, j Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Mardmg.
Anzeiger für (das früher kurhessifchej Oberhessen
Marburg
Kflntflß, im 19. Rai
Voraussichtlich« Arbeitsaufnahme am Dienstag?
Oberhausen, 18. Mai. Wie der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" mir geteilt wird, werden di« hiesigen Zechen voraussichtlich am Dienstag den Betrieb wieder ausnehmrn. Die Mehrzahl der hiesigen Bergleute scheint für die Annahme des Schiedsspruches zu sein. In der Stadt ist dir Ruhe bisher in keiner Weise gestört worden. Es ist selten eine Streikzeit so ruhig verlausen wie die letzte.
Interalliierte Konferenz Ende Zuni.
London, 17. Mai. Reuter veröffentlicht eine kurze Notiz zur Reparationsfrage, in der es zum Schluß heißt, daß die Vorbesprechungen zur Lösung der Reparationsfrage in Form einer interalliierten Konferenz erfolgen müßten. Diese Konferenz könne indessen nicht vor Mitte oder Ende Juni erfolgen.
Französische Gerechtigkeitsliebe.
Frankfurt a.M., 17. Mai. Am Donnerstag Abend zwischen 7 und 8 Ahr erschienen aa dem etwa 1200 Meter von der Grenze des besetzt«» Gebiet.-; oberhalb Schmittens gelegenen Weih« zwei französische Soldaten, um dort zu fischen. Sie führten eine Büchse mit Sprengstoff bet sich, mit dem sie den Fischen nachstellen wollten, Der Re-
getreten. Bozenhardt wird nach Beendigung der Vernehmungen dem Untersuchungsrichter in Stargard rüge führt werben. Die Sichtung d«S bei dem wegen Be» günstigung gleichfalls festgenommenen Lehmann vorg» fundenen Materials sei noch nicht beendet.
London, 17. Mai. Der diplomatische Ve° ttchterstatter des »Daily Telegraph" schreibt, bas »vn P o i n c a re als Premier- und Außenminister tüttS zuiücktretenden Kabinetts eingeschlagene ungewöhnliche Verfahren, an Mac Donald seinen letzten Willen und sein Testament bezüglich te: Regelung der Reparationsfrage zu übersenden habe in London eine gewisse Aeberraschung Gervorgerufen. Der herzliche Ton des Schreibens Hlvincarös werde natürlich gewürdigt, aber es »<irde vom St'ndpunk! brr kan tigen Beg ehungen ^es britischen Kabinetts zum Rachfolger Poicares würde vom Standpunkte der künftigen Beziehungen te dieser gegeben, als etwas anderes zu behandeln, N6 individuelle Kundgebungen eines StaatSman- *eö, dessen Persönlichkeit Achtung einslöhe und ter immer noch eine beträchtliche Anhängerschaft in seinem eigenen Lande besitze.
Borschläge Mac Donalds für eine Abrüstungs- Konferenz.
L Baris, 17. Mai. Wie „New York Herald" weidet, ließ Mac Donald durch den amerikanischen Botschafter in London dem Präsidenten o o l i d g e erneut Vorschlag zur Ein- *Erufung einer interalliierten Ab- st u n g s k o n f e r e n z, die sich hauptsächlich mit
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Das Ergebnis bet Borabstimmung.
Hannover, 18. Mai. Von der heutigen Vorabstimmung, die darüber entscheidet, ob über die eventuelle Bildung eines selbständigen Landes Hannover eine Volksabstimmunüberhaupt stattfinden soll, waren um 7 Uhr abend« die ersten Teilergebnisse bekannt. In der Stadt Hannover beträgt die Zahl der Wahlberechtigten 291003: davon folgte die überwiegende Mehrheit der Parole, sich der Stimmabgabe zu enthalten. Nur 67 650 Stimmen haben sich für die Trennung von Preußen ausgesprochen.
Hannover, 19. Mai. Endergebnis der Ab« stimmung: Von der Gesamtzahl der Abstimmungsberechtigten, nämlich 1770 000, haben 438061 mitIa gestimmt. Da jedoch die Anhänger einer Trennung Hannovers von Preußen ein Drittel der Gesamtzahl der Abstimmungsberechtigten, also 590 000 Stimmen, aufbringen müssen, hat die Abstimmung für ein Verbleiben Hannovers bei Preußen entschieden.
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Weitere Verhaftungen.
