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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhesiische) Oberhessen

«.m

1924

Marburg

MM. im 2. M

Dir .OdrrdeNNLe Zeitung" eriLeint leitiemel wö6entli<6. D«n>.g»»r«i» monatlich 2 Teil anoschltrhlich Zuftellungsgebühr. Rfit auoiaNrad« Nummern iniolge Strril» o». eiement. Steigniüe kein Eriag. Der ag non Dr. T. Hi «erotd. Druck der Univ. - Buchdruckerei von Jod. «na. »och. Markt 21/22. ^ernivrrcher 55. Bokiicheckkont»- Nr. 5015 Smt Rranfiuit o. Mair.

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- IBirttrtedt d» alten fitiintfts?

Durch das Scheitern der Derhandkungen der Mittel- Parteien mit den Deulschnolionalen $incd8 deren Cin- Pkitt in die Regierung, ist im Reichstag eine sehr ernst Lage erwachten. &« ist jetzt kaum mehr nach Loge der Dinge zu bezweileln, daß dieser Reichs­tag die ihm gestellten Ausgaben nicht erfüllen kann. Man würde sich nicht Wundern dürfen, wenn er viel­leicht sogar sehr rasch einer abermaligen Aus­lösung verfallen und wenn das Volk erneut vor Pf« Entscheidung gestellt würde, wie es sich die Re­gelung seines außenpolitischen Schicksals denkt. Denn Per neue Wahlkampf würde unter Ausschaltung jeg­licher innerpolitischen oder wirtschaftlichen Fragen, tintig und allein nur unter der Parole. Für oder gegen daS S a ch v er st ä n d i g e n - G u t a ch ten gefrihr! werden müssen.

Der Reichstag wird nunmehr, nachdem die Deutsch- Rationalen in die Opposition gehen, parteipolitisch vor «hte schwere, ja fast unlösbare Ausgabe gestellt fein K ist nach Lage der Dinge gar keine andere Regelung mehr möglich. alS daß der IBfo d der- Mitte, be­stehend aus D e u ts ch« Rolksparlel.Zentrum und Demokrat en zustande kommt, der über 133 Sitze verfügt. Seine Tätigkeit müßte sich ausschließlich «ns die Außenpolitik beschränken, also für das Vachverstöndigen-Gutachten sich aussprechen und für seine gesetzgeberische Ausführung besorgt sein. Man bürste dabei annehmen, daß nicht nur die 100 Sozial­demokraten diese Tätigkeit unterstützen würden, sondern. Paß auch die bayerische Dolkspartei sich dabei nicht »usfchlösse, da sie sich sür das Sachverständigen-Tut- echten ausgesprochen hat. Wenn auch noch die 15 Abgeordneten der Wirtschaftspakt ei, von denen man «nimmt, daß ft« mindestens zum größten Teil für das Vachverständigen-Gutachten sind, hinzutreten. dann würde sich immerhin eine Konstellation von 269 Ab- gtorrTneten gegen 202 Abgeordnete (und zwar 104 Deutschnationale 32 Rationalsozialisken, 62 Kmückm- «isten und 4 Deutschsoziakei ergeben, die gegen das Gut acht err auftreten. "Bei diesen Annahmen handelt «s sich aber nur darum, im Prinzip die Entscheidung für daS Vutachten herbeizuführen-» Dagegen würde aber noch die Frage offen bleiben, wie die gesetzliche AaSsnhrnng im einzelne« zustande kommt, und wie quakifizierenüe Mehrheiten, falls sie notwendig sind, erreicht werden können.

Ein Ausweg ist in diesem Augenblick noch mcht zu erkennen. Die MSgNchkeit, ja Wahrscheinlichkeit einer Suflösun« de» Reichstag» tritt immer ftötfer leroor.

