auf
einen feststebenden Prozentsatz normierte Vorzugsaktien
K«tsetz»nz folgt)
cher schon besteuert worden ist.
Wir beantragen haßet:
1. Durch Aenherung des deutschen Aktienrechts Ausgabe von sogenannten Convertible Bonds zu möglichen.
2. Im Wege der Gesetzgebung klarzustellen, hab
die er-
Dividenden balbjabrlich an sestrusetzenden Terminen aus dem Eewinnvortrag de» vorangegangenen Jahre» bezahlt werden dürfen und daß erst nach deren Aus« schüttung da» Verfügungsrecht der Generalversamm» lung Platz «reift.
Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau HauvtgeschSftsstelle.
geliehenen Seid angesichts der heutigen Wirtschaftslage nicht nur keinen Gewinn bringen sondern zu schweren Verlusten für die Produzenten führen kann. Die Hoffnungen. daß wir in abseh- barer Zeit billigeres Veld und bessere WirtschaftSau - sichten auf Grund der amerikanisch-britischen Reparationsanleihe erhalten werden nach tote vor nicht sehr hoch eingeschStzt. DaS darf in Anbetracht des schleppenden Ganges und der häufig toechselnden Entwicklung der Londoner Verhandlungen nicht verwundern. Die Produzentenkreisr urteilen naturgemäß vorsichtiger und zurü ckhalten- d e r, als die vom Stimmungswechsel leicht beeinflußte Börse.
®et nunmehr im Wortlaut und mit Begründung veröffentlichte Gesetzentwurf über Zölle geht von dem Gedanken auS, baß bas Prinzip völliger Handelsfreiheit heute vom gesamten Ausland abgelehnt und am allerwenigsten Deutschland a l l e i n sich daS Freiheitsprinzip zu eigen machen wollte, so würde eS mit einer derartigen Einstellung allein stehen und feiner Wirtschaft keine Rettung bringen, sondern Schaden zufügen. Den Kernpunkt des Entwurfes bildet bekanntlich die Wiedereinführung von Agrarzöllen. Sie ist in der Sat a»ch noch keineswegs drängend zumal sich inzwischen gezeigt hat, daß daS Aufwerfen der Schuhzvllfrage. insbesondere für Brotgetreide, geeignet ist, die inner- politischen Gegensätze zu verschärfen und neue Kämpfe her politischen und sozialen Parteien untereinander heraufzubeschtoören.
Wie die Landwirtschaft gegenwärtig nicht so sehr unter zu niedrigen Preisen tote unter dem Mangel an Betreibsmitteln leidet, so entwickelt sich auch in der Industrie die Beschaffung von Mitteln zur Ruf- rechterhaltung der Betriebe, die sich durch Kredite — auch wenn sie zu billigeren Zinssätzen als den heutigen zu erlangen wären — vielfach nicht mehr als möglich erweist, wenn zeitweise überhaupt ohne Ruhen produziert werden muh, immer mehr zum Kernproblem der deutschen Wirtschaft. Dabei muh freilich erwähnt werden, dah der Zustrom des Kapitals zu den industriellen Aktiengesellschaften hier vielfach versiegt ist. wegen der schlimmen Erfahrungen, die die Aktionäre mit den in der Inflationszeit erworbenen Aktien gemach» haben. Durch Schaffung von mehrstimmigen Verzugs- aktien und (teilweise nicht einmal voll eingezahlten' Schutzaktien haben es die Verwaltungen vieler Gesell- schäften verstanden, nicht nur das Mitbr -tim - mungsrecht der Akt ionäre pra ktisch auszuschalten und ihr Stimmrecht auf den Generalversammlungen illusorisch z-. machen, sondern auch die Aktionäre um einen Teil Besitzes und des Ertrages der ^.<^-aftsanteile zu kürzen. Solche Schädigungen werben nicht so schnell vergessen, und halten das ausländische wie das inländische Kapital von der Investierung it. Industrieaktien ab. Die Industrie sollte also im eigenen Interesse alle Vorzugsaktien und Schutzaktien schleunigst a66 auen und ihren Aktionären wieder volle und gleiche Rechte gewähren, zumal von einer äleberfremdungsgesahr heute nich' mehr ernstlich die Rede fern kann. Es ist mit Genugtuung zu degrühen, dah auch die Gerichte, wie z. D im Fall der Jlsegesellschaft, dahin entschieden haben, dah die Aktionäre nicht durch Schaffung von Schutzaktion in ihrem Anteil am Vermögen und Frage der Unternehmungen beeinträchtigt werden dürften.
