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Mark-

Rr.fTO

a. £, Freitag, or» 1. Sogult

SS. Mrg. 1924

Die Repko kn London.

werden, ist e- demDewhvrk Herald" zufolge un­wahrscheinlich, daß sich Hughes nach Berlin be­gibt. Er würde bann direkt von Brüssel nach London fahren, und sich dort mit den deutsche» Politikern vor und nach den Kvnserenzsitzungen be- sprrchen. Für den Fall, daß der beutsche Kanzler und sein Außenminister vor Beginn der kommende» Woche nicht nach London geladen werden, bleibt es dabei, daß Hughes Samstag abend nach Berlin dBrcift um nach zwei Tagen Besprechungen mit den maßgebenden politischen Persönlichkeiten bi« Rückreise nach Washington anzutreten.

Neuer Rückgang de, Franke«.

Part, 31. Juli. Die Tatsache, das, der Franke» kvro seit einigen Tage« wieder rurückgeht, and die Br» wegbna ihren Ausgang nimmt von Newvork, hat hier r» dem Gerücht geführt, bah die amerikanische« 9 (rotiere eite« Druck ans die französische Delegation hl London ans,«üben beabsichtigen. Der Dollar ««hie an der gestrigen Pariser Börse mit 18,94 gegen 19,67 > m »»»gestrigen Tage bezahlt werden.

Loga« warnt vor Berschlevvung.

London, 31. Juli. Logan hat heute seinen Vorschlag, daß die Deutschen und die Fi- nanzkeute ihre Angelegenheit unter sich regeln, wieder­holt. Logan sprach sehr ernst und erklärte, die ameri­kanischen Bankiers seien durch das lächerliche Hin und Her sehr beunruhigt. Wenn man nid)! bald zu einer Entscheidung komme, so befürchte er, daß die weiteren Diskussionen die Anleihemöglichkeit sehr schädigen würden. DaS 3. Komitee verhandelt über Schiedsgericht und Eachlieferungen, die Amerikaner sind entschieden gegen ein Schiedsgericht in Sjcanäfer­fragen, die Engländer entschieden gegen Sachlieferungen bis 130. Die Unstimmigkeiten im Komitee drei ist au­genblicklich sehr ernst.

nehiw eie«

n es* '.zirkel

Die Rolle de» amerikanische« Staatssekretärs Hughes.

Berlin, 31. Juli. Der amerikanischeStrats-- sskcetSr Hughes hatte gestern nachmittag im An­schluß an seinen Empfang bei dem Präsidenten der Republik mit einer Reihe von führenden Per­sönlichkeiten bedeutsame Anterredungen geführt. Anwesend waren u. a. Darthou, der Borsit­zende der ReparationSkvmmissivn, P o i n c a r 6, Marschall Ioffre und Marschall F v ch. Hughes stellte eine Reihe von Fragen, betreffend das Re- parativnsprvblem. Doumergue und Barthou gaben erschöpfende Auskunft. Marschall Foch gab eine Darstellung von der gegenwärtigen Lage des Si­cherheitsproblems. Er soll demRewhork He­rold" zufolge erklärt haben, baß der Gefahr eines deutschen Angriffes nur durch eine gleichzeitige Lösung der Sicherheitsfrage mit dem Reparati- vnsproblem vorgebeugt werden könnte. Man hatte deutlich den Eindruck, schreibt das vorgenannte amerikanische Blatt, daß es Franfteich gelungen sei, alle Verdachtsgründe zu zerstreuen, die bei den ver­einigten Staaten bett, die militärischen 'Bestie - bungcn Franfteichs und hinftchtlich angeblicher Versuche, Deutschland wittschaftllch zu bezwingen, aufgetaucht waren.

