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den Stand der ReparatjvnSfrage, nach Berlin laden. . -
schwoll nur schlecht den Mangel an Festigkeit Ungenauigkeit fceü Gedankens verhüllen, alles das Bilder, die die Alliierten in den Augen Berlins kreditieren und die Deutschen ermutigen können
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gung zuteil werden läßt. Man kann nicht von ihnen verlangen, daß sie ihre Sicherheit durch den Wegfall der Garantien gefährden lassen, die sie auf Grund der Bestimmungen des Vertrags von Versailles in Händen haben. In diesem Geiste bringen wir erneut unsre aufrichtige Hoffnung zum Ausdruck, daß die deutsche Regierung cu* die Bote der Botschafterkonferenz die Antwort erteilt, die der Situation und den im Vertrag feierlich festgelegten Verpflichtungen entspricht.
gez.: Herriot Ramsah Mac Donald.
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Das Entzücken der Linkspresse über die H)s- ^chleit des Serrit>t—Mac Donald-Briefs braucht man nicht zu teilen, doch soll man auch «ich! gleich das Wort zitieren: „Sie lispeln eng-
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Brüsseler Ministerbesprechungen schreibt der „Gaulois": Wir wollen nicht pessimistisch sein, aber wir sehen es nicht ohne Befürchtung mit an, bah heute die schwierigste und ernsteste von allen Verhand« langen, die bis heute geführt wurden, bon zwei 2deolog en ausgenommen werden, die zu ftifch im Amte sind, um schon die nötige Zeit gehabt zu Huben, die komplizierten Probleme gründlich durchzuarbeiten, die sie lösen wollen . Unfert belgische» Freunde, die sich nicht mit Worten abspeisen lassen, scheinen unsere Meinung zu teilen und beunruhigen sich wie wir mit Recht darüber.daß die Sicherheit Belgiens und Frankreichs in die Hand des Völkerbundes gegeben werden soll
Das „Echo de Paris" schreibt: Die Reffe Her- riots ist zu Ende; aber sie ist nur das Torspiel zu neuen Reisen. Hoffen wir, daß in Zukunft würdigere Formen gewahrt werden. Wüßte man auch nichts von dem Inhalt der Besprechungen, so werd« man schon äuge« sichts ihres äußeren Verlaufes sich nur schwer einer lebhaften Unruhe erwehren können. Dieser Minister, der nach London reist, ohne Zeit gefunden zu haben, sich mit seinem politischen Direktor über die Schwere der Verpflichtungen zu besprechen, die er unterschreiben wolle. Diele Pfeifenausslüg« auf den Wiesen von Chequers mit ihren Rudeln von Photographen, diese sentimentalen Ergüsse, die durch den Phrasen-
Der .Eclair "glaubt an einen Sieg Mac Donalds Die Schwäche des pazifistischen Herriot, schreibt das Blatt, die unwiderstehlich den Sieg herbeiführe, sei ohne Entschuldigung Man muß trotz alledem noch hoffen, daß sich im Parlament Männer finden, die das Land hierüber austlären . Poincare habe versprochen, sein Werk zu verteidigen; er müsse sprechen und, wenn notwendig, Unterstützung bei dem Präsidenten Douiuergue verlangen, der geschworen habe, die Rechte Frankreichs nicht in Mitleidenschaft ziehen zu lassen. Was General Rollet anlange, dem wohl bekannt sei, was sich in Deutschland abtpiele. habe gestern ein im allgemeinen gut unterrichteter Abgeordneter behauptet, er habe Herriot dem „Glorreichen" bereits zweimal feinen Rücktritt angeboten. Dieser habe ihn nur durch das Versprechen halten können, daß er nicht das militärische Programm zur Ausführung bringen werde, das er in seinem Brie fan den „lieben Blum" aufeinander» gesetzt habe, ' Ä i
Pa ris, 25. Juni. Sanas berichtet aus Brüssel 5» ben französisch-belgischen Besprechungen; Für Frankreich seien unter anberen auch kommerzielle Garantien unerläßlich. Deutschlanb müsse nicht nur ben im Sach- versiänbigenslan vorgesehenen Organen die Obligationen und Aktien der internationalen Eisenbahngesellschaft und bie Jndustrieobligationen übergeben, ionbern tiefe auf 11 bezw. 5 Milliarben geschützten Werte müb- ten auch so flüssig gemacht werben können, bah sie den Alliierten unmittelbar finanzielle Unterstützung von fliöserem Umfang böten. Es sei noch zu bestimmen, in welchem Mage bie Aufgabe der Pfänder im Ruhrgebiet sich gleichmäßig mit bieser Flüssigmachung vollziehen könnte. Diese Frage würbe anscheinend in Che- xiuers nur gestreift. Dort verständigte man sich, wie es scheine, nur im Prinzip übet die Opportunität finanzieller oder wirtschaftlicher Garantien anstelle militärischer Garantien, da die letzteren im allgemeinen nur wenig vrobuktiv. bagegen geeignet seien, internationale Konflikte hervorzurufen. Unabhängig von den Reparationen verlange Frankreich Sicherheits- garantien. Die Aufrechterhaltung der interalliierten qvili.x^.ntrnlls merb« aehaiüi lein. wlallüe DeuM-
Dre deutsche Antwortnote.
