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Amüiches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.

Anzeiger für (das früher kurhesfischej Oberhessen

Die »Oderbeisiiche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummer» iniolge Streiks oo. eiemenr.Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. L. Hitzeroth. — Druck der llnin. - Buchdruckerei von Jod. Aug. Koch. Markt 21,23. — Fernsprecher 55, Vofticheckkonto: Rr. 5015 Amt srrank.'urt a. Marn.

Der Ruhrkampf spitzt sich zu.

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_________________ ______ _____Nun ist Deutsch­land völlig der Kampfplatz des bolsche- »istischen Zerstörungswillens geworden, ter zu vernichten droht, was der Pariser Sadismus

Es ist erstaunlich, wie zäh der deutsche Wirt- Kaftskörper ist. Vier Kriegsiahre, die eine Ab- rrung von der gesamten Außenwelt zur Folge hat- ten, di< Amputationen und Blutabzapfungen eines auf kodeswirkung berechneten Friedensdlktates, die inneren lkrisenerscheinungen der Umwälzungszeit, die gewalt- stmen Eingriffe und Störungen der verschiedensten Art, adlich die jede Herztätigkeit lähmende Wirkung der Kicumverträge und zuguterletzt noch der Wahnsinn ihres inneren Wirtschaftskrieges zwischen Arbeitgeber-

Kampfansage der mitteldeutschen Bergarbeiter.

Meuselwitz, 19. Mai. Am gestrigen Sonntage ttnb hier eine Konferenz der Betriebsräte des Bornaer und Meuselwitzer Reviers statt, die den einstimmigen Beschluß faßte, den Kempf zur Unterstützung der strei­kenden Bergarbeiter an der Ruhr, in Oberschlesien und Sachsen und zur Wiedereinführung des Achtstundentages aufzunehmen. Die Konferenz erläßt einen Aufruf an die mitteldeutschen Bergarbeiter, in welchem sie diese auffordert, nach 8 Stunden Schicht die Gruben zu ver­lassen.

Dresden, 19. Mai. Die Kelegschastsversiunmlung im staatlichen Braunkoblcnwerk Htpchselde beschloß, nur 8 Stunden zu verfahren. Die Lage ist ,ehr gespannt, da nach einer Verfügung der Bergdirekt-on alle B«rg:rb-Zter ristlos entlassen sind, die diesem Beschluß Folge leisten.

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chenveröandes an den RelchSarbeitSminister, toorin ife Annahme des Berliner Schiedsspruchs mitge- teilt wird, und zu dem auf den Zechen ausgehängten Anschlag geben die vier Bergarbeiterverbände fol» tzrnde Erklärung ab: Das Schreiben des Zechen- derbandes kann in der Rechtslage, sowie an den Beschlüssen der Konferenzen der Organisationen ^hts ändern. Die Beschlüsse der Organisationen feben nach wie vor Geltung. Demnach besteht »ach ter Arbeitsordnung die im alten Tarifvertrag ^stgesetzte Arbeitszeit unter und über Tage.

Die Lage im Bochumer Bezirk.

Bochum, 20. Mai. Durch die Ablehnung tes Berliner Schiedsspruches auf den Ruhrkon- Ntcn-en der Bergarbeiter ist die Lage im Bochu«

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Die Parteien nach Berlin geladen.

Essen. 20. Mai. Der ReichSarbeitSmi» nist er hat zur Beurteilung der Rechtslage im Ruhrkonflikt durch die Sachverständigen d i e P a r » teten für Mittwoch, 21. Mai, nach Berlin geladen.

Keine Unterstützung seitens der Staatsregiernag.

Berlin, 20. Mai. Rach einer Blättermel­dung aus Essen wurde in einer Dersammlnng de» Landräte und Oberbürgermeister des rheinisch-west­falischen Industriebezirks unter Teilnahme der Be­zirksregierungen mitgeteilt, daß die preußische Staatsregierung nicht in der Lage ist, wäh- rcnd der Dauer des gegenwärtigen Kampfes im Ruhrbergbau irgendwelche Mittel zur Verfügung zu stellen. Rach Wiederaufnahme der Arbeit sei jedoch damit zu rechnen, daß von den berufenen Stellen alles geschehen werde, um den wieder arbei­tenden Bergleuten ihre wirtschaftliche Lage bis zur nächsten Lohnzohlung nach Möglichkeit zuetlel ch- tern.