Doumergue unterrichtete im weiteren Verlauf der Anterredung Marschall Foch von seiner per­sönlichen Unterredung mtt dem amerikanischen Staatssekretär. Diese soll einen überaus herzlichen Verlauf genommen haben. Besonders ausfrihr- lich besprach sich Hughes mit Poincarö. Der frü­here Ministerpräsident gab dem amerikanischen Staatssekretär eine erschöpfende Darstellung von der politischen Lage, wie sie von der ftanzösischen Opposition aufgefaht wird. Poincare hob hervor, daß weder Herrivt »och irgendwelcher Nachfolger am Ruder bleiben könne, wenn sie die allgemeine Reparatjonspolittk Frankreichs der letzten zwei Jahre wesentlich zu ändern versuchten. Hughes versuchte Auskünfte sowohl von den Vertretern der Opposttion wie vcn Mitgliedern der jetzigen Re­gierung zu erlangen. Er forderte sei re Zuhörer auf. alles zu tun, was in ihren Kräften stehe, um einen An] aus der gegenwärtigen politischen Lage zu en. Sonst würde der ganze Sachverstän- dig^itplan ins Wasser fallen und Europa mehr denn je einem Zustand der Unsicherheit ausgesetzt ein. Pvincars hat mitgeteilt, er würde sich glück­lich schätzen, ihn mit polst scheu I fv.mativnen auch in Zukunft bedienen zu können.

Staatssekretär Hughes wird heute abend nach 'Brüssel abfahren und vorausfichttich am Samstag eine Reise nach Berlin fortsetzen. Für den Fall, > Dr. Marx und Dr. Stresemann und andere 1 «rborragende Persönlichkeiten Deutschlands zur l Xllnehme an der Londoner Konferenz aufgefvrdert

Direkte $erbeitMmt8eit ettt Frankreich.

Ou. Berlin, 1. August. In den unterrichteten diplomatischen Kreisen verlautet, daß die Frage /der militärischen Räumung des Ruhr­gebiets fast ausschließlich auf dem Wege direkter Verhandlungen zwi­schen kerdeutschenDelegationundden französisch-belgischen Delegierten geregelt werden soll, sodaß bie ReichS- regicrung für die Londoner Konferenz neuerllche Disposittrnen zu treffen haben wird. Die vorge- srhknen Erörterungen mit Frankreich gehen nach Auffassung der Berliner Reg.erungskreise weit über der, Frcgrnkompkex ter Londoner Konferenz hinaus. Trotzdem wttd jedoch eine völlige Trennung die­ser Frc gen von den Beratungen über das Sachver- ständigen-Gutachten nicht wahrscheinlich fein, da man deutscherseits die Auffassung hertritt, daß die mll'tärische Räumungsftage in engstem Zusammen­hang mit den technischen Einzelheiten der Durch- fthiung des Gutachtens gebracht werten muh. De» try Anzeichen lassen übrigens erkennen, das die Frarzosen die Absicht haben, gleichzeitig mit der Räumungsfrage über den Abschluß eines deutsch- fto.rzös scheu Handelsvertrages in Erörte uegen mV Dertschland ejiizütreten.

Eigene Funkmeldung.

Paris, 31. Juli. Havas glaubt melden zu können, daß morgen die Einladung an die Deutschen ergehen wird. Dieser Beschluß wurde in der heutigen Sitzung bekanntgegeben. Weiter hört man, daß die Deutschen bereits am Montag an den Verhandlungen teilnehmen werden.

Schwierige Verhandlungen mit Deutschland.

London, 31. Juli. In englischen Kreisen nimmt man an, daß Deutschlands Abänderungsvor­schläge im Verlaufe der Londoner Verbandlungen sich in erster Linie mit der Einrichtung der Sachlieferungen und mit der Einbeziehung der Räumung von Düssel­dorf, Duisburg und Ruhrort in den ftanBstsch-Velgi- schen Plan befassen werden, da die französtsch-belgischen Sachverständigen eine Befristung der Räumung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort in ihren Vorschlä­gen nicht vorgesehen haben.

Repko hat in einet heute Vormittag unter dem Vorsitz Darthous abgehaltenen Sitzung folgen* genden Beschluß bestätigt, den sie gestern in Paris offiziös und unter Vorbehalt der Zustimmung Bradburhs gefaßt hatte: Die Repko beschließt in London offiziell, jedes Mal dann zu tagen, wenn es erforderlich ist, um über die in ihr Zuständig­keitsbereich fallenden Fragen zu verhandeln, die die Ausführung des Sachverständigenplans etwa aufwirst. Havas berichtet, daß die Kommission morgen vormittag eine neue Sitzung abhalten wirb. Für die erste offizielle Sitzung der Kommission ist noch kein Zeitpunkt angesetzt. Auch über die Berufung deutscher Vertteter vor die Repara- tivnskrmmissivn sei gestern noch kein Beschluß ge­faßt worden. Der Kommission sei überhaupt von der Regierung noch keine Euffchließung, nicht ein­mal der Bericht des juristischen Ausschusses, vorge­legt worden, der übrigens in gewissen Teilen nicht zum Zuständigkeitsbereich der Kommission gehöre.

