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Sie Londoner Konferenz.1
Die Sonntagsarbeit in London.
Paris, 21. Juli. Die beiden SinterfitdjungS- '^«uSschüsse der zweiten Kommission auf der Londoner Konferenz haben gestern zusammen etwa »ehn Stunden getagt. Der erste AntersuchungsauS- A>uß, der sich aus militärischen Sachverständigen Pisammensetzt. hat die Aussprache über Vie Frage Per strategischen Eisenbahnen abbrechen Missen, da keine Verständigung erzielt »erden konnte. Es war ein Text ausgearbeitet Horden, der den französischen und englischen Stand- Dankt darstellt. Wahrscheinlich wird dieser Text Heute abend den beiden Eisenbahnsachverständl- Den Lefevre und Acwvrth zur Begutachtung über- Deben werden. Dem »Petit Parisien" zufolge ent» Hält der Text einen Paragraphen, in dem der Unterausschuß erklärt, er sei nicht in der Lage, zu entscheiden, ob seine Empfehlungen sich mit der Methode der interalliierten Aheinlandkommission Werden vereinbaren lassen. Die militärischen Sach- verständigen werden im Saufe des heutigen Vor- mittags von den verbündeten Delegierten neue An- !»eisungen erbitten, um die Aussprache wieder auf» »ehmen zu können.
Der zweite Untersuchungsausschuß, Per sich mit der Räumung des Ruhrgebiets befaßt, hat in der Hauptsache zu der Frage der «tappenweisen Räumung des Ruhrgebietes Stel- ,bmg genommen. Bekanntlich sieht der Plan des «onzösischen Sachverständigen Sehdoux eine Mäumung in zwei Phasen vor. Die engllschen Delegierten wünschen dagegen, daß der wirtschaft- vche Abzug Frankreichs aus dem Ruhrgebiet zu einem bestimmten Datum erfolgt.
Rach längerer Aussprache wurde etwa folgen» Per Kompromiß ausgearbeitet: Die Konferenz wird eine Rote an die Reparationskommissivn richten mb dann verschiedene Daten zur Räumung des Piuhrgebietes augeben. Die Räumung würde danach zwischen dem 15. Sept, und dem 8D. Ott. 3u erfolgen haben. Die Repa- »atilnSkvmnüssilm hat aber das Recht, nach eige- mm Ermessen die Räumungszeit abzuündern. Was die zweite Phase anbelangt, namentlich die Festsetzung des Augenblicks, zu dem die erste Iahres- Listung Deutschlands beginnt, so ist eine Sini- Pung darüber noch nicht zustande gekommen. Ser französische Standpunkt geht dahin, daß die Festsetzung dieses Zeitpunktes von der der An- Mtzme der zur Ausführung des Berichtes not- »rndigen Gesetze seitens Deutschlands abhängt.
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Das Ergebnis der Beratungen der ersten Kommission.
London, 21. Juli. Das Ergebnis, da» rn der «rsten Kommission mit Bezug auf das Derhal- fcn der alliierten Mächte im Falle einer deutschen Lerfehlung erreicht worden ist, stellt nach zuverlässigen Informativen ein durch den Einfluß der amerikanischen Beoachter- zustande gekommenes Kompromiß zu den Vorschlägen des englischen Schatzkanzlers Snowden und d»n Gegenvorschlägen des französischen Delegierten Peretti de la Rocca dar. Eine amtliche Darstellung den Inhalt dieses Dokumentes nach eigenen Jrttor- den Inhalt dieses Eokumentes nach eigenen Informationen wie folgt zusammen: Zu dem Revarations- ,Generalagenten soll ein Vertreter der Anleihezeichner Mwählt werden, der die Verpflichtung bat, ebenso wie t icncr den Verlauf der deutschen Zahlungen zu Lber- 1 machen. Jede mit Absicht erfolgte Verfehlung der drutschen Regierung gegen die Ausfübrungsbestimmun- ■m des Sachverständigen-Eutachtens muß von diesen >iden Persönlichkeiten anerkannt werden. Sie werden Sre Entscheidung der Reoarationskommission mitteilen, bei in einem solchen Falle ein amerikanischer kroatsbütLcr mit voller Stimmenberechtigung «:ige- Kren wird. Dieses amerikanische Mitglied wird ent- «ber durch einen einstimmigen Beschluß der Rcvara- Lonskommission oder falls ein solcher nicht zustande lemmt, durch den Präsidenten des internationalen kchiedsgerichtsbofes ernannt werden. Die Reparatlons- kommisiion hat nach dem Empfang dieser Erklärung •ei beiden Revarationssachwaltern die Pflicht, die deutsche böswillige Verfehlung öffentlich festzu- Mllen und den verbündete^ Regierungen darüber Mitteilung zu machen. Die verbündeten Regierungen »erden daraufhin über die in diesem Falle anzuwen- oenden Strafmaßnahmen zu beraten haben. Sollten die verbündeten Regierungen nicht einigen können, »>id man nach dem Anhang 2 rum Teil 8 de» Frie- ^nsvertragcs von Versailles verfahren, während den »uzelnen Regierungen anheimgestellt wird, eigene und »tabhängige Aktionen für sich zu unternehmen.
