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Marburg tu L, gtettng, den 18. M

Nr.M

Anzeiger für idas Mer kurKessiMe) Oberhessen - Amtliches VerkünWungsblatt -es Kreises Marburg

es

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Belgisch-franzöfische Besprechung über die «uöt»

verfahren, vorhanden.

ES sei daher aller Grund zu der Einnahme daß die Hauptbelegierten mit den bis»

gestern nachmittag eine lange Unterredung in der Frage der Räumung de« Ruhrgebietrs und »er Beaufsichtigung der strategischen Visenbabnlinien.

SS. Sahrg. 1924

Paris, 17. Juli. „Petit Journal" meldrtr Oven Young werde den Posten eines Gene« ralagenten für die Reparationen nur für drei Monate behalten und zwar werd« er nur mit einem Mitarbeiter tätig sein, der «ach ihm di« Stellung übernehmen soll. Young hab« in Amerika selbst zu große Interessen, als daß er länger keinem Lande fern bleiben könne. Auch „Chicago Tribüne" meldet, Young habe die Stel» lung nur auf kurze Zeit übernommm und zwar auf Drängen von Hughes.

Paris, 17. Juli. „Quotidien" meldet: Rach dem gestern abend von Mac Donald gegdie* neu Abendessen, hätten noch wichtige Berhand« lungen stattgefunden. Es seien sehr fruchtbare Vorschläge gemacht worden in der F r a g e d e r Verfehlungen Deutschlands und der Sanktionen.

London, 17. Juni. Der diplomatische Be­richterstatter des „Daily Tclegraph", ter eine sehr eingehende Schilderung der gestrigen Bollsihung der Londoner Konferenz veröffentlicht, schreibt: Gleich nach Beendigung der letzten Rede nahm Mac D nald das eng sch f azö's te Memorandum der letzten Woche zur Hand und las es vor. indem er wesentliche Bemerkungen dazu machte und insbe- ondere die Tatsache hervvrhob. daß keinerlei Revision des Versailler Berirags b e a b s ich- tigt sei, und- zwar weder durch dieses Memo­randum noch durch die allgemeinen Verhandlungen, und daß ein besonderer Satz zu diesem Zweck in das Memorandum eingefügt worden sei.

zufolge hat Oberst Logan im Derlaufe der Aus­sprache, zu der die erste Kommission geschritten ist, eine wichtige Erklärung abgegeben. Er teilte mir, daß die Washingtoner Regierung da­gegen nichts einzuwenden habe, daß ein amerikanischer Bürger an den Sit­zungen der Reparationskommission in dem Falle teilnehme, wenn es sich dar­um handle, Verfehlungen Deutsch­lands fest zustellen. Die Möglichkeit der Teilnahme Amerikas an den Sitzungen ter Repara- tirns'kvmmission ist nunmehr eine vollendete Tat­sache. Im weiteren Derlauf der Aussprache wurde gefragt, wer die Ernennung des amerikanischen Bürgers zu vollziehen habe. Dieser Punkt gab zu einem regen Meinungsaustausch Anlaß und es wurden zwei verschiedene Gesichtspunkte 'oertrcten. Rach dem einen sollte die ReparativnS- kcmmission unverzügllch den Vertreter der Verei­nigten Staaten ernennen, dem anderen Gesichts­punkte zufolge würde es die Aufgabe des Prä­sidenten des internationalen Haager Schiedsge» richtshofs sein, diese Ernennung vorzunehmen. Rach e'ner längeren Intervention Peretti della Roccas und des englischen Schatzkanzlers Snowden wurde beschlossen, daß der amerika Nische Bürger, der die Interessen der Geldgeber vertritt, sofort vrn dem Präsidenten des Haager Ge­richtshofs namhaft gemacht werden soll. Ein Schriftstück fh diesem Sinne wurde sofort von dem Sekretariat aufgesetzt und noch am Abend den verschiedenen Delegationen zur Einsichtnahme un­terbreitet. Ein endgültiger Beschluß wird erst im Laufe des heutigen Tages erfolgen, da die Kom­mission bekanntlich selbständige Beschlüsse zu er­greifen nicht in der Lage ist. Die Frage der Verfc hlungen wurde von dem ersten Aus­schuß gestern noch nicht zur Sprache ge- gebracht. Ein französisches Projekt ist jedoch von Peretti della Rocca und Bergerie bereits ab- gefaßt und den anderen Delegierten übermittelt wcrdtn CS wird h,.Ute Gegenstand einer ausführ­lichen Besprechung sein.

