Ein- ®rud machen als die Sthlübungen ausländischer Journa- Üsten, die wieder anfangen, sich in die innerpolitischen Angelegenheiten Deutschlands einzumischen. Solche Aeu- ientngen sollte die regierungsireundliche deutsche Presse fvrföltig unterdrücken, um nicht das Gegenteil rnu dem ju erreichen, was sie beabsichtigt.
•
Die englische öffentliche Meinung.
■- vndon, 18. Aug. »Daily News" schreibt, «ac Donald habe Glück gehabt und er habe es w weitgehendem Maße auSgenutzt mit dem Erfolge, •OB er in 6 Monaten erreicht habe, was andere «ilische Staatsmänner in 6 Jahren vergeblich erstrebt Mtten. Diese Errungenschaft fei wich ig. so lange Frankreich und Deutschland eS ablehnten, sich die -,«nde zu reichen. Es sei müßig, von der Wiederher stel- wng des Friedens in Europa zu sprechen: es würden
individuelle Brandstiftungen verursacht werden: Ms könne unmögLch verhindert werden, aber Mac
cld namens Englands, Herriot namens Frank« «ws und Marx uamenS Deutschlands hätten jetzt ,«r-art, daß derartige Praktien unnötig und nicht eSIenstoert seien. Die französische Kammer und rT.r brutsche Reichstag würden diese Erklärungen zwei- bekräftigen.
L ®ie .Westminster Gazette" bemerkt, die An- ffttganblungen wurden so geführt, daß dem deutschen chskanzler die Last «ufgebürdet wurde zu entschei-
°6 ein weiteres Jahr einer ungefetzlichen Ruhr« ung samt dem Dawesplan annehmen oder sN. mit einer weiteren ungesetzlichen Ruhrbefetzung Zünden sollte. Der ständigerweise hat er von den $2* Hebeln das kleinere gewählt und kommt in bester jg-Hafluna aus der Konferenz: es erfordert einigen btdtas et$ca® anzunehmen, daS so allgemein als ungesetz-
®tb morasifches Abenteuer gekennzeichnet wurde. C'1'- können daS umso eher würdigen, wenn wir be» ■ tlen. daß Mac Donald keinen fv großen Mut gehabt
und sich damit begnügte, unsere moralische Autorität un6 gefügig in die Fußtapfen Frank- K 7* treten. Das Statt sieht die wichtigsten Punkte «nh Vt ^^Etache, daß das Abkommen die Billigung k, ^"terstützung Amerikas find«. Diese Mitarbeit tleirt$9fen ®,a<tien hcche wahrscheinlich auch die
Weisung deS Reichslanzlers entscheidend beeinflußt.
’1 ® '® »frte 6" fast: Der Krieg hat eine fieber* ' ' c ^Eisn tm Gefvlg« gjt&dEt, Me in chrer An
mösmr Ksrrfrrmz.
schlimmer war als der Krieg selbst. Die Rückkehr zur Bernunst und Toleranz ist mlchselig und schwierig: aber es scheint, daß man Mefem Ziele endlich nahe kommt. Die erfolgreiche Beendigung der den Delegierten gesetzten Aufgaben ist eine große Leistung und gibt Anlaß zu großer Genugtuung. 1
Der diplomatische Berichterstatter der Daily Telegraph" schreibt, die Derhandkungen über die Auslegung der Dawes-Anleihe hätte» bi» Oktober aukge» schoben werden müssen. Es fei als unmöglich befunden worden, dem deutschen Verlange» nach einer De- gierungSgarantie im Zusammenhang mit der Dawes- Anleihe zuzugestehen; es sei ober entschieden worden, daß die alliierten Regierungen den Erfolg der Anleihe erleichtern sollten, indem sie ihre Zentralbanken aufforderten, sie durch geeignete Mittel zu unterstützen. Es sei dieS der^lnlaß für die neue Formel gewesen, die von der Plenarkonferenz in der Schlußsitzung angenommen worden fei. Zu dieser Formel sei auf Kelloggs Initiative ein Zusatz gemacht worden, der lautete: »Die Resolution beschränkt die völlige Freiheit der deutschen Negierung nicht, über die Anleihe mit den von ihr selb» gewählten Bankiers zu verhandeln." Der Berichterstatter fährt fort, eS sei bezeichnend, daß der amerikanische Dotfchafter es am Samstag für nötig befunden habe, der Konferenz eine Resolution vorzuschlagen, die Deutschland die Wahl der Bankiers selbst überlasse. Dies könnte bedeuten, daß einige Bankfirmen, die bisher befragt worden seien, noch immer geneigt fein könnten, vor Unterzeichnung der Anleihe politische Bedingungen, wie z. D. betrefffenö die Abänderung des Londoner Protokolls über die Sanktionen oder bettefffenö die militärische Räumung deS Nuhrgebietes, zu stellen: es könnte aber auch bedeuten, daß die deutsch-amerikanischen Finanzhäuser viel leichtere Bedingmigen al» andere bieten würden. ,