Berlin, 25. Juni. DaS Reichskabinett Hit gestern nachmittag über den Entwurf einer Ant» wortnote auf die Militärkontrollnote der Botschaft terkrnserenz beraten. Wahrscheinlich werden die Verhandlungen heute fortgesetzt werden müssen so- daß etwa heute abend die Antwort nach Paris akgehen kann. Aach der Beurteilung, die der am Dienstag veröffentlichte Brief des englischen und französischen Ministerpräsidenten an den Reichskanzler in politischen Kreisen die der Regierung nahestehen, findet, zu schließen, wird die Antwort ^vohl im allgemeinen zustimmend avsfallen, wenngleich die Regierung sich dagegen zu sichern versuchen wird, daß nachträglich noch weitere Kontrollforderungen vorgebracht werden.
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Berlin, 26. Juni. Wie wir erfahren, hat der Reichskanzler die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder zum Donnerstag, den 3. Juli, zu einer Aussprache über die allgemeine politische Lage, insbesondere auch über
Die neuen MimmGerylmoumgen.
Berlin. 26. Juni. Der SechserauSschuß und bie Micum verhandeln, wie schon mitgetellt wurde, bereits wieder über bie Verlängerung der Micum» Verträge. Man hat sich deutscherseits zu diese« Schritt bereit erklärt, nachdem von Seiten bet Micum Versprechungen gemacht worden sind, Erleichterungen in den deutschen Verpflichtungen ztz schassen. Diese Erleichterungen liege« vor alle« auf dem Gebiet der Forderungen, die durch ben Vertrag von Versailles nicht begründet sind, als» diejenigen Verpfli<Aungen. die sich nicht mit der Lieferung von bestimmten Kohlenmengen an die Alliierten befassen, sondern di« Einbringung einet Kohlen st euer, von Zöllen, von Zu- und Ablau fgenehmigungen ufw. vorsehen. Schon bei den Verhandlungen am 15. Juni wurden von französischer Seite Andeutungen gemacht, baß man von diesen Sonderverpslichtungen, di« einer vertragsrechtlichen Grundlage entbehren, Abstand nehmen wollte, wenn die Industrie die Lasten noch länger auf sich nehmen würde. Außerdem wird man aber bei den jetzigen Verhandlungen deutscherseits mit größtem Nachdruck eine Bezahlung der Kohlenlieferung en fordern, bl es der Industrie völlig unmöglich ist, bie finanziellen Opfer weiter zu bringen. Kommt man auch in diesem Punkte zu einer Einigung, so werden b-h M'c.M-Verträge unbefristet verlängert werde«, bi< zu dem Zeitpunkt, wo das Sachverständigen-Gut- achten gefäßmäßige Kraft erlangt hat und in Funktion getreten ist. was etwa Ende Juli der Fall fein kann.
