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Havasmelbung aus

Der Reichstag-Präsident Löbe hat die Führer sämt­licher ReichStag-parteicn für Dienstag nachmittag zu- sammengerusrn, um die Neuverteilung der Plätze Sn Sitzungssaal für die einiefnnt Parteien vorzunehmen.

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werden. Die Ruhrbergcrrbeiter sind in den gegen» würtigen Kampf von den Unternehmern hineinge« drängt worden. Dieser kann nur zentral von den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen geführt werden, deren Beschlüsse allein sind maßgebend und zu beachten. Es kann nicht Aufgabe einzelner ‘Se« legschfttcn fein, betreffs der Führung des Kamp« fes Beschlüsse zu fassen, dadurch würde nur die einheitliche Führung des Kampfes unmöglich ge» macht. Die unterzeichneten Organisationen sor« dern ihre Mitglieder auf, nur an solchen Ver­sammlungen teilzunehmen, die von diesen einbrmfrn sind.

Verband der Bergarbeiter Deutschlands, Gewerk« herein christlicher Bergarbeiter Deutschlands, De« werkverein Hirsch-Dunker (Abteilung Bergarbeiter), Polnische Berufsvereinigung (Qtbtlg. Bergarbeiter).

Marburg

Dienstag, -en 20. M

Ute eu­er, 210

Paris, 19. Mai. Nach einer Mailand bat die Unterredung

dah Herriot noch im Laufe dieser Woche dem Elosee einen Besuch abstatten und mit Millerand eine bedeutende politische Aussprache über die Situation haben werde. K

Voraussetzung der Zurückgewinnung des Ansehens erns im Reiche und in der Welt.

Die Umstell»»« de» Bayerische« Bolkspartei.

München, 19. Mai. Di« Landesvorstandschast der Bayerisschen Volkspartei tagte am Sonnabend und Sonn­tag in München, die Tagung ist dadurch für die bayerisch« Politik von größter Wichtigkeit, als alle Redner in Gegenwart der Minister der Bayerischen BolkSpartei in der Forderung einig waren, daß eine rücksichtslos« und restlose Liquidierung der Zustände in Bayern ersolgen müsse, die btt verhängnisvolle Lag« unb die Erschütterung der Staalsaulorität in Bayern hervorgerustn haben. Ferner war die gesamte Landesvorstandschast mit der Forderung des RrichstagS- abgeordneten Justizrats Fr. Pfleger einverstanden, daß die Bayerische VolkSpartej in Zukunft sich nur dann aktiv an den Staatsgeschästen beteiligen könne, wenn nach einem klaren eindeutigen Programm regiert würde, das einzig und allein die restlose Wiederherstellung' der Autorität des Staates im Auge hab« als

600 000 Arbeiter ausgesverrt.

Berlin, 20. Mai. Blättermeldungen aus Essen zufolge wird nach Mitteilungen aus Eewerkschafiskrei- scu die Zahl der ausgesverrten Arbeiter im Ruhrberg­bau und in anderen Industrien aus rund 600 00 ge­schätzt.

Gegen die kommunistisch« Wühlarbeit.

Essen, 19. Mai. Die vier Berga rb ei« ierberbänbe erlassen folgenden Aufruf an ihre Mitglieder: Die Belegschaftsversarnm« lunger einzelner Zechen des Ruhrgebiets be= schloffen, mit allen Mitteln, ganz gleich ob gesetz­lich oder ungesetzlich, den gegenwärtigen Kamps zu verschärfen und die Notstandsarbeiten zu verhindern. DieseBeschlüsse werden von den unterzeichneten Organiscttioncn anfs schärf­ste verurteilt. Sie stehen mit den gewerkschaft­lichen Grundsätzen in Widerspruch und dürfen un­ter keinen Umständen von der Bergarbeitern befolgt

rechtigten Regierungsbezirken Hannover ist: Hannover 144 818, Hildesheim 82 691, Lüneburo 176 704, Stad« TO 882, Osnabrück 33 866 Jq-Stimmen, zuflamme« 448 961 Ja-Stimmen. Stimmberechtigt sind 1 768 800 Stimmen, ein Drittel davon 589 600 Stimmen. Der» nach sind zu wenig: 140439 Stimmen.

Der Zechenverband nimmt den Schiedsspruch au.

