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Zweites Blatt
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dustrie wirb also nur der Weg offen bleiben, sich tat Ausland« nach Krediten umzusehen. Jedenfalls toiti die Mtcumfrag» die Erledigung deS Sachner- ständigen »Gutachtens fchr fördern und beschleunig« und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Verhandlung« mit der Micum sich bis zur Regelung dieser Frag« hinauS-ögern.
kommunistischer Seite die Parole ausgegeben worden test, der GewerkschaftSbürvkratie keinen Groschen mehr in den Rachen zu werfen. GS sind also in der Hauptsache rein egoistische Momente, die die Sozialdemokratie veranlassen, ihren Konkurrenzkampf gegen die Kommunisten auf der ganzen Linie durchzuführen, wobei immerhin die Gefahr besteht, daß sie sich in einzelnen politischen Fragen noch radikaler gebärden werden.
In den bürgerlichen Kreisen sind auS dieser Sachlage heraus die Auffassungen über die Enl- toidlung der Sozialdemokratie sehr geteilt. Die Rechtsparteien glauben nach wie vor, seststellen zu müssen, daß die Sozialdemokratie, insbesondere wegen des starken Hervortretens ihrer internationalen Bestrebungen nach wie vor nicht als eine aufbanende Partei im nationalen Sinne betrachtet werden könne. Das Zentrum und die Demokraten sind allerdings anderer Meinung. Sie befürchten, daß das Bestreben, die Sozialdemokratie durchaus in die Opposition drüngen zu wollen, höchst unerfreuliche Folgen nach sich ziehen könnte. Rach und nach würde der radikale linke Flügel der Partei die Oberhand gewinnen, die gemäßigten und zur positiven Mitarbeit bereiten Führer beiseite schieben und möglicherweise die Fühlung mit den Kommunisten wieder aufnehmen. Auf die Mitarbeit der gemäßigten sozialdemokratischen Richtung dürfe daher nicht verzichtet werden. Sehr wesentlich fällt natürlich bei der Beurteilung dieser Fragen der Umstand ins Gewicht, daß die Sozialdemokratie in der nächsten Zeit kaum ir- gendwelche Aussichten haben dürfte, ihre geschwächte Position zurückzugewinnen. Aus diesem Grunde dürfte zur Zeit auch keine Veranlassung vorliegen, den Sozialdemokraten ihre durch eigene Schuld beigebrachte Niederlage irgendwie abschwä- chen zu wollen.
trat die Hochdramatische den Saal. Wie Walküre, die aus dem Feuerzauberschlaf erwacht, schritt sie zum Richtertisch, um ihren ®ib abzulegen, aufrecht, als trüge sie Schild und Speer, und ihre volle dunkle Stimme füllte den weiten Raum wie mit Orgeltönen;
„Die schwätzt ja, wie ein Kerl," sagte der Mann neben Herbert.
Fräulein Müller-Güth berichtete zunächst, daß sie geschäftliches Vertrauen zu Herwegh geführt und sie ihm ihr Vermögen in die Hände gelegt habe, das bisher ihr Bankier verwaltet hatte, ehe sie ihre Amerikareis« antrat.
„Wie kamen Sie dazu, einem Anwalt das Geld zu geben, statt einer Bank?"
„Mit Banken arbeite ich nicht gern," antwortete die Künstlerin. „Ich hatte viel von Herweghs guter Verwaltung gehört, besonders von seiner Gin» sühlung —“ sie betonte das Wort mit einem Blick nach dem eisernen Staatsanwalt.
„And dann von den sechs Prozent," warf der Staatsanwalt ein, der diesen Blick zurückgrb.
„Gewiß, auch das."
Zn welcher Weise hat man Ihnen denn Rechenschaft über das zu verwaltende Vermögen abgelegt? Sie haben in Ihrem Zeugenverhör aus- gesagt, daß sie nie einen Brief, eine Rechnung oder einen Abschluß erhalten hätten, und als Sie zurückkamen und Ihr Geld verlangten, hörten Sie, daß es in der Eppenhausener Ziegelei angelegt sei und nicht flüssig gemacht werden könne."
