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Marburg, Mittwoch, bru 18. Nmi

59. Ml®. 1924

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Dir Bölkerbundlagung.

SerriotS Rtglerungserklürung in der Kammer.

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Senf, 17. Juni. Dor dem VölkerbundSrat

Mbrbimg ter Betiümft beim Sofflon. - Sodmifig keim «mumme ter Mr.

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bei der deutschen Jugend sollte, so erklären die Führer

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in Kraft bleibt, verpflichtet sich Oesterreich bezw.

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Tagung des Auswärtigen

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riot er ft nach 'seiner Besprechung mit Mac So«

• Btendigkeiten der Gegenwart Rechnung tragen, und dem

nald noch Brüssel gehen.

Eung erfahren werden, stehen die rechtsgerichteten Kreise

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i dem Standpunkt, daß Herriot eine Politik Inletten Folge habe».

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Di« Besprechungen zwischen Herriot und Mac Donald.

Paris, 17. Juni. Wie Havas aus London meldet, bleibt es dabei, daß Ministerpräsident Herr ict zumindest den nächsten Sonntag und Montag in ChequerS verbringen wird. Mög­licherweise werde er sich am Dienstag morgen nach London begeben. Jedenfalls werde Herriot am Mittwoch wieder in Paris sein. Wahrscheinllch werde der ständige Sekretär des Foreign Office, Sir Eyre Crvwe, der auch an der englifch-beel- gischen Besprechung in Ehequers teilgenomme.n hat, der Unterredung zwischen Mac Donald und Hrr- riot beiwohnen. In offiziellen Kreisen nehme man an, daß das Programm weitergefteckt sei als dasjenige, das für die geplante Unterredung zwischen Mac Donald und Poincare beabsichtigt war. -

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Line Niederlage der ««»lischen egieruug.

London, 17. Juni. Die Regierung blieb bei einer Abstimmung im Verlaufe der gestrigen Anter- hausdebotte über die Londoner Berkehrsvvrlage mit 126 gegen 189 Stimmen in der Minder­heit. Times zufolge heißt es, daß sogar Mitglieder der Regierungsbank gegen die Regierung stimmten. Clyncs erklärte, daß die Regierung das Ergeb­nis der Abstimmung nicht als eine Aiederlage von wesentlicher Bedeutung ansehe. Daily Mews zufolge wird die Liederlage keinerlei KrifeS zur

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Dölkerbundsrat unterbreiten.

Rach dem Ratspräsident festgestellt hatte, bah -wi­schen der Rusiassung Lord Parmvors und Jouoenels volle Llebereinstimmung bestehe und Brauting gefordert hatte, daß die Resolution 2 die volle Souveränität des Rates unangetastet lasse, was Lord Parmoor ausdrück­lich noch e'nmal bestätigte, wurden beide Resolu­tionen vom Rate einstimmig angenommen. Der belgische Vertreter Hymans, der der Abstimmung nicht beiHohnte, gab nachträglich seine Zustimmung bekannt.

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Ungarn bezw. Bulgarien, alle Untersuch­ungen zuzulassen, die der DölkerbunbSrat mit Mehrheitsbeschluß für notwendig erachtet. Derselbe Artikel befindet sich bekanntlich als Artikel 213 auch im Vertrag von Versailles.