Berlin, 31 Mai. Sm Reichstag traten beut« »ormittag bk Fraktionen des Zentrum», der Deutschen Bolksvartei und der Demokra­ten zusammen. Man nimmt an, dab nichts anderes Ädrig bleiben wird, als »lebet ein Kabinett der Mitte zu bilden, an dem sich das Zentrum, die Deutsche Bolksvartei und die Demokraten beteiligen. Man glaubt sogar in Kreisen der Mittelparteien, daß das bisherige Kabinett unverändert «iederkebrrn wird. Die Entscheidung liegt bei bei Deutschen Bolksvartei, deren Fraktions- , Phung begonnen hat Die Besprechungen mit dem Reichskanzler Dr. Marr werden erst nach Abschluß der biel Fraktionsfitzungen stattfinden. Die übrigen Frak» Ifonen hielten heute keine Sitzungen ab.

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' Keine Absage an einen Bürgerblock.

Berlin. 31^. Mai. Zu dem gestrigen Beschluß bei de utschn alianalen Fraktion verlautet ros deutschnationalen Kreisen, dab dieser Beschluß nicht eine Absage an den Gedanken eines groben Bur­gerblocks als solchen bedeutet, sondern nur gelabt wurde, weil nach Ansicht der Fraktion die Ber- hondlungen mit Marx keine Aussicht m f Erfolg mehr boten; dab irgend ein anderer fites gesunden werde, ist nach Anficht der deulschnatio- itolen Fraktion nicht ausgeschlossen.

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Die Demokraten halten die Berbandlungen fit aussichtslos.

B e r 11 n , 31. Mai. Wie aus parlamentarischen Krerj.r verlautet, steht der Borsitzende m Deins« kratischeu Partei und der demokro«. chen Reichstagsfraktion, Minister a. D. K-ch, 1 ou dem Standpunkt, daß die Berd rndlungen auf­sichtslos erscheinen, nachdem die Deutschnatio- n eilen mit der Erklärung bervorgetreten seien, daß auf dem Gebiete der Außenvolltik eine Kursänderung erfolgen müsse.' Jede Aenderung der bisherigen Auben- rolitik erscheine der Deutschdemokratischen Partei als eine Gefährdung der angebahnten Verständigung und als eine Berzögerung der von der deutschen Wirtschaft so dringend geforderten Lösung.

Die Deutsche Bolksvartei hält an Slresemanu fest.

Berlin, 31. Mai. In der Fraktionssitzung der Deutschen Rolkspartei wurde folgende Ent- schiießung angenommen: Sie Frakrion der Deutschen Rvlkspartei weist die anläßlich der Regierungsbildung gegen das Frollionsmitol eb Stresemann erhobenen Angriffe aufs schärfste zurück. Sie betont aufs neue, daß sie seine politische Tätigkeit, vor allem seine Arbeit als Deichsaußenminister durchaus billigt und sein Verbleiben im -Amte so lange fordert, als Strese- mann selbst seine Dienste in diesem Amte dem Dater- lande zur Verfügung stellt. Zu dieser Haltung wird sie in erster Linie -durch die Erwägung bestimmt, bah es aus sachlichen Gründen geboten ist, im Inland und Ausland durch einen sv>ed)fel der Person nicht den

Anschein einer außenpolitischen Kursänderung hervor zurufen. Außerdem, wurde erklärt, daß die Fraktivr der Deutschen Dolkspartei durch die gestrige Erklärung bet D°e « t sch nationalen vor eine völlig new' Lage gestellt wurde. Sie stand bisher unter dem Ein druck, daß die Deutschnationalen ebenso wie di« Deutsche BolkSpartei gewillt seien, unter Fortführung der Grundlinien der bisherigen Außenpolitik eine Zu- sammcusasfung oller bürgerlichen Kräfte herbeizu- ühren. Sie war zu dieser Annahme umfo mehr be­rechtigt, als bk gesamte außenpolitische Lage und d'e Situation der deutschen Wirtschaft einschließlich der Landwirtschaft, namentlich in der Kreditfrage, die An­nahme und befchleunigte Durchführung des Sachver- täildigen-Gutachtens gebieterisch erfordern, wobei die Deutsche Dolkspartei die Sicherung der politischen an?' Ehrensorderunaen als selbstverständlich erachte. Durch di« Derössentllchung des deutschnationalen Beschluss mit seiner parteiofsizlösen Kommentierung, insbe sondere durch die Forderung einer Kursänderung ir. bet arswörtigev Politik, sind die Bemühungen der Deutschen Dolkspartei zur Fruchtlosigkeit verurteilt. Ihre Rolle als ehrlicher Makler fand damit ein Ende. Zu bet neuen Lage wird die Fraktion in der für Montag telegraphisch einberufenen S'tzung Stellung nehmen, du die Möglichkeit der Anwesenheit aller Fraktionsyntglieder gegeben werden mutzte. Ein« Sex- zögerung her Regierungsblidung tritt dadurch umso weniger ein, als auch die DaherischeDolkspar- tei. die selbstverständlich zu den Verhandlungen mit herangezogen werden muh, spätestens am Montag in Berlin verfügbar fein wird.

