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59. Mkg. 192#

Marburg a. L, Svmwbend, ben 28. Kim

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Hamburg über ihn er

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beisammen hatte, kaufte er das den gänzlich verschuldeten Be­setzte er sich zur Ruhe in der Eindringlinge. Fuß zu fassen in

Tielen über ihn reden, Jagdausslug in Afrika

paar Millionen Gut Brake von sitzern. Darauf Einsamkeit aller

Zn der die

ter neuen Amgegend, überließ er seinem Sohn. Der tat sein Bestes. Er wühlte seine Frau aus einer der ältesten Familien des Landes und kan- ditiert? für den Reichstag.

Der alte Herr von Seekamp begrüßte Heesrm.rnn mit ausgesuchter Höflichkeit, mit etwas feierliche­rer Höflichkeit vielleicht als die Häupter der alt­eingesessenen Familien. Dann half er Frau von Hellmann aussteigen. Sie war eine dunkle Schön­heit von prachtvoller Gestalt, mit großen brau­nen Augen in einem ursprünglich vollen und blü­henden Gesicht; aber die Wangen waren schmal geworden und bas Rot von ihnen geblichen. Mit müder Bewegung streifte sie den langen Fahrman­tel von ihren Schultern.

»Wie freuen wir unS, Sie endlich einmal wie­der bei uns zu haben, liebe Frau Hefemannl Kind, wie geht es denn nun?"

Mit warmer Herzlichkeit blickte er auf die blasse, jung« Frau, di« er schon im Ssteckkissen gekannt hatte damals als der lebensfrohe Rittmeister drn Ramin seinen Llrlaub auf dem Väterlichen Gut Rami» zuzubringea pflegte. Er starb früh. Seine Waise kam zu den allen Ramins, denen sie ein paar unruhig« Jahre schuf, während sie als Stern und Mittelpunkt aller Feste im Lande glänzte, umschwärmt und umworben von den Offi­zieren der Marin« wie des LanlcheereS, von den ledigen Söhn« der grundbesttzenden Familien bis [le zur Verwunderung ihrer Standesgenofsen vor drei Jahr« plötzlich Max Hesemann aus

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Klatsch!"

Wenn Herr von Seekamp seine Meinung in Ciniilbein ausdrückte, war nicht daran zu rütteln. Botho steckte die Hände in die Taschen seiner Jagdjoppe und musterte mit zusammengekniffenen Augen den vvrfahrenden Wagen.

ES war eine außergewöhnlich elegante, niedrige tzalbchaise mit breitem Schutzleder über den Rä­dern und ohne Schlag; die Pferde, die der glatt­rasierte Kutscher mitten im Traben zwang, haur- fchc.rf vor der Haustür stillzustehen, waren sehr schwere Karossiers, protzig schön unter dem Silber des Geschirrs, das im Mvrgenlicht auf ihren schwar­zen Fellen gleißte.

Der Mann, der auSstieg. war von schwerem Schlag, wie seine Säule, mit vollen Lippen und tief herabhängenden Lidern über grauen Augen, die sich nur langsam in ihren Höhlen drehten, deren Blick abet unentrinnbar festhielt, wenn er eine Sache oder einen Menschen einmal aufs Korn ge­nommen hatte. AebrigenS ein schöner Mann von sehr gerader Haltung in korrektem Jrgdkostüm. Das dunkle Haar, der fast schwarz« Spitzbart, gaben seinem Gesicht etwas Bestimmtes, Gebieten­des trotz der Verschwommenheit der Sflge. Selbst im Ki eise dieser Männer, di« sämtllch ihr Herrentum in ihrem Aeußern deutlich zur Schau trugen,

»Hör' du mal Karlchen der kennt ihn von seinem her."

»Geschwätz!"

»And was man sich in zählt?"

dieser volksethischen Zielsetzung, nicht etwa in Vertretung materieller Berussinteressen, muß Arbeit der Reichslandjugend bestehen.

Spitzenorganisativn von über 700 wirtschaftlichen, kultu­rellen. politischen Bereinigungen, hinter der Millionen von Mitgliedern stehen, zu wuchtigen und wür­devollen Kundgebungen am Sonntag, den 29. aufruft

Möchten sie. jenseits der Parteien stehend, überall die regste, ihrer unendlichen Wichtigkeit entsprechende Beteiligung finden, möchte ihnen derselbe Erfolg, wie einft den Kundgebungen gegen die Auslieferung der (»genannten Kriegsverbrecher beschicken sein, möchten auch die Stellen, die sie in Marvurg vutsuoereuen >aben, alle Kreise zu einmütiger Willenskundgebung um ich sammeln!

