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Die Reichsindexziffer.

Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungs­kosten beläuft sich nach den Feststellungen des Sta­tistischen Reichsamtes für Mittwoch, den 13. August,

wie in der Vorwoche auf das l,14billionenfache der Vorkriegszeit, die Preiserhöhung bei Fleisch, Fettwaren und Zucker wird ausgeglichen bitt* wei­teren Rückgang der Kartoffel- und Gemüsepretse.

dersamnckung am 17. August fm Lichtenberger Ro­dion gestattet hat. Aeber das Versprechen, daß dieses Arbeiter-Meeting nicht den Charakter einer Polittschen Demonstration annehmen dürfe, werden sich die Veranstalter, wie die »Rote Fahne" be­reits angekündigt hat, mit kühlem LScheln Hinweg­setzen. Da wäre eS vielleicht doch geboten, den Herrschaften nicht erst E>elegenheit zu bieten, bei cher jetzigen Eespannthe t der politischen Lage neue Anruhe in die Wbeiterbedölkerung zu tragen. Der Zerfall der kommunistischen Partei wird um. so schneller erfolgen, je ehrer die Arbeiter einsehn, daß sie von den Führern im sicheren Hintergründe nur mißbraucht werden, um ihre Haut zu Marfte zu tragen.

Qa. Berlin, 16. Aug. Wie wir «us bar- kamentarischen Kreisen erfahren, besteht augenblick- llch zwischen den Deutschnativna len und der Reichsregierung eine ernste Spannung, die. bei de« kommenden Parlamentarischen Auseinander­setzungen möglicherweise zu einer Parlamentskrise führet! wird. Aach der Rückkehr des Reichskanz­lers laus London soll zwar versucht werden, eine Einigung mit den Deutschnationalen herbeizuführen, Sber es erscheint zur Stunde noch sehr zweifelhaft, ob die deutschnationale Reichstagsftakttvn sich da­zu verstehen wird, die Polittk der Reichsregierung zur D. rch Lh ung des Sach ers äud gen-TutachicnS DU unterstützen. Ohne Zustimmung der Deutsch- nationalen zu den Ausführungsgesetzen ist die er- forderliche Zweidrittelmehrheit nicht zu erlangen. Es könne daher tatsächlich zu einer Reichstags- mrflösung kommen, eine Möglichkeit, die gegenwär­tig i« den parlamentarischen Kreisen sehr lebhaft erörtert wird.

tot, wonach dort eine Anzahl Häuser ein - stürzten. Diele Gebäude namentlich Fabriken stehen unter Wasser und können nicht betreten werden.

Schwerer Automobiluufall.

balle, 15. Aug. Auf der Magdeburser Land­straße in der Nähe von Löbeiün überschlug fich ein mit fünf Personen besetztes Automobil infolge m starken Bremsens. Der Besitzer des Wagens, Dr. .lrthur Braun aus Magdeburg, und bet Syndikus Dr. Fritz Meyer waren sofort tot. Der Regierungs­landmesser Schaub und der Chauffeur Vorth­mann wurden schwer verletzt.

Aus dem beichten Sebiet.

Kündigung des alte« Ruhrkohlensyndikats.

Essen, 15. Aug. Die Kündigung des zur Zeit bestehenden Syndikatsvertrages ist nunmehr mit 75 Prozent der in der Ruhrkohle vereinigten Stimmen für Ende September eingereicht. Die er­forderliche Kündigungsmehrheit ist somtt erreicht. Die Inlandsgruppe hüll sich an den vorgelegten Entwurf nur, wenn nicht nur sämtliche Gruppen« Außenseiter, sondern auch die Außenseiter des Syn­dikats selbst einem neuen Zusammenschluß auf der erneuten Grundlage zustimmen. Man hat nun» mehr eine Kommission gebildet, welche die Ver­handlungen mit den Parteien ausn hmen soll.

* Universität. Aus Anlaß seines 70. Ge­burtstages wurde dem ordentlichen Honorarpro­fessor, Geh.-Rat Dr. Karl Wenck, feiles der the­ologischen Fakultät die Würde eines Ehrendoktors verstehen. Gleichzeitig ernannte der Hessische Ge­schichtsverein den Gelehrten gu seinem Ehren­mitglied.