Die vaterlSAbifchen BerbLude gegen Marr.

Derlin. 31. Mai. Aus einer Sitzung der Set- tretet der vaterländischen Verbände Deutschlands, die in Berlin stattfand, wurde vor allem zur Frage der Regierungsbildung Stellung genommen. Das Präsi­dium der vaterländischen verbände hat gestern et- klärt, daß eS einem Kabinett.Mart auch mit deulschnat ionalen WiniH«tn ;fein 33er- trauen entgegen bringen könnte. Im übrigen dürfte bei bei heule flottHnbenben Versammlung bei Vater- löndifchen Derbände auch di« Frage der Stellung zu der DativnalsvzckaliftischeirArbeiler- partei geklärt werden.

Sitzung tzes Reichstag«.

Berlin, 31, Mai. Die nächste Sitzung der Reichstag«» ist auf Montag, den 2- Juni 1924, nachmittags 3 Uhr anberaumt. Sollte bis dahin die Bildung bet neuen Regierung nicht gelungen fein, f» wirb bas Reichstagsvlenum sich ausschließlich mit ben Anträgen des Eefchäslsotdnungsausfchufirs in ber Frag« bet Haiteullasiung von Abgeordneten besahen.

Bit sttkimivMM il Smkttlt.

Pari«. 31. Wal- Die Politische Vage wird sich morgen endgültig Hären. Am Vormittag wer- den die Ausschüsse der Sozialistischen und Radikal» sozialistischen Partei getrennt voneinander zusam- mentreten und dann am Rachmittag eine gemein­same Sitzung abhaltev Man sieht voraus, daß im Laufe dieser , Sitzung, die von den Vertretern des gesamten Linkskartell« besucht sein wird, eine Re­solut ion gegen die Person des Präsi­denten der Republik eingebracht werden wird In sozialistischen und radikalsozlalistischen Ktcsten behauptet man, daß diese Resoluttvn zur tzeraü-beschwörung einer Winist er Präsiden» l enktise ausreiche. Gestern Abend hat derEzce- kuljpauSschuß der Radikalen und der Radikalsozia- listen unter dem Vorsitz Herriot« die Situ- ation beraten. Die 35 Mitglieder des Ausschußes waren rollzählig erschienen. Herriot hiell zur Silu- atien eine zweistündige Rede, in der er sich zunächst mit der Möglichkeit eines Eintritts der Sozialisten in das neue Kabinett beschäftigte. Herriot wurde von dem Ausschuß ermächtigt, an den ständigen Setütär der Sozialistischen Partei, Leon Blum, einen Brief zu richten, in dem unter Hinweis aus gemeinsam errungenen Wahlsieg und die Rottoen- digkeit der Aufrechterhaltung des Wahlbündnisses der Vorschlag zur Teilung der Macht ausgesprochen wild. In dem Bries wird gleichzeittg da« Win- dcstprogramm der kommenden Regierung kurz skiz» ziert: 1. Erlaß einer aIIg emeinen Amnestie, tnn der nur die säumigen Gestellungspflichtigen (Drückeberger) und Verräter ausgeschlossen wer» den Dagegen erstreckt sie sich gegen Deserteure, soweit sie an einer Kampfhandlung an der Foonl beteiligt waren, 2. Wirksame Verteidigung deö Franken und Ausgleichung des Budgets, 3. Wiederaufnahme der Beziehungen zu Svwjetruhland. Hinsichtlich der auswärtigen Pclitii erklärte Herriot, daß er, falls er das Am! dos Ministerpräsidenten in dem neuen Kabinett übernehmen werde, sich im September nach Genf zur Teilnahme an der Völkerbundssitzung begeben werde imb bei dieser Gelegenheit mit dem englischen Premierminister Mac Donald zufamrnenzutteffen hofft. Zum Schluß soll Herriot, nach demWatin" gesagt haben, er sehe nicht ohne weitere« die Mög­

