OberheUche Jcitinin,
Zweites Blatt
Nr. 125
Mittwoch, 28. Mai
1924
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spart Seife und Seifenpub/erl
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Den den
Wochen über dem Treiben der Deutfchvöllischen Kampbs gegen die Kommunisten einigermaßen aus Augen verloren hätte.
Verantwortlich s. d. Schriftleitung: Hanns Georg Licht.
Für den örtlichen und Provinz. Teil: Wilhelm Wißner. < Sprechzeit dec Schristleitung bis V211 Uhr vormittags.
das Kräuterhaarwasser Javol benutzt hat, weift, öan es zur Pflege des Haares kein besseres Mittel gibt. Es schafft glänzendes, volles und angenehm duftendes Haar. Die Haarnerven werden angeregt, das lästige Jucken verschwindet, der Haarausfall wird verhindert. Javol, wie auch Javol- Kopfwaschpulver, ist überall zu haben.
glaubte man den guten oder schlechten Ausfall der nächsten Ernte vorausbestimmen zu können. Auch in den Abttenländern kennt man die Wunderkrast des am Himmelfahrtstag gepflückten Allermannharnisch, und die Sennerin hängt ihn mit Vorliebe in der Almhütte auf, um ihr Vieh unempfindlich gegen Seuchen zu machen.
Eine ähnliche Rolle spielte in manchen Gegenden das Katzenpfötchen, von den Schwaben Mausöhrle genannt, das vielfach den Namen Himmelfahrtsblümlein führte. Vor Sonnenaufgang des Himmelfahrtstages gesammelt, sollte es seinen Träger unsichtbar machen können, die Entdeckung von Dieben bewirken und, zu Kränzen geflochten, im Zimmer aufgehängt, den Blitz fernhalten. Auch das Christusbild wird gern mit diesem „Engelblümchen" geschmückt, weil einer Sage nach die himmlischen Heerscharen, die den aufgefahrenen Heiland bei seiner Ankunft vor Gottes Thron begrüßten, die Blume zum Willkomm in den Händen trugen. Das badische Oberland setzt an ihre Stelle die gelbe Ranunkel, ohne die im Schwarzwald keine große Himmelfahrtsfeier denkbar ist. Kleine weißgekleidete Mädchen ziehen dort, mit ihr geschmückt, als „Auffahrtsbräutchen" von Haus zu Haus, sagen Verse auf und werden dafür mit Süßigkeiten beschenkt, während man die Ranunkelkränze später zum Schutze gegen Gewitter in Haus und Stall aufhängt.
In Ostpreußen und Mecklenburg bringt man den Glauben an den segnenden Einfluß des Himmelfahrtstages auf die Pflanzenwelt dadurch zum Ausdruck, daß man während des Einläutens des Feiertages am Vorabend Bohnen, Gurken- und Kürbiskerne einsetzt, die sich dann zu ganz besonderer Eröße und Blüte entwickeln sollen. Selbst bei den kirchlichen Bittgängen macht sich solcher Glaube vielfach bemerkbar, indem man die am Palmsonntag geweihten Kätzchen mitnimmt und am Himmelfahrtstage in die Aecker steckt, um ihnctt dadurch den Segen des Himmels zu sichern.