Die Micum beschlagnahmt Kohlen.

Paris, 20. Mai. Um die Fortsetzung der Versor­gung der Ententeländer und der Eisenbahnregie im be- etzten Gebiet mit Kohle sicher ,u stellen, hat die Micum beschlossen, einen Teil der auf den Ruhrgru- bcn lagernden Koks- und Kohlenmengen mit Be- chlag zu belegen. Aus Frankreich werden be- ondere Ladungsmannschaften herangezogen werden.

beiter durch Beamte mißhandelt, wenn sie sich unterstehen, Dotstandarbeiten auszusühren.

KommunisteuplSne über Zechenbesetzung.

Bochum, 20. Mai. Infolge der Kundgebung der unionistischen Betriebsrätekonserenz, tue polizeilicher- seits als Aufreizung zum Klassenkampf und bedenklicher Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit betrachtet wird, hat die Polizei heute eine Haussuchung in dem Bureau der kommunistischen Union der Hand- und Kopfarbeiter abgehalten und zahlreiche Mitglieder dieser Organisation ver­haftet. Bo nden Festgenommenen war eine ganze An­zahl nach ben Verdachtsgründen, die die Polizei gesammelt hatte, dazu bestimmt, die Besetzung von Zechen vorzunehmen.

Gelsenkirchen, 20. Mai. Auf ollen Zechen des Gelsenkirchener Bezirks wurden heute morgen alle Beamten und Arbeiter am Betreten der Zechen mit Gewalt verhindert. Aehnliche Meldungen liegen heute früh aus den Gruben des Essener Reviers vor. Berittene Schutzleute und auch Ueberfakikommandos sind in voller Tätigkeit, ohne indessen gegen die ge­waltigen Menschenmenge etwas ausrichten zu können. Die Gefahr für die Grubenbetriebe ist außer­ordentlich groß.

Berhaftun« von Aufwieglern.

Bochum. 20. Mai. In der vergangenen Recht hat die Bochumer Polizei mehrere Funktionäre der Union fest genom­men. In den Büroräumen der Anion wurde eine eingehende Haussuchung vorgenommen.

Die Pboe«ir-Werk« ruhen.

Dortmund, 20. Mai. Die PH knitz- Werke in Hörde machen durch Anschlag bekannt, daß von morgen ab der gesamte Betrieb wegen K" hleumengels ft i 11 g e I e g t werden muß.

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Ije« “ul UHU <rlveimei)i|ienuiii i,u (faitjd tebensenergien übrig gelassen.

mch übrig gelassen bat. Wenn es nicht in letzter Elunbe gelingt, die Kämpfenden an der Ruhr ausem- mderzureißen und sie zu vernunftgemäßer Zufammen- sbeit zu zwingen, dann wird dieser Fluß tatsächlich Deutschlands Schicksal. Schon suchen die französischen Kvssauger für ihre Sonderzwecke zu retten, was an Kehle und anderen Jndustrieerzeusnisfen noch übrig »blieben ist. Er st gilt das Raubrecht des - Liegers. Das Schicksal des deutschen 60 Millionen

Volkes kümmert weder Paris noch Moskau.

(Es scheint wirklich eine tiefe Wahrheit in der alten Uolkssage zu liegen, die davon spricht, daß auf roter Erde auf dem Birkenfelde, einstmals über das Schick- Ml von Reich und Volk entschieden wird. Wie der ferne der Marne für Frankreich ein Sinnbild glück- hofter Entscheidung geworden ist, so verkörpert sich in her Ruhr seit über einem Jahre schon die ganze Dragik unseres unter äußeren und inneren Schicksals- 8lägen sich am Boden windenden Volkes. Was äugen« icklich wieder an der Ruhr vor sich geht, weist in allen Linien der Entwicklung und Auswirkung auf unser E e- f« m t s ch i ck s a l hin. Es ist von vornherein pro- Jfcieit worden, daß der Ausgang des vor mehr als Mein Jahre uns durch vertragswidrigen Ueberfall auf- Mzwungenen Kampfes entscheidend für unser Volk sein Wirde Der Verzicht auf die Zusammenballung aller h ehrlicher Empörung sich aufreckenden Kräfte gegen kn äußeren Feind, die Scheu vor der „natlona- sifttsch" genannten.Zusammenschmiedung der Geister hat hie Rubrarbeiterschaft in das Lager des internationalistischen Radikalismus ges trieben. Moskau hat geerntet, was Paris gesät hat. $ei Geist eines nur aufs materielle gerichteten nattona- kn Nivelismus beherrscht heute die arbeitenden Schich- kn des Ruhrgebiets. Das Ergebnis der Neichstags- Dcblen gibt ein klares Bild von der politischen Ein- tellung der Rubrarbeiterschaft, in der die unionistischen »ampfvarolen so wehrkrästig geworden sind, daß auch hie gemäßigt gerichteten Gewerkschaften, die freien wie Hk christlichen, dem Druck der allgemeinen Stimmung »«chgeben müssen, wenn sie sich die Reste ihres Ein- Msses sichern wollen.

