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Die dritte Lehre kündet an: „Sorget, Deutsche,
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fommen würde, sondern den Spekulanten, die dies« Forderungen zu lächerlich niedrigen Preisen ausge« kauft haben, bedarf eS vor allem der Frage der Beantwortung, woher die Gelder für eine höhere A-afwer« tung aufgebracht werden sollen. Staat und Gemein- den fmd hierzu ebensowenig in der Lage wie die meisten Paprermarkschuldner, zu denen insbesondere die Landwirte mit ihren DvrkriegShhpotheken gehören.
3n dem DeichStagSausschuß, der sich mit dem Äufwertungsprvblem beschäftigte, herrschte darum di« Meinung vor, daß die gesetzliche Lösrmg, die durch di« dritte Steuer Notverordnung für die Aufwertung geschaffen worben ist, mag sie auch noch so mangelhaft sein, nicht auf» neue in Frage gestellt werben dürfe. Sowohl der Zentralverband deS deutschen Großhandel« als auch der Zentralverband des deutschen Baugewerbe« warnten bringend davor, aufs neue Ungewißheit über das Maß der vorzunehmenden Aufwertung hervvrzu- rufen und die ganze Wirtschaft aufs schwerste zu beunruhigen. Durch die Treibereien der Dörsenspeku- lation, die immer wieder Haußebewegung der Papier- markanleihen zu inszenieren versucht, und dabei auch vor der Verlautbarung falscher Aufwertungsgerücht« nicht zurückscheut, sollte sich niemand mehr irre mache, lassen. Das Interesse der Sparer und des so schwer geschädigten Mittelstandes an einer nachträglichen günstigeren Regelung der Aufwertung wird im Laufe der Zeit immer geringer, während bas der Spekulanten, die diese Werte billig ankausen, natürlich wächst. Damit aber vermindert sich für bas Reich auch die Kraft der moralischen Argumente, die allein für eine Aufhebung der dritten ins Feld geführt werden können.
den Augen ein Leuchten, düs wie in neuer Hoffnung das Leben zu grüßen schien.
Aber von dem Trauergefolg« halten Biele den urcigong beobachtet. Wie ein Habicht schoß Me- x - seinem Notizbuch auf den sich rasch um das Mädchen zusammenballenden Knäuel los Pasioi Rvßmüller verließ seine alle Freundin Frau von Seekamp und faßte den Draker Hvfvoat am Rvckkncpf.
lonal geregelt werden. Von den zur Verhandlung stehenden außenpolitischen Geschäften seien hier erwähnt die leidige Zonenfrage und der lta»
„Wer den Tod im heiligen Kamofe fand, Ruht auch in ftemder Erd' im Vaterland."
Diese Trostworte selten auch für die, von denen Heiken muß:
„Es gibt ein Grab im fernen Land, Doch finden kann ich's nie — Dort kämpfte er mit tapferer Santo Und starb den Tod fürs Vaterland, Doch Gott nur weiß es, wie."
„Sager Sie, lieber Mann, kennen Sie die junge Person? Was mag der Grund ihres auffallenden .Benehmens sein?"
Das größte wirtschaftliche Interesse der letzten Wochen beanspruchte die schweizerische Mustermesse in Basel. Sie bat alle Erwartungen weit übertroffen Die Zahl der inländischen Besucher belief fich im ganzen auf 110 000 Personen. Auch vom Ausland waren die Interessenten zahlreich in der Messestadt
Obwohl die Lage der rheinisch.westiänschen Montcrn- rndustri.e nach allen vorliegenden Berichten sehr un« günstig ist, hat sich die allgemeine Stimmung nicht unwesentlich gebessert. Das ist neben den Hoffnungen auf ein positives Ergebnis der Londoner Konferenz vor _________ „„„ Enr auf die Erleichterung der Geld läge als ein bloßer H ö s l i ch -1 ^^^öuführen. Man hat den Eindruck, daß die Jn-- Die „Höflichkeit" gegenüber der neu-f dustrie wieder Gelder zu Jnvestitionszwecken aufzu-
lienisch-schweizerische Grenzzwischen- fall, der z. Zt. großen Staub auswirbelte. Eine längere Debatte dürfte der neue Generalzolltarif entfesseln, der wohl nicht so bald Gesetzeskraft erlangen wird.
