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Nr. 192 Marburg tu V Svnnabtnd, den 16. Auouft 59. Mra. Ml

ObschsWchs Zeitung

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Deutschtan-s verschleiert* Zustimmung

Sie Aistwert ms M Attmatum.

■ Las die» Ultimatum ist setzt die Antwort Deutsch- fcnbs erfolgt. 5* ihr wird zunächst auf zahlreiche Wnzelheiten eingegangen. Die ganze Frage wird tefonbet» unter wirtschaftlichen und innerpolitischen Sesichtspunkten betrachtet. Die Antwort soll weder eint ausdrückliche Annahme noch eine Ablehnung der französischen Forderungen sein, doch wird ihre Tenbenz, soweit man bisher erfahren hat, in alli­ierten Kreisen dahin beurteilt, batz s i ch D e u t s ch - land mit der einjährigen Räumungs» frist einverstanden erklärt.

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London, 16. Ang. Nach dem Londoner Sonderberichterstatter des „Petit Parifien- foll die deutsche Delegation gestern abend den franzö- fifch-belgifchen Räumungsplan unter U«wissen Vorbehalte« angenommen habe«.

1. Datz die der Rheinlandkommisfion durch den Iriedensvertrag verliehenen Vollmachten in Zn- hnft nicht ausgeiibt werden.

2. Datz die Häfen und Eisenbahnknotenpunkte wn Mannheim, Karlsruhe, Offen- Hurg, Wesel und Emmerich sofort geräumt »erde«.

3. Datz zwische« den beteUigten Regierungen ein Schriftwechsel stattfindet, durch den die Franzosen und Belgier in einem besonderen Dokument ihre Formel für die Räumung des Ruhrgebiet« dik­tieren und zu dem die Deutschen ihre Zustimmung geben. Doch soll diese Zustimmung keinerlei Zu­geständnisse hinsichtlich der Rechtmätzigkeit der Auhrbesetzung von deutscher Seite einschlietze«.

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Paris, 16. Aug. Der Sonderberichterstatter tzes „Matin" meldet, datz General Rollet gestern abend ein« lauge Unterredung mit dem Seneralstabschef des Generals Degoutte, General Georges, hatte, in der die deutschen Forderun­gen geprüft worden seien. Möglicherweise soll nicht ■et di« Zone »on Dortmund, sondern anchder Hafen von Ruhrort schon bei der Ibtterzeichnung des Londoner Protokolls geräumt »erden. H e r r i o t habe dem Präsidenten Dou- m e r g u e einen lange« Bericht gesandt, in dem er «ttenne« laste, datz er «ach wie vor zuversicht - ki ch sei.

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Paris, 16. Aug. Nach dem Londoner Sonder­berichterstatter des „Quotibien“ soll die französische Negierung die Absicht habe«, sobald Herriot vom Parlament ermächtigt sei, die Londoner Abmachungen insgesamt endgültig zu unter- Dichnen und di« Räumung Dortmunds an- -nordne«.

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Paris, 16. Aug. Der Sonderberichterstatter be» »Matt«" meldet: Rach den letzten Nachrichten Her vergangenen Nacht sei ee sehr wahrscheinlich, boh heute morgen eine Verständigung erzielt werde »ad zwar auf der Grundlage der sofortige« Riin- mung der Zone von Dortmund und von Konzes­sionen bezüglich der Räumung von Ruhrort. Wenn da» Protokoll über die Räumung heute uuter- Jeichnct werde, hätte die Konferenz nur noch Fragen «en untergeordneter Bedeutung, allerdings mit Ausnahme von zwei, za regeln, nämlich die Frage der Sachlieferunge« und der deutschen Bor- behalte hinsichtlich der Abänderung im Anhang 2 Abschnitt 8 des Friedeusvertrages. Auf diese Weise Bunte die Arbeit abgeschlosten werde«, voraus­gesetzt, datz Mac Donald bereit sei, auf di« geplante Reise nach Schottland zu verzichte».

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'Berlin, 16. August.