lichkeit. Millerand, fall« er ihm den Auftrag für die KabinettSbiludng erteile, eine glatte Absage entgegenzusetzen. Wenn aber im Verlaufe der mor­gigen Plenarsitzung der Linken eine Resolution an­genommen werde, die ben Rücktritt de« Präsidenten ordern sollte, so würde man noch zu ber Frage Stellung nehmen, ob btefe Resolution dem Präsi­denten fei Republik offiziell mitzuteilen fein Iverde. .Ouevte" schreibt heute: Wenn die Linksparteien beschließen. daß kein Republikaner au« ben Händen DillerandL ben Auftrag zur Kabinettsbildung ent­gegennehmen würbe, so sei ber Präsident verfas- ungsrnößig zum Rücktritt gezwungen. Die Logik bei Lösung bestehe bann barin, daß er seine Dcmisfion bi« zur Bildung des neuen Kabinetts hlnaULzögcrl. Herriot würbe stch mit einer svl- soyen Lösung ohne Zweifel einverstanden erklären. Auf jeden Fall wird Herriot die Dach- zof g11y<baf 1 Poincare« nut im Falle einer Demission MilleranbSübrraeh- men.

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Dl« vetrilisrine btt Sozialist«» ae btt Regierung abgdebni.

Pari«, 31. Mai. Der DezirkSkonareß der Sozialisten in Brest hat sich für die Dichtbe- tetltgung an der Regierungsbildung mit 218 gegen 88 Stimmen ausgesprochen.

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Dit Sruvvt Ataa« teilt stch.

Paris, 31. Mai. Es steht jetzt endgültig fest, daß dic Gruppe Arago der alten Kammer, die frgenonnte republikanisch-demokratisch Entente im neuen Parlament sich in zwe t Gruppen a,lf- tcilsn wirb. Der linke Flügel.Hal sich, wie aus «'nem von Hada« veröffentlichten Bericht hervor- zttzt. vls rtpuSliksnlscß-bemvkratische Linke bereits konstiUiictt. Er rechnet mit bem Anschluß des größten Teil« ber auf ben Listen be« nationalen Block« gewählten Aationalrabikalen und vinksce- publikaner, die sich in der alten Stammet auf die Gruppe der republikanifch-demvkrattschen Linken, bei LinkSrepubkikaner unb der republikanisch-foz:a- len Akkivv verreisten. Unter ben bekannteren Mit­gliedern werden genannt: Die Minister be« ersten rnb zweiten Kabinett« Pvincarö: Waginot, Le Ti trauer, Leon Berard, Reibel, Eapu«. Gaby und die ehemaligen Minister Landrh und Letedu. Bi« jetzt find der Gruppe mehr al« vierzig Abgeord­nete beigetteten. Auf Grund einer Mitteilung von Hrive«. wonach der rechte Flügel der alten Gruppe Arago sich Anfang der nächsten Woche eben» fall« konstituieren und voraussichtlich 60-75 Mit­glieder umfassen werde, muß man jedoch annehmen, laß dieser ber stärkere bleiben wird.

Um mineranb.