'Zum Jubiläum beS Lutherischen Kir» cheuchorS wird unS ix Ergänzung unserer gestrigen Mitteilung noch geschrieben: Dei dem FestaotteSdtenst in der Pfarrkirche singt der Thor .Die Allmacht" von Schubert und baS .Halleluja" von Händel, beides mit Orchesterbegleitung. Jubiläumstage sollen Sorgen verscheuchen und frischen Mut zu neuer Arbeit wecken. Sie zeigen auch den Segen langjähriger, treuer Arbett. 3n dankbarer Erinnerung gedenkt der Ehor des Man­nes. der wiederholt Anregung zur Gründung eineS Ktrchenchvres gab, die dann im Jahre 1884 auch ver­wirklicht wurde. Gründer und erster Setter des Chores war Herr A Funk, Lehrer und Organist, gestorben 1908. In unermüdlicher Arbeit hat er in nahezu 25 Jahren den Ehor aufwärts geführt. Unter seiner Leitung sang der Ehor nicht nur in Gottesdiensten, liturgischen An­dachten und Gemeindefeiern ü capella Chöre, sondern führte auch ht öffentlichen Konzerten größere Werke llassischer Weister auf. Mit Hingebung, feinem Ver­ständnis und mit Sachkenntnis widmete er sich der Sache der Kirchenmusik, deren Förderung ein wesentliches Stück seiner Lebensarbeit bildete. Auch an der Hebung deS SemeindegesangeS arbeitete et mit Eifer und räumte mit dem allen schleppenden Choralgesang gründlich auf. Ein frischer Gemeindegesang belebte von da au den Gottesdienst. Die Hauptaufgabe des Chores besteht in der Mitwwkung in den Gottesdiensten der Gemeinde. Der Chor wird auch ferner seinem Streben, ein Chor der Kirche zu sein, ihr vor allen Dingen zu dienen, treu bleiben. Don vielen Seiten wurde der Wunsch auSge» prochen, der Kirchenchor möge doch nicht nur an den Festtagen singen und die Gemeinde erbauen, sondern auch an den Sonntagen, so oft als möglich. Durch den Choral sind die Mitglieder deS Chores in steter Fühlung mit dem Gemeindegottesdienst. Aach dem Tode des ersten LellerS übernahm Herr L. TruSheim und nach ihm Herr Shltch den Chor. Der jetzige Letter, Herr Srmisch, übernahm den Chor im Weltkriege, was da­mals für einen Chorleiter keine leichte Ausgabe war. Aber mit Geschick und Ausdauer überwand er alle Hin­dernisse und Schwierigkeiten und bewahrte den Chor vor dem Zerfall. Dafür sind wir ihm Dank schuldig.

' Möge der Chor sich unter der Führung seines zeitigen Setters Wetter gut entwickeln und zunehmen. Wöge dieser Jubellag die Herzen der Chormitglieder ausS neue begeistern un&'ettoärmen für die Musica facta und dem Chor die alten Freunde und Gönner erhallen, ihm aber auch neue zuführen. Möge aber auch bei der Gemeinde sowohl als auch im Chor das Gedächtnis des ür die Kirchenmusik so begeisterten Mannes und Grün­ders des Chore« unvergessen sein und bleiben.r.

Deutscher Abend. Wan schreibt uns: Am Montag, den 25. August b. 3- veranstaltet der Verein junger Mädchen des Iulienstiftes einen .Deutschen Abend" in Wiederholung jener wohl­gelungenen Aufführungen im Vorsommer. Die Dar­stellungen und Aufführungen der jungen Mädchen werden durch einen dem Sinn und Inhalt des Abends entsprechenden Vortrag von ^än" n Grote- fend eingelellet. ES darf erwartet werden, bah auch dieses Mal die frischen Aufführungen der jungen Mädchen zu einer genußreichen Unterhaltung beittagen. ES kann daher ein reger Besuch des Abends empfohlen werden, umsomehr als der Erlös vollständig der Wohllättgkeit zugeführt wird; gilt er doch der Fürsorge und Unterstützung der sehr häufig in großer Rot lebenden Tuberkulose-Kranken. Es wird an dieser Stelle daran erinnert, daß der Tuberkulose-Fürsorge-Verein bringend gütiger Hn« terstützungen bedarf, um für bie Tuberkulose-Für­sorge Ersprießliches zu leisten. Der Verein bittet daher alle diejenigen, die in der Lage sind und durch ihr Erscheine« denDeutschen Abend" nicht unter­stützen können, um freundliche Spender. Annahme­stellen: Fräulein Grotefend, DiSmarckstrahe 30, H, Herr Lehrer Fischer, Biegeustraße 42, II, Dr. H. Lchweckendiek, Bahnhofstraße 13.