i Der Bericht der 3. Kommission.
Landon, 21. Juli. Der Bericht der 3. Kommis- 5n schlagt vor, daß jede Regierung eine eigene Orga- iXfiaiton schafft, die über die Verwendung der von Deutschland eingehenden Zahlungen Entscheidungen zu trenen bat. Ueberdies soll zwischen den einzelnen Re- Merungen ein ständiger gegenseitiger Eedankenaus- tmisch über diese Materie durch das Organ der R e - »arationskommission erfolgen.
Die Beratungen de» Eiienbabukomitees.
Berlin, 21. Juli. Das Eisenbabnkomitee, das ßch vor acht Tagen in London versammelte, legt die **bt4 Hand an die Arbeit. Die Staatssekretäre Bergmann und Mever nahmen an den Beratungen ?11- Sie werden London verlassen, sobald die Ver- 6a< o n9en ^c5 Komitees beendet find. Dr. Schacht «l London bereits verlassen, nachdem die Besprechun- ui. Zwischen ihm und Kindersley über das Banksro- »t -um Abschluß kamen.
Reue Schwierigkeiten.
Paris, 22. Juli. Der Lvndrrberichterstatter der Havasagentur meldet aus London über die gestrig« Verhandlung der alliierten Finanz Minister mit den englischen und amerikanischen Bankiers. Der französische und belgische Finanzminister sowie der belgische Ministerpräsident hatten natürlich mit aller.Kraft gegen .die Aussichten der Bankiers Stellung genommen und ausein- andergeseAt, daß diese dem Verlailler Vertrag zuwiderlaufe, auf den Belgien keinen geringeren Wert lege wie Frankreich Man habe sich nun um andere Möglichkeiten bemüht, den Veldgebern, die von den amerikanischen Bankiers verlangten weiteren Garantien zu bieten. Es verlautet, daß man daran gedacht habe, der Reparativnskommission zwar die Festellungen der Verfehlungen zu übertragen, aber dem Finanzausschu des Völkerbundes die Beurteilung der Konsequenten einer solchen Feststellung zuzuweisen. Auch soll der Gedanke erwogen worden sein, daß die Sachverständigenkömmission, die den DaweSbericht abgefaht habe weiter bestehen zu lassen, um ihm in seiner Eigenschaf: die Aufgabe zu übertragen na cheiner Verfehlung Deutschlands gegen feine neue Verpflichtung zu bestimmen, was geschehen'foll. Angesichts der Verschiedenartigkeit der einander gegenüberstehenden Stand- Punkte sei gestern kein Beschluß gefaßt worden und es werde heute eine neue Zusammenkunft stattfindeir. In französischen und belgischen Konferenzkreisen hab« man gestern Abend unter wenig günstigen Eindrücken gestanden. Angesichts der Schwierigkeit finanzieller Art. die jetzt gemacht würden und die die ganze so mühseelich erreichte Verständigung in der Frage der Verfehlung und der Sanktionen zwischen den Sachverständigen wieder in Frage stellen. Man hoske jedoch, daß jetzt der Wille zum Ziel komme, beiden verschiedenen Delegationen es möglich machen werde, eine einstimmig annehmbare Lösung zu finden, die die fäml- lich in Frag« kommenden Interessen wahrt.