rrchnung und Sicherstellung bi- ins Einzelne ftstliegt. Wegen Raummangels ist es leider nicht möglich aus die Abwehrmaßnahmen selbst näher cinzugehen, die bd drohendem Hochwasser mit der Prüfung oer Veaxlstände leginnen, um ein Gefahrsmoment schließlich zum Ei»» faß der durch Böller, Signale und Leuchtkugeln alarmierten Wehrmannschaft zu führen. Soviel steht fefo daß die einer Ueberschwemmung in erster Lim« ausgesetzte Bevölkerung mit vollem Vertrauen dem wohl- bnrchdachten und vorbereiteten Rettungswerk entgegen- sehen kann. Ter Lichtbildervorttag drS Herrn Ingenieur Giehren, Leiters des Landesnuterbezirks „Kur- Hessen" zu Cassel gab einen vorzüglichen Einblick in das Wesen der Technischen Nothilse, ihre Arbeitsweise und Leistungen. Er danke im besonderen dem Führer der Ortsgruppe Marburg für sein« langjährige Mitarbeit im Dienste der großen Organisation. Einsatzvorb-rei- tungen und Einsatzdurchführung wurden ausführlich erläutert. Seit Bestehen der T. N. wurden über 3000 lebenswichtige Betriebe, z. B- Berg- und HütttnwerVc- Elrkrizitäs-, Gas- und Wasserwerke, Eisenbahn. Landwirtschaft, Krankenhäuser und dergl. durch Ausführung der Notstandsarbeiten auftechtcrhaltrn und ungeheure Werte dem allgemeinen Wohl gerettet. Die T. N., eine der bedeutendsten Schöpfungen zur Erhaltung deä Staates und der Volkswirtschaft bedarf heute keiner Rechtfertigung mehr. Sie verleiht durch ihre ununter-, brachen« Einsatztättgkeit dem großen Gedanken der praktischen Mitarbeit des Einzelnen für das Ganze Ausbruch nach dem Wablspruch: „Einer für Alle, Alle für Emen". ’ Mit den Worten des letzten Lichtbildes: „Jeder werdch" Nothelser zum Wohle Aller" schloß der Referent seinen warmherzigen, lehrreichen Vortrag.
800 Millionen Mark Wechsel der Landwirtschaft hereingenommen haben, so können wir nun mit Rücksicht auf diesen Betrag an eine Diskonterhöhung nicht denken.
Der andere Vorschlag, den Einheitskurs des Dollars nicht in Berlin so starr festzuhalten, ist gleichfalls unausführbar. In dem Augenblick der Herabsetzung des Dollarkurses an der Berliner Börse würde sofort das Drängen nach der Inflation wieder einsetzen. Für die Eoldkreditbank kann ich viel mehr Kredite bekommen, als ich in Deutschland plazieren kann, aber die Exportbasis ist in Deutschland zu schmal. Darum müssen wir endlich den Inlandkonsum abbauen und endlich wieder alle Anstrengungen machen, um für das Ausland exportieren zu könnßn. Kurzfristige Auslandskredite sind genug vorhanden. Es fehlen uns aber langfristige Auslandsinvestionen. Diese werden wir erst erhalten, wenn wir auf Grund des Dames-Gutachtens eine Stabilität in unserer Wirtschaft erzielt haben werden. Auch die Kredite für die Landwirt» schäft dürfen keine kurzfristigen Kredite bleiben. Ich hoffe, daß wir schon in den nächsten Tagen darüber sehr eingehende Erhebungen anstellen und eine Lösung finden werden, die die unfruchtbaren kurzfristigen Agrarkredite in einen langfristig gen Kredit zu ermäßigten Zinssätzen verwandelt. Dann wird auch der ungesunde Kettenhandel aufhören. Um eine neue Inflation zu vermeiden, gibt es keinen anderen Weg, als den Eoldumlauf niedrig zu halten. Die einzige Lösung ist die aus Grund des Sachverständigenberichts. Sie in Hamburg wissen, daß eine nationale wirtschaftliche Existenz nur bestehen kann im Rahmen eines großen internationalen Wirtschaftsverkehrs. Ich hoffe, daß die Einsicht in diesen internationalen Zusammenhang auf der anderen Seite stark genug ist, um einen Schritt unseren Schwierigkeiten entgegenzukommen. Wir sehen eine Stimmung in der Welt, beherrscht von dem Gedanken: „Los von dem internationalen Haß, zurück zur friedlichen internationalen Arbeit."
Jfatii schmeckt der Kaffee fein / I Der kann nur von Kessler sein. ’ Der ist doch der allerbest.