Brckc ihr Jawort gab. Rach zwei Jahren war ein Sohn geboren Die Mutter kämpfte wochen­lang mit dem Tod«. Als sie wieder aufstand, hotte das stille blasse Bübchen sich die Welt ge* nirgend betrachtet, um sich eilig daraus in das kost­bare Mausoleum zurückzuziehen, das Max Heese- menn für seinen Vater, den Gründer der Familie, hatte bauen lassen.

Ihre»- liebenswürdigen Aufforderung nachkom­mend", antwortete für Anna mit steifer Würde der Broker,bringe ich meine Frau mit, Herr von Ceckamp. Es ist heute ihr erster AuSgang nach unferm schweren Verlust und eigentlich weder ratsam für ihre Gesundheit noch besonders pas­send, daß er gerade zu einer Jagd stattfindet. Ab« sie bestand darauf."

..Ja, ich wvllle kommen," sagte Anna. 6il dumpfer Trotz klang in ihrer tiefen Stimme.

eie haben uns allen eine große Freude damit gemacht, versicherte Herr von Seekamv. ..Meine Frau und meine Töchter werden stolz darauf sei», daß es Sie in unser Hour zuerst zog."

Anno sah ihn dankbar an und dann mit dunll lern Blick die altväterliche Diele, wo Rehkronen und Hirschgeweihe die Tapeten bedeckten und di« braunen Eichenschränke an den Wänden standen. unKtiüdt seit hundert Jahren. Auf Brak« war jedes Stück neu wie in einem Möbelladen. Wen» Frau Anna ihren Mann ärgern wollte, pflegte sie alle Fenster aufzureitzen unter dem Voigten, baß ss« den Geruch des Lacks und des frischer Holzes im Hause nicht ertragen könne.

(Fortsetzung folgt.j

- Liefe,

n 15.2$ 50 btt enmehf, 175 btt

Man schreibt un»;

Die Folgen und Schäden der Zwangswirtsch^k im Wohnungswesen für die Allgemeinheit find so fraf zu Tage getreten, bah selbst in den Kreisen, die dies« Zwangswirtschaft herbeigeführt haben, di« größte» volkswirtschaftlichen Bedenken entstanden. Sv weist bet .Vorwärts" in letzter Zeit mit Aachdruck auf die ge­waltigen Schäden hin. die der Altwohnraum auszu­weifen hat.

Der Hausbesitzer war der wichtigste Brvtgrber bei Handwerker. Die besonders schlechte Lage deS Hand« Werks stcht im engste« Zusammenhang mit der oev> zweifelten Lage des vermietenden Hausbesitzers.

DM Maürer und Zimmerleute nur in verschwinden­dem Maße noch gebraucht werden ,hal die Lage am Ar­beitsmarkt auf daS ungünstigste für Beschäftigung ttnl Lohnhöhe der Arbeiter beeinflußt. Da» einst fo blühend, solide Wohnungsbaugewerbe ist vernichtet. Die Wech» elwirkung zwischen Baugewerbe und Industrie tritt

Rar hervor. -

Die Wohnungszwangswirtschaft, insbesondere in Be­zug auf die Zurückhaltung der Mietzinsen auf den sen­gen Tiefstand, hat nicht nur der deutschen Vo'kswiri- chaft, Industrie. Handwerkern und Arbeitern schwerste« Schaden zugefügt, sondern auch die deutschen Sachwerte, den bebauten und unbebauten Grund und Boden in ihrem Werte auf einen Bruchteil herabgedrückt und den Realkredit, d.h. das Zutrauen zu diesen Sachwerten, zerstört.

Alan komme nicht damit, daß die» Folgen de» ver­lorenen Krieges seien! Welche Wirkungen dieser hatte, dessen sind wir uns wohl bewußt. Dir angeführte» Schäden sind die Folgen der verkehrten Zwangswirt-

Wenn die Organisationen de» deutschen Hausbe­sitzers gegen die Zwangswirtschaft ankämpften, so ge­schah dies zugleich im Interesse der Allgemeinheil.