Ben ter MM zur Agrarbank.
Mit der Durchführung de- Sachverständigen-Tu!achtens muß bei Einrichtung der Goldnotenbank die Rentenbank liquidiert werden, da sie bann auch ihre Aufgabe im wesentlichen erfüllt hat. Don der Deichs- regierung ist nun bereits der Gesetzentwurf über di«.. Liquidierung der AeparationSkommission auSgearbeitet worden. Veranlaßt durch die starken Interessen, die gerade von fetten der Landwirtschaft der Rentenbank auS naheliegenden Gründen entgegengebracht wurden — der landwirtschaftliche Grund« und Boden ist die Hauptgrundlage für die Dentenbrief« der Bank — beabsichtigt man die Dentenbanl in ein landwirtschaftliches Kreditinstitut umzuwandel» und wollte dies auch gleich in dem Gesetzentwurf zum Ausdruck bringen. Auf Einspruch des englische» Sachverständigen Lord Kindersleh, der das Desinteressement der Alliierten an dieser Umwandlung aussprach, entschied man sich dafür, einen neuen zweiten Gesetzentwurf, der sich allein auf die lleberleitung bet Rentenbank zur Agrarbank bezieht, zu schaffen. Wan hofft dabei, nun gleichzeitig zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Erstens ist dann die Rentenbank erledigt und zweitens wirb für die Landwirtschaft dadurch ein Kreditinstitut geschaffen. Die katastrophale Geldnot der Landwirtschaft wird sich damit um etwas beheben. Dieses neue Institut wird ein ganz selbständiges Unternehmen der Landwirtschaft, das be< sonders durch die Zentralisierung der Geldgeschäfts eine der ganzen Landwirtschaft zugute kommende Tä-, tigfeit ausüben und vereinzelte Schwierigkeiten infolgedessen ohne weiteres beheben kann. Dem Reichstag und dem Reichsrat wird dieser Gesetzentwurf in btt nächsten Zeit zugehen, nicht aber der Reparationskommission, da diese Umwandlung mit dem Fragenkomplex des Gutachtens nichts zu tun hat. Diese Regelung ist von um so größerer Wichtigkeit, da infolge der Wiedereinführung der Schutzzölle der Landwirt« schäft für die Volksernährung eine vielleicht erhöhte Bedeutung zufällt.
(Nachdruck verboten.)
Str Abskii».
Kriminalroman von Luise Westkirch.
26. Fortsetzung
Iteten will, so muß es sich den hn Ausland üblichen Formen des Kavitaloerkehrs soweit als möglich an» vasten. Ein im Ausland namentlich in England und in den Vereinigten Staaten besonders eingeführte» und beliebtes Mittel bet Finanzierung find die sogenannten Convertible Bonds d. h. Obligationen ober Vorzugsaktien, bei denen die Inhaber innerhalb ge» wister Zeit und unter gewissen Bedingungen das Recht der Umwandlung in Stammaktien besitzen.
Die Frage, ob nach deutschem Recht die Schaffung solcher Eonvettible Bonds zulässig ist, ist bestritten, jedenfalls wäre die Schaffung solcher Bonds nach deutschem Recht nur möglich, wenn gleichzeitig mit der Ausgabe der Bonds die Kavitalerböbung befchlosten wird, welche dazu dienen soll, die Bond» eventuell srütet in die Aktien umzutauschen. Mit diesem Vorgehen ist aber unter allen Umständen der Nachteil verbunden, datz der Aktienstemvel sofort zu entrichten wäre, obwohl die Aktien erst foäter oder vielleicht gar- nicht benötigt werden. Bei Ausgabe bet Convertible Bonds nach englischem und amerikanischem Recht pflegt ferner gleichzeitig mit den Uebernehmern bet Bonds die Vereinbarung getroffen zu werden, wonach die Gesellschaft sich verpflichtet, während der Dauer der Option eine Kavitalerhöhung überhaupt nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen vorzunehmen. Die gleiche Vereinbarung wird vielfach bei der Ausgabe von Vorzugsaktien in dem Sinne getroffen, datz neue Vorzugsaktien mit besseren Rechten nur unter gewissen Voraussetzungen geschaffen werden dürfen. Eine derartige Bestimmung ist natürlich für die Uebernehmer bet Vorzugsaktien von bet größten