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Anzeiger nir chas früher KnAWW SbttWen - Amtliches MklmdlgunMott des Kreises Marburg
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Hinter -en Kul
Eigene Funkmeldung. Die gestrige Konferenzarbeit.
London, 29. Juli. Die Tätigkeit der alliierten Konferenz erstreckte sich heute auf eine Zusammen- kunft der Hauptdelegierten am Vormittag und au eine Sitzung des juristischen Komitees am Nachmittag. Uebermorgen findet eine Vollsitzung statt. Leber die Sitzung der Hauptdelegierten am morgigen Tag verlautet: Die französische Delegation Will, damit sie befestigt sei, den Entwurf einer Formel ausarbeiten, di« der Konferenz unterbreitet werden soll, zu dem Zweck, die Vertreter zufrieden zu stellen. Man erwartet, daß dieser Entwurf im Laufe des morgigen Tages fertiggestellt sein wird.
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Ci« bezeichnender Zwischenfall auf der gestrigen Londoner Konferenz.
Daris, 29. Juli. Der Londoner Sonderberichl» erstattet! des »Echo de Paris" berichtet über einen Zwischenfall, der sich im Laufe der gestrigen Plenarsitzung der Konferenz ereignet habe. Es sei iber die Einladung der deutschen Delegierten verhandelt worden. Der rumänische Botschafter Tttulescu habe an Ramfah Mac Donald die" Frage gerichtet, ob die Kleinen Staaten zu State gezogen würden, bevor «an sich entschließe, die deutschen Delegierten nach Lon- bvn zu berufen. SHae Donald habe geantwortet: „Sie wurden doch eben um Ihr« Meinung befragt, fünfer Entschluß steht grundsätzlich fest um ihn im gegebenen Augenblick auszuführen, brauchen die Großmächte höchstens während zweier Minuten ihre Meinung auszu- taulchen." „Ich schätze mich glücklich zu erfahren", antwortete Tttulescu, .daß die Großmächte sich in zwei Minuten über alle Fragen verständigen können." .Glauben Sie mir", entgegnete Mac Donald, und zwar in gereiztem Tone, .daß, wenn wir in Schwierigkeiten Geraten werden, wir nicht verfehlen werden, Rumä- men zu Hilfe zu rufen". Titulescu habe darauf erwidert: „Rumänien erklärt Ihnen durch mich, baß es Ihnen seine Unterstützung gewährt." Der rumänische Botschafter bemerkt. Pertinax habe sich darüber beschwert, daß Rumänien nicht in den Rat der Fünf Großmächte ausgenommen worden fei.
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Die Konferenz hoffnungsvoll.
Jp- 29- ■3uli. Wie Reuter erfährt, kann »och Ansicht eingeweihter Kreise der gegenwärtige Stand der Konferenz als Hoffnung Svoll ke- ^tchnet werden. Man hofft, daß die Konferenz Ende nächster Woche zu einem erfolgreichen Ab- ichluß kommt. Was die Einladung an Deutsch, «trifft, so ist darüber noch nichts bekannt. Sie wird «wlgen, wenn die Hauptdelegierten den Zeitpunkt Mr gekommen erachten. Dagegen sind Schritte ergriffen morden zur Einladung der Reparationskommis- fton nach London. Die amerikanischen und anderen Vorschläge gewinnen jetzt feste Gestalt. Das Erste morgen zusammentreten, sobald man D«t skizzierten Plan für annehmbar hält. Die Frage ber militärischen Räumung ist überhaupt noch Richt zur Sprache gekommen, sondern soll außerhalb des koerhandlnUgsrahmens diskutiert werden.
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Eigene Funkmeldung.
Der ^französische Kompromihvorschlag.