Die Worte des Premierministers, daß dies der erste Vertrag fett Abschluß des Friedens fei, über den wirklich verhandelt wurde, würden vielleicht von den Deutschen bestritten werden mit der Begründung, daß sie unter force majeure unterzeichnet hätten: aber dies Gelte von allen Abmachungen mit guten Karten. Und die Alliierten hätten gute Karten in den Händen gehabt, weil sie den Krieg gewonnen hätten, doch ziehe Deutschland aus dem Dawesplan und der Londoner Konferenz einen ansehlichen Gewinn: seine Währung werde stabilisiert und seine fiskalische und finanzielle Einheit wiederhergestellt, es werde eine zweijährig« Atempause erhalten, bevor die Reparationszahlungen wieder beginnen, es werde eine Anleihe von 40 Millionen Pfund erhalten: Ntniber hinaus habe die Konferenz ihre Siegel unter das Prinzip einer schiedsrichterlichen Entscheidung im Falle eines deutschen Verzuges gesetzt und sie habe eine unabhängige Aktion seitens irgend einer Macht schwierig, wenn nicht unmöglich gemacht. Dies sei wirklich ein Gewinn.
-Daily Chronicle" schreibt, der Dawesbericht sei jetzt angenommen worden aber zum Preise von Zugeständnissen an Frankreich, die für Deutschland mißlich seien, die sich aber wahrscheinlich als noch kostspieliger für Großbritannien erweisen würden. Die französische Notlage und der amerikanische Beistand hätten die Vorbedingungen geliefert, ohne die die getroffenen Abmachungen unmöglich gewesen wären. Mac Donald habe Glück gehabt, daß er diese Bedingungen geerbt habe. Man könne ihn zu diesem Ausgang der Konferenz beglückwünschen, aber er fei in einer sehr starken Stellung gewesen ,denn eine Regelung sei für Frankreich unbedingt notwendig gewesen. GS fei äußerst enttäuschend gewesen, daß fein Einfluß nicht vermocht habe, die Zurückziehung der fianzösische» Truppen aus dem Ruhrgebiet vor einem Jahr« zu sichern.
*
Ein Amerikaner über da« Ergebnis »er Londoner Konferenz.
Ptrris, 18. Aug. Der Londoner Vertreter des »Pettt Paris ien" hatte eine Unterredung mit einer hochstehenden amerikanischen Person- lichkeit, die ihm Folgendes erklärte: Selbst auf bie Gefahr hin, eine Formel zu wiederhole«, der sich alle Delegierte, die in der Schlußsitzung b.iS Wort erhielten, bedienten, habe ich die absolute Aeberzeugung, daß wir diesmal wirklich in eine neue Aera des Friedens nnd der loyalen Zusammenarbeit eintreten. Das Schlußprotokoll von London ist das erste Schriftstück, dem seit dem Kriege alle diejenigen, die eS unterzeichnet haben, in voller Freiheit beigetreten sind. Auf keiner Seite gab es diesmal auch nur de« geringsten Zwang. Hier hat jeder gerne unterzeichnet, weil jeder nach London gekommen war mit dem tiefen und ernsten Wunsche, sich zu verständigen und einer Lage ein Ende zu machen, die nicht ohne Gefahr mehr länger andauern konnte. Alle Delegierten, die an dieser denkwürdigen Konferenz teil» genommen haben, haben ein Recht auf das höchste Lob. Trotzdem verdient es der französische Ministerpräsident am meisten, durch seine Ernsthaftig- keit, seinen Freimut, seine Mäßigung und seinen vetfdnlichen Geist der große Künstler der Einigung war. Er war eS, der durch seine Formel des Schiedsgerichts die ^Lederherstellung der interalliierten Entente möglich machte und er war cs ebenfalls, der durch seine Haltung, Oie zugleich mutig und generös war, die freie Zustimmung der Reichsminister sicherstellie. Mehr brauchte, es nicht, um den Erfolg der Konferenz in Amerika mit der lebhaftesten und ernsthaftesten Befrkesti- gung aufnehmen zu lassen. Sofort. ÄS die Eini-
gv«g bekannt wurde, hat sich General DaweS Beeilt, durch Telegramm dem Präsidenten der Konferenz feine tiefste Freude darüber Ausdruck zu verleihen. baß der Vertrag angenommen wurde und er bat den Präsidenten der Konferenz, seins Glück- iW^rsche allen denen zu übermitteln, die an der Inkraftsetzung des Dawesplanes mitgearbritet hoben. Seien 6te überzeugt, daß dies« Freude durch alle Amerikaner geteilt wird. Man sieht in der Einigung einen neuen Grund, sich in Zukunft enger zusommenzuschkieHen zur wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas. Sosehr das Scheiter« der Konferenz die Vereinigten Staaten dazu gebracht hätte, sich an de» Angelegenheiten des alten Kontinents zu desinteressiere», so sehr wird oaS Gelingen der Konferenz 6te Vereinigten Staaten in Zukunft dazu antreiben, pch am Wiederaufbau Europas zu interessieren.