Was Dentschlanb gezahlt bat.

Paris, 31. Juli. Die Repkv veröffentlicht die Statistik der bis zum 30. Juni 1924 bewirkten und unter die Gläubiger verteilten deutschen Lei­stungen. Die Angaben, bie wie gewöhnlich von den deutschen Ziffern stark abweichen, find mit den ge­wohnten Vorbehalten aufzunehmen. Rach den An­gaben der Kommission hat Deutschland bis zum 30. Juni 1924 geleistet: In bar 1 903 835 000 Gvlbmark, in Sachlieferungen: 298 414 000 God- Mk., durch Abtretung von Gütern: 68 693 000 G.-Mk. Die Glänbigermächte haben hiernach inSgesanst 570 942 000 G.-Mk. erhalten. Aus diesen Einnahmen waren zunächst dis Kohlenvorschüsse von Spa von 392 216 000 G.-Mk. sowie die Kosten der Desatznngstru- pen und der Kontrollkommissionen mit 2 635 409 000 E.°Mk. zu erstatten. Außerdem entfielen auf Kursge­winne 3 030 000 G.-Mk. Rach Abzug der vorstehenden drei Posten verbleibt ein verfügbarer Saldo von 2540 267 000 Goldmark.

Um die Einladung an Dentschlanb.

Paris, 31. Juli.Havas" meldet aus Lon­don. daß das an Deutschland zu richtende Gin- ladungsschreiben nicht auf die Einzelheiten der zu beratenden Fragen eingehen wird; es werde sich entweder um eine ganz formelle Rote oder um eine mündliche Mitteilung durch Vermittlung des Botschafters handeln. Jedoch werde die Rote nicht vor der nächsten Vollsitzung, d.h. heute oder sogar erst Freitag abgehen. Es sei also leicht voraus- zu sehen, daß die Anhörung der Deutschen die Verhandlungen noch einmal in die Länge ziehen werde und daß die Londoner Konferenz nicht vor Ablauf von vierzehn Tagen zum Abschluß ge­langen könne.

Eigene Funkmeldung.

6, 31. Juli. Der Sonderberichterstatter des Mat.n meldet, daß die englischen Truppen Deutschland nicht zurückgezogen »erden, solange französisch-belgische Truppen s,ch in Deutschland befinden, r® _c,ne Einigung zustande kommen, so könne eine P>rückzichllng der Truppen aus dem Ruhrgebiet vor « oder zwei Jahren nicht erfolgen.

<2berhessisch» Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 Mark oi t. Durch di» Post 2,25 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streik» oder eleuientarer Ereil Dr.T. Hitzeroth.Druck derAniv.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch, Markt 21/23. Fernlpr.

Amt Frankfurt a. Main.

Deutsch-französtsche» Zusammenstoß in London.

London, 31. Juli. Im offiziellen Po ung-Ko- »itee zur Kontrolle des Dawesplanes hat es gestern Men schweren Zus ammenstoh zwilchen den panzSsischen und deutschen Mitgliedern gegeben. Sie Verhandlungen des Ausschusses sind damit auf dem Hten Punkt angelangt. Die Deutschen nehmen heute «n der Sitzung nicht mehr teil.

Poincare Ehrendoktor.

P ar i s, 30. Juli. P o i n c a r 4 wird sich am Frei­tag nach Lüttich begeben, wo ihn die Universität «um Doktor h. c. ernennen wird.

Steuer Einspruch PoincarLs.

London, 31. Juli. Der französisch-belgische Plan zur militärischen Räumung des Rubrgebietes scheint im letzten Augenblick in Frage gestellt, weil Herriot von Paris telephonisch angerufen und mit Poin- caräs Ungnade bedroht worden sein soll, sodaß See­not ängstlich geworden ist.