neigten sich zum Gebet. Die Stricke knurrten,
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Knechtschaft nicht ab, wird die Nichtachtung Deutsch, lands vor der Welt ein unwandelbarer Zustanv — nun bann waren alle Opfer nutzlos, dann find unsere Helden um ein Nichts gefallen. Das darf und wird nicht fern. Vielmehr soll der Geist, unter welchem unsere Helden des Weltkrieges gefallen find, befruchtend auf das überlebende Geschlecht wirken. Es soll uns den Weg rum Ausstieg wxisen: Bekenntnis zur Einheit, Pflese der alten Tugenden des Volkes in A affen, Gelöbnis zum Vaterlandsgedanken und zum Volksganzen. Solange der grimme Feind an di A^r^.vocht. schweige innerer Hader, verstumme der handliche Streit. Das ist die praktische
Der Vogt gab Bescheid. Das war Hetr Meier, das Mädchen des verhafteten Schmiedegesellen. Gabe es die nicht, wer weiß, ob der Braker Gutsherr nicht noch am Leben wäre! Allein um die paar Goldfüchse hatte der SedlinSki den Wohl sicher nicht erschlagen. Die Leute von Brake munkel-
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Nie neutrale Schweiz.
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MstMchaftliche MchMbeMt.
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(Nachdruck verboten.)
Ser Todfeind.
Kriminalroman von Luise Westkirch.
32. Fortsetzüng.
Endlich wurde der blumengeschmückte Sarg aus den von acht Nappen gezogenen Leichenwagen gehoben Der Zug ordnete sich; hinter dem Toten kränzetragende Jugend, die Schulkinder mit dem Lehrer, danach die Wagen; hinter ihnen je zwei »nd zwei, die lange Reihe der Fußgänger.
Sv zogen sie durch das feine Nebelgeriesel dem hochgelegenen Kirchhof von Altenhagen entgegen. 'Weit offen standen beide Flügel der Eingangs- «. Hier hielten die Wagen. Die Witwe stieg schleppenden Trauerkleid, vmn Krepp- Meier bis zu den Füßen umwallt, schritt sie als Me hinter dem Sarg. Der alte Herr von See- kwnp hafte ihr väterlich den Arm gereicht. Der «chste war der junge Tobias von Heesemann. i«ltsam stand der schwarzumflorte Zylinderhut dem ^fertigen Knabengesicht. Tobi hiev die Wim- niedergeschlagen. Linkisch ging er, wie ge» peinigt von den Blicken der vielen Menschen um r*n her. Die Freunde des Toten schlossen sich **• ein langer Zug, dessen Schwarz hier und da ®«e leuchtenden Husarenuniformen freundlich un- ^-brache n^, ' Dir SchuMnder scharten fich um die offene |
ft die Vereine mit ihren in der feuchten Lust IgMf niederhängenden Fahnen. Durch den No» h(Ir^ermDt2en seinem weihen Dunst und sei- I bon den Bäumen sinkenden gelben Blättern I das große Sterben der Natur klang ergrei
. dos Lied von der sanften Ruhe der Toten. - - Rebel tropfte dazu in melancholischem Fall I hüt ^dreigea der Sträucher, die Georginen I ttnff em’ bie* dom ersten Frost des Jahres ge- . Ven, die schwarzgewordenen Dlumenköpse senk- Ki,» ^8ten bte Dergünglichkest des Irdisch;» Kr h?Cb^5. E Geistliche segnend die Hände «erden Schläfer im Sarg. Die Köpfe ringsum
Marburger Ferieukurie.
Am Montag, den 4. August, beginnen die diese rahrrgen Ferienkurse. Die schönen Erfolge, die in bat letzten Jahren erzielt worden stnd, die reichen Anregungen, die nicht nur die von auswärts herbergeet!» tcn Teilnehmer empfangen konnten, sondern vor allem auch die einheimischen Marburger, lassen erwarten, daß auch in diesem Jahre die Kurse wiener regen Zu- Ö aus Marburgs Bürgerschaft finden werden.
