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SbecheWchs Zeitung

Anzeiger für (das früher kurWische) Oberhessen - Amtliches Berkünöisunssblatt -es Kreises Marbnrn

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Die Deutschen in Lon-on

regeln:

Autorität. die den Dawesbericht auslegen

juristische

Memoran-

Eisen»

der laufenden Woche zum Abschluß zu

bringen.

Dir Sicherheitsfrage.

Paris,

Qu.

liierten nicht zur Sprache gebracht worden fei. Der allgemein« Eindruck der heullgen Berhandlungen könne

1. die soll;

des die der der

liierter noch von deutscher Seite lange Deden gehalten werden, wie sie auch bei Eröffnung der Konferenz au8» geblieben seien. Es würden vielmehr nur einige höf­liche Wort« ausgelauscht werden. Anschließend werbe man die Tagesordnung der nächsten Sitzung aufstellen, in der die deutschen Delegierten ihre Einwendungen Vor­bringen sollen. Die drei Kommissionen, auf die sich bisher die Arbeiten verteilten, würden zur Prüfung dieser Einwendungen nicht von neuem berufen werben

öaoas berichtet aus London zu den heutigen Be­sprechungen der Delegationsführer: Mac Donald wird

dahin zusammengefatzt werden, daß die Alliierten den Deutschen gegenüber eine Einheitsfront bilden und sich möglichst an die Beschlüsse halten würben, über die sie sich vorher geeinigt hätten. Heute oder morgen werde Darthou mit Mac Donald über die Ausgaben der Deparationskommission bei der Durchführung des Sachverftändigenplanes beraten.

Der Einladungsbeschluß.

London, 4. Arm. Die „Groben Siebe«" bat be- chlosscn, Reichskanzler Marx und entweder Dr. Stresemann oder Dr. Luther zu ihre« Beratungen 5in» zuzozietzen.

Um die Eisenbahnen

London, 4 .2lug. Die sieben Hauptbele» gierten traten heute um 10.30 Ahr int Auswär­tigen Amt zu einer Besprechung der Frag« über die zukünftige Handhabung der Eisenbahnen im besetzten deutschen Gebiet -us nrm n, w rüber der zwe te Ausschutz keine Verständigung zustande bringen konnte. Ma« erwartet, daß sie auch die Vorbereitungen für die Vollsitzung besprechen werden, die wahischeinstch morgen nachmittag abgehalten werden soll und an der die deutschen Delegierten teilnehmen werden. Der juristische Ausschuß setzte die Formulierung der verschiedenen Berichte auf Samstag fest.

denden Kompromisses unter den Alliierten stark beunruhigt. Im Auswärtigen Amt wird uns ver- sichert, daß die maßgebende Entscheidung zum groß« ten Test bei der englischen Regierung liegt. Ins­besondere erhebt sich die Frage, ob die englisch« Regierung bereit sein wird, sich cn der Aussprache über die bisherige Räurnpng der Ruhr zu beteilige*, oder ob sie es dorzieheu dird, sich der Erörterung dieser Frage aus Rücksich'^irne gegenüber Fran' reich fernzuhalten. 2-pbLn das letztere dc Fall sein würde, so wäre damit die Position^ deutschen Regierung außerordentlich er-chwert.^ denfalls will Dr. Stresemann jo schnell r möglich mit Mac Donald Fühlung zu nehmccr^

festgesetzten Einnahmequellen. Andererseits wür­den Bvung und Stamp noch folgende Punkt« re­geln müssen: 1. ob die ReparallonÄommission bei Ausarbeitung des Wohlfahrtsindex Mitwirken soll« oder nicht, damit die deutschen Schriftstücke, auf toelche dieser Index gegründet sei, sorgfältig nach­geprüft werden können, 2. ob der Kommissar füg. I die kontrollierten Einnahmen, bevor er irgendwelche Maßnahmen trifft, zunächst ßte- Zustimmung del Generalagenten für die Reparationen erhalten muß, 3. ob er berechtigt sein soll, die deutsche« Zölle einzutreiben und 4. ob Deutschland zu de« Kosten der verbesserten Kontrolle beitragen soll, wenn ein Defizit in den zugewiesenen Einkünften oder irgendwelchen anderen Hilfsquellen entsteht, für das diese Einkünfte normalerweise die notwen­dige Garantie bilden sollen.