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Die L«»boner Finanzkreise beanstanden den Entwtirf der ersten Kommisfion.
Paris, 21 .Juli. Rach dem „Aewhork Herold" hak man in Londoner Finanzkreifen gestern abend an dem von der ersten Kommission ausgearbeiteten Protokoll betreffend die Verseh- lungen und Sanktionen gewisse Aussetzungen gemacht. Man betont namentllch, daß die Interessen der Geldgeber von den in dem Protokoll enthaltenen Bestimmungen nicht genügend ges ichert wurden. ES war sogar in gewissen Finanzkreisen di« Rede davon, daß eine freue Bedingung in dem Protokoll-aufgenommen werden soll, wonach, wenn die (Garantien der Geldgeber dusch Die Ergreifung von Sanktionen gefährde- werden sollten, derjenige Staat, der zu solchen Sanktionen geschritten ist, für den Zinsendienst der Anleihe selbst aufzukommen habe, es sei indessen fraglich, ob diese Klausel in dem Protokoll ausgenommen werden kann.
Eine Bollfitzung der Konferenz.
London, 21. Juli. Der parlamentarische Berichterstatter des „Daily Erpreß" schreibt, die Vollkon- f e r e n z werde morgen zusammentreten, xoenn die drei Kommifiionen mit ihren Berichten fertig seien Sails die Vorschläge der Kommifiionen angenommen würden, würde vielleicht der Beschluß gefaßt werden, die deutsche Regierung einzuladen, Delegierte zu entsenden, um zur Durchführung der Pläne ihre Zustimmung zu geben.
Paris, 21. Juli. Der Mitarbeiter des ehemaligen Präsidenten Wilson bei der Friedenskonferenz in Paris, Oberst House, der sich in London aufhält, ist in einem der „Chicago Tribüne" gewährten Interview dafür eingetreten, daß ein fester Zeitpunkt für die Räumung des Ruhrgebiets festge- sttzt werde. Er glaubt, daß das deutsche Voll ein solches endgültiges Datum haben müffe, wenn es nicht in der allernächsten Zukunft erliegen sollte. Boraus- cfeung sei der Beweis guten Willens und die ehrliche Bemühung, die Reparationszahlungen auszuführen. Oberst House schloß sich dem Vorschlag Asquiths in der Sicherheitsfrage an und verlangte den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, denn es ei nicht, zu leugnen, daß Deutschland zu den großen Mächten gehört. Deutschland müsse durch die Zugehörigkeit zum Völkerbund gezügelt werden und Frankreich instand setzen, feine Rüstungen zu beschränken. Was die interalliierten Schulden anlange, so sei diese Frage glücklicherweise für den Augenblick nicht dringlich, sodaß Frankreich es nicht nötig habe. Die amerikanische Regierung und er, House, sehe der Zukunft mit Optimismus entgegen und bedauere nur, datz vier oder fünf Jahre unter ständiger Bedrohung des Ftte- dens verschwendet worden seien dadurch, daß die Alliierten sich nicht einigten und man keine Verständigung auf vernünftiger Grundlage hätte erzielen können. Die Regelung wäre indefien schon gleich zu Anfang möglich gewesen, wenn die Vereinigten Staaten in der Repa- rattonskommifiion vertteten gewesen wären, wie es der Versailler Verttag vorfiebt.
Noch keine Einladung in Berlin.
