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öS.Achrg. 1924.

Marburg o. L, Frritag, den 25. Zuli

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wissen, daß nach Auffassung der maßgebenden amerika. nischen Finanzkreise die 800 Millionen-Ankeibe in zwei Monaten nach dem Zustandekommen einer Verständi­gung auf der Londoner Konferenz aufgebracht werde» i

Nächste Vollsitzung voraussichtlich am Freitag.

London, 24. Juli. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß die nächste V o l l s i tz u ng der Lon­doner Konferenz an. Freitag stattfinden wird. Aber auch dieses ist durchaus unsicher.

Die Einladung wird für Donnerstag abend erwartet.

Um die Einladung an Deatschland.

. . Paris, 24. Juli. Als eines der größten Er- ,^Snisfe der gestrigen Plenarsitzung der Londoner Inferenz wird die Einsetzung des juri- frb*J 4en Ausschusses aufgefaßt, der sich mit Trage der Einladung Deutschlands zur Lon-

svrechungen abhalten.

Optimismus in Rewyork.

N e w y o r k, 24. Juli. In den Finanzkreisen

die ur.< di» Vertretung unsrer Wünsche ermöglichen. Die Frag» der Zulassung Deutschlands scheint an sich entschieden zu sein. Wie wir hören, ist di" Cirlrdung für Anfang nächster Woche in Aussicht genommen worden. Sie wird wohl am Donners­tag abend überreicht werden. Es ergibt sich .-[-et £e;n<. volle Klarheit darüber, in welcher Form c:e Teilnahme Deutschlands an den Londoner Ver- bf.nMungen geplant ist. Frankreich scheint immer rrch Bedenken dagegen zu haben, Deutsch!rad auf dem Fuße der Gleichberechtigung zuzulassen. In

doner Konferenz befassen wird. Aach einem ossi- ziölen chavaSbericht aus London kommen drei Mög­lichkeiten in Frage: Di« Reparationskommission, s»; lfe Antwort der verbündeten Regiermre,en brlr:' send ihre Absichten hinsichtlich der AuSsKhsimz des SechverstündigenberichtS zur

urd sie an Deutschland weitergeben. In diesem Falle würde von der Einladung Deutschlands abge- sc^cr werden. Dieses Verfahren sei insofern vo> Nachteil, als die Konferenz vom neuem zusammen­treten müßte, wenn Deutschland Einwendungen gcgrr die Beschlüsse der Verbündeten geltend machen sollte. Um diesem Aebelstand vorznbeu- gen. könnte die Reparativnskvmmission aufgefvr- dert werden, sich unverzüglich nach London zu be­geben und, während die Konferenz ihre Bespre» chungt. scitsührt. zur Anhörung der deutschen Dele­gierten schreiten. Schließlich sei die Konferenz selbch in d:r Lage über die Vernehmung der deutschen Delcgitwien zu beschließen. Auf jeden Fall werde tk französische Delegation verlangen, daß mit der Vernehmung der Deutschen gewartet werde, bis die drei Kommissionen zu definitiven Beschlüssen gelrrgr sind. In gewissen Kvnferenzkreisen, so lautet der Havasbericht weiter, sah man voraus, daß deutsche Vertreter bereits Anfang nächster Woche nach London gebeten würden, da die Kon- fercn» na» Auffassung dieser Kreise wahrscheinlich noch vi g> sich' zehn Tage andauern werde. Das „Echt dc Paris" veröffentlicht ein Telegramm sei­ne Londvyer Sonderberichterstatters, das gleich» falls von der Möglichkeit einer Einladung der Deutscher für kommenden Montag spricht.

ersten Kommission über die Verfehlungen und Sank­tionen beibcbatten wird. Zusatzgarantien für die anglo-amerikonischen Geldgeber sollen in der Form eines Amendements zngcstanden werden. Die franzö­sische Delegation bat sich mit dieser Form einverstanden erklärt. Es dürfte sich um die Komvromitzsormel des Ministervräsidenten Tbeuni» handeln. Die französische Delegatton besteht allerdings darauf, dab das Projekt nach Hinzuiügen des Amendements von der Konferenz auf der Stelle ratifiziert werde.

