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Frankreich, wünscht nicht, seine politische Vormacht­stellung in Europa irgend wie schwächen zu lassen.

sondern zahler, hätten.

durch eine Erfassung derjenigen Steuer- die sich bis jetzt ihrer Pflicht entzogen

von Moskau, machungen treffen, werde regten Leuten zu vergessen,

Bei seinem Dersuch, neue 2lb- mit der Sowjetrepublik zu er sich nicht von ein paar aufge- beeeinflussen lassen und sich hüten, daß kleine französische Sparer in

England über eie Kabinett Serriot.

London. 24. Mai. Der diplomatische Bericht­erstatter desDaily Telegraph" schreibt, Herri- otS letzte Erklärung über die Haltung der Regie­rung, die er zu bilden beabsichtige, gegenüber den diplomatischen Fragen im allgemeinen und den deutschen Problemen im besonderen sei in britischen ministeriellen und diesen nahestehenden Kreisen mit ebensoviel Befriedigung wie Aeberraschung aus­genommen worden, da allgemein befiirchtet wor­den war daß keine französische Regierung eS wagen dürfe, von dem Geist oder wenigstens von der For­mel der Politik Poincarös abzugehen. HerriotS be­merkenswertes Eintreten für Befriedigung und Ver­söhnung unter den Nationen einschließlich Frank­reichs und Deutschland imVorwärts" habe einen riefen Eindruck hervorgerufen und werde als eine sehr mutige und epochemachende Aeuherung an­gesehen. Einige Politiker der Arbeiterpartei und der Liberalen gingen sogar soweit zu erklären, daß diese Geste des voraussichtlichen französischen Premierministers eine Wendung in der Ge­schichte der Jetztzeit dar stelle, da er sie nie hätte mitmachen können, wenn er nicht über­zeugt wäre, daß mehr als die Hälfte des sranzö» sischen Volkes bei diesem Apell an die ehrlichen und vernünftigen demokratischen Teile des deut­schen Volkes hinter ihm ständen.

ihm etib* llch ein Teil der Lasten der Nachkriegszeit abge­nommen wird. Diese Friedenspolitik HerriotS fd durchaus nicht heldenhaft, sondern nur eine Sache der Gerechtigkeit und Vernunft. Der Sturz Po- ineares sei durch das französische Dost einfach die Anerkennung gewesen, daß eine Pollttk der Ge­walt Deutschland gegenüber sich nicht bezahlt machen Herriot habe gut begonnen, aber seine Hauptschwie- rlgkeit werde fein, den starken Einfluß Poinraröch auSzuschalten.

London, 24. Mai. Zu der Unterredung HerriotS mit einem Vertteter des Berliner Vorwärts", die in der hiesigen Presse viel beachtet wird, schreibtDaily News": HerriotS Wunsch, Frieden zu schaffen, könne Wirklichkeit werden, wenn er berett lei. das Ruhrgebiet aus seinen gegenwärtigen Fesseln zu befteien. Sr wende sich an Deutschland mit den Worten, die diesem be-

dieser Antwort werde sein künftiges Verhalten vb- yangen. Wie diese aber auch ausfalle, die Regie­rung. an die er denke, werde sich nur auf Män­ner der Linken stützen und nur ihre Mit­arbeit werde er annehmen. Bei seinen Bespre­chungen mit Pvinear 6 hab eausschließlich das Interesse Frankreichs im Mittelpunkt gestanden ES sei ousgeeschlvssen, die Durchführung der sozi­alen Maßnahmen, die er beabsichtige, zu decken, wenn tie Finanzen nicht völlig in Ordnung seien. Wenn er die Regierung übernehme, werde er für Währung ö-Defaitisten", so hoch sie auch gestellt sein möchten, kein Erbarmen haben. Er werde ihnen gegenüber mit aller Strenge das Ge­setz anvenden. Die erste Aufgabe der neuen Re- gicrunc werde es sein, unbedingt eine sichere Finanzpolitik in die Wege zu leiten und das Gleichgewicht des Budgets herzustellen, nicht durch eine Verschärfung der Verbrauchssteuern,

55. Mn. »24

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

: für (das früher kurhessifchej Oberhessen

Rußland noch zahlreiche Interessen haben.

