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über den gegenwärtigen Stand der Konferenz: Die Konferenz steht wieder einmal zwischen zwei Sen­ern; der größte Teil der Arbeit ist getan und wenn die Sachverständigen bei dein dritten Komitee feine Einigung bezüglich der Sachlieferungen erreichen

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denden Einfluß auSüben, denn sie sei seht völlig auf die Regelung der militärischen Räumung des Ruhr­gebiets abgestellt.

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London, 13. Aug.

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des SachverständigenbcrichtS zurück,u- Diefe Frage werde heute vormittag zwi- franzöfifchen, belgischen und den deutschen erörtert werden. Diese Auseinandersetzung den Ausgang der Konferenz einen entschei-

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Wortwechsel folgte. Schließlich sprang Reichrfinaaz- minister Dr. Luther mit dem Vorschlag ein, die betreffende Formel an das dritte Komitee zur noch­maligen Durchberatung zu ückzug Ben. Snowden unterstützte diesen Vorschlag, Herrivt erklärte je­doch, er wolle den Bericht des dritten Komitees in seiner jetzigen Fassung annehmen. Snowden er­widerte, wenn die Bericht eder Komitees einfach als endgülttg zu betrachten seien, bann wäre die Kon- fferenz an sich doch eigentlich unnötig. Die deut­schen Delegierten erflärten sich darauf zu einem Kompromiß bereit. Snowden wollte jedoch von einem Kompromiß nichts wissen, worauf ihn Her­rivt fragte, warum er deutscher als die Deutschen sein wollte.

Angesichts dieser Aneinigkeit wußte man sich keine Hilfe und berief gegen Abend, wie bereits für zberichtet, eine Vollsitzung sämtlicher al­liierten Delegationen ein. Aber auch diese Kon­ferenz hat die Lage nicht viel weiter gebracht und jedenfalls ihren Zweck nicht erfüllt, anscheinend unüberbrückbareGegensätzr auszugleichen. Mac Donald setzte die deutschen Ansichten über die beiden strittigen Punkte im Protokoll eingehend eingehend auseinander, nämlich über die Modifi­kation der Reparationsklausel des Friedensvertrags und über die Auslegung des Wortes „flagrante Vichterfüllung". Er betonte ferner die Tatsache, daß der amerikanische Vorsitzende bet Trans­fer-Komitees eine maßgebende Stimme im Falle von Mchterfüllung auch in anderen Punkten als nur bei Barzahlungen haben werde.

Paris, 13. Aus. Nach einet Meldung aus Lon­don hat die französische Delegation einen Vorschlag ein­gebracht, der auf den Zusammentritt einer Konfe­renz zwecks Verteilung der deutschen Zah­lungen abzielt. Der Vorschlag wird in einer neuen Vollsitzung der Konferenz am Donnerstag vormittag zur Sprache komme. Er lautet: „Die alliierten Negie­rungen beschließen, datz alsbald nach Abschluß der Lon- do>.er Konferenz in Paris eine Konferenz der Jinanz- minister zusammentritt, 1. um die Verteilung der von Deutschland feit dem 11. Januar 1923 erlangten Zah­lungen einschließlich des Nettoertrages, den Frankreich, Belgien und Italien feit dem 11. Januar 1923 erzielt laben, sowie ferner die Verteilung der von Deutschland nach Aufnahme der Tätigkeit des Generalagenten für die Reparationszahlungen und während der ersten Jahre des Sachverständigenberichts erhaltenen Beträge zu regeln und 7. um die durch Artikel 1 des Finanzab­kommens vom 11. März 1922 für die Jahre 1922 und 1923 vorgesehene Verrechnung vorzunehmen-