Bedeutung, da die Ucbernabme non Vorzugsaktien wenig reizvoll ist wenn keine Sicherheit dagegen geschaffen wird, datz nicht am nächsten Tage neue Vorzugsaktien geschaffen werden, die den alten vorgehen. Ob nach deutschem Recht derartige Vereinbarungen zulässig sind, ist durchaus zweifelhaft. Aber auch wenn sie zulässig wäre, fr entstehen weitere Schwierigkeiten bann, wenn die Gesellschaft im Einverständnis mit den Uebernehmern der Bonds ihr Kapital später erhöben will, weil nach dcuffchem Recht eine GrhiT'ing des Oktienkavitals nur zulässig ist. wenn die ftLher ausgegebenen Aktien voll bezahlt sind. "
Es ist uns bekannt, datz in einer Reibe von Fällen in denen deutsche Gesellschaften mit dem Ausland wegen. Zurverfügungstellung von Kapitalien verhandelt haben, vom Ausland die Schaffung von Convertible Bends verlangt worden ist. Es liegt kein Grund vor ein solches Mittel der Finanzierung in Deutschland auszuschlietzen, das sich im Ausland bewährt hat und das unter den gegebenen Verhältnissen in Deutschland in hervorragendem Matze geeignet wäre, unse-" schastlichen und finanziellen Schwierigkeiten überroin den zu helfen. Dabei mutzte gleichzeitig in steuerlicher Beziehung bestimmt werden, dah im Falle der späteren Umwandlung der Convertible Bonds in Stammaktien der für die Obligationen seinerzeit gezahlte Stempel auf den für die Aktien zu entrichtenden Stempel angerechnet wird. Datz die Durchführung der von uns oorgeschlagenen Reform davon abbängt, dah gleichzeitig die Kavitalverkehrssteuern mindestens auf die Frie- def^ätze herabgesetzt werden, haben wir an anderer Stelle ausgefübrt.
Um den Obligationscharakter der Vorzugsaktien zu wahren, ist es im Auslande allgemein üblich, datz die kumulativen Dividenden der Vorzugsaktien an festen Terminen halbjährlich bezahlt werden und zwar aus dem im vergangenen Jahr zuruckgestellten Eewinnvor- tiaa (Surplus).
Nach deutschem Recht untersteht iedoch dessen Verteilung der Beschlußfassung der nachfolgenden ordentlichen Generalversammlung. Deswegen mutz deren Disposttionsrecht dabin beschränkt werden, datz vorweg der angesammelte Eewinnvortrag zur Zahlung der Vorzugsaktien-Dividenden verwandt wird und dann erst das Verfügungsrecht der Generalversammlung In Kraft tritt. Daher darf selbstverständlich die Divi- denden-Ansschüttung nicht nochmals der Körperschaftssteuer unterliegen, nachdem der Eewinnvortrag als fol-
t't*n Sekt, um auf das höchste Glück seines Lebens zu tiinken. And vom Sektglas zum Spieltisch, r.mt:er wie im Fieber, denn „solchen Tag erlebt der Mensch nur einmal!" und wahnsinnig und wag- helsig gesetzt und unsinnig verloren. Die dritte H'.plihek cuf Rarenhorst, d e in HeefemannS Brieftasche steckte, noch vom alten Herrn ausgenommen, trug dao Datum jenes Augustmondes. Aad als der Morgen in das wüste Gemach mit seinen verstreuten Karten und umgewvrsenen SektzlSfern schien, hatte er aufrecht gestanden zwischen den übeinZchtigien Zechern und den Zettelhaufen. auf denen seine Spielschulden vermerkt waren, »in Lachen unverwüstlichen Glücks in den Augen. „Heut sicht mich nichts an! Heut ist alles Gewinn!" Acht Tage darauf waren dann allermodernste, allerkrrrektests Karten in die Welt gegangen, auf denen Anna von Ramin und Max von Heefemrnn au, Brake der erstaunten Gesellschaft ihre Verlobung anzeigten.
Gewaltsam, schlug Olten sich diese Erinnerung:» auf den "Kops und schritt zum Verhör des De- sii.beS. Er nahm zunächst Valentin vor. Wir oem Diene» etwa bekannt, daß Herr von Heesemra» einen erbitterten Feind hatte?
Valentin zuckt« die Achseln. «Der Herr war ein scharfen Herrn. Der mochte wohl Feinde genug haben. Aber ein' von Hofe hier, a>>. der hat ihn nicht umgebracht."
. Bekam der Herr viele Briefe?"
