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Anzeiger für früher kurhtim'Kef Oberheften-AintliÄes Verkünömunssblatt »es Kreises Marburg

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sofort nach dieser Feftstelln« vornehmen. Der Beweis der Abrüstung wird aber von einer Militärlommission erbracht werde« in der Frankreich vertreten ist. Die alliierten Minister habe« die Frag« der Abrüstung gestern nachmittag zur Sprache gebracht.

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London, 12. Aug. „Er« Rotwelle" erfShrt an» zuverlässiger Quelle, dah Herriot de« Forderungen der deutschen Delegation auf Räumung der Ruhr inner­halb drei bis vier Monaten nicht ablehnend gegenüber» steht; er beansprucht aber entsprechende Kovwensa- tione«.

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Mitte nächster Woche das Dawes-Eutachte» vor de» Reichstag.

London, 12. Aug. Nachdem gestern zwischen der Aepko und der deutschen Negierung Wwachungeu getroffen worden such, hat Vie Tätigkeit der Lopka

Näumnngsfrist abhängen wird, sonder« vor allem vo« de« Preis, der dafür bezahlt wird. Rach den Informationen des „Dailv Telegraph" wird die Verständigung über die militärische Räumung nicht in Form einer Vereinbar»«« fest ge­legt werden, sondern lediglich durch eine kurze mündliche oder schriftliche Erklärung.

Die Reichsregiernng bat «ine Reibe i»- duftrieller Sachverständiger nach London be­rufen, um mit ibnen über die französische« wirt» tschaftlichen Forderunge« zu sprechen.

Di« «Mtarische Kontrollfrage.

London, 12. Aug. Der Londoner Sonder­berichterstatter des „Petit Journal" meldet über die neuen Verhandlungen in der Sicherheits- und MiMSrkvntrvNfrage. die militärische Kon­trollfrage fei bekanntlich durch einen Beschluß der Dvtfchasterkonferenz geregelt. Aber dieser Be­schluß der Botfchasterkvnferenz geregelt. Aber die­ser Beschluß sei bis jetzt ein toter Buchstabe ge­blieben; die Kontrolle sei nicht wieder ausgenommen worden. Herriot möchte die effektiv« Wiederauf­nahme bis zur Me berleitung der Kontrolle an den Völkerbund erreichen, aber nicht durch ein Ultimatum, smrdern durch di« Zustimmung der Deutschen selber. Es sei zu hoffen, daß bei diesem Meinungsaustausch auch die wichtige Frage der militärischen Kontrolle auf dem linken Rheinufer nach der Räumung der Kölner Zone durch die Engländer ihre Regelung finde. In den Artikeln 42 bis 44 des Friedensvertrages sei diese Kontrolle vorgesehen, jedoch nichts bestimmtes über ihre Durchführung angegeben. Es wäre angebracht, wenn in der geräumten Zone eine Lokalinspekfion durch die ständigen Delegierten errichtet würde, die vom Völkerbund zu bestimmen wären. Frankreich habe hier Gelegenheit, gewisse, int Interesse seiner Sicherheit unerläßliche Vorsichtsmaßregeln zu tref­fen Di. se Fr rge dürfe nicht vernachlässigt werden.

Konferenz über bi« Mklitärkontrolle.

Paris, 12. Aug. Der P—Dener Sonderberichter­statter des „Matm" meßet, daß eine entscheidende Kon­ferenz über die interalliierte Militärkon- trolle lommenden Mittwoch zwischen den Verbündeten und Deutschland abgehalten wird.

Frankreichs Programm für di« Milttärkontrolle.

Paris, 12. Aug. Die Rolle, die die Sicher» heitsfrage neuerdings in London bei den Ver­handlungen über die militärische Räumung des Ruhrgebiets svielt, wird von dem Londoner Be­richterstatter des „Matin" folgendermaßen gekenn- zeichnet: Dir Haltung her französischen Delegation in der Frage der militärischen Räumung sei sehr schwankend gewesen. Die fianzösische Delegation habe die Besetzung des Ruhrgebietes zunächst gegen Zugeständnisse in der Sicherheitsfrage, später gegen solche in der Frage der interalliierten Schulden oder gegen vorweg- genommene Reparationzahlungen austauschen wol­len. Durch die Aufgabe der wirtschaftlichen De»