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fei vereinbart worden, daß bis zum endgültigen Ab­schluß deS Handelsvertrages ein vorläufiger modu» vivendi zwischen den beiden Ländern gelten soll. Dieser moduS vivendi werde vor dem Abschluß der Londoner Konferenz in seinen Grundzügen festgesetzt werden. .Zu diesem Zwecke sei der Direktor deS französischen Handelsministeriums, der den Handelsvertrag mit Deutschland bearbette, nach London berufen worden. Unter Mitwirkung deS stellvertretenden Direktors ffi« Handelsfragen im Außenministerium Äehdoue wer­den diese Verhandlungen mit dem deutschen Sachver­ständigen Trendelenburg eingeleitet werden. Am 1. De­zember würden dann in Paris die französischen und die deutschen Devollmächtigten zum Abschluß eine» endgültigen Handelsabkommens zusammentreten. In französischen und deutschen Kreisen zeige man dir gleiche Befriedigung über daS bisherige Ergebnis bet wirtschaftlichen Verhandlungen.

Feanzöfische Stimmungsmache.

Pari«, 13. Aug. Der „Watin "hat heute mor­gen das große Rätsel gelöst, weshalb die Deutschen sich in London so entschieden weigern, gewiss« chemische Produkte und Farbstoffe aus die Liste der Ratural­lieferungen zu fetzen, nämlich: damtt sie den Re- van ch ekri eg um so besser vorbereiten können. Denn ^in Land, das Herr der chemischen Industrie fei, so schreibt das genannte 'Blatt, wäre auch Herr des Krie­ges . Seine Luftflotte baue Deutschland in Holland, Spanien. Skandinavien und — England. Wenn Deutsch­land jetzt aber in London auch seine chemischen Mono­pole erhalte, dann körnte es gut für seine Revanche rüsten.

Loucheur fei hauptsächlich nach London gekommen, um Herrivt über die parlamentarische Lage ins Bild zu setzen, namentlich über die Auffassung der Repu­blikanisch-Radikalen. Roch habe man den Eindruck, daß Herrivt. nachdem er nun einmal in der Frage der Räumung des Ruhrgebiets und in anderen Veziehungen nachgegeben habe, die Grundlage eines neuen deutsch- französischen Handelsvertrages unbedingt nach Paris mitbringen müsse und als Gegenleistung für sein Rachgeben England gegenüber ein Abkommen für die interalliierten Kriegsschulden. 3m übrigen hat Herri o k heute morgen wieder einmal keine gutePressebeiderRechtsopposition. Rach dem „Echo de Paris" löst die Londoner Konferenz nicht nur alle Bande zwischen Frankreich und Belgien, sondern die Riederlage, die Frankreich am Rhein erleidet, macht sich in allen Stellungen Frankreichs in Europa bemerkbar. Sv schon in R u - mänien und in Polen, die sich darüber merlüch beunruhigt zeigten, weil sie dadurch „in Gefahr ge­rieten“.

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Besorgnisse in den deutsche« Wirtschaftskreisen.

Berlin, 13. Aug. In den beutfchen Wirt- f d) aftef reifen ist infolge bet gcgeatolrtigen deutsch-französischen Verhandlungen über die Frage der künftigen Handelsbeziehungen eine lebhafte Beunruhigung entstanden. Man befürchtet, daß die Reichsregierung sich unter dem Druck der französischen Politik dazu verleiten lassen könnte, wirtschaftliche Zugeständnisse an Frankreich zu machen, die die Interessen der deutschen Industrie schwer gefährden. Wie wir von unterrichtete: Seite erfahren, hat der Reichsverband der beutfchen In­dustrie bereits eine maßgebende Persönlichkeit nach London entsandt, um mit der deutschen Delegation unverzüglich in Fühlung zu treten. Von Seiten der Berliner Regierungsstellen wird in Aussicht gestellt, daß Reichsfinanzminister Dr. L u t h e r als­bald nach seiner Rückkehr aus London dem Reichs- veiband der Deutschen Industrie in einer öffent­lichen Sitzung eingehende Mitteilungen über den Verlauf der Verhandlungen mit Frankreich un­terbreiten wird.

Eine Lollkvnlcrcnt ebue die Deutsche«.