Sauerwein, der Sonderberichterstatter des „Matin", läßt cs sehr dahingestellt, ob eine Heber- einstimmung in der Wahl des zur Feststellung deutscher Verfehlungen einzuschlagenden Verfah­rens erzielt werden könne. Auf englischer Seite befürwortet man die Einsetzung eines aus fünf Mitgliedern bestehenden Komitees durch die Rsepararlvnskommission, während man auf französischer Seite die Heranziehung eines amerika nischen Delegierten vorschlägt. Der Umstand, daß die Vereinigten Staaten gegen die Aufnahme eines Amerikaners in die Reparationskommission nichts einzuwenden haben, läßt ersparten, daß ein Ausgleich zwischen dem französischen und englische» Standpunkt nunmehr gefunden werden kann. Die wahre Schlacht, sagt Pertinax, werde sich inner­halb der zweiten Kommission abspielcn, die über di? Wiederherstellung der wirtschaft­lichen und fiskalischen Einheit des Reicks nach dem offiziellen Inkrafttteten des Sach­verständigenberichts zu beraten hat.

herigen Stiftungen zufrieden seien. Rach wie vor bestehe die Hoffnung, daß die Konferenz nicht länger als eine Woche oder 10 Tage dauern wird. Sicher sei ferner, daß Vorbereitungen für die Vertretungen der Dominions zur nächsten Plenarsitzung getrosten toirrten. Hinsichtlich der amerikanischen Haltung könne ruhig gesagt werden, daß sowohl nach dem bekannten Stand­punkte der Politik der Vereinigten S: aalen, als auch nach den verschiedenen Bemerkungen amerikanischer De­legierter keine Bedenken gegen die Ernennung eines Amerikaners als Bevollmächtigten für die Durchführung des Dawesplanes ober gegen die Ernennung eines Amerikaners zum Mitgliede der Deparationskommission bestehen, falls sie erforderlich werden würden.

Paris, 17. Juli. Dec Sonderberichterstatter der Hav.uagentur in London meldet zur Frage des Pfünderaustausches, währ n"> be eng­lischen Kreise bereits die Forderung angedeutet hätten, daß die alten Pfänder einige Tage nach Inkrafttretung des SachvcrsiäNdigenplans aufge- geben werden sollen, neige man in belgischen und französischen Kreisen der Auffassung zu, daß kn m H eren Etappen tot gegangen werden müsse, und daß man sich des deutschen guten Willens durch positive Ergebrrjsie zu vergewissern habe. Heute vmm tiag wü den i hegens die b lg scheu und fran­zösischen Sachverständigen sich über eine gemein­same Haltung in dieser Frage verständigen. Theunis und Hymans hätten gestern nach­mittag lange mit Herriot, dem ftanzösischen Finanzminister und General Rollet darüber be­raten und ncsch einmal ihren Entschluß bekundet, die ftanzösisch-belgische Akstonsgemeinschaft auf, recht zu erhalten. Die Aufgaben des zweiten Aus- sstusses brr Lond.ner Konferenz scheinen also von besonderer Bedeutung werden zu sollen.