P a r i s, 29. Juli. Hebet den neuen angekün- »igten Kompromitzvorschlag der französi- jchen Delegation zur Frage der Verfehlungen und Sanktionen berichtet Havas aus London: Der französische Vorschlag besteht darin, bah jedesmal dann, wenn die Reparationskommisfio« über eine Verfehlst Deutschlands sich ausgesprochen habe und nicht «stände wäre, eine allseitige Uebereinstimmung zu erzielen, eine schiedsgerichtliche Entscheidung bean- bragt würde. Die Reparationskommisfion werde in bteicm Falle die Veschlugfassung an eine Kommission von drei Schiedsrichtern, darunter ein Amerikaner, übergeben. Es verlautet, dah MacDo- > a l d den gesamten französischen Plan gut auf- renommcn habe. Der englische Sachverständige wurde gemeinschaftlich mit den französischen Sach- >«rständigea von der ReparationskomMission einen »Nauen Text vorbereiten. Nach Auffassung der ftanzösischen Delegation ist die Annahme dieses Kompromisses davon abhängig zu machen, daß srankrcich seitens der 3. Kommission Zugeständnisie
der Frage der Sachlieferungen gemacht würde«, 811 einer Garantie Deutschlands bedürfen.
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Eigene Funkmeldung
. P arrs, 30. Zuli. Der Sonderberichterstatter »Echo de Paris" berichtet: Ein« Tatsache sei di« Handlung Herriots in Bezug auf di« militärisch« -Lunrung des Ruhrgebiets. Diese müsie man dem wcneral Rollet zuschreiben; diese habe drei Tage
'-»t aufgehört, Herriot zu bestürmen. Es sei jedoch ^Zorichc-nlich, daß die französische Delegation dahin ne» werde, datz die militärische Ruhrbesetzung,
‘e ®ttf «Le Fälle zonenweise verschwinden werde, t<ln? Zweck habe, wenn sie von der wirtschaft- fef*? ^umung begleitet sei. Es versteht sich von wv» ' «ine Erörterung darüber nur Wert hat,
Rn das Protokoll der militärischen Räumung der
* 3one zusammen mit dem der Räumung des strgebiets befolgt würde. Der Sonderbericht-
^C5 »Matin" meint, wen« man von Frank-
, '5.c*tc verlange, dag die progressive Räumung hi» verteilt werde, so müsse mau ver-
ietr'i i e Besetzung der Kölner Zone mit L n" '-f^^^nheit der französischen Räumung im ♦'«Otgevet gleichmäg'.g zu behandeln.
iffen m Lon-on.
Paris, 29. Juli. Der Londoner Berichterstatter des „Pefit Parisien" meldet über die Lage von gestern abend, in sämtlichen Delegationen sei die Hoffnung zum Ausdruck gekommen, bis Ende der Woche zu einer Verständigung unter den Alliierten zu gelangen. Man habe in dieser Beziehung stark auf den Vorschlag gerechnet, den die französische Delegation heute ausgearbeitet und am Mittwoch der Konferenz unterbreiten soll. Was den Inhalt dieser neuen Formel anlangt, so wahre man natürlich unbedingte Diskretion. Trotzdem glaubt der Berichterstatter zu wisien, daß di« fragliche Formel von allen denen, die bis jetzt von der belgischen oder amerikanischen Delegation vorge- schlagen wurden, insofern völlig abweiche, als sie die Arbeiten der dritten Kommission (Sachlieferungen und Konvertierung) berücksichtige, und mit den politischen Fragen die für die französischen Interessen lebenswichtigen Fragen wie die der Sachlieferungen und der Barkonventierungen verbinden würden. Außerdem fei nicht ausgeschlosien, daß man sich mit dem Gedanken trage, jeder einzelnen Macht ein Berufungsrecht gegen eine Entscheidung zuzuerkennen, durch die sie sich geschädigt fühle.
Eine Bankiers-Sitzung.
London, 29. Juli. Heute wird eine wichtige Sitzung der amerikanischen, britischen und alliierten Bankiers stattfinden, wahrscheinlich unter Vorsitz Lamonts von der Firma Morgan u. Co., um die notwendigen Bedingungen der Anleihe zu erwägen. Wie oerlauhet, haben die Bankiers drei Arten finanzieller Garantien vorgesehen: 1. allgemeine Garantien aller teilnehmenden Mächte, 2. individuelle Garantien jeder Macht, die eine separate Aktion unternimmt und 3. Garantie der Bankiers der unter 2 erwähnten Mächte.