, Ja alle Tage." ^Geschäftsbriefe?" V lcntip zog ein verschmitztes Gesicht.
waren auch welche mit so'n Riechkram dran. Wenn icb sic durch die Halle gettagen hatte, bann sch r-ip. Pette gnä’ Frau immer, wenn sie durchkam, und machte ein ganz eigen Gesicht."
„Woher kamen diese Briefe?"
»Sie kamen meist aus Hamburg. Einmal kam auch eine Karte mit einem bunten Frauenzimmer drauf. Die hatte nackte Beine und ganz kuM,
runde Röckchen und wippte auf einer Fußspitze, Der Herr war sehr böse und hat das Bild gleich verbrannt." .
»Haben Sie dies« Karte gelesen?" ’<
»Och, Herr Kommissar, es war man ein' offenc
Karte und ohne daß ein' will —“
»Also was stand drauf?"
„Bloß- Sonnabend um 5 Ahr im Alsterpa-,' villon, und denn die Anterschrist: Häschen." ■
„Häschen? So! Ist denn Herr von Heesemanif an jenem Sonnabend nach Hamburg gefahren?" , i
„3c. das ist er." 1;
.Zuletzt ist irgendein Häschen der Schlüssel zu der ganzen Mordgeschichte", dachte Olten. „Ein! interessantes Phänomen übrigens dieser von Würde triefende Dolksbeglücker mit der weißen Hemdbrust.";
„Hatte der Herr auch hier auf dem Hose Liebschaften?" fragte er kurz.
„Das mag gern sein. Er mochte alle hübschen Deems leiden. Gewisses kann ich aber darüber, nicht sagen. Der Herr war ein äußerst verschwiegenen Menschen und nahm sich höllsch in acht."'
Olten lieh jetzt den Kutscher Friedrich rufe«. Er mußt« seine beiden Fahtten zum Bahnhof in Alter-Hagen er-ählen. Etwas Besonderes war ihm dabei nicht ausgefallen. „Man bloß vielleicht, daß gnä Frau sich das so gar nich zu Herzen nahm, als der Herr auch um ein halb elf nicht mitgenommen’ war. Aber gnä’ Frau nahm alle Dingens lähl. Seit ihr vor drei Monaten ihr «Üblicher kleines Jung' begraben worden iS, hat sie auch «ich ei«! einzigstes Mal mehr gelacht. Ja, das heißt, bis. fo vor acht Tagen. Da würd' sie wieder munterer," >
„Wer?"
..Tobi und ich."
«And nach Tisch?"
..Raab Tisch bin ich ausgefahren "
„Auch mit ihrem Dessen?"
-Dein, allein."
^lten saß wartend, und Anna von Heermann, die nicht di« Absicht gehabt hatte, mehr zu sagen, von seinem Schweigen getrieben, fort, „Ich bin nach Seebergen gefahren, über die Herrschaften waren nicht zu Haus."
.Wie verlief der Abend?"
Die so ziemlich alle Abende hier. Wir haben -u Dacht gegessen. Dann hoben wir in meinem Zim- 061 gesessen, Tobi und ich."
„Haben Sie sich keine Gedanken gemacht, als ^Kutscher ohne Ihren Herrn Gemahl heim-
„Dein."
„Auch nicht, als der Wagen vom Holbelf-Ahr- «ug leer zurücKam?" '
£L",ln ™mn lle a’*‘ "■
ZV' °°»">"""" mocht?^ &enno* ^ben Sie sich keine Sorge ge- eln ”5^ tonnte mir nicht vorstellen, daß irgend vls mein Tlann.“ jemals stärker sein werd« h6n^ti.e" Wn Monokel die Frau an, dis
danenlos mit überlegener Ruh« sprach. Doch --rin elne?, ’$r wildes Dein! nein! von und die Aeberzeugung wuchs in ihm: sie etwas, etwas Entscheidendes. Hier liegt ein
-DLscheWchs Zeitung
w. 174 <2. Bla») Marburg a. L, Somwbenb, dm 26. zull SS. Sahrg. IM
— t—
(fotemnalfon fiter die flnroerteritböten.