London, 13. Aug. Rach einet Äeutetmetoutt» fanb gestern nachmittag eine Konferenz ohne di» deutschen Delegierten statt, in der Mac Donald mit# teilte, daß die Arbeiten der verschiedenen Ausschüsse nahezu beendet seien. Der Bericht deS Ersten Aus­schusses wurde angenommen. Hinsichtlich des Berich­tes der zweiten Kommission erllärte Mac Donald, die Frage der Amnestie sei noch nicht geregelt. Im übri­gen wieS er darauf hin, daß, wenn am 15. August, tot« im Bericht vorgesehen, die Inkraftsetzung des DaweS# planes noch nicht erfolgen könne, alle übrigen Säten dementsprechend hinausgeschoben würden. Ein wei­terer Punkt fei gewesen, baß die Liebergabe der Zölle etwas beschleunigt werden sollte. Hinsichtlich deS Be­richtes der dritten Kommission werde die Liste über die Sachlieferungen Deutschlands noch erörtet Der Hauptstreitpunkt sei die Lieferung von Farbstosten. Es sei eine Zusatzbestimmung getroffen worden, daß bei der Beratung über die Ueberwellung von Sachleistun­gen gebührende Rücksicht auf innerdeutsche Bedürf­nisse genommen werben muß.

Die Konferenz nahm auch den Bericht der Juristen über den § 6 entgegen . Es verlautet, baß die Juristen in allen Streitfällen hinsichtlich der Auslegung eht Schiedsgericht Vorschlägen. Der Botschafter der Ver­einigten Staaten wies darauf hin, bah seine Regierung bei der Zusammenkunft der Finanzminister vertreten zu sein wünscht. Ein Teil der Summe, die von Deutschland gezahlt worden seien, müsse an Amerika zur Deckung seiner Desatzungskosten überwiesen werden. Ein Termin für die Konferenz der Finanzminister ist noch nicht fest­gesetzt. ( . Mac Donald erklärte, daß eine weitere Konferenz notwendig fei, bevor die Schlußsitzung der allgemeinen Konferenz stattfinden könne, auf der auch die Deutschen vertreten sein würden.

London, 13. Aua. Neuler erfährt: Der heutige Tag dürfte wahrscheinlich das entscheiden sie und wichtig sie Stadium bringen, das die R e p a r a- tinsverbandlungen bisher erreicht haben. Herrivt und die belgischen Minister traten heute morgen 10Vj Uhr im Auswärtigen Amt mit Dr. Marx und Strefemann zu einer Besprechung zusam­men. Wie verlautet, bilden den Gegenstand der Ver­handlungen der Zeitpunkt der militärifchen Räumung des Ruhrgebiets, die Frage der mi-

Das HandelsabkoAmen.

Paris, 13. Aug. Der Svuberberichterstafter der Havas-Tgentur in London me'dev über die iln'. >-» rebung, die gestern nachmittag zwischen Finanzminister Untrer und Staatssekretär Trendelenburg mit dem französischen Finanzminister stattfand, Die Unter- redung habe sich auf die Bedingungen des deutsch- französischen Handelsabkommens bey>cen. Es

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und die Grundlagen für das in Aussicht genommene französisch-deutsche Handelsabkommen. Anscheinend drängen die deutschen Delegierten darauf, batz das Datum der Däumung nicht über den Januar 1925 binausgeschoben wird, wahrend die Franzosen da­rauf bestehen, datz es ungefähr in den August fällt. Möglicherweise kommt es zu einem Kompromiß zwischen beiden Taten. In diesem Falle steht der er­folgreichen Beendigung der Konferenz so gut rote nichts mehr im Wege.