, Berlin, 17. Mai. Wie die „B. Z. a. M." meldet, rnd wegen Begünstigung bet Flucht des Kommunisten Bozenhardt außer diesem noch neun Personen estgenommen worden. Durch die abermalige Vernehmung Bozenhardts selbst sei nun ftstgestelll, daß Bozenhardt Angestellter der russischen Handelsvertretung gewesen und vier Wochen vor den Reichstagswahlen Urlaub erhalten habe, nm als Referent für die Wahlversammlungen vom Reichswablkomitee der deutschen kommunistischen Partei noch Süddeutschland geschickt zu
Die Verhandlungen gehen weiter.
Paris, 17. Mai. Zwischen der englischen und französischen Regierung wird weiterverhrn- belt um die Prüfung des Planes der Sach- r 11 ft 6 r b i gen trotz der Aenderung der politischen Loge in Frankreich nicht zu verzögern. Be- konntlich hat Poincare bereits am 14.Mai an den englischen Premierminister ein langes Schreiben gerichtet, in welchem er den französischen Standpunkt klargelegt hat. Gleichzeitig schrieb ber englische Premierminister an den französischen Ministerpräsidenten. Rach neueren Meldungen aus London ist die Havasagentur fetzt in der Loge, mitzuteilen, daß Poincare sofort ein zweites Schreiben an den britischen Premierminister aS» gesandt hat, welches diesem gestern durch Vermittlung des französischen Botschafters überreicht wurde.
Paris, 17. Mai. Nach einer Havas-Meldung aus Washington ist Bankier Otto Kahn vom Präidenten Coolidge empfangen worden. Die Unterhaltung drehte sich um die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten. Sowohl der Präsident als auch der Bankier gaben der Hoffnung Ausdruck, daß der Plan Sarnes* zur Ausführung komme, denn die betrachten ihn als ein ausgezeichnetes Mittel, die europäischen Verhältnisse zu regeln.
Der Schiedsspruch ist nut fit da, Ruhrgebiet gültig.
Dresden. 17. Mai. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, gilt der gestern in Berlin gefällte Schiedsspruch für den Rubrbergdau, nicht aber für das sächsische Kohlen re vier, ^vielmehr find die Verhandlungen hierüber noch nicht abgeschlossen.
9ttm*(fi in Mtiittik ofiititfinl
Berlin, 18. Mai. Kein voreingenommener Beurteiler wirb den Männern, bie ben Berliner Schiedsspruch zur Beilegung des Konfiikts im Bergbau gefällt haben, strengste Objektivität und den ernstesten Willen absprechen können, einen gerechten Ausgleich zwischen den Forderungen der beiden Parteien herbeizusühren. Trotzdem lautete bie Antwort der Arbeitgeber fast verneinend und die Bergarbeiter-Verbände haben sogar den Schiedsspruch bereits rundweg abgelehnt Das scheint uns eine tief bedauerliche Folge bet Erhitzung der Leibenschaften zu Jein, an der ja die kvmmuni- tische Hetzpropaganda ein gerütteltes Maß an Schuld hat. Als letzte Hoffnung bleibt bie übrig, daß die ArbeiterverbLnde, deren Vertreter doch an ben Verhanblungen über ben Schiedsspruch teilgenommen haben, die sich aber vielleicht ange- ichts der Linkshetze nicht trauen, freiwillig das Komprmiß anzunehmen, doch eine andere Stellung einnehmen könnten, wenn der Schiedsspruch vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärr wird. Zweifellos würden sie auch dann noch einen schweren Stand haben, um die Ausführung durchzusetzen, aber es scheint keinen anderen Ausweg mehr zu geben, als den in Berlin gefundenen Mittelweg. Wenn das mit aller Entschiedenheit von den maßgebenden Stellen betont wird und auch von den Stttd.vetlvaiwngen des Westens die Konsequenzen daraus gezogen werde«, das» nuch es gelingen.
Mifiot für eine Wit für SntMlnfi.
Paris, 18. Mai. Ter „Newyork Herold" meldet aus Washington: Coolidge gab, wie im Weißen Hause angekündigt, ferne Zustimmung zu einer Anleihe von' 100 Millionen Dollar für Deutschland. Der Newyorker Bankier Otto Kahn hat mit dem Präsidenten die Finanzlage Deutschlands besprochen und seine Billigung zu der vorgeschlagenen Aktion gegeben. Es werde feftgt[teilt, daß Coolidge und Kahn sich über bie Methode Deutschland nach dem Plane von Dawes Hilfe zu leisten, geeinigt hätten.