„Ganz reckt. W:n gstenZ k n. t.> ich nicht soviel erhalten, wie ich brauchte. Natürlich war ich darüber sehr erregt, denn von dieser Ziegelei hatte ich inzwischen erfahren, daß sie vor dem Bankrott stand. Ich wollte das ganze Kapital sofort her- auSziehen, und als man mir sagte, das ginge nicht, reichte ich die Klage ein."
„Bestand denn über die Verwendung Ihres
dem Kriege wurden nur 39 Prozent der amerikanischen Baumwolle in Amerika selbst verarbeitet, heute verbrauchen die amerikanischen Baumwollspinnereien 55 bis 60 Prozent des einheimischen Rohmaterials. Der Anteil des Wertes der nvrdamerikanischen Waren am Weltmarkt ist Heute wohl mindestens um die Hilfte höher zu setzen als vor zehn Jahren. Roch vor einem Jahrzehnt waren die Bereinigten Staaten ein Schuldnerstaat, heute find sie ein großer ©laubiger- taaL Allerdings hat der Goldabslutz nach Europa seit 1920 mächtig nachgelassen. Ein einzelnes Land Europas läßt sich schon mehr als ein Jahrzehnt mit der Anion nicht mehr vergleichen, falls. Europa aber nicht zu einer Einigung kommt, falls die wirtschaftliche Depression und die politische Gegenfätzlichkoff in Europa in der bisherigen Weise weiterbestehen bleiben, wird der Zeitpunkt heranrücken, wo sich mit Nordamerika kaum noch das gesamte Europa messen kann.
Geldes keine bestimmte Abmachung?" fragte der Richter.
„Nein, ich hatte freilich gesagt," setzte sie hinzu mit einem Blick auf den Angeklagten, der vor sich hinstarrte mit einem verlorenen, traurigen Ausdruck, „daß es mir gleichgültig sei, wo er es anlege, nur müsse es sicher angelegt sein."
„Diese Epvenhausener Fabrik konnte doch niemand als etwas ganz Sicheres betrachten?" meinte der Dichter. Der Staatsanwalt räusperte sich.
„Vielleicht nicht, aber ich hatte ihm ja freie W.HI gelassen." Fräulein Müller-Güth warf dem Staatsanwalt einen feindlichen Blick zu.
„So, das ist etwas anderes." Der Richter durchblätterte ein Aktenheft. „In ihrer ersten Aussage steht —“
Die Müller-Güth schien aufs peinlichste berührt von ihren Anklagen, die sie in ihrem ersten Zorn auf das Haupt des Anwalts geschleudert hatte unb die der Richter ihr jetzt langsam und deutlich vor» las.
„Ja, sc habe ich vielleicht damals gesagt. Aber inzwischen bin ich zur Besinnung gekommen," fuhr sie fort, „und maß mir sagen, daß ich an dem vielleicht entstehenden Verlust teilweise wohl selbst schuldig bin." Die Richter blickten sich an, der Staatsanwalt schob das Tintenfaß von sich, die Referendare lächelten und die Gerichtsdiener, die an deii Wänden lehnten, wie matte Fliegen, schüttelten die Köpfe. Das war ja einfach toll! Jeder Zeuge, der vorgeladen war, um Herwegh zu beschuldigen, nahm seine Anklagen zurück und entschuldigte ihn sogar.
Die Müller-Güth tat es mit Wärme. „Ich habe in Herrn v. Herwegh einen der sympathischsten Menschen tennengelernt und ein durch und durch musikalisches Talent. Man muß berücksichtigen, meine Herren," sagte sie mit ihrer weithin» schwingenden Altstimme, „daß man es hier mit
Kein Geld."
„And Sie glauben jetzt, daß Sie es wiederbe- temmen?“
»Io, das glaube ich, denn Herr Herwegh ist ein «h tenmann. Der hat noch keinen sitzen lassen. Ich Aaube, daß er es schaffen wird, sobald et erst mal täe Arme frei hat. Aber wenn man ihn mitten «ms seiner Arbeit herausholt und ihn ins Ge- fiingnis schafft, und ftemde Leute sich über die Eeldschränke hermachen —"
„Es sind vom Gericht bestellte Beamte," ver- Dies ihn der Richter, „und eS steht Ihnen nicht fifc, das Gericht anzugreifen. Sie sollen nur c>us- fpgen, wonach Sie gefragt sind."