♦
Münchener Pressestimme« «am Londoner chöjchlud.
München, 18. Aug. Zu dem Abschluß der Londoner Verhandlungen schreibt bie „München- AugSbarger Abendzeitung" in einem größeren Leitartikel: „Frankreich und Paris werden immer Gründe finden, eine Verfehlung festzustellen, um die Räumung hinauszuschieben. Zu Beginn der Konferenz wurde mit dem übllchea Brustton der Falschheit, der dem PaMiSmuS so gut steht, von dieser Sekte aus versichert, auf dieser Konferenz werde weder mit einem Ultimatum, noch mit einem Diktat operiert. Heb was ist in den letzten Tagen der deutsche» Delegallon gegenüber anderes geschehen? Dr. Streftmann kommt zurück, ohne sein Wort eisgelöst zu haben. Wie soll er vor das deutsche Volk hstrtreten? Bei der nationalen Oppofitirm liegt noch die letzte Hoffnung, daß sie das ihrige tun wird, um das deutsche Volk von dem Weg der Ge oavpo stik, auf den man sich in London wieder ganz drängen sieh, zurückzuführen nnd ans die Erledigung der Ehrenpunkte zu drängen, bie von der Bellner Regierung selbst, allerdings vor und nicht auf der Konftnmz, als anber- zichtbare Voraussetzung verzeichnet toet6en waren.
Die „Münchener Nettsten Nachrichten" schreiben in einer Wochenschau zu der Konferenz: „Dieser Abschluß der Londoner Derhimdlungen bedeutet aufs neue «inen Sieg des Unrechtes gegen das Recht, ein Triumph der bewaffneten Gewalt über die Wehrlosigkeit. Ob die Londoner Ec- gsbnifse im Reichstag eine Mehrheit finden werden. fei mehr als zweifelhaft.
Offenbn»« und Rupeawritt geräumt.
Offenburg, 18. Aug. Der neu ernannte Kommandant des Brückenkopfes Kehl, General B v q u e t, hat heute dem Oberamtmann von Offenburg und einem Vertreter des Stadtrates von Offenburg mitge- tedt, daß das neu besetzte Gebiet von Offenburg und Appenweier heute geräumt wird. Gleichzeitig wird eine gemischte Konunissivn zue Heber gäbe des Inventars und der OffizierSwvhnmrgen zusmmnentre- ten. Die in Offenburg Rationierten Truppen sind bereit« heute morgen in feldmarschmäßiger Ausrüstung angetreten.
•
Offenburg. 19. Aus. ®er Befehl. Offenburg zu räume », fern den hiesigen Kommandos sehr überraschend. Die Nachricht traf gestern morgen gegen 4 Uhr ein. Alsbald machten sich di« Truppen bereit, llllateriÄ und GerAfchastrn Msammenzubringen. Sehr bewegt ging es da der hiesigen Kaserne zu. wo französische Trupp«« einquartiert waren. Im ganzen werden etwa 30 von den Franzosen bcfchtagmchmte Wohnungen frei Der Srnderzug, der von den ftanzösischen Kvmman- dos bei der Betriebsinspektion angeforüert wurde, umfaßt 24 Wagen. In der Stadt sind etwa 20 französische Lastautos eingetroffen, um den Abtransport des übrigen Materials vorzunehmen. Tie Bevölkerung begrüßt die Räumung mit lebhafter Genugtuung, beobachtet aber ^lbst- verftändlich eine ruhige Haltung.