Die Opposition gegen den dritte« Vorschlag von Theums.

Paris, 24. Juli Rach dem „Pettt Puristen" hatte der belgische Ministervräsident T he u n i s, der bekanntlich vorgestern bereits zwei Komvromih- vorschläge aüsgearbeitet hatte, gestern einen drit­ten Vorschlag unterbreitet. Dieser Vorschlag be­sagt, daß, wenn irgend eine Macht andere Sanktionen ergreift, als diejenigen, die der Fünfmännerausschuh anemotteblt, sie die Garantien für den Zinsendienst der 800 Millionen-Anleibe auf sich nehmen muh. Diese Formel scheint indesien, obwohl sie die Aufrechterhal­tung der Rechte der Revarationskommission und die­jenigen der Handlungsfreiheit der Regierung sichert, von den Vertretern der anglo-amettkanischen Banken nicht gebilligt worden zu sein. Der Grund für die ablehnende Haltung dieser Krise erblickt der „Petit Pattsien" in dem hartnäckigen Mihirauen gegen die Revarationskommission, die als In­strument in den Händen der in ihr vertretenen Regie­rungen aufgefaht wird.

feder Art. Augenblicklich sei die Kohlenproduk» tion größer als 1912, und sie nehme von Monat zu Monat mit unheimlicher Schnelligkeit zu. Deutschland verfüge noch über andere Bergbau» bezirke, wie Oberschlesien, Nrederschlefien, Halle, Bayern und Sachsen, mit deren Erträgen, wenn sie in den nächsten Monaten nur auf dem gleiche« Stand blieben, die Jahresproduktion Deutsch­lands auf 125 270 000 Tonnen Kohlen geschätzt werden könne. Während die Tätigkeit der deut­schen Industrie 117 Prozent ihrer Tätigkeit im Jahre 1913 darstelle, müsse sich die unglückliche französische Industrie mit 63 Prozent begnügen und die britische Industrie müsse unter bauernbet Arbeitslosigkeit leiden. Die französischen Jn^ genieure hätten die Zunahme in der Produb, tionsfähigkeit des Ruhrbeckens aufmerksam ge­prüft. Es habe feder Grund zu der Annahme, daß ein gleicher Fortschritt auch im übrigen Deutschland erzielt worden sei. Französische und belgische Ingenieure zögerten nicht zu glauben, daß Deutschland, wenn dies zugelassen werde, bald die Kohle von den Küsten des Atlantischen Ozeans und des Mittelmeers vertreiben werde. Es gebe nur eine Methode, um diese Gefahr zu vermeiden und diese sei, von Deutschland als Gegenleistung Kohlenlieferun- g e n zu fordern, die mindestens denen gleich sind, die Belgien und Frankreich regelmäßig aus Deutschland erhalte. Nach eingehender Schilde­rung der angeblich ähnlichen Entwicklung der deutschen Hauptindustrien, insbesondere der Stahlindustrie und der Entwicklung der elektti- scheu Anlagen, erklärt Poincarö, es gebe nur ein, Heilmittel, nämlich eine loyale und gewissen-, haste Erzwingung des Sachverständigenberichtes/ der die Bedingung darlege, daß das deutsche Voll einer Besteuerung unterworfen werde, die min­destens ebenso schwer sei, wie die der alliietten Länder. Poincar^ schließt, wenn Deutschland, das keine Staatsschulden habe, das seine Finan­zen rasch wiederherstellen könne und das un­erschöpfliche Quellen des Reichtums besitze, freie Hand gegeben werde, um die Alliierten zu seinem eigenen Vorteil zu berauben, so würde den Eng­ländern und Franzosen bald nichts anderes Ü6 bleiben, als über ihre Ruinen zu weinen ange­sichts eines üppigen Schuldners, der über ihr Elend lachen werde.

