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Verlaufe der Verhandlungen unter den Alliiert« eine langwierige und zeitraubend« Diskussion etw setzen, die schließlich dazu führen kann, baß man Deutschland bei seiner späteren Hinzuziehung bot vollendete Tatsachen stellt. Die RrichSregierun- wird daher Veranlassung nehmen, den alliierten Le­gierungen in einer Note davon Mitteilung gi machen, daß sie darauf bestehen muh, in grundsätz­liche Verhandlungen über die Bedingungen M Sachverständigengutachtens einzutreten, da sie sonst keine Möglichkeit sehe, ihre Politik burchzuführen. Des deutsche Schreiben hat insbesondere den Zweck

die uneingeschränkte Mitwirkung Deutschlands den Entscheidungen zu sichern. •

im „Echo de Paris", „Petit Journal' einer offiziellen Agentur (HavaS) der werden konnte.

Sie Besprechung bet Finanzministet in Berlin.

Qu. Berlin. 7. Juli. Die Besprechung Finanzminister der deutschen Länder, di«

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fesrzustellen, wie eS geschehen konnte, daß eine Inhaltsangabe des englischen Memorandums, wel­ches gleichzeitig die Einladung der britischen Re­gierung an die alliierten Mächte enthielt, zu g!»k

Sie Reform des Reichsiagswahlrecht« gesichert.

Qu. Berlin, 7. Juli. Die Deichsregierung w'-d Beginn der nächsten Tagen des Reichstage- de«

Zusammentritt des Aeltesten-Ansschusie« des Reichstages.

Berlin, 5. Juli. Der Aelteste nauSfchuß des Reichstages tritt am 10. Juli, 5 Uhr nach­mittags zusammen. Er wird sich mit den Beschwer­den der Kommunisten über die Haussuchungen am Freitag und über die weiteren Dispositionen des Hauses unterhalten.

Um die Feststellung »ventneller beutschee Bersebluugen.

London, 5. Juli. Zu der britischen Anregung wonach eine von der Aeparationskommission unab­hängige Körperschaft mit der Feststellung der eventu­ellen deutschen Verfehlungen gegen den Sachverstän- dkgenbericht beauftragt werden soll, schreibt der diplo­matische Berichterstatter der „Daily Telegraph": Ich erfahre, daß Selacro ijt, der belgische Delegierte in der Reparationskommission, eine Formel gefunden habe, die den französischen und englischen Ltandppunkt miteinander in Einklang bringen könnte. Dieser schlägt vor, bah im Falle deutscher Verfehlungen die Revara- tivnskommisstvn eine ®tuppe unabhängiger Sachverständigen auffordert, stch zu der Frage zu äußern, ob Deutschland eine Verfehlung begangen habe und wenn ja, ob die Verfehlung vorbedacht sei.

Revaratiousbesvrechuugen in Washingto«.

Washington, 4. Juli. Präsident Eoolidge und Hughes haben gestern abend im Weißen Hause eine Unterredung mit General DaweS und dem Bo!- schüft er der Vereinigten Staaten in Berlin gehabt Obwohl eine offizielle Erklärung über den Inhalt der stattgesundenen Unterredung nicht abgegeben wurde, wird zu verstehen gegeben, daß sie sich auf die De- parativnsfrage und den Sachverständigenplan bezieht, dessen Anwendung die Washingtoner Regierung auf das lebbakteste wünscht.