Essen, 19. Mai. Der Zechenverband hat folgendes Schreiben an den Reichest» i beitSminister gerichtet:

Der am lk. Mai in Berlin gefällte Schieds­spruch für den Ruhrbergbau wird den vorn Ze­chenverband im Belange der deutschen Volkswirt­schaft gestellten und im Schiedsgericht eingehend begründeten Forderungen nicht gerecht. Der Schiedsspruch läßt die im Interesse der Wirt- fwaftlichkeit der Zechenbetriebe unbedingt nolwen« 14ge Abänderung des bisherigen Rahmentarifs un­berücksichtigt und hält insbesondere abweichend von der durch die Arbeitszeitverordnung geschaffenen Grundlage grundsätzlich die siebenstündige Schicht für Untertage-Betriebe aufrecht. Dadurch wird weder die endgültige Lösung der Arbeitszeitfrage noch die Gewahr für den notwendigen zukünftigen Wirtschaftsfrieden gebracht. Unerfindlich bleibt ferner, daß bei der Regelung der Mehrarbeit ohne Kvingcnde Notwendigkeit ein folgenschwerer Ein­griff in die bestehende Lohnordnung durch Gewäh­rung der bisher nicht geleisteten Vollzahlung für Die verkürzte Arbeitszeitschicht am Samstag er­folgt, srdaß damit Grund zu neuer Unzufriedenheit fieleg* ist. Trotz dieser schwerwiegenden Beden­ken hat sich der Zechenverband zu einer Annahme des Schiedsspruchs entschlossen. Leitend für ihn 4ft dabei die Absicht gewesen, seinerseits alles nur mögliche zu tun, um die bestehenden Arbeitsstrei- tigteiten mit ihren verderblichen Folgen für die Allgemeinheit und vor allem auch für hier Qlr- be terscheft selbst schnellstens zu beendigen.

Obiges Schreiben sowie folgende Bekanntma­chung sind den Belegschaften zur Kenntnis gebracht:

Wie mi< dem Sch eiben des Zechenverbanöes an den Rcichsarbeitsminister hervvrgeht, hat der Ze« ch e n v e r b a n d seinerseits den in Berlin am 16. Mai gefällten Schiedsspruch angenommen In Wiederholung unserer früheren Bekanntmachung er» Haien wu uns, soweit die betrieblichen Verhältnisse es zulassen, bereit, diejenigen Belegschaftsmitglie­der wieder einzustellen, die sich zur Innehaltung der Arbeitsbedingungen des Schiedsspruchs ver­pflichten. Die am 1. Mai in Kraft getretene 15« Prozentige Lohnerhöhung bleibt selbstverständlich bestehen.

Meinungsverschiedenheiten zwischen Herriot und de« Linksblock.

Paris, 19. Mai. In Pariser diplomatischen Kreisen verlautet, daß die Frage der Ab« setzung WillerandS zu ernsten Mei« nungsverschiedenheite »zwischen Her­riot und den Mitgliedern der Repu­blikaner sowie dem Linksblock der Sozialisten führen könnte. Herriot gebe deutlich zu verstehen, daß er sich mit den Forderungen der Linkspresse nicht einverstanden erklären könne, da die Ver­fassung keinerlei Handhabe biete um den Präsiden­ten zum Rückzüge zu bewegen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, dah Herriot, falls seine Freunde und Anhänger in ihrer Auffassung verharren, auf die Kabinettsbildung verzichten werde.

Frage an die Annahme der SachverständigenbechchA gekniipst sei.

Parteiführerbesprechung im Reichstag.

. Im Reichstag traten heute um oie Mittagsstunde wieder die Führer der bürgerlichen Mittel­parteien zusammen, um ihre Besprechung über die im Reichstag gemeinsam zu befolgende Politik fort- zn letzen.

Die heu'ige Besprechung trug allerdings nicht den Charakter einer formellen Sitzung, sondern war nur eine unverbindliche Au sspräche unter einigen der Parteiführer. Di« Besprechungen der Parteiführer wer­den je nach der Lag« an einem noch nicht bestimmten Termin fortgesetzt werden. Zu irgendwelchem Ab­schluß der Besprechungen ist «S noch nicht gekommen.

Di« „Oberhelsitöe Zeitung" ertöt Int ledismal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zuktellungsgedühr. Für ausiallenve Nummern rniolge Streit, oo. eiement.Ereigniii« iein (irias. — Benag von Dr. •(£. Hi yeroti>. — Druck bet Univ. - Buchdrucker«, von 3oh. Bug. Koch, Markt 21,23. — Retnjptediet 55, l;oittöe<ffonfo: Nr. 5015 $mt Frankiurt a. Main.

Sie Km dn MernwMIinno.