Schau, ich liess kein bischen test!
fließen, betrieben werden kann, wissen wir alle. Gerade die russischen Kommunisten entwickeln dabei, wie der Evaü Bozenbard zeigt, eine Heuchelei und eine Gewissenlosigkeit, die all« Grenzen übersteigt Der Mann, der sich ihnen aus Idealismus als Werkzeug geopfert, hat, wird von ihnen selbst in dem Augenblick, in om er ihnen unbequem wird, nicht nur sallengelassen, sondern als Spitzel der deutschen Polizei verleumdet. Immer von neu m we den die deutschen Kvmmuni en von Rutz-» land aus zu größter Tätigkeit angepeitscht, indem ihnen mit Sperrung der Unterstützungsgelder georoht wird. Für die deutschen Kommunisten heißt es von Rußland her in der Tat: Friß Vogel oder stirb. Infolgedessen suchen sie durch Stteiks .durch wilo« Hetze, mit Dynamit und Sprengbomben die Unzusriesenhest in die Arbeiter- schtast und die Beunruhigung des Bürgerttims nach Kräften zu vermehren. Eine Reihe von glücklichen Griffen, di« der deutschen Polizei in jüngster Zeit gelungen ist, hat sehr wertvolles Material in dieser Hinsicht zutage gefördert. So sind z. B- in Sachsen und 'neben noch tn Potsdam Sprengmaterialien d»r ver- lchi<chensten Art entdeckt, in Thüringen Aufmarsch- und Organifationspläne gefunden worden.
In all dem liegt die Mahnung »ür jeoe deutsch- Regierung, gleichgültig aus was für Parteien sie bestehen mag, aus der Wacht zu sein und aufzupasseu, daß die kommunistische Agitation mit russischer Hilft nicht eines schönen Tages das deutsche Volk vor Ereignisse stelle, die in ihrer Tragweite unübersehbar sein würden. Es will uns scheinen, als ob man bei uns in den letzten
Geschäftliche Mitteilung.
Enfacher unb billiger waschen! das sei die Losung für den nächsten Waschtag. Die umständliche und muhe- volle Handbevandlung auf dem Waschbrett macht nicht nur das Maschen zu einer Qual, sondern schneidet auch in der Kostenfrage zu ungünstig ab. Verwenden 6t« Perfil. Dio Wäsche wird nur einfach kurze Zeit gelocht und ist sauber und fleckenrein. Nur müssen S«, um eine vollendet schöne Wirkung zu erzielen Perpl ohne jeden Zusatz verwenden und genau die Gebrauchsanweisung befolgen
i MWtt Mi dttMtt ftHMIMiSIMS.
If DaS Zentralkomitee der russischen kommunistischen Martei hat in Moskau einen Kongreß abgehalten, auf hem Sinowjew über die innere und außenpolitische Hage der Union der russischen Sowjet-Republiken berichtet hat. Er ging davon aus, daß sich die Ausgestaltung der politischen Beziehungen der Räterepublik zu anderen Mächten langsam bessere. Wenn auch die Verhandlungen mit England nicht allzuschnell vom Fleck kommt, so ist es doch richttg, daß sich seit Anfang des Jahres, als noch Lott) Curzon ein Ultimatum nach Moskau richtete, ein erheblicher Umschwung vollzogen hat, der in der Anerke nnuno der Sowjet- regierung durch die Arbeiterregierung Englands ausläust. Es kann auch keinem Zweifel unterliegen, daß Frankreich mit einem Ministerium Her- riot sehr schnell ebenfalls dft Anerkennung aussprechcn wird, während mit Italien bereits über einen Handelsvertrag beraten toiib. Unsere Beziehungen zu Rußland mögen im Augenblick du'Xb die merkwürdig« Behandlung des jüngsten Zwischenfalls in der russischen Handelsvertretung zu Berlin durch die Sowjetregierung etwas getrübt sekn, für die deutiche Reaierung bleibt jedoch unter allen Umständen der Vertrag von Rapallo die Grundlage des Verhältnisses zwischen beiden Ländern. tBenn auch für uns im Fall der Annahme des Sachver- Ländigen-Gutachtens die Beziehung zu anderen Ländern, darunter Frankreich, sich ein wenig freundlicher gestalten dürfte, so kann das keinen Einfluß auf unser Verhältnis §u Rußland haben, das wir aus wirtschaftlichen Gründen «ns so eng wie möglich wünschen müssen.