ndcn doch die Kurse drei wichtige Dinge miteinander: einmal vereinigen ste in den Vortragenden ein» Reihe hervorragender Gelehrter und Männer der Praxis. 2Bct_ als Lehrender auf tritt, bat wirklich etwas zum großen Eesamtthema — Suchen und Weg- weisen, der deutsche Daseinskampf seit dem Weltkriegs — zu sagen. Zum anderen aber ist die Gewahr geboten, daß die Vorträge in einer Art gehalten werden, daß sie auch „dem Laien" verständig sind. Es wird hier Ernst zu machen versucht mit der so oft erhobenen Forderung, die Ergebnisie der Wissenschaft in gemeinverständlicher Weise vorzutragen. Daß damit keineswegs eine Wertminderung der Wissenschaftlichkeit verbunden zu sein braucht, haben die früheren Kurs« zur Genüge erwiesen. Ferner aber wird damit auch nicht darauf verzichtet, ernste und geistig lebendige Zuhörer zu haben. Niemand wird die Mühe geschenkt, die an der Schwelle aller, auch der ausnehmenden geistigen Arbeit, steht; es wird Fürsorge getragen, daß diese Mühe möglichst nicht umsonst ist! — Und noch ein Dritter: Wir sind ein armes Volk geworden. Dazu find die meistens materiell die Aermsten, die geistig a« stärksten bedürftig (im edelsten Sinne) sind Dem tragen die Kurse Rechnung, indem sie für Marburger den Preis für die Stunde auf 50 Psg., für Studenten sogar auf die Hälfte herabgesetzt haben. Anmeldegebühr ist für Marburger nicht zu zahlen. Die Karten erhält man bei Elwert und Ebel, sowie während der Kurs« vormittags von 9.30—12.30 in der Kanzlei der Ferienkurse, Landgrafenhaus, 1. Stock, Dozentenzimmer bei Hörsaal 6. Die Kurse finden regelmäßigerweise im Hörsaal 6 des Landgrafenhauses statt. Nur Dr. Stephani liest in seinem musikwissenschaftlichen Hörsags 25 der alten Universität, Prof. Dr. Schäfer in seinem großen Hürsaal im physikalischen Institut Renthorstraßc
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ttoaitlern vertreten. Die Ausstellung ._..f--...4ä)aftlidjen und gewerblichen Zweig« war eine Glanzleistung, die auch von den ausländischen wasten voll gewürdigt wurde. Daß gerade die deut- '.^^ Handelskammer während der Mustermesse m Basel tagte, war ein Zeichen der gegenseitigen freundichaftlichen Beziehungen. Die dabei gehaltenen Reden brachten das auch besonders zum Ausdruck. Daß die Wirtschaft wieder aufzuatmen beginnt, zeigr sich auch aus dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Ar- leitslosen ist so stark zurückgegangen, daß der Bundesrat beschlossen hat. in allernächster Zeit die Ar- vettslosenunterstüllu'ng eintzu stell en. °? unrd es auf allen Gebieten im Schweizer Lande wieder bewegter, und die endlich erfolgte Auf. he bung der deutschen Ausreiseer- fchwerung wird zu ihrem Teil ebenfalls dazu beitragen. Sie wird in der Schweiz mit großer Genugtuung begrüßt.
I Luz ein > 18. Ium. Das politische, wirtschaftliche und verkehrsvolftische Leden in der Schweiz ist neuerdings reger geworden. Der rumänische
I e 5u $ in der ersten Maihälfte war nach
1a"ren ~ nämlich nach dem Aufenthalte Kai- I Wilhelms II. — wieder der erst« Fürstenbesuch im I Schweizer Lande. Er wurde zwar damals von Blättern eingehend besprochen und in keiner Nummer Idurfte die Svalte „rumänischer Königsbesuch" fehlen, Netzt aber besteht wohl kein Zweifel darüber, daß die- r*>’.. nichts anderes war, <' ' * " — '
Ifei13alt. Die „Höflichkeit" gegenüber der neu-, — ------ 0« vilVK|1uiuii»3iueuen aivzn-
tralen Schweiz nimmt fest übrigens auch sonst beson- nehmen beginnt und die Wirkung macht sich bereits
Pressevertreter in Italien. Sollte da nicht eine ? !. . 8“ 6,th8en l?< ~ besonders
politische Absicht verborgen sein^ Es ist I Kreditnot mit größeren Wit-