„Aber man läßt mich ja nicht aussprechen," fwandte sich der Mann erregt an das Publikum, f j»man hat auch die Damen vorhin nicht auSreden fcfftn.“
„Jawohl!" rief die Cellotante und erhob sich. Ich habe auch noch etwas zu sagen, nämlich die Geschichte mit dem Smaragden —“
j- „Das hätten Sie vorhin sagen sollen," verwies ifte der Richter. „Auf diese Sache kommen wir doch zurück. Setzen Sie sich bitte. Die nächste Zeugin, Fräulein Müller-Güth."
Alle Köpfe reckten sich, und während der Post- ibeamte unzufrieden, nicht alles gesagt zu haben, was er sagen tootlte, auf seinen Platz zuschritt, be-
Nochdruck verboten.
Die Herweghs.
Roman von LieSbe t Dill.
Urheberrecht bei M. Fruchtwarrqs^ Halle a. L 52. Fortsetzung.
„Herr Präsident, wenn ich das gesagt haben soll.
Svöti(Xttltcit ift nichl all^prättIch°Hau» flauen ihr« Kleider, klujen. E.rdlnen uswamrmitder-ett- berühmten echte» Heit»»««» F«rb.« Mart. r«ch»r»»f «*
Nr. 138
Sonnabend, 14. Juni
1924
Amriki und Serow.
i Nach Lage der Sache muß es als großer Fortschritt Mgesehen werden, daß Nordamerika seinen Entschluß, jy von den europäischen Angelegenheit zurückzuziehen, ^gegeben hat. Man scheint in Nordamerika einge- zu haben, daß die Isolierung von den europäischen Mgelegenheiten, sowohl politisch wie wirtschaftlich, für Knerika selbst Schaden bringt. Eine Zeitlang war ■gan in der Anion versucht, den durch die verringerte Aoufirast der europäischen Länder verursachten Aus- w durch größeren Absatz in den süd- und neutral» I ^uerikanischen Ländern sowie in Ostasien ausgleichen p können, aber im Laufe der Zeit stellte s>ch doch heraus, daß Argentinien, Brasilien, Aruquah und die Mderen südamerikanischen Staaten ebensowenig Ostepen den Ausfall decken können, die die Anordnung tzes Wirtschaftslebens in Europa herbeigeführt hat. Zn welchem gewaltigen Ausmaß wirtschaftliche Zusammenhänge zwischen Amerika und Europa bestehen, eng die Tatsache beweisen, daß schon vor dem Kriege gcei Drittel der Ausfuhr der Bereinigten Staaten von Amerika nach europäischen Ländern gingen und daß fit Hälfte der nordamerikanischen Einfuhr auf Europa Wtsiel Ein Stocken der Ausfuhr nach Europa muß Mo für das Wirtschaftsleben der Bereinigten Staaten (Ei großer Nachteil sein und schon aus wirtschaftlichen Gründen ist es zu verstehen, wenn Nordamerika das Meresfe kundgibt, daß im BerhältniS der europäischen Staaten zu einander wieder eine Periode der Ruhe emkehrt.
Aber Amerika steht heute zu Europa anders als wr 10 Jahren. Beide Erdteile haben in diesem Zeitraum große Berhandlungen durchgemacht, freilich mit Sem Ergebnis, daß Europa um vieles ärmer, Amerika vm vieles reicher geworden ist. Die Ententestaaten Europas haben heute in den Bereinigten Staaten eine Schuld von rund 50 Milliarden Goldmark. Allein tie französische Schuld in der Anion dürste gegen 17 Billiarden Goldmark ausmachen. In den Danken der Bereinigten Staaten sind heute mindestens 40 Prozent des Goldbestandes der Erde aufgespeichert. Lrvy der Beteiligung am europäischen Krieg hat das Aationalvermögen in der Anion während des letzten Jahrzehntes ganz gewaltig zugenvmmen. Bon Bolks- toirtschaftlern wurde das Nationalvermögen der Bereinigten Staaten im Jahre 1912 auf 215 Milliarden Collar eingeschäyt, heute soll es rund 370 Milliarden Dollar betragen. So zweifelhaft alle derartigen Derech- «ittgen auch fein mögen, daß der Reichtum in Nordamerika auch während des europäischen Krieges ganz bedeutend zugenvmmen hat, ist aber gewiß.