Nicht durch ein vom Reichsarbeitsminister eineb- Mfenes Schiedsgericht, sondern durch den Spruch rines unter den Parteien frei vereinbarten kchlichtungsausschusses ist eine Grundlagege- hmden worden, die seitens der Arbeitgeberschaft, wenn Ruch schweren Herzens, beschritten worden ist, um einem Kirtschaftskampfe ein Ende zu machen, dessen Folgen «ter den gegenwärtigen Verhältnissen geradezu eine Lebensgefahr für den ausgezehrten Volkskörver bedeu- kn. Die Arbeiterschaft hat den Schiedsspruch abge- Kdnt, der, mag er auch in manchen Punkten auf die seelische Einstellung der Arbeiterschaft nicht genug Rück­sicht genommen haben, doch von dem Bestreben diktiert ■erben ist, die deutsche Wirtschaft in den kommenven Sweren Wochen notdürftig arbeitsfähig zu erhalten, schon beginnen die Folgeerscheinungen der in diesem leite nicht vom Landesfeinde verursachten Labm- !eg u n g des wichtigsten uns verbliebenen Jndustrie- klirtes sich über das engere Kampfgebiet hinaus gel­lend zu machen. Ueberall zeigen sich in der Produktion bedenkliche Lähmungserscheinungen. Die Größe der lefabr bei Aufrechterhaltung des gegenwärtigen 3u- lenbes liegt in dem Zusammentreffen dieser bewußten kirtschaftsstörung mit den finanziellen Krankheitser- steimmgen, die eine Folge der mit der Stabilisierung jsfammenhLngenden K r e d i t k r i s e ist.

A»r Bezirk sehr kritisch geworden. Auf Fei»

•tt de» Zechen sind die Bergarbeiter eingefah- Qtl vielen Zechen blieben die Arbeiter fern,

n nrtf) in der vergangenen Woche Notstands- irtti 27- ^eitei. aussührten, wohl in Vor aussicht von De- • 30 Wigungen. Auf verschiedenen Zechen wurden Ar«

„ verbände».

UM. Essen. 20. Mai. Zu dem Schreiben des Ze

Ende des Werftarbeiterstreiks.

Hamburg, 20. Mai. Der feil drei Monaten währende Streik der Seeichiffwerstarbeiter wurde heute beigelegt. Die Arbeit wird morgen wieder ausgenommen. Der Lohnkampf wurde inbirett dadurch erlebigi, daß die Arbeitgeber ihrerseits dem Berliner Schiedsspruch

Preußischer Landtag.

Eine stürnlische Sitzung.

Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Preus­sischen Landtages, der nach vierwöchiger Pause mit feinen Arbeiten wieder einsetzte, gedachte Prä­sident Seiner! unter dem Beifall der weit- größten Mehrheit des Hauses des Ergebnisses der Vorab st immung in Hannover. Eine Endabstimmung erübrige sich nach dem Ergebnis.

Mit Bedauern sei festzustellen, daß t>c; bayrische Innenminister die separa­tistischen Bestrebungen in Hannover unterstützt habe. Welche Entrüstung würde in Bayern sich erheben, wenn preußische Minister Se- parationsbestrebimgen in Bayern unterstützen wollten. Besonders zu bedauern sei, daß die Ab­stimmung vor sich gegangen sei zu einer Zeit, in der im Westen unsre Schwestern unt- Bri dei unter maßlosen Untetbtudun» gen leiden. Allen Verlockungen und allem Terror zum Trotz hätten diese mit Ein- satz von Leib und Leben standgehalten, deshalb gebühre den Männern und Frauen des besetzten Gebietes Dank (Lärm bei den Kommuni­sten Zurufe: Daher die Behandlung der 'Bergar­beiter!).