Nachdem der Präsident des Reichslandbundes, Herr Landwirt C Hepp, Reichstagsabgeordneter der Deutschen Volksvurtei sich in den von Unwetter ßeimgejudj« ten Gebieten persönlich von den entstandenen Schäden überzeugt bat, bai ei mit anderen Herren seiner Irak«. tion folgende Anfrage an die Reichsregierung gerichtet:
„Im Laufe der letzten Wochen sind über Westdeutschland sehr schwere Unrvetter mit eilweise vernichtenden Folgen für die Landwirtschaft nieöergegangen. In den meisten Fällen ist ohne tatkräftiges Mitwirken des Reiches wie Preutzen an eine Wiederaufnahme der Arbeit in den betreffenden Gebieten garnicht zu denken.
Derartige Unwetterschäden sind in erster Linie fest- gestellt in den Kreisen Hofgeismar. Hersfeld, K irchbain und Frankenberg (Reg-Bez. Cassel). Näheres Material über Art und Umfang der Sch» den ist bereits den Regierungsstellen zugegangen, weil fere Unterlagen sind dieser Anfrage beigefügt. Ebenso sind am 29. Juni d. Js. über den Kreis Neuwied (Reg,-Bez. Coblenz) wie den anschließende« nassauischen Westerwaldkdceisen Westerburg und U n t e r w este r w a l d (Reg.-Bez. Wiesbaden) schwere Unwetter mit orkanartigem Sturm und Hagelschlag niedergegangen Einzelberichte find au$ hierüber der Anfrage beigefügt.
Die Ernte ist in den meisten Fällen bis zu 95 Pro; zent vernichtet Neben dem Saatgut für die kommend«. Herbstbestellung fehlt es vielfach an Brotgetreide für die Familie und Futter für die Viehbestände. Auf
Deutscher bteütetag.
Berlin, 25. Juli. Der Reichstag erledigte tin Freitag zunächst eine Reihe kleiner Gegenstände. No gelangt« daS Handelsübereinkommen mit Portugal zur Annahme und es Wurde da» Sefeh -der die Naturalleistungen für die bewaffnete Dacht im Frieden verabschiedet. Dach einem kleinen Zwischenfall setzte dann das Haus die am Vortage ^gebrochene sozialpolitische Aussprache ’jort. Die AuSschußanträge über eine anderweitige Regelung der Bezüge usw. wurden in der Hauptsache « ng e n o m m e n, nachdem der Arbeitsminister eine entgegenkommende Erklärung in der Frage der Kurz« «beiter abgegeben und ferner zugesagt hatte, daß die Rcichsregierung in einem Rundschreiben bai beach. tenswerteste der Anregungen auS dem Hause an die Länder weiterleiten würde. Dach dem nach längerer Aussprache ein nationalsozialistischer Antrag auf Aufhebung deS Disziplinarverfahrens gegen den Abgeordneten Frick entsprechend dem Ausschuhantrag ab- gelehnt worden war, kam man in vorgerückter Stunde endlich zu dem Dotetat und bamlt zu der großen politischen Aussprache, die insbesondere die Stellung gum Sachverständigengutachten zum Gegenstand hatte. Finanzminister Dr. Luther leitete die Aussprache mit kurzen Bemerkungen über den Dotetat selbst ein. mn dann dem Zentrumsabg. Fehrenbach den Platz pc räumen, der namens seiner Partei, sowie der Demokraten und der Deutschen Dolkspartei in einer formulierten Erklärung der Regierung daS Vertrauen »u ihrer Stellung gegenüber dem DaweSgutachten au8- kprach und eine große politische Debatte zu diesem Gegenstand im gegenwärtigen Augenblick für unoppor- tun hielt. Reichskanzler Dr. Marx gab den selben Gedanken Ausdruck und erklärte, er habe den im Ausschuß von der Regierung gemachten Darlegungen nichts hinzuznfügen, zumal in diesen Erklärungen auch die vchuldfrage berührt worden sei und außerdem «waS Positives über die Londoner Konferenz nicht dorliege. Beide Erklärungen waren andauernd von stürmischen Protestkundgebunegn von Seiten der Rechnen Ml'.orbrochen. AIS erster Redner legte sodann in temperamentvoller Rede der Deutschnationale Dr. Berndt-Berlin, den Standpunkt der Deu tsch- »attonalen VolkSpartei fest. Die Regierung Hütte eine klarere Stellungnahme zu den Londoner Verhandlungen abgeben und mit größerer Energie die Lriegsschuldfrage aufrollen müssen, mit der »ach dem feierlichen Worte Lloyd Georges der Ver- fett »er Vertrag stehe una satte, i , . ü gelaufen dieser Oppositionsrede. Der 2I6g. Scheide» wann (Soz.) nahm darauf das Wort. Don einer Alleinfchuld Deutschlands, sei, tote immer mehr anerkannt werde, nicht die Rede. Der Zeitpuntt zu einer umfassenden Klarlr- gung der Schuldfrage sei aber noch nicht gekommen.