Die abschließend« Inspektion bei b««tschen Rüstungen durch die Interalliierte Kontrollkom- miision beginnt unverzüglich. Einen Mo­nat lang finden Kontrollgänge mit vor­heriger Ankündigung statt. Rach Ablauf die- ies Monats werben, wenn es die Kontrollkommission iiir richtig hält, die Kontrollgänge «och drei weitere Monate ohne vorherige Ankün­digung ausgeführt werben. Am Enbe des Jahres könnte dann darüber entschiede« «er­den, in welche« Umfange die Kontrolle einge­schränkt und, wenn möglich, dem Völkerbund anvertraut werde» soll. Der Bericht der Kontrollkom- mi'fion werden von entscheidendem Einfluß nnf den Entichlun Englands hinsichtlich der militäri­schen Räumung der Kölner Zone sein.

Wie der Berichterstatter fernerhin bemerkt, ha­ben die französischen Militärs ihren Standpunkt in der obenerwähnten Weise in einem Memoran­dum zusammengefaßt. Aller Voraussicht nach werde am Mittwvch in d-er Konferenz die Ent­scheidung über die militärische Kon­trolle fallen .

Die Amnestiefrage.

Paris, 12. Aug. Nack dem Londoner Sonderbe­richterstatter der „SountaT bat der belgische Dele-

Herriots Rüumuugsvorschlag.

Paris, 12. Ang. Der Londoner Berichterstatter des »Jntrausineaut" meldet, Herriot werde für die militärische Räumung des Ruhrgebie- tes folgende Formel in Vorschlag bringen: Frankreich wird nach Zahlung der 2. Jahresleistung des Sachver- ständigen-Gutachtens die Ruhr verlasien, doch können die Deutschen die 2. Fahresleistung im voraus bezahlen. Slnuererieits können wir, wcun 6er absolut einwand­freie Beweis erbracht ist, dah Deutschland völlig ent- toaihiet ist, die militärische Räumung des Ruhrgebietes

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London, 12. Aug. Wie Reuter mitteilt, ist der ??at der Sieben heute früh zusammengetteten. Dieser Konferenz folgte eine Zusammenkunft des Rates der Vierzehn. Wie verlautet, bat letztere hauptsächlich du Arbeiten des dritten Ausschußes über die Sachlieferun­gen usw. besprochen. Heute vormittag soll eine Voll» konferenz stattfinden, um einigen kleineren Alli­ierten Celegendeil zu geben, über die Berichte der ver­schiedenen Ausschüsse zu sprechen.

Wan hat in Aussicht genommen, dah zwischen Deutschland und de« Besatzungsmächten ein be­sonderer Vertrag obgeschlvfien wird, dessen große Bedeutung darin liegt, daß die vertragMiehenden Parteien den Reparafions- und Ruhrkonfiikt end­gültig liquidieren und die Wiederherstellung ge­regelter politischer und wirtschaftlicher Bez'ehungen festzulegen. — Wie man hört, wird voraussichtlich eine Einigung auf der Linie zuftandekommeir. dah die militärische Räumung des Ruhrgebietes gleichzeitig mti der Räumung des Kölner Brückenkopfes im J anuar 1925 beendet wird. Welche grund­legenden Bedingungen in den beiderfettien Ab­kommen noch vereinbart werden, können erst die heuttgen Verhandlungen ergeben^ Jedenfalls glaubt man deutscherseits Veranlassung zu haben, mit dem Verlauf der bisherigen Verhandlungen äußerst zufrieden zu sein. Es muß dabei noch betont werden, daß sich angesichts der entgegen­kommenden Haltung des französischen Ministerprä­sidenten die Vermittlung Englands und der ameri­kanischen Polittker vollständig erübrigt hat, aller­dings haben die Vermittlungsversuche Mac Do­nalds im Vvrstadium der Verhandlungen der deut­schen Delegation ausgezeichnete Dienste geleistet.

Di« Unterreb«ne Herriot-Sireseman«.