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fchen « «b militärischen Organisation en, bie mehr ober weniger offen militärische Vorbereitungen treffen, um in Europa neue bewaffnete Konflikte hervorzurufen. Diese Berichte find zu zahlreich und zu substantiert, als baß man sie vernachlässigen könnte. Sie führen dazu, bie Rsentliche Meinung in ihrer Besorgnis zu be» flä'len, was unvermeidlich die Haltung der beiden Negierungen beeinflussen muß. Wir sind sicher, baß die deutsche Regierung, falls diese Berichte imbegründet sind, nicht nur ihre eigenen Interessen wahren, sonvern auch ganz Europa einen großen Dienst erweisen wird, wenn sie an einer Un - tersuchung mitwirkt, die so durchgeführt wird, brtz sie diese Besorgnisse vor geheimen militärischen Vorbereitungen zerstreut. Wir löanen ber dritt-
bcuc Vorstoß gegen die loyale und genaue Durchführung der Verpflichtungen des Teils 5 des Vertrags von Versailles die internationale Lage gerade te dem Augenblick belasten würde, in dem die Aus- ficht auf eine scha lle Inkraftsetzung des Dawes-Be- Üchts in allen beteiligten Ländern der Hoffnung auf ein? endgültige Regelung der Reparaiivnsfrage wie einer allgemeinen und wirklichen Befriedung bie Wege ebnet. Wir bitten daher die deutsche Legierung, diese Befriedung zu erleichtern und zu ■ diesem Zwecke zunächst mit Aachdruck und gutem Dillen an der Verwirklichung der rechtmäßigen Forderungen der Militärkontrollkommission mitzu- a beiten. Es läge im eigensten Interesse der bzut» • scheu Regierung, wenn bie genaue Lage ittbezug lauf bie Entwaffnung in Aebereinitimmung
«it den Bestimmungen deS Versailler -SBcrtx cgß festgestellt würde. Wenn sie die Alli- : irrten von der Aufrichtigkeit ihrer Haltung über» -ragen will, muß sie von der Möglichkeit Gebrauch «achen, einen Beweis hierfür zu geben, indem sie die Kontrollkommission bei der Feststellung der Tat- f.suche unterstützt. Wir appellieren an Sure E-- [ tzclienz weil wir keine Gelezenheft versäumen möchten, um eine Ursache ernster Schwierigkeiten zwischen unseren Regierungen zu beseitigen. Fran k- |reicf» und Großbritannien haben kri- kLeswegs das Bestreben, der deutschen Legierung Schwierigkeiten zu bereiten oder die Kontrolle über das Maß Les Dotwendigen hinaus zu verlän- [teilt. Im Gegenteil, sie nehmen die Zurückziehung der Kommissionen für einLen möglichst nahen Zeitpunkt in Aussicht. Sie wünschen lebhaft, ben Mechams- Lus der Kontrollkommission durch das in Artikel 21? des Vertrages dem Völkerbund übertragene Untersuchungsrecht ersetzt zu sehen, sobald sie in» bezug auf die verschiedenen Punkte, die die alliier- ten Regierungen besonders bezeichnet haben, Ge» »ugtuung erhalten haben. Sie verlangen nur, daß «g» ifatan. izifam Belurunillen mLu Bt.cllbi-
Rach ter VrSMr Ätnftrttt).
Paris, 25. Juni. Zu den Londoner
Sreii te Ent,- rnnente’I ter W Anzeiger für Ms Mtt WfW oberhefsen-Amtliches Verkünöigungsblatt -es Kreises Marhurs
Wien.
Mussolinis Rede im Senat
Rom, 25. Juni. Mussolini gab heute im Sei nat seine angekündigte Erklärung ab. Er erklärte u. a.| Das Ziel meiner allgemeinen Regier rungsvolitik bleibt unverändert. ®aft Streben ber Regierung ist nach wie vor auf die Wieder»^ Herstellung der normalen politischen Lage und die Ach», tuns des Gesetzes und die Völkerversöbnung gerichtet Er gibt nun einen lleberblick übet bie Entwicklung der innetvolitischen Lage seit dem Marsch ber Faszisten auf Rom und wiederbolt, daß bie Regierung unbedingt auf ihrem Posten bleiben müsse. Es banble sich für ibn nicht barum, an bet Macht 8U bleiben, sondern not Sorgen und Bitterkeiten, bie sein Amt mit sich bringen, dem ßanbe zu dienen. Der Faszismus werde trotz bet Feldzuges feinet Gegner nicht unterliegen. SteiSch- babc er eine Erschütterung durchgemacht. Aber biefe Erschütterung werbe ihm nut von Nutzen sein und tu£ inneren Klärung beitragen. Mussolini sprach dann tnH Abscheu über dar verbrechen gegen Mat^ teotti und sicherte eine ftrenae Bestrafung der Schul«, digen zu. Et verhehle nicht, daß bas Lanb sich seaeiu, wärtia in einer ernsten politischen und moralische«! Krise befinde. Die politische Caee sei außerordentlich^ heikel. Di» Fordetunaen ber Ovvositton seien wider«, stnnia. Ebenso widetfinnig sei die Fotdetuna der Republikaner nach einer Konstituante. Die Forderungen der Sozialisten, Republikaner und Pooulans würde» auf einen Staatsstreich binouslaufen. Der kom», munistiichen Forderung auf einen Generalstreik sei bas, Land nicht nachgekommen. Was die Ernennung öebet»^
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GWM Nolittö „EMUunge^.