Dienstag in Berlin stattfinden soll, wird in erster Linie der Entschädtgungsfrage für die Ab­tretung der Eisenbahnen an das Reich gelten. Der Reichsfinanzminister wird versuchen, die Ansprüche einzelner Länd.-r nach dieser Richtung herabzumin­dern, weil die bisher geforderten Summen für dar Reich nicht tragbar erscheinen. Besonders ein­gehende Verhandlungen hierüber werden mit Bayern stattfinden müssen. Ferner wird in die­ser Besprechung auch die Frage der Beamten­besoldung erörtert werden, daß eine weiter« erhebliche Erhöhung der Beamtenbezüg« für Preußen vorläufig nicht tragbar wäre, weil schon die Mittel für die letzte Er­höhung der Beamtengehälter nur unter den aller­größten Schwierigkeiten von Pieußen würden auf­gebracht werden k önnen. Dem Standpunkt- Preußens werden sich verschiedene Länder an­schließen, vor allem Thüringen und Mecklenburg. Es wird namentl'A betont werden, daß die Län­der, für den Fall weiterer Erhöhungen der Deam- tengehälter unbedingt vom Reiche die Aeberlas- sung weiterer Steuerquellen beanspruchen müssen, Voraussichtlich wird der Reichs nanzminister in dieser Frage eine sehr entgegenkommende Hal­tung einnehmen und erklären, daß namhafte Er­höhungen vorläufig nicht vorgesehen sind und solche jedenfalls erst dann erfolgen würden, wenn vorher das Einverständnis der Länder eingeholt wäre.

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Entwurf für die Reform des Reichstags­wahlrechts borlegem Innerhalb der Parteien if die Stellung zu der Reform im großen und ganzes geklärt, und eß steht bereit- fest? daß eine grund­sätzliche Ablehnung höchstens für die Kommunisten und Nationalsozialisten in Frage kommt. Der Entwurf btt Aeichsregierung wird als wichtigste Neuerung di« Verkleinerung der Wahlkreise bringen und eine Verbesserung des bisherigen Listen­systems. Festgehalten werden soll unter allen Um­ständen an dem Grundsatz, daß keine Stimme auch für die Minderheiten verloren gehen darf und daß de-hall das Prinzip der R e i ch s w a h l l i st e beibehalten wer­den soll. Noch nicht völlig fest steht die Stellung der Parteien zu der Frage, eine Wie große Zahl vor Unterschriften notwendig fein soll, um die Genehmigung eines Wahlvorfchlages zu verwirklichen. Man will edoch unter allen Umständen verhindern, daß, wir bei der letzten Reichstagswahl, ganz unbedeutende Min­derheitengruppen zur Zersplitterung des Wahlkampfes beitragen. lieber dieHeraufsehungbesWahl- alter« ist man sich innerhalb der bürgerlichen Par­teien auch bereits einig: innerhalb der Sozialdemokratie bestehen in diesem Punkte jedoch noch abweichend« Meinungen und es muß immerhin damit gerechnet werden, daß die Heraufsetzung des WahlalterS von der Sozialdemokratie ab ge lehnt wird. Doch würde bei der einmütigen Stellungnahme der bürger­lichen Fraktionen an der Annahme auch dieser Be- timmung dadurch nichts geändert werden. Auf je­den Fall wird man daran festhalten, den Entwurf noch vor den großen Ferien des Reichstages zu ver­abschieden, schon deshalb, weil immer noch nicht unvor­hergesehene Umstände zu baldigen Neuwahlen nötigen könnten.

London, 5. Juli. „Daily Telegraph" erklärt heute rund heraus, daß die ganze Aufregung in Paris nichts weiter dar st eile, als ein Versuch der Pvincarä blind er­gebenen Beamten des französischen Auswärtigen Amtes, die Londoner Konferenz durch künstlich konstruierte Mißverständnisse zum Scheitern zu bringen.

9 o 110. 6. Juli. Der „Petit Parisien" glaubt zu wissen, daß der französischeBotschafter in London sich heute nach Pari- begeben habe. Es sei anzunehmen, daß die mündlichen Erklä­rungen, die er Herriot überbringe, zusammen mit denjenigen, die er nach seiner Rückkehr nach Lon­don Mac Donald übermitteln werde, das Mißverständnis der letzten Tage end- Süstig zerstreuen würden.

\ Sie vorzeitige Veröffentlichung de« englischen Memorandums.

London, 5. Juli. Es wird mitgeteilt, daß Eine Unterfuchuna eröffnet werden soll, um

Wirb Herriot »nriilltreten?