In der Begründung des Antrages führte Lord Parmoor auS, baß bis seht die alliierten Haupt­mächte die Milttärkontrolle in diesen drei Län­dern ausgeübt haben. Diese Kontrolle dauere noch an. aber die Umstände feien derartige geworden, daß nach Ansicht der englischen Regierung, die auch von anderen alliierten Regierungen geteilt werde, der Augenblick ge­kommen sei. um die Sachlage zu prüfen, die bei der endgültigen Aufhebung der alliierten Kontrolle ent­stehen würde. Aus diesem Grunde ersuche die englische Regierung den Rat, die Verpflichtungen zu prüfen, die ihm auS den Artikeln der drei genannten Verträge für die Militäruntersuchung in den betreffenden Ländern erwüchsen. Lord Parmoor wieS darauf hin, dah ver­schiedene Regierungen, wie die ungarische, die bulga­rische, rumänische, jugoslawische, griechische usw. ihre Zulassung zu den betreffenden Sitzungen deS Rats ge­fordert haben, und zwar aufgrund des Absatzes 5 des Artikels 4 deS VölkerbunbSpakteS, wobei Mitgiiedstaa'.en deS Völkerbundes bei sie besonders interessierenden Fragen hinzuziehen find. Parmoor beantragte, daß die Frage der Zulassung der betreffenden Staaten durch einen Juristenausschuß deS DölkerbundsratS untersuch, werden möge. Angesichts der Dringlichkeit der Prob­leme. die die englische Regierung vor den Rat gebracht habe, forbevt Lord Parmoor diesen auf, sogleich die ständig beratende Militärkommission des Völkerbunds mit der Fortführung ihrer im Jahre 1920 begonnenen Arbeiten zu betrauen, damit diese ein Projekt aus­arbeiten könne, das dem Rate zur Verfügung stehe, wenn et an die Prüfung der ihm durch die drei Ver­träge überwiesenen Kontrollaufgaben herantrete. Die englische Regierung sei fest davon überzeugt, daß der Rat mit Erfolg die Verantwortungen übernehmen werde, die ihm aus den Untersuchungsaufgaben der be­treffenden Artikel erwachsen.

gesucht.

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schickt und als opportun. ES sei natürlich, dah man sich mit der Frage der Militärkontrolle befasse, da sie eines Tages sehr schnell von den alliierten Mächten auf den Völkerbund übergehen könne. Dieser Uebergang hänge ja nur von dem guten Willen der kontrollierten Staaten ab. und der Rat dürfte sich nicht durch diesen guten Willen eines Tages überraschen lassen, und müsse in der Lage sein, die 1920 begonnene Frage 192 t zu lösen. D>e englische Regierung habe also gut daran getan ihren Antrag einzubringen und dem Rat damit Zeit für eine Regelung der Schwierigkeiten zu geben, die auftanchen könnten. So erfordere auch die Frage der Zulassun g der interessierten Staa­ten eine sorgfältige Untersuchung. Frankreich wünsche sicherlich diese Zulassung, da einige dieser Staaten zu den besten Freunden Frankreichs gehöre. Aber es wäre kindisch, sich darüber zu täuschen, daß die Stellungnahme zu den Artikeln der Verträge von Trianon, Reuillh und St. Germain auch die Stellungnahme vvrbereite, die der Rat eines Tages zum Artikel 213 des Versailler Vertrages einnehmen müsse, wobei dann ebenfalls die Frage der Zulassung der interessierten Staaten aufgeworfen würde. Lasse man seht alle interessierten Staaten zu, müsse man bei Behandlung des Artikels 213 des Versailler Vertrages alle Signatuwnächte dieses Vertrages und auch alle Rachbarstaaten zu Lande und zu Wasser zulassen, sodah aus dem Rate eine Versamm­lung werden würde. Infolgedessen könne Frankreich nicht ohne weiteres die Forderung auf Zulassung der interessierten Regierungen annehmen; aber da es keinen Staat verletzen wolle, wünsche es, daß diese Frage sorgfältig durch Juristen geprüft werde. Jou° venel schlug daher folgende zwei Resolutionen zur An­nahme durch §en Rat vor: 1. Der Völkerbundsra! be­auftragt einen Juristenausschuß. Artikel4 des Völkerbundspaktes über di« Zusammensetzung des Rates auszulegen, auf Grund der Forderung verschiedener Mitgliedstaaten nach Vertretung im Rate bei der Rege­lung der in den Verträgen von Saint Germain, Reuillh. und Trianon vorgesehenen Untersuchungsrechten des Rate-. 2. Der Dölkerbundsrat beauftragt die ständig beratende Witglieberkommifsion deS Völkerbundes in Fortsetzung einer Ratsentscheidung vom Dezember 1920 die Frage einer O r ga n i s a t i o n zu prüfen, die dem Rate hinsichtlich den in den Verträgen von St. Germain, Reuillh und Trianon vorgesehenen Untersuchungsrechten zur Verfügung zu stellen wäre. Die Kommission würbe diesbezügliche Vorschläge vorbereiten, die den Rot-

der Deutschnationalen, dem deutschen Volle Veranlas­sung geben, nun erst recht an dem Ziel der nationalen Befreiung zu arbeiten. Frankreich sei der unerbittlichste Gegner Deutschlands, ob es nun von radllalen Repu- blllanern oder von dem Chauvinismus Poincares re­giert wird.