Poincare gegen Kerriet.

Paris, 24. Juli. Der divlomatifche Mitarbeiter der „Chicago Tribüne" will erfahren hqben, bat Poincare während der Abwesenheit Herriots auf

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Eine deutsche Ruhr-Amnestie verlangt.

London, 24. Juli. In dem der zweiten Kommission vorliegenden Plan für die wirt­schaftliche Ruhrräumung findet sich noch eine Be­stimmung von besonderem Interesse. Es handelt sich um Maßnahmen zur Beruhigung der Bolkserregungim Ruhr gebiet. Da­bei werden zur Amnestiefrage folgende:

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Paris, 24. Juli. Wenn die Informationen Londoner Berichterstatters des „Petit Journal", Marcel Rav, zutreffen, so traten gewisse Delega­tionen dafür ein, dasi das ursprüngliche Projekt der

Wallstreet herrscht hinsichtlich des voraussichtlichen gebnisies der Londoner Konferenz überraschender O o - t i m i s m u s vor. Der „New Pork Herold" glaubt »«

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' P-incar6 am Werke.

London, 24. Juli. Die „Daily Mail" ver- w'entlicht einen Hetzartikel Poincarös, der dazu bestimmt ist,chie Londoner Kon­ferenz zu sabotieren. Poincarä sagt in seinem Artikel, wenn dem Deutschen Reich ge­stattet würde, garnicht oder in vermindertem Umfange Summen zu zahlen, so werde dies Deutschland die furchtbarste industrielle und kom­merzielle Hegemonie auf Kosten der ganzen Welt, insbesondere des brittschen Reiches sichern. Man solle auch die Stimme des Ruhrgebietes Horen. Alle die. die das Ruhrgebiet seit der französisch- belgischen Besetzung besucht hätten, seien zurück­gekommen mit Staunen über das hier öffentlich gebotene Schauspiel der unersOipflichen Berg­werke, der riesigen Fabriken, der ausgedehnten Bergarbeiterdörfer und der kolosialen Bauten

Äeht Diktat in Lonban.

London, 24. Juli. Der amtliche englische Funk­dienst meldet: Die juristische Kommission er­örterte beute frsth die Frage der Einladung an Deutschland. Der Kommission sind von der Konferenz Richtlinien in dem Sinne mitgegeben wor­den, dab bei der Einladung Deutschlands darauf bin- gewiesen werden solle, dab die deutschen Per treter nicht nach London kommen sollen, lediglich um ein Diktat entgegenzuneb- m e n und dab alle dieserhalb in Deutschland vor­herrschenden Befürchtungen jeglicher Grundlage ent­behren.

London, 24. Juli. Heute früh hat eine erneute Besprechung zwischen Mac Do­nald und den anderen Konferenzführern in der Downing Street stattgefunden. Die britischen und französischen Rechtsratgeber waren damit beschäftigt, zu erörtern, welche sich aus dem Sach­verständigengutachten ergebenden Fragen die Zusammtzyarbeit mit den Deutschen notwendig machten. Beiläufig bilden die dem Rcchtsaus- schuß zugewiesenen Aufgaben für Deutschland einen genügend deutlichen Wink, daß die Alliier­ten nicht wünschen, ihre Entscheidungen den Deutschen zu „diktieren", und daß die in Deutsch­land ausgesprochenen Befürchtungen in dieser Hinsicht sich legen können. Der dritte Ausschuß hat heute früh seine Arbeiten auf der Grundlage der erweiterten Befugnisie wieder ausgenommen, wie sie durch die gestrige Konfecenz vorgesehen sind. Der Mette Ausschuß tritt heute nachmittag zusammen.