if Wenn sonach der erste £«1 des Sinowjew'schen Berichts im wesentlichen zutrifft, so muß man hinter den zweiten Teil über dft innerpollttschen Zustände Rußlands, die ebenfalls im rosigen Licht geschildert wurden, ein großes Fragezeichen setzen. Es ist kein Geheimnis, daß sich dft Sowjets nur durch Aufbietung aller Mittel des Terrors am der Macht erhalten. Und wenn Sinowjew davon spricht, daß mehr als 200 000 Arbeiter in die kommunistische Partei eingetreten seien, so ist das Nur so zu verstehen, daß der Einttitt nicht ganz freiwillig war, wenn dft Zifftrn nicht außerdem sehr stark Lbertrieben ist. Die sehr große Spannung zwischen Ruß- fanb und Rumänien über die bessarabische Frage hat Sinowjew anscheinend mit Stillschweigen übergangen, was eigentlich eine recht laute, vernehmliche Sprache spricht. Die Geschäftigkeit der rumänischen Regierung tzind die Steifen des rumänischen Königspaares lassen darauf schließen, daß man in Bukrrest dem Frieden keineswegs traut. Man stößt sogar gelegentlich auf dft Vermutung, daß bk russische Regierung nach einem Ven- til für innerpolitische Schwierigkeiten durch die Herbei- . Führung außenpolitischer Verwicklungen sucht, und das Wäre für die Ruhe Europas nicht gtrabe sehr zuträglich, i. Wenn wir also auch versuchen müssen, mit Rußland gute Beziehungen wieder herzusftllen und zu erhalten. Iso bedeutet das für uns nicht, daß wir etwa a u 5 Mücksicht auf di« russischen Kommunisten 'fctn Kampf gegen die deutschen Kommunisten irgenowie ^«inschrönken könnten. Im Gegenteil, unsere Radikalen s benehmen sich ungebärdiger und unverschämter als je. Mir werden voraussichtlich schon bei Eröffnung der Meichstagssitzungen, jedenfalls beim Beginn der parlament-arischen Arbeft allerhand Ueberraschungen der Kom- ’teuniften erleben, denen der Kamm mächtig geschwollen ßst, da sie in der Stärke von 62 Mann im großen Ban tarn Königsplatz einziehen. Daß unsere Kommunisten ihre Hetze gegen alles, was der Aufrechterhaltung von Muhe und Ordnung dient und förderlich ist, nur mit Hilft russischer Unterstützungen, dft in reichem Maße
Waldbrände, Hochwasser und Nothilfe.
Zur tkeorett'chen Belehrung der fteiwckligen Helftr oer Ortsgruppe Marburg der Technischen Noth'lft fanden am 22. ds. Mts. im großen Auditorium des Pbvsita- lflchen Instituts Vorträge des Herrn Professors Forstmeisters Sellheim von der Forstlichen Hochschule in Hann.-Münden und des Herrn ©tabtbaurat Köster von hier statt
Ersterer gab einleitend einige charakteristische Daten uns der deutschen Walobrandstatistik, die zeigten, in nelch.m Maße der deutsche Wald — heute mehr denn je ein kostbarer Bestandteil unseres Nationalvermögens — l«r Gefahr der Vernichtung durch Brand ausgesetzt ist. Die Fabre 1904, 1911 und 1921 hatten besonders vft'e Waldbrände auszuweisen. Die preußischen Staatsf.irsten allein wurden in der Zeit von 1893 bis 1912 durchschnittlich ton 25 Bränden mit 2845 Hektar heimgesucht. '.Dtts Bedauerliche ist, daß hierbei ein großer Teil der gesamten Waldvcrnichtung durch Feuer auf dft Unachtsamkeit der Menschen zurückgeführt werden muß. Es sei nur an das Wandern durch dft Wäst-er mit brennender Zigarre erinnert, an das geoankenlsft Weg- wersen von glimmenden Zündhölzern usw. Auch die Lokomotiven der Eisenbahnzüge bilden eine Gefahr für den deutschen Forst, fine doch 31 Prozent aller SBränfce auf dos Konto her Eisenbahn zu setzen. Es ist caher klar, daß angesichts des beoeittenoen Umfangs der Wald« brände Vorbeugungsmaßnahmen ergriffen werden mußten und zwar seitens des Gesetzgebers als auch der Forst- Verwaltung. Wichtiger als dft gesetzlichen Anordnungen kz. B. Verbot des Anzündens von Feuer an gefährlichen Stellen) sind die Maßnahmen der Forstbehörde: Möglichste Vermeidung der Anhäufung großer Flächen le-chl entziindbaren Bestandes, Unterbrechung großer Nadelholzbestände, Anlegen von Feuerfchutzstreiftn und oergl. Redner verbreitete sich dann sehr eingehend über die praktische Bekämpfung von Waldbrändeu, die ja nach de', pxuerart (Erd-, Boden- oder Wipfelfeuer) verschieden ist. So erfuhr man, wann die Auswerfung von Gräben erforderlich ist, wann von der äußerst vorsichtig zu handhabenden Wafft des Eegenfeuers Gebrauch gemacht werden muß, welcher Handwerkszeuge die Löschmannschaft bedarf. Redner betonte, daß neben dieser theoretischen Belehrung die praktische Ausbildung der Löschmannschaften die Hauptsache sei, wozu besondere Löschübungen für Not- f,elfer veranstaltet werden müßten. Er erklärte sich bereit, diesen Gedanken durch 'persönliche Leitung eines solchen Kurses in die Tat umzusetzen.