Cv. Der Streit »m die militärische DSumungesrage >A durch dos Eingreifen der Engländer und Ameri­kaner zugunsten des französischen Standpunkte- beein- isiußi worden. Mac Donald hat in eindeutiger Weise »en deutschen Hauptdelegierten gegenüber erklärt, er f!ti mit Herriot vollkommen einig in der Auslassung, daß |«me einjährige ASumungSsrist für Deutsch­land hinreichend sei und absolut kein Grund vorliege. Weitergehende Forderungen der deutschen Regierung istu unterstützen. SS ist begreiflich, wenn die deutsch« sArlegation in London zeitweise daran dachte, die Ver» Handlung« abzubrechen, aber nach Lage der Dinge Wjlaubte sie nicht- andere- tu» zu können, al» auf ihrem Mosten auszuharren und versuchen, die gänzlich ver­fahrene Situation wieder a«Szugleichen.

Dunmehr ist zwar der Fortgang der Derhandlun» Hm gesichert, und man hat auch ein« Linie gefunden, «uf der die Erörterungen fortgesetzt werd« können. i®t« oben gemeldet, besteht aber die große Gefahr, !M di« auf dem Wege der alliiert« Einheitsfront er- Hdwngene Aachgiebigkeit Deutschland- dazu auSgenutzt .werden wird, um noch andere Bedingung« zu ungunsten Deutschland- schärfer zu formulier«. Man kann noch nicht vorau-sehen. wie die Verhandlung« end« werd«, die deutsch« Delegation kein« Zweifel darüber läßt. daß st« am End« ihre- Entgegenkommen- ange» knat ist.

3n den Berliner politisch« Kreis« hat man sich Wieder etnigermafi« beruhigt, aber «S ist unverkenn- ■ot. bah eine außerordentliche Wihstimmung zu- ^ckgeblieb« ist, die bei ben kommend« parlamenta- *^ch«n Entscheidung« sehr stark zur Auswirkung font- dürfte. Besonders in d« d«tschnationa!« Krei» Ersieht man bi« Situattog sehr pessimistisch an und

glaubt, Veranlassung zu haben, schon jetzt auf die Möglich!e^il einer Ablehnung der AuS- führungS gesetze durch die deutschnationale Deichs- tagSfraktivn Hinweisen zu müssen. Die Parteisührer- Desprechung. die im Anschluß an die Rückfrag« der deutsch« Delegation stattfand, verlief außerordentlich bewegt. Man konnte b«bacht«, daß sich zwei Dichtun­gen sehr scharf geg«äbersteh«. Di« rechtsstehenden Grupp« w«d«n sich gegen jede Dachgiebigke-.t seitens der d«tsch« Delegation in London, während die Mit» telporteien und die Sozialdemokratie davor warnen, einen Abbruch der Londoner Konferenz herauszube- fchwör«.

ES scheint, daß e» kein absolut glücklicher Einfall des Außenminister Dr. Stresemann war, die Verhand­lung« über die militärische Däumungsfrage auf die technischen Kleinigkeiten der einzelnen Däumungs^risten festzvlegen. Man ist in den Berliner politischen Krei- f« der Meinung, baß es weit besser gewesen wäre, wenn man deutscherseits über die Rechtsgaran!'.« der militärisch« Räumung verhandelt hätte. Man hätte viel nicht Wert darauf leg« müssen, die Verpflichtung Frankreichs aus Zurückziehung der Trupp« atü juristi­scher Grundlage festzulegen, als darüber zu streit«, ob di« Räumung bis zum 10. Januar 1925 oder bis zum 15. August 1925 beendet fein soll. Wenn «6 sich hierbei auch um ein« Unterschied von mehr als 6 Monaten handelt, so ist doch im Prinzip für D«tschland die Frage viel wichtiger, daß di« Franzos« das Ruhr­gebiet räum« muss« und Deutschland «tscheid«de Rechtsgaranti« erhält. Die deutsche Delegation in London wird nunmehr versuchen, das Versäumte riach- zuhvlen. Daß ei abermals zu einem schweren Kon­flikt komm« wird, ist nicht unwahrscheinlich, aber man glaubt, datz di« größten Schwierigkeiten bereit» über­wunden sind.

Amerikanischer Druck auf Deutschland.

Paris, 15. Aug. Der Sonderberichterstatter des .Matin" in London Weitz zu berichten, daß der offiziöse amerikanisch« Beobachter. Oberst Logan, der deut­schen Delegation ein« persönlich« Besuch abge» sticktet und ihr off« zu» Ausdruck gebracht hab?, daß Amerika Deutschland für ein eventuel­les Scheitern der Konferenz verantwort- lich machen werde.