Warum bie Bergarbeiter ablehneu.
Berlin ,18. Mai. Die ablehnende Haltung sowohl des christlichen, wie des Alten sozialistischen Bergarbeiter- Verbandes z« dem gestern im Reichsarbeitsministerium nach dreitägigen Verhandlungen gefällten Schiedsspruch, hat in Berliner politischen, wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Kreisen starke- Au siehen erregt Man war sich zwar in den Kreisen der Beteiligten von beiden Seiten sowohl vor ben Berhandlungen in Berlin, wie auk Grund des Verlaufs der Verhandlungen, darüber im klaren, daß die Annahme des unter großen Schwierigkeiten »ustandegekommenen Schiedsspruches auf beiden Seiten auf sehr erheblich« Schwierigkeiten stoßen würde, wie dies nunmehr der Fall ist. WaS das Verfahren bei Schiedsspruches anbelanat, so waren alle Vorkehrungen getroffen, um ein wirklich unparteiisches Verfahren bis zum letzten durchzuführen. Ter vom Reichsarbeitsminister bei den Verhandlungen vorgeschlagen« unparteiische Prä- sindent Hausmann, der von beiden Seilen als der geeignete Mann anerkannt und seiner Benennung zugestimmt worden. Der von Arbeitgeberseit« als zweite Unparteiische benannte Ministerialdereftor Kralick und der von Arbeitnehmerseit« benannte Direktor im Reichs- kohlenrat Löffler haben in vorbildlicher Weise ihres Amtes gewaltet. Dem Schiedsgericht gehörten von beiden Parteien je fünf Beisitzer an, sodaß btt Standpunkte beider Seiten in den dreftägigen Bethandlungen tückhalt- los zum Ausdruck kommen konnten. Au fder anderen Seite ist nicht zu verkennen, daß daS in Frage stehende Problem das schwerste ist. ba8 in bet Nachkriegszeit auf sozialem Gebiet zur Lösung gebracht werden mußte. Es spielen hier außer sozialen und wirtschaftlichen auch stark außen- und innerpolitikche und vor allem Fragen der ftnanziellen Tragfähigkeit der Bergwerksunternehmen mit, tote sie in dieser unlösbaren Verknüpfung nur selten austreten. Daß hierbei nicht ohne toastete- eine beide Teile befriedigende Lösung geschaffen werden kann, versteht sich von selbst. Der Schiedsspruch selbst ist in seiner Gesamtheit von dem eingesetzten Schiedsspruch gefällt worden und sein« Einzelheiten wurden zum Teil mit wech,elnder Majorität fest gelegt. Welche Folge die ablehnend« Haltung der Bergarbeiter haben wird, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen, doch ist anzunehmen, daß di« V-rHandlungen über eine Beilegung deS Arbeitskonfliktes im Ruhrbergbau anfangs nächster Woche sofort wieder ausgenommen werden, wenn dieser erste Schiedsspruch tatsächlich einer einmütigen Ablehnung sei es von einer oder gor von beiden Seiten der Be- tciligten zum Opfer fallen würde. Man ist in gut unterrichteten Kreisen der Meinung, daß, wenn bk Beilegung auch das erste Mal nicht glückte, immerhin bie Möglichkeit besteht, das schwierig« Problem in Etappen zu nehmen.
Die Delegiertenkoufereuz der Bergarbeiter.
- Essen, 17. Mai. Heute nachmittag findet in Bochum eine Delegiertenkonferenz deS christlichen und auch deS sozialistischen 8erg- arbe iterverbandes statt. Die Frei« Gewerkschaft, fcet alte Bergarbeiterverband hatte ursprünglich ihre Konferenz auf Sonntag anberaumt, aber angesichts bet Dringlichkeit auf heute verlegt. Beide Teile haben sich eine Stellungnahme zum Schiedsspruch Vorbehalten. Die Arbeitgeber werden erst am Montag Stellung nehmen. Bis dahin steht jedoch den Arbeitern den bisherigen Bedingungen jederzeit di« Aufnahme der Arbeit frei.
Rußlands Angst vor einer deutsch-französische« Einigung.
Moskau, 17. Mai. Auf einer Konferenz der kommunistischen Partei erklärte Kamenew, daß der Sieg der französischen Linken für die Sowjetföderation die Gefahr einer Einigung Frankreichs mit Deutschland auf Kosten des Sowjetbundes in sich berge.