Enttäuschung in Berfin.
Qu. Berlin. 30. Juli. Die abermalige Verzögerung der Einladuirg Deutschlands zur Lvndvnei Konferenz hat in den Berliner Regie- »ungr'k e'sen eine schwere Enttäuschung her- vvrgerufen. Die deutsche Dekegatio«, Die fürMttt» wvch die Abreise nach London vorgesehen hatte, wird kaum vor Sonntag oder Montag Berlin verlassen können, da deutscherseits nicht beabsichtigt ist, sich in London die Rolle eines Türenstehers zuweisen zu lasten, den man auf den Eintritt warten läßt. Man verhehtt nicht, daß die Hinausschiebung der Hinzuziehung Deutschlands entwürdigend empfunden werden muß. nachdem die deutsche Regierung bereits Ende ber vorigen Woche von den Londoner Konferenzmächte« ersucht worden war, eine Delegation zur Abreise bereit zu halten. Wenn die Konferenzmächte darauf bestehen sollten. sich vorerst über die Grundlagen der Durchführung des Sachverständigen-Gutachtens zu einigen. ehe man Deutschland hinzuzieht, so ist es auch jetzt noch unsicher, ob die angekündigte Einladung Deutschlands für Anfang nächster Woche nicht noch eine weitere Verzögerung erleiden sollte. Jedenfalls ist die vptimistsiche Stimmung der Berliner politischen KrÄse erheblich gesunken, und man glaubt heute, daß die Schwierigkeiten der Londoner Konferenz von Tag zu Tag größer werden Wahrend man bisher der Meinung war, daß ein Scheitern der Konferenz ganz ausgeschlossen sein würde, hält man es heute nicht für unmöglich, daß in London überhaupt keine Ergebnisse erzielt weiden. Die deutsche Regierung ist jedenfalls nicht gewillt, sich auf die Taktik des Feilschens einzulassen, und man hält es daher für notwMldig. auf die Tatsache hinzuweisen, daß die deutsche Delegation ihre bestimmten Vollmachten hat, über die unter keinen Amf.änden h n .U5K:gangen werden tanp.
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SnmMckk ParlmmaWdunM. Herriots telegraphischer Bericht aus London.
Saris, 29. Juli. In Kammer und Senat, die beide heute nachmittag ihre Sitzungen ausgenommen haben, wurde ein Telegramm Herriots aus London verlesen, in dem er Bericht erstattete über den Stand der Arbeiten der Konferenz. Zu Beginn des Telegramms wird gesagt, die Regierung hätte gewünscht, sich heute selbst vor das Parlament begeben zu können, um ihm den Text eines Abkommens zu übermitteln, an dem feit zwei Wochen in London gearbeitet wird. Aber trotz der Anstrengungen seien die Beratungen noch nicht beendet. Die verschiedenen Artikel des Ab- krmnucns von Paris, die als Basis für die Diskussion der Konferenz angenommen worden seien, seien drei Kommissionen überwiesen worben, die seit Beginn der Konferenz ununterbrochen getagt hätten. Ministerpräsident Herriot erklärt alsdann, daß die erste Kommission, die sich mit den Verfehlungen und Sanktionen zu beschäftigen hat, einmütig Beschlüste angenommen habe, die die 'Vertreter der Anleihezeichner für unbefriedigend erklärt hätten, um den Erfolg der vvrgeschriebenen 800-Millivnen- anleihe zu sichern. Aus diesem Grunde hätte« auf
der Konferenz Kvnkusione« noch nicht angenommen werden können. Die französische Delegation sei bereit, den Anleihezeichnern alle Sicherheiten zu geben, die sie zu beanspruchen hätten. Die zweite Kommission habe über die Wiederherstellung der fiskalischen und wirtschaftlichen Einheit Deutschlands Beschlüste gefaßt, jedoch bleibt die Frage der französischen und belgischen Eisenbahner, die auf dem linken Rheinufer zurückgelassen werden sollen, noch zu regeln. Die dritte Kommission, die sich mit den Sachlieferungen und der TranSserierungS- frage zu beschäftigen hat, sei auch noch zu keinem Ergebnis gekommen. Schließlich wird in dem Telegramm mitgeteilt, daß über dir Zulassung der Deutschen zur Londoner Konferenz leicht ein Einverständnis über die Vorschläge erziell worden sei. die ein französischer und ein britischer Jurist übermittelt hätten. Herriot gab dann Kenntnis von dem gestern gefaßte« Beschluß und fuhr fort, die Verhandlungen der Konferenz, die noch viele Schwierigkeiten bereiten, würden noch mehrere Tage in Anspruch nehme«. Die französische Regierung werde mit dem besten Willen die Verteidigung der Rechte Frankreichs, die Wiederherstellung eines interalliierten Einverständnisses und die Verteidigung des Friedens fvrtsetzen; es sei wünschenswert, die Ergebnisse dieser Beratung dem Parlament zu übermitteln, sobald ein Abschluß erfolgt sei. Aeber den Tag. an dem diese Beratung stattfinden soll, müsse man sich noch verständigen.