Für jeden, der in volkswirtschaftlichen Dinge«! nicht gerade mit Kurzsichtigkeit behaftet ist, war es kein Wunder daß der Bund deutfcher Architekten auf sei­nem in unserem Marburg Mitte d.Mts. stattgefundenen Bundestag eine Entschließung gegen die Zwangswirt, schas! im Wohnungswesen annahm, auf Grund eine» Bortrages des Architekten Wilh. Kröger-Hannover. Mitglied des Reichswirtschaftsrates. Der Dortragend, betonte, daß er von allem Anfang an gegen di, Zwangswirtschaft Stellung genommen habe, da et den katastrophalen Zusammenbruch vorausgesehen habe.

Aus den Schäden, wie sie eingetreten sind ergibt sich eine wie schädliche Politik die Mietervereine ge­trieben haben. Kurzsichtig ging ihr Bestreben dahin, den Mieter für ein Richts wohnen zu lassen, wie eS i, der Inflationszeit tatsächlich der Fall war.

llnd was sind die Folgen? Mangel an Wohnun­gen, verfallende Häuser und eine HauSzinSsteuer. dtt den Mieter wie jeden anderen Rauminhaber hart trifft, ohne daß die angerichteten Schäden der Zwangswirt­schaft auch nur gemindert werden.

Der Redner auf dem Bundestag deutscher Architek­ten, Kröger, wies mit Recht daraus hin, daß bi, Hau»- zinssteuer doch eigentlich nicht» weiter darstelle, al» eint Mietzinserhöhung zu Gunsten des Staate».

Es gibt zahlreiche Mieter, in allen Stadien, die in den Jahren nach dem Kriege in der Lage gewesen wären, und es zum Teil noch jetzt sind, sich ein eigene« Haus zu bauen. Sie unterließen es. weil TU für ein paar Pfennige als Mieter Wohnung hatten. Auch die« ist eine natürliche Wirkung der WieizinSzwangSwiri- schafl.

Mit Reckt hob Architekt Kröger hervor, baß gutge­stellte Mieter volle Friedensmiete an den Hausbesitzer zahlen nnifitcn. und daß für zahlungsunfähige Miete, ein Zuschuß au» öffentlichen Mitteln an den Hau«, bescher bezahlt werden müsse.

Wie die Dinge jetzt liegen, wohnen die Meter aus Kisten der Hausbesitzer, da sie an den Hausbesitzer nut ein Drittel der Friedensmiete zahlen. Tatsächlich als.

wirkt« sein breitspurige» Selbstbewußtsein. Er war ein Neuer und muhte um seine Stellung kämp­fen Da» Schwerste hatte sein Vater schon getan. Der hatte spekuliert und gespart, war von kleinen Geschäften zu großen Unternehmungen vorgedrun­gen. und eines schönen. Tages» als er ein

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zum A, öuni 1914 und 1919.

Don Vizeadmiral a.D. Engel.

Der 28. 3unt ist ein SchicksalStag erster Ordnung in Geschichte de» Deutschen Volkes.

Am 28. Juni vor 10 Jahren knallten in Serajewv jye Schüsse, die den Auftakt zum Weltkriege bildeten

28. Juni vor S Jahren wurde in Dersailles das Achanbdokument unterschriftlich vollzogen, das dem beut» £en Volke Ehre und Lebensfähigkeit zu nehmen 6e- fmmt ist.

WaS haben die deutschen ^Beauftragten im § 231 des

in der Begrüßung neu ankommender Gäste brummte en seinem Vater ins Ohr;

Du, Papa, das ist ja Braker» Gespann. Hist du den infamen Kerl, den Heesemann, denn auch eingeladen?"

Herr von Seekamp runzelte di« Stirn.Heese- mann ist unser Nachbar; er hat di« Anna Ramin zur Frau. Im ganzen Land wird er geladen."

Kinglandbund.