Paris, 13. Aug. Rach dem Sondrrbecichi- erstatter von Hnvas hab« man unabhängig von den Fragen, die heute morgen zwischen den französischen, belgischen und deutschen Delegierten verhandelt wurden, noch die Bedungen zu bestimmen, unter denen die Problenre der interalliierten Schulden der deutsch-französischen Handelsbeziehungen und der Entwafsnung geregelt werden könnten. Cle­mente! und Rollet seien bemüht, in dieser Hinsicht genaue Zusicherungen zu erhalten. Wenn sie sie erhalten sollten und wenn auf der anderen Seite heute abend mit den Deutschen eine Eini­gung über die Räumung des Ruhrgebietes zustande komme, sowie über die damit zusammenhängende». Fragen, würde in den Arbeiten der Konferenz ein beträchtlicher Fortschritt erzielt sein und der Ab­schluß könnte bann ziemlich ruhig erscheinen.

Der Sonderberichterstatter des „Intransigeant" belichtet seinem Blatte, daß man sich wahrscheinlich auf den 1. April 1 925 a 13 Zeitpunkt der RäumungderRuhr mit den Deutschen einigen werde.

Mac Donald bei Strefemann and Luther.

London ,13. Aug. Rach dem „Rewyvrk He- rald hat Ramsey Mac Dona ld gestern abend Stresemann und Lu ther einen Besuch in der Downingstreet abgestattet. Ramsey Mac Donald war über den Verlauf der Olnterrcbung offenbar sehr zufrieden. Beim Abschied unterhielt er sich noch einige Augenblicke auf der Schwelle.

betonte in dieser Besprechung in längeren Aus Wrungen, baß die Transferfrage nicht

Der kranröstsche RLvmnngsvlan.

Paris, 13. Aug. Der Londoner Sonder­berichterstatter des „Watin" ist in der Lage, den endgültigen Plan zur Räumung des Ruhrgebietes mitzuteilen.

Er lautet dahin: Die Räumung des Ruhrge- bictes erfolgt nicht vor Ablauf eines Jahres. Eine kürzere Frist reicht nicht aus. um festzustellen, ob die Anwendung des SachVerftändigenberichts mög­lich ist. Die Räumung wird im gegebenen Augen­blick mit einemmal vorgenommen werden. Die Idee einer schrittweisen Räumung ist aufgegeben worden. Der Plan deckt sich zum größten Teil mit den Vorschlägen des Ge­neral Rollet. Havas meldet ergänzend, daß Frank­reich und Belgien gestern Abend übereingekommen sind, die Truppen nach Zahlung der ersten von dem Sachverständigengutachten vorgesehenen Jahreslei­stung nach Ablauf eines Jahres aus dem Ruhrge­biet zurückziehen. Es ist anzunehmen, daß der französische Plan im Verlaufe der Besprechung, zu der die französischen, belgischen und deutschen Minister um 1/211 zusammen treten, zur Sprache gebracht wird. Alles deutet darauf hin, daß diese Sitzung einen entscheidenden Verlauf nehmen wird.

Die „Times" für die Rubrräumung.

Ein wichtige» Zugeständnis an Frankreich.

Qu. Berlin, 14. Aug. Die deutsche Delega- ttvn hat am Dienstag bet den Verhandlungen der Londoner Konferenz einen Vorschlag der franzö­sischen Delegation angenommen, wonach die Koh­len und Koks! ieferungen an Frank- re ichüber bas Jahr 1930 hinaus weiter geleistet werben sollen. Es handelt sich hier­bei wie nicht übersehen werde« darf, um ein außer­ordentlich wichtiges Zugeständnis der deutschen Re- gieiung. Wenn man sich deutscherseits dazu ent­schließen konnte, sich mit einer solchen Lösung ein­verstanden zu erklären, so ging dabei die deutsch» Delegation von dem Standpunkt aus, daß «un­mehr auch sofort das System der M i c u ni v er­trüge befeittgt werden muß. Wie wir von un­terrichteter Seite erfahren, hat sich die französisch« Regierung insofern festlegen müssen, als die Mi- cumverträge sofort nach Inkrafttreten des Dawes-Gutachtens vollständig beseitigt worden«

Die günstigen Ausfickten der deutschen Anleihe.