London, 24. Juli. In brittschen Kreisen ist der bestimmte Eindruck vorherrschend, daß mit der Verweisung der Frage der Zuziehung Deutschlands zur Londoner Konfere: den juristischen Zweier»

ausfchuß die Einladung an Deutschland, an den Verhandlungen auf Grundlage voller Gleichbe­rechtigung teilzunehmen, gesichert ist. Die Ein­ladung kann jedoch kaum erfolgen, bevor der Zweier» a'.'sschnß an die Vollkvnferenz Bericht erstattet fiat, die nicht vor Beginn der nächsten Woche stattpnde und von der die Einladung auSgehen müsse.

Immer wieder heißt es, sich mit Geduld toapp- ^en. Herriot und Mac Donaio konnten sich leichter ^nige« — es waren nur zwei Köpfe, und diese zwei hatten andere Rücksichten zu nehmen, als tte in Lrndvn versammelten Staatsmänner. Wehr mehr zeigt sich, daß die schwache Positton der «ächstinteressietten Ministerpräsidenten Englands «nd Frankreichs in ihren eigenen Ländern ein -großes Hindernis für den Fortgang der Verhind- i langen bilden das umso schwerwiegender sich aus- wirtt. als die angellächsischen Finanzleute nicht beschwert sind mit ^diesen politischen Rücksichten. Für sie ist die Befriedung Europas ein reines Geld- tzcschäst. bei dem die Sicherheit des angelegten Kapitals die grüßte Rolle spielt. Die Vereinigten Staaten befinden sich zudem in einer Zwangs­lage, sie müssen ihr Geld unterbringen und sie müssen, sich Auslandsmärkte erschließen; mit ande­ren Worten und auf eine andere Formel gebracht: ämerita, das den Ausschlag gab bei der militäri» scheu Entscheidung de« Krieges muß jetzt trachten, den Frieden zu gewinnen. Die Finanzleute sind »her n'cht Männer des Kompromisses — und so mußte e« logischer- und konsequenterweise zu einem Stocken der Verhandlungen kommen. Die Wahr­scheinlichkeit ist durchaus nicht don der Hand zu Leisen, daß Amerika diesen gordischen Knoten mit der Abberufung seiner Dertteter droht, wenn tS «icht gelingt, den Geldgebern die gewünschten Si­cherheiten zu bieten, welche in Amerika allein nahe- zu zwei Drittel der 800-Millivnen-Anleihe auf­bringen wollen.