Das Bestreben, die Jugend zu gewinnen und sie intelleftuell wie moralisch in bestimmter Richtung heranzuziehen, beherrscht unser ganzes öffentliches Leben. Abgesehen davon, daß eine ganze Reihe von Jugendorganisationen mit be­stimmter weltanschauender Richtung bestehen und daß große Bereinigungen sich einen 'Jugendnach­wuchs heranzuziehen suchen, haben sogar die Par­teienihre" Jugend organisiert. Die Jugend un­serer Zeit, He in den äußeren Lebensbedingungen wie in der seelischen Erundeinstellung so ganz an­ders geartet ist, als die viel unbekümmerter dahin- lebende Jugend vor dem Kriege, fühlt einen star­ken Betätigungsdrang in sich, der von Natur durch- 'aus nicht ausgesprochen richtungspolitisch bestimmt ist, sondern im allgemeinen nur das Bestreben zeigt, der Allgemeinheit, dem Vaterlande, auch in jungen Jahren bereits irgendwie zu dienen und in freiwil­liger Leistung den eigenen Menschen heranzubilden. So ist es dsttfl kein Wunder, daß auch der Reichs­landbund, die politisch-wirtschaftliche Vertre­tung der deutschen Landwirtschaft, seine Jugend zusammenzufassen und in den Dienst seiner Ziele zu stellen sucht. Dieses Bestreben ist be­deutend begrüßenswerter, als etwa die parteimäßige Erfassung der Ju­gend. Ist doch im allgemeinen die Landwirtschaft parteimäßig nicht festgelegt, wenn sich natürlich auch eine mit Berufsauffassung, Schollenverwur­zelung, Heimatliebe und Freude am Zusammen­hang mit der Natur aufs engste zusammenhängende Weltanschauung herausgebildet hat, die ausgeprägt germanisch-christliche Wesenszüge trägt. In der Pflege dieser Weltanschauung, in der Freude am Vurerooven, tn oer Liede zur Heimat Uno zum Va­terland, in der Ablehnung alles im schlechten Sinne großstädtisch Unrechten muß die Arbeit der soeben begründeten Reichslandjugend bestehen. Eine der größten Eefahrerscheinungen für ein Volk ist die Landflucht, das Hereinströmen der Volkskraft in die alles gesunde Leben zermahlenden, die Ver­flachung und Scheinkultur fördernden Städte. Ge­gen solche das Leben der Nation bedrohenden Zeit­erscheinungen kann gar nicht genug angekämvft werden. Es ist anzunehmen, daß die im bewußten Willen zur Pflege ihrer Sonderart sich zusammen­findende Landjugend den Berufsstolz stärken und dafür sorgen wird, daß unserem Volke in der Land­

men des Möglichen Berücksichtigung finden. Ob über die Augenblickshitfe hinaus die Rückkehr zu den bereit» geforderten und viel umstrittenen Schutzzöllen nötig ist. kann im Augenblick noch nicht einwandfrei festgrftelli werden. Sine Sntfcheidung hierüber hängt von der allgemeinen wirifchaftlichen und politischen Entwicklung ab. wie sie durch die Forderungen des Sachvrrstän» digen-VurachtenS eingcleitet worden ist. Die Landwirt­schaft hat dem deutschen Dolle, soweit e» überhaupt möglich war, durch die schweren Kriegsjahre hindurch, geholfen, nicht zuletzt dank einer landwirtschaftlichen Borkriegspolitik, die trotz heftiger Anfeindungen durch- gehalten worden ist. Die Landwirtschaft bleibt auch weiterhin das Rückgrat de» deutschen Staate». Diese« Rückgrat darf nicht durch unvernünftige Belastungen oder etwa gar aus dem Haß. doktrinärer, politischer Einstellungen heran« gebrochen werden.

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bevölkerung ein ewiger Jungborn körperlicher und seelischer Erneuerungskraft erhallen bleibt.

(Nachdruck verboten.)

Skt Todsein».

Kriminalroman von Luise Westkirch.

Erstes Kapitell

Bei Seekamps auf Hohorfl war Jagd, keine ftron den großen, nur ein einfache» Treiben au" Hasen Es kam doch eine stattliche Anzahl von Gästen zusammen, denn die Seekamps saßen seit Jahrhunderten im Lande und waren fast mit allen Familien verschwägert.

V Ja der offenen Tür der Vorhalle ffunb bet Hausherr, ein feiner, alter Herr mit kahlem Schä­del und mächtigem weißem Schnurrbart, und k>e- s willkommnete, unterstützt von Sohn und Schwie­gersohn, die Geladenen, die zu Wagen und zu Pferd einer nach dem andern anlangten, angeregt, vttw.cud. lauter Leute, die einander von Kindes­beinen an kannten.

Von den Fenstern des oberen Geschosses aus beobachteten die Damen der Familie die Auffahrt. Frau Mathilde von Seekamp, einen schwarzen kpitzenschal auf dem weißen Scheitel, ihre ver- heiratete Tochter ©ertrug von Polzin und die rassig dürre Grete, die Frau des jungen Seekamp, den sein Vater, bis er Hohorst übernähme, auf dem großen Hof Annenhof ansässig gemacht hatte. Grete war im Jagdkleid. Wenn ihre Schwiegermutter nicht zugab, daß sie an der Jagd teilnahm, zum Frühstück würde sie jedenfalls hinausfahren. Den | Samen leistete Pastor Roßmüller Gesellschaft, der i 6eelenfreunb der alten Frau von Seekamp, den der Rus Gottes in seinem Herzen von seiner stillen l Pfarre getrieben hatte, daß er, von Ort zu Ort r wandernd, mit seiner großen Beredsamkeit See­len tröste und bekehre.