Präsident ßeinert fügte seinen Worten hinzu, er hoffe, daß der 18. Mai für die besetzten Ge­biete

ein Tag der Ausrichtung

werden möge, ein Gedenktag für die Zusammen­gehörigkeit deutscher und preußischer Gebietsteile. Das Versprechen „Treue um Treue" solle Len Bewohnern des besetzten Gebietes gegenüber nicht ein leeres Wort bleiben. Mögen sich die Kräfte der Abwehr der Zersplitterungsbestrebungen der­art kräftigen, daß der Aufbau des Deutschen Rei­ches und der Ausbau Preußens durch eine Ge­schlossenheit des deutschen Volkes gesichert bleibe (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit, großer Lärm bei den Kommunisten).

Der Präsident teilte ferner unter lebhaftem Bei­fall und größter Heiterkeit mit, daß Abg. Katz (Komm.) auf seinen Landtagssitz verzichtet habe, nachdem er in den Reichstag gewählt worden sei Weiter fand die Mitteilung des Präsidenten über­aus heitere Aufnahme, daß dem Abg. Schultz- Reukölln (Komm.) von dem Wahlprüfungsamt infolge anderweitiger Verrechnung der Reststimmen in Pommern und Ostpreußen das Landtagsmandat abgesvrochen worden fei (Die Kommunisten be­gleiteten diese Mitteilung mit ungeheurem Skan­dal und lebhaften Rufen: Schiebung!).

Bor Eintritt in die Tagesordnung beantragte Abg. Dr. Bredt (Wirtschaftspartei) als ersten Punkt zu beraten die Rotverordnung über die Hauszins st euer. Es läge kein Anlaß vor, diese Verordnung ohne Beratung im Plenum zur Durchführung zu bringen.

Abg. Sobvttka (Komm.) beantragte, die Bergarbeiterfragen im Zusam men - hang mit dem Ruhrarbeiterkonsliki so­fort zu beraten. Der Handelsminister habe sich an die Spitze der Reaktionäre gestellt, als es sich um die Verlängerung der Arbeitszeit gehandelt habe. Da beiden Anttägen widersprochen wurde, mußten ae für heute als erledigt bettachtet werden.

Dbg. Dr. Meyer (Ostpreußen, Komm.) be­zeichnete die einleitenden Worte des Präsidenten css Schwindelerkläru?^. Sie. ür wurde er S»r Ordnung gerufen, fein Pakreifreund Eberlein der unter Aufwand aller Lungenkraft diesen Aus- druck wiederholte, bekam zwei Ordnungsrufe, wäh, rend Abg. S ch o l e m, der auf der Treppe zur». Präsidium stehend, fortgesetzt sich überschrie, dies­mal leer auSgirg. Dr. Meyer meinte, die Behand­lung der Bergarbeiter, das Verhalten des Staitz ministeriuins gegenüber den Streikenden, und be­sonders dacje.,ige des s"z'old?mo'ratifchen Ino.«,. Ministers rechtfertigten die Bezeichnung der Word des Prälidenten als Schwindelerklärung. Set Kommunist Kilian verlangte, als ersten Gegen­stand

die Vorgänge in • Halle

vorn 1 r. Mai zu bi raten. Es habe sich da um ein, Provokation schlimmster Art gegen die friedlich« Bidölk rung gehcndelt (Ca.fr n rechts), l-nter Mit­wirkung des ftzi.ldemckratischen Innenministers Severing und des ganzen preußischen Kabinetts hätten dort Ludendorfl. der „notorische Hochver- tüter ‘, und Hohepzollernvrinzen sich zusammentun können .mit dem ausdrücklichen Ziele, gegen bi« mitteldeutschen ui d Halleschen Arbeiter Front zu machen (Ki in Ordnungsruf).