Dom Landgericht. Ein Zuchthausge- angener, der seinerzeit aus einer Klinik, in der er Aufnahme gefunden, unter Mitnahme von Klei- duntzSstücken anderer Insassen ausgerissen war, wurde zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Ein ein» druch gegen eine Bestrafung wegen unerlaubten Waffenbesitzes wurde verworfen, weil der Bellagte nid&t erschienen war. Eine weitere Sache, bei der es sich «'m einen Hühnerdi« bstahl Handelle, mutzte vertagt werden Im übrigen handelte es

8m ten Achlstunftritag.

<in Zugeständnis an die Sozialdemokratie.

Ott. Berlin, 16. Aug. Die Reichsregierung GttL> tn den kommenden Tagen des Reichstages Vie sozialdemokratische Interpellation wegen der Frage der Dattfizierung des Washingtoner Acht­stundentag-Abkommens beantworten. Dabei wird sie sich wie wir erfahren, berell erklären, ihren bisherigen Standpunkt zu revidieren und eine Ratt- fizierung des Abkommens in Erwägung zu ziehen. Tiefe Haltung der Reichsregierung wird übrigens vuch von außenpolittschen Rücksichten diktiert, da

A«s Sanem.

Mandatsniederlegung Pohners.

München, 15. Aug. DieMünchener Post" veröffentlicht einen Brief Kanzlers, des Begründers herDrfa". Dieser Brief enthält auch Mitteilun­gen über die Lage des Oberlandes­gerichtsrats und Landtagsabgeord­nete nPöhner, der aufgefgrdert worden ist, in nächster Zeit seine Festungshaft anzutreten. Es heißt darin u. a.:Er beabsichtigt fein Mandat ttiederzulegen und sich nach Absitzung der Sestungshast außerhalb Bayern, vielleicht im usland eine neue Existenz zu gründen, da er sonst mit seiner Familie Rot leiden müßte. Pöhner ist sehr erbittert darüber,, daß die Bayrische Bolkspartei zugestimmt hat, daß der Strafvollzug gegen ihn ermöglicht werde.

RarbMM Etadtzeitms.

Rarburg, 16. Ausust (Ernting). Die große« Ferre«.

Won'ge Tage vor der Beendigung der Schul­ferien haben die großen Aniversitätsferien ihren Anfang genommen. Das bedeutet für Marburg nach all dem Freudentaumel der letzten Monate und besonders der letzten Wochen, der die Straßen andauernd im Fahnenschmuck hielt, die stillste Zell des ganzen Jahres. Hier und da lugt aus irgend einem Dachfenster eine vergessene Fahnenstange heraus, aber auch diese werden bald verschwinden. Rurder Ketzerbach" ist es noch einige Tage wegen des Bachfestes Vorbehalten, im Schmuck zu prangen. Gestern wurde auch die große Feuerleiter zum Mbruch" der Guirlanden am Rathaus in Benutz genremnen und dabei bie Rathausuhr, bie stehen geblieben war, wieder in Gang gesetzt, was zu­gleich eine Mahnung für den Hahn bedeutete, seine melodische Sttmme wieder ertönen zu lassen. Das wäre also wieder alles in Ordnung. Acht Wochen dauern die großen Ferien, dann beginnt das Wintersemester.

Die Kommunisten mache« verzweifekte An- ^ttengungen, um neuen Agitationsstoff zu gewllmen «nh dir auseinanderlaufenden Anhänger mit auf­peitschenden Parolen bei der Stange zu halte«. Die Rote Fahne" ist vom Reichsinnenminister auf drei Wochen verboten worden, weil sie in her offensten And aufreizendsten Weise zu neuen Unruhen und - aewaltsamer Beseitigung der Verfassung aurge- bat. In der Tat konnte sich die Hetze * !n de« letzten Dummern des ' -'ten werden. Angesickits Den hat eS einiger- HWk Berliner Pvli-

von englischer Seite ein sehr starker Druck Deutschland ausgeübt wird.