Berlin, 21. Juli. Zu den Nachrichten aus London und Paris, daß die deutsche Regierung für Mitt- roodj oder Donnerstag nach London gebeten werden duttte, teilt die ..Vofi. Zeitung" mit, daß bis heute mittag in der Wilbelmstraße keine offizielle Mitteilung vorgelegen hat. Wie das Blatt weiter mitteilt, hat sich die deutsche Regierung bisher auch noch nicht mit der Frage der Zusammensetzung der Delegation beschäftigt. Bisher sei nicht deutlich «r- kennLar, ob die deutsche Regierung zu Verhandlungen über das Londoner Protokoll gebeten werden soll oder lediglich zur Kenntnisnahme der von den alliierten Regierungen gefaßten Beschlüsse. Je nach Inhalt und Form der Einladung werde die deutsche Delegation zusammengesetzt sein Eine Reise des Reichskanzlers oder
des Reichsministers des Aeußern düttte nut in Frage kommen, wenn die deutsche Regierung aufgefordert wird, nach London zu kommen, um mit den aUHerten Mächten über die Anwendung de» Dawesvlanes zu verhandeln.
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London, 21. Juli. Der „Morning Post" zufolge kommt die Frage der deutschen Vertretung auf der Londoner Konferenz, die von der Vollkonkerenz erwogen werden müßte, langsam in den Vorder,rund. Es verlaute, daß diese Frage während des Wochenendes von Lord Parmoor mit einigen Hauvtdelegier- ten erörtert worden fei. die bei ihm in Henley zu Gast gewesen find.
A« L August neue Konferenz?
London, 21. Juli. Es verlautet, daß einzelne Sachverständigen sich bereit» mit deutschen Vertretern in London in Verbindung gesetzt haben, um in den wichtigsten Fragen den deutschen Standpunkt kennen zu lernen. Dabei soll von deutscher Seite mit aller Bestimmtheit erklärt worden sein, daß die Entfernung der Beamten der Regie aus der Verwaltung und dem Personal der Eisenbahnen im Westen eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Durchführung des Dawes- Planes wäre. Um aber die Londoner Konferenz erfolgreich abzuschließen, hat man sich unter den Alliierten darüber verständigt, daß die Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets zurückgestellt werden soll, bis auf einer neuen Konferenz, die auf den 1. August in Paris einberufen wird, eine Lösung der Sicherheitsfrage gefunden sein wird, die bann automatisch einen Abbau bet Ruhrbesetzung zur Folge haben müsse.
Amerika und die Londoner Konferenz
London, 21. Juli. Dem „Daily Telegraph" wird aus Vewhork gemeldet, daß die Amerikaner die Fortschritte der interalliierten Konferenz mit größtem Interesse verfolgen. In offiziellen Washingtoner Kreisen erklärt man sich von den bereits erzielten Ergebnissen befriedigt. Andererseits verlautet in ‘ Kreisen dar Wallstreet, daß die Großbanken zur Zeit Verhandlungen über die Bildung eines mächtigen Syndikats führen, das den Anteil Amerikas an der 80v-Millionen-An- leihr für Deutschland aufbringen soll.
Eraland lebet dem Bölkerbuuds-Garantiepakt ab.
London. 21. Juli. Ministerpräsident Mae Dvnald hat an den Generalsekretär des Völkerbundes ein Schreiben gerichtet, in dem ec im Ramen der englischen Regierung den vom Völkerbund vorgeschlagenen gegenseitigen militärischen Gaianttepakt oblehnt. Diese Ablehnung hat in allen völkerbundfreundlichen Kreisen Englands die tiefste Enttäuschung hervorgerufen. In seinem Schreiben weist Mac Donald darauf hin, daß der genannte Pakt die Bestimmung enthafte, daß feine Signatarmächte im Falls irgendeines Angriffes verpflichtet feien, militärische Hilfe zur Verfügung zu stellen. Dies fei eine für England un- c.nn hmbare Beding ng, da es sich nicht zum Polizisten der Welt machen könne.