Sie tentto-eeWen MmNtmgx

Berlin, 31. Juli. Uber den Stand der deutsch-polnischen Verhandlungen Wien erfahren wir von unterrichteter Seite folgendes: Am 10. Juli fällte der Schiedsrichter, der Präsident des vberschlefischen Schiedsgerichts, Prof. Käckenbcek, über die ihm von Deutschland und Polen torgelegten Thesen einen Schiedsspruch, der die Grundlage des abzuschließenden Vertrages bilden soll. Leber Ihn wird zurzeit noch in Wien verhandekt. Die erste Gruppe der dem Schiedsrichter vorgelegten Thesen be­traf die Frage deS StaatSangehörigkritS- Wechsels. Die Entscheidungen in diesen Punkten find fast durchweg im Sinne der deutschen Thesen ausge­fallen. Sv ist die Zulässigkeit deS doppelten Wohnsitzes bejaht und ferner der deutsche» These zugestimmt worben, bah derErwerbderpvl» nifchen Staatsangehörigkeit durch frühe-» Reichsdeutsche aus Artikel 3 und 4 des Minderheits- verttages nicht auf bas an Polen abgetretene Gebiet beschränkt und nicht davon abhängig ist, ob der Be­treffende die deutsche Staatsangehörigkeit bereits am 1. Januar 1908 besaß. Es ist weiter anerkannt worden, daß die Ehefrau auch unabhängig vom Ehemann d!« polnische Staatsangehörigkeit erwerben kann. Für den Erwerb der polnischen Staatsangehörigkeit durch Ge­burt nach Artikel 4 des Minderheitsvertrages stellt t>« Schiedsrichter im Sinne des Gutachtens des ständig« internationalen Gerichtshofes im Haag fest, daß hierfür bei Personen, die noch in Polen wohnhaft sind, Mi Tatsache genügt, baß die Eltern zurzeit der Geburt ihren Wohnsitz in Polen hatten. Dagegen regte der Schiedsrichter an, für die in Polen Geborenen, aber bereits von dort abgewanberten Personen den Erwerb der polnischen Staatsangehörigkeit auf solche zu be­schränken, die trotz der Abwanderung die Verbindung« mit dem Geburtsland behalt« haben. Einzelheit« hiersür werden im Verhandlungswege näher bestimmt. Die Frage, ob die Unterbrechung des Wohnsitzes zwi­cken 1908 und 1920 den Erwerb der polnischen Staats­angehörigkeit ausschließt, bejahte der Schiedsrichter zwar grundsätzlich, stellte aber zugleich fest, daß eine Unterbrechung nicht torliegt, wenn die betreffend» Person während der Abwesenheit zwischm 1908 und 1920 die Absicht hatte, in das nunmehr polnische Gebiet zurückzukehren. Die Dedeutung dieser Entscheidung er­hellt sich daraus, baß hierdurch in allen strittigen 21* quidationSangelegenheiten die polnische Staatsange­hörigkeit der Betroffenen festgestellt ist, woraus sich die Unzulässigkeit der betreffend« Liquidation« er­gibt. Endlich verdient noch hervorgehoben zu werden, daß der Schiedsrichter entgegen der polnischen TH es« den deutsch« Standpunkt anerkannte, daß die Frage des Erwerbes oder des Richterwerbes der polnischen Staatsangehörigkeit internationalen Charak-

Der Anzsiaenprel, betrügt für den 10 gesp. Zetlenmtllimeter 0,08 Doldmark. Amtlich» und auswärtige Anzeigen 0,10 Gold« ««k. Bet schwierigem Satz, sowie b. Platzvorschriften 50°/, Aufschlag. Sammelanzeige» 100«/, Aufschlag. Reklame» 0,35 Sold«. 2««r Rabatt gilt al» Barrabatt und verfällt, wenn di« Zahlung später al, 5 lag« erfolgt. Beleg« werden betedmet. *benso Auskunft durch di» Seschäftiftelle und Zusendung der Angebote. Erfüllungsort Marburg, 1 S.-Mk. Dollar.

Da» letzte Wort der Bankier».

