Marburg o. L, Sbnnabenb, den 19. Süll
59. Sabrg. 1921
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tvn nie jemand in Geldnot sich vergebens wandte?
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nrunistischer Antrag, am Donnerstag, den 24. Juli : Sitzung abzuhalten, wird gegen die Kommunisten.
zialdeinvkraten und Demokraten abgeiehnt.
Präsident Le inert setzt die nächste Sitzung den 23. September, nachmittags 3 tthr an und
eine So-
hält sich die Aufstellung der Tagesordnung vor. Schluß 12 Lhr 45 Minuten. z
§er verschwiegene, höfliche Strauß, der, selbst wenn er den Strick eng zog, eine gute Art hatte, den. Er/jckcn'ea v?n de: u ab re.rdba'er Aottrendigke! eines Erstickens zu überzeugen, flüchttg, bankrott? Hatte er denn die Wahrheit gesprochen, wenn er immer wieder versicherte, daß seine Geschäfte ihn nicht reich machten?
Dichtendohl las: ’" "• / " ''' 'r~'f
„Aus sicherer Duelle erfahren wir. daß die Firma I. Strauß in Hamburg, Bankgeschäft und
je eine Tür auf jeder Seite, die nach außen ging. Die türlose Seite nahm ein langes Polster ein.
(Fsr'schuug folgt)'
Dann öffnete der Bahnvorsteher die Tür z»» den einzigen Abteil erster Klasse, das der Zug entw* h"""" h'"" ES prangte in leuchtendem Kirsch-^ rot. Den Fußboden bedeckte ein dicker, gleichfag^
Muhte aber in dem der Marburger Kundgebung Unterlage und Rahmen gebenden Vortrag ausführlich auf die bedauerliche Zabern-Angelegenbeit eingegangen werden, die zu allem andern geeignet ist, als eine der deutschen Einigung dienende Kundgebung »u förvern?
Man muh bei der Kriegsschuldfrage intellektuelle und moralische Schuld unterscheiden. Dah in der Führung unserer auswärtigen Politik grobe Fehler gemacht sind, die mit dazu bsigetragen haben, den Weltkrieg überhauvt zu ermöglichen, wird nirgends bestritten. Das war die Schuld diplomatischen Intellekts. Aber die moralische Schuld Deutschlands am Krieg, die Anklage, wie fie im Ententeultimatum vom 16. Juli 1919 gefaht ist. Deutschland habe feit Jahrzehnten aus Machtgier auf den Krieg hingearbeitet, ist als Lüge seit langem festgestellt durch die Veröffentlichung - Akten unseres auswärtigen Amtes, durch Kautzky, durch zahlreiche andere in beiden Lagern siebende Persönlichkeiten von Bedeutung. Und nicht nur dies, sondern gerade, was uns lügnerisch vorgeworfen wird, das bemühte Einarbeiten auf den Krieg, wird der Gegenseite nachgewiesen. Läßt sich doch der Privatsekrctär Poin- carös, Maurice Colrat, im ersten Siegesrausch folgendes Bekenntnis in der Ovinion vom 14. Dezember 1918 entlocken: „Metz und Strahburg wiedergewonnen ist nicht allein da? glänzende Werk unserer Soldaten • • ■ es ist das Ergebnis einer Politik. Und diese Politik war nicht leicht durchzuführcu . . . Herr PoincarS hat sie mit einer geschickten Ausdauer ver folgt . . . welche die Menschen dem Werke opferw." ;
Wahrlich ein Bekenntnis aus französtschem Munde, welches der deutschen Politik eine wunderbare Handhabe gibt (wer hat erfahre,-., dah fie ausgenutzt wäre?). Es ist neuerdings verstärkt durch die Senatsrede des nordamerikanischen Senators Owen, in der am 18. Dezember 1923 erklärt ist: „Die deutschen Machthaber wollten den Krieg nicht, die russischen und französischen Machthaber waren zum Krieg entschlossen, sie haben den Krieg seit vielen Jahren vorbereitet."