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London, 21. Juli. Der „Daily Erpreß" begrüßt die in der llcote an den Völkerbund zum Ausdruck gebrachte Haftung Mac Donalds gegenüber dem Pakt gegenseitiger Unterstützung und sagt: Der Pakt zur gegenseitigen Unterstützung würbe selbst bei Beteili- gimg Amerika- unmöglich fein, ohne Amerika fei er sogar grotesk. Mae Donald habe sogar vollkommen recht, wenn er sich entschlossen hat abseits zu stehen. Großbritannien müsse die Freiheit der Aktion behalten. Die „Daily Vews", die niemals für Annahme des Vertrages in seiner gegenwärtigen Form einge'reten ist und nach deren Ansicht der Vertrag weitere Erwägungen und Abänderungen erfordert, bezeichnet ihn als aussichtsreichsten Versuch, der bisher gemacht worden fei, um die miteinander verquickten außerordentlich schwierigen Probleme der Landrüstung und der Sicherheit zu lösen. Die jetzige britische Re- tzierung habe es votgezogen, dem Vertrag die Tür zuzuschlogcn und sie habe ihre Ansichten iw einem Dokument erklärt, das in jebrr Zeile die Spuren der Arbeit derjenigen ständigen Beamten trage, deren Händen sich der Arbeitsminister so völlig ausgeliefert hätte. Der Beschluß fei gefaßt worden ohne Kenntnis des Parlaments, dem keine Möglichkeit gegeben worden fei. ihn zu erörtern. Die Regierung habe we- entlich mehr getan, um das britische Prestige in Genf zu verhindern als irgend eine ihrer liberalen und konservativen Vorgängerinnen. Cs fei bekannt, daß der Völkerbund einen neuen Platz im politischen Leben Frankreichs einnehme. Vichts könne bedauerlicher sein, als daß England den Vorrang verliere, den die britischen Delegierten ihm bisher ver- chafft hätten. Die Engländer wollten die Festsetzung des Zeitpunktes für den Beginn »mb das End« der Ueberganszeit. Ihre Alliietten erklärten jedoch, daß diese nur durch Deutschlands eigene Handlungen be- tinunt werden könnten. Es werde ein Kompromiß bet'rochen, wobei die Zeitspanne teifpielsweife 15. September und 31. Oktober gewesen wäre, falls di« Re« perationskommission zustimme. Sehdoux hätte zuge- gebenerweif« einen hatten Beweisgrund aufgeführt als er den Paragraph 5g der englisch-französischen Aote vom 9. 2uli zur Unterstützung seiner Behauptung herangezogen hatten und daß der Plan für die Deutschen noch günstiger fei als die in Frage kommende Vote, denn wahrend die Vote Deutschland {einerlei Erleichterungen verspreche, enthalte der Plan, der im französisch-belgischen Memorandum vorgesehen sei, wenn es alle Punkt« ber von der Veparationskvmmifsion nieder- gelcgten Bedingungen erfülle, für Deutschland beträchtliche Dorteile, sobald es di« notwendige Gesetzgebung
annehme. Weiter fei dattn vorgesehen, baß bie erst« Annuität miS dem Dawesplan von diesem Ereignis an zu rechnen sei.
. Dem Berichterstatter zufolge wird tot dem ge»j planten allgemeinen Bericht wahrfcheinlich erklärt. waS Deutschland bei vollständiger Erfüllung dieses oder j«n«S. Teiles d«S Programms gewinnen würde. Die EngMj länder waren der Ansicht, bah Deutschland die Wen»- bahnbonS nicht vor Deujabr aushändigen könnt»! Sie behaupteten aber, daß Zertifikat« od«r ehr einziger vorläufiger Don einen Ausweg auS diesen Schwierigkeit en schaffen würden. Sine andere wichtige Frag« war bie Zeit, währenb der französische Frank auch weiterhin die Währung .für Zollabgaben« Eifenbahnfrachten ufw. fein solle. Das Memorandum enthält nach dem Berichterstatter auch Vorschläge hinsichtlich der Ausdehnung der augenblicklichen Amnestie auf alt« Beschuldigten, wovon allerdings bi« schwerst« Fälle ausgenommen fein sotten. Weiter ist bie Verweisung aller Streitigkeiten zwischen den Attttett« und den Deutschen während des älebergangs von den allen Derhältnissen zu den neuen an ein gemischieS Schiedsgericht beabsichtigt. Rach sorgfältiger Prüfung deS Memorandums ist der Korrespondent der Ansicht, daß nur noch gegen zwei Punkte ernste Einwände erhoben werden könnten. Im allgemein« sollte es aber nicht unmöglich sein, die Lösung des s» auseinandergefetzten Problems zu beschleunigen. Schließlich weift der Korrespondent darauf hin. bah das Memorandum, das in feiner Billigkeit eindrucksvoll fei, den wahren Geist Befriedigung verkörpere.