Paris, 1. Sunt. Di« Fraktion der radikalen Pari«, bat beute normltiatz eine Sitzung abgebal- trn. in bei Accambrav folgenbe Tagesordnung vor­schlug: 1. Der Präsident der Republik ist au» seiner von der Detfassung votgeschr 1 e- denen Rolle herausgetrelen. 2. Die aus den Wablen hervorgegangene parlamentarische Mehr­heit kann ihm also Ihr Vertrauen nicht schen­ken. 3. Infolgedessen kann, keiner der Gewählten der Linken da» Mandat der Regierungsbildung von dem jetzigen Slaatschef in Empfang nehmen.

Nach einem Meinungsaustausch, an dem sich auch Herriot heleiligte, ist mit allen gegen sechs Stim­men eine Tagesordnung angenommen worden, die den dritten Punkt beseitigt und erklärt:Das fernere Verbleiben des Bürgers Millerand tm Eiyfe« wird die republikanische öffentliche Meinung verletzen und wird die Quelle eines fortgesetzten Konfliktes zwischen der Regierung und dem Stakchef und eine ständige Eefnbr für das Re­gime selbst sein.

Paris, 1. Juni. Die radikale Partei des Seine-Departements, die gestern abend tagte, fiat eine Tagesordnung angenommen, in der die f o - fartige Demission Millerands verlangt wird. Es wird ferner von den Kammermitgliedern, die der Partei angehören, gefordert, ein Am nestie - acfetz einzubringen zu Gunsten der während des Krieges und nach demfrfben vom Staatsgerichtshof Verurteilten. Eine parlamentarische Kommission, die mit weitgehenden Befugnisien ausgestattei werde, n'.üffe die Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung der Prozeße feststellen und die Veranwortlichen zur Rechen­schaft ziehen. Durch diese Resolution wird der Partei auferlegt» das Nichtigkeilsverfahren gegen die Ver­urteilung von Malvy und KaUlaur einzureichen.

Der Demisiionsbrief.

Paris, 1. Juni. Um 10.30 Uhr vormittags über­mittelte Poincare dem Präsidenten der Republik die Demission seines Ministeriums.

Der Demifstonsbrief ist von allen Ministern unterzeichnet und hat folgenden Wortlaut:Nach der Entscheidung, die die Regierung am Tage nach den Kammerwafilen getroffen hat, haben wir Ihnen die Kollektlvdemljfion de» Ministerium» zu überreichen."

Zm etoomitfe«.

Voi Fr<gcttmkupMu Htntzman». Bremen.

Der brutsche Seesieg in ber Schlacht am Skai gerral am 1. Juni 1916 hat einen entschetbenbe» stnsluh auf ben Gang be« großen Kriege« ausge» bi. Die Blockabe Deutschlanb« burch die Eng- änber würbe nicht gebrochen? Ihr ist Deutsch­land zweicinhalb Jahre später erlegen. Wa« be­rechtigt un« trotzbern. btefe« Schlachttages beson­ders zu gedenken und an unserem Teil zu der» uchen, die Erinnerung an ihn lebendig zu erhalten im deutschen Volke?

Dic Skagerrakschlacht ist mehr als eine ber diele» Schlachten be« Weltkriege«. Sie ist ein Symbol das klarer als alles andere zeigt, um welche« Ziel In Wahrheit im Weltkriege gerungen worden ist, Cn l nh0 TI e n^errschast auf bem Weltmeere ober aber Freiheit be« Weltmeeres für Alle, da« war ba« große Ziel des Kampfe« 1914-1918. We8 das deutsche Voll, völkisch unb wirtschaftlich, über eine kontinentalen Grenzen hinausgewachsen, sei­nen Anteil am Weltmeere angemelbet hatte, well es sich in seiner Kriegsflotte das Wirtel schaffte bie Fäden, bie von Deutschlanb in immer stärke­rem Waste über bie Weltmeere liefen unb bk Deutschland zur Erhaltung feiner wachsenden Be­völkerung nicht entbehren konnte, vor Störunge» durch England« übermächtige Flotte zu schütze» weil England sich diese Wöglichkeit nicht nehme» lassen, seine Alleinherrschaft auf bem Weltmeer» nicht streitig machen [offen wollte beÄhalb würbe es D.utschlanbs Feinb, deshalb führte es an feb nem Teile ben Weltkrieg gegen Deutschland mit herbei. Die, Skagerrakschlacht hat bewiesen, baf De ts l.lands Anspruch, der auf völkischem unb wirk schoftstchem Gebiet schon lange nicht mehis beflrtK ten werden konnte, auch militärisch berechtigt tritt daß Deutschland nicht nur da« Zeug in sich hatte, eine starke Landmacht zu sein, sondern auch eint starke, ollen anderen Staaten, auch England gegew Über, gleichberechtigte Seemacht. Der Skagerraftat hat b:w:esen. daß Deutschland fähig war, nicht nutz für sich, sondern auch für bie übrige Welt um bie Befreiung ber Meere von Englands Dorherrschof zu ringe«.