London, 31. Juli. In der Beforechung der fiele» gationsfübrer erklärte Kellog nach Rückfrage mit den Bankiers, daß btze Selbsternennung der Schiedsrichter durch die Revarationskommission wahrscheinlich unan­nehmbar für bie Bankiers fein werde. Weiter erklärte Kellog, daß die Bankiers nicht bereit feien, länger auf ... "öfung der politischen Probleme zu warten. Kellog kündigte sodann an, die amerikanische Delegation werde heute (also gestern) abend nach Fühlungnahme mit den Bankiers einen Gegenvorschlag zum ftanzöfi- |O)« Vorschlag formulieren, in dem ein Höchstmaß von Entgegenkommen der Bankiers niedergelegt sein werde. Dieser Vorschlag werde morgen (also 'beute) in der 3. Kommission vorgelegt werden. Sollte et dort keine günstige Aufnahme finden, so würde sich die amerika­nische Delegation in allen Kommisstonen auf eine streng vassive Beobachtertätigkeit beschränken. Kurz vor Mit- l--rnach« verlautete, der neue amerikanische Vorschlag sebe vor, daß die Revarationskommisston, ergänzt vurch Amerikaner, in erster Instanz entscheiden solle über Meinungsverfchiedenbeiten, im Transferkomitee. Wenn die Revarationskommisston keine Einstimmigkeit der Entscheidung erreichen kann, soll der Standpunkt der Mehrheit, sowie der Standpunkt der Minderheit zum Schiedsspruch an ein Kollegium vorgelegt werden, das aus drei oder fünf Richtern besteht, die zu diesem Zwecke von der Londoner Konferenz auf Lebzeit zu er­nennen seien Wenn der ttanzöstsche Vorschlag in ab- geändetter Fassung und der neue amerikanische Vor- glag beute vormittag nicht die Zustimmung des ersten isschusses finden könne, werde die amerikanische De­legation in einet Zusammenkunft der Delegationschefs unter Hinweis auf den Antrag, daß für diesen Fall noch aufrecht erhalten wird, wonach die Revarationskom- misfion, Bankier» und Deutsche gemeinsam die Bedin­gungen und Garantien für die 800-Millionen-Anleihe beraten sollen, Vorschlägen, daß die deutscke Delegation für diese Verbandlungen sofort nach London berufen werden soll, auch wenn die politische Formel für die Abschlußaktion de» Ausschusses noch nicht gefunden wor­den sei.

> London, 31. Juli. Der französisch« Vor­schlag wurde von dem ersten Komitee der Konferenz tzinstimmig angenommen. Der von brittscker Beite heute vormittag unterbreitete Abänderungs­vorschlag wurde zurückgezogen. Di« stan- vffischen und britischen Delegierten beglückwünscht« sich zu dem Erfolg der gegenseitigen Anstrengungen. Dem Vertteter der Agentur Reuter wurde von einem Delegierten erklärt, daß die große Schwierigkeit der Konferenz nunmehr überwunden sei. Ilm/,5 Uhr »achmittag« trat der Rat der Sieben im Unterhaus Pi einer Besprechung zusamm«. DaS dritte Komitee Miß noch über bie Transferfrage berichten. CCSenn Keser Bericht günstig ausfällt, so könne, wie verlautet, Ke Konfermz, soweit die Alliierten in Betracht kommen, M beendet angeseh« und eine Einladung an Die Deutschen al« unmittelbar betorstehend be- veachlel werb«. NStürltch müßten, wie Reriker hin- «fügt, zuvor noch die Bankiers ihre Ansicht zum Ausdruck bringen. I

Ein Gies Herriots.

Sie smnMche ömiktzonSsonmi angenommen.

vollständige militärische Ruhrräumung bi» 15. August 1926.

Paris, 31. Juli. Stach dem Londoner Bericht- Nstatler desStatin wird bie militärische Räumung des Ruhrgebietes, die im äußersten Falle bis 15. August 1926 vor sich gehen soll, in den nachstehenden Etappen vorgenommen »erden:

1. Hagen wird sofort nach Unterbringung der äv0 Millionen-Anleibe geräurnr.

2. Die Linie Dortmund wird geräumt, so­bald Eisenbahn- rn I du ttieobligationen in Höhe von 500 Millionen Eoldmark untergebracht sind.