Paris 5. Juli. Unter dem Titel »Wird Herriot zurucktteten" bespricht der Leitartikel der .Liberte" ne M öglichkeit einer Demission des ranzö fischen Ministerpräsidenten noch vor der Londoner Konferenz. Das Statt aßt, das Herriot als Regierungschef im Laufe ernes Monats sich nach wie vor gleichgeblieben sei und zu viel spreche, wie es nach seiner Rückkehr aus Rußland aus Deutschland und Amerika der Fall war. Während Herriot im ersten Augenblick der Empörung über die Veröffentlichung der englischen Vorschläge erklärt habe, daß letztere im Widerspruch zu der Unterhaltung in Chequers stehen, sagte der Ministerpräsident gestern vor dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten, daß sein Sauvtmitarbeiter am Quai d'Orsay schon am 27. Juni einen Meinungsaustausch mit Mac Donalds Mitarbeiter gehabt habe über das von der Konferenz zu unterbreitende Memorandum. Sechs Tage später bat Serriot Protest erhoben. Das Blatt meint zum Schluß, Herriot müßte jetzt früher ober später zurück­treten.

Belgiens Meinung.

Paris, 5. Juli. Der Brüsseler Korrespondent des „Journal des Däbats" meldet, daß man sowohl in amtlichen Kreisen Belgiens überzeugt sei, datzdas fran- züfisch-englische Mißverständnis eine persön­liche Angelegenheit zwischen Herriot und Mac D o n a ld sei, das in kurzerZeit vollständig aus der Welt geschaffen fein werde.

Optimistische Auffassung in Rom. -

Rom, 5. Juli. In Kreisen, die in ständiger Fühlung mit der Confulta stehen, wird die Stel­lung Deutschlands auf der Londoner Konfe­renz als günstig angesehen, wenn Deutschland auf dem rein juristischen Standpunkt stehen bleibt. Poincarö habe stets den juristischen Charakter der Ruhrbesetzung betont, als Mittel Pfänder zu zu bekommen, nachdem Deutschland seine Verpflich­tungen nicht erfüllt habe. Das Dawes-Gutachten enthalte neue ZSfändersicherheiten, die die Alli­ierten angenommen hätten und denen Deutsch­land zugestimmt habe. Damit sei eine neue Situ­ation geschaffen, die juristisch beide Teile binde und die Aufgab eder Pfänderficherungen, wi esie die Ruhrbesetzung bezweckt, bedingt. Da ferner der Versailler Vertrag besondere Sicherungen für Frankreich nicht vorgesehen habe, könne das Pro­gramm der Londoner Konferenz auch nicht die von Frankreich gewünschten Fragen der Sicherheit ein- schließen, wenn man nicht zu einer Revision des Versailler Vertrages kommen volle, der sich Frankreich stets widersetzt habe.

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Rom, 6. Juli. Die Morgenblätter gehen auf den englisch-französischen Zwischenfall be­züglich de» Londoner Konferenzvrograinms noch nicht naher ein, sondern stellen nur fest, bal6 öerrtot dieselbe Politik treibe wie Betont wirb, wie voraussehend klug Mussolini gewesen sei, als er sich entschloß, nicht nach Lonbon zu gehen.

Aus dem totsten Stbtet.

Eine neue Schikane.

Frankfurt a. M., 5. Juli. T Goar berichtet wird, hat **'« s-» türbehörde wieder n i h m e gelioffsR üns Sonnte* und 24. A" schlao" stss-

Ein Schritt Strefemanns in London?

Berlin, 5. Juli. Der „Lokalanzeiger" melde: aus London, über einen Schritt Strefemanns wolle „Daily Tekegrraph" folgendes wissen: Dr. SPrefe­rn a n n habe in London wissen lassen, daß er den Be­richt nicht durch den Reichstag bringen werde, wenn die Konferenz nicht die von den Sach­verständigen aufgestellten Bedingungen als bindend anerkenne, darunter auch die vollständige Räu­mung des Ruhrgebietes und die Verpflichtung Frankreichs, in Zukunst keine Einzelaktion zu unternehmen, falls in Deutschland Verfehlungen ein* treten. „Daily Telegraph" betrachtet dieses deutsche Verlangen als eine neue Komplikation der sehr verworrenen Lage. Man verstehe Wohl die Schwierig­keiten Dr. Strefemanns, dem es darauf ankomme, eine Zweidrittelmehrheit im Reichstag zu schaffen, aber iw Hinblick auf die Pariser Stimmung sollte er die Schwie­rigkeiten der englischen Diplomatie nicht noch erhöhen.