An dieser Verhandlung des nordamerikanischen Senats ist folgendes von größter Bedeutung: 1. Senator I Owen handelte nicht aus eigener Initiative, sondern war non seiner Körperschaft sechs Monate zuvor mit der Berichterstattung beauftragt. 2. Owen hat sich während des Krieges und nachher durchaus als I Gegner Deutschlands betätigt. 3. Zum ersten Ma! ist! die Kriessschuldsrage in einem auherdeutschen Ptgcla- ment ausführlich behandelt. 4. Im Verfolg der Owen- schen Berichterstattung ist der Antrag aus Ernennung eines 7—9 gliedrigen Senatsausschusses gestellt, der bis l Februar 1923 einen endgültigen Bericht über die Verteilung der Schuld am Kriege auf die einzelnen Teilnehmer erstatten soll.
Es ist mit Händen zu greifen, daß in diesen Verhandlungen des amerikanischen Senats eine wettere wichtigste Handhabe zur Aufrovnng der Kriegsschuldfrage gegeben ist. Hat man gehört, daß sie von der deutschen Regierung benutzt wird? Ist sie nur für etwaige geheime Verhandlungen geeignet?
Immer wieder muß dem deutschen Volk zugerufen
Olten Raum hatte, im Gegensatz zu den anderen Abteil > len des Wagens, nur drei Türen: die Berbindungs« tür zu dem anstoßenden Abteil zweiter Kl-str und
einzelnen Abteilungen miteinander verbanden, hatte' jedes Abteil noch eine Tür rechts und links, die in« Freie führten. Die zwei ersten Abteile zweiter Klaffe zeigten nur leere, graugeftteiste Polster. Zu, | dritten log vor der Mitteltür, oie ins Abteil erster
Klaffe führte, ein Handschuh auf dem Boden, eU; rotbrauner starker Li^rhandschuh, noch fast nee. Er mußte mit großem Ungestüm von der Hand, die iMHetragen hatte, abgestreift sein, denn das Leder an der Innenfläche war eingerissen. D« Handschuh war schwach parfümiert. „Weiße Rose", sagte Olten. Der Fund wurde zu den Akten genommen.
Ser Seift «n 1870.
Am 19. Juli jährte sich der Tag, da die französische Abgeordnetenkammer mit allen Stimmen gegen 6, die aus formalen Gründen, nicht aber aus Ueberzeugung dagegen waren, dem „Norddeutschen Bund" den Krieg erklärte. „Rache für Sadowa! Auf nach Berlin! Nieder mit Preußen! Es lebe der Krieg!" So hallte es damals durch Paris, durch ganz Frankreich. Die „Thronkandidatur" des Prinzen Leopold von Hohenzollern in Spanien roar natürlich nur ein V o r w a n d gewesen, eine Gegen» standslosigkeit, aber das Schlagwort zündete, packte und riß die Franzosen unwiderstehlich mit sich fort. I Nur wer aus der Geschichte praktisch zu lernen versteht, ist vor politischen Fehlern geschützt und wird nicht in bittere Enttäuschung verfallen. Frankreich war allezeit und ist bis auf diese Stunde das Land des wilden, zügellosen Nationalismus. Die Franzosen berauschen sich am Kriegsruhm, am Na» tionalhaß, am Sieg über alle, die nicht Franzosen sind. Die Partei spielt hierbei gar keine Rolle. Kein politischer Führer, westen Art und Stimmung | er auch sein möge, kann sich halten, der nicht mit beiden Füßen auf dem Boden des rücksichtslosen Be» kenntnisses zum nationalen Kampf steht. Es ist der gleiche Geist, der die Raubkriege Ludwigs XIV. möglich machte, der die radikale Revolution von 1792 zum Imperialismus trieb, der Bonaparte — Napoleon I. den Weg der Knechtung Europas ebnete, der den Krieg 1870 entfachte, der die Volkserhebung Gambettas ermöglichte, der den Weltkrieg 1914 entzündete und der jetzt den Gestalten Poin- car^s die weitere Knebelung Deutschlands gestattet, bis wir Deutsche selb st den fluchwürdigen Bann mit dem Schwerte brechen. An Nachgiebigkeit,, Friedenswillen, Versöhnlichkeit der Franzosen zu glauben, ist entweder traumverlorene Schwärmerei oder politischer Unverstand. Gerade in den heutigen Tagen, wo leider immer noch weite Kreise Deutschlands sich solcherlei Irrlehren einbilden oder Vorreden lasten, ist es dringend notwendig, daß wir uns di^-recht klar über den wahren Geist des französischen Volkstums werden. Es peitscht sich selbst auf und kennt'nur Sein oder Nichtsein.