♦

Die Festsetzung der deutsche« Jabreszablunge«.

Daris, 4. Aug. Nach dem Londoner Korrespon­denten des „Petit Partfien" wird der Konferen« der Delegationsführer, die heute Vormittag um 10 Uhr 30 in Downing Street zusammentritt, ein Schreiben der beiden Sachverständigen Fromaaeot und Sir Cecil Hurst vorgelegt werden, in dem gewisse Vor­schläge rechtlicher Art betreffs der Festsetzung der deutschen Jahreszahlungen gemacht werden.

4. die- Frage der westrheinischen bahnen.

Der Rat der Sieben, der heute bereits

Die Beschlüsse des deutsch-alliierten Komitee».

London, 4. Aug. Der d^plomit sche Bericht­erstatter des „Daily Telegraph" schreibt, das deutsch-alliierte Komitee, das die Ein- zech it.n d r Kntrollmaßnahme aulz '.arbe.ten habe und dem der Dienst der DaweSannuitäten zuge­wiesen werden solle, werden voraussichtlich Owen Dvung und Sir Josua Stamp die Beschlüsse über­mitteln, zu denen es durch einstimmige Verein­barung gekommen sei, sowie auch die Punkte, über die zwischen seinen Mitglieder,r noch Meinungsver­schiedenheiten herrschten. Owen Doung und Stamp würden als Schiedsrichter bezüglich dieser Punkte fungieren ulnd wenn sie ihr Urteil gefällt hätten, werde der vollendete Bericht der Repa» rativnskommisfion vvrgelcgt werden. Das Komi­tee sei übereingekommen: 1. daß, solange das Er. trägnis der zugewiesenen Einkünfte (Zölle auf Tabak, Bier, Alkohol und Zucker) einen Aeberschuß von 20 Prozent über die geforderten Zahlungen zeige, eine aktive Kontrolle nicht notwendig sei, I doch würk-en den Kontrolleuren Revisoren zur Seite stehen, die die entsprechenden fiskalischen Betriebe beobachten, und bereit sein würden, im Aotfalle einzugreifen; 2. daß, wenn das Erträgnis unter 120 Prozent, aber nicht unter 100 Prozent ällt, die Kontrolle berftärtt werden solle und 3. daß, wenn zu irgendeiner Zeit das Erträgnis un­ter 100 Prozent fällt, der Kommissar bevollmäch­tigt werden soll, scharfe Maßnahmen zu ergreifen, a. B. Annahme weiterer fiskalifcher Gesetzgebung durch die deutsche Regierung, Zuweisung von an- I öercR Steuern, als die im Dawesbericht für den! Dienst der Annuitäten vorgesehenen und sogar I Schaffung von autonomen kommerziellen Vrgani- faticnen zwecks Monopolisierung irgendwelcher der I

4. Aug. Der Sonberberichierstatier „3ntranfigeant" in London will wissen, daß Sicherheitsfrage, trotzdem sie nicht aus Konferenz steht, feit gestern ständig der Gegenstand___

Besprechungen zwischen den französischen und belgischen Delegierten sei. Der Berichterstatter erinnert daran, daß nach französischer Darstellung die fünfjährige De­satzungsfrist für die Kölner Zone überhaupt noch nicht begonnen habe und daß die belgische Auffassung die Frist fett dem 10. Januar 1923 supspendiere. Einen englischen vtandpuntt, fügt er hinzu, gebe es nicht aber der englische Oberbefehlshaber in Köln, General Godletz, möchte bekanntlich so früh wie möglich ab- ziehen, wenn Deutschland den Sachverstänbigenplan akzeptiere. Darum dreht sich die Debatte. Der Bericht­erstatter behauptet nun. wenn selbst die französischen Sachverständigen, falls sie einzeln darum gefragt wür­den, sich für die Räumung des Ruhrgebiets gleichzei­tig mit der Zurückziehung der französischen Ingenieure und Eisenbahner ausgesprochen hätten, so gingen die Wünsche Frankreichs dahin, daß die Engländer in Köln und die Belgier in Krefeld noch mindestens 1 3ahr, und wenn möglich, noch 2 Jahre bleiben würden.