Dor allem ist durch die Berarmung Europas und buch den Produktionsrückgang in unserem Erdteil das wirtschaftliche Kräfteverhältnis zwischen Amerika und Europa ganz wesentlich verschoben worden. Auch dort wo Amerika einen Stillstand aufweist, erscheint es heute , weit stärker, well dem amerikanischen Stillstand in den Produktionszistern — wie er im einzelnen ba und dort auch festzustellen ist oder war — ein »ehr oder weniger großer Rückgang in Europa Uegenüberstand. Detrachten wir die Steinkohlenerzeu- Rang, die Erzeugung von Eisen, Kupfer, Stahl, Dlei, Zink .beinahe überall ist der prozentuale Anteil Amerikas gegenüber Europa bedeutend gestiegen. Nord- amerika hat seine Flächen für den Getreidebau stark erweitert, es hat heute die zweitstärkste Handelsflotte. Dadurch, daß zeitweise Rohbaumwolle nur schwer abge» feftt werden konnte, hat sich die Tendenz verstärkt, b« Baumwolle im eigenen Lande zu verarbeiten. Dor
Sie Solltet.
Berlin, 13. Juni. Bei der Verlängerung der ^Micum-Berträge handelt es sich vor allem darum, woher die deutsche Industrie, die sowohl durch die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage in Deutschland wie durch den langen Streik im westlichen Duhrbergbau große Einbußen erlitten hat, das Geld nehmen soll, um den Berpflichtungen der Micum gegenüber nachkommen zu können. Das Dawes- Gutachten sieht bekanntlich eine große Ausländsanleihe für Deutschland vor, die die Aebernahme neuer Lasten auf das Reparationskontv ermöglicht. Da aber das Gutachten noch nicht in Funktion getreten ist und erst noch Gegenstand langer Erörterungen zwischen den Alliierten und Deutschland sein wird, sobald die neue Regierung in Frankreich gebildet ist, bleibt die Frage derKreditbeschasfung für die deutsche Industrie osten. Englische Finanzkreise haben den Dorschlao. gemacht. die deutsche Industrie sollte eine kleine innere Anleihe aufnehmen, die dazu dienen soll für etwa einen Monat die Lieferungen für die Micum zu finanzieren. Im Augenblick der Krebitnot scheint es jedoch überflüssig, einen derartigen Versuch überhaupt zu unternehmen, da die Geldknappheit in Deutschland beängstigende Formen angenommen hat und in absehbarer Zeit nicht abzustellen sein wird. Der In-
ist dos in der ersten Hitze geschehen!" sagte ber Beamte sichtlich verlegen, „und ich nehme eS hiermit zurück. Ich hatte damals nur Angst um
Sie $111111 der HMtmskrsles.