Berlin, 19. Mai. Wir man aus dem Reichstag erfährt, werden in dieser Woche die von den Mittel­parteien in der vergangenen Woche unternommenen Bemühungen zur Aufstellung eines gemeinsamen Ak­tionsprogrammes fortgesetzt. Diese Bemühungen haben nichts mit dem Gedanken der Bildung eines na­tionalen Blocks der Mitte zu tun, der infolge des bekannten Fraktionsbeschlusses der Deutschen Bolks- spartri allgemein alS erledigt angesehen wird. Das Aktionsprogramm der Mittelpartrjen wird sich, wie be­reits gemeldet, hauptsächlich auf außenpolitische Fragen beziehen. Aus der Haltung der übrigen Par­teien zu diesem Programm wird sich ergeben, in wieweit bei der Regierungsumbildung ein Zusammengehen der seit Heftgen Koalitionsparteien mit den anderen Parteien möglich ist. Die Zentrumssraktson trat heule nachmittag 3 Uhr zu einer Sitzung im Reichstag zu­sammen. Auch hier werden außenpolitische Fragen der Hauptgegenstand der Beratung sein. Aller Voraussicht nach wird der Reichskanzler Marx in dieser Sitzung die augenblickliche politische Lag« ausführlich barlegen. Die eigentliche konstituierende Vermmmlung der Zen- trnmsstaktion, in der di« Neuwahl des Vorstandes vor- genommen wird, wird voraussichtlich zu einem späteren Termin stattfinden.

In der Frage der Regierungsumbil­dung selbst sind bisher noch keine entschei­de ird en Schritt« vorgrnommrn worden. Insbesondere lag für den Herrn Reichspräsidenten, da das derzeitige Reichskabinett sich noch in voller Amts­tätigkeit befindet, kein Grund vor, sich mit der Frage offiziell zu beschäftigen. Das Reichskabinett wird auch in dieser Woche seine Arbeiten über die aus Grund deS Sachverständigen-Gutachtens anzusertigendcn Gesetz­entwürfe fortzusetzen. Die Beratungen der vom Vor­läufigen Reichswirtschastsrat eingesetzten Arbeitsaus­schusses über die Aufstellung eines besonderen Wirtschafts- Programmes, das sich auch in erster Linie auf das Sach- verständigkngutachten bezieht, sind in vollem Gange.

Berlin, 19. Mai. lieber die Lage im Ruhr» kohlcnbergbau-Kvnflikt, wie sie sich durch die An» «ahwr des Schiedsspruchs seitens des Zschenver« bcndes und die Ablehnung feiten der Bcrgorbei» Jen e bände darstellt, erfährt man aus unterrichteten Kreisen Folgendes:

Die Frist für die Erklärung der Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruches, die erst morgen ab» läuft. hoben die Parteien nicht bis zum Ende ab» gewartet, sondern haben bereits gestern ihre Be­schlüsse gefaßt. Die Erklärung des Zechenver- bandes ist im Laufe des Vormittags dem Reichs» [ otle tsnnnister d.rch einen besrnderen Kurier über» eii.ielt worden. Der Reichsarbeitsminister hat nun» n>?h: die schwierige Aufgabe, die sich aus der Lage t’.g benden ro wend gen En scheidungen zu treffen.

Noch Ansicht maßgebender Stellen wird eine Derbindlichkeitserklärung des Schieos» spruches nicht zu umgehen sein. Vorher muß mch de: Schlichtungsordnung allerdings wieder eine De »Handlung mit den Parteien stattfinden, in der ein letzter Versuch zur Beilegung der Dlffecenzen gemacht wird. Es ist ftüher wiederholt borge» L kommen, daß bei dieser letzten Verhandlung noch eine Einigung erzielt worden ist.

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nach Paris zuriickkehren. Am Mittwoch wird er ______

Beratung des Exekutivausfchusses der Radikalsozialisti­schen Partei beiwohnen. Sauerwein glaubt zu wissen,

Sauerwei« bei Herriot.

Paris, 19. Mai. „Matin" hat Sauerwein als Sonderberichterstatter zum Zwecke einer Unterredung mit Herriot nach Toulon entsandt. Die Erklärung Herriots bringt, obwohl sie zum groben Teil eine Wir- dorholu«g von schon Gesagtem ist, wesentlich neues und verrät eine büchst konservative Auffas­sung von der Lage.

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bet und das vorherige Einvernehmen erzielt ist, das notwendig ist, um den Erfolg der Konferenz stcherzu- stellen.

