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; Amtliches VeMMgungsblatt des Kreises Marbmg.

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Anzeiger für (das früher kurhessischej Oberhessen

Di« ^DbetNelRidx 3eitu«g* er|d>«tnt iediemel wöchentlich. Bezugrvieir »»natlich 1 Maik «»»schließlich ZustellungrgedLhr. Für «»»fallende 3lummete inielg« 6ttelU ar», element(Ereignirie kein Eriatz. Senag von Dr. L. Hiyerotb. Dr»<k der'Univ.»vuchdtuckerei »»» 2od. »»«. tkoch, Mar?t 21,Ä SemipreAer 55. Tofttoecfionto: St. 5015 *mt Trtantrurt o. Main.

Marburg

Nittssch, ien 11. Zml

Der L»i»iaen»t«i, betrigt «llr den Ivges». Zeilenmillimeter s.l» Soltzmark. Amtliche » auewött Bnjeige«u040 Eoldmatk. Sei Ichwier.Eatz 50/, Anfschlig. 6emwel«eiet«. Uff. «»sichlag. » eNarnen 035 6elh*«tt Seher Rabatt gilt al» Settebett. Belege werte» betethnet, ebenso «n»tauft durch die Seichältestelle und Zusendung der Angebote. Zeblun» innerhalb 5 Tagen (1 Dollar-<30 Loldmarks, Berecknuno nach dem Berlinet Mittel­kur» de» Zahlungs-EingangGtage«. Ser,ug»rinsen pro Tag nach de» B«»k,I»,f»ß

5i. am, 1124

Ur 5k Mlitnno Im GiMnlriotii- Sitodtns.

In den Berliner diplomatischen Kreisen besteh'- |pite kein Zweisel mehr darüber, dah in spätestens gpei Monatxn die grundsätzliche Durchführung der H«chnerständigen--Gutachten eine beschlossene Lache sein Wird, die kaum noch geändert werden dürfte. Zwischen jtr englischen Regierung und den anderen beteiligten Wgbinetten eine bereits entsprechende Vorbereitung im Wenge und es scheint auch, daß die französischen Re- Werungskreise kaum irgend welchen Einfluß auf die Aorarbeiten der zuständigen Regierungsstellen ans- ®en können. Sobald in Paris ein neues Ministerium «bildet ist, wird das Stadium der alliierten Kon» Menzen eröffnet werden, das durch eine Besprechung Cscheu dem englischen Premierminister und dem neuen rzösischen Regierungschef eingeleitet wird. Deutsch­land hat, nach Auffassung der Berliner Regierungs­brise, zunächst eine nicht ungünstige außenpolitische Situation dadurch erreicht, daß es durch die Beschlüsse ferner Regierung bereits seine Zustimmung zum Sach- brrständigen-Gutachten zum Ausdruck gebracht hat. Da­durch werde einer französischen Regierung die Mög° Hchkeit genommen, bei den Verhandlungen wieder die Mage der Sanktionen und der Sicherheiten in den llst-rdergrund zu stellen. Poincarc würde, wenn er «och am Ruder geblieben wäre, ganz unmöglich in Her Lage gewesen sein, feine Wünsche auf Feststellung eines Eanktionsshstems durchzufetzen. Auf der anderen Beite sei endlich der Zustand erreicht, der es der Deutschen Regierung gestatte, von der Gegenseite zu Bedangen, als gleichberechtigter Partner behandelt zu *erhen und seinerseits seine Forderungen zu stellen. Die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Unabhängig» Aii Deutschlands soll zugestanden werden und nun» »ehr könne die Reichsregierung ihren Standpunkt dahin Wehend vortragen, daß sie völlig restlos in den Besitz ! Wer verwaltungsrechtlichen Rechte in den besetzten Heb'efen gesetzt werden müsse, bevor sie die deutsche Wirischasishoheit als wieder hergestellt ansehen könne.

Die Gefahr eines Scheiterns der Verhandlungen ist nicht sehr groß, da die Quertreibereien eines Pvincarcs Acsmal nicht in Frage kommen, ebensowenig wie die fbnfccrintcreffen eines Lloyd Georges, der die eng» Wche Politik im Orient im Auge hatte, wenn er über Sie Reparationsfrage verhandeln wollte. Die kom» »enden Konferenzen seien ausschließlich auf das Woblem der Deparationsfrage zugeschnitten und hätten «freusicher Weise nichts mit den übrigen politischen Wwblemen in Europa zu tun.