Beunruhigung wegen der Londoner Konferenz.

Qu. Berlin, 7. Juli. Im Berliner Auswär­tigen Amt ist man gegenwärtig über den englisch- ftanzks fchen Zwischenfall, der infolge des englischen Einladungsschreibens zur Londoner Konferenz ent­standen ist. außerordentlich beunruhigt. Man glaubt zwar nicht, daß die Londoner Konferenz zum Scheitern verurteilt sein wird, aber man be­fürchtet, daß sich erllste Gefahrenpunite aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten ergeben werden. Rach den in Berlin vorliegenden Informationen isi sogar mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Londoner Konferenz am 16. Juli noch nicht zusam- nientreten kann und baß sich die ganzen Ent- scheidungen über das Sachverständigengutachten er­heblich hinauszögern werden. Selbst wenn der. Termin des 16. Juli innegehalten wird, so wird 1

Sie toitiltze Sauvtbetingung.

Außenminister Dr. 6trefemann hat in seiner Besprechung mit den Parteiführern eine eindeutige Er­klärung über die Voraussetzungen abgegeben, von denen die Reichsregierung ihre endgültige Entscheidung zum Sachverständigen-Gutachten abhängig machen wird. Danach ist die Hauptbebingung. die die deutsche Re­gierung stellt, die militärische Räumung der Städte Duisburg, Ruhrort und Düssel­dorf. Wenn die französische Regierung in Aussicht stelle, sie werde die militärische Besatzung unsichtbar machen, so sei das ein Versprechen, mit dem man sich deutscherseits unter keinen Umständen zufrieden geben würde. Wir hören von maßgbender parlamentarischer Stelle, baß diese Mittei­lungen des Minister- ben einmütigen Deisall aller Parteiführer gefunden hat. In bieser Frage gibt es überhaupt keine Meinungsverschiedenheit unter ben brutschet, Parteien. Die Vorstände ber Reichstagsfraktionen von den Deutschnationalen bis zu beu Sozialdemokraten werden noch vor der Londoner Konferenz zu diesen Mitteilungen der Reichsregierung Stellung nehmen. Es ist vorauszufehen, daß sich diese Parteien einmütig für den Standpunkt der Reichs­regierung erklären werden, zumal gegenwärtig die gleiche Situation entstanden ist, wie sie unter der Regierung Cuno zur Verteidigung der deutschen Po­litik au der Ruhr gegeben war.

Das Schicksal der Londoner Konferenz ist noch nicht völlig geklärt. In den Berliner außenpolitischen Krei­sen ist man sehrr beunruhigt über die aus Varis vor- liegenden Nachrichten, und wem, es auch gelingen sollte, die Einigkeit zwischen England und Frankreich wtederherzustellen, so besteht doch immer noch die Gefahr, da hdie Gegensätze auf der Konferenz selbst in verschärfter Form wieder aufgetreten und eine schleunige Lösung in Frage gestellt wird. Die unnach­giebige Haltung Frankreichs in einzelnen politischen Fragen wird aber, wie wir versichern können, die Reichsregierung nicht abhalten, die deutschen Forde­rungen unter allen Umständen aufrecht zu erhalten.