Newport, 13.. Aug Es wird von zuverlässiger Quelle berichtet, bas Bankier Okto Kabn sofort nach feiner Mckkehr aus Europa den Abschluß der Setfr*-“ laugen über die im Dawesolaii vorgesehene > Anleihe üim Avschluh dringen wird. Der •*’ der . Garantie Trust-Compagnie" erf*51- biv Erledigung der Anleibekrv biubeute und betonte, * eines amerikanischen lei^e^ms zeichnen w

Rach kein Aasgleich.

London, 13. Aug. Wie nachttäglich bekannt fcit6, hat sich gestern früh in der Sitzung deS Rates

Vierzehn ein weiteres Wortgefecht zwischen Herrivt und Snowden abgespielt. Herrivt

Wünschte zgi wissen, warum Herrivt überall die .die Einsetzung von Schiedsgerichten empfehle und Zerade in bi«j«i §rage ablehnr, Eiq bitterer

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Die Verbandlangen ergebnislos abgebrochen.

London, 13. Aug. Die Nachmittagsoerband- kuugeu über das Datum der mllitürifchen Räumung Mutzten ergebnislos abgebrochen werden. Herrivt be­stand darauf, die Besetzung noch für ein Jahr fortju» Jefcen, während von deutscher Seite als Räumungs- ierrttn der 10. 1. vorgefchlageu wurde.

Als die Verhandlungen damit auf einem toten Punkt angelangt waren, bielt Serriot eine grotze Rede, in der er von der Notwendigkeit einer deutfch- fran,»fischen Annäherung sprach und die deutschen Ver­treter aufforderte, zu feinet Politik Vertrauen zu bade«. Stresemau« erwiderte, datz die deutsche Regierung deu Abstchteu Herriots gern Vertrauen ent- gegenbringeu wolle, aber es sek notwendig, bestimmte Abmachungen üb« einzelne Periode« der Räumung zu dessen, die fich iw Verhältnis zur Durchführung des Finanzberichte« vollziehen sollen. Finanzminister Luther erklärte, datz die Fortdauer der Besetzung «'s wirtschaftlichen Gründe« unmöglich sei und die Durchsjjhruug de» Berichte« hindern «übt«.

Schlietzlich sollen die deutschen Betitel« einen roei» fcrtn Aufschub btt Verhandlungen verlangt haben, um stch mit Präsident Ebert in Verbindung fetzen h können. Die Sitzung wurde daraufhin abgebrochen «nd auf morgen früh vertagt. E« verlautet, »atz kn den Abendstunden Versuch« gemacht werde«, um tfac Ausgleichsfotmel zu finden.

Das Gesamtergebnis de» heutige« Tages kanu da­hin zufammengefatzl werden, datz in den meiste« be- •onbehen Punkten eine Einigung erzielt wurde, nut sicht in der Hauptfrage, der Rubrräumung. Die Auf­astung in den Kreise« der deutschen Delegation über Re hierdurch entstandene Lage ist ernst.

Demisfiousgerücht« au der Pariser Börse.

Pari«, 13. Aug. Die Paris« Börse stand unter F® Zeichen wildester Gerüchte von bevorstehenden Äenberunflen im französischen Kabinett. Die Börse glaubte angesichts der aus fionbon vorliegenden Mel­angen bestimmt daran, datz S e r t i o t die Londoner Verhandlungen nicht Ü6erle6en werde.