Das Stahlwerk Becker, eins der größte« Stahlwerke von Europa, das am Niederrhein sei­nen Sitz hat, ist fteiwillig unter Geschäfts- aufsicht gegangen, hat also einen Schritt getan, der als der letztmöglich gilt, wenn man noch eine« Konkurs vermeiden will. Man wußte in einge- weihten Kreisen schon seit einiger Zeit, daß diese« Werk mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen hatte und seine Angestellten auf die Auszahlung des Lohnes warten ließ, ein in der Geschichte der deutschen Industrie fast unerhörter Zustand. Di« in Bedrängnis geratene Firma hätte das An­gebot eines international finanzierten Frankfur­ter Bankhauses annehmen können, wenn sie bereit gewesen wäre, ihr Werk für 10 Millionen Gold­mark zu verkaufen. Da es etwa das Vierfache wert ist, verzichtete die Firma auf dieses Geschäft und zog es vor, sich unter Geschästsaufsicht zi» stellen.

Unter normalen Teihülin.ssen wäre das Stahl­werk Becker vollkommen flüssig geblieben. Es hätte jederzeit Kredit genug haben können, um damit sein Passiv-Saldo zu überwinden. Es hätte aber wahrscheinlich einen solchen Kredet garnicht nötttz gehabt, denn seine auf Lager befindlichen Vor­räte werden mit 6 Millionen Goldmark bewertet, seine Außenstände auf 3 Millionen Goldmark. Die Passiven von 9 Millionen Goldmark, die de« gegenüberstehen, werden dadurch vollkommen aus« geglichen. Nur daß es heute unendlich schwer ist, Vorrätc auf dem Innenmarkt zum Herstellungs­preise abzusetzen und vollständig unmöglich, sie auf dem Weltmarkt unterzubringen. Und ebenso trüb« sieht es mit den Außenständen aus. Es ist ein« allgemeine Klage, dah Wechselverpflichtungen in immer steigendem Maße nicht mehr eingelöst werden, da der Schuldner einfach zahlungsunfähig ist. Unb' mancher Bankzusammenbruch ist nicht zuletzt dar­auf zurückzuführen. Diese anormalen Zustände, haben auch ein so völlig solide fundiertes Unter­nehmen. wie das Stahlwerk Becker, ins Wanken gebracht. Bei vollen Lagern und einem ansehn­lichen Posten Außenständen ist kein Kredit z» haben da diese beiden Wtivposten einfach nicht zu realisieren sind, da der Kredit fast vollkomme» erstarrt ist. Begleiterscheinungen, wie wiederholt« Streiks, haben die Schwierigkeiten noch vermehrt.

Die Erschütterung des rheinischen Stahlwerks •üft iein Warnungssignal, wie man eS sich nicht drohender denken kann. ES ist wirklich keine Schwarzmalerei, wenn hervorragende Vertreter der deutschen Wirffchast behaupten, daß die Wirl- schaftslcge in ein paar Wochen unerträglich sei, wenn eS so wettergehe wie bisher. An Einern all­gemeinen Druck der Wirtschaftslage haben Ml« in Denffchland zu trag««, überall begegnen wir derselbenKreditnot. demselbenMangeI an Ka­pital. An der Börse ist allerdings t» der letzten Zeit etwas Geld" und infolgedessen auch etwa« Kauflust in die Erscheinung getreten. ES scheint, dah der Großhandel viele bisher zurückgehalten« Waren auf den Markt gebracht hat. selbst unter, Verlusten, und daß dieses Geld zur Effektenspe- kulaiion verwandt worden ist. Aber dieses flüs­sige Kapital ist ein Tropfen auf den heißen ©teil, und es ist nicht dorthin gegangen, wo es dringend nötig wäre, nämlich in die Industriebetriebe, svn-! betu an die Börse. Für die Wirtschaft im Ganze« ist die Lage des Stahlwerks Becker vollkommen typisch, zum Teil gefüllte Saget, die totes Kapital und große Zinsverluste darstellen, zum Seil Außen-,

Die Wfflte MiilMO.

Paris, 19. Mai. Herriot wird morgen

I > Lsge im WkMt.

Essen, 19. Mai. Die Sage im Ruhr­gebiet ist unverändert. Auf einer Zeche wird die achtstündige bezw. zehnstündige Schicht ver­sehren Auf vielen Zechen werden die Arbeitswil­ligen lwtcrwegs angeholten und gewaltsam an der ßt 'äatr: geh nd?rl Au; der Gesam bellg chast der heutigen Fiühschicht waren 93,95 Prozent zur Ar­beit erschienen.

8 2 i $ Miß«! mittag!