Die der ReichSregierung nahestehenden Kreise legen gegenüber den Srllärungen der neuen französischen Re­gierung größte Zurückhaltung, an dSn Tag. Insbesondere scheint sich die Auffaffung des Reichs­kanzlers Dr. Marx hinsichtlich der neuen Entwicklung in Frankreich kaum geändert zu haben. Die wichtigsten Punkte deS französischen RegterungSprvgrammS für Deutschland seien absolut nicht diejenigen Stellen, die sich mit der innerdeutschen Polltll und mit der natio­nalen Bewegung befassen. Für Deutschland komme eS darauf an, wie sich die sranzösi sch« Regie­rung zur Durchführung deS Sachverstän­digen-Gutachtens und zur Wiederherstellung der deutschen WirtschaftSsreiheit in den besetzten Gebieten stell. Rach dieser Richtung hin enthalte daS französische Regierungsprogramm keine Stellen, die In D-u'tch- land Anlaß zu ernsten Besorgnissen geben könnten. Allerdings ist man enttäuscht darüber, dah die neue französisch« Regierung die mllltSrische Räumung des Ruhrgebietes davon abhängig macht, dah erst die Ein­richtungen des SachvGständigen-GutachtenS normal in Funktion getreten sein müßten. Dies« Erklärung sei immerhin bedenklich, well sie sich nicht flat genug dar­über ausspreche, waS unter dem normalen Funktionieren des Sachverständigen-GutachtenS zu verstehen ist. Im­merhin sei die Sprache der französischen Regierung nicht ganz so zweideutig wie daS Auftreten Poincarös. Poincarä hat erklärt, Frankreich werde die Besetzung deS DuhrgebieteS nicht rückgängig machen, als bis die deutschen Zahlungen erfolgt seien. DaS hätte zum mindesten dazu geführt, daß di« Auhrbesetzung auf die Dauer von zwanzig Jahren verlängert worden wäxe. Die Voraussetzungen des Kabinetts Herriot könnten aber, wenn eS mit der endgültigen Räumung deS Ruhr­gebietes wirllich ernst meint, immerhin im Verlauf« eines Jahres gegeben fein. Darin bestehe immerhin ein wesentlicher Unterschied zwischen Poincare und Herriot.

Die Tatsache, daß Herriot den deutschen Bot­schafter in Paris ausgesucht hat, um mit ihm über die deutsch-französischen Beziehungen zu sprechen, hat all­gemein in Berlin einen nicht ungünstigen Eindruck hervorgerufen. Zum ersten Mal feit Beendigung des Krieges hat ein französischer Ministerpräsident den deutschen Botschafter besucht, und es liegt darin immer­hin eine Höflichkeits-Geste, der man eine gewisse Be­deutung nicht abstreitet. Die Frage der deutsch-fran­zösischen Beziehungen tritt jetzt immer mehr in den Vordergrund, nachdem auch hinsichtlich der wirtschaft­lichen SntereHen zwischen den beiden Ländern eine Klärung der Lag« notwendig erscheint. Don fran­zösischer Seite werden jetzt neue Versuche aufgenommen, einen Handelsverrtrag mit Deutschland abzuschlietzen. Wie bereits bei früherer Gelegen­heit von deutscher Degierungsseite betont worden ist, hängt die Lösung der schwebenden Wirtfchaftsfragen aber in erster Linie davon ab, welche Haltung die neue französische Regierung gegenüber Deutschland einneh­men wird.

/ Die Programmerklärung der neuen französischen Re­gierung findet in politischen Kreisen in Deutschland eine sehr vsrschiedenaMge Beurteilung. Während auf der einer Seite die Demokraten und Sozialdemokraten aus der» Eintreten Herr io tS für die deutsche Demokratie fcie Hoffnung schöpfen zu können glauben, daß die Me­thoden gegenüber Deutfchland eine wesentliche Aende-

PariS. 17. Juni. Der belgische Minister res Acuhern HhmanS. welcher der Sitzung des Bö.kerbuadSratl be wohnt, wird hruts abend Genf veilaffen, um sich nach Paris zu begeben, wo er morgen mit Herriot eine Unter re düng haben wird. Unter diesen Umständen dürfte Her-

Der französische Vertreter Senator R - n » i Jvuvenel, der heute anstelle von '.