Die Sozialdemokraten, die jetzt in Berlin zum Parteitag versammelt sind, sollen Rechenschaft ablegen über die Politik, die sie vier Jahre lang getrieben haben. Man glaubt, in den letzten Tagen eine gewisse Nervosität bei ihnen bemerken zu müssen, als kämen ihnen die Auseinandersetzungen, die mehrmals geplant, aber immer wieder verschoben wurden, noch immer ungelegen. Diejenigen Kreise, die sich aus den früheren Anabhän- {gigen zusammensetzen,verlangten vor der Auflösung des Reichstages schon von der Parteileitung das Einsehen einer scharfen Opposition gegen die Politik der „Bürgerlichen" und auch nach der Wahl zum jetzigen Reichstag verstummten die Stimmen darüber nicht, die aus der ehemaligen Regierungspartei eine radikale OpposiRvnSpartei machen wollten, die sich wieder auf die Traditionen des Klas- senkampses des Sozialismus besann. Mit Spannung erwartet man den Zusammenprall des gemäßigten und radikalen Flügels. Immerhin läßt sich schon jetzt erkennen, daß der gemäßigte Flügel, der zahlenmäßig stärker vertreten ift, den Sieg davon tragen wird. In der sozialdemokratischen Partei ist demnach das Best ceben vorhanden, um jeden Preis alle Möglichkeiten zu einer Beteiligung an der Regierung auszu- nutzcn. Die s z a d m l a s hen Prrtei'ü-rer werden daher in diesen Tagen ihre bisherige Politik hartnäckig verteidigen und sachlich die Gründe darlegen die sie veranlaßt haben, das Kabinett Marx- Stresemann vor dem Sturz zu bewahren.
Entsprechend dieser polnischen Einstellung wird auch weiterhin die sozialdemokratische Partei einen sehr scharfen Kampf gegen die kommunistische Bewegung führen, deren Anwachsen, wie sich bei den letzten Reichst agswah- len herausgesteltt hat, sehr alarmierend wirken mußte. Dir Konkurrenz der kommunistischen Partei wird von den sozialdemokratischen Führern umso härter empfunden. alS auch die sozialdemokratischen Gewerkschaften außerordentlich an Einfluß verloren haben. Bekanntlich sind im Verlaufe der letzten fünf Monate nicht weniger als 700 000 Arbeiter, Angestellte usw. aus der sozialdemokratischen Gewerkschaftsbewegung ausgetreten, nachdem von
SlMtltiltliHt «1*111*1«.
Diejenigen, die gehofft batten, daß Geldmarkt und Börse nach den Feiertagen fich erholen würden, find wieder einmal um eine Enttäuschung reicher. Das Kursniveau der Aktten, das schon nicht mehr sinken zu können schien, bat fich wieder ein weiteres Stück dem Nullpunkt genähert. Die in Akttenwerten investierten Vermögen lösen sich allmählich ebenso in nichts aufj wie es vorher den in sogenannten „mündelstcheren Staats- und Kommunalvavieren angelegten ergangen ist. Allmählich schwindet in Deutschland das gesamte Volksvermögen, alle Ersvarnisie des kleinen Mannes ebenso wie die Phantasievermösen der Kriegs- und Inflationsgewinnler. Eine sehr grobe Anzahl der auf dem trügerischen Moorboden der Inflation aufgebauten Unternehmungen sind bereits wieder versunken, mit ihnen aber auch manche alten Betriebe und Geschäfte, deren Zusammenbruch auch von volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten aus einen Verlust bedeutet, Zählte man doch allein in Hamburg schon vor den Feiertagen 113 Firmen, die sich unter Eeschäftsaufficht gestellt batten, darunter 7 Banken. Dabei find dies« Insolvenzen noch lange nicht die schlimmste Folg« dtt schweren Kreditkrise, die über die deutsche Wirtschaft bereingebrochen ist. Viel schlimmer ist die allgemein« Stockung des Zahlungsverkehrs, mit der eine auffällig« Verschlechterung der Zahlungsmoral Hand in Hand geht. Es gilt in manchen Kreisen nicht mehr als unehrenhaft, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachzu- kommen. Man entzieht sich ihnen vielfach leichten Herzens mit dem Hinweis auf die allgemeine Geld» und Kreditnot.