Paris, 4. Aug. Aus London verlautet, nach Ansicht des französischen Ministerpräsidenten könne d t e Frage der miltt ärischen Räumung des Ruhrgebiete s von den Deutschen nicht auf der Konferenz aufgeworfen werden, ebenso wie sie während des ersten Teiles der Verhandlungen unter den Al»

schästigen. Inzwischen wird weiter an dem Eniwur' des großen Konferenzprvjektes gearbeitet, das in einem einzigen Dokument den gesamten Plan der Verbündeten für die Verwirklichung des Sachver- ständigen-GutachtenS darstellen soll. Heber die­ses Dokument wird die Konferenz mit der deut­schen Delegation verhandeln. Wie es heißt, besitzen diejenigen Fragen, über die man in den Kommis­sionen nicht endgültig hat einigen können, ver­gleichsweise nur sekundäre Bedeutung. Man hält sie nicht von so großer Wichtigkeit, daß sie etwa die Vollendung eines vollständigen ilebereinfom- menS zwischen den Alliierten und Verbündeten ver­hindern könnten Die allgemeine Ansicht geht da­hin, daß das allgemeine Gefühl und der gegensei­tige Derständigungswille sich heute ständig kund tut und mancher verbindet damit die Hoffnung, daß auch die deuffche Delegation von demselben ent- gegenkon menden Geiste beseelt fein wird. Sowohl Herriot wie Mac Donald hätten den Mut besessen, energisch behauptete Standpunfte aufzugeben und der anderen Seite entgegenzukommen, da sie sich der verhhängnisvollen Folgen eines Scheiterns der

Konferenz vollauf bewußt gewesen seien. D'u> auf der Konferenz zustande gekommene ©inigmtg bedeute sehr viel für Europa und fast alles für Deutschland.

________ ... _______ _______ zusammcn- ireten werde, werde, schreibt das Blatt, diese Fragen, die ihm zu endgültiger Entscheidung übergeben worden leien, erörtern zusammen mit der der militärischen Räumung des Ruhrgebiets und der der britischen Be­setzung der Kölner Zone. Desgleichen werde er sich außer mit dem Problem der Amnestie für das besetzte Gebiet befassen mit dem Verfahren, das von der Konferenz und dem Obersten Rat selbst gegenüber der deutschen Delegation befolgt werden soll. Hebet die Bedingungen der vorgeschlagenen An­leihe von 4 0 Millionen Pfund Sterling mühten die Revarationskommisfion. die deutsche Delegation und die Bankiers gemeinsam beraten.

3 die Bestimmung der Fragen — durch die Revara- tionskommisston —, über die diese Kommission direkt mit den Deutschen verhandeln soll, wozu ein ~~ dum vorliege;

2 die Ausarbeitung eines Protokolls durch das :a:rx, ßontftee.

Damit die Verhandlungen vereinfacht und beschleunig' würden, würden der englische, der französische und der belgische Ministerpräsident je einen von ihren Kollegen aus den Kommissionen oder einen Sachverständigen zu Rate ziehen. Die Führer der übrigen alliierten Kom­missionen nehmen allein an den Sitzungen teil. Deut» cherseits würden vier Bevollmächtigte und vier Sach­verständige zugelassen werden. Reben den Verhand­lungen in der Konferenz würden die deutschen Dele­gierten mit der Repko über die in deren Zuständigkeits­bereich fallenden Fragen betreffend die Durchführung des Sachverständigenplanes verhandeln. Die Frage der Beibehaltung französischer und belgischer Eisen­bahner auf dem rheinischen Retz fei heute vorm'.ttag nicht besprochen worden. Mac Donald habe in der Sitzung und zwar in vollem Einvernehmen mit Her­riot deutlich die Absicht geäußert, die Konferenz gegen Ende " - - - —

London, 4. Aug. Der diplomatische Berichterstat­ter des „Daily Telegraph" bezeichnet folgende Punkte als noch von der Londoner Konferenz zu

Berlin, 5. August. Die Erwar- tungen. die man in den Berliner biplornattfche, Kreisen auf die nunmehr bevorstehenden Enffchci- dungen in London fetzt, find keineswegs fehß zuverfichtiich. Man ist in Berlin durch di« letzten Befchlliffe der Londoner Konferenz und ins­besondere durch das Zustandekommen eines bin-

Der vorläufige Auftakt hr London.