Wie war es im Juli 1870? Der Abenteurer Napoleon III. spielte um seine Krone. Die unend-
(Dachdruck verboten.)
Skt Srtftürt.
Kriminalroman von Luise Weflkirch.
bt 20. Fortsetzung ,
f 22a tu Schienen die Landstraße tieugten, stand «r.i gssch»<-sse»:ck Schlagbaum wartend ein Mann. 5t liug ein-, graugrüne Lodenjoppe, hohe Stiefel, l " e: (^äge.hut mit Auerhahnfedern. lieber die Lchrtter hing ihm am Riemen die Büchse. Groß seltsam versonnen stand er in den dampfenden Früh» Srktt der Le.en Landschaft. Er sah den grüßenden Hur nich, .
S'I.en setzte sich auf seinen Platz zurück. .Haben Sie ihr erkannt? Mein alter Kamer.aü Jleseld — M t er Monaten Herr auf Ravenhorst. War ein iüljreni > - Verhältnis zwischen ihm und seinem alten veriu Wa< der eine nicht verjuxte, das verjeute ™ andere. Dabei immer ein Herz und eine Beele — Mustervater, Mustersohn. Wenn her alte Herr nicht unweigerlich für jede Dummheit feines Einzigen ausgekommen wäre — vls Zle- selb wäre längst mein Kollege."
"Sragt sich, ob er das Zeug zum Beamten hätte wie Sie", sagte der Amtsrichter aus feinet Ecke. ■ »Sie meinen, ich habe ein schmiegsameres Fell! Lasur ist Ilsfeld einer von denen, die immer aus 5>re Füße fallen. Wollen Sie glauben — Bet neue Jtanal wirb wahrhaftig durch seine Klitsche geführt." “
„Da kann er sich freuen.“
„Wie her Gehängte, der vom Galgen geschnitten wird, Amtsrichter."
Der Zug hielt. Doftor Wichtendahl steckte seinen tzrauen Kopf zum Fenster hinaus.
„Kann ich eine Tasse Kaffee haben? He — Kellner, Kaffee! Was — nicht? Zeitungen? Auch 8ut. mein Sohn. Dann geben Sie mir mal hie Homburger Dachrichten."
Pustend fetzte der Zug sich wieder in Dewe--
Es war nicht nötig, daß der Mörder im gleichen Wagen mit Herrn von Heefemann reifte. Ein geschmeidiger Mensch konnte während her Fahr! fcon irgendeinem Wagen aus in fein Abteil ge- langen."
Wem man Marn Blusen, äiaiöinen ujs. etme» anders gelen will, dann saqen Sie bitte: Stein, ich benutz» tt«r die weltberühmten echten Seiimentt'» Farbe«, Mark» Fuch»k»pf iw Stern.