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sich um verschiedene Beleidigungsklagen, die bis in die späten Dachmittagsstunden hinzog^

* Dom Wvchenmarkt. Laut amtlicher stellung wurde Butter von 1,80 Mk. und 1.90 Mk. a, das Pfund und Eier von 13 Pfg. an das Stück ver, kaust. Kasematte kostete das Pfund 30 Pfg., Käs, 815 Pfg. bas Stück, Eimnachgurken 35 Pfg. Un& Salatgurken von 10 Pfg. an das Stück, Bohnen 20 6j* 25 Pfg., Möhren 10 Pfg., Falläpfel 15 Pfg., Eh, äpfel 20-30 Pfg., Dirnen 15-20 Pfg., blaue Pflau. men 30 Pfg., gelbe 40 Pfg. das Pfund. Gemüsepreis, wie seither. (Dei dem letzten Warste wurden drei Geld­taschen als vermißt gemeldet. Dies mahnt zur Dorsicht, Ferner mehren sich die Beschwerden über die Hund^ plage gelegentlich der Wochenmärkte. In Zukunft soll dagegen energisch eingefchritten werben.)

* Reichsfremden st euer. Wie mitgeteilt wird, hat der Bund Deutscher Verkehrsvereine, Sitz Magdeburg, an das Reichsfinanzministerium dar Ersuchen gerichtet, baldigst an die Aufhebung der Reichsfremdensteuer, die 10 Prozent des Wohn. Preises beträgt, heranzutreten. Da die deutsche Wirtschaft mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, ist es dringend notwendig, den Auslanderver. kehr wieder für Deutschland als Reiseziel zu gewin­nen. Da aber der Aufenthalt in Deutschland ge­genüber den meisten als Reiseziel in Frage kom, menden Ländern zu teuer ist, müssen die Beher­bergungspreise bei uns gesenkt werden, was durch die Beseitigung der in der Inflationszeit berech, tigten steuerlichen Lasten, den kommunalen wie der Reichsfremdcnsteuer, geschehen muß. Reichsfinanz­minister und Reichstag find deshalb gebeten wor. den, baldigst Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer Beseitigung dieser Steuer führen.

ÄiWmng kommunistischer Enöeinge.

Gelsenkirchen, 15. Aug. Der Gelsenkir­chener politischen Polizei ist es nach monatelanger Arbeit gelungen, die Organisation der kommunistischen Terror» und Sabo­tage-Gruppen re st los aufzuklären. Der Leiter und Organisator dieser Gruppen wurde in dem Augenblick fest genommen, als er kurze Zett aus seinem Schlupfwinkel bei der Zen­trale der K. P. D. in Berlin nach Gelsenkirchen iurückgekehrt war. Jetzt befinden fich fünf Mglieder der Gruppe in Haft. Rach dem bis- heiWen Ergebnis der amtlichen llntersuchung hat der jetzt festgenommene Führer mtt dem noch flüch­tigen Leiter der Gelsenkirchener kommunistischen Partei im März von der Parteileitung di« Anweisung erhalten, Terror- und Sabotage-Gruppen zu bilden, um neben der Beseitigung von Polizeibeamten bei dem wirt- fchastlichen Kampf Zechenanlagen durch Sabo­tage zum Still st and zu bringen. Zn diesen Rahmen fallen die verbrecherischen Versuche, auf den Schachtanlagen Wilhelmine Viktoria und Bismarck den Betrieb dadurch zum Ctill- Pand zu bringe«, daß bie Mitglieder beladene Förderwagen in den Schacht warfen. Wie weiter feststeht, haben die Täter nach voll­brachter Tat Zuflucht ht dem kommunisti­schenRuhr-Echo" in Essen gefunden. Von dort erhielten fie Reisegeld und falsche Papiere. Zwei MitgliÄer konnten fich der Festnahme durch Selbstmord entziehen, nachdem sie vorher einen Kriminalbeamten erschossen und eine« Hilfs­polizeibeamten schwer verwundet hatten. Diese beiden Terroristen hatte« auch, wie festfteht, im November bei Dinslaken einen Gendarmen und einen Polizeibeamten auf bestialische Weise ermordet. »

Allsrsnd.