Es kommt hinzu, daß die Gerichte fich den neuen Aufgaben, vor die sie infolge der eingerisienen Mib- stände im Zablungs- und Kreditverkebr gestellt wurden. häufig nicht gewachsen zeigten. Die Erledigung gerichtlicher Zahlungsbefehle erfckrdert zurzeit in bet Ncgei die drei«che Zeit als unter normalen Verhältnissen, weil die Gerichte mit derartigen Arbeiten überlastet sind, und sich nicht schnell genug auf diese Folgen der Kreditnot eingestellt haben. Die Verzögerung bet Zahlungen vermehrte aber die Zahl derer, die ohne Verschulden in Zablungsnot geraten, in ungeheurem Mabe Statt dab eine Anzahl schwacher Betrieb« zusammenbrechen, werden jetzt die meisten schwach weu die erwarteten Zahlungen ausbleiben. Die Aenoerung der Verordnung über die Eeschäftsaufsicht, durch di« die schlimmsten Mibstände auf diesem Gebiet beseitigt werden sollen, ist zwar angekündigt. scheint aber wieder so lange verzögert zu werden, bis durch dre bürokratische Langsamkeit ungeheurer Schaden entstanden ist Was bisher über die geplanten Reformmabnah- men mitgeteilt worden ist, verdiene Billigung, vor allem Die Absicht, die Publikationspflicht für all« Fülle von Eeschäftsaufsicht mit rückwirkender Kraft SU versehen. Hoffentlich brauchen wir auf die Verordnung selbst nun nicht mehr allzu lange zu warten.
Reichsbank und Renrenbank haben ihre Ausweis« iki 31. Mai veröffentlicht. Beide legen Zeugnis ad von der ungeheuren Nachfrage nach Krediten. Di« Rrichsbankleitung bat jedoch auch weiterhin gegenüber dem allgemeinen Schrei nach Krediten größte Zurück- Haltung geübt und gegenüber allen Angriffen immer wieder auf die Notwendigkeit bmgewiesen, bte Wad- rungssiabilität durch äuberste Knavvbaltung bfr, $ie* dttdecke z-i sichern Nur in allerdrrngendsten Notfällen is. man der Wirtschaft in beschränktestem Umfang«
einem ungewöhnlichen Manne zu tun hat, der außer feiner Wissenschaft noch vielen anderen Interessen diente. Er war nicht nur ein glänzender Red- ner und Jurist, sondern auch ein Künstler. Dolch« Menschen kann man doch nicht mit AllerweltSge»
TaTmag alles sein," unterbrach sie der Richter, "„aber hier haben wir jetzt festzustellen, wiej* kommen konnte, daß man dieses Vertrauen allmählich entzog." „ . ,
hätte ihm mein Vertrauen entzogen? rlej Fräulein Müller-Güth und blickte sich im Saale um. Das habe ich ja nicht einmal in meiner erfien Aussage behauptet, obwohl ich damals sehr neri-o» war. Ich habe nur gesagt, daß der Anwalt freit Hand über mein flüssiges Deld hatte und daß ich ihm sogar erlaubt habe, daS Geld auch eventuell in einet Fabrik anzulegen. Da, wie ich Nachtrag" lich gehört habe, er sein eigenes Vermögen in dies« Fabrikgesteckt hat, so wird sie doch auch für sicher gehalten haben. Das ist alles, was ich i» sagen habe, und ich bitte, mich jetzt zu erlassen. Hott Präsident, denn ich habe Probe... Da» letzte Wort Pro-vbe " schleuderte sie wie ein Schwergewicht in den Saal. ;
Sie wurde entlassen. •
Die Wvtanstochter schlug^ihre Pelzstola um ( die Schultern und verließ den Saal, gefolgt von dielen bewundernden Blicken, denn die Müller», Düty war seit ihrer Amerikareise noch um d.el« Grade berühmter geworden.
(Fortsetzung folgt.)
W ÄH® ■ ■ M « schwache Suppen und alle Fleischgerichte erhalten augenblicklich . ®
E MM wv« n w MM «n MM- ■ jyA MM unvergleichlichen Wohlgeschmack mit einigen Tropfen SS27 M D
I UCmilSCj OQlQlC, MA@GIS Würze | I
vorteilhaftester Bezug in großen Originalflaschen zu 6*t. 5.—
--- ---___, Unbegrenzt haltbar auch bei offener Flasche. —
Asthma
kann nach Dr. weck. AlbertiSpezIalverfahree (D. R. P.) In etwa IS Wochen gehellt werden. Aerztllche Sprechstunden jeden Montag von 10—2 Uhr in Gießen, Bahnhotehotel Lena,