Berlin, 25. Juni. Don den Vorständen der beiden die Gesamtheit der deutschen Turn- und Sportvereine umsassenden Verbände, den Deutsche» Reichsausschuh für Leibesübungen und der Zentral- kommission für Arbeiterturnen und Sport gehen uns Hit nachstehenden Erklärimgen zu: Rach einer in der deutschen Presse verbreiteten Mitteilung hat der jetzige französische Krlcgsminister General Rollet tineijt englische» Journalisten gegenüber die Behauptung ausgestellt. daß außer dem Heere andere verkappt;« militärische Organisationen, befonbeti Turnvereine, Sie ganze militärische Ausbildung vermitteln und von der Heeresleitung mit Waf< sen und Munition ausgerüstet werden. Demgegenüber stelle ich fest, daß die deutschen Turn- uh6 Sportvereine lediglich Leibesübungen bi der Form treiben, wie sie die Turn» und Sportvereintz der gaiizen Welt pflegen .daß aber in Deutschlanb gerade fett Kriegsende völlig ausgefchaliei ist, was in anderen Ländern als Verbindung zwischen Turn- unb Sport einerseits und dem Militär andererseits besteht. Während in Frankreich die staatliche FörderunE der Turn- und Sportverbände vom KriegSministeriu« ausgcht. während in Belgien eine unter Aufsicht veS. Kriegsministeriums stehende Turnpflicht die Jugend ersaht, haben die deutschen Tum- und Sportverbände keinerlei organisatorische oder tatsächliche Verbindung mit der Reichswehr . Während bei de» gegenwärtig i»-, Frankreich abgehaltenen olympischen Spiele» Wettschicßen mit Militärgewehren vera»«^ ft alt et wird ,fci in Deutschland durch die Ablieferung, aller Kricgswafien nur das Schiehen mit den Klein», kalibergewehren möglich Die Turn» und Lportver-, eine, auch die unter dem Druck der Defatzungstruppe» stehende» im besetzten Gebiet haben ihre älebungsweif« in nichts geändert, vermitteln keine militärische Ausbildung und besitzen keinerlei militärische Waffen. Di» oben bezeichneten Behauptungen entbehren daher leb ei'
f scheu Regierung nicht verbergen, unb wir Hilten ^*«6 für gut, sie bavon zu verständigen, baß jeder
i« Der Anzrigenprei, betrilat für den 10 geso. Zeilenmillüneter 0,W Goldmark. Amtliche und austohtl, e Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag matt Bei schwierigem Satz 50"/. Lunch lag. Sammelanzeigen 100 Ausschlag. Reklamen 0,35 Gol
>. Koch, Markt 21/23. — Fernspr. 5b. Postscheckkonto: Nr.5015 gilt al» Barrabatt und verlällt, wenn di« Zahlung später al, 5 Tag« erfolgt. Belege werden bere
Amt Franifurt a. Main. durch die- Geschäftsstelle und Zusendung ver Angebote. ErsAllungsort Marburg, 1 G.-Mt
stärker» -
bildete Kmirichigeudsten Berichte über die unausgesetzte und
ftsch. wenn sie lügen“. Die Engel — denn mit den Engländern hat bas Zitat nichts zu tun — würden phwerlich — auch nicht mit lieblichsten Worten, . , Ws Deutschen eine so überflüssige Belästigung und
-'^Kränkung zufügen, wie es eine neue Militärkvn- trolle unter allen /Umständen für uns ist. Aber man fcnn es immerhin als einen Fortschritt buchen, Huß Herriot und Mac Donald, wenigstens eine Empfindung haben für das Heikle ihres Schrittes mb daß sie dem Ausdruck geben. Wäre in Deutschland Einigkeit in dem Entschluß zum Reinsagen vorhanden, wie das eine Mal sich gezeigt hrt gegen- i&ec dem Auslieferungsbegehren, bann könnte man unbedenklich der öffentlichen Meinung ber Cntente- Knder bie unfrige gegenüberstellen. Aber die Vor- Wssetzung fehlt leider. Ein Teil der Linkspresse Hal durch das laute Geschrei über „Deutsche Tage“ Wd durch allerlei „Enthüllungen“ über kleine Waffenfunde, über SoldatenPielerei bei Verbänden <to. den Gegnern erst die Grundlage für ihre er» «cute Kontrollfvrderung geschaffen und dadurch bie Leichsregierunz in eine höchst peinliche Zwangs- fage versetzt. Werden wir enblich daraus lernen?