London, 15. Aug. Die Blätter geben die Hoff­nung auf eine Regelung der RäumungSfrage nicht aus.

Die »Times" schreibt, das gesamte Reparationsprob­lem könne auf eine neue, hoffnungsvollere DafiS gestellt Werden, wenn die Franzosen und die Deutschen die strittige Frage des Zeitpunktes der militärischen Däu­mung des Ruhrgebiete- regelten. Ein Scheite« der Konferenz, die soviel gediegene und fruchtbare Arbeit für die im Dawesplan enthalt«« Wirtschaftsprobleme geleistet habe, würde einen Zusammenbruch bedeut«, der in seiner unmittelbaren Auswirkung weit zerstör«- der sein würde, als wenn die Konferenz niemals zusam­mengetreten wäre. Das Schlimmste, was Europa ge­schehen könnte, und zwar jedem Land in Europa, würde ein Fehlschlag nach diesem langen Monat beharrlicher Anstrengungen aus Seiten der hauptsächlichsten euro­päischen Regierungen sein. Es handele sich um die Konferenz zur Rettung der europäischen Zivilisation. Der Sachverständigenplan sei augenblicklich der einzige Rettungsanker. Alles hänge von 6et Vereinbarung zwischen Frankreich und Deutschland üb« die mili­tärische Räumung des Duhrgebiete- ab. Es bestehe keinerlei logischer Grund für die Beibehaltung fran­zösischer und belgischer Truppen im Ruhrgebiet nach Annahme des Dawesplans und des Grundsätze- einer baldigen wirtschaftlich« Däumung. Die britisch« Re­gierung habe niemals die Gesetzlichkeit oder Zweck- dienlichkeit der Besetzung anerkannt und könne sie auch jetzt nicht zugeb« oder unterstütz«. Der einzige Grund, der weiterhin gelt«d gemacht werde, um dir Truppen dort während eine- Höchstzeitraume- von einem Jahr nach Abschluß der Vereinbarung über den Dawesplan zu belassen, sei der Druck eine- starken Teiles der öffent­lichen Meinung in .Frankreich. Es sei jedoch schwer zu glauben, datz der vernünftig« Teil der französisch« össentlichen Meinung nach der klar« Aufgabe der RuhtpolrtU lange auf der Besetzung von Gebieten be­steh« würde, die eine off«« Verletzung des Versailler Vertrage- darstell« würde. Herriot, mit all seinem guten Will«, habe groß« Schwierigkeit« und sei einem stark« Druck au-gesetzt. DieS fei die Kardi­naltatfache. die klar in Deutschland erfftnnt werd« sollte. Sin Ausweg muss« gesund« werden. Die Sicherheit D«tschlandS und Frankreich-, die Sicherheit Europas hänge von einer klar« und endgültigen Ver­einbarung zwischen Frankreich und D«tschland Über di« einzig« unb letzte Schwierigkeit, üb« die mili­tärisch« Räumung des RuhrgebieteS, ab.

London, 15. Aug. 3m Gegensatz zur übrigen Presse schreibt di« »Westminster Gazette", es fei. falls die Ruhrbesetzung noch ein weitere- 3ahr bauern solle, schwer, dem Wunsch zu widersteh«, datz die Konferenz in den letzt« Züg« lieg« möge. Da- sranzösisch« Be­stehen auf ein weitere- 3ahr fchelne derartig willkürlich zu fein, datz wenig Hoffnung bestehe, daß ’rgenbein Plan, so sorgfältig er auch entworfen wird, eine angc« mesfene Aussicht habe. DaS liberale Blatt etfläet es fast unglaublich, daß Mac Donald zugeb« werde, bah die Ruhrfrag« nur eine Sache Deutschland». Frank­reichs und Belgien» sei. Mac Donald hätte dies« Ent­wicklung niemals zulassen dürfen. Er mache neuerlich Fehler. SS hätte niemals d« Anschein hab« bfirf«. datz er abseits dieser äußerst wichtig« Frage stehe. Mau könne sich nicht vvrsteil«, daß di« Bankier» die

Anleihe zeichnen, w«n Frankreich weiterhin ein Dell des Herzens des industriell« Deutschland auf Gnade oder Ungnade ausgeliesert werd« soll. Es würde llüger und staatsmännischer von Mac Donald getoefen sein, in dieser Frage von Ansang an eine weit ener­gischer« Haltung einzunehmen. ... . > ,

Mannheim, Offenburg unb Wesel könne» sofort geräumt werbe».