Rach c’ner Auseinandersetzung des Abg. Hei'- man« (Soz., und Dr. Meyer (Ostpreußen, Ki mm.1 über Vorgänge im Aeltestenrat nahm n^ch Abg. Scholen zur Geschäftsordnung das TV>rt, Roch £e> >.< er zu feinem eigentlichen Thema fi% holte er sich zwei Ordnungsrufe wegen be­leidigender der rechten Seite zugerusenen Bemer­kungen. Auch Frau Wo! lf stein beteiligte sich daran, wurde aber nicht zur Ordnung gerufen, sondern von: Präsidenten £?einert mit ausgesuchter Höflichkeit darauf aufmerksam gemacht, daß derar­tige Zurufe, wie Rosi Wolffstein sie zu gebrauchen beliebt habe, sich doch nicht für eine Damr passen. Große Heiterkeit quittierte hierüber. Schalem wünschte, daß der Landtag das vierwöchige Ver­bot der Roten Fahne rückgängig mache. Sein Antrag verpuffte aber, weil er nicht schriftlich ein- gereicht worden trat

Der Aeltestenrat des Landtages be­schloß gestern ,die Interpellationen betref­fend die Vorgänge in Halle, in Fürsten­walde und die A n g e l e g e n h^ i t der S o w- fethondelsvertretüng zu beraten, falls ijs R g tun; zu - ? e nt ort be et iAm Don - nerdteg wird der Finanzminister den Etat einbr^ngen. Außerdem soll b'3 Rkini- sterpensionsgesetz ^rledg wer en Fre az und Sonnabend beben sitzungsrei, xn Montag und Dienstag wird die erste E t a t s b e r a - tung vor sich gehen.

* ♦

Die Deuischuationnlen für die Stndenteuichaft.

Berlin, 21. Mai. Von beutjtfjnationcler Seite ist im preußischen Landtag eine Kleine Anträge einge- bracht worden, in der auf die große wirtschaftlich* Rot der Studentenschaft, die zum großen Teil nicht in der Lage sei, die Kolleggebiibren zu zahlen, bingewiesen und gefragt wird, ob d.e Staatsregierung bereit sei, zunächst für das Sommersemester weirgehonde Erleichterungen zu gewähren.

Die Mit toorütionsiront.

Aus italienischem Boden ist eine wohl zum ersten Male wirllich einheitliche Front der gesam­ten Reparationsgegner Deutschlands ge­bildet worden. Die „Kleinen" sind es gewesen, die zwischen den „Großen" vermittelt haben, die Ver­treter Belgien? und der Tschechoslowakei. *£ie Bildung der einheitlichen Front ist durch die Niederlage des nationalistischen Blockes in Frankreich erleichtert worden. Man ist sich nun darüber einig geworden, daß man das Gutachten der so­genannten Sachverständigen, das von der deutschen Re­gierung bisher lediglich als Berhandlungsgrundlage an­genommen worden ist, in seiner gesamten wörtlichen Unmöglichkeit durchführen will, man hat auch bereits heute die etwaigen gemeinsamen Zwangsmittel er­wogen, die bereits bei der vorhergesehenen Unmöglichkit der Durchführung seitens Deutschlands angewendet werden ollen. Schöne Stoben über den Geist der Gerech­tigkeit und des Stiebens (?) begleiteten auch dieses Mal den Entschluß der seit dem Kriege gegen Tentschlarü) vereinigten Mächte. Ein „neues Kapitel" der Reparationsgeschichte hat begonnen. In Italien redet man bereits von einem „Schlußkapitel". Nachdem die Politik Poincarüs mit Kolben und Bajonett die

Lebensgrundlagen Rescheutschlands zerstört hat, so gt sic Ltcrnidaüon des Trümmer Hause ns durch die inter­nationale Großsinanz. Diese über allen Mäch­te» schwebende Macht, die. Poincare be-.snte gestellt hat, nachdem sie seiner nicht mehr bedarf, wird dafür sorgen, daß sie den Schlußpunkt unter das Leidensbuch des Weltkrieges setzen kann.

* »

Kein Handelsabkommen zwischen Japan und Jndochina.

Paris, 20. Mai. Savas tritt offiziell der Blätter­meldung entgegen, daß zwischen Java» und Jndo­china ein vorläufiges Handelsabkommen ge­troffen worden sei, das zurzeit der framöfischen Regie­rung zur Genehmigung vorliege. Die französische Regie­rung, so erklärt öavas, habe den Eeneralgouverneur von Jndochina Morlin beauftragt, anläßlich seines Be­suches in Jovan mit der Regierung von Tokio darüber zu verhandeln, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Jndochina zu verbessern seien. Aber es handele sich hier um einen einfachen Meinungsaus­tausch, über besten Ergebnisse der Eeneralgouverneur noch keine Mitteilung gemacht habe und der erst Gegen-, stand eines Abkommens werden könne, wenn er in Pa­ris von den Unterhändlern geprüft sei, die die beide« beteiligten Länder später zu diesem Zwecke etwa bee stellen würden.