Die neue französische Regierung könne nicht vor dem 5. Juni gebildet sein. Was chn anbelange, so gedenke er das Mandat aus- zuführe n, das er von der Wählerschaft erhal­ten habe. Gleich zu Beginn der neuen Legislatur­periode würden gewisse leicht durchzuführende Maßnahmen sich als notwendig erweisen, so die Aufhebung des Ermä chtigungsges etzes und eine umfassende Amnestie, die sich auf die ent­lassenen Eisenbahner erfttecken werde. Er sei mehr denn je entschlossen, von den Sozia­listen nicht nur wohlwollende Anterstützung, son­dern auch eine aktive Mitarbeit zu verlangen. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der radikalen und der sozialistisch-radikalen Partei werde er an den sozialistischen Parteitag, der am L Juni zu-

PariS, 24. Mai. Zu der Unterredung, die gestern zwischen Poincare und Herriot statt- gefunden hat, erfährt man, daß nachstehende drei Punkte besprochen worden sind: 1. Stand der Besprechung der Sachverständige nbe- richte, 2. Ruhrbesetzung, 3. Beziehun­gen zu Rußland. Herriot hatte im Laufe des Nachmittags eine Begegnung mit dem Radikal- svzialisten R e n a u l d, der, wie in politischen Krei­sen versichert wird, in das neue Kabinett eintreten wird. Später besprach sich Herriot mit dem Senatspräsidenten Dvumerque. Franzö­sischen Sozialisten erklärte Herriot auf "Befragen, alle Kombinationen betreffend die Zusammensetzung seines Kabinetts unzutreffend seien.

'm merfen. In Düsseldorf gehn btt französischen Befehlshaber nicht nur mit einer Brutalität gegen die wehrlose Bevölkerung vor, wie man sie bisher selbst nicht allzu oft erlebt bat sondern es werden Forde­rungen gestellt, deren Erfüllung alles andere bedeu­ten müsse, als eine baldige Räumung der widerrecht­lich belebten Gebiete. Wann die französischen Offiziere, die dort das Kommando führen, anscheinend glauben, noch im letzten Augenblick ganz besondere Proben fran­zösischer Niedertracht liefern zu müsien. so dürfen wir doch fragen, ob das vereinbar ist mit dem uns in Aus­sicht gestellten Wechsel und mit dem Geist, in dem an die Ausfübruna des Dowes'schen Gutachtens gegangen werden soll- Solche Borkommnisie wie in Düsieldorf und wie die Beraubung der Reichsbankstelle in Lud- wigsbafen durch französische Offiziere, im Auf­trag der Interalliierten Rheinlandkommisston sind wirklich nicht geeignet, in Deutschland eine der An­nahme des Gutachtens günstige Stimmung zu erzeugen. Das sollte auch die englische Regierung beherzigen, die letzt wenigstens imstande sein könnte, derart unerhörte Bcschlüsie der Interalliierten Rheinlandkommission zu oerbindern. Wir müllen daher in erster Linie nach Baris, aber auch nach London und schließlich nach Washington die Frage richten, wielange nach eine solche ollen Begriffen von Völkerrecht ins.Gesicht schlagende Vergewaltigung deutscher Landesteile geduldet werden soll»

fitrriois MmiW.

Paris, 25. Mai. Der Abgeordnete Herriot hat in Lyon gestern dem Vertreter desPetet Journal" eine llnterrebung gewährt, in der er u. a. erklärte:

In der Außenpolitik werde die neue fran­zösische Regierung sich von zwei Grundsätzen lei- ten lassen, in der Welt den wahren Frieden und Ge­rechtigkeit, und Frankreich die Sicherheit und die Reparationen zu gewährleisten, auf die eS Anspruch habe. Nach außen wie im Inneren gedenke er sich auf die demokratischen Parteien zu stutzen, ei habe von den Demokraten aller Länder bereits er­mutigende Versprechungen erhalten. Zuerst müsse die neue Regierung danach trachten, die Schwieri- fetten zu regeln, die der Sachverständigen - bericht mit sich bringe, dann habe sie die Mo­dalitäten der Räumung des Ruhrge­biets zu prüfen. Aber ihr Ziel werde sie vor Allem dadurch erreichen, daß sie sich bemühe, die Beziehungen Frankreichs zu den verschiedenen Völ­kern freundschafilicher zu gestalten. Das Interwiew, das beiVorwärts" veröffentlicht habe, gebe feine Absichten in Bezug auf Deutschland einiger­maßen getreu wieder. Es hätten sich jedoch ge­wisse sachliche Irrtümer eingeschlichen, die zu berichtigen not wendig wären. Er habe gesagt, er würde jedes Zusammenarbeiten mit den deut­schen Nati onalisten ablehnen, er habe nicht gesagtmit deutschen Kommunisten". Ebenso habe er auch nicht erklärt, daß er von der Gegenseite Vertrau en fordern werde. Er habe vielmehr gesagt, daß erbona fides" verlange, mit wel­chen Männern er auch zu tun haben werde und welchem sie auch angehören möchten. Er werde von ihnen eine bona fides verlangen, die derjeni­gen gleichkomme, auf der sie seinerseits zählen könnten. Schließlich fehle in der Wiedergabe sei­ner Erklärung imVorwärts" die Mitteilung, daß es seine entschiedene Absicht sei. die Rechte seines Landes zu verteidigen, und daß man vor allem jenseits des Rheins bedenken sollte, daß eine nationalistisch orientierte deutsche Regierung die Verhandlungen um die Wieder­herstellung des Friedens erschweren werde, ob­wohl er den sehnlichsten Wunsch habe, sie zum Ziele zu führen. Er wolle jede Demokratie unter­stützen und gegen jeden Imperialismus kämpfen. Seine Stellung Rußland gegenüber sei bekannt, Er verwechfle nicht das russische Volk oder auch nur die russische Regierung mit der Internationale

Bit Berliner Bertünbinnien.

Berlin, 24. Mai. Wie aus varlamentarischen Kreisen verlautet, wurden in der Parteiiübrerbesvre« chung im Reichstage, die um bald zwölf ibt Ende er­reichte, den Deutschnationalen einige außenpolitische Fragen vorgelegt, wozu die Deutschnationaleir erklärten, baß sie sich ben Frakttons» beschlub vorbebalten müßten. Die

Herriot abermals bei Poincarä.

Paris, 24. Mai. Herriot, der zukünftige Ministerpräsident, hatte sich gestern zu P o i n c a r e begeben. Er hat mit ihm im Ouai d'Orsay eine längere Besprechung gehabt. Die Unterhaltung wurde als privater Art bezeichnet; es ist je- doch bestimmt, daß sich beide Staatsmänner über alle Fragen der politischen Lage un­terhalten haben. Poincarö will, indem er sei­nem Nachfolger die Richtlinien seines politischen Programms auseinandersetzt, Herriot ben Geist seiner Politik inspirieren. In ben Liistsvarteien versichert man aber, daß Ser­riot in keiner Weise daran denke, weder in der inneren Politik sich irgend­eine Vormundschaft aufzwingen zu lassen. ES wird bestimmt ein Linkskabinett bilden und die Konsequenzen aus ben Wahlen ziehen.

Italien.

Eine Thronrede de» König«.