das nicht etwa die erste Einladung, die von einer aus- « abzuhesten suchen. Natürlich hat die Kraft der wärtigen Regierung an unsere Presse ergangen ist. ^"ctzsbank dort ihre Grenzen, wo eine Gefähr- IItalien hat nur die Reihe fortgesetzt. So war in den bung der Stabilität unserer Währung letzten Jahren unsere Presse zu Gast bei der polnischen I 3" befürchten ist. Lnd diese Grenzen sind Be- I -Regierung. In der breiten Oeffentlichkeit -.ei« auch in konntlich sehr eng gesogen. An der oft betonten Tat» mnem großen Teil unserer Presie selbst steht man sol- loche, daß eine wirksame und dauernde 2lbhilfe der n " Einladungen antipathisch gegenüber, denn man Kreditnot nur auf Grund einer auswärtiaen An- fremder Regierungen zu billigen und anzunebmen RiA Londoner Verhandlungen, amerikanische
Das ist wirklich ein erfreulicher Schritt. Jedenfalls er- , *ur ben Aufbau deutscher Unternehmungen zu sieht man aber aus jenen Presseeinladungen, wie ^halten, haben zu schweren Enttäuschungen gefühm. Deutschlands ehemalige Feinds bemüht sind, die Sym-1 Amerikanische Nnanzleute haben öffentlich vor der vathie der neutralen Staafen zu erwerben. Die Deut- Fortsetzung dieser Versuche gewarnt mit der Begrün» sch«" könnten daraus vielleicht manches lernen: was bung, daß nach amerikanischer Auffassung'für alle ,u tun ist unb~- wie man- nicht machen soll. langfristigen Anlagen insbesondere für Hypotheken und
In diesen Tagen sitzen die Schweizer Volks- Immobilien Deutschland heute wegen der Kngewißhe't "Ertreier in Bern. Einen unüberwindlichen Berg seiner zukünftigen politischen und'wirtschaftlichen Ent» von Arbeiten haben sie in dieser ordentlichen Sommer- Wicklung nicht die nötigen Garantien bieten könne Mäßlich« Eisenbahnunglück in Bellinzona. Einige I ? J?" .7^'„ vorhandener Warenvorräte m Frage, der Leichen hätten noch immer nicht identifiziert wer-1 . bleibt also der deutschen Industrie nichts anderes
den können. Ferner äußerte sich der Direktor des ™n9 a‘d abzuwarten, bis die politischen Entscheidungen, Verkehrswesens, daß alle Sicherbeitsmabnabmen er» ”te in London fallen sollen, soweit gediehen sind, griffen werden, um künftige Unglücke zu vermelden. b«ß durch eine ausländische Anleihe die deutsche Pro- Die - Entschädigungs- und Schadenersatzfragen sollen duktivn aus ihrer heutigen Stagnation befreit und s"'~ wieder flott gemacht werden kann. Aus Deutschland
selbst können jedenfalls die hierzu erforderlichen Mittel in absehbarer Zeit nicht aufgebracht werden. Don Seiten der Aufwertungsfreunde, di: gegenwärtig wieder heftig für eine Aufhebung der Sieuernotverordnung agitieren, wird zwar behauptet, daß durch eine höhere Aufwertung der Papiermarksorderungen das nötige Kapital zur Befruchtung der Industrie herbeigeschafft werden könne. Aber abgesehen davon, daß eine solche höhere Aufwertung heute zum großen Teil nicht mehr den ursprünglichen Besitzern der Forderungen, die inzwischen wirtschaftlich ruiniert und zur Derschleude- rung ihres Besitzes gezwungen worden sind, zugute
nigem Gruseln. Seit Polizeileutnant von Olten die Tür hinter sich zugeschlagen hatte, waren zwi» Ischen Eltern und Tochter mehr bittere und böse Worte hin- und hergeflogen, als in achtzehn Jahren vorher, nd Wilm Meier, Ader nach norddeutscher Art seine eigenen Angelegenheiten am lieb- sten mit sich und den ©einigen allein abmachte, begrüßte nicht eben fteundlich den Besucher, der sich ihm vorstellte als einer von denen, an die, wie einst an Petrus, das Wort ergangen sei: „Riinf- ttg wirst du Menschen fangen“ und um eine An-
Sen gtfaHtntn Seiten ter Weltkrieges.
- Der 4. August wird im allgemeinen und mit Recht ; Hls der Tag des eigentlichen Kriegsbeginns bei uns In Deutschland angesehen, wennschon die Mobilmachung nnd die Kriegserklärungen gegen Rußland und Frank- i reich einige Tage zuvor ausgesprochen worden sind. -Daher ist es als würdiger und zutreffender Entschluß ! pi begrüßen, daß man den Sonntag, den 3. August, i einer groben, einer gemeinsamen Totenehrung 1 gewidmet hat.