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Der Inhalt der Note.
f Es wurde bereits mitgeteilt, daß eine neue in ktzequerS kerfoßte Militärkontrollnote in fLerlin eingetroffen ist. Heute liegt der Wortlaut derselben vor:
> CheauerS, 22. Juni. Wir müssen uns in enet Frage, bie unsere» veiben Regierungen ernste Sorg" bereitet, unmittelbar an Eure Exzellenz wenden. Wir haben nicht ohne größte Besorggis erfahren, baß die beutsche Regierung vielleicht Ke Absicht haben könnte, auf bie kürzlich wegen der Militär kontrolle in Deutschland an ihren Botschafter in Paris gerichtete Rote keine zustimmende Antwort zu geben. Gleichzeitig erhalten wir bie be»
lanb nicht eine genaue Bestandsaufnahme seiner Rüstungen, die durch die Einstellung jeder interalliierten Kontrolle seit ber Besetzung bes Rubrgebietes notwendig gemacht werd». Erst bann, wenn Deutschlanb bie sehr gemüßigten Bedingungen bei Bot- fchafter-Konferen, unterzeichnet habe, könne bi» Kontrolle bem Völkerbund überlassen werden, wie es ver Friebensverttag vorsehe. Man habe Anlaß zu ver Hoffnung, daß bie in Chequers von £>erriot unb Mac Tonalb aufgesetzte ftanzösisck-englische Rote, bie beute von beiben alliierten Botschaftern übergeben werden soll, bie deutsche Regierung veranlaßen werbe, den ihr auf dem Gebiete bet Militärkontrolle gestellten Forberungen nachzukommen. Wäre bem nicht so, so werbe bei englische Premierminister nicht minbei entschlossen sein, wenn es sich um Taten bandele. Anberei- jeits müßte im Hinblick auf die Sicherheit bei Be- satzungstruppen ein Spezialkontrollsystem auf ben rheinischen Eisenbahnen organisiert werben. Wenn biefe perschiebenen Probleme gelöst worben seien, wäre ee, wie man annebme, die Absicht Herriots, die so erzielte Entspannung dazu zu benutzen, eine Art moralischer Abrüstung in Europa herbeizusübren. Man könnte vorsichttg in Etappen vorgeben, zunächst einen Schutz- vakt zwischen Frankreich, England, Belgien und Italien abswließen und dann im gegebenen Augenblick diesen Vertrag auf Deutschland ausdehnen, um endlich zu einem gegenseitigen öilfsvakt unter ber Aegide des Völkerbundes zu kommen. Aber dies sei natürl'ich eine Arbeit auf lange Sicht, um die sich die maßgebenden französischen Persönlichkeiten mit Ueberzeugung, jedoch ohne Illusion zu bemühen gedächten.
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London, 25. Juni. „Daily Telegraph" zufolge wird in britischen Kreisen erklärt, daß die Mitteilungen, Mac Donald habe Herriot als Ergebnis der Unterredung in Chequers eine schriftliche Zusage gegeben, unbegründet sei Er habe lediglich die mündliche Zusage erneuert. Nie er Tbeunis und Hymans und in seiner Parker Rede auch Frankreich gegeben habe.
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DMchiWd imd der MerbLKd.