Paris, 17. Juli. Der Londoner Berichter­statter des „TempS" meldet über die Arbeiten in der 3. Kommission (Sachlieferungen und Konvertie­rung) die Kommission scheine sich nicht so sehr mit der Konvertterung alSivielmehr mit den Sach­ttieferungen beschäftigt zu haben. Im übrigen scheine in der hierzu ungezogenen Stelle des Pa­riser Beschlusses vom 9. Juli der französische von dem englischen Text mehrfach abzuweichcn. Geste n abend um 7 Ahr habe die 3. Kommission ihre Arbeiten als so gut wie beendet betrachtet. Sie schlage vor. das System der Sachlieferungen auf­recht zu erhalten, wie es bis jetzt gehandhabt wurde, wobei nur die Interessen der Mächte be­rücksichtigt würden, und zwar mit Hilfe von V?r- trägen, die von der Reparationskommission selbst v.n erschrieben würden. Die Frage der Preise, die von den Deutschen in der Vergangenheit maßlos hoch gestellt wurden und die Frage der Qualität würden von einem alliierten Sachverständigen.rus- chuß. der die Reparativnskommission unterstützen olle, besonders geprüft werden.

bau technisch nicht rückständig sei, sondern hinsichtlich des modernen Aufbaues der Werke und Betriebe gan» relvektable Leistungen aufzuweisen habe. Freilich sei die Krise, besonders die Avsatzkrise, für den Ruhrberg« bau noch nicht überwunden. Wird die Mirumaera nicht sehr bald von der Eutachtenaera abgelöst, so ist die Ruhrindustrie verl«en. Wenn die leitenden Staats-' männer der Entente unserem Außenminister noch wei-' terhin Schwierigkeiten bereiten, so werden alle veut- schcn Minister des Aeußern bald nur noch Stcohmö». ner oder Desperados sein Die Franzosen werden nicht! aus dem Rubrg-biet binausgehen, isei! die die größte» WoäieuIKmied« der Welt in der Land fccbea eoT

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Set dm Wammmtritt des NeMlogS.

Qu. Berlin, 18. Juli. Wie wir von unterrichteter parlamentarischer Seite erfahren, dürfte der Termin des Wiederzusammentritts des Reichstages vom 22. Juli wahrscheinlich auf­recht erhalten werden. Ditz Reichsregierung hat ein dringendes Interesse aDeiner möglichst bal­digen Klärung der parlamentarischen Situation. Infolgedessen werden in der kommenden Woche die Fraktionen des Reichstages wichtige Be- Mlüsse über ihre Stellungnahme zur Auswärti­gen Politik zu fassen haben. Den Fraktionssitz­ungen geht eine Tagung des Auswärtigen Ans« schusies des Reichstages voraus, die am Dienstag stattfinden wird. Wie uns hierzu mitgeteili wird, werden an dieser Sitzung Reichskanzler Marr und Minister Stresemann teilneh­men. Voraussichtlich wird Dr. Stresemann in der Lage sein, die Parteiführer von dem Inhalt der Eesetzentwürfe über die neue deutsche Gold­notenbank und über die Reichsbahnen und über die Industrie-Obligationen zu unterrichten. Da die Repko wahrscheinlich im Laufe der nächsten Woche der Reichsregierung offiziell die Entwürfe mit dem Ersuchen überreichen wirb, sie vom deutschen Parlament zu verabschieden, wird die Erörterung der Gesetze im Neickistag mit einiger Sicherheit schon Ende dieses Mvncirs eröffnet werden müssen.

geeicht vvrgeschlagen. Rach dem Derichtersiatter soll aber noch ein zweiter französischer Vorschlag zur Frage der Verfehlungen eingebracht werden. Von dem Aus­gang der Verhandlungen über den französischen Vor­schlag werde der Erfolg vderder Abbruch der Konferenz abhängen. Sei ein« Derftändigung mög­lich, fo werde die Konferenz am nachmittag zu einer neuen Vollsitzung zusammentreten. In diesem Falle könnten wahrscheinlich am Montag di« Deut­schen gehört werben. Der gute Wille sei au beiden Seiten sichtlich vorhanden, aber die eng­lischen und amerikanischen Forderungen seien so kategorisch und gingen so weit, baß eS für Herriot schwierig fei, sie ah- zunehmen.