„Unb sollt' ich einst beim Einzug fehlen — / Beweint mich nicht, beneidet mein Geschick." f So bat der Dichter das glückliche Los derer ge- ftiefen, die aus den Schlachten und Stürmen des ; Weltkrieges nicht heimgekehrt sind. Sie haben treu ■ nnd brav ihre Pflicht getan, dem Vaterland ihr Alles ! hingegeben, brauchten die Not, die Unehre, die Erniedrigung Deutschlands nicht mehr zu erleben. Sie ßnd gefallen in dem Bewußtsein, daß es dem Siege entgegen ging, und daß sie selbst zum Ruhm und zur Rettung des Vaterlandes mitgeholfen haben.
An zwei Millionen deutscher Männer fielen im Weltkriege oder starben in unmittelbarer Folge er- fitienen Wunden und Schäden, ein riesenhaftes Heer ; von Feldgrauen, dazu die gefallenen Helden des See- i frieges, von denen die allermeisten auf dem Grunde kes Meeres aller Erdteile ruhen. Die Feldgrauen Hegen zu Hunderttausenden an allen Fronten, nur eine Deine Anzahl schläft in heimischer Erde. Und von i tzenen, die in fremder Erde schlafen, ist meistens die I s Stelle nicht bekannt, wo sie zur Ewigkeit hinüberge- f tolummert sind. Ob sie in den Trichterfeldern Flan- perns, der Champagne, vor Verdun, in den Vogesen j ruhen, ob sie der polnisch«, russische Sumpf oder Wald ' beckt, ob st« unter den Felsen des Balkan oder unter toem Wüstensande Syriens bestattet sind — allen gegen- iber haben wir Nachlebende einen Trost: ste sind I «ts unvergeffen, sie ruhen im Herzen des deutschen Volkes. So schlafen sie doch in der Heimat, denn
VchrWßchs WSANg
Marbmg a. L., Svmabrn», tm 2. August ;s. stahrg. IW
I ßi? Lost senkte sich in die offene Gruft. Der Mc.nn, der mit kraftvoller Hand eingegriffen hatte
I in dst Geschicke seiner Mitmenschen, war weg- g<.fchw"nden aus dem Leben, das ohne ihn. über
I ihn, feinen Gang weitergina.
L Der Geistliche reichte der Witwe die Schaufel, I tciH-rlei"^von d7m Herrn von ^eftmann "und da.. ,t sic als erste drei Hände voll Erde dem To° der Hetc. Jetzt tat die Deern ja wie unMimu ten. ncchwcrfe als letzten AbschiedSgruß. Groh lich, chälte in ihrer Verücktheit sich um ein Ho-r 0^n ,<U «« Noch an Frau von^ K^aL^vergriffen^or
ner Stutze aedurftig. und vollzog mit ruhiger Würde der sie sich doch in ein Mauseloch 2riechen
I Ihr verschlossenes Sssicht stifte. Run, das war glücklich verhütet worden
dem Auaenblick^entsvrack^ gr?&er Aufregung kehrte Rvßmüller zu sei-
nci Ernnerin zurück. Er fühlte den Ruf Gottes .Doch ein prachtvolles Weib!" sagte Olten be- in seiner Seele brennen. Da war eine aroße ©ü-i- wri deink zv Brockmann. Dann ließ er seine Augen derin, eine weftab Verirrte und zählte doch erst
S SSne™ 4 M rt w Seele, die gewiß dem Himmel noch zu retten war. kfcmrcff’n ort 9 starren Men- Die praktische Frau von Seekamp hätte ihren
schcmnassen Anna von Hee,emann hatte ihr Ge- F,eund gern gehindert, sich einzumischen aber
«-»MAI-, h«?e den JÄR5« L.
fmchtsroll öffne.« Oie Menge ihr eins Gaffe zum deicr die sich in der W^lt durchsetzen. Wo er S'L.®3 furzte aus der dichtesten Schar di« ga sich von Gott gerufen glaubt?vermochte kein >Auaen^mtt Wahnsinn flammenden Mersch ihn zurückzuhalten. Er erbat sich einen
<Äen Sftenk Platz im Wagen eines Nachbarn bis Scharadorf.
f l ®HtDe Sen OBcg ®ann wanderte er eilig den Weg von der ~x> nur den Bruchteil einer Sekunde. Zehn Fauste tim zu der Kate Wilm Meiers
ÄfiC i" Reihen, I Die Jnstleute waren gerade vom Begräbnis ör ^st'^^' 6?!* heimgekehrt. Wilms Meier, noch im Kirchensock,
me,ki to-s^ s9aß,rK'r‘5" nl^ be- Mutter, Meier, den Hut auf dem Kopf, schalten
merkt. Den Kopf erhoben, schritt sie vorüber, in auf die in Trotz verstockte Hete ein, die übrigen ben Auae» ein Peurft^n hr.t ml. m —' -----1 Sprößlinge lauschten mit runKn Augen und X-
(Fortsetzung folgt.)