Die Matm«iee«ng durch Frankreich ««sichert.
Paris, 18. Aug. Herriot triffst heute nachmittag mit feinen Begleitern um 1/26 Uhr m Paris ein. Dienstag früh 10 Ähr findet ein Mi«isterrat statt, in dessen Verlauf Herriot Bericht Über die Londoner Konferenz erstatten wird. Bei derselbe« Gelegenheit dürste auch das dem Parlament gegenüber emzuschla» gende Verfahren festgelegt werden. Herriet wird Meist m der Kammer sprechen. Diese tritt Dmmerstag zusammen. Zu derselbe« Zeit versammelt sich auch 1er Senat. Nach Ansicht maßgebchrder politischer Kreise sind Herriot die 300 Stimmen der Mitglieder der ra- dikalfozialistifchen und der sozialistischen Partei gesichert. Man wird daher die Ratifizierung des Londoner Abkommens als höchst wahrscheinlich, wenn nicht nahezu als gewiß, anfshen dürfen. Trotzdem wird die Debatte, nach den angemelteten Interpellationen zu schließen, einen recht bewegten Verlauf nehmen. Unter Een Interpellanten sind zu neunen Leo Vlum, Sachin und Bubois.
Das Druckmittel in der Sand Frankreichs.
London, 18. Aug. Sn amerikanischen Kreisen wird erneut darauf bingewiesen, daß die lieberer- Hebung der 26 prozeittigen Ausfuhraba a-Jj ; X-tur deutsche Waren nach Inkrafttreten des Dawcsbcrkch- ies> keine Vermehrung der deutschen Zablungsverpflich- tungm bedeute, da auf diese Weife nur eine Erhöhung der von den Ärpatationsacenten auf Resaratwirskogte
für englisch« Zlechmma ju machenden Beträge erfolgt, Der diplomatische Korrespondent des „Observer", ditz wichtigste« Sonntagsblattes, betont di« handel«»' politisch, Bedeutung der französisch««' flfeigerueg, da» Ru brg«bi«t vor S*»J lauf eines Jahres zu räumen. Es kam der, französischen Politik, das war besonder» be Sinn de» Loucheur-Vesuches «t London, hauptsächlich bar auf a. für die Luftigen Handelsvertragshandlungen «tit Druckmittel in die Sand $a bekomme». M« MM von Deutschland di« Meistbegünstigungski cm sel ich« entsprechende Gegenleistung, die Fortsetzung W-, zollfreien Einfuhr der elsaß-lothringische« ErzevsnHß! und eine 51 %tae Beteiligung an der Ruhtsiämstrsi er», zielen. Das Blatt verweist daun auf bi« bemedee^, werte Kübicheit, mit der M« Donald diesen ffimj angenommen hat. Es wäre ritte höchst mtangenehM lleberraschung für die deutsche Delegation gewesen.
tim die Ääuemttg Kubrotte.
London, 18. Aug. „DcrilY Telegraph' fe- richtet über das Scheitern der Verhandlungen fe» züglich der Räumung RuhrortS, daß Herriob mit der Räumung durchaus eiuverstaua den gewesen wäre, nachdem Mac Donald btti. Widerstand der Arbeiterpartei zum Ausdruck gebracht hatte. Erst durch seine "Begleiter sei Henios darauf aufmerksam gemacht worden, bah Ruhr«. ort, solange das Ruhrgebiet besetzt sein würde-, durch die Franzosen nicht freigegeben werden löitne^ Daraufhin habe sich Herriot genötigt gesehen, sein» erste Entscheidung wieder umzustvße«.
Begiuu der deutsch-belgischen WirtschaftsverbcrubllMgt».
Pari«, 18. Aug. Der .Petit P-risien" *e^ bet aus Brüssel: ReichSaußenminister btresema«^ hat in der Nacht zum Sonntag der belglfchen ®ele» gation eine Rote überreichen lassen, daß die deutsch-^ belgischen WirtschaftSverhandlungen am 1. Ved»! tember beginnen können. Infolgedessen wirb der Direktor der belgischen WirtschastS-bteilung t* Außemninksterium, van LangenHootr, sich zu fern Zeitpunkt nach Berlin begeben. Bersin Pt alsi Verhandlungsort gewählt worden, weil die deutsch« Delegation zu verstehen gegeben hatte, daß Me Arbeiten 0er Anwendung des DatveSsckans eS «* wendig machten, daß das gesamte technische Personal in Berlin verbleibt und daß es also praktisch unmöglich fetz eine genügend große Anzahl von technischen Sachverständigen zu ein« Delegafio, von Berlin aus zu entsenden.