London, 17. 3uIL Von den Sitzungen der drei Kommissionen der interalliierten Konferenz meldet Reu­ter. es sei keine bloße Redewendung, wenn man sage, daß die Kommissionen gut vorwärts kommen. All­gemein sei man bestrebt, die Verhandlungsgegenstände erschöpfend zu behandeln und fo schnell wie möglich zu

Die überraschten Franzosen.

Londv n, 17. Juli. Ser „Manchester Gu­ardian" bezeichnet die gestern von amerikanischer Seite erklärte Bereitwilligkeit zur amerikanischen Beteiligung an der Reparationskommission als eins der sensationellsten Ereignisse bei allen Rachkriegs- k.mferenzen. Die französische Delegation ist von dieser amerikanischen Erklärung vollkommen über­rascht worden. Als Folgen dieses Ergebnisses ist chon gestern von der ftanzösischen Delegation eine Rote in Amlauf gesetzt worden, die sich mit den Sanktionen beschäftigt, die im Falle einer beut- chen Verfehlung ergriffen werden müßten. In ranzösischen Kreisen ist man der Meinung, daß Herriot in der Lage sein wird, seine Stellung bei seiner Rückkehr in Paris trotz der Poincareschen Angriffe zu halten.

Deutschlands Beteiligung.

London, 17. Juli. „Daily Ehronicle" meldet, es gewiß fei, daß Deutschland geraume Zeit bcr Beendigung der Tagung zur Entsendung von •Vertretern aufgefordert werden wird.

SreuWtr Landtag.

3 81. Sitzung vom 17. Juli.

Nur der Tagesordnung siebt als erster Puntt bi« preußische Stcuernotvevordnung, Hauszinssteuer.

Dom Zentum ist iolaender Eesetzesanira« elnae» yan,,cn:

§ 1. 3n der Preußischen Steuernotverordnum, ' 1. Avril 1924 wird in §2 Absatz 3 hinter dem ersten Satz ter nachfolgende Satz eingciügt: „Bei den ion den Eigentümern selbst bewohnten Häusern, welche einen Wert von 1 0000 Goldmark nicht übersteigen, ist unter vorstehend’i Voraussetzungen aut Äntra* d i e S teuer um % herabzn setzen Beträgt die Belastung mehr als 20 Proz., aber nicht mehr als 40 Proz., so ist die Steuer auf Antrag um die Hälfte, beträgt die Belastung mehr als 40 Proz., aber nicht mehr als 50 Proz., so ist die Steuer auf Anlrag um Vt herabzusetzen. Das Gesetz tritt am 1. Oktober 1924 in Kraft."

Abg. Herold (Zentrum) beantragt, diesen und die dazu vorliegenden Anträge dem Hauvtausschub zu überweisen.

Nach längerer Eeschäftsordnungsanssprache, ht der ick die Deutschnationalen, die Wirtschaftsxartei und >ie Kommunisten 'gegen den Antrag, bet eine Bet- chlevvung bedeute, wenden, wird der Anrrag auf .kbetroeifung des Gegenstandes und der dazu gestell­ten Anträge mit den Stimmen der Koalitionsvatteien angenommen

Das Haus setzt daraus die Beratung des Berghous- baltes fort.

^Abg. -Straube lDeutschn.) empfiehlt besondere Maßnahmen zur wirksamen Verhütung von Unfällen im Bergwerksbetrieb. Die Beendigung des verheeren, den Wirtschaftskampfis in den Vergwetksrevieren, ein« freiwillige Verständigung anstelle von Streik, eisotdere den guten Willen auf beiden Seiten. Sei bet nicht vorhanden, _ rnn müsse Zwang gebraucht werden. Wo bleibe aber die Staatsautorität, wenn der Reichs- arbeitsminister sich übet die Verbinvlichkeitserklärunz einfach binwegsetzte? Der Redner fordert als Ruhe­tag anstatt den neunten den siebenten Tag, damtt bes Arbeiter auch seinen religiösen Bedürfnissen genügen1 könne.