Die Wirtschaftspolitiker beschäftigen sich im An- Muß an die bevorstehenden außenpolitischen Ausein- «derschungen hauptsächlich mit der Frage ob es «mmehr möglich erscheinen wird, die gewünschten Aus- -Andekredite für Deutschland mobil zu machen. Rach tat V eldungen der amerikanischen Presse ist brreilS sistifchste Stadium überwunden. Die letzten Rachrich» tat über die angebliche Weigerung der amerikanischen firtnan-fceife. den europäischen Staaten Kredite zu geben, heben sich lediglich als warnende Alarmsignale heraus Stftellt Sie sollten insbesondere auf Deutschland einen Äud ausüben, damit die deutschen Parteien die Re» sArung Marx-Stresemann nicht zu Fall bringen. Run- Achr wird behandelt, daß die amerikanischen Geld» 6er die hauptsächlichsten Voraussetzungen für die Bewährung von Industrie-Krediten an Deutschland «fe erfüllt an sehen und bereit seien, die Vorhand» krgen darüber aufzunehmen. Aehnlich liegen die Stege bei der englischen Finanz welk, die sich hrreiis sehr weitgehend festgelegt hat. Die Londoner Esty hat. tote die neusten Londoner Meldungen besagen, k der Haltung Deutschlands gegenüber dem Sachver­ständigen--Gutachten die Gewähr dafür gesehen, daß Se deutsche Industrie die gegenwärtige Krise über» Minden werde. Sobald Deutschland die neue Geld- Ehrung eingeführt haben wird, will sich das englische «apitak zur Sanierung der deutschen Wirtschaft be» tetfinben, weil dann die englischen Geldgeber mit *teer rentablen Grundlage ihrer Anleihen rechnen.

Diese Entwicklung erscheint den maßgebenden po- ^fchen Kreisen geeignet, etwas beruhigter in die -«fünft zu sehen. Es handelt sich allerdings darum., es der Reichsregierung gelingen wird, die be« steullichsten Stellen des Eachverständigen-Gutachtens, St für Deutschland unannehmbar erscheinen müssen, » abzuändern, daß der in dem Gutachten in Aussicht Wellte Aufschwung der deutschen Wirtschaft auch «sächlich eintritt. Diesen Aufschwung kann niemand W Sicherheit Voraussagen wollen, am altertoenigftien «men es ausländische Sachverständige, die die Din§e * Deutschland niemals objektiv beurteilen ver» *6gen. Die Krise der deutschen Industrie dauert zur ! «it noch unvermindert an und es wird zunächst sehr sthwer halten, den gegenwärtigen Pessimismus, der * der Verschärfung der Lage schuld ist. restlos #u «eiligen. - k

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Sie Begegnung zwischen Mussolini und Macdonnld.

Paris, 11. Juni. Eine Havasnote besagt, daß acbonolb bte Einladung Musfolinis tet demselben in der Schweiz eine Begegnung zu en, nicht annebmen wird. Macdonald rieht vielmehr vor, Mussolini nach London ein­en I a d en, da seine Arbeiten es im Augenblick nicht er- »vuben, sich von London zu entfernen. Andererseits ßubt man, daß Mussolini zögern wird, eine even- mrlle Einladung Macdonalds anzunehmen, da ibn der *^8 über Paris führen würde und Mussolini nicht

Millerand zurückgetreten.

Eine Folge der radikalen Opposition.

Die Botschaft des Präsidenten.

P a rl S, 10. Juni. Die Kommersitzung hat eine ungeheure Menschenmenge an gelockt, das K tmmergebäude wird nach Eröffnung der Sit­zung um 3 Ahr noch von Hunderten, dis Einlaß zu den Tribunen wünschen,. belagert. Sie Men­schenmenge besetzt die Brücke, die zu dem Kon- kortiapsatz führt. Hunderte von Kraftwagen stehen in den Anlagen. Roch niemals seit dem Friedensschluß hat eine Barlamentssitzung je» m ls eine s o l ch e Re r v os itü i im Publikum her- borgerufen.

Am 3 Ahr verlo-en in der Kammer Winistecprä» fldent M a r s a I und im Senat Justizminisler R a - ' i er die Botschaft deS Präsidenten der Republik, in Der es heißt:

Frankreich dürstet nach Frieden und Freiheit. Es will nach außen hin eine Politik ausüben, die im Einverständnis mit seinen Alliierten Repa­rationen, Sicherheiten, Durchführung des Friedensvertrags und Respektierung sämt­licher diplomatischer Akte gewährt, die die neue europäische Ordnung begründet haben. Diese Außenpolitik wacht eine Innenpolitik not­wendig. die sich von den Lehren des Krieges leiten läßt, die sich auf das Einvernehmen unter den Franzosen, auf die Achtung vor der Meinung und dem Glauben der anderen und auf das Be­streben gründet, in die sozialen Beziehungen immer mehr Gerechtigkeit und Gutes hineinzmragen. Durch die Bestimmung, daß der Präsident der Republik nur im Falle des Hochverrats verant­wortlich ist, hat die Verfassung im nationalen Interesse der Stabilität und Tätigkeit dafür Sorge trogen wollen, daß die Vollmacht des Präsidenten 7 Jahre hindurch vor den Schwankungen der Politik geschützt bleibt. Wenn künftig die Will­kür einer Mehrheit den Präsidenten der Republik zwingen könnte, sich aus politischen Beweggründen zurückzuziehen, so wäre der Präsident der Repu­blik nur noch ein Spielball in den Händen der Parteien. Ich habe es abgelehnt, von meinem Posten zu desertieren. Es ist nicht mög­lich, daß das Parlament sich über die Gesetze hinwegsetzt, die beachtet werden müssen. (Sitte kon­stitutionelle Frage von solcher Wichtigkeit für die Zukunft der Republik, wie es die durch die gegenwärtige Krise aufgeworfene ist, kann nicht im Halbdunkel durch Entscheidungen einzelner Per­sonen oder Beschlüsse geregelt werden.

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Die Regierungserklärung.

Dach Verlesung der Botschaft deS Präsidenten der Republik in der Kammer erklärte Painlevs, daß er Kenntnis nehme von dem Inhalt der Prä- sidentenbotschaft, deren Wortlaut im Protokoll auf­geführt sei und deren Text in den Archiven ver­wahrt werden würde. Hierauf verlas Marsal die Regierungserklärung, die von der Rechten und den Mittelparteien mit Beifall, von den Linksparteien mit Schweigen ausgenommen wurde.

In der von Marsal in der Kammer und von Ratier im Senat verlesenen ministeriellen Erklärung wird dargelegt, dah die Regierung Mar­sal nur gebildet worden sei, um Kammer und Senat zu ermöglichen, sich in einer Debatte konstitutioneller Art, die in diesen Tagen außerhalb des Parlaments eröffnet wurde, aber in

baran denke, vor der Lösung der Krise in Frankreich mit der französischen Regierung in Fühlung zu treten.

London. 9. Juni. Der diplomatische Bericht­erstatter desDaily Telegraph" schreibt: Letzhin habe ein wichtiger Gedankenaust ausch durch privat« Kanäle zwischen Vertretern der britischen Arbeiter­partei und der französischen.sozialistisch-radi­kalen Partei stattgefunden. Angesichts dieser Er­örterungen fei die Erzielung eines ziemlich umfassen­den Aebereinkommens wahrscheinlich. Dieses Abkommen werde vielleicht behandeln: die Durchführung des Dawesplanes mit der darauf folgenden wirt­schaftlichen Räumung des Ruhrgebietes und des Rhein« landes. Sobald Deutschland die notwendige Gesetz­gebung angenommen habe und die internationalen Leitungen in der Lage seien, die ihnen zugetoiesenen Organisationen zu übernehmen, die sofortige Herab­setzung der militärifchen Befetzung deS Ruhrgebiets auf «in unsichtbares Maß und ihre Beendigung, sobald die Durchführung des Dawesberichts unter deutscher Mitwirkung glatt vonstatten gehe, Lösung der Sicher­heitsfrage durch den Bölkerbund, wobei Deutschland in den Völkerbund ausgenommen

der das Parlament endgültig entscheiden könne, auszusprechen. Weiter wird gesagt, im Falle einer Erklärung des Parlaments, die verfassungs­mäßigen Gesetze müßten unantastbar bleiben, werde die Autorität dieser Abstimmung den Füh­rern der aus den Wahlen hervorgegangenen Mehr­heit ihre Verpflichtung zeigen, die ihnen vom Präsidenten angebotene Regie­rung aus seinen Händen anzuvehmen und die Leitung der französischen Politik zu übernehmen. Im Fallt der D i ch t b i l l i g u n g der in der Prä- sidrnlcnbotschaft ausgestellten Grundsätze, die die Grundlage der republikanischen Verfassung bilde­ten, werde die Regierung oen Präsidenten über ihren Mißerfolg unterrichten, der alsdann den dar­aus sich ergebenden Entschluß fassen werde.

Es folgte die Verlesung der vorliegenden Interpellationen. Auf die Frage Pain- levcs. wann deren Diskussion stattfinden solle, er­klärte Marsal. daß er die sofortige Dis­kussion onnehme. Hierauf verlas Painlev^ die Resolution des Kartells der Linken.