©le Londoner Schlacht hat ihren Höhepunkt erreicht. Hmmer leiser wird bie voreilige Siegesmusik, immer -vorsichtiger werden bie Prophezeiungen über den End­termin der Konferenz und immer ernster die Mitteilun­gen übet die Klippen der Verhandlungen. Die ein« Wge Genugtuung, die wir Deutschen empfinden können, Peruht auf der Tatsache, datz alle die großen Sieger« Wiächte zusammen ihren Versuch nicht haben durchführen sannen, die RäumungSsrage auszuschalten. Das „oft- Melle“ Testhalten daran wirkt nur noch lächerlich. Wber von da an vergeht uns gleich bas.Lachen. Schon gir anfängliche Geste Herriots, als ob die militärische Däumung nicht gegen andere Forderungen ausgehan- fbelt werden sollte, ist vollständig aufgegeben worden «nd einem Derhandlungsshstem gewichen, das mit dem toort .Erpressung" kaum zu hart bezeichnet wird. Be­sonders ungünstig für die deutsche Delegation ist es, daß «8 Herrivt gelungen zu sein scheint, die Belgier, bie zunächst für bie militärische Räumung waren und über­dies sich durch die französisch-deutschen Besprechungen |u Zweien zurückgesetzt fühlten, nun doch für die fran­zösische Auffassung zu gewinnen. Am Mittwoch haben die Verhandlungen im .Dreieck" begonnen, und man hat, wenn di»>,bishertgen Derichle nicht täuschen, ganz imgentert zugleich mit der RäumungSsrage nicht nur die ÜNilitärkonirolle, sondern auch die Sochlieserungen und hie Handelsbeziehungen auf die Tagesordnung gesetzt

WaS nützt es demgegenüber uns Deutschen, datz »in Dlatt wie die .Times" noch einmal ganz unzweideutig hen allein möglichen Dechtsstandpunlt vertritt? Es bestehe, so heißt es da, nicht mehr der geringste Anlaß, die militärische Besetzung in irgend einer Form auf­recht zu erhalten; denn der Dawes-Bericht bedeute den vollkommenen Bruch mit der Ruhrpolitik. Das ist voll­kommen richtig .aber waS hilft es uns, wenn zugleich Herrivt erllärt, er könne sich ohne Konzissionen für die Räumung nicht im Amte halten, und wenn bie Belgier Bn dabei unterstützen? Einen sehr bösen Dienst hat beit deutschen Unterhändlern der amerikanischen Präsi­dent Cvolidge erwiesen, als er wegen des Schulden­erlasses abwinkte und dadurch auch Mac Donald zu Jinem Zurückziehen veranlaßte. Hätte Herrivt in bie« em Punkte einen Erfolg aus London mitbringen fön» «en, dann wäre er vielleicht in anderen Fragen nach­giebiger gewesen. So aber bringt es die Rücksicht vus die amerikanischen Wahlen mit sich, daß alle Rie- tnen .die Herrivt zur Befestigung seiner Stellung braucht, auS der Haut der Deutschen geschnitten werden sollen. Man braucht an den guten Absichten des fran­zösischen Ministerpräsidenten nicht zu zweifeln und muß doch erklären, daß seine Taktik allgemach eine erpresse« rifche geworden ist. Er sollte den ihn treibenden kDirtfchaftskreisen klar machen, daß, wenn der über­spannte Dogen bricht, nicht nur der Franken, sondern auch Frankreich zu Boden fällt I

Ernste Krise in Lenden

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konnten, so ist bas schllehlich keine Angelegenheit von lebenswichttger Bedeutung. Die Frage der militärischen Ruhrräumung überschattet bie Kon­ferenz. Aber es ist eine merkwürbige T.rtfachr, baß, feitbem diese Frage auS dem Hintergrund in den Vordergrund getreten ist, die Konferenz felbst in den Unter grünt) versenkt wurde. Bei den allgemeinen und formellen Sitzungen tritt man auf di« Stelle. Der Attikel schließt mit den Worten: „Jeder Versuch, die Truppen an der Ruhr zurück­zubehalten, wird es höchst schwierig, wenn nicht unmöglich machen, bie Anleihe unterzubringen, auf der der ganze Plan ruht. Der Plan der militä­rifchen Räumung müßte freimütig und einfach fo-. fort erledigt werden.

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Paris. 13. Aug. Rach einer 'Meldung auS Lon­don haben di« Belgier sich nach ihrer gestrigen Unterrebung mit Herrivt, General Rollet, Peretti della Rocca und Bergerh mit der lranzösiichen Regierung darin einverstanden erllärt, ihre Truppen aus dem Ruhrgebiet erst nach Zahlung der ersten An-

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