Rur ein Drittel so stark wie die englische Flotte war die deutsche Flotte am Skagerraktag. Trotz­dem blieb der Waffenerfolg auf deutscher Seit» Vier Schlachtkreuzer, zwei Panzerkreuzer und eint Anzahl leichter Schiffe verloren die Engländer, einen Schlachtkreuzer, ein ältere« Linienschiff uni eine Anzahl leichter Schiffe die Deutschen, 120008 Tonnen Schiffsraum und 6000 Mann die Englän­der 60 000 Tonnen Schiffsraum und 2500 Man« die Deutschen. Unb der Skagerraktag war ein deut­scher Führer- und Kämpfererfolg. Trotz zeitweis» durck dic Wetterlage herbeigefühtter, ungünstige» tcftifcher Lage hatte ber beutsche Flottenchef, Ab- miral Scheer, währenb ber ganzen Schlacht di« Initiative. Zweimal führte er seine Flotte Bl« ans RahgesechtSentfcrnung, stets angreifend gegen bl« zahlenmäßig überlegene feindliche Linie, und fest behielt er sie am AuSgang der Schlacht und wäh­rend bet folgenden Rächt in seiner Hand. Wi« auf dem Exerzierplatz folgten feine Stteitkräfte unb ihre Besatzungen seinen Befehlen trotz starker per­soneller Ausfälle an wichtigen Stellen, trotz star­ker materieller Beschädigungen ber wichtigsten Sig­nal- unb Monöveriereinrichtungen. Kampffähig unb kampfbereit stanb ber deutsche Flottenchef mit allen seinen Streitkräften am Morgen de« 1. Iunk bei Hornöriff. Der englische Führer, Admiral Iel- licoc, aber vermochte nicht seine selten günstige taktische Stellung in ben Abendstunden de« 3t, Mai durch schnelle zusammensafsende Bewegung seiner Streitkräfte auszunutzen, und er hielt sich» ttvtzbem er den Standort der deutschen Flotte stet« genau kannte, sowohl in bet entscheidenden Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni wie bei dem Hell­werden am 1. Juni von den deutschen Stteitkräfte» fern.

Führung unb Kampfer, Material und Waffe» der deutschen Flotte haben so am Skagerraklag ihr, Tleberlegenheit erwiesen. Was Tirpitz materiell und organisatorisch geschaffen hatte, was die deut­schen Flottenführer im Frieden personell ausgebil­det hatten, das bestand in der Schlacht die Probe unb erwies sich nicht nur als gut, sondern der erste« Flotte ber Welt, bet englischen, überlegen. Es ist also nicht wahr, wenn auch jetzt wieber bem deut­schen Volle von inneren unb äußeren Feinden ein« geredet wirb, baß ber Deutsche nicht für bie Set geschaffen sei. Das kann und muß ber Skagerrak­tag uns immer wieber vor Augen stellen.

Wenn es ber deutschen Flotte ttvtzbem nich! gelungen ist. den Weltkrieg zu unseren Gunsten zu wenden, andere, nicht in ihr liegende politisch»