Poris, 29. Juli. Rach dem „Temps" wird es in den KImmerfraktionen sm allgemeinen für angebracht gehalten, bis Donnerstag, den 31. Juli, abends zu tagen und aufgrund des Beschlusses des Parlaments selbst erst am 19. September wieder zusammenzutreten, um dann die Debatte über die Ergebnisse der Londoner Konferenz auszunehmen.
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Poris, 29. Juli. Im Senatsausschuß für Auswärtige Angelegenheiten hat heute Vormittag der Vorsitzende die Frage gestellt, ob der Ausschuß es für nötig halte, bei dem gegenwärtigen Stande der Arbeiten in London in einen Meinungsaustausch über die Konferenz einzutteten. Senator MillieS-Lacrvix schlug die Vertagung vor, die nach Schluß der Tagung angenommen wurde. Senator Honnorat warf die Frage der Militärkon- ttolle in Deutschland auf. Er stehe auf dem Standpunkt. daß auch in Zukunft ständige Kon- trollausschüsse in Deutschland notwendig seien, um den Völkerbund bei seiner Aufgabe zu unterstützen. Ein dahingehender Vorschlag wird der Regierung unterbreitet werden.
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Nie brasilümiwe RMiiitien.
Di« brasilianische Revolution.
Washington^ 28. Juli. Rach Rachrichieä. die dem Staatsdepartement zugegangen sind, haben die revolutionären Truppen Soo Paolo geräumt. Die Stadt ist von den Truppen der brasllianischen Regierung besetzt worden.
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Buenos Aires, 28. Juli. Ein ziemlich heftiger Kampf fand, wie verlautet, am Sonntag besonders südlich der Stadt Sao Paolo statt. Die Bundestruppen sollen die Stadt mit schwerer Artillerie beschossen haben, woraus die Ausständischen in einem starken Angriff die Bundestruppen an einigen Stellen zurückgeworsen hätten. Amtliche Rachrichten liegen nicht vor.
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Sie Einigung mit Rußland.
_ Ltu. Berlin, 30. Juli. Wie wir hören, wird am Sonnabend von Vertretern der deutschen Regierung und der russischen Sowjetregierung ein Protokoll unterzeichnet werden, in welchem die endgültige Beilegung des deutsch-russischen Zwischenfalls festgelegt ist. Nach der formellen Beilegung des Konflikts wird auch der russische Botschafter in Berlin, Krestinsky, wieder aus seinen Posten zurückkebren. nachdem er bereits seit mehr als zwei Monaten von seiner Regierung nach Moskau zurückberufen worden war. Das Zustandekommen einer endgültigen Einigung mit der Sowjetregierung hat in Berlin große Befriedigung heroorserufen, zumal dadurch auch die Position Deutschlands auf der Londoner Konferenz eine gewisse Stärkung erfährt. In den Beziehungen zwischen Deutschland und Sowjet- Rußland soll nunmehr keine Aenderung eintreten. Vielmehr soll das bisherige Freundschaftsverhältnis nach wie vor aufrecht erhalten bleiben. Die deutsche Regierung ist Rußland ziemlich weit entgegen gekommen, aber auf der anderen Seite wird bervorgehoben, daß die russische Regierung kürzlich gelegentlich eines Zwi* schensalls in der deutschen Botschaft in Moskau eine sehr korrekte Haltung eingenommen bat.