Paris ,15. QI ug. Der Londoner Svnderbe» richterrstatter der Agentur HavaS meldet: Die französischen Mil'.tär'achtzerstünd'grn werden gegen die Zurückziehung der französischen Truppen au- gewissen Zonen des rechten Rheinufers, die vor Eintritt in das Ruhrgebiet besetzt worden waren, keine Einwendungen erheben. E« handeft stzh namentlich um die Gebietsstreifen, in denen sich die Städte Man »heim, Offe nburg und Wesel jenseits der Brückenköpfe des Rheins be- fintcn. Diese Städte und Gebietsteile, die auf dcnr rechten Rheinufer besetzt worden waren, um die Stellung der Besahungstruppen auszubauen, können sofort bei der Unterzeichnung des Deschiuhprotokvlls der Konferenz geräumt werden. Rach dem Londoner Son­derberichterstatter der ,,Cre Rouvelle" unterliegt es keinem Zweifel, daß die deutsche Qlbvrdnung sich nach den in der vorstehenden Havasnote on- gedeuteten Zugeständnissen Frankreichs mit 5er al­liierten Räumung des RuhrgebieteS nach einem Jahre einverstanden erklären wird.

Sine Geste Herriot».

Paris, 15. Aug. Wie verschiedene Morgen­blätter melden, hat Herriot gestern abend per­sönlich vor französischen Pressevertretern erklärt, datz, falls Deutschland durch vorbehaltlose Annahme des französischen Räumungsplans einen Beweis seines guten Willens geben sollte^ Frankreich nicht zögern werde, eine Geste zu machen, die dazu bestimmt sei, der deutschen Regierung ihre Aufgaben zu erleichtern.

Ein« kranzöfische Darstellung bt» Londoner Zwischen­falles.

Baris, 15. Stus. Die Pariser Blätter ««eben sich in Mark« Wendungen gegen die beutfdje Delegation, der sie beständige Verschleppungsmunöver rum Vor­wurf macht. „Petit Journal" erklärt, die deutsche Ab­ordnung wolle mit ihren Ausflüchten Zeit zu neuen Intriguen gewinnen, um aus bet wachsenden Nervosi­tät und der sich steigernden Konfusion, die sich aus der fortgesetzten Krisenstimmung ergeben, Vorteile zu ziehen. Als der deutsche Reichskanzler erklärte, er weide Finanzministet Dr. Luther nach Berlin entsen­den, sagte bet französische Ministetvtäsident, et habe nichts dagegen« einzuwenden. Er werde seinerseits die Gelegenheit wahtnehmen, nach Paris zu reisen, um die Lage dort auseinonderzusetzen, in die ihn die Hal­tung bet beutschen Delegation versetzt habe. Mac Donalb bagcgen nahm bie Nachricht nicht so kalt auf und er erbat eine Erklärung von dem deutschen Mi­nister. Dr. Luther gab sie sofort selbst unb fügte hin­zu' Er sei noch nicht ganz schlüssig, ob er mit bem Flug­zeug ober bem Damvier aus London abfabten werbe. Der englische Ministerptäfibent gab bataufbin bem beutschen Minister zu verstehen, daß aus Gründen bei Zeitersparnis bie einfachste Methobe bann bestehe, Ber­lin zu telegraphier« Dann erhob bet Ministerpräsi­dent bie Stimme unb gab ben deutschen Delegierten ben bringenben Rat. bie französischen Vorschläge anzu­nehmen. Er wies erneut barauf bin, datz bie Frage bet militärischen Räumung bes Rubrgebietes im Ver- banblunssprofltamm bet Londoner Konferenz gar nicht enthalten sei unb sie bie groben Vorteile, bie eine rasche Verwirklichung bes Sachpetstänbisenbetichtes mit sich bringt, nicht aus ben Augen verlieren bürste. Soweit bas „Petit Journal". Im großen Ganzen benscht in bet Presse bet Eindruck, daß bie beutsche Abordnung auf bie französischen Vorschläge eingehen wird.