Als zweiter Redner gab uns Stadtbaurat Köster in großen Zügen ein Mld des Teichschutzes bei Hochwasser. Den anschaulichen Ausführungen, die in knapper Form die Kernpunkte des schwierigen Rettungswerks nertorfoben, folgte die zahlreich: Zuhörerschaft mit gespanntem Interesse.
Redner erläuterte zunächst an Hand des Planes die Gefamtanlage des Lahndeiches und dessen abschnittsweise Glittrerung. Für jeden Abschnitt sind bestimmte Ort« zur Besetzung bei Hochwasser vorgesehen. Das ganze System wird von einer Zentrale (E.-Werk) geleitet, in der Festhalle am Juxplatz befindet sich die Sammel- stelle für die Hauptreserve. Sämtliche Stellen sind durch Fernsprecher verbunden. Ter Teichschutz wird durch das Ausbildungsbataillon, die Absperrunr durch die Polizei nebst den erforderlichen Hilfskräften aus- gesühtt. An Ak.veftnheit der Truppe tritt dft Technische Nothilft ein. Von besonderer Wichtigkeit ist das Vorhandensein umfangreichen Rettungsgeräts, dessen B«-
lernen, 6iiel eii Gurt
Fußball. Sonntag den 1. Juni finden im Stadion einige sehr interesiante Fußballsviele statt. Vormittags um 10.30 Uhr spielen V. f. B. K i r ch h a i« 2 Mannschaft gegen Kurhessen 3. Mannschaft. Nachmittags 2 Uhr Hessen Frankenberg 1. gegen Kurhessen 2. Das Hauptinteresse dürfte wohl das um 3 30 Uhr beginnende Ecmligaspftl beanspruchen in dem sich Turn» und Sportverein v. 1848 Cassel und Kurbessen mit ihren beiderseitigen Ligamannschaften gegenüberstehen. ; ‘-48 zählt augenblicklich zu den stärksten Mannschaften Cassels und hat durch den Eintritt des bekannten Halblinken Müller, früher Sport, in feinem schon an und für sich sehr guten Sturm eine bedeutende Verstärkung erfahren. Außerdem spielen in der Mann- fck,aft die beiden ehemaligen Marburger Germanen Beutel und S ch a 11 e r. Besonders bervorzubeben ist der linke Verteidiger A st h a l t e r, der in sämtlichen letzten Spielen der Casseler Städtemannschaft und der Hessisch-Hannöverschen Eaumannschaft erfolgreich mitwirkte. Kurbessen spielt in der bekannten Av'stellung und wird in diesem -Spiel alles aus sich her ausgeben müssen um gegen 1848 erfolgreich zu besteben. Die Mannschaften werden sich beide einen unbedingt interessanten Kampf liefern. — Auch das um 2 Uhr beginnende Spiel der 1. Mannschaft Frankenberg gegen Kurbessen 2. verspricht guten Sport, da Frankenberg • schon immer einen guten Fußball spielte und auch Kurbessen 2 in letzter Zeit eine Formver- befferung erfahren bat. Die Eintrittspreise betragen: für Erwachsene 50 Pfg., Jugendliche und Studenten 30 Pfg. und Schüler 20 Pfg. 3405
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Der Preisabbau muß kommen.