Rom, 27. Mai. Die 27. Legislaturperiode im Mon- tecitorio wurde im Beisein des KönigspaareS, der Prin­zen und Prinzessinnen des Königshauses, Mussolinis^ sämtlicher Kabinettsmitglieder, Senatoren und Abgeord­neten, dem diplomatischen Korps und den Spitzen btt Staatsbehörden feierlich eröffnet. In seiner Eröff­nungsrede wies der König darauf hin, daß btt heutige Tag der neunte Jahrestag des Einttitts Italien» in den Krieg darstelle. Die Wahl diese» Datums zur Wiedereröffnung des Parlaments sei von hoher Be­deutung. Heute halte die Generation des Sieges die Ro» gierung in Händen und stelle die absolute Majorität der Kammer dar Das italienische Volk erneuere die Versicherung der Dankbarkeit allen belieft die an seiner Größe mitgearbeitet haben. Der König wieS auf die Gewinnung Fiumes hin und auf^ie entschlossen« Leitung der Außenpolitik, die Jtalieu einen Platz unter den Nationen sicher» soll, worauf eS ein Anrecht habe. DaS Volk und die Regierung erneuerten heute dem Heer unb der Marine den Ausdruck der Dankbarkeit und grüßten die Fliegerschaft und die Nationalmiliz, welche die mi­litärischen Kräfte vervollständige und die Regierung ent­böte dem Lande, da» die stürmische Nachkriegszeit tapfer trua. ihren Gruß. Die ganze Nation gäbe im Ver­trauen aus dir Iukmrst der neuen politischen L-S«, nicht das Ergebnis zeitweiliger Gruppierungen sei, son­dern der Ausdruck eines historischen Zeitpunkts höchst« Blutung, ihre feierlich« Bestätigung. Der König ev» innerte sodann an dos von der Regierung bereits ge­schaffene Werk und fügte hinzu, dieses mit Eiwrgie begonnene Werk müsse auch mit Energie weitergesührt werden. Einige juristische und Verwaltungseinrichtungeu müßten reformiert und die militärischen Probleme müh­ten nach Maßgabe der wirtschaftlichen Möglichkeiten de» Landes und entsprechend den Bedürfnissen bet äußere» Politik gelöst werden. Italien, sagt der König, kam» hinter Bewaffneten nicht waffenlos bleiben, eS bad nicht in die ungeheure Gefahr laufen, sich von den Ereig­nissen überraschen zu lassen. Die innere und finanziell« Konsolidation OeS Landes gestatte eine friedliche, Italien» Ehre wahrende Politik nach außen hin, die eine beständige Verteidigung der italienischen Interessen wahrnimmt. zu führen. Das Problem der Reparationen und die mit ihm zusammenhängenden Frage, so fuhr der König fort, sind heute der Gegenstand der größten Besorgnis Europas. Italien ist entsprechend seinen Richtlinien bereit, mit allen feinen Kräften barau zu arbeiten, eine gerechte Lösung zur Beseitigung der drohenden Gefahren zu erreichen unb ei ist auch bereit, Opfer zu bringen um be« Frieden zu garantieren, aber naturge­mäß nur unter der Bedingung, daß seine legitimen und fundamentale u Interessen gewahrt bleiben. Das Abkommen mit Jugo­slawien werde eine freundschaftliche und aktive Zu­sammenarbeit auch im Interesse der Donau- und Bal« Zanländer gestatten. Die Vereinbarungen mit Ruß­land und der Verttag von Lausanne begünstigen uns« Werk im Interesse des Friedens und des Handels. Der König versicherte, daß eine Politik, die von leb­haftem Interesse für die arbeitenden Klas­sen getragen sei, eingeleitet werden würde, um iebermann eine produktiv« Arbeit und das größte mög­lichste materielle und geistige Wohlergehen zu gewähr- leisten, indem er zugleich die Achtung vor den Arbeits- . Verträgen zusicherte. Bei dem Abschluß von Handels­verträgen würden die Interessen der Industrie und tue der Landwirtschaft gleicherweise bcrücksicht-gt werden. DaS Budget befindet sich bei Beginn der Legislaturperiode hn Gleichgewicht und eine Herabsetzung der Stenern sei zu hoffen. Das Parlament werde so sagte der König zum Schluß, der getreue Ausdruck des Willen» der Natton sein, der zwar die wirkllchen Freiheiten unangetasttet lassen wolle, aber zugleich klar »um Au--, druck gebracht habe, daß er jede Schwache, die mit der. Geschlossenheit der Nation im Widerspruch stehe, zu-, rückweise. Di« Interessen der Einzelnen und der Grup­pen müßten dem allgemeinen und den Kollektivinteo- essen nachstehen Durch Pflichterfüllung und Diszip­lin im bürgerlichen Leben werde das Schicksal deS Va­terlandes bestimmt werden. Die Rede des Königs wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen.

pt erwarten ist. Falsch und gefährlich »äre es, in Deutschland sich etwa ber Hoffnung hinzugeben, daß Frank­reich von den Grundlagen der bis­cher befolgten Politik abweichen Jjürbe. Frankreich, auch, nicht das linksgerichtete

<s braucht nur daran erinnert zu werden, daß Frankreich unter einem in gleicher Weiselinksge- »chteten" Kabinett den Krieg geführt und seine .Kriegsziele formuliert und zur Verwirklichung ge­bracht hat. Die Ausdeutung dieser im Versailler fDiktat niedergelegten französischen Kriegs- und Friebensziele ist nicht sehr schwierig. Die Periode i*otncar6 hat mit ihren militärischen Zugriffen und ihren diplomatischen Bündnisverknüpfungen dafür liieforgt, daß Frankreich jetzt, ohne seine Stellung gefährden, seine Methoden etwas mehr dem Ee- ^schmack der übrigen Ententemächte anpassen kann. jTie politische Phraseologie der neuen Männer deutet bereits auf diesen Anpassungswillen hin. .Auch Herriot gebraucht in seinen Verlautbarungen »as etwas abgegriffene Wort von der Beseitigung bttEeheimdiplomatie". Painlevö, der, entweder Vs Außenminister oder als Kriegsminister, voraus- Mtlich sich mit der Ruhrfrage im besonderen I« befassen haben wirb, redet ebenfalls von einer »neuen Aera der französisch-deutschen Beziehungen", .«s ist anzunehmen, daß Frankreich die reinmilitä- vsche Aufmachung seiner Besetzung etwas mehr als «sher geschehen ist, den Wünschen vor allem Eng- «nds anpassen wird, und daß die neuen Männer «n ja fest unter ihrer Fuchtel stehenden Völker- Mnd, ebenfalls Mac Donald und der Weltstim- Mung zuliebe, in größerem Umfange auch mit Fra-