Marinefragen sowie Verwendung giftiger Gase befassen soll, unterbreiten. Mac Donald legt Wert darauf, daß diese Konferenz von Amerika einberufen wird und glaubt, daß nach der Niederlage des Bloc national in Frankreich die Aussichten einer solchen Konferenz günstiger sein werden als noch vor 14 Tagen.
Der SneswMl ioilifien Sointiti mi Kot Jonolfi.
London, 17. Mai. Die „Times" erfährt, baß zur selben Zeit, wodasSchreibenPoin- -ates Macbonalb überreicht würbe, ein schreiben des letzteren Poincare übergeben wurde.
Eine Ersatzwahl.
Paris, 17. Mai. Im Departement Gard $»bet morgen eine Ersatzwahl statt für ben verdorbenen Senator Cazelles, ber ber demokratischen Linken angehörte. Im letzten Augenblick ist, «e der „Temps" berichtet, als Kandidat ber 5e» Iwnte ehemalige rabifale Abgeordnete Ferdinand Brisson, der Vorsitzende ber Liga für Menschen- »achte, aufgestellt worben, ber bei ben Wahlen «i letzten Sonntag im 3. Sektor von Paris nicht >»iedergewählt würbe.
Die Forderungen der Sozial-Republikanex.
Paris, 17. Mai. Der geschäftsführendeAuS- ßchuß der sozial-republikanischen Partei (Painleve- ®rtanb) hat eine Resolution angenommen, in der «klärt wirb, bie Partei weigere sich, an jeder Re- ! Merung sich zu beteiligen, bie nicht fordere. 1. baß ber Präsident Millerand demissioniere» 2. baß bie Arrvndissimentswahlen wieder hergestellt werben, 3. baß eine vollkommene Amnestie bewilligt ®irb, 4. baß bie Umsatzsteuer beseitigt und durch iüne Vermögenssteuer erseht wird, 5. endlich, daß Ke freundschaftlichen Vergantungen mir den Alli- itrten zur raschen Regelung d:s Riparntionsvrob- Hems und der Sicherheitsfrage auf Grund des Lachverständigenprogramms durchgesührt werden.
Ohne Sozialisten keine Arbeit.
Paris, 17. Mai. Der sozialistische Abge «ckmete Alexandre Da renne hat in Clermont- Jerrand dem Vertreter der Havas-Agentur zur Frage der Kabinettsbildung erfiärt, nach $jner Ansicht könne gar kein Zweifel darüber be- ; pchkn, bie Weigerung ber Sozial ist e n, sich an der Regierung zu beteiligen, würde unvermeiö- stch zur Folge haben, daß der republikanische Sieg chom 11. Mai sabotiert werde.. Die meisten am Sonntag gewählten sozialistischen Abgeordneten hrftren mindestens ebensoviele radikale wie sozi.r- üflischc Stimmen erhalten. Die ungeheure Mehr- be t, die für sie gestimmt hätte, erwarte, daß ihre
-eorönefen zufamm? „arbeiten Das habe »an ihnen in den Wahlversammlungen erklärt. Es r für bie Wähler ber Linken eine große Ent- Ä! fchung, wenn bie vor ihren Augen besiegte stnheit zurstört würbe, sobald bie neue Kammer eäfammenhete.
ben Terror der Linksradikalen zu brechen.
Ablehnung des Schiedsspruches.
Bochum, 18. Mai. Dce Reo,ett»uf«renz des Alten Bergarbeiterverbande» Hai ebenso wie dir des Christlichen Bergarbeiter- vetbandes den Berliner Schiedsspruch abge lehnt. Bot dem Rathaus kam es zu größeren Ansammlungen, die von der Polizei zerstreut wurden.
M fim fieM» Mi?!.
Ein Schandurteil.
Berlin, 18. Mai. Nach der „Deutschen Tageszeitung" verurteilte das französische' Kriegsgericht die Lehrerin Hermine Schmitt aus München, die in Ludwigshafen verhaftet wurde, wegen Paßvergehens und angeblicher Spionage zu 2 Jahren Gefängnis.
Immer neue Verordnungen der Besatzungsbehörde.