Drunten in der Halle beschattete jetzt Botho don Seekamp die Augen mit der Hand, um ein vuf den Hof einbiegendes Gespann besser sehen hu können, bann zog er eine Grimasse, und mitten

Dir Forderungen der LandwirMnst

Di" Elcbilifierung der Währung durch die wunder­kräftige Rentenmari täuscht vielfach darüber hinweg daß die Festigung unterer finanziellen Dafis bisher noch nicht zu der Belebung der Produktion auf dem Geb'e'e der Industrie oder gar der Landwirtschaft geführt hat. Die Gesundung der staatlichen Finanzverhältnisse ist im Gcgentril auf Kosten der deutschen Wirtschaftskraft er­folgt. Es liegt auf ^er Hand, daß diefer S^sinzustand wirtschaftlicher Beruhigung in den aug nbkickliche i F r- men auf die Dauer einfach nicht weiter bestehen kann, ohne nicht nur die Wirtschaft, sondern dadurch auch die Finanzierung an sich in ihren Grundlagen zu er­schüttern .

Es ist ein offenes Geheimnis, und wird heute auch von der Seite nicht mehr bestritten, die man wohl als grundsätzlich landwirt'chastsfeindlich bezeichnen kann, daß die deutsche Landwirtschaft sich augenblicklich in einer außerordentlich schweren Notlage beftndet. <3te tst man­gels Betriebskapital gezwungen, nicht nur die Prodnk-e unter Preis zu verkaufen (wovon allerdings der Ver­braucher infolge des Zwischenhandels kaum etwas merkt), sondern auch dauernd in die Substanz einzu- greisen. Diese Sage ist einmal durch die außerordent­lich starke Steuerbelastung herbeigesührt, die. nicht nur seitens des Reiches, sondern auch durch einzeln Länder der Landwirtschaft aufgebürdel sind. Es sei in diftem Zusammenhänge nur an die preußische Hausünssteuer, die sächsische Zugtiersteuer, die braunschweigische Grund- steuer und andere Erfindungen des Fiskus erinnert Verschärft wird diese durch Kapitalsentzwhung ent­standene Krise durch den Mangel an slüssigen Krediten und die außerordentlich hohe, mit den landwirtschaft­lichen Produktionsgewinnen in gar keinem Verh-iltiis stehenden Zinssätze. Wir stehen mm vor her Tat­sache. daß die Landwirtschaft schlechterdings mcht mehr in der Sage ist, die kommende Ernte zu finanzieren, von deren Hereinbringung das Wohl und Wehe deS deut­schen Volkes abhängt . In den vergangenen Jahren hat Deutschland fernen Wertpapierbesitz aufgezehrt und von lym getevr. -augeiwnaum ,uw wie o-yn, gekommen, daß unser Volk fein« Sachwerte, feinen Realbesitz an Boden und Bauten, an Maschinen und Produktionsmitteln, an Vieh und anderen für ein Weiterleben der VoNSgesamtheit notwendigen Dingen anzugreifen beginnt. Es ist einfach unmöglich, daß dieser Selbftverzehrungsprvzeh etwa so lange anbauern darf, wie die Auszehrimg der in Wertpapieren ange­legten Geldreserven der Ration.

Die Führer der deutschen Landwirtschaft sind, man kann wohl sagen, in letzter Stunde, bei der Reichs» tegierung vorstellig geworden, um den obengekenn- zetchneten Sachverhalt darzulegen und Garantien für eine Rettung der deutschen Sandwirtschaft zu verlangen. Di« zinslose Stundung der Steuern bis nach Ein­bringung der Ernte, die Behebung der produk'isnSge» fährdeten Steuern, d'e Verlängerung der Kredite, Zu­führung neuer Kredite und Abkehr von der nach­revolutionären Wirtschaftspolitik, das sind die Forde­rungen. die seitens der Landwirtschaft bisher gestellt worden find. Es ist. nicht nur im Interesse der Landwirtschaft, sondern zum Wohle der VolkSgesamtheit dringend zu wünschen daß diese Forderungen im Rah-

Aokumente» unterschrieben? »Deutschland erkennt an 17'75 itzah Deutschland als Ar heb er aller Verluste und 3 , Schäden verantwortlich ist, welche die Enienteregierun- »en und ihre Staatsangehörigen infolge des Krieges er­sten haben, der ihnen durch den Angriff Deutschlands aufgezwungen wurde."

s Tu^ iter by hust fti fiuh£ ismeit? l Brief lumann,

Rre Nachbarin ist immer »E? Blusen usw. «er mit den weltberühmten echten -eitneann f Farben, Maike Frrchriops im Stent, selbst färbt. Tun Si< es auch und 61« find eben so elegant gekleidet.