. der großen Politik befassen werden. Eine ijMHlige Aufhebung der militärischen Besatzung im Brgebiet macht auch Painlevs von der (wie er

> unmöglichen) völligen Ausführung des esgutachtens abhängig. Auch er verlangt im itorigen, daß Deutschland Die Leistung der Kontri- -dution über die erzwungenenrechtlichen" Erund- «rgen hinaus als eine moralische Verpflichtung an« (Kben soll. Deutschland, das bisher sich einen scharf, gespaltenem Ententeblock gegenüber sah, wird also t1 Zukunft, dank der größeren Anschmiegsamkeit der neuen Männer in Frankreich, mit einer Ein» »eitsfront der Gegner zu rechnen haben. 'Sm besetzten Gebiet ist jedenfalls bisher von Wtetn Wechsel der Methoden in Frankreich sehr wenigs

M; Ist m der itetn MnW Ii zmkM jn erwarten?

Die Regierungsbildung in Frankreich entwickelt sich wesentlich gradliniger als die in Deutsch­land. Der Wählausfall hat drüben ein weit klare­res Bild ergeben als bei uns. Die Linksmehrheit W da. Es fragt sich nur, ob eine Regierung ausge­sprochener Linksrichtung oder eine solche der Mitte »it dem Schwergewicht nach links hin zustande Lmmt. Auch die P e r s o n e n f r a g e ist bereits s, gut wie geklärt. H e r r i o t der Führer der Ra- Hikalsozialisten, der bisherige geistige Leiter der Linksopposition in der Kammer, besitzt den Namen ,nd die politischen Ausmaße, die zur Uebernahme des Ministerpräsidentenpostens befähigen. Pain- Jeoö hat bereits erklärt, daß er für seine Person euf die Kabinettsbildung unter seiner Führung verzichtet und daß er bereit sei, als Außen­minister oder Kriegsminister, in ein Kabinett Her­riot einzutreten. Zwei Fragen sind es, die von der -neuen Regierung Regelung erheischen: Die Sta­bil isierung des Franken nach innen und, damit im engsten Zusammenhang stehend, eine Lösung des Reparationsproblems, pie sie einmal der politischen Willensmeinung des siegreichen" Frankreich, zugleich aber auch den sehr dringlichen Forderungen wirtschaftlicher Vernunft einigermaßen entspricht.

Die Frankenkrise gibt der französischen Linkspresse immer noch Anlaß, die schwersten An- griffe, in letzter Zeit weniger gegen Poincarö als gegen den Präsidenten Millerand zu richten. Be- hlaupten verschiedene Zeitungen doch in aller Oef- ßentlichkeit, Millerand habe den Mor- Iganfrebit zum Teil zuZwecken der Wahl- Hipropaganda für den nationalen Block l benutzt. Millerand hat nun in Gegenwart UjPincarSs Herriot zusammen mit PainlavL $u sich t (berufen, um den zukünftigen Leitern der Politik I einen Einblick in die Finanzverhältnisse und ihre ^Hintergründe zu gewähren und auf diese Weise !»ohl auch gegen die über ihn verbreiteten Ausstreu­ungen Stellung zu nehmen. Auf welchen Wegen sdie neuen Männer dem Frankenproblem beikom- jmen werden, ist vorläufig noch nicht zu übersehen. ;(Ss ist jedoch wohl anzunehmen, daß sie sich nicht, iBte ihre Vorgänger, mit einem Herurnkurie- jten an den äußeren Erscheinungen und mit rein (finanztechnischen Maßnahmen zufrieden geben, son- :bern den Versuch machen werden, durch einen Wech­sel in den Methoden der Außenpolitik bas allge­meine Mißtrauen gegen Frankreich zu beseitigen.

Es ist eben gesagt, baß ein Wechsel in ben S?etboben ber französischen Politik

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Marburg

Mag, M 26. Mai

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