Qu. Berlin, 5. August. Wie wir aus dem AnMärtigrn Amt erfahren, toirb die deutsche D>» kcgttivn di? entscheidenden Verhandlungen mit bee Londoner Konferenzmächten nicht vor D->nnerSt«W ausnehmen können. Rach dem Eintreffen in Lon­don findet zunächst eine Fühlungnahme zwischen den deutschen Hauptdelegierten und den alliierte« Staatsmännern statt. Man hat in Berlin den Eindruck, daß auf Seiten der Alliierten das Be­streben vorhanden ist, die Verhandlungen mit de« Deutschen zunächst auf ganz inoffizieller und un­verbindlicher Basis zu führen, damit danP die großen entscheidenden Vollversammlungen ohne ernste Schwierigkeiten durchgeführt werden können. Die Fühlungnahme zwischen den deutschen Staats­männern und dem ftanzösifchen Winisterpräfi- denten Herriot wird voraussichtlich am Dienstag abend, bezw. am Mittwoch erfolgen. Im übri­gen geht das Bestreben der deutschen Regierung dahin, zuerst die bisherigen Londoner Beschlüsse zu erörtern und im Anschluß daran die Vechand- lungen übet die deutschen Forderungen zu eröff­nen. ES steht fest, daß über di« deutschen Forde­rungen hinsichtlich der militärischen Räumung des Ruhrgebiets außerhalb des Rahmens der große« Krnferenz verhandelt wird.

PeMwism«» der Regieruusskreist.

Der »wette Abschnitt der Konferenz.

. 4. August. Die aus Reichskanz-

«r Dr. Marx, Außenminister Dr. Stresemann, «e:chsfinanzminister Dr. Luther und einem um- st n'.reichen Stabe von Sachverständigen bestehende Z?1 9 hon wird spätestens morgen vormittag über $oct ban Holland und Harwich in London ein- “«ffen, womit der zweite bedeutende Abschnitt der «ondoner Konferenz beginnen wttd. In allen Zeisen macht man keinen Hehl der äußeren Ge­nugtuung über die zwischen den Verbündeten zur kpicche gekommene Einigung, die trotz der komp- «äierten Natt» einer ganzen Anzahl der zur Er­örterung stehenden Fragen schsteßllch doch noch zu Stande gekommen ist, in dem die Hauptdelegierten einzelnen Staaten miteinander verhandelt

*ub«n. Die Presse legt der Tatsache, -aß ausge- kchust am Sage der zehnjährigen Wiederkehr i-es riegsbeginneL die Einigung unter den Verbünde-

_Un$ die Einladung an die deutsche Regierung ctanbc gekommen fei, eine dramatische Bedeu- bei. Heute früh sind die Führer der ein- « men Delegationen in der Downing Street wie- Sufammengetreten, um sich u. a. auch mit der aiagc der alliierten Eisenbahnen im Rheinland

®et Srage des Zusammenhanges der militä- enoBt* ®au”tu«9 des Ruhrgebietes, sowie mit der aIlI(öeu Besetzung der Kölner Zone zu be-

«rotz« Einigkeit,

$0on, 4. Aug. Dir „Times" schreibt, rum efften Male feit dem Kriege fei eine wirklich vollstän- otse Vereinbarung zwischen allen Alliierten am ~“8 erzielt worden/ England und Frank- ie!?J ,nben nieder zusammen. Die „Westminster Ea- »e.te sagt, man glaube, daß die Deutschen, die morgen in London eintreffen, Bereitschaft zeigen werden, zu der Erzielung einer Vereinbarung zwecks Inkraftsetzung des Dawes-Planes beizntragen.

„Daily Expreß" bezeichnet die auf der Konferenz erzielte Vereinbarung als Mac Donalds Triumph.