Schwierige Lage der spanischen Truppe« ht 3JlatoHo.

Paris, 15. Aug. Die Lage der spani­schen Armee in Marokko wird nach den aus dem Kampfgebiet vorliegenden Nachrichten vonTagzuTaggefährlicher. Obwohl es gelang, mehr als 60 000 Mann nach dem Kampf­gebiet zu transportieren, ist die Lage der ganzen marokkanischen Armee äußerst unsicher. Seit der Rückkehr Primo de Riveras hat sich der Konflitt zwischen der marokkanischen Armee und dem Dik­tator noch verschärft. Die Stellung des Diktators gilt als äußerst erschüttert. Der König selbst scheint die Situation nur von dieser Seite her zu be­urteilen und beginnt Rivera fallen zu lassen. Die Ergebnisse ht Marokko könnten nur noch den Sturz der Regieruttg in Spanien be­schleunigen.

Die englischeAbrüstung". i 4

London, 14. Aug. Gestern ist eine Verord­nung herausgekommen, die sich mit der Formatton einer neuen Ergänzungsreserve don 23 000 Mann, einschließlich der Offiziere .besaßt. Diese Mr ßnahme ist ergriffen worden, um sämtliche Ka­tegorien des englischen Heeres in der vollen Wv- bilisattonsstärke zu erhalten.

Die Lrrb«rg«.MSrder in ttoatmt?

Budapest, 15. Au«. Das BlattPafft Surfer" bringt die aufsehenerregende Mitteilung, dah in der Nabe von Budapest im Landhaus des -ntisemittfchen Aogeordneten Julius Gömbös die Mörder Erzbergers Semrich Schulz und Tilleffen, als Gärtner sich verborgen halten. Das Blatt will di« llntersuchung auf eigene Faust angrstellt haben und erklärt, dah es unzweifelhaft feststrhe. dah die beiden im Saust des Gömbös befindlichen Gärtnergehilfen mtt den MSr- dern Erzbergers identisch stien. Auch Ne Polizei fei 3« einem ähnlichen Resultate gekommen. Die Richer» chen seien jedoch wieder eingestellt worden.

Waffenschmuggel in Bnlaarfe».

Sofia, 15. Aug. Am 12. August wurden von einer Pattouille nördlich Burgas 20 Kisten mit Re­volvern und dazu gehöriger Munition, 10 Kisten mit Bomben und 40 Kisten mtt Munitio« für Karabiner aufgefunden. Die Waffen und Munition find russischer Herkunft. Die Re­gierung fahndet auf die Personen, die bei der Ein- schmuggelung der Waffen beteiligt waren.

Aufstand in Afghanistan.

Moskau, 15. Aug. Die Russische Delearaphen- agentur meldet au« Taschkent vom 11. August: In Afghanistan ist plötzlich ein neuer starker Aufstand gegen den Emir und stine Reformvolitik ausgebrochen, der insgeheim von englischen Agenten geschürt wurde. Diese versorgen die Aufständischen mit Geld und Waffen. Sn letzter Zeit hatte fich die Lage des Emirs im Zusammenhang mit der von ihm in Diirsa einberufenen Volksversammlung sthr gebessert, was den englischen Agenten ein Dorn hn Auge war. Di« Ausständischen haben einen neue» Thronvräten- bepteg, Abdul Kerftn, aufgestellt, der sein ganzes Leben ht Indien in englischem Solde verbracht bat. Die Verbindung zwischen Kabul und den Regierungs- truvven ist unterbrochen. Unter den Ausländern herrscht. PanS.

Revolution ta Brasilien.

Newyork, 15. Aug. Di« Zeitungen melde«, daß große llnruhe infolge der Nachricht Über den Ausbruch einer neuen Revolution in Brasilien herrsche. Der Staat Amazonas sei fett Monatsfrist vom Verkehr abgeschnitten. Das brasst... irische Gene­ralkonsulat dementiert jedoch das Eerücht. Verschie­den« Handelshäuser bemühen fich vergeblich, mA Manaos eine Verbindung aufzunebmen. Wie eine Schiffahrtsgesellschaft mittellt, herrsche in Para Ruhe, doch würde die Schiffahrt im Amaronensttom, sowie den Zugang zu Manaos durch Regierungsbefehl ver. boten.

Gurken.