Mit Rücksicht darauf, daß für die nächste Zeit direkte Verhandlungen zwischen Sowjet-Rußland und Frankreich bevorstehen, ist das Zustandekommen einer Einigung im deutsch-russischen Konflikt außenpolitisch von großer Bedeutung. Dadurch wird jedenfalls der Eindruck zerstört, als ob durch den Zwiespalt zwischen Deutschland und Rußland für Frankreich Gelegenheit gegeben werde, auf Kosten Deutschlands besondere Abmachungen mit der Sowjet-Regierung zu treffen.
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Sie Wiederaufnahme der deutsch-russischen Wfttschafts- beriebuugen.
Qu. Berlin, 30. Juli. Das Schlußprotokoll über die Beilegung des deutsch-rusiischen Zwischenfalls wird in Kürze unterzeichnet werden. Damit wird dann zu- lcich eine Wiederaufnahme der deutsch-russischen Han
dels- und Wirtschaftsbeziebungen verbunden sein. Stus Crvortkreisen der deutschen Industrie wird miteeteilt, daß in denjenigen Industriezweigen, die schon bisher Wirtschaftsbeziehungen zu Rußland unterhalten haben, auf eine sehr willkommene Wiederbelebung der Industrie und des deutschen Exportgeschäftes gehofft wird. Es hat sich herausgestellt, daß die russische Regierung in anderen Staaten nicht in wünschenswerter Weise bas nötige Entgegenkommen in wfttschaftlicher Hinsicht gesunden hat, und daß die Einfuhr nach Rußland ans anderen Ländern während der Periode des Boykott» deutscher Erzeugnisie sehr gering gewesen ist. Da mm der Bedarf in Rußland, besonders in bezug auf land- wirtschaftliche Maschinen, inzwischen sehr gesteigert ist, ist damit zu rechnen, daß das deutsche Ausfuhrgeschäft binnen kurzem eine erhebliche Wendung erfahren wird. Dazu kommt noch, daß in den neuen Abkommen, die infolge der Beilegung des Konflikts zwischen Deutschland und Rußland vorbereitet werden, eine ganze Reibe von Erleichterungen für den Warenaustausch zwischen Deutschland und Rußland vorgesehen-sind.
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Aus -m besetzten Gebiet.
Der Erlaß Degouttes fiat nut im neubesetzten Gebiete Gültigkeit.
Düsseldorf, 28. Juli. Der Oberdelegiert« der belgischen Zone in Krefeld weist in einem Schreiben an den Regierungspräsidenten in Düsseldorf darauf hin. daß der Erlaß Degouttes, welcher gründ» sählich alle Ausweisungsbefehle zurücknimmt, nur tm ueubesehten Gebiet Gültigkei t hat und daß Personen, welche von der Interalliierten Rhein- lcindkommission ausgewiesen sind, nur dann in di« Heimat zurückkehren dürfen, wenn sie die Zurücknahm« der Ausweisungsentscheidung erhalten haben. Dies« Zurücknahme können nur von der Rheinlavdkommission selbst ausgesprochen werden.
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• AuS Bamu.
Die Eisenbahnfrage.
München. 29. Juli. Die Verhandlungen zwischen Dahern und dem Reich über die Eisenbahn« frage sollen, wie toir«erfahren, nun doch schon morgen beginnen. Dom Reich kommen dazu die Reichsminister Oeser und Luther nach München. Die Berhandlunge« werden in dem Ministerium des Aeußcren unter dem Vorsitz des bayrischen Ministerpräsidenten Held ge» führt. Von der bayrischen Regierung werden Han- delsminister Dr. von Meinel und Finanzminister St Krausneck teiknehmen.