Ratstisch faß. bezeichnete den englischen "'i,-*-. ,g als

Berlin, 17. Juni. Rachdem über die meisten strit­tigen Punkte beim Zwischenfall in der russischen Han­delsvertretung eine (Binigvng erzielt worden Ist. be­reitet man in den Moskauer Verhandlungen einen deutsch-russischen Handelsvertrag vor, welcher u. a. Bestimmungen enthalten soll, um die völ­kerrechtliche Stellung der russischen Handelsvertretung in zweifelsfreier Weise festzulegen. Aussischerseits ist dabei zugestanden worden, dah die Sowjet-Reg'-erung für die politische Betätigung ihrer Angestellten russischer Staatsangehörigkeit volle Garantie übernimmt. Dafür verlangt Rußland das Zugeständnis der Grterrltrriall- tät für seine russischen Angestellten, während für bi« deutschen Angestellten weder eine Garantie gegeben, noch ein Afvlrecht in Anspruch geonmmen wird. Man glaubt dadurch die bestehenden Meinungsverfch'eden- heilen zu überbrücken. Falls von Seiten der deutschen Regierung keine weiteren Einwendungen erhoben wer­den, dürfte eine Einigung auk dieser Grundlage, die vom deutschen Dotfchaster in Moskau bringend empföhle»' wird, in kurzer Zeit zustande zommen.

Paris, 17. Juni. Die RegierungS- .Erklärung, die Herriot heute nachmittag in der Kammer und der Justizminister im Senat zur Verlesung bringen, hat folgenden Wortlaut: ^Weine Herren! Die Regierung, die sich Ihnen »orftellt, hat die Pflicht, den durch allgemeine Abstimmung am 11. Mai zum Ausdruck ge- hfcathhn Wck'en in Handlungen umzusehen. ^Dach den normalen Gesetzen des parlamentari- Lhen Leb ms wird sie zum Wohle der ganzen Ration handeln, aber im Rainen der Doktrin, welcher die Megierung treu bleibt und die sie genau defi- '«eren wird. Die Regierung wird klarihrPro- Hramm erklären, selbst wenn es etwas ermüdend wird, damit jeder weiß ob er die Regierung unter» Mtzen kann, oder gegen sie stimmen muh. Rach sinnen wie nach außen wird die Regierung nur ^ein Ziel haben, dem Lande durch Arbeit und jten Frieden zu geben, welchen es verdient, «»nächst den moralischen Frieden. Wenn wir entschlossen sind, keine Botschaft beim Vatikan mehr (aufrecht zu erhalten und das Gesetz der Kvngre- ba'.ion anzuwenden, so geschieht dies in keiner Weise feuf’ dem Gedanken der Verfolgung oder der In­toleranz." Herriot entwickelt alsdann seine Ge­wunken über die Laiengesetzgebung und ihren Msammenhanz mit dem rcprblikan schen Gedanken. fRsdann wendet er sich den sozialen Fragen zu. Unser Ehrgeiz ist, Frankreich den sozialen Frieden zu geben. Wir bringen heute den Ent­wurf einer umfassenden Amnestie ein, der nur die ^Verräter und die Aufständischen ausschließt. Wir Zierden für die Wiedereinstellung der wegen Streiks Btodaftenen Eisenbahnarbeiter eintreten und werden »ie unverzügliche Aufhe bung de r Ermächti­gungsgesetze verlangen. Dann wendet sich Werriot anderen Fragen zu. Er erklärt, eS sei Ochste Zeit, eine Derwaltungsreform vor- Hunehmen und die Freiheit der einzelnen örtlichen ^Institutionen zu ermöglichen. Wir werden von jtent P rmnent unverzügliche R: formen verlangen, zu denen auch die Mitwirkung der Staatsbeamten notwendig ist. Auf diese Weise wird das Programm der Zivilbeamten angeschnit­ten. Die Regierung untersagt den Staatsbeamten «cht die Standesorganisation, gewährt ihnen bas Gewerkschaftsrecht, aber sie erklärt, daß sie bn Falle einer kollektiven Aktton der Beamten ge- »n die Interessen der Ration auf ke ine« der Kcdjte verz ichtet, die einer republikanischen Mg'erung zustehen sei eS durch Gesetz, sei es durch Rechtsprechung. Ferner gibt Herriot an, baß die Regierung von der Kammer eine Aenßerung über toe Wahlrecht verlangen wirb und daß sie das Arrondissementwa hlrecht mit Abände- ,ntngen gegenüber früher als daS geeignetste ar.» Hehl. Weiter kündigt Herriot an, daß die neue Regierung auch die Aufhebung des Dene- jralkommi ssaria ts für Elsaß-Loth- jtingen durchführen wird.