Wir stehen im Zeichen der Gurke, jener Beliebten Feld- und Eartenfrucht, die zur Zeit auf keiner Tafel und als Konserve in Gestalt von Salz-, Essig-, Senf-, Zucker- oder Pfeffergurke in keinem Haus­halte für den Winterbedarf fehlen sollte. Sie ist so volkstümlich, wie kaum eine andere Gemüseart und außerdem ist fie als unsterblich verewigt, wenn wir sie mit unserem werten Gesichtsvorsprung oder mit der berüchttgten Saurengurkenzeit in Verbin­dung bringen. Die Heimat der Gurke soll Südasien sein, die Aegypter haben fie zuerst gekannt, später die Griechen und Römer. Die damalige Frucht ist aber von viel größerer Art als unsere heutige ge­wesen, die von den Slaven zu uns gekommen ist, die fie aus dem Orient einführten. In Deutschland scheint fie erst hn 17. Jahrhundert bekannt gewor­den zu fein. Am spätesten fand die Gurke in Eng­land Eingang, wofür sie dort jetzt aber am meisten geschätzt wird. Ihr Anbau ist eben so einfach wie lohnend; sie liebt Wärme und einen feuchten, nahr­haften lockeren Boden. Reben ihrem Wohlgeschmack besitzt die Gurke auch noch hervorragende hygienis^ Eigenschaften. Ihr ftischer Saft ist ein gutes Mit­tel bei Fieber, Blutwallungen und Gesichtsröte, er stärkt die Verdauung, erleichtert die Lunge und be­fördert die Hautausdünstung. Deshalb soll man auch bei Salat den Saft auf keinen Fall auspressen, da dann die gaiye Gurke wert» und geschmacklos unb zum reinsten Leder wird. Die gettocknete und später vor Gebrauch im warmen Wasser aufge­weichte Rinde von reifen, gelb aussehenden Gurken ist ein gutes Mittel gegen Frostschäden.

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Aus -er Smgegeaö.

Bttchenau, 15. Aus Der am Sonntag hier eb» gehaltene Gesangs Wettstreit, der übet 1000 6 (inner biet vereinigte und dem veranstaltenden Eesangverin Concordia" alle Ehre machte, hatte folgendes Er­gebnis: 1. Klaffe: M.-E.-V.Eintracht", Bteidenftein

Klafienvt. 165 P., 1. Ehrenpr. 82 P : M.-E N. Cölbe lb. Klaffenvt. 163 P., 1. Ehrenpr. 82 Ü; M- ®.43. Wallau 1c. Klaffenor. 161 2. Ehrenpr 80S.;

M.-G.-B.Liedertafel, Treisbach ick. Klaffenpr. 157 P-3- Ehrenpr. 77 <$.; M-G.-V. Eckelshausen le. Klaffenpr. 156 P., 5. Ehrenpr. 74 P.,- M.-E.-V. Frohsinn", Sierzhausen 2a. Klaffenpr. 136 P., 6. Ehrenpr. 68 P.; M.-E-DEintracht", Gladenbach 2b. Klaffenpr. 134 $., 4 Ehrenpr. 76 P.; M.-G.-B. Nie- derkaasphe 2c. Klaffenpr. 133 P., 7. Ehrenpr. 63 P. 2. Klaffe: M.-E.-V. Engelbach la. Klaffenpr. 167 P 1 Ehrenpr. 83 P.; M.-E.-V. Kleingladenbach lb. Klaffenpr. 162 P., 2. Ehrenpr. 81 P., M-G.-BLie- dettranz", Puderbach 1c Klaffenpr. 158 P., 3. Ehrenpr. M P.; M.-E.-V. Hartenrod Ick. Klaffenpr. 157 P., 4. Ehrenpr. 79 P - M.-E.-V. »Harmonie", Kombach le. Klaffenpr. 149 P., 5. Ehrenpr. 76 P , M.-E.-VEin- tracht", Ullendorf b. Gladenbach 2a. Klaffenpr. 139 P., 6 Ehrenpr. 72 P.; M-G.-v.Liedertafel", Eifa 2b. Klaffenpr. 137 P., 6. Ehrenpr. 72 P.; M.-G.-V. Erd- häufen 2c. Klaffenpr. 134 P., 7. Ehrenpr. 68 P.; M- K.-V. Bottenborn 2d. Klaffenpr. 130 P. 3. Klaffe: M.-G.-B.Orpheus", Wetter la. Klaffenpr. 161 P , 2> Ebrenvr. 80 P., M.-E.-V. .Liederkranz", Derbach lb. Klaffenor. 156 P., 1. Ehrenpr. 81 P., M.-G.-V Ober­asphe 1c. Klaffenpr. 144 P., 3. Ehrenpr. 76 P.,' E.-V.Einigkeit", Michelbach Ick. Klaffenor. 140 P," 4. Ehrenvr. 71 P.^ M -G.-V. Mornshausen a. D. 2a. Klaffenor. 136 P., 5. Ehrenpr. 65 M.-E^V. Cal­