Als erster Redner sprach Reibel, der die Vorlage einer Tagesordnung ankündigte, in der er­klärt wird, daß die Kammer bereit fei, die Be­stimmungen des Grundgesetzes zu achten. Der Ab­geordnete wendet sich im Verlauf seiner Ausfüh­rungen dagegen, daß Herrivt bieKabinettS- bildung ab gelehnt habe, weil feine Partei ihm nicht gestatte, ein Mandat aus den Händen Millerands entgegenzunehmen. Aach Reibel sprach Marsal.

Die Abstimmung über die Tagesordnung der Linken, die ein Mißtrauensvotum für das Kabi­nett bedeutete, hatte folgendes Ergebnis:

Di« Tagesordnung Herriot« wurde mit 329 gegen 214 Stimmen angenommen.

Rach Beendigung der Kammerfitzung haben sich die Mitglieder de» Kabinett» Francoi» Marsal nach dem Elys re begeben. Dort find sie nm 7,45 Ul>r eingetroffen und sofort von dem Präsidenten der Republik empfangen worden.

Der Präsident der Republik Millerand er­klärte den Ministern, die ibm ihre Demission an- botrn, dab er angesichts der Sitzungsberichte ans Kam­mer und Senat beschlossen habe, zurück,« freien. Er ersuchte da» Kabinett, im Amte zu blei­ben. Der Ministerrat wird morgen vormittag zn- sam meuterten. Die Demission Millerand« wird Kam­mer und Senat in der morgigen Nachmittagsfitznng be­kannt gegeben werden.

Aach der Abstimmung beschloß die Mehrheit, den Wortlaut der heute angenommenen Tages­ordnung und das Ergebnis der Abstim­mung, d. h. die Namhaftmachung der Abgeord­neten, die für oder gegen die Tagesordnung ge­stimmt haben, im ganzen Lande zu verbreiten. Die K a m m e r hat sich auf M i 1 t w o ch nachmittag 3 Ahr vertagt, um, wie cs heißt, eine Mitteilung der Regierung entgegenzunehmen. ,

Auch der Senat gegen Millerand.

Paris. 11. Juni. Auch bet Senat stimmte gestern darüber ab, ob eine von den Freunden Millerands eingebrachte Interpellation besprochen ober verlast werben sollte. In bet Abstimmung ftimmten 1 54 für bie Vertagung unb 14 4 gegen vie Vertagung. Durch biesen Beschluß hat auch bet Senat Milleranb fallen gelassen.

werden solle, baldigste llebertragung bet Kontrolle der deutschen Rüstungen auf den Völkerbund nach Durchführung der vor kurzem vvrgeschlagenen neuen interalliierten Untersuchung und Erörterung über die allgemeine DüstungSvetmindetung.

Reue englisch-französisch« Verhandlungen!

London, 10. Juni. Ein offizieller volisischet Berttetet Macdonalds hat mit Führern bet Pariser Linkskreise Unterhandlungen gepflogen. Es würde die Etunblage zu einet englisch-franzö­sischen Verständigung vorbereitet.

Dawe» ametikanischet Vizepräsident?

R e w y o r k, 10. Juni. Rach Meldungen aus Cleve- land sind alle Vorbereitungen für die feierliche Er­öffnung des Rationalkonvents bet republikanischen Partei am Dienstag getroffen worben. Es wirb be­stätigt, baß General Dawes wegen seiner Verdienst? in bet Reparationsfrage für ben Vizepräsiden­ten v o st e « in Vorschlag gebracht werben wird.

Str üiltoi ii ffltolti.

London, 10. Juni.Morningpost" zufolge ssich di« letzten Nachrichten. die übet den Aufstand tn Albanien eingetrvffen sind, ungünstig für bte Ra» gierungstruppen, die hart bedrängt wurden. Einer« bisher eingetroffenen Telegramm zufolge, habe VA füdliche Aationalarmee nach einer zweitägigen Schlachk die irregulären RegierungStruppen besiegt Ganz Südalbanien stehe, wie «8 heiße, auf Seiten b* Aufständischen.

Mailand, 10. Juni. Die albanischenRation» listen haben bas Waffenstillstanbsverlangen bet al­banischen Regierung abgewiesen unb rücken auf Tirana vor. Die Regierung kann als verloren an* gesehen werben. Det Ervtcisibent will sich nach Wien begeben.