t Die internationalen Organisationen, die wie der (Gerichtshof im Haag und das Genfer Arbeitsamt holten entwickelt werden. Herriot will so schnell wie Möglich normale Beziehungen mit Ruß. sland Herstellen und er wird näher umschreiben, hmtet welchen Bedingungen sich eine de jure-An­erkennung der Sowjet-Regierung ermöglichen läßt. Beziehungen zu Deutschland würden ei» ten sehr bedeutenden Raum einnehmen. Deutsch­land, müsse wieder gutmachen und die Schäden tend das Anglück bezahlen, für die eS verantwortlich Uki. Man würde Grundsätze internationaler Ge­llt c ch t i g k ei t verleugnen, wenn man das Mecht Frankreichs auf Wiedergut­wachungen bestreite.

p Aber es gebe zwei Deutschland, das s.Deutschland der Junker und Jndustriebarone, das Deutschland der alldeutschen und rücksichtslosesten ^Nationalisten auf der einen Seite, auf der anderen keile aber daS Deutschland der aufrichtigen De- ^motralcn, ein leidendes Volk. Frankreich habe lei­der nicht alles getan, um die deutsche Demokratie

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v« unterstützen und das deutsche Volk über seine wahren Interessen aufzuklären. Heber die Ruhr- )rage führte Herriot au«, er sei der Auffassung, »ah eS unmöglich sei, daS Ruhrgebiet zu räumen, solange die von dem Sachverständigenausschuh Häher bezeichneten Pfänder nicht greifbar seien. Zstr Silierten müßten im Interesse des Weltfriedens daran Mitwirken, daß die Abrüstung Deutsch- V lands streng kontrolliert werde.

I- - - gietung zur Verhandlung, der den Rat aufforderte, seine Stellungnahme zu den Artikeln 159 des Vertrages von 6t Germain, 143 des Ver­trages von Tria non und 104 des Vertrages von Reuillh zu «wähnst. Dl« betreffenden gleichlauten­den Artllel besagen: Solange der gegenwärttge Vertrag

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Anzeiger für Ms Mer kurWWe) Oberhessen - Amtliches Berküntisunssblatt -es Kreises Marburg

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Sie deutsche Antwort über öle Mitttattontrolle.

Berlin, 18. Juni. Da Deutschland ersucht war» den ist. die Antwort über die Militärkon« trolle bis zum 30. Juni der Botschafter-Konferenz zu übermitteln, werden sich noch im Laufe dieser Woche bi« in Frage kommenden Ressorts zu einer Bespre­chung zusammen ftnden, um die novwendigen Fragen zu regeln, die dann dem Kabinett vorgelegt werden sotten. Das Kabinett selbst wird sich dann Anfang nächster Woche mit der Abfassung des 9EoTtIaut«6 der Rote beschäftigen.

Berlin, 17. Juni. Der Auswärti g c AuS» schuh des Reichstages trat heute vormittag 10 Uhr unter dem Vorsitz des Abg. Müller- Franken (S->z.) zusammen. Don der ReichSregierung waren anwesend die Minister Dr. Strefemann, Dr. JarreS, Dr. Luther^ Hamm und für den Minister Oeser der Staatssekretär deS Verkehrsministeriums Vogt. Auch der Reichsbank­präsident Dr. Schacht und Deichstagspräsident Wallrafs waren anwesend. Der Reichsrat war vertreten durch die Mitglieder Dr. v. Krüger (Bayern), Dr. Gradnauer (Sachsen), Hildenbrand (Württemberg), v. Diegeleben (Helsen). Dr. Fischbein (Mecklenburg), Boden (Braun­schweig) und Rebelthau (Bremen) sowie andere. Al- Tagesordnung war die Beratung der Fragen vorge­sehen. die mit dem Sachverständigen-Gutachten zusam­menhängen. Ferner sollten die Handelsvertrags Ver­handlungen, die gegenwärtig schweben, sowie di« deutsch- russischen Beziehungen zum Gegenstand der Diskussio» gemacht werden.