__________________Heirman»'» 5erb« spart de« ~,8r6«r.
_ drei Wasen dritter Klaffe verrieten nichts. i-tal!bia, leer, von einem dumpfen Menschenge- kuch erfüllt, standen sie. Der Wagen, her die ^e-te und erste Klaffe enthielt, war etwas anders gebaut. Außer den Türen in der Mitte, welche die
! warten be» rechten Zeitpunktes vereinigte. Durch ganz Deutschland ging der Hauch nationale* Empfindens, bas heiße Sehnen nach endlicher Ein» heit. Die Bismarcksche Politik überstürzte nichts sondern harrte mit besonnener Sicherheit auf bee Zeitpunkt, wo sich Nord und Süd, die M rinlini» überbrückend, ganzvon selb st zum gemeinsame« Kampf gegen Frankreichs Anmaßung finden mut» den. Der Reif der künftigen deutschen Kaiserkrone konnte nur auf den Siegesfeldern in Frankreich unter dem Donner der Schlachten durch Feuer geschmiedet werden. Mit Rußland in Freundschaft verbunden, mit England in neutralem Einverftänd» nis, mit Oesterreich versöhnt, mit Italien in gutem Verhältnis — so konnte Bismarck in voller Roh« die Herausforderung Frankreichs abwarten und dessen Kriegserklärung gettoff entgegen« sehen. Durch die „Emser Depesche", daß groß« Meisterstück des politischen Schachspiels, schob Bis« marck den Franzosen die volle Schuld am Kriege zu. Das Recht lag auf d e u t s ch e r Seite.
Als die französische Kriegserklärung am 19. Just 1870 eintraf, erhob sich ganz Deutschland wie ei« Mann, einig von den Alpen bis zum, Meer, geringe Eegenregungen spielend beiseite schiebend. In vor« trefflicher Rüstung, politisch stark, sittlich erhaben, getragen vom Nationalsinn und von idealem Streben nach Recht, Macht, Einheit — so war es fertig zum Siegeslauf gegen französische Hohlheit, Halbheit, Anmaßung. Der Ausgang foitnte nicht zweifelhaft sein. Der Verlauf Hatjes bestätigt.
G e i st v o n 18 7 0! Er ist der Vollbegriff eines geeinigten, daher unbesiegbaren Volkes. Und heute? Bevor nicht ganze innere Einheit auf dem Boden nationalen Vaterlandsbekenntnisses erzielt ist, wird auf Besserung, auf Rettung, auf Erneuerung Deutschlands niemals zu hoffen fein. —« Das lehrt uns die Stunde. F. I.
SMwirWaftllche &WÄÄ
Ganz plötzlich ist die Frage der Getreidezölle in I den Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Erörterungen getreten. Als das Deichskabinett dem Deichslage die Erneuerung der Dorkriegszvllsätze auf Getreide vorzuschlagen beschloß, handelte es sich zweifellos zunächst nur um vorbereitende Maßnahmen. Denn zunächst ist ja Deutschland noch garnicht unabhängig in Bezug auf die Gestaltung seiner Zollpolitik und Getreidezölle würden, um wirksam zu sein, die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Selbständigkeit Deutschland- int Rhein- und Ruhrgebiet zur Voraussetzung haben, den» erst dann könnte die Westgrenze des Reiches zuver» verlässig kontrolliert werden. Daß die deutsche Landwirtschaft heute sehr schwer leidet und dringend btt I Unterstützung des Reiches bedarf, wird niemand ernstlich bestreiten können. Gelingt es bis zu der Zett, in der Getreidezölle effektiv werden können, der Landwirtschaft mit anderen Mitteln, insbesondere durch Be- seitigung der schwerren Kreditnöte, zu Hilfe zu kommen, so läßt sich dann über die Frage der Getreideschust- zölle immer noch reden. Desteht dagegen die Kreditkrise. fei es auch in abgeschwächter Stärke, länger^ Zeit fort, so wird der Schutz der Landwirtschaft gegen die preisbrückende Konkurrenz des Auslandes zu ehrrni Problem werden, das die städtische Bevölkerung he Interesse der Dolksernährung und zwar Verhinderung einer Einschränkung der Ankaufsfläche ebenso berührt wie die landwirtschaftliche Dolkskrise. 1