„Daily Herold" schreibt, der Wunsch nach Beendi­gung der Konferenz sei allgemein, aber trotzdem werde es vielleicht notwendig sein, sich auf weitere 10 bis 14 Tuge oder noch mehr gefaßt zu machen. Jeder Versuch, die Erörterung mit den Deutschen zu verhindern oder über ihre Einwände binwegzuschreiten, würde, wenn nicht formell, so doch tatsächlich, für den Erfolg verg- bangnisvoll sein. Im allgemeinen hoffe man, daß die Deutschen ihr Bestes tun werden, bei voller Warnung des deutschen Interesses die Geduld der allitcrten Staatsmänner nicht zu stark in Anspruch zu nehmen.

Die Besprechung des Rates der Sieben.

seine Kollegen ersuchen, das Verfahren fortzusetzen, vas während des zweiten Teiles der Konferenz in An­wesenheit der Deutschen befolgt werden soll; er soll weiter die Absicht haben, vorzuschlagen, daß n a - menttlich die Revarationskommifsion Mit den Deutschen die Debatte über die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen- bin Fragen sofort unter dem Vorbehalt aufnehme, daß zwischen Deutschland, England und Frankreich eine Verständigung über die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets erzielt werde.

Die 40-Millionen-Ankeihe.

London, 4. Aug. Die „Times" meldet auf Rewyork, in amerikanischen Bankkreisen verlaute^ daß die in dem Dawes-Plan vorgesehene An leih« von 40 Millionen Pfund Sterling innerhalb eine« Mo­nats zur Ausgabe bereit sein und daß die Hälfte davor» in den Vereinigten Staaten aufgebracht werd«. Di« Anleihe werde, soweit sie in Amerika gezeichnet nttöt, von einem Banken-Syndikat, das so gut wie sämtlich« großen Newyorker und Chicagoer Banken und In­stitute in allen Teilen des Landes einschließe, übernom­men werden Die Bankiers versicherten, daß es noch zu früh sei, um die Bedingungen der Anleihe »u er­örtern, daß jedoch die Zinsen hoch genug fein mufften, um die Anleihe für die amerikanifchen Kapitalanleger, annehmbar zu machen.

Die deutsch, Delegation ist nunmehr in London eingetrosfe n, und man hat eS richtig Verstanden, sie vor nahezu vollendete Tatsachen zu stellen. Als am Sonntag die Einzelheiten der Bis­herigen Konferenzergebnisse bekannt wurden, und ins- hesondere die Londoner und Pariser Berichte übet» ^»stimmend das »herzliche Einvernehmen" zwischen den «Liierten Ministerpräsidenten unterstrichen, da war es den deutschen Aegierungsmtt gliedern ohne weiteres klar, daß man vor ernsten Entscheidungen steh-, über deren Ausgang zur Zeit noch keine Bvraussage gemacht werden kann. Jedenfalls ist es kein günstiges Dorzeichen, bah man die deutsche Delegation mit der Versicherung empfängt, unter uns besteht Einigkeit, nur tzr seid eS, die noch einzig und allein dazu berufen fein können, die Ergebnisse der Londoner Konferenz zu Gefährden.

AIS die deutsche Delegation bei ihrer Abfahr' auf dem Berliner Dahnhos eintraf, waren es nur einige Politiker und Vertreter der Presse, die dem Reichs» fanzler und dem Außenminister das Geleit gaben und Hnen auf ihrem schicksalsschweren Weg ein wohlgemein­tes »Diel Glück und Erfolg" zuriefen. Angesichts des Ernstes der Situation hatte man von jedem feierlichen Gepräge Abstand genommen, aber man darf annehmen, baß über - alle Parteiunterschiede hinweg die Wünsche des ganzen deutschen Volkes die Männer Begleiten, Ke mit großer Verantwortung Beladen den Weg nach London angetreten hatten.