Bor Eintritt in die Tagesordnung wies der Vor­sitzende darauf hin, dah die Sitzungen des Auswärtigen Ausschusses nicht öffentlich feien, sofern der Ausschuß nicht die Oeffentlichkeit von Fall zu Fall ausdrücklich beschließen sollte. Wie dem Vorsitzenden zu Gehör ge» \ kommen ist, hätten die Kommunisten ihre Mitglie- angetoiefen, dah auch dann, wenn die Vorkommnisse als vertraulich gekennzeichnet feien, die Vertrau­lichkeit nicht gewährleistet werden sollte. 6t richtete deshalb an die kommunistischen Mitglieder deS Ausschuffes die Frage, ob sie gewillt feien, die Vertrau- ■ lichlei! zu wahren. Abg, Stöcker (Komm.) protestiert' dagegen, dah am Sage vor dem SihungStag deS Aus­wärtigen Ausschusses der Außenminister die Führer sämtlicher Parteien mit Ausnahme der deutschvöllischen und lommirnistischen Abgeordneten zu sich geloben habe, um mit ihnen vertraulich die außenpolitisch« Lag« durch­zusprechen. Außenminister Dr. Stresemann betonte, daß die gestrigen Verhandlungen vor allem der Klärung der Frage gedient hätten, intoietoett di« Regierung noch in der Lage sei, Auskunft zu geben. Rach langer Geschäftsordnungsdebatte, an der fich die Abg. Graf Westarp (Deutfchn.), Dr. Rosenfeld (Komm.). Wulle (Rat.-soz.). Bernstein (Soz.). Hötzfch<D. Aar.) beteiligten, beschloß der Ausschuß gemäß einem Antrag des Abg. Westarp (Deutsch«.), dah Me <&e»x lärung der kommunistischen Mitglieder über die Dev»/

Der Ml Mattevitt.

Ehiasso, 17. Juni. Der gestrige Minister» rat in Rom hat die von vielen Blättern erhoffte Umbildung de« Kabinetts nicht gebracht. Mus­solini gab dort u. a. eine Erklärung ab. die die Demission FinziS mit der Angelegenheft Matte- otti in keinem Zusammenhang stehe. Der Haupt­schuldige Filippelk i wurde auf eine Anze'ge zweier römischer Journalisten bei Dewi auf hoher Sec verhaftet, als er versuchte, in einem Motorboot nach Frankreich zu enkommen. Während sich also nunmehr Filipelli. Aaldt und Volpi, wie bereit- gemeldet, in Haft befinden, ist der Aufenthacks» ort des ehemaligen Pressechefs Rossi nach wie vrr unbekannt.

„Ruovo Päse" veröffentlicht heute ein Schrei­ben Rossis, worin dieser erklärt, er sei nicht ge­flüchtet, sondern wolle sich in der Einsamkeit von der Aufregung der letzten Tage erholen. Der „Messagers" bestSttgt heute übrigens ausdrücklich, daß die Polizei auch gegen Rossi einen Haftbefehl erlassen habe.

-M« »Oberhrfliiche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zustellung»«-- Der Snzeigenvreis beträgt für den 10 gesp. Zeilenmillimeter 0,08 Dolümark. Amtliche und auswärtigs Anzeigen 0,10 Gold» Mr. Durch die Post 2,L> Mk. - Für ausfallende Nummern infolge Streik, oder elementarer Ereignitte kein Ersatz. — »«rsaa matt Sei schwierigem Satz 50«/. Aufschlag. Sammelan,eigen 100 «/, Aufschlag. Reklamen 0.3S Goldmart Jeder Rabatt ^n Dr.C. Hitz«r»th. — Druck der Univ.-Buchdruckerei von Ioh. Aug. Koch, Markt 21/23.— Fernspr. 55, Postscheckkonto: 84c. 5015 gilt al» Barrabatt und ver-ällt, wenn die Zahlung später als 5 Tage erfolgt Belege werden berechnet, ebenso Auskunft £ Amt Frankfurt a. Marn. durch di« Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Erfüllungsort Marburg, 1 E.-Mk. = 10|1, Dollar.