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DerchMs Reich.
Aenderungen tm Militarversorgungsrecht.
Berlin. 28. Juli. Das Militärversor g ungsrecht erfährt auf Grund der Verhandlungen im Reichstage mit Wirkung vom 1. August 1924 verschiedene Qfenöe* rungen, von denen folgende besonders wichtig sind: Die Grundbeträge dieser Dersorgungsgebührnisse sinh gegenüber den im Dezember 1923 festgestellten uw 50 Prozent erhöht und die einfache Ausgleichszulagt ist auf 35 Prozent, die erhöhte auf 70 Prozent deS Grundbetrags festgesetzt worden. Die Unterhaltung^ kosten für den Blinden-Führerhund betragen jetzt in ■ den einzelnen Ortsklassen 108 bis 125 Mark jährlich. Für die Gewährung der Elternrente für einen Eltern- teil ist die Bedürstiqkeitsgrenze zu Gunsten der rBe* rechtigten erweitert worden. Die durch die Abbau vev- ordnung geschaffene Bestimmung, daß in Dersorgungs-- sachen eine durch ein Rechtsmittel angefochtene Entscheid düng auch zu ünguften der Partei, die daS Rechtsmittel eingelegt hatte, geändert werden kann, tourt* aufgehoben. Die Kriegsblinden erhalten, soweit es noch nicht geschehen, Blindenuhren vom Reich. Bei Rentenzahlung für August, die in den letzten Tagen de Juli durch die Postanstalten erfolgt, konnte die Erhöh ung nicht mehr berücksichtigt werden, da die Zahlungslisten bereits bei den Postanstalten vorliegen. DK Rachzahlung erfolgt zusammen mit der Rentenzahlung für September in den letzten Tagen des August. Di« Zufahrenten für August werden dagegen Mitte Awgust bereits mit den neuen Sätzen von den Sürfcrge» stellen zur Auszahlung gebracht werden.
Die Zukunft des Reichswirtschaftsrates.
Qu. Berlin. 30. Juli. Zu der Eingabe der Ge. werkschaften, an die Reichsregierung, ein Gesetz Dom* legen, wonach her' Abbau des Reichswirtschaftsrates verhindert und die Befugnisie dieser Körperschaft endgültig geregelt werden sollen, wird non unterrichteter Seite erklärt, daß diese Eingabe einer sorgfältigen Prüfung bei den maßgebenden Stellen ui», terzogen werden wird. Es kann weiter bereits mitg« teilt werden, daß auch von anderer Seife Anregung«- und Bitten an die Regierung gelangt find, die fich ii einem ähnlichen Sinne aussvrechen. Nicht nur von Nr> beitnehmerseite, sondern auch von beachtenswerter Stellen der Arbeitgeber-Organisationen würde man er bedauern, wenn die Einrichtung des Reichswirtschafts. rates, der auch in der nächsten Zukunft wichtige Auf- gaben erfüllen könnte, verschwinden und damit ei» Werkzeug aus der Hand gegeben wurde, das in der Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern teilweise schon erfteuliche Ergebnisie gezettigt bat Es wird wesentlich davon abhängen, wie sich das Reichs* finanzministerium aus finanziellen Gründen zur Wei» terfübrung dieser Einrichtung stellt, ob der Reichswirtschaftsrat bereits in absehbarer Zeit wieder mit seinen früheren oder gar noch darüber hinaus gehenden Ausgaben betraut werden kann. Jedenfalls wird vo« amtlicher Seite versichert, es könne keine Rede davon sein, daß die Regierung ein Interesse daran habe, den Reichswirtschaftsrat gänzlich abzubauen, was schon aus verschiedenen verfassungsrechtlichen Gründen unmöglich sei.
R««ci«s Pacelli beim Reichskanzler.
Berlin, 29. Juli. Duntius Pacelli ist nach seinem Eintreffen in Berlin heute mittag beim Reichskanzler zu Besuch gewesen. Wie wir hören hat es sich jedoch lediglich um einen persönlichen Höfe lichkeitsalt gehandelt.
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