Von offiziöser Seite ist im übrigen ausdrücklich daraus hingewiesen worden, daß auch die militärische Räumung des sogenannten Sanktionsgebietes der Skäd.'c Duisburg, Ruhrort i:r>6 Düsseldorf erfolgen mi ß, und daß ein abschließendes Ergebnis der Londoner Kon­ferenz nicht erzielt werden kann, so lange diese Fragen nicht restlos geklärt sind. ■ '

Die Haltung des Reichskabinetts hat im übrigen dazu beigetragen, daß die außerordentlich großen Be­sorgnisse, die man in den rechtsstehenden politischen Kreisen hinsichtlich der Annahme des Sachverständigen- Guiachtens gehegt patte, wesentlich abgemildert worden sind. Wenn die Deichsregierung in der Lage sein wird, mit ihrem Standpunkt durchzudringen, so würde die Annahme des Vachverständigen-Gurachtens tatsäch­lich das allerschwerste Hebel der bisherigen französischen Politik, die Beseitigung der Ruhrbesetzung, mit sich gebracht haben. Auf der anderen Seite ist sich Wohl auch die Aeichsregierung selbst darüber klar, baß sie sich nunmehr festgelegt hat und die Verpflichtungen des Sachverständigen-Gutachtens unter keinen Umstän­den übernehmen darf, ohne volle Klarheit über das Schicksal des Ruhrgebiets geschaffen zu haben. Das ganze deutsche Volk würde es nicht verstehen, wenn etwa die verantwortlichen Rcgierungsmänner sich in dieser Frage mit einer Absage, sei sie in noch so ver­schleierter Form gegeben, begnügen würde. Es ist auch ohne weiteres mit der Tatsache zu rechnen, daß das Kabinett Marr-Stresemann sich nicht scheuen wird aus der ganzen Sachlage die Konsequesen zu ziehen. Gelingt es ihm nicht, in London den deutschen Stand­punkt durchzusetzen, so bleibt nichts anderes übrig als die Demission. Der Rücktritt der Regierung wäre die gebührende Antwort auf die Ablehnung der deut­schen Forderungen, die für das ganze deutsche Volk eine Ehrenfrage darstellt, an der nicht gerüttelt werden barf;

Das snmw-enMche MMmländniö.

Sie Einladungen zur Londoner Konferenz.

Parts, 5. Juli. Die HavaSagentur erfährt aus London, daß die englischen Sinlabungen zur Teilnahme an der Konferenz am 16. Juli der bel - gifchen Botschaft In London gugestellt wurde, während das italienische Kabinett pon dem englischen Botschafter In Rom Nach­richt erhielt. Die japanische Regierung und die Vereinigten Staaten haben die Einladung durch ihre Vertteter in London erhal­ten. Lord d'Abernon, der englische Botschafter In Berlin, hat gleichfalls eine Mitteilung hin- sichtlich der Einladungen erhalten, die Droßbri- tnnnten an die verbündeten Mächte versand hat.

Herriot vor ben Kommissionen.

Paris, 6. Juli, lieber ben Verlaus ber gestrigen Vernehmung Herriot« vor ber Finanz- kommission unb bet Kommission für auswärtige Angelegenheiten machen bie heutigen Morgenblätter ausführliche Angaben. Herriot soll bem „Echo be Paris" zufolge erklärt haben, er hätte erst vorgestern abenb bas Vorhanbensein des englischen M e - eoronbums erfahren. Darauf hat ber Abgeorbnete Ferra bie biei nachstehenden Fragen an Serriot ge­lichtet:

1. Ist im Verlauf ber Besprechungen in Chequers M Meinungsaustausch über bie Absichten der eng- Mchen Regieriurg betresienddie im Memorandum be­ehrten Fragen erfolgt?

Herriot antwortete darauf verneinend.

2. Standen Sie seit ben fioubonet Besprechungen tn direktem Briefwechsel mit Ramsay Mac Donaib hin­sichtlich dieses Memorandums?

Herriot antwortete auf diese Frage gleichfalls vet- irinenb.

3. Hat Ihr hauptsächlichster Mitarbeiter im Quai d'Orsay hinsichtlich bes Memorandums nicht einen Meinungsaustausch mit bem Sauvtmitarbeiter Ramsay Kac Donalds unterhalten?