DoS erschwert natürlich die Lage der Politiker, do: allen- jene Herriots in der Frage der Ein­ladung Deutschlands, die in Deutschland selbst von Anfang an zu optimifttsch beurteilt wurde. Her­riot will sich nun hinter das Gutachten der Ju­risten des Versailler Vertrags verschanzen. Man begreift das Beftteben nach dieser Rückendeckung angesichts der Opposition in Frankreich; aber man fcna diese Lösung in Deutschland nur mit gemisch­ten Gefühlen beurteilen. Zu der inneren Kontt- «uität des Gutachtens mit dem Derttag von Der- failles kommt jetzt auch eine persönliche Kvntinu- tät, dic nicht unbedenklich ist, selbst wenn die Ju­risten, was anzunehmen ist, zu einer Bejahung der bz-: Ziehung Deutschlands kommen, die das Gut- cchten selbst, als freie Vereinbarung der Kontra­henten, in sich schließt. Wenn nicht alle Anzei­chen trügen, wird aber die Verhanvlungstütigkeit deutschen Vertretung keine unbegrenzte sein; ean wird den Deutschen die Beweis» und Verhand- Iirngsthemata vorher genau mitteilen. Diese Lö- fnug wäre aber "nicht- anderes als ein Kompr >- «ritz zwischen Diktat und Verhandlung, bas umso bedenklicher stimmen mußte, wenn deutsche Lebcns- ftcgen, wie die militärische Besetzung her Ruhr, für Deutschland von der Diskussion ausgeschlvs- tärcji. Denn gerade die Lösung dieser Fragen ftnv für Deutschland Selbstverständlichkeiten, weil sie die Voraussetzung für die Erfüllung bilden. Das ist die Klippe des Gutachtens, welche die Gutachten selbst nur dadurch umschiffen konnten, da sie sich euf wirtschaftliche Fragen beschränkten und die poli- Llchen und militärischen Fragen ausschalteten, Fra- tzcn die jetzt castuistisch und mit mehr oder minder großer juristischer Spitzfindigkeit behandelt wer­ben sollen. Man kann sich des Eindruckes nicht «wehren, daß eine gewisse Konserenzmüdigkeii Dlatz gegriffen hat, da man noch in keiner der Sruni legenden Fragen zu einer Einigung kommen kennte. Das führt zu einer diktatorischen Behänd» fcmg. die vom deutschen Standpunkte aus .bealo bedauerlich ist. wie vom gesamteuropäischen Stind- dunkt: aus. Bei diesen ewigen Kompromissen, bei ^'CTU fortgesetzten Wenn und Aber wird viele kostbare Zeit vergeudet, di« auch eine pshch-lo- Eche Belastung für die Beteiligten darstellt, deren ^edeutung man zu unterschätzen man sich hüten Denn die Voraussetzungen für die Durch- fürruna des Gutachtens sind wirklich eindeatig gc- um auch da Mißtrauen verschwinden zu .al- Hn wo es vorhanden ist. Ebenso eindeutig ^e ?? ^ftchofogisches Gutachten, das zu der Vor ms» ^tzvng kommen müßte, daß erst eine wirklich ftird- £<t)e Umstellung der Geister Platz greifen mühte. !vr! der man links des Rheins trotz des 2cahr- .«rwfell. doch noch recht weit entfernt ist. Dch» «iS ob Herriots guter Wille angezweifrtt verden Pllte aber die Insp^erabMeu. mit denen er rechnen muß. sind zu schwerwiegend — und -era, tiefe Tatsache darf man bei der Beurteilung oer .toterer. Entwicklung nicht aus dem Ang- lass-n. :0F<nh<rt sich das nicht, dann bedeutet selbst . tahme des Gutachtens nur eine Atempause.

der ?orm eines Diktats läßt sich eine dettt che Mitarbeit nicht erzwingen.

Dir deutsche Deleaatto« fit London.

Qu. Berlin, 25. Juli Das Reichskabinett Hai sich einen endgültigen Beschluß über die Zusammen» scyung der deutschen Delegation noch vorbebalten, so­daß die Frage noch offen bleibt, aus wieviel Mitglie­dern die deutsch« Delegation bestehen wird. Sowett bis jetzt bekannt ist, werden sich von der Reichsregierung bei Reichskanzler Dr. Marr, Außenminister Dr. S1 r e s e m a n n, Reichsverkehrsminister ' Oeser so­wie Reichsvostminister Dr. H L f l e nach London be­geben. Fest stebt jedenfalls, daß Refchsbankdirektor Dr C ch a ch t als Sachverständiger der deutschen Dele­gation angeböien wird Angesichts der Tatsache, baß es zur Zeit noch nicht möglich war, deutscherseits iu der Einladung endgültig Stellung zu nehmen, muß mit der Möglichkeit weiterer Dispositionen gerechnet werden.

Die Bankiers geben nicht nach.

Lrndcn, 24. Juli. Dem „Daily Telegraph" zufolge werden die Bankiers in der Frage der S>nf.iwtet nicht nachgeben. Montagn Ror- -’icn der als Direktor der Bank von England ge­radezu eine offizielle Persönlichkeit sei, verhalte ifdh gegenüber allen Kompromißformeln durchaus ablehnend. In gewissen Kreisen der Konferenz fragt man sich, ob es nicht zweckmäßig fei, das Gut­achten anderer Finanzgruppen einzuholen, die. aus Meldungen aus Rordamettka zu schließen, größeres Ertgcccnkomrnen an den Tag legen würden.

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Das Kompromiß über die Verfehlungen und Sanktionen.

Paris im Senat die Senat die Oberband gewonnen habe und den Versuch machen werde, Herriot bei seiner Rückkehr zu stürzen. Herriot werde Wochenende in London verbringen und zahlreiche

Zn den Gerüchten übet die Reise Herriots nach Paris.