Paris, 12. Aug. Der diplomatische Redak­teur der Hadas-Agentur in London stellt entgegen den gestern Abend in Kvnferenzkreisen verbrei­teten Gerüchten fest, dah der englische Premier­minister der vertraufichen Anterredung zwischen Herriot und Stresemann gestern Abend nicht bei­wohnte, obwohl er von diesem Meinungsaustausch unterrichtet w rden sei. Mangels cff z'.eller Nach­richten sei anzunehmen, dah die Anterredung zwischen Herriot und Stresemann -isich nahezu ausschließlich auf die Bedingungen für 4>en Abschluß einsS Handelsvertrages zwischen Frankreich und Deutschland bezogen habe, über dessen Möglichkeiten bereits einige Stunden vorher eine Aussprache zwischen dem französischen Fi­nanzminister Elemente! und dem deutschen Auhen- mlnister stattgefunden hätte. Die Frage der mili­tärischen Räumung des Ruhrgebietes habe in Ab­wesenheit des französischen Kriegsministers und der belgischen Minister gestern nur gestreift werden können. Aller Vorau^icht nach werd« sie später außerhalb dir ofsiz-elen Beratungen der Konferenz mit den deutschen Bevollmächtigten erörtert werden. In deutschen Kreisen in London mache man sich bereits die Pariser Meldung zu nutze, der zufolge der französische Ministerrat den Abzug der Truppen aus dem Ruhrgebiet ein Jahr nach der Inkraft­setzung des Sachverständigenplanes in Erwägung gezogen hätte und bestehe auf eine Räumung binnen fünf Monaten, d. h. im Jahre 1925 gleichzeitig mit der Räumung der Kölner Zone.

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Rä«««n« binnen brei Monate«.

Bonbon, 12. ««e. DK „Dail» He»«" so« erfahren habe«, bah Me bentfche Delegation sehr wertvolle wirtschaftliche Zn««pS«b» nisse machen wirb, und bah sich Frankreich «tt einet breimonatige« Räumangssrist be­gnüge« wirb. Mr »Hielt «icht, oh bas 1«trifft, müsse« aber nochmals betone«, baß bi« B««rt«i-

setzun^ des Ruhrgebietes fei auch die Frage militärischen Besetzung aufs neue zur Sprache kommen. Die französiscl-en Vorschläge lasten nach dem Berichterstatter in folgender Weise sammenfassen.

Der bisherige Verlauf der Verhandlungen wegen ler militärischen Räumung der Ruhr gibt zahlreichen hevtschen Presseorganen Veranlassung, von einer Ver­ständigung mit Frankreich zu sprechen, die als Folge st« vernünftigen Haltung des ftcmzöstschen Minister­präsidenten Herriot durchaus im Bereich der Möglich» lett liegen soll. Auch die amtlichen Regierungsstellen te Berlin unterstützen diese Art von Derständig-.mgs» propaganda, indem sie hervorheben, baß die militärische Räumung der Ruhr den Grundstein zu einer politischen Entspannung zwischen Frankreich und Deutschland legen fcörfte. Man steht also hier vor einem politischen Zu- kmtftsprvblem, daS man deutscherseits wunderbarer weise in einem Ernst behandelt, der umso beachtens­werter ist. als seit zehn Jahren Deutschland und Frank- vrich in einem schweren Konflikt liegen, der große Ge­fahren für den Frieden und die Wohlfahrt der beiden Völker auswirft.