3. Bochum wird gegen Unterbringung weiterer Kutscher Wertpapiere in Höhe von 500 Millionen Eoldmark geräumt.

4. Tie Essener Zone wird nach Unterbrin­gung des gleichen Betrages zugegeben werden.

DasEcho de Paris" bezeichnet dagegen als Voraussetzung für die Räumung Dortmunds die Unterbringung von 600 Millionen Eoldmark, für diejenige Bochums die Unterbringung von 700 Mil- Uonen Eoldmark. Die Räumung Essens würde ebenfalls von der Unterbringung eines gleichen Be­trages von Obligationen abhängig gemacht werden.

Die Londoner Vertreter der Pariser Presse heben |6erein)timmenb hervor, daß bei französisch-belgische »lan zur militärischen Räumung des Ruhrgebietes den beiden Regierungen keinerlei Verpflichtungen Verlegt und sie ihre volle Handlungsfreiheit 6e» N<d)rt hätten. Pertinax spreche von einem Brief, den Herriot gestern nachmittag von einem hervor- togenben Mitglied der äußersten Linken erhalten dabe. Dieser Brief habe Herriot bewogen, im Ver­hülfe der gestrigen Besprechungen in der Downing- «eet zu erklären, daß er sich in der Frage der min= Loschen Räumung nicht irgendwie verpflichten §nne. Rach demSlatin habe der Schatzkanzler ßNowden erklärt, daß bie Bankiers eine gründ­liche Lösung der Frage der militärischen Räu- EUlng vor dem Ausgang der Konferenz wünschen. *>letD Dork Herald" will davon wissen, daß die fran- Msche Delegation da« Datum der Räumung des Ahrgebietes festsetzen werde, wenn Eroßbritannien dm damit einverstanden erkläre, bie Kölner Zone ** rum 15. April nächsten Jahres besetzt zu halten.

t . Dari«, 31. Juli. Die Repko hat in Son-

*tn frigeuben offi-iellW Kericht rxMentücht: Die

Wieder ein Kompromiß.

Paris, 31. Juli. Rach dem Londoner Son- bmkelichterstatter desQuotidien" scheine man in |et ifscn englischen Kreisen geneigt zu ,ein, Frankreich und Belgien folgendes Kompro- » vorzuschlagen:

Falls die Dcfetzungsmächte bereit seien. Der Militärischen Besetzung in längstens einem Jahre, ^rechnet vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des Sochderständigenplans, ein Ende zu machen, würde bie englisch- Regierung sich ihrerseits damit ein- verstanden erklären, die militärische Besetzung der Kölner Zone bis zur Zurückziehung der fran- tzösischen und belgischen Truppen aus dem Ruhr­gebiet auftecht zu erhalten.

Sbechefsifchr Jettk

Anzeiger füe (das Mer MWM)Sberheffen-Amtkiches NerküMgungsblatt des Kreises Marburg

t e r hat, also nicht ausschließlich eine innere Angeleg«- heit Polens ist. Auch in der zweit« Gruppe der Thesen, die sich auf die Optionsftagen beziehen, bat der Schiedsrichter im Sinne der deutsch« These d« international« Charakter der Frage grundsätzlich be­saht, ob Option rechtsgültig ist oder nich'. Dagegen bat er leider der polnisch« These zugestimmt, wonach Per­sonen, die rechtsgültig für Deutschland optiert haben, aus Verlangen der polnischen Regierung Polen ver­lassen müff«. Damit ist Pol« das Ausweisungsrecht der Optant« zugestanden. Trotzdem besteht für di« betrofkenen Optant« kein Anlaß zu übereilten Schritten, da die Fragen, wer gültig optiert hat und unter welch« näher« Bedingungen die Abwanderung zu erfolg-n hat, einen besonders wichtig« Teil der zurzeit in Wien schwebenden Verhandlung« bilden. Dabei han­delt es sich tor allem um die Fristen, die für di« Abwanderung zu gewähren sind, um das Recht der ungehinderten Mitnahme des B_r7vög«s und um die Deibchaltung des unbeweglichen Eigentums in Pol« ufw., Fragen, mit deren Regelung gerechnet werden kann. Im übrig« ist am 14. April zwischen Deutschland und Pol« ein Abkommen geschlossm wor­den, wonach die Derttagsbestimmung« der in Wi« zu schließend«» Konvention vhn« weiteres auf Mc