Hamburg, 26. Mai. In der heutigen öffentlichen Hauptversammlung des Hansa- bundes für Handel, Gewerbe und In - d ustrie nahm Reichsbankpräsident Dr. Schacht das Wort zu seinem Vortrage über deutsche Währungspolitik. Der Redner erklärte u. a.: Es gibt keine Möglichkeit, den Kurs dauernd stabil zu halten, als durch die heutige Politik der Reichsbank. Der Preisabbau muß kommen und es ist richtiger, die Waren im Anfang der Bewegung zu verkaufen, als am Ende, wo sie durch die großen Zinsen so belastet sind. M.hr als je gilt das Wort „Besitz i st nichts, E r - w e r b i st a l l e s“. Es ist für eine Notenbank das Charakteristikum, daß sie den Forderungen gegenüber in der Regel als Reserve ihre Notenpresse hat. Bei der Rentenmark ist die Menge be- grenzt auf den Betrag von 300 Millionen. Diese dreihundert Millionen müßen den Verpflichtungen gegenüberstehen, die Bank muß sie in Reserve halten. Wir können keine Rentenmark mehr ausgeben, selbst wenn wir wollten. Bleibt die Papiermark! Wir dürfen in der Ausgabe von Papiermark unmöglich weiter gehen, als wir gegangen sind.
Nun wird der Reichsbank so oft empfohlen, doch zu einer anderen Politik ihre Zuflucht zu nehmen. Diese Maßnahme ist heute aber eine völlige Unmöglichkeit. Wir müßen dafür sorgen, daß die Produktion auf eigener Scholle den größtmöglichen Effekt für die Bevölkerung erzielt, da wir mehr als
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Alte Himmelfahrtsbräuche.
Von Dr. Karl Erich Krack.
Zwischen Ostern, dem Feste des nahenden, und i Pfingsten, dem des vollendeten Lenzes stehend, bildet der H i m m e l f a h r t s t a g so recht das Wahrzeichen frohen Werdens und Wachsens. In Diesem Zeichen erschien auch den Alten in heidnischen Tagen die erste Maienzeit. Unsere ger- itnanischen Vorfahren sahen im Geiste ihre Götter segnend über der Erde wandeln, und als dieser Glaube allmählich schwand, trat an seine Stelle 4ein frohes Hinauswandern der Menschen. So entbanden die gemeinsamen Flurumgehungen, bei , denen man den Schutz der Götter auf Acker und Paat herabflehte und zu diesem Zwecke ihre bildnerisch gestalteten Figuren in feierlichem Zuge mit- führte.
Aber auch unter dem christlichen Mantel erhielt sich die Erinnerung an den heidnischen Kulturkult in allerlei alten, zum Teil heute noch üblichen Bolksbräuchen lebendig, und diese knüpften sich besonders an die im Wonnemonat in üppigster Entwicklung prangende Pflanzenwelt. Da ist z. B. in Westfalen das Sanikelkraut, das man am Himmelfahrtstage, der ihm besondere Heilkraft verleihen sollte, eifrig suchte. Noch wichtiger erscheint der Allermannsharnisch, der, an diesem Tage gesammelt, Glück und Wohlstand verlieh. Mädchen, die das Kraut vor Sonnenaufgang fanden, waren überzeugt, noch im gleichen Jahre Bräute zu werden. Um sich vor Alpdruck zu schützen, legte man die Blumen ins Bett, trug sie zur Abwehr von Zauber- And Teufelsspruk um den Hals und vertrieb Krämpfe und Zahnweh damit. Auch im Harz und Kkiesengebirge war der Glaube an diese dort unter dem Namen Siegwurz bekannte Elücksblume, die an Himmelfahrt gefunden werden mußte, sehr verbreitet. Der Bergmann suchte sie, um sich vor schlagenden Wettern zu bewahren, und vermittels ihrer Wurzel, aus der der Aberglaube früherer ^Zeiten das unheimliche Alraunmännchen schnitzte,
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