Berlin, 26. Juni. Es veracht katttn ein Tag nu dem nicht in Paris ober London davon gesprochen wird, daß Deutsch! and in den Völkerbund eintret cn wird. An diese Bemer- kungen schließen sich gewöhnlich dann Vermutungen über den baldigen Antrag Deutschlands, in den Vöf'erbund ausgenommen zu werden. In Deutsä'- öücd beurteilt man die Angelegenheit wesentlich ruhiger. Im Vordergrund des deutschen Interesses steht augenblicklich vor allem die Militär- ko n t r o l l e u n d d i e A b r ü st u n g sf r a g e, die ihrer Lösung harren. Denn selbst nach Annahme der Kontrolle müßte man sich über die Methoden dec Durchführung der Kontrolle einigen, da Deutschland darauf bestehen wird, daß sein Ansehen unter derc Art der Durchführung den anderen Völkern gegenüber nichts leidet. Aber auch wenn diese wichtigen Fragen erledigt sind, wird die deutsche Regierung nicht in der Lage sein, vor Erhalt gewisser Garantien das Gesuch um Aufnahme an den Völkerbund zu richten. ES bestchrn auch insvfsrn- Schwierigkeckcn, als >m Augenblick kein Sitz im Döl- kcrbundörat frei ist, sodaß zuerst einmal die Sla- tu.en geändert werden müßten, um die rein äußerliche Voraussetzung für die Vertretung Deutschlands za schaffen. Es bestchen aber immer noch starke W de, stände im Völkerbünde selbst gegen die ständige Mitgliedschaft Deutschlands. Es wird der deutschen Regierung nicht möglich sein, sich mit einer Aufnahme zu begnügen, die von Jahr zu Jahr durch Wahl wiederholt werden müßte. Deutschland wird auch nicht umhin kommen, vor Abft'ndang ein's Gesuches Garantien zu verlangen daß es tatsächlich einen Sitz im Völkerbundsrat erhält und das Gesuch nicht etwa ab- gelehnt wird. Unter allen Umständen wird noch eine gute Spanne Zeit vergehen, ehe die Einreibung eines solchen Gesuches spruchreif wird, und es scheint nach der augenölidlichen Sage ganz aus« geschloffen, daß ein deutsches Gesuch im Herbst im Vö'kerbundsrat bereits vorliegen wird.
Hofsouugslssigkeit im völkribuud.
Paris, 26. Juni. Der Minister im letzten Kabinett Poincare, Jouvenel, schreibt nach seiner Rückkehr aus Gens, wo er an ter Beratung des BolkerbundeS teilgenommen hat, im „Ma- tin“ • Was hat sich nach den letzten politischen Ereignissen in Europa abgespielt? Wir haben nichts ausgegeben und nichts erzielt und doch gibt es etwas Neues: Was? Die Lust, die man ein» atmet, an jenem ausgezeichneten Beobachtungsort, ter in Genf der Völkerbund ist. Dort taten Staatsmänner, die ungefähr zwölf Staaten vertreten, Aeußerungen, daß ich sie fast nicht wiedererkannte. Im September hörte man kein Wort der Hoffnung. Die ftanzosischen Delegierten waren der Gegenstand einer Art des Mißtrauens. Selbst die guten Freunde erklärten, Frankreich würde doch noch das Ruhrgebiet und das linke Rheinufer annektieren. In vergangener Woche beunruhigte man sich in Genf nur wegen Deutschlands Militarismus. Frankreich habe für den Frieden gestimmt, Deutschland für den Krieg. Das erklärten sie. Die Atmosphäre hat sich geän» Seit 1918 hat nur ein System Ergebnisse gezeitigt, das System der Sachverständigen. Jouvenel hat noch den Wunsch, daß man dem 16. Juli nicht zu ßro&e Bedeutung besiege. ______ _______
ob® r u n b l a g e.
gez. Dr. Theodor ßetoalb, Präsident des,A deutsche» Reichsausschusses für Leibesübungen. ' ■ Für die deutschen Qlrbeitertum« und Sportverein^ erkläre ich all« Aachrichten über Militarisierung fitz unwahr. gez. Wildung. 1
_____ Se .Lberhesiiich« Zeitung" erscheint f«ch»mal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zust«llungsz«- (tusafl. tiihi Durch die Poft 2,25 Mk. — Für ausfallend« Runmern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verla« ^»Dr.T. Hi tzereth. —Druck derUniv.-Buchdrucker-i von Jod. Aur. ™ ~ • ---------------- ««.i