Memorandum Mac Donalds über die MikitSrkantrall- Frage.

Paris, 15. Aug Mac Donalb soll gestern an bie französische Delegation ein längeres M em o - ranbum über bie Frage bet Militätkonttolle m Deutschlanb gerichtet baben. Nach bem „Petit Pan- s-en" wird borht erklärt, daß Deutschlanb sich unver­züglich folg«ben, in bet letzten Note bet Botschatter- konferenz gesorberten Kontroll-Operation« »u unter­werf« habe:

1. DreaniHetuns bet Polizei. Umwand­lung der Äriegsinbuftrie. Ablieferung bes Kriegs­materials. Die Aushänbigung bet Statut« übet nach Ktiegsenbe vorliegenden Materialien und end­lich bie Gesetzgebung übet das Verbot der ton« unb Ausfuhr bes Rüstungsmaterials.

2 Die Rekrutierung unb Organtfa.tion b«t Reichswehr mit den Bestimmungen bes Friedensvetttages in Einklang tu bringen.

3. Die Durchführung d e r v on de » Al li­ierten geforderten Schlubins»«6tii»» sicher au stellen. #

Paris, 15. Slug. Rach Londoner Meldung« bat Mac Donald geftern abenb an Herriot einen Bries in bet Stage bet MilrtSrkontrolle gerich­tet In dem er unter Hinweis auf bie int Zusammenhang mit den Militäkontrollbesuchen einsetretenen Zwischen- säll« batum bittet, ba6 die Offiziere vet Kontrollkom- niffion mit größtem Takt verfahr«. Im übrigen flffebt Mac Donald barauf, hab sämtliche wesentlich« eow bet Botschafterkonftenz formulierten Bedingung« vom Reich erfüllt werben.

Sie Frage des Uebertrasuags»eoblems.

Baris, 15. Ang. Die Sachverständigen find scstem in der Stase bes Ueberttasunsscto- 6Um» »u «inet >«hnttU«n V»tschet-

düng »«langt, bk dahin lautet, daß für de» Fall' von Unstimmiskeiten zwischen Deutschland und dem Uobertragunssausfchnb ein von dem Haager Schied»» geticht ernannter Schied»tichter bie Schwierig­keiten regeln wirb- Nach bem Lonboner Sonderbericht­erstatter bes „Echo be Paris" würbe gleichfalls einstim­mig beschloff«, daß bk Reichsbank ihr Guthaben abzu- gcd« habe, wenn es sich um Uebertrasuns von Golb- markbetrüg« banbelt. Dieser Fall tritt bekanntlich ein. wenn eine Summe, bie 2 Milliarben übersteigt, i»1 ben Kaff« des lleberttagungsausschufses angeoSuft ist. Die Klausel bett. Guthaben der Reichsbank regelt 6 | des genannt« Abkommens. /

Die Frage der deutsche» »nd sranzöfifche, Eisenbahn«.^

Pari», 15. Aug. Havas meldet: Die französische», Eifenbabnet sollen mit bem deutschen Personal nicht vermischt werben. Man wird sich darauf beschränken,' bie ftanzöfische Delegation soll jedoch einen formell« Vorbehalt geäußert hoben, wonach sie sich das Recht ncrbehAt, die Eisenbahner, falls sich die Rotwenbigkeit dazu berausstellen sollte, ru verstärken.

Um di« Kölner Zone.

London, 15. Aug. „Daily Telegraph" mel-/ bet, Mac Donald erklärte gestern neuerlich, er werbe nicht einen einzigen britischen Solbaten ich bet Kölner Zone auch nut einen Tag länget al» notwenbig belassen. Er sei bet Ansicht, batz das, Schicksal bet Ruhrhäfen mit bem bes Ruhrgebiet» selbst auf bas engste verknüpft sei. Da» Blatt brückti bie Meinung aus, batz Mac Donalb vielleicht inu äutzersten Falle einen eigenen Vorschlag unter»! breiten werbe, bei sicherlich als bezeichnende nw-j ralische Geste angesehen würbe, boch sei bie Lage! weiterhin Luherst besorgniserregend: bie Haupt-1 belegierten seien bis in bie frühen Morgenstunben' miteinanber in Fühlung geblieben.