Heitman»'» Farbe spart de» Färber.

9,25 2,375

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I 22,6

Im Ententeultimatum vom 16. Juni 1919 ist dann Kefer berüchtigte §231 durch folgenden Wortlaut er» linst worden: .Während mehrerer Jahrzehnte hat Deutschland unausgesetzt eine Politik getrieben, die da- teuf hinzielte, Eifersucht, Hatz, Zwietracht zwischen den Marionen zu säen, nur damit es seine selbstsüchtige Sei» knschaft nach Macht befriedigen konnte."

Die ungeheuerliche Lüge des sog. Schuldbekenntnisses fl» nicht nur von Deutschen, sondern auch von naiv.« hasten Persönlichkeiten deS ehemaligen FeindbundeS als silche erwiesen und zerpslückt worden. Aus der Fülle d«S BeweiSmaterials feien nur zwei angeführt: Kautsky. jer Parteitheoretiker der Sozialdemokratie, der im Ro- pember 1918 mit dem Auftrage, die Sünden der jaiserlichen Regierung schonungslos auszudecken, auf Me Akten des Auswärtigen Amt« losgelassen wurde, »utz tn der BroschüreDelbrück und Wilhelm I!. be­kennen:Ich war sehr überrascht, als ich in die Akten bei Auswärtigen Amts Einsicht nahm. Meine ur­sprüngliche Ansicht erwies sich als nicht haltbar. Deutschland hat aus den Weltkrieg nicht planmäßig hin» «arbeitet, es hat ihn schließlich zu vermeiden ge» kcht." Und ferner: Der amerikanische Senator Owen hat am 17. Dezember 1923 im Amerikanischen Senat Her die Kriegsursachen Bericht erstattet und dabei feierlich verkündet:Sie Belege zeigen, daß die 6eut» hhen militärischen Machthaber den Krieg nicht wollten, len Krieg zu vermeiden suchten, daß die russischen und französischen Machthaber zum Krieg entschlossen waren, laß sie die Mobilisation als Beginn des Krieges beab- pchtigt hatten; daß sie den Krieg seit vielen Jahren nach genauen Plänen, die sie in jährlichen pnlitärischen Konferenzen entwarfen, vorbereitet hatten.

!HS. 364 der amtl. Congressional recordS.)

Läßt ein Privatmann entsprechend schwere Angriffe aus seine Ehre sich gefallen, ohne alle, auch die letzten JBKHi$»*- a*aw 9 Hnh <>!n ßö

pmVolk, dessen Vergangenheit beweist, daß di« nationale D6re ihm einst nicht gleichgültig war, läßt dauernd den Alpdruck deS Versailler Schuldbekenntnisses auf sich vchen? Hat eS vergessen, daß auch seinen 2 Millionen gefallenen Söhnen, für die es einzutreten die heilige Mlicht hat, im besonderen die Ehre abgeschnitten wird, Denn es in der Mantelnote zum Versailler Vertrage heißt:Deutschland erkennt an, daß seine Soldaten im J Kriege Verbrechen begangen haben, deren sich auf Dett tieferer Kulturstufe stehende Völler schämen würden?

Lloyd George hat am 3. März 1921 in einer Rede zu London gesagt :.Di« deutsche Verantwortlichkeit für den Krieg ist grundlegend, auf ihr ist das Gebäude des Ver» trage» errichtet ;wird diese Anerkenntnis verweigert eber aufgegeben, ist der Vertrag hinfällig."

Auch für daS sog. Dawes-Gutachten tst daS Schuld­bekenntnis grundlegend. Richt nur unsere Ehre, son­dern auch unsere wirtschaftliche Existenz sind in ihm .begraben

Es ist daher nicht nur auf das lebhafteste zu be­grüben, sondern eine dringendste Forderung der Stunde, laß der ArbeitSausschutz deutscher Verbände, die

ni Prief =.24*', 4,21

iS,.50 19,97 11,68 18,25