Zunächst hat die Ermächtigung ,die bas AeichSmint-' sterium der Reichsgetreidestelle erteilt hat in erfvr-' derlichen Fällen die Ausfuhr von Getreide unlr Mehl zu gestatten, schon genügt, um eine Erholung der allzu tief gesunkenen deutschen Getreidepreise bewirken, ohne daß eine Preissteigerung über best Weltmarktpreis zu befürchten ist. Was aber hte
lich übergroße Mehrheit der Franzosen wollte das zweite Kaisertum, also die weitere Regierung Napoleons IH., nur unter der einen Voraussetzung dulden, daß er den brennenden Ehrgeiz und die unersättliche Eroberungssucht Frankreichs befriedigte. Frankreich hatte 1853/55 in der Krim gesiegt, hatte werden, dah Llovd George am 3. März 1921 in London I ^59 Oesterreich und Italien geworfen, 1860/61 sich öffentlich ausgesprochen hat: „Die deutsche Verantwort-1 bie asiatische, 1862/68 in die Mexikanische, 1867 lichkeit für den Krieg ist die Basis für den Vertrag m die römischen Händel gemischt, überall die erste, von Versailles: wird sie verweigert oder ausgeneben. I die führende Rolle beanspruchend. 1867 stieß es in ist der Vertrag hinfällig " Auch wenn von der Schön- der rheinischen und luxemburgischen Frage auf überdüng der nationalen Ebre ganz abgesehen wird, Jo ist legenen, politisch, sittlich, militärisch gestärkten Wi- d-nnit die ausschlaggebende Wichtigkeit be* ersten I derftand. Preußen hatte unter Bismarcks hoch- fUt Un ”e °"Eattliche Tristenz I ßetnuf„ Leitung die Führung Deutschlands über-
Und weiter, lieber dem Dawes-Gutachten, welches I kommen und befand sich auf dem Weg zur Einheit, für Generationen über uns entscheiden soll, steht das! Diese aber roar Kraft und Macht. Der Entschei- drobende unheilschwangere Wort: Deutschland bat die dungskampf stand bevor. Er war ein Gebot gebie» moralische Pflicht zur Wiedergutmachung. Moralisch? terischer Unabwendbarkeit. Hierüber konnte feine i Warum denn? Alle ernsthaften Bearbeiter des furcht-1 Redensart hinwegtäufchen.
baren Themas — furchtbar, roeU. es sich um die Levens- Frankreich aber v e r l a n g t e von Napoleon III. bedmgungen eine« M-Millumenvolks bandelt — find blutige und wie es erwartete ReareiA# gihreA. sich darüber einig, dah Deutschland eine moralische nuna r
Schuld am Kriege nicht trifft. Woher also eine mo- . spanische
ralische Verpflichtung? Deutsches Volk, wach auf! Es ^bffn<|2nb,bratfur gewahrte den äußeren Anlaß. Als gebt um Ebre, Freiheit, Leben. Wirf sie Ketten der ^e,e ^^pnsolge zurückgezogen und daher gegen» Lüge von dir, dann fallen die Cklavenketten mit! Lab I standslos geworden war, beruhigte sich die öffent» das Feste feiern, bis du sie ohne Makel und Gewissens-1 lnhe Meinung Frankreichs nicht, sondern suchte bisse feiern kannst. Deutscher, denke daran, dah du Streit und Krieg. Hierbei stieß die voreilig fran- ein deutscher Ahnherr bist! zösisch-napoleonische Politik auf die eiserne Natur
Vire-Admiral Engel-Marburg. Bismarcks, die Festigkeit und Ruhe mit klugem Ab-
Benn'tt u iq von Güwkäufin K'nkurS angesagt hat. Der langjährige Inhaber der Firma, her greife Jonathan Strauß, ist feit acht Tagen verschwunden. Er wird steckbrieflich verfolgt. Die Bücher sind beschlagnahmt."