Die Unterzeichnung be» Schlutzprotokoll».

Paris, 16. Aug. Der Sonderberichterstatter der Havas-Agentur meldet aus Laudon, datz heut« vormittag 10% Uhr eine Zusammenkunft der alliierten Delegationsfiihrer stattgefunden hat. Um 11 Uhr fand eine Zusam­menkunft der französischen, belgischen und der deut», scheu Delegierten statt, um noch verschiedene kritische Fragen zu besprechen. Für 3 Uhr nachmittags ist eine Konferenz der Vierzehn angesetzt; um 6 Uhr abends wird eine Vollsitzung stattfinden, in der dann die Unterschrift nuter das Schlutzprotokoll er« folgen wird. Sollten sich im Laufe de» Tages »och einige Schwierigkeiten ergeb«, dann wiird« die Schlußsitzung am Montag stattfind««.

Staatssekretär Hughes über den Dawespla».

N e w y o r k, 15. Aus. Staatssekretär Hughes ist beute hier eingetroffen. Den Reportern gegenüber be­tonte er wieder einmal den inoffiziellen und durchaus privaten Charakter seiner Reise. Jede weitere Aus­kunft verweigerte er und erklärte nur, et denke übet die Aussichten des Dawesvlanes o p t i m i st i sch und hege die besten Hoffnungen. Auf die Frage, wie es um die Lösung des Ruhtvroblems stehe, erklärte et noch kurz: „Ich glaube nicht, daß die Annahme des Dawes- berichtes von bietet Voraussetzung abdängt. „Das wat alles, was er äußerte. Hughes reifte dann sofort nach Washington, um die ungesagte Rede Kollogs mitan- zuhören.

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Washington, 15. Aug. In der Ansprache, in der C o o l i d g e die Nomination zum Ptäsident» fchaftskandidaten annahm, erklärte er unter Hin­weis auf bie Teilnahme Kelloggs unb Logans an der Londoner Ko ^.renz, datz Amerika während des ganzen Ganges der Ereignisse überall hel» send eingegriffen habe. Falls die euro« päischen Mächte den Dawesplan annähmen, wür­den die amerikanisch« Bürger dem Deutschen Reich eine Privatanleihe gewähren. Die interessierten Regierungen sollten deshalb nicht zögern, für die Sicherung der Anleihe die nötigen Konzessionen zu machen, denn eine solche Massnahme würde durch die Stabilisierung Europas auch die Wirtschafts­lage bet Vereinigten Staaten bessern. Wenn bet Reparationsplan in Kraft gesetzt sei, so seit bie Zeit gekommen, um ben Grossmächten eine neue Kon­ferenz zur weiteren Beschränkung bet Rüstungen unb zur Ausarbeitung von Plänen für bie Kodi­fizierung des Völkerrechts vorzuschlagen.

Kabinettsrat in Paris.

Par iS, 15. Aug. Anter dem Vorsitze Reh« noulbS hat gestern im Qua, d'Orseh ein Ka­binettsrat stattgefunden. ES wurde laut einem amt­lichen Kommunique beschlossen, daß die Regierung sich sofort nach bem AuSgang der Londoner Kon­ferenz vor das Parlament begeb« werde. OllS Zeitpuntt der Einberufung der beid« Kammer» ist der 20. August in» Auge gefaßt worden. Der Siegelbewahrer wftd sich jedoch sofort nach De» «digung der Konferenz mit den Präsid«ten der beiden Kammern wegen der Festsetzung des Da­tums noch ins Benehmen fetzen. Herriot hat wissen lassen, daß er vor der Verfassung eines Berichte­rn der Kammer sich vor der Kommission für aus­wärtige Angelegenheiten begeben wird, um sich sowohl zu dem Ergebnis der Londoner Konferenz als auch hmsichMch der Ratifizierung des Lausanner Beitrages zu äußern.

Ei» ftanzöfischer Handelsattache für Berlin.

Paris, 15. Aug. Rach dem »Journee 3»- dustriekle" steht die Ernennung eine» Ha»' a 1 tachks für bie französische bevor. Für diesen Poste" gement Lcjevre ii*