D u i s b u r g, 17. Mai. Nach einer neuen Verordnung des Kommandanten der belgische» Besatzungsarmee im Ruhrgebiet ist es jeder P e r s o n, die im besetzten Gebiet wohnt» untersagt, im unbesetzten Deutschland an einest theoretischen oder praktischen mili« tärischen Hebung teilzunehmen, ferner ein« militärischen oder ähnlichen Vereinigung sowie einer öffentlichen oder privaten Einrichtung mit dem Ziele ber militärischen Instruktion oder Vorbereitung anzugehören. Bei Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen ist eine Gefängnisstrafe bis zu 15 Jahren oder eine Geld» _ strafe bis zu 20000 Eoldmark verwirkt.
Sie Rheinlandkommissio« genehmigt bie iwtite Steuernotverordnung. 1 •
Köln, 17. Mai. Wie das hiesige Landes finauzam» mitteilt, hat die Rhrinlandkommission die Anwendung der Zweiten Steuernotverordnung mit rückwirkender Kraft ab 1. April genehmigt-
* Was die Regie verdient.
Paris, 17. Mai. Havas meldet aus Mainz, daß die französisch-belgische Regie an die Besatzungsbehörden zum fünften Mal eine Zahlung in Höhe von 50 Millionen französischen Franken geleistet hat.
Ein Stahlwerk unter Geschäftsaufficht.
Berlin, 18. Mai. Bo« beteiligter Seite wird bekannt gegeben: Der Vorstand des Stahlwerks Becker, Aktiengesellschaft in Willich (Rheinland), sah sich genötigt, de« Antrag a«f Geschäfts« aufsicht über sein Unternehme« zu stelle«.
Das Werk, welches zu den ersten und größten Edelstahlwerken Europas gehört, befindet sich in durchaus günstiger Entwicklung und ist für mehrere Monate mit lohnenden Aufträgen versehen. Der Wert der Betriebsanlagen ist mit 36 Millionen Eoldmark nicht zu hoch bewertet. Der Wert der Vorräte ist mit 6 Millionen Eoldmark angenommen. Die Passiven betragen etwa 9 Millionen Eoldmark. denen 3 Millionen Eoldmark Außenstände gegenüberstehen. Die schwierige Lage des Werkes wurde dadurch herbeigeführt, daß es genötigt war, nach dem Kriege und nach Aufgabe des passiven Widerstandes, dann aber auch nach dem letzten großen Streik, dreimal von neuem sich wieder aufzubauen. Dazu kam, daß durch die zwangsläufig eintretende Reichsbankpolitik eine Stockung des gesamten Celdverkehrs eintrat. Eine wette« Schwierigkeit schaffen die schweren Belastungen durch die M i c u m v e r t r ä g e. Die Vorgänge wurden der Reichsregierung zur Kenntnis gebracht.
Ser fier ftMntitsbilfim in Snntnil.
Kammereröffnung am 1. Juni.
4 Paris, 17. Mai. Die neue Kammer »irb am Sonntag den 1. Juni, nachmittags 3 Ahr eröffnet. Rach einer Ansprache des AlterSprSfibenten Pinarb wirb bie Kammer die Düros wählen unb ihnen bie Wahlakte zur Prü- tung übergeben. Am Montag werben bie nicht Leanstanbeten Wahlakte anerkannt unb ber Prä- Jfcenf gewählt. Man glaubt, baß einige Wahl- Hänge nötig fern werben.
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Di« „Dberbelfiltbe Bettung“ erscheint ietbsmal wöchentlich. — Bezugsvreis monatlich 2 Mark ausschließlich Zuktellungsgebühr. Für ausiallende Nummern iniolge fr 117 Streik» ob. etemenr. Ereignisse lein Eriag. — Der ar von Dr. L. Hinerotd. —Druck bet Univ. - Buchdruckerei von Seb. Lug. Koch. Markt 21.22. — Herniore-ber 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 ?m iitanfiutt a. Mair.
Der Anzeiaenvrei, beträgt illr ben lOgeip. Zeilenmillimeter 0,08 Eoldmark. Amtliche «• auswärt. Anzeigen 0,10 Eoldmark. Bei schwier.Satz 50 •(, Aufschlag. GemmeUnieh. 100*1« Ausschlag. Reklamen 0,85 Eoldmark. Jeder Rabatt gilt al, «arrabatt. Belege «erben vv« O»|lS> berechnet, ebenso Auskunft durch die Eelchästsstelle und Zusendung der Angebote. Zahlung eaa i
innerhalb 5 Tagen fl Dollar—<L0 Eoldmark), Berechnung nach dem Berliner Mittel» 19/4 kur, der Zablunvr-Eingangatager. Verzugszinsen pro Tag nach dem Bankziusfus, 1