Alle vier waren jetzt ganz wach. Sie sprachen Don dem Geldverleiher, bis der Zug in Flensburg
Der erste Sonnenstrahl brach durch das Grau des schweren Himmels. Der Hafen mit den buatbe- wimpelten Schiffen leuchtete in freudigem Licht. Zn kleinen Wellen brandete die dunkelblaue Förde, über der wie ein Amphitheater die hellen Häuser der Stadt emporstiegen.
Auf die von Scharndorf an den Bahnborstand j
W immer wirtet Ne Ktt zMllldlüse.
Am Sonntag, den 29. Juni, haben in ganz Deutschland Kundgebungen gegen die Kriegsfchuldlüge statt- gesunden. In dem „roten" Hamburg sogar öffentlich unter freiem Himmel auf der Moorwiese, im Preuhen Seoerings in geschlosienen Versammlungen. Soweit Berichte zu erlangen waren, find überall Gntfchliehun- gen angenommen und an die Regierung weiter celeitet freit der nachdrücklichsten Aufforderung zur „amtlichen Mmtollung" der Kriegsschuldirage. Das ist in der Tat das Kernstück einer solchen Entschließung — oder sollte es wenigstens sein.
' In Berlin fand im Reichstagssaal eine grobe Versammlung in Gegenwart von Reichsministern statt. Der Bericht gibt den Wortlaut einer gefahren Ent- schliebuns nicht, schlieht aber mit folgendem: „Der anwesende Reichsminister Dr. Stresemann war mit der amtlichen Aufforderung der Kriegsschuldftaae ein- nerstanden."
In dem anscheinend so „gefährlichen" Marburg durfte die Versammlung nicht nur nicht unter freiem 'Himmel, sondern überhaupt nicht öffentlich stattfinden Die in geschloff«er Versammlung gelabte Ent- schlietzung enthielt jenes unbedingte Kernstück nicht: eine vottttsche Wirksamkeit bei der Regierung kann man sich daher von ihr nicht versprechen.
gung. Der Physikus entsaftete das Zeittingsblatt, abgesandte Depesche hin waren die Wagen von ehte den Kneifer auf und versuchte in der trü- Zug 8 ungereinigt, unberührt geblieben, wie sie ten Dämmerung zu lesen. Seine Gefährten saßen am Abend vorher eingelaufen waren. Der Bahnstumm in die Polster zurückgelehnt, schläfrig, trän- h.fsvcrsteher führte die Herren. Zunächst schrittea mend. Die Räder rasselten .und die Bremie:. sie, vrn rückwärts beginnend, den Zug langsam von stampften. Grau unter grauem Himmel flog die außen ab. Sechs Wagen fang, stand er auf einem kahle Landschaft an den Kupeesenstern vorüber, toten Gleis, verbraucht und harmlos anzusehen im Da schreckt eder greise Dottor die dämmernden auf. I fchc.rse-' Mondlicht. Zunächst der Packwagen dann „Alle Wetter! Das nenn ich Acaigkeiten!" Er dre- Wagen dritter Klasse, dann der Schauplatz war aufgesprungen. Mit der Linken streckte er das freS rätselhaften Todes: ein Wagen m-t drei All- Zsikuirgsblatt weit vor sich hin, mit der Rechten I teilen zweiter Klasse und dem einen Abteil eriwr be'-'tete er aufgeregt auf einen fettgedruckten Ar° Klasse, in dem Heesemann, der imn-er erster Klasse .ikeft „Sttauß - Jonathan von Strauß aus Ham- fuhr, gesessen haben mußte, zuletzt der Postwagen, bürg ist flüchtig!" Tender und Lokomotive fehlten. Besonders der
Die drei Herren richteten sich auf. Strauß an Wooen mit den Abteils erster und zweiter Klasse , Dcm ein™ I Luiden e’ngehend von beiden Setten Settachtet. hosten hatte. Das Trittbrett, die geschlossenen Türen berrieten rDf nichts. Wenn si e-Svuren getragen hatten, so rctp, Hppich^ d°» ta na«««»-, Ifl eine S-Ichw-nü-, ffl™ macht « t*.