. ... -------------- zwischen Musso­

lini mit den beiden belgischen Ministern T b e u n i s und Hymans gestern nachmittag 2 Stunden 45 Mi-

ünllltts MinMWttMIr ii tarnet.

Hannover, 19. Mai. Das amtliche Gesamt- gebnis der Vorabstimmung auS den 5 stimmst».

Vorläufig feine Verhandlungen zwischen England mch' Frankreich.

London, 19. Mai Der diplomatische Bericht« erstatter des „Dally Telegraph" schreibt, ein« Fortfuh, rung irgendwelcher weiterer wesentlicher Derhauv« lungen mit Paris vor dem Amtsantritt bet neuen Regierung käme für die britische Regierung nicht in Frage. Eine eingehende Erörterung der letz» ten Vorschläge Poincares würde sowohl inkorrekt ab» auch zwecklos sein.

Berlin, 20. Mai. Wie die Blätter aus parla­mentarischen Kreisen hören, ist in der gestrigen Be­sprechung der Führer der Mittelvarteien das außen­politische Programm fertiggestellt wor­den. Nach dem „Vorwärts" bewegt es sich in der Hauptsache in der bisherigen Politik der Reichsregierung. Die Aufnahme, die dieses Programm bei den Parteien rechts und links von den Mittelparteien finden werde, werde für die M e h r- beitsbildung im kommenden Reichstag von aus­schlaggebender Bedeutung sein. Wie das genannt« Blatt weiter mitteilt, platzte in die gestrige Beratung der Mittelparteien eine Einladung der Deutsch- nationalen an das Zentrum, die Deutsche und die Bayerische Volksvartei zu einer Be­sprechung am Mittwoch über die Regierungsbildung hinein. Die Demokraten find zu dieser Sitzung nicht eingeladen worden. Die Mittelparteien find al er übereingekommen, Verhandlungen mit anderen Parteien nur in gegenseitigem Einverständ- nis aufzunehmen. Deshalb ist nicht anzunehmen, daß die Zentrumsvartei dieser Einladung folgen wird. Heute vormittag wird die neue deutschnatto- nule Fraktion rum ersten Mal zu einer Beratung zusammentreten. Auch die Deutsche Volkspar- t e i und die Demokraten kommen heute zu Fraktions- sibungen zusammen.

Die WWflrilita SeMtaffl.

Die Verhandlungen in Malland.

London, 19. Maj. Der Brüsseler Bericht­erstatter der „Time s" schreibt zu dem Besuch der vel- gifchen Minister bei Mussolini in Mailand, die Minister wünschten von Mussolini seine Zustimmung dazu zu er­halten, daß sich die italienische Regierung Großbritan­nien, Frankreich und Belgien bei ihren Bestrebungen, die Anwendung des Sachverständigenvlanes ficherzustel- len, anschliebe. Die belgischen Minister seien der An­sicht, daß die Schwierigkeiten auf dem Wege dieser An­wendung nur überwunden werden könnten durch eine Vereinbarung zwischen den Alliierten, die einen Ein­druck aus Deutschland machen werde. Sie seien der An­sicht, dah die Strafmahnahmen, die notwendig werden, falls Deutschland seinen Verpflichtungen zu entgehen suche, im Voraus festgesetzt werven sollten. Dies sei der heikle Punkt der gegenwärttgen Verhandlungen. Unter den Gegenständen, die in Mai­land erörtert werden sollen, befinde sich auch die Frage der interalliierten Schulden. Theunis und Hymans erwarteten die Zustimmung Italiens zu dem Gedanken einer internationalen Konferenz, die statt­finden soll, sobald die neue französische Regierung' gebil-

liuten gedauert Die belgischen Minister haben Musso­lini über die Besprechungen unterrichtet, die sie in Lon­don und Paris hatten. Die drei Minister haben hier­aus die verschiedenen mit den Sachverständigenberichten zusammenhängenden Fragen in einem Geiste freund­schaftlichen Zusammenarbeitens geprüft. Der „Eaulois" verzeichnen eine Brüsteler Meldung, wonach die belgi­schen Minister in der Nacht von Dienstag auf Mitt­woch nach Brüssel zurückkehren werden. In mahgeden- den belgischen Kreisen rechne man bestimmt damit, dah die Frage der interalliierten Schulden von Mugolini, Theunis und Hymans eingehend erörtert wird, da die italienische und die belgische Regierung auf dem Standpunkt ständen, dah diese

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, Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises MüDurg.

Anzeiger für (bas früher kurhessifchej Oberhessen

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