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AW entWungtn errtagt
Qu. Berlin, 22. Juli. Wie wir von parlamentarischer Seite erfahren, haben alle Fraktionen des Reichstags ihreBerat» n gen Üb« bis nach Erledigung der Londoner Konferenz vertagt. Die Parteiführer erwarten für Ende dieser Woche die Auskünfte der Reichsregierung, ehe sie zu den Entscheidungen Stellung nehmen werden. Reichskanzler Dr. Marx hat den Führern dest Zentrums und der Deutfthen Dolkspartei mitgeteilt, daß während des entscheidenden Stadiums der Lonooner Konferenz alle Vvrberestungen dazu getroffen werden sollen, daß die ReichStagS- parteien auf dem schnellsten Wege von dem Ergebnis der Verhandlungen in Kenntnis gesetzt wer« chen. Im übrigen soll sich der Reichstag in ständiger Bereitschaft halten. Die Fraktionen sind feit Dienstag vollzählig in Berlin versammelt.
Deutschlanb» Bedenke» i» der Sanktion»!»««.
London, 21. Juli. ES erregt in politische» Kreisen in London erhebliches Aufsehen, daß da« Berliner Organ der Deutschen Volkspattei .Die Zeit" cm Sonnabend abend in einer Auslassung, die dem ReichSaußennrinister Stresemann zugeschrieben wird, erklärt hat, daß die Formel, welche die erste Kommission über die Aufgaben des Ame« rllaneis zur Ergänzung der Reparaftonskommiffion unk zur Feststellung der Möglichkeit zukünftiger Sanktionen angenommen hat, für Deutschland «uw annehmbar sei. Die englischen Blätter wisse» heute morgen darauf hinzuweisen, tzy 1 diese Formel im Geist und Wort daS We«'k des amerikanischen Sachverständigen Boung sei und daß der amerikanische Delegierte Logan am Sonnabend ncchmittag in der Schlußsitzung der ersten Kommission die Genugtuung der Amerikaner über das Ergebnis der Be atungen d e er K mm ssian zum Aufdruck gebracht habe. Diese Feststellung sei von unfo größerer politischer Bedeutung, als sie im vollen Einverständnis mit der Ansicht des in England eingettoffenen Staatssekreiärs Hughes abgegeben wurde.
Die „l^orninzpost" erklärt, daß während deck Wochenendes die hier weilenden deutschen Sachverständigen Dr. Schacht, Bergmann und Meyer in einer Unterredung mit Robert Kinde l s tc d Bedingungen formuliert hätten, die nach deutscber Auffassung erfüllt sein müßten, bevor der Davesplan in Wirksamkeit treten könnte. Der deutsche Botschafter soll gleichfalls der engllschen Regie, ung Mitteilung gemacht haben, über die Ab- ich^en der deutschen Regierung bezüglich dec wirtschaftlichen Einheit Deutschlands durch den Abbrn der Sanktionen und die Räumung des Ruhrgebietes.
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Wichtige Mitteilungen a» die Reichsrrgierung.
Qu. Berlin. 22. Juli. Wie wir ans de» Kreisen des Auswärtigen Amtes erfahren, ist dir Reichsregierung durch Vermittlung des englischen Foreign Office von allen bisherigen Be« chlüssen der Londoner Konferenz offiziell in Kenntnis gesetzt worden. Darüber hinau« ist an Deutschland eine ausführliche Mittellung über die Stellungnahme der alliierten Regierungen zu den Fragen der wirtschaftlichen Mumung det Ruhrgehiels ergangen. Diese Mitteilungen stellten zum Teil eine ausführsi^he Beantwortung der von der deutschen Regierung aufgeworfenen Fragen dar, die durch den letzten Schritt des Botschafters in London an die einladenden Regierungen der Londoner Konferenz gerichtet worden waren.