W U«nen MSkd-rn ,« kquem, Mm. mm mll -3
Des Innern. Der Zug war kein Durchgangszug I polstert", sagte Olten, der, das Monokel fest ein«
S f r em M.ttelgang ourch klemmend, svrgfälttg den Samt zu untersuchen be« cte somilichen Abtellungen. Hintereinander schrei» gcnn i
£2Ut£n?rte biK Kmnmission den Zug. Je» S'ie suchten alle, aufgeregt, eifrig. Aber da w« 'X .V s“" T- ®aden8 kein Blutfleck zu finden. Friedlich streckten si»'
'nhr?MAon 8 x 5>e”eU b!C bin- die Gepäcknetze in die Lust, und anschuldig keuch-!
bwoni 5 b'e °nb<Lre nächsten wieder teto das gelbliche Weih der ficingemufterten ± x?er b,er Enden der Trittbretter der ein- Pete über der hohen Polsterung der Lehnen. Der' zc.nen Wagen streßen nahe zusammen. Oll-, ' - -
"achte feine Begleiter auf diesen Umstand auf. merksam.
fit, 168 <2. AM
PmOftch» Landtag.
33 2. Sitzung am 18. Juli. 's'
Der Landtag nimmt ohne Debatte in dritter Se- tatung einige kleinere Vorlagen an, darunter die -Dereitstellung weiterer Geldmittel für die nach dem [ Gesetz vom 4. August 1904 durchzuführende Verbesserung .btt Vorflut an der unteren Oder. Vei der dritten .'Beratung des Gesetzentwurfs über die Verkündung von -Dechtsverordnungen protestiert Abg. Meyer (Ä.) da» 'gegen, dah Kommunisten aus dem besetzten Gebiet wegen -Vergehen gegen die Verordnung über den Velagerungs» instand verurteilt worden sind, obwohl diese Derord- snung im besetzten Gebiet garnicht gilt. Die Polizei habe habet die hähliche Methode mchewandt, die Betreffenden unter falschen Vorwänden ins unbesetzte Gebiet zu locken und dort zu verhaften. Ohne weitere Aussprache wirk! die Vorlage angenommen. Ohne Debatte werden in zweiter Beratung die Etats der Münzverwaltung, des Gesetzsammlungsamts, des Reichs- und Staatsanzeigers, der Oberrechnungs» lamm er, Lotterieverwaltung usw. angenommen. Um -12 Ahr ist die Tagesordnung erledigt. Präsidenl Bein er t schlägt vor, die nächste Sitzung nach den tigerten am 23. September, 1 älhr nachmittags, abzu- ; halten. Auf Antrag des Abg. tz e r s ch (Svz.), der noch den sozialdemokratischen Antrag zum Deamten- abbau zur Erledigung bringen will, wird nach längerer Gefchäftsordnungsdebatte eine Vertagung der Sitzung «m eine Stunde beschlossen. Abg. Ebersbach (Dntl.) Widerspricht der Beratung des sozialdemokratischen Antrags. Darauf beantragt Abg. Herfch die Anberaumung einer neuen, eine Stunde später stattftiidenden Sitzung mit neuer Tagesordnung. Abg. Ebersbach , erklärt, seine Freunde würden auch in der neuen Sitzung ^ber Beratung des sozialdemokratischen Antrags l/ider- sprechen. Rach Ablehnung verschiedener kommunistischer Anträge der Tagesordnung erklärt Abg. Herfch (S.; der Abg. Ebersbach schädige durch seinen Wideripruö die Deamteninteresfen. Abg. Ebersbach (SntL) er widert, der sozialdemokratische Antrag wolle nicht den fBeamtenintereffen dienen, sondern den Abbau der sozialdemokratischen Bürgermeister verhindern. Sin foiit