I— HfliMM i lil'l
terredung mit Fräulein Hedwig Meier ersuchte. Aber die Frau stieß ihn mahnend in die Seite. Ein Pastor war immerhin ein Pastor. So wurde Rvßmüller die Tür zur guten tSube geöffnet unk Hete nachgeschvben, während der Rest- der Familie in der Küche blieb.
Der geistliche Herr drückte Hete sanft auf einer Stuhl nieder, der am Tisch vor dem hochlehniger Sofa stand, und setzte sich ihr gegenüber. Er re- redete davon, daß mehr Freude im Himmel sei über einen Sünder, der Buße tue, als über 99 Gerechte und daß Christus nicht "in die Weltgekommen sei, daß er das zerstoßene 2ivhr zerbreche und das glimmende Licht auslösche, sondern damit die Sünde gerettet würden.
Hete sah zuerst mit verstockt gesenkten Lidern und ttotzig aufgeworfenen Lippen, hartnäckig schweigend. Aber seine Stimme war weich und mild. Nach Vater Meiers rauhen Wutlauten klang sie wie Musik. Unter den gesenkten Wimpern hervor begann Hete, neugierig den Mann anzuschielen, besser, ungewöhnlich glänzenden Augen in schönere Weiten als diese zu blicken schienen. Und plötzlich faßte sie Mut, warf den Kopf in den Rocker und fragte bitterböse:
»Ja, was hab ich denn begangen?"
Rrßmüller machte eine Bewegung des Schrek- krns. Mas Sie begangen, Kind? — Durch Ihr» gen in dec Blüte seiner Jahre, und ein armer sträfliche Leichtfertigkeit liegt ein Mann erschla- heißblütiger Bursch ist zum Mörder geworden, verlöre: für diese und an Welt. Sie aber, in Ve- V'.rstrckthrll Ihrer Sünde, wagen es, die Frau beleidiger zu wollen, vor der in der Majestät ihres Schmerzes der roheste Knecht in Ehrfurcht zur Scatt wich!"
p. Die Toten des Weltkrieges sind die wabrhaften rrzieber unseres deutschen Volkes. Dreifaches lehren sie uns. Dessen sei beute in tiefem Ernste gedacht.
Zunächst fragen sie das deutsche Volk bet Gegen- Wart, die so trüb und so traurig ist: „Gebet, wir starben für das Vaterland in Treue und Einheit. Und Was tut I b r?" Müßen wir, die Deutschen von heute, »ngesichts solcher Totenfrage nicht beschänrt uns meder- teugen, nicht scheu die Augen zu Boden senken? Wabr- kdh, wir sollten e» meinen, wenn wir gerecht und offen Wttellen. Die Toten des Weltkrieges sind gefc^en Mchulter an Schulter, einig mit Herz und Hand, psticht- jetreu und opferfreudig bis zum letzten Blutstropfen. Was Deutschtum der Gegenwart — so weit auch geredet, beschworen, beteuert werden mag — ist ntcht einig, nicht geschlossen, sondern gespalten »nd verhadert, deshalb das Opfer der rachegierigen »nd noch immer haßerfüllten Feinde. Darum lautet Me erste Lehre der gefallenen Helden: „Deutsches Self, werde einig, werde wieder durch alle deine Schichten vaterlandstreu und vaterlandsireudig, wie i Wir es bis zum Tode gewesen sind." I
Die zweite Sehre sagt: „Vergesset unsere Sinter« Üicnenen, die Kricgerwitwen, die Knereiwrisen. die sonftizen Berechligten nicht." Es «st, trotz oller Not ?at, die heilige, keineswegs bis fc«t fit wirklich ausreichendem und berechtigtem Maße durchgeftihrte Sbrenpflicht des deutschen Volkes, so hart auch die allgemeine Wirtschaftslage auch drücken sollte, in ausgiebiger Weise für die Hinterbliebenen zu sorgen. Das j H die Dankesschuld an die gefallenen Selben. Loch ! »iel ist in dieser Hinsicht zu tun. I