Dm übrigen wurden die Ausschußbeschlüsse im toe- fent lieben bestätigt. Am Sonnabend steht u. a. weiter ber Dotetat auf der Tagesordnung.
---♦---
SioIWrtWIitte McnüteM
Der Deichsbankausweis vom 15. Juli zeigt eine »eitere Abnahme der Kreditansprüche der Wirtschaft. Es wäre jedoch ein Irrtum, wollte man Sterauä etwa auf ein Abflauen der Krise zu schließen. Vielmehr darf man daraus nur folgern, daß die Kreditkris« immer mehr zu. einer Produk- ti o ns» und Wirtschaftskrise sich erweitert. Die Produzenten halten es nicht mehr für lohnend, Geld aufzunehmen, um Weiterarbeiten zu tonnen. Man legt lieber die Betriebe still und schränkt sie nach Möglichkeit ein. Das geschieht nicht etwa aus sozialer Gleichgültigkeit ober aus organisatorischer und wirtschaftlicher Unfähigkeit wie die sozialdemokratische Presse vielfach behauptet, fondern einfach aus der Erwägung heraus, daß eine Produktion mit so teurem
Sie bürten es nicht datz Sie S^te «"eü>er,t*luj'n^i Gardinen uin>. nur m. den weltberühmten echten Heil««,»'» .jarfcen, Marke Fnch»kops im Stern, selbst färben, innlern,1 vte müssen es aud) Ihren Freundinnen u. Bekannten euähleiv
Heitmann'» Farbe spart den Färber.
Arntemng tes brutschen Aktienrechte.
Frankfurt a. M, 23. Juli. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.-Sanau hat an den Relchsjustizminister folgende Eingabe gerichtet:
Es ist allgemein bekannt, dah die Möglichkeit der Rekonstruktion der deutschen wirtschaftlichen Unter» nebmungen in erster Linie davon abbängt, ob es gelingt, ausländisches Kapital für die Zwecke der deutschen Wirtschaft nutzbar zu machen. Wenn Deutschland aber an die ausländischen Kapitalmärkte appel-
Geheimnis. Gestern im ersten Schrecken wäre es ihr fast entschlüpft, heute hüll sie es fest und toill es sich nicht entreißen lassen.
Da redete er gerade zum Ziel. „Gnädige Frau, ich richte jetzt an Sie eine Gewissensfrage. Ich bin überzeugt, daß Sie über Herrn von Heefemann und seine Charaktereigenschaften so — nun, sagen wir eir md: sc unverblendet von Leidenschaften urteilen, nicht umhingekonnt haben werden, sich über die Arsache seiner Ermordung eine ganz bestimmte Meinung zu bilden. Ich frage darum geradezu: Wen halten Sie für den Mörder?"
Er sah, wie sie blaß wurde. Abwehrend hob sie die Hände. „Ich habe keinen Verdacht. Rein, nein!"
Sie haben vielleicht keinen Verdacht, den sie dem Gericht begründen und vor ihm vertteten können und wollen. Aber Sie denken an eine bestimmte Person. Ich bitte Sie, gnädige Frair, seien Sie offen. Wenn Sie auch an Herrn von Heefemann? Seite vielleicht nicht ganz das Glück gefunden haben, bas sie sich erträumten — daß dieser heimtückische und ehrlose Mord feine Sühne finden muß, daS müssen Sie doch wünschen. Und de rum bitte ich Sie, sagen Sie mir Im Vertrauen, was Sie vermuten. Helfen Sie mir den Mörder suchen"
Sic war aufgestanden. Groß und blaß stand sie vor ihm, ihn an die alte Anna von Ramin erinnernd.
, Ach wiederhole Ihnen, Herr von Olten, Ich hcbe keinen Verdacht. Suchen Sie den Mörder, überliefern Sie ihn dem Gericht. Ich kann Ihnen nicht dabei helfen, ich nicht."
Osten verneigte sich stumm und sah bei ihrer heftigen Abwehr wie eine Vision wieder den einen vor sich, den er in dieser Sache nicht sehen wollte. Hatte der nicht die schärte Anna von Ramin geliebt vor vier Jahren. Deutlich erinnerte Olten sich des Augustabends, als jener strahlend in den Kreis des Kameraden trat und Sekt bestellte, Ladungen