London, 24 Juli. Zu den Gerüchten über die Reise Herriots nach Paris ersährt die Telunion, daß gestern vormittag zwischen dem Staatssekretär Hughes und Herriot eint wichtige Unterredung stattgefunden hat, in welcher der französische Premier­minister von dem Staatssekretär Hughes ganz be­stimmte und sebr konkrete Vorschläge gemacht worden sind für den Fall, daß die Konferenz zu postttven Re­sultaten führen würden und eine Einigung auf die wirtschaftlichen Forderungen der Amerikaner sich durch- seuen ließe. Es liegt nahe zu vermuten, daß es sich um die Eewäbrung einer Anleihe an Frankreich oder um ein Entgegenkommen inbezug auf dfe interalliierten Schulden gehandelt habe.

Herriot dementiert feine Pariser Reise.

Paris, 24. Juli. Die französische Aborb- rti n-4 in London dementiert die Meldung erschie- ixnci Pariser Blätter, daß Herriot die A'.sicht hätte, sich nach Paris zu begeben, um das Par-

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Anzeiger für (das Mer kurheMW SberWen - Amtliches BerkünbigungMatt -es Kreises Marburg

London, 24. Juli. Reuter erfährt auf eine An«, frage, daß weder in brittschen noch in französischen Kreisen über das Ergebnis der Konferenz irgenbwi« Pessimismus herrscht. Es ist indessen flat, daß w-mtz auch kein Zeichen von irgendeinem Zusammenbruch vov< Händen ist, doch der ursprüngsiche Gedanke, daß bk Arbeiten in einer Woche durchgeführt werden kvnntstz ersetzt worden ist durch die Ueberzeugung, daß dil Konserenz sich Zeit lassen muß, m5g< licherweise bis zur ersten Hälfte deS 2b» gust. Inzwischen ist jeder eifrig tätig entweder ht dem Ausschuß, ober indem er si chbemüht, irgendwelchk eni flehenden Schwierigkeiten zu beseitigen. Die Zu­sammenkunft der Hauptdelegierten mit dem Premier­minister heute morgen dauerte ungefähr 2 Stunden. Das erste Komitee tritt heute nicht als Komitee zu­sammen, doch setzen seine Mftglieder die Verhand­lungen mit den Bankier- fort. WaS die letzteren i anbeirifft, scheint gegenwärtig noch kein Anzeichen vor­handen zu sein, daß sie ihre Stellung zu den vvrgebrach- ten Vorschlägen geändert haben, doch gibt man hier zu, daß die Geschäftsleute, insbesondere die *Binfiert,1 etwas mehr als diplomatische Formeln nötig haben,' ehe sie die Anleihe übernehmen. >

RatNrralleiftungen und RuhrrSnmnng.

Paris, 24. Juli. Der Londoner Sonderbericht­erstatter des „Matin" meldet, daß in dem Bericht der 2. Kommission, die sich bekanntlich mit bei Umstellung der Pfänder beschäftigt, eine Klausel ausgenommen wurde, wonach vor der vollständigen industtiellen Räu- mung des Rubrgebietes die Verbündeten die Zusiche­rung erlangt haben müssen, daß die Naturalleistungen

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Berlin, 24. Juli. Die dem Reichstuß-n- ilamcnt wegen dec Verhandlungen zu befragen. Minister nahestehende „Zeit" schreibt: Zu den Handtstreitftagen gehött die Zulassung Deutsch- Icnds zu den Verhandlungen der Konferenz. Wir , hr tter. wiederholt darauf h'ngetoiesen, daß es ve'- , ständlich erscheint, wenn die Mächte der Gegen- ■ fette zunächst eine Verständigung innerhalb ihres = Kreiser herbeiführen wollen. Unerläßlich bleibt ' aber tm Anschluß daran immer die Verständigung nrtt Deutschland auf Grundlage von Verhandlungen, 1