Herriot antwortete mit Ja.

Weiter mußte Herriot dann, wie schon gemeldet, tozeben, daß dieser Meinungsaustausch zwischen Berretti della Rocca und Sir Crewe am 27. Juni er­folgt sei.

Herriot fuhr, nachdem stch das Erstaunen bet Inwesenden ein wenig gelegt hatte, mit seinen Er­klärungen fort unb sagte, er habe vorgestern abend an den englischen Ministerpräsidenten eine Pratest- «»i e in bet Frage bes Memorandums gerichtet unb Mt Bitte hinrugesiigt, bie Tragweite desselben genau •"geben zu wollen. Für den Fall, daß keine Antwort ws London innerhalb 48 Stunden eintreffen sollte, so JKtbe Herriot selbst eine Berichtigung vornehmen. Kaum hatte Herriot diese Worte gesagt, als ein Be- wtter des Quai d'Orsay vorgelassen wurde, der ihm tüten persönlichen Brief bes Pariser englischen Bot­schafters Lotb Crewe überreichte. Dieser Bttef, der englisch abgefaßt war, würbe von Herriot an ben tasidenten ber Kommission für auswärtige Ange- fteenbeiten, Ftauclin Bouillon, weitergegeben, bet ihn Wort ins französische übersetzte. Der Brief gab bem eefremben Ausdruck, bas man in London angesichts •er Erregung empfunden habe, bie sich ber französischen Presse unb ber öffentlichen Meinung in Frankreich W« Anlaß ber englischen Note bemächtigt hab«, ßorb Dewe führte weiter aus, baß bas an bie oerbünbeten Mächte gerichtete Memorandum einen einseitigen Charakter hätte und nur bie Auffassung bei üti t i sch en Regierung wiederspiegelte

Die Lektüre bes Briefes würbe von bet Kom­mission mit unverkennbarer Genugtuung aufge- fiommen unb das Unbehagen, bas auf bet Vetfamm- drng gefastet 'hafte, schien behoben Die Mitglieder Mi Kommission richteten bann an Herriot eine Reibe •on Fragen. 11. a. wünschte Klotz zu erfahren, ob bet Versailler Vertrag einer Neuerung «usgesetzi werben solle unb ob ber Ministervräfi- bent sich bazu beigeben wolle. Im Ptinziv nein, habe 5eniot geantwoitet, boch sei es möglich, baß bie llm- siänbe uns gewiss« Konzessionen aufeilegten. Dann »am es zu einet Jnfeivention Siianb». Der ttöhete Ministerpräsident fragte Heniot, ob es ihm Hebt möglich sei, bie während der Konferenz in Cannes seinerzeit eröffneten Besprechungen wieder aufzu- tthmen, um den Abschluß eines Earantie- kaktes mit England zustande zu bringen, verriet hat darauf geantwortet, baß Frankreich in bisset Frage bie öffentliche Meinung Großbritanniens imb bas britische Parlament gegen sich habe. Beibe ßunben einem militärischen Pakt feind- jelig gegenüber, boch könne man hoffen, baß Ftank- teiif) von Großbritannien für ben Fall eines beutfchen Angriffes Garantien erhalte. Seinerseits legte dranclin Bouillon bas Gewicht auf bie Feststellung, >03 sowohl bie Pfiinbet unb bie zur Sicherheit Frank- rcichg wie bie zur Ausführung ber deutschen Verpflich- ttosen notwendigen Garantien aufrecht erhalten vlie- wtl Beim Ausgang ber Sitzung hat Herriot, bem .Ccho be Paris" zufolge auf eine -Frage Brianbs he- tteffenb bie Revarationskommission erklärt, sein Etn- -suck singe bahin, baß es viel schwerer fallen werbe, btefe Kommission an bem Tag in ber vollen Ausübung ttter Funktionen beizubehalten, an bem bet Sachvet- ftänbigenvlan unb gleichzeitig bas Verfahren zur Et- M'.ttelung ber eventuellen Verfehlungen in Kratt ge­treten sein werbe.

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