dern 2b. Klaffenpr. 134 P., 3. Ehrenpr. 76 P.; M.- G.-V.Liederkranz", Gladenbach 2c. Klaffenor. 123 P 6. Ehrerwr. 60 P.; M.-E.-VEintracht", Ried.-Eisen- haufen 2d. Klaffenor. 110 PS. (Hinter!. Anz.)

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Sauen, Spiel und Sport

Am morgigen Sonntag steht der Marburger Futz- ballgemeinde wiederum ein Ereignis bevor, das sein« Zugkraft nicht verfehlen wird: Lokalttesfen V. f. B. gegen Germania. Die beiden ältesten Marburger Ver­eine stehen sich «ft 3 Mannschaften gegenüber. Spiel­beginn: 2. Mannschaften 10 30 llbr, 3. 2.15 llhr, Liao 4 llhr auf dem Eoortvlatz Eiffelbergerstratze. lieber den Ausgang der Spiele der unteren Mannschaften ist eine Voraussage schwer, alle vier Mannschaften find hi ihren Leistungen sehr unbeständig und weisen manche . schwache Punkte auf. Das Haupttntereffe kenzentriert sich auf das Spiel der beiden Ligamann- jtoaften. Germania stielt rum erstenmale seit der Zutzballpause, hat aber am Schluffe der vorigen Soicl- saison glänzende Resultate erzielt. B. f. B. schlug vor 14 Tagen den Lahnkreismeister F. C. Wetzlar glatt mit Z: 0. Germania dürfte ein Plus in der Läuferreihe, D. f. B. in der Verteidigung haben. Die Eintritts» vreise find in mSfiigen Grenzen gehalten. Am 24. August spielt V. f. B. in Raumland in einem Werbc- sviel gegen Coo-rttreunde Siegen und am 7. September in Marburg gegen die hier zum erstenmale auskrelcn- dcn Heffen-Preuheu Gaffel «ft dem bekannten Jung- Henn im Tor.

Unwetter im Reich.

Berlin, 15. Äug. Wie die Blätter aus Stettin melden, ging dort gestern ein schweres Gewitter mit wvlkenbruchartigem Regen nieder. Diele Straßen wur­den Lberfchwermqt. Cb.crch den jnrchibaren Sturm, der de« E^witter'choKüfging.''wurden zahlreiche Dächer abgedeckt und Fensterscheiben zertrümmert sowie eine Äuzahk Bäume entwurzelt. Don der alten Johannis- kftche wurde durch den Sturm die Kuppel abgebrochen; zahlreiche Drähte der Äeberlandzentrale und Fern- sprechleittmgen wurden zerrissen. Der heftige Degen, der von gestern abend an etwa 12 Stunden lang über die Umgebung niederging, führte auf der EifenLhan- strecke Gaschwitz-Engelsoors einen Dammrutsch herbei. Bon einem Süterzuge glitten fünf mit Kohlen beladene Wagen von dem Bahnkörper hinunter und kippten um. GS dürfte etwa zwet Wochen dauern, bis die Strecke wieder zweigleisig betrieben werden kann.

Greiz (Doigtland). 15. Aug. Eine lleber- schwemmungskatastrophe hat die Stadt Sreiz und Umgebung betroffen. Durch das Hochwasser der Elster ist das Wahngleise Gera°Weischl>tz teilweise unterspült werben.

Plauen (Doigtlande), 15. Aug. Im ganzen Doigilande und den angrenzenden Gebieten sind durch Wolken bruchartigen Degen Deberschwemmungen verursacht. Wörde«. =^ Aus Pausa Aachrichtm