Der deutschcknmzitfische Sa«dri»v«trag.
London, 18 Aug. Herriot erklärte ift rinem Interview entern Mitglied de» .Aelegrapben Expreß . da» wichtigste Ergebnis der Londoner Konferenz sei fik ibn, daß das vertraue« unter den Rationen wieder erwache. Er boffe, daß rin« wirkliche Verständigung mit Deutschland suswtw« komme. Er werd« alles tun, was in seiner Kraft Petz«, um sie zu fördern. Er würde es außerordentlich b«» grüben, wenn bald ein Handelsvertrag zwischen de de» Ländern zustande kommen würde. Er sei sicher, da» sich Europa jetzt den endgültigen oriede« und dem Wiederaufbau nähere. Dabei wird btt Völkerbund eine hervorragende Rolle spielen.
Da» Schicksal der deutsche« Anleihe.
P a t i S, 18. Aug. Drr Gar äh «mann d londoner Vertreters vom „Pettt Parisie«' zieht «« dem Protokollzusatz über bie beufiche Derh.rnd- lungZfreiheit in der Anleihefrage folgende Schsi^e. „Menn tS bet deutschen Reichsregierung gefaöt sich in den Vereinigten Starrten an ein bedeufe«, des Kreditinstilut deutschen LlrspiungS zu trenten. s» hat sie hierzu volle Freihett und damtt aber auch die Möglichkeit, die zahlreichen Deutsch-Ameri-, tanei, die die Kunden diese« Institutes sind, flK den Erfolg dieser Anleihekvmmissiön zu interessier ten. Ohne Zweifel sei eS mögllch, daß im Lauft b» Verhandlungen mit den Bankiers diese nochmakL gegen die Garantien gewifft Einwenbuntzen t« hoben werden, aber das Schiebsgerscht unv VernunstSgründ«, die Deutschland hat, um nW» nochmals eine Verfthtung hervorMTSfen. totäg «en doch eine genügende SlcherKck zu btefeu datz man dieft Schwierigketten leicht überwind«, k-W,'
tim bie hrttralitertt« Schnld«. ]
Paris, 18. Aug. Der „Intrans,etard" deschLMÄ sich mit der äußeren Schuld Frankreich», dir er aB 117 StifItarben Pavierfranffe» ber^rwt.1 Er fragt, was Frankreich oeu einer AusfvrK^e über die interallnetten Schulden noch zu erhoMn hcwtzj Bei Beginn drr Konferenz Jet das rin rWefwCttE, Trumpf gewesen, ein HandelsgegeiHanb erster wüt«,. Man habe Um fallen laßen. Es baoe «äk teilen Nutzen mehr, biet wieder w sage«, 8a6 bU mbwJ, Schuld 117 Milliarden betrage, da bnockretch niemals einen einzigen Sou werde vezastrn ctot. Die Schulden bezablen. ja, "SraNkreich chon, eher mit dem einzigen ®titoe^tntt Oen Jbeutjgw, Bons der Serie C, wenn bfe M««rreu sich dazu bä>. geben würben, fi« in bare ME Lw'^stzeu. Da es, aber fehl wenig wahrscheinlich fet daß sie sich da«^ cnflcklösien, seit sie bedeutend mehr otnanf achteten.s ten finanziellen Kredit Deutschlands als den FräÜt-! reichs tu stützen, so würben sie wohl berücksichtigen' mühen, daß Frankreich ftjnersett» gezwungen sei, M-. nächst an sich selbst ru denken.
Herriot begeistert i» Paris empfange«.
Paris, 18. Aug. Ministerpräsident Herriot ist in Begleitung von Kttegsmimster R al las,: FinanMinrster Clemente! und dem für öffentliche Arbeiten nach 6 Abc in Paris ein*' getroffen. Er wurde am Bahnhof vo« sämtlichrn^ Ministern und dem englischen GeschäftstrGge.' 5e» grüßt. Bei dem Einlaufen in dzn Bahnhof tberSe, bet Zug von de» EijLNoahneJr b.^rst^t. In *sr>