Rom. 9. Juni. Dach demGiornale b'Jtalia' ist daS Hauptquartier der albanifchen Aufftän- difchen in 'giert. Die Städte Dalona, Arghro* zastro, Klisuta. Tremett, Berat und die Provinz Ko* riza haben sich der Bewegung angeschlvfsen. SA Aufständischen von giert sind bereit, mit der Re­gierung von Tirana zu verhandeln, wenn der seit­herige Regierungsleiter tzamedDogu Albanien ver­läßt und andere Bedingungen erfüllt werden. DA Regierung von Tirana hat die Bedingungen ange­nommen, eine endgültige Antwort fort aber erst er­folgen. Die Aufständischen von S k u t a r i haben dA Regierung in giert zur Fortsetzung ihres Marsches auf Tirana aufgefordert. Die Familie von Hamed Dogu ist mit zahlreichen anderen Flüchtlingen bereits in Brindisi emgetroffen.

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Genf, 10. Juni. Heute vormittag wutbe b« Programm für die morgen, den 11. Juni, nachmit­tags, stattfinbenbe Eröffnungssitzung b< f Völkerbundrates ausgegeben. Die biesiähch gen Sessionen des Völkerbundes werben bereits am 16 Juni abgeschlossen werben. Von Einfluß auf die Vr» bonblungen ist bte französische Präsidenten- unb Ski» nisterkrise. Der Vertreter Frankreichs, Hanotour ist beanntlich Anhänger bet Regierung Poincar«, ton der er auch ernannt würbe, unb Anhänge bet Zwangs- Politik gegen Deutschlanb. Seine erfolgte Ernennung zum Mitglieb bes Schiebsgerichts int Haag dürfte t)tn der ommenben franzkösischen Regierung nicht ratifizü tt werben.

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Genf, 11. Juni. Anläßlich der am Mittwoch be­gonnenen Tagung bes Völkerbundrat«,« sind einige deutsche Unterhändler aus ben dentsch-volnischen Verhandlungen über bi« Minber- heitenfrag«, barunter Staatssekretär a. D. Lewald, biet emgetroffen, um gegen Polen die deutsche Forde­rung auf Achtung des status quo bis zum Abschluß eines Abkommens zu unterstützen. Der Bölketbundeaf wirb u. a. einen Bericht übet bte ergebnislosen deutsch-polnischen Verhandlungen in Wien entgegen» nehmen. Fetner wirb bet 3et-Ausschuß des Völker« bunbrates für die St ch etbeitsf t agen von de« Vorschlag bes nach Polen entjanbten llnterkommissa« Pbilimone übet die Entschädigung bet deutschen An­siedler Kenntnis nehmen. In Sachen bet Saar­fragen wirb der Völkerbundrat sich nicht nut mil dem englischen Antrag auf Feststellung bet Verant­wortung bet einzelnen Mitglieder der Regietungs- kommission zu befassen haben, sondern auch zu iwd Roten der deutschen Regierung übet bi« Saarfrage Stellung nehmen müssen. Die erst« Note ersucht den Völkerbundtat zur Festsetzung einet Frist für die Anwesenheit französische« Truppen im Saatgebiet. Die zweite Not« protestiert gegen bie Verhinberung zollfreier Einfuhr gewisser brutschet Waten in» Eaargebiet.

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Eleveland, 10. Juni. ES gilt als sicher, bah Cool idge die S'. c 3ilifterung Europas als den Kernpunkt für die wirtschaftlichen Interessen Ameri­kas ansieht und daß er deshalb die Anteilnahme der Vereinigten Staaten an der Beschleunigung des Wiederousbatles Europas begünstigt. Mit Bezug aul das Dawesprojekt wie auch die Anleiheftage Hai er wiederholt das Interesse der Bereinigten Staaten an einer Beteiligung betont, die indessen, wie et glaubt, abfolut auf Privatkreise beschränkt sein muß. Letzeres bedeutet, daß die Amerikaner in den verfchiedenen in dem Dawesbericht vorgesehenen Ko­mitees fitzen, aber nicht als amtliche Bertreter der ame­rikanischen Regierung fungieren würden. Andererseits wird die Begünstigung deS WeltgerichtShofel durch den Präsidenten als der Ausdruck feiner ei­genen Gefühle angesehen, sondern auf taktische Er­wägungen. und die Achtung für die Politik feine» Vorgängers Holding zurückgeführt.

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450 Millionen Dollar lleberschnß.

London, 1C. Juni. Reuter berichtet auS Wa­shington, daß der Direktor deS amerikanischen Bud­getbüro« C oo l i d g e mitgeteilt habe, daß daS fis­kalische Jahr am 30. Juli mit einem Hebers chu h von 350 bis 45S Millionen Dollar abschliehen werde.