Es ist nicht die Schuld Deutschlands gewesen, daß sich die bestehenden Gegensätze bis zur erbittersten Feind« sthaft vertteft hatten. Aebermütige französische Regic- «ungSmänner haben nach Beendigung des Krieges ge» Zjlaubt. mit der Willkür deS Tigers Deutschland alle nur erdenklichen Demütigungen aufzuerlegen und seine Exi­stenz zu untergraben. Einer Politik, wie sie Poincare jahrelang Deutschland gegenüber führte, tag ein durch keinerlei moralische ober rechtliche Grundsätze gehemmter Dernichtungswille zugrunde, ein Wille, der nur das Ziel kannte, eine Wiedergesundung Deutschlands mit dien Mitteln zu verhindern und auf Grund deS Ber- fciller Friedensvertrages die deutsche Wirtschaft ihrer Kräfte zu berauben, derer sie bedarf, um dem deutschen Volke Existenz und Wohlstand zu bieten. Die Politik Poinrarös,- die zur militärischen Besetzung der Ruhr führte .und unabsehbares Anglück über die Bevölke­rung der besetzten Gebiete brachte, ist tatsächlich gefchri- tert und durch die letzten französischen Wahlen von einer Mehrheit des französischen Volkes verurteilt wor­ben. Dieses Fiasko hindert aber den nationalen Block bl Frankreich keineswegs .seine DernichtungSpläne gegenüber Deutschland aufzugeben und nunmehr in den Hintergrund zu treten. 3m Gegenteil, vom ersten Tage feiner Regierungstätigkeit an war der neue französische Ministerpräsident Herriot der Gegenstand gehässiger Angriffe der Anhängerschaft PoincaröS, die in diesem Wanne einen elenden Phantasten sieht, der in dem Wunsche, eine Politik der Verständigung zu treiben, die französische Machtpolitik in Europa pre-sgebe.

Herriot sucht sich gegen die Vorwürfe des natio­nalen Blocks zu wehren, indem er grundsätzlich darauf besteht, dah die Sicherheit Frankreichs geschützt wird und bah Deutschland den Versailler Vertrag innehalten »üsse. Dieser Standpunkt Herriots verhindert die besten Ätäfte des deutschen Volkes, mit aufrichtigem Millen mid freiwilliger Bereitschaft an dem Ziel einer Ver­ständigung zwischen beiden Ländern zu arbeiten. Her- ttvt gibt sich einer Täuschung hin, wenn er glaubt, »aß es möglich sein würde, auf der Basis des Versailler Vertrages den Frieden zwischen den beiden Völkern ver­fechten zu können. Zu schwer ist das Anrecht, das der Versailler Vertrag Deutschland gegenüber tn sich trägt. Aber dieser Ainstand schließt nicht aus, daß das ehrliche Destreben Herriots, daS im Ruhrgebiet begangene schwere Anrecht wieder gutzumachen, auf deutscher Seite Empfindungen auslösen muh, die den Schmerz «nd die Trauer lindern, die das deutsche Doll in all den Jahren der schmachwürdigen Behandlung erdulden »lußte. SS ist ein gewisser Trost, zu wissen, daß die Willkürherrschaft der brutalen Gewalt sich nicht durch­setzen konnte, und dah der Gegner zu der Einsicht ge­langen muhte, wenigstens das allerschlimmste Anrech. bas Deutschland gegenüber begangen wurde, zu be­seitigen.

Wenn die Verhandlungen in London zu einem be­friedigenden Ergebnis gelangen, dann wird es jedenfalls Möglich sein, dah sich die Feindschaft zwischen Deutsch­land und Frankreich ganz erheblich mildern läßt. SS wird vielleicht auch möglich sein, dah man sich «uf dem Wege loyaler Auseinandersetzungen über wich­tige politische Fragen verständigt. Dies tst aber alles! ®on einer Versöhnung sind die beiden Volker weit ent* t«tfemt Der Versailler Vertrag bildet das Hindernis M einer wirklich ernsthaften und dauerhas.en Verstän- tojjnng, der Versailler Vertrag bildet das Anheil, baS den Frieden Europas bedroht. Frankreich muß zu biesem Bewußtsein kommen und sein neuer Minister- btäfibent Herriot must erst den Mut haben, diese Wahrheit offen auszusprechen, ehe daS deutsche Volk bvran denken kann, den Streit mit Frankreich völlig zu brgioben.

vor 1er Entscheid««,.

kln. Berlin. 13. Aug. Die Verhandlungen j®«1 die militärische Räumung der Ruhr, sich in vollem Fluß befinden, stehen unmittel­bar vor der Entscheidung. Deutscherseits kämpft tt<tn *m die Verkürzung der Räumungsfristen, und ** scheint dabei noch zu sehr schwierigen Ausein- andersetzungen mit Frankreich und Belgien zu kom­men. Immerhin ist eS von Bedeutung, daß in Re- Sierungskreisen nicht mehr ernsthaft an die Möglich- eines Scheiterns der Konferen gedacht wird, ^ivohi eine Annachgiebigkeit Herriots tatsächlich "Er deutschen Regierung folgenschwere Konseauen- auferlegen wurde. Gegenwärtig ist die Lage

’M) zwei Arten von Verhandlungen parallel «ufen: erstens eine deutsch-französische ^"tschaftskvnferenz, die das Ziel hat, ,Präliminar-Abkommen über die künftigen -"llch-französischen Handelsabkommen abzulchlie- ven Zweitens: die eigentlichen Derhand» »ngen für «jlitürilchr LSumusg.

Amerika und die Revko.

Paris, 12. Aug. Nach einer Meldung de» Lon­doner Berichterstatters des „Temvs" bat der amerika­nische Vertreter, Botschafter Kol logg, gestern er­klärt, die Vereinigten Staaten beabsichtige«, sich in der Revarationskommisston rede- Mal dann ver­treten zu lasten, wenn von dem Sachverstand,genver^t die Rede fei. Gas bedeute nach Ansicht des BettHtz- erftatters, daß der amerikanische Staatsbürger fast stän­dig in der Revko anwesend sein werde.

Die letzt«« K»mmissionsarbeiteu.

Paris, 12. Aug. Der Bericht der 2. KommiJ• fion ist von den verbündeten und deutschen Delegier» ten gestern vormittag 11 Uhr in einer Sitzung an ge­nommen worden. Innerhalb der dritten Kom­mission ist eine endgültige Einigung ebenfalls zu- llandegekommen. Die deutsche Regierung wird lmrch hie schiedsrichterliche Entscheidung gezwungen, für di« Sachlieferungen, soweit sie durch eventuelle Obsttultio« der Lieferanten nicht zur Ausführung gelangen wer» den, aufzukommen. Die Verantwortlichkeit der deut, scken Regierung erstreckt sich aus die Lieferung von Kohlen, Koks, Braunkohlen, Briketts usw. Di« deut­schen Sachverständigen haben indesten es abgelehnt, d,< Lieferung von Farbstoffen zu gewährleisten. Jp«l< Frage ist daher nicht entschieden und wird wahrichem. lief) heute der Groben Sieben oder der Großen 14 zur Einscheidung unterbreitet. Ihr Anspruch über etwaig« Abänderung im Sochverständigenberlcht und die -tsr» bening eines Schiedsspruches bei Unstimmigkeiten tu» nerhalb des llebertragungsausschustes wurde Sefterw abend den Verbündeten und den Deutschen überreicht. Heute vormittag gegen 11 Uhr wird er von den $>aupt» delegierten besprochen werden. Die Arbeiten der Sach­verständigen find soweit zu Ende oesubrt Em völlm« Einvernehmen in der Frage der Amneftle steht «och aus. Es konnte die Frage noch nicht entschieden wer- den zu welchem Zeitpunkt Deutschland seine Souve­rän töt m der Gerichtsbarkeit zuruckgegeben rotrb.

Paris. 13. Aug. Rach dem Sonderberichterstatter des .Petit Parifien" enthält das Memorandum über die Wirtschaftlichen Modus vivendi zwischen Frank­reich und Deutschland, das Ftnanzminister Elementes vorgestern der deutschen Delegation überreichte, im wesentlichen sollende Forderung:

1. Für Frankreich: Meistbegünstigung gegenüber Deutschland, wobei jedoch gewisse wirtschaftliche Der- güustigungen für Deutschland vorgesehen sind.

2. Elsaß-Lothringen : Fortsetzung des Dorzug-Regi­mes für seine nach Deutschland eingeführten Maren.

3. Eine französische Beteiligung an den Ruhrberg- Werken.

Die Besprechungen zwischen Elemeutel und, Luther im Beisein ihrer Sachverständigen Sehdoux und Branden­burg habe die Debatte erheblich erweitert und die Rot­wendigkeit erwiesen, zahlreiche Fragen für ein vertieftes Studium zurückzustellen. Sie wurden an einen fran­zösisch-deutschen Sachverständigenausschuh verwiesen.

Paris, 13. Aug. Der Sonderkorrespondent des .Temps" stellt erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der sranzösilchen und belgischen Delegation in der Frage der militärischen Räumung des Ruhrge­bietes fest. T h e u n i s sei für eine sofortige Räumung und habe darin keinen Hehl gemacht. Bel­gien verlangt keine Kompensationen als Gegenleistung für seine Räumung und stellt wesentliche dahingehende Forderungen auf. Frankreich habe offiziell die Frist der weiteren militärischen Besetzung aus ein 3ahr eingeschränkt, möchte aber noch gern eine weitergeheade Einschränkung der Verhandlungen herauspres'en. Da­gegen glaubt der Sonderberichterstatter des .Petit Parisien't, daß die gestrigen französisch-belgischen Aue» etnandersetzungen ein weiteres Zusammenarbeiten er­möglicht haben.

Amnestiefrag« sich auf den Standpunkt gestellt, daß die Besatzungsmächte di« Beamten zwar als Pri­vatpersonen zurückkehren lasten könnten, daß sie aber nicht gestatten dürsten, daß diese ihre früheren «erntet wieder übernähmen. Frankreich, so erklärt der Bericht­erstatter, könnte fich dem belgischen Standpunkt nur an, schließen.

U« Me Frage der interalliierten Schulde«.

Pari«, 12.Aug. Wi« die Morgenblätter auf London mÄden. Hal d«r französisch« Finanz- min ist er von vier Tage« Premierminister Mae Donald ein Memorandum über di« Frage der interalliierten Schulden überreicht, in dem die französische Regierung tat wesentliche« folgenden Standpunkt einnimuü. Wenn auch di» Erörterung der Schuldenfrage von der TageSord* nung der Londoner Konferenz zurückgestellt sei, so habe doch die englische Regierung tu dem Pariser Beschluß vom 9. Juli sich bereit erllürt, eine ge­rechte Lösung des Problem« unter Berücksichtigunß aller damtt zusammenhängender Faktoren anzustre­ben. Sie habe sich damtt einverstanden erklärt, daß sofort Sach «ständig.- ernanit würden die di« Frage zu prüfen und den Regierungen Vorschläge zu machen hätten. Die Sachverständigen zu «* nennen wäre natürlich zwecklos, wenn die gewählte» Sachverständigen nicht durch eine Entscheidung de» Regierungen darüber unterrichtet würden, tu Del* chem Sinne sie ihre Arbeiten zu orientieren hätte»

Am L Oktober Sina«if»«ftree3 iu Pari».

London, 12. Aug Der französisch« Ftnanzmini» ster Clöm«nt«l bracht« gestern gegenüber 8«6tu» miitister Dr. Stresemann de« Wunsch »um Ausdruck, dah die beiderseitigen Regierungen beoollmächttgte Unterhändler ernennen möchten, welche a» L Oktober in Paris zusammenkontme« sol­len, um über den deutsch-ftanzöfischen Warenver­kehr nach dem 10. Januar 1925 wettgebende Lo- machungen zu treffen. Die Verhandlungen sollen grmrd» sätzlich im Geiste eines möglichst weitgebenden Ent­gegenkommens auf beiden Seiten geführt werden. D» deutsche Regierung kann fich mtt der Führung der Handlungen im Geiste paritätischer Gegenseitigkeit «ta­verstanden erklären.

Di« «nleifcrtertawMaw« «" London

Qu. Berlin. 13. Aug. Die Verhandlungen Me bte Anleihe an Deutschland in Höh- von 800 MMon« Gvlbrnark sollen nach Beendigung der Londoner Kon­ferenz wm Abschluß gebracht werden. Jnfoigedesf« wird Reichsfinanzminister Dr. Luther noch bi« zu» Anterzeichnung des Anleiheabkommens in London ver­bleiben. 3n den unterrichteten Berliner Fkranzkrets«» wird damtt gerechnet, baß bee Anleihevertrag bi« zu» 20. August unterzeichnet wird, und daß bi« Auflegun« der Anleihe für Deutschland am 15. September auf btu internationalen Finanzmärkten erfolgen wird. Reichs» finanzminister Dr. Luther wird bei den Anleihen«»- Handlungen namens der deutschen Regierung di« offi­zielle Garantieleistung seitens Deutschland« auskprech-u, 3m übrigen gilt nicht nur di« deutsche Regierung, son­dern auch die Aepko offiziell al« Sarantiegeb« be Anleihe.

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