Sn der letzten Woche hat eine geschickt geleitete Eierte Presse die deutschen Delegierten zu täuschen Versucht. Man hat es so dargestelll, als oB Frankreich Benckich isoliert dastehe und die deutsche Delegation nur zu esscheinen Brauche, um den Franzosen den leb­tet Stoß zu versetzen. Diese Taktik hatte den Zweck, die VorBerettungen der deutschen Delegierten planmäßig te stören und zu verhindern, daß man deutscherseits Ke Gelegenheit nehmen wird, die Bestehenden Forde» vmgen in ihrer ganzen Tragweite aufzurollen. De» stmders waren es die Engländer, die sich alle Mühe teben, in Deutschland den Eindruck zu erwecken, als »ö die Konferenz für Frankreich ungünstig stehe und Ke deutschen Aussichten sehr glänzend feien. 3n den ®erltn«e Regierungskreisen hat man sich keineswegs Verblüffen lassen. Man weiß sehr wohl, wie anher» ordentlich schwierig es fein wird, gegenüber der nunmehr Meder hergestellten interalliierten Einheitsfront anzu» kämpfen. ES ist selbstverständlich, daß die Deutschen »«bekümmert um die Gegentaktik der Konferenzmächte «ch tote vor entschlossen sein werden, die deutschen Mn Wendungen gegenüber den bisherigen Beschlüssen «r Konferenz mtt allem Nachdruck zu Betonen. Es er» Wrigt sich, darauf hinzuweisen, daß die deutsche Re- B-rung den ernsthaften Wunsch hat. in London zu eurem annehmbaren Ergebnis zu gelangen. Selbstver­ständlich wird man deutscherseits keine überflüssigen Mnwende erheben, die lediglich von Prestigerücksichten «ktrert fein könnten. Man wird auch nicht versuchen, «inen Kuhhandel zu treiben, sondern man wird ein teutfdje« Mindestprogramm Vorträgen, von der die Annahme, die weitere Haltung der deutschen Delegation «hängig fein wird.

Rach den neueren Londoner Meldungen beabsichtigen Ke Konferenzmächte die Berhandlungen mit Deutschland außerordentlich zu Beschleunigen. Die Reichsregierung beabsichtigt jedoch nicht, sich zu chren Entschlüssen drangen z« lassen und unvorbereitet in die Derhand» fangen au gehen. Die deutsche Delegation wird daher nicht eher bereit sein, in die Konferenz einzugreifen, bevor man nicht in der Lage ist, nach eingehender Prü­fung der Bestehenden Beschlüsse em deutsches Gegen- Programm vorzubringen. Wie es unter solchen ihn- »önöen möglich fein soll, schon Ende dieser Woche die Konferenz zum ABschluß zu Bringen, ist sehr fraglich. Deutscherseits weiß man zu genau, welch ungeheure Tragweite die Beschlüsse der Londoner Konferenz haben Derben, und man wird sich daher nicht darauf ein- ' lassen können, jetzt eine genaue Derhanblungszeit lest- telegen Bevor nicht üBer die deutschen Forderungen - bolle Klarheit geschaffen ist. I

Die Sitzung der Hauptdelegierte«.

Paris, 4. Aug. TleBer die Ergebnisse der heu­tigen Sitzung der Hauptdelegierten, die von I01/, Ähr vormittags Bis mittags gebauert hat, wird aus Lon­don Berichtet, baß es sich um die Festlegung des Verfahrens gehandelt habe, das in ber zweiten Phase ber Londoner Konferenz unter Teilnahme der deutschen Delegierten Befolgt werden soll. Diese, die morgen vormittag 8 Ähr eintreffen würden, würden sofort zur Teilnahme an der Plenarsitzung Berufen wer­den, die mittags im Fvreign Office stattfinden werde und in der ihnen da« Protokoll, enthaltend die Bschlüsse der Alltterten üBet die Ausführung des SachverstSn» digenplanes, unterBreitet würben. Das Dokument sei noch in Bearbeitung im Juristenausschuh. Es werbe von den Beschlüssen der Konterenz diejenigen auf- nehmen, die eine Abmachung Deutschlands entweder unmittelbar mit den Alliierten oder mit ber Repara- tionskommisffon mögli chmachten. Es sei vereinbart, baß in der Sitzung nur die Äebergabe des erwähnten Do­kuments stattfinden soll. Doch sollen weder von al»