Abg. Pinketneil (D. Vvt.) meist auf da» Er», gelmis einet Rundttage im westlichen Betgteviet bin. das zeige, daß auch der so schwer betroffene Ruhrberg» >

Paris, 17. Juli. Havas meldet heute nach­mittag aus London, Herriot habe einen Teil des Vormittags hindurch mit seinen Mitarbeitern in der französissten Botschaft beraten. ilm 11 Uhr begab er sich zu Mac Donald; er hatte mit ihm eine lange Unterredung und frühstückte mit ihm. Die französischen Sachverständigen waren den ganzen Bormittag mit der Sitzung der 3. Kommission beschäftigt, die heute nachmittag ftattfindet. Die 2. Kommission (Aufhebung der Pfänder) wird wahr­scheinlich ihre Sitzungen vertagen. Auf Verlangen der französischen Sachverständigen, die noch mit der Aufstellung des gemeinsamen französischen Programms für die Wiederherstellung der deutschen wirtschaftlichen und steuerlichen Einheit fertig sind. Die 2. Kom­mission soll um 4.30 Ähr zusammentreten.

daris, 17. Juli. Dem „ 3ntranfigeant“ geht aus London folgende mit Vorbehalt auizunehmende Mel­dung zu: Gestern abend fei erklärt worden, daß in der Kommission für die Frage der deut­schen Verfehlungen vollste Einigung er­zielt worden fei. Vielleicht sei diese Behauptung etwas voreilig gewesen. Die Kommission habe heute vormittag über einen Tett von Peretti della Rocca und dem Kabinettschef Vergerv verhandelt. Darin werbe die Ernennung des amerikanischen Delegierten

Paris. 17. Juli. Die Londoner Konferenz hat gestern entsprechend den in der anglo-ftan- zösischen Rote vom 9. Juli enthaltenen Bestim­mungen drei Kommissionen eingesetzt. Eine «ste Kommission wird sich mit dem Versah- *en zur Ermittlung der deutschen Ver­fehlungen beschäftigen. Ihre hervorragendsten -Mitglieder sind Peretti della Rocca, Hymans und «us englischer Seite Snowden und Otto Niemeyer. Die zweite Kommission beschäftigt fidb mit der Frage der Amstellung der Pfänder. Ihr «ohoren u a. auf französischer Sette Sehdvux und Mf englischer Seite Sir Crewe an. Perfinax «laubt zu wissen, daß oer Kolonialminifier Tyo- «nas auf ausdrücklichen Wunsch der Dominions ebenfalls als Vertreter Englands in diese Kom­mission ausgenommen ist. Von der dritten Kom- mission, die die Frage der G e l d ü b e c t r a » Lungen studieren wird, sind von ftanzösisicher Seite Parlamentarier und von englischer Seite Sir Robert Kindersleh zu nennen. Die drei Kommis- W>nen haoen noch gestern nachmittag mit ihren ^beiten begonnen. Die beiden ersten Kommissi- en tQfften von 5—7 Ahr in Anwesenheit des

k n scheu Botschafters. D.m »Petit Par.fien"

Dst trften erfolgt ter Bratener Äonftrem.

Don unserem Berliner Vertreter.

Die ersten Verhandlungen der Londoner Kon­ferenz sind Überraschend glatt vonstatten gegangen, sodaß die pessimistifchen Voraussagungen der politischen «kreise keine Bestätigung finden dürften. Insbesondere hat der amerikanische Vertreter Kollogg eine Hal­tung eingenommen, die zu einer wesentlichen Erleich­

terung der Beschlüsse führen dürfte. Amerika wendet nichts gegen die Hinzuziehung eines amerikanischen Delegierten zur Deparationskommission ein und will sich an der Feststellung etwaiger deutscher Verfehlungen durch die Deparationskommisfion beteiligen. In den Berliner Regierungskreisen ist man Über die Stellung­nahme des amerikanischen Delegierten Überrascht, und man glaubt ,daß die amerikanischen Zugeständnisse zunäch stden Zweck haben werden, die alliierten Regie- ,tungen zu einer reibungslosen Erledigung des ®ut- «chtens zu ermutigen.

MacDonald hat in seiner Begrüßungsrede Wert daraus gelegt, zu betonen, daß die von Frankreich gewünschten Verhandlungen über die Sicherheittenfrage wid über das Problem der interalliierten Schuldem gewünschten Verhandlungen über die Sicherheitenfrage Gutachtens in Fluß kommen könnten. Die Konferenz -Werde nur dann Erfolg haben, wenn sie die beiden Auf­gaben, die deutsche Wirtschaftseinheit wieder herzu» stellen imd den künftigen Gläubigem Deutschland die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Garantien «n gebe», zu lösen verstehe. Mefe Warnung Mac Donalds hat ihre Wirkung auf den französischen Dele­gierten nicht verfehlt. Der französische Sachverständige Sevdoer beeilte sich zu erklären, daß Frankreich damit «inverftanden sei, die wirtschaftliche Einheit Deutsch­lands so rasch als irgend möglich herzustellen. Die Bedingungen hinsichtlich des Jnkrafttrelens des Gut­achtens scheinen sich im übrigen toent§ verändert zu haben. Die einzige Vorbedingung, die für die wirt­schaftliche Räumung des Ruhrgebiets gestellt wird, ist die kaufmännische Verwertung des ganzen Sachver» ständigen-Gutachtens. Zunächst einmal soll die Frage ber Anleihe an Deutschland schleunigst geklart werden, da hiervon die Reuregelung der wittschastlichen Lia- ferungen an Frankreich abhängt.

Die Rede, die der amerikanische Botschafter Kollogg aus der Konferenz gehalten hat, war in mehrfacher Hinsicht interessant. Er verlangte die sofortige und dollständige Anwendung des Sachverftändigen-Berichtes wdem er darauf hinwies, daß dies der erste Schritt auf dem Wege einer finanziellen Beteiligung Amerikas an den europäischen Problemen darstellen werde. In den Kreisen der amerikanischen Delegation ist man im übrigen der Auffassung, baß die für Deutschland aus- zulegende Anleihe auf dem amerikanischen und eng­lischen Martt sehr schnell untergebracht werden kann, da die Durchführung des Sachverftändigen-Gutachtens genügende SidK Ketten gewährleiste. Zu der Frage der Teilnahme Deutschlands an den bevorstehenden Ent­scheidungen nehmen die Amerikaner den Standpunkt «in, daß das Sachverständigen-Gutachten nur burch- ««führt werden könne, wenn die Alliierten mit Deutsch- Iflnb zusammen arbeiten und eine gemeinsame Grund­lage für die Regelung der Reparationsverpflichtimgen finden. Demnach müsse auch die deutsche Regierung ju den Verhandlungen hinzugezogen werde», damit das Funktionieren des Gutachtens besonders auf deutscher Seite reibungslos gesichert werde, s

Die Londoner Konferenz kann und wird erst in ein entscheidendes Stadium eintreten können, wenn die Einladung an Deutschland erfolgt ist. Deutscherseits hat man nichts dagegen einzuwenben, wenn die Al­liierten unter sich Einigkeit darüberstellen wollen, auf welchem Wege sie die Garantiefragen zu lösen wünschen. Auf der anderen Seite aber wird es kaum angehen, daß schon jetzt ein Plan ausgestellt wird, der sich ohne Hinzuziehung Deutschlands mit den Modali­täten der Durchführung des Gutachtens befaßt. In den alliierten Konferenzkreifen war angekündigt worden, baß man evtl. Deutschlands Zustimmung auf diplomatischem Dege erreichen wolle. Dach Auffassung der Berliner Regierungskreise würde die Deichsregierung es jedoch ablehnen müssen, einen solchen Weg zu beschreiten, der immerhin Gefahr in sich birgt, daß bis von Deutsch- «mb eingereichten Borschläge einfach unter den Tisch sollen.

raumuno.

. . ~ . .. ,, , Paris, 17. Juli. Wie aus Paris gemeldet wird,

m derDeparatwnskommiUton durch.basLaagere-chteds